Dem berühmten Obergefreiten Boris Pistorius ist was zu Grönland eingefallen: Er rechne nicht mit "dem Äußersten", sagte der SPD-Politiker in den ‚tagesthemen‘. Die Anwesenheit der Bundeswehr in Grönland sei ein „zeitlicher Zufall". Der Hintergrund ist bekannt; Donald Trump will Grönland haben: „Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland aus Gründen der Nationalen Sicherheit“, sagt der neue Kaiser der Welt und bietet lächerliche 700 Milliarden Dollar für den Kauf der Insel an. Denn unter dem Eis der Insel liegen Unmengen an Öl und Gas. Das wäre ein Schnäppchen. Aber Dänemark will die Insel gar nicht verkaufen. Die dort lebenden Inuit fragt ohnehin keiner.
Pistorius entspannt
Ganze 13 deutsche Soldaten hat Pistorius nach Grönland abkommandiert. Immerhin hat Trump angekündigt, dass er Grönland auch mit militärischer Gewalt rauben könnte. Aber der Obergefreite Pistorius meint, er sei „ein Stück weit entspannt, weil ich nicht glaube, dass es hier zum Äußersten kommt". Die Regierungssprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, kennt die brutale Wahrheit: „Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben“.
Lieber ducken als kämpfen
Grönland gehört zur Europäischen Union. Die gehört irgendwie zur NATO. Die inhaltlichen Unterschiede der Organisationen sind kaum spürbar: Beide sind auf die USA fixiert. Wenn man nun Selbstachtung und nationale Interessen hätte, könnten die Mitglieder der EU diese Interessen öffentlich artikulieren. Aber der große Bruder beobachtet alle. Da ducken sich Pistorius & Co. lieber.
Der schlauere Teil des Mutes
Trump hat mal wieder die Zollpeitsche rausgeholt: "Ich könnte Zölle gegen Länder erheben, wenn sie bei Grönland nicht mitziehen." In diesem Fall ist Feigheit der schlauere Teil des Mutes. Das sieht auch der deutsche Außenminister Wadephul so. Er sieht einfach keinen Anhaltspunkt dafür, dass es "einen derartigen Völkerrechtsbruch" geben könnte. So sind die Opportunisten: Wenn sie sich die Augen zuhalten, sehen sie nichts, und was sie nicht sehen, das gibt es für sie nicht.
Landraub ist Faschismus
Landraub ist ein klassisches Zeichen für Faschismus. Hitler hatte damals mit Polen begonnen; Trump zeigt seine Gier nach anderen Ländern auch mit Grönland. Und er gibt den Europäern einen Hinweis auf mögliche Bündnispartner: Angeblich würden Russland und China sich der Insel bemächtigen, wenn er sie nicht rechtzeitig rauben würde. Tatsächlich wird die EU die Insel nicht alleine gegen das US-Raubtier schützen können. Russland und China wären die idealen Partner zur Verteidigung westeuropäischer Interessen. Aber dazu gehört mehr Eigenständigkeit, Weitsicht und Mut, als der durchschnittliche EU-Funktionär aufbieten kann.