Deutsche Gründungs-Urkunde

Statt Zweitem Weltkrieg - Holocaust

Autor: U. Gellermann
Datum: 24. Dezember 2018

Nun wird auch das Land Berlin mit einem Antisemitismus-Beauftragten bestückt. Nach dem Bundes-Kommissar und mit den Zweigstellen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und dem Saarland wird das Netz jetzt noch enger geknüpft werden: Opfer und Zeugen judenfeindlicher Übergriffe können sich ab Februar bundesweit an eine neue Online-Meldestelle wenden. Was genau denn gemeldet werden soll ist diffus. Denn, so erläutert der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland Daniel Botmann, weil die Polizeistatistik in der Regel nur strafrechtlich belangbare Taten erfasse, sei eine bundesweite Regelung nötig. Was mag da nun rapportiert werden, wenn es nichts strafrechtlich Relevantes gibt? Gedanken? Gefühle? Schlechte Witze? Ein Klick und Du bist Antisemit? Eine neue, sonderbar rechtsfreie Zone der Verdächtigung entsteht, durch kein Gesetz gedeckt, durch keine demokratische Institution legitimiert.

Wer in Deutschland als Antisemit denunziert wird, ist gesellschaftlich erledigt. Aber wer entscheidet denn ob jemand Antisemit ist? Die neue bundesweite Meldestelle orientiert sich bei der Definition von Antisemitismus an Arbeiten der "Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken“. Die Allianz sieht das so: „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“ Das ist ein schwieriges Deutsch, das man übersetzen muss. Folgt man dem Geschwurbel, dann kann eine Wahrnehmung angeblich etwas ausdrücken. Und auch der Staat Israel kann Ziel solcher Wahrnehmungen sein. Wenn der Staat Israel als das verstanden wird, was seine aktuelle Regierung von ihm per Gesetz behauptet: Ein jüdischer Nationalstaat. Jede Menge juristisch höchst wackliger Kann-Formulierungen münden schließlich in der Verteidigung eines diktierten Gottestaates. Denn rund ein Drittel der Einwohner Israels begreifen sich als Muslime, Christen, Drusen oder sogar als Nichtreligiöse. Und dieses sonderbare Konstrukt soll nun vorbeugend von beamteten Beauftragten und anonymer Elektronik gegen "Wahrnehmungen" verteidigt werden. Eine düstere Grauzone willkürlicher Denunziation schimmert auf.

Nachdem man in Deutschland spät zugab, dass der Holocaust ein Verbrechen war, verschwanden erhebliche andere Teile der Nazi-Barbarei nahezu komplett aus der öffentlichen Verbrechens-Wahrnehmung. Dass Nazi-Deutschland jede Menge Völker und Staaten überfallen hatte, rutschte in der öffentlichen Debatte auf einen hinteren Platz. Die Besetzung Frankreichs löste sich ganz langsam in der laut proklamierten deutsch-französischen Freundschaft auf. Die Bomben und V-Waffen gegen England verschwanden lallmählich hinter dem alliierten Bombardement des Reiches. Und die russischen Opfer, 8-9 Millionen Soldaten und 9-16 Millionen Zivilisten, verfielen dem neuen ideologischen Krieg gegen die Sowjetunion an der Seite der USA. Während die Erinnerung an den millionenfachen Mord an den europäischen Juden Denkmäler und Erinnerungsstätten kennt, erinnert an die Vernichtung russischer Kriegsgefangener nur wenig. Obwohl zwischen 1941 und 1945 weit über fünf Millionen sowjetische Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft gerieten. Und obwohl mehr als acht Millionen Gefangene ermordet wurden. Mord durch Hunger und Arbeit, aber auch durch Schüsse ins Genick, waren alltäglich. Die Russenlager gab es überall im Reich gab. Nicht selten in der Nähe von Fabriken: Dort schufteten sich die verhungernden Menschen zu Tode. Tag für Tag wurden sie von ihren Lagern unter Bewachung zu den Betrieben geführt. Fragte man später die Anwohner der anliegenden Straßen, konnten die sich nicht an die Kolonnen erinnern. Die Russen waren anscheinend unsichtbar. Unsichtbar sind sie bis heute im kollektiven deutschen Gedächtnis.

Längst ist der Holocaust zum scheinbar einzigen Verbrechen der Nazis geraten. Wer fragt, warum der deutsche Krieg gegen die halbe Welt und vor allem gegen seine Nachbarn, in der deutschen Erinnerungs-Kultur kaum eine Rolle spielt, findet die Antworten schnell in der herrschenden Politik der Bundesrepublik Deutschland – fast von Gründung an. War sie doch nahezu seit der Wiederbewaffnung mit ihren Truppen Mitglied in der NATO, einem aggressiven Militärbündnis. Einer Allianz, die bis heute dem alten Nazi-Mantra vom bösen Russen verpflichtet ist. Da stört eine klare Erinnerung an den deutschen Krieg und die deutsche Kriegsschuld erheblich. Erst recht ist sie hinderlich, wenn deutsche Truppen in fremden Ländern fremde Völker bekriegen. Die demonstrative, nicht selten ritualisiert Reue über den Massenmord an den europäischen Juden, ist inzwischen zur Staatsräson unbedingter Solidarität mit Israel geronnen. Eine Reue, die Teil der westlichen Bündnispolitik geworden ist und nicht selten die Unterdrückung der Palästinenser ausblendet.

Antisemitismus ist Rassismus. Diese besonders gefährliche geistige Verirrung beschränkt sich aber keineswegs auf den Hass gegen Juden. Die Zahl anti-islamischer Angriffe ist in den letzen Jahren gewachsen. Von den Anschlägen auf Moscheen bis zum Terrorismus gegen Flüchtlingsheime. Und auch wenn körperliche Attacken gegen Russen oder russische Einrichtungen eher selten sind, ist doch der antirussische Rassismus in den deutschen Medien unübersehbar. Der Russe ist schuld. Woran auch immer. Das ist die ebenso eingängige wie brutale Fortsetzung der bösen Legende vom russischen Untermenschen. Den Nazis hat diese Propaganda zur Rechtfertigung des Krieges gegen die Sowjetunion gedient. Der bundesdeutschen Demokratie dient sie zumindest zur fortlaufenden Erhöhung des Rüstungs-Etats.

Wer der öffentlichen, der medialen Erzählung jüngerer deutscher Geschichte zuhört, der wird laut und deutlich vom Holocaust erfahren. Vom letzten deutschen Krieg erfährt er bestenfalls Genuscheltes. Als sei der Holocaust Anlass zur Gründung der Bundesrepublik gewesen. Dass ein Bundespräsident einst das Ende des Nazi-Krieges als den Tag der Befreiung bezeichnete, ist im Getriebe deutscher Auslandseinsätze anscheinend verschwunden. Aber tatsächlich war erst das von außen erzwungene Ende des Krieges der Beginn zweier deutscher Staaten als deren Erbe das aktuelle Deutschland international agiert. Einen Anti-Kriegsbeauftragten sucht man allerdings vergeblich.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 07. Januar 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

Im Kanzleramt hängt Jahrzehnte das Bild des Faschisten Globke, nicht nur Adenauers Liebling, sondern auch der Verfasser des Kommentares der Rassegesetze im Faschismus. Kein Aufschrei und mutiges Einfordern, dass der olle Globke auf immer im Archiv des deutschen Bundestages, besser noch, auf dem Müllhaufen der Geschichte verrottet.
Eine wirklich sinnvolle Aufgabe für den Antisemitismusbeauftragten, sollte er dieses überhaupt wissen......., den Globke, neben anderen entfernen zu lassen. Wie verlogen darf es denn noch sein - Heinrich Heine: "Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht."
Was sagen denn die jüdischen Gemeinden und Organisationen dazu, dass im Kanzleramt immer noch die Faschisten hängen ?


Am 02. Januar 2019 schrieb Ute Plass:

Israel-Kritik? Münchner Gericht hält Saalverweigerung für Diskussion über Stadtratsbeschluss für zulässig:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=48172#more-48172


Am 31. Dezember 2018 schrieb Klaus Bloemker:

KANT, 'Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft' 1793:

- "Das Judentum schloss das ganze menschliche Geschlecht von seiner Gemeinschaft aus, als ein von Jehovah für sich auserwähltes Volk, welches alle andere Völker anfeindete, und dafür
von jedem angefeindet wurde."

Es gibt ja wohl nichts anti-Jüdischeres, als Juden für den Antisemitismus selbst verantwortlich zu machen. Aber so sah Kant das. Und Kant hatte eine ganze Reihe von Anhängern unter den Juden der Aufklärung, die das auch so sahen. - So weit meine Ahnung von der Sache.

Und heute ist in erster Linie Israel für den Antisemitismus verantwortlich. Rassismus ist das auch nicht. Es sei denn man meint, Israels Politik - als jüdischer Staat - käme aus jüdischen Genen.

Aber man kann sagen, Israels Politik kommt aus einer jüdischen Weltanschauung. - Eine Weltanschauung, die man ablehnt. (Wie Kant.) Das zu sagen, ist natürlich anti-jüdisch.

Antwort von U. Gellermann:

Antisemitismus verurteilt/beleidigt/beschuldigt Individuen wegen ihrer Herkunft, nicht wegen Ihrer Handlungen. Das nennt man nun mal Rassismus. Und natürlich ist jeder Antisemit erst mal selbst für seine gefährlich Blödheit verantwortlich.

Außerdem: Den abgrenzenden Ausschließlichkeitsanspruch hätte Kant auch bequem bei anderen Religionen finden können. Die Selbstbezeichnung der römisch-katholischen Kirche kennt seit dem 3. Jahrhundert (Cyprian) „außerhalb der Kirche kein Heil“ (extra ecclesiam nulla salus) und sie allein ist diese eine Kirche. Amen. - Die Diskussion entfernt sich weit vom Thema uns ist deshalb in diesem Strang beendet.


Am 31. Dezember 2018 schrieb Friedhelm Hannessen:

Ihr Haltung und Argumentation zu diesem schwierigen Thema ist überzeugend. So viel klare Worte liest man selten.


Am 30. Dezember 2018 schrieb Klaus Bloemker:

Der kürzlich verstorbene Israeli URI AVNERY (geb. Helmut Klostermann aus Hannover) hat mal über Deutschland gesagt:

Die Deutschen machen es immer gründlich. Im 3. Reich war der anti-Semitismus Staatsideologie. Nun haben sie den pro-Semitimus / pro-Israel zu ihrer Staatsraison erhoben.
______________
"Antisemitismus ist Rassismus."

Das kann man allgemein nicht so sagen. Das war er besonders bei den NS Ideologen. Aber Kritik am und Ablehnung des Judentums hatten auch die Aufklärer von Kant bis Karl Marx, ohne dass das rassistisch war.

Antwort von U. Gellermann:

Rassismus ist eine ideologische Haltung, die Menschen nach körperlichen oder kulturellen Merkmalen sortiert und einstuft. Das muss man allgemein so sagen. Was ihre verkrampfte Heranziehung von Marx und anderen Aufklärern soll, können Sie mangels Ahnung nicht begründen. Wahrscheinlich meinen Sie die allgemeine Religionskritik der Aufklärer, unter die fällt natürlich der jüdische Aberglaube wie auch der christliche.


Am 30. Dezember 2018 schrieb Ute Plass:

"Deutsche Gründungs-Urkunde"
Ihre Nachricht: Im Folgenden ein dlf-Beitrag über BAK Shalom, deren (Gründungs)Mitglieder wohl mit dazu beigetragen haben, dass der Antisemitismus-Begriff in inflationärer Weise gebraucht und missbraucht wird.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/10-jahre-bak-shalom-ein-heisses-eisen-bei-der-linken.1079.de.html?dram:article_id=436978


Am 30. Dezember 2018 schrieb Michael Kohle:

Frau Plass schreibt: „...sollte tatsächlich weiter darüber nachgedacht werden, wie diesem Mißbrauch begegnet werden könnte ... Höchste Zeit für eine öffentliche Auseinandersetzung.“ Befürchte mal, die wird sie bekommen und zwar bald und sattsam. Aber anders als vermutet. Während Gellermann noch die Stirn runzelt bezüglich des Materials, das der Online-Meldestelle anzuliefern ist : „Was genau denn gemeldet werden soll ist diffus.“ bedauern Verantwortliche des Zentralrats schon, dass „ die Polizeistatistik in der Regel nur strafrechtlich belangbare Taten erfasse“. Gehe ich recht in der Annahme, den Herrschaften sind die Vorgaben für polizeiliche Arbeit nicht ausreichend genug? Und bestimmt: nicht nur Statistikfüllendes auch Strafbewehrtes ist wohl gefordert. Schließlich wollen die Bundes- und Landeskommissare inkl. hinreichendem Stab auch nicht untätig herumsitzen. Auch für sie gilt doch bestimmt „Leistung muß sich wieder lohnen!“.
Wo es „Wahrnehmungen“ freier Wahl an eine pseudostaatliche Abwurfstelle zu sammeln gilt, genügend „juristisch höchst wackliger Kann-Formulierungen“ zur Verfügung gestellt werden, jedem hergelaufenen Wort, das einer äußert, das Hütchen eines Geheimcodes aufgesetzt werden kann um „Unpersonen“ einen ausgelutschten Kaugummi an den Hosenboden zu kleben, da braucht es keine freiheitlich-demokratische Grundordnung mehr, da wird nur alsbald jegliche Willkür Feste feiern. Alles nur halb so schlimm? Wer checkt denn schon, dass das Geschwurbel der „Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken“ längst zur Allzweckwaffe mutieren konnte. Und alsbald per Rundumschlag zum Einsatz kommen dürfte, nicht nur hier im Land der Kollektivschuld.
Was heißt dürfte! Nur einfach mal nach „Labour“ und „Antisemitismus“ googeln, und es gehen einem die Augen über, wie mit einem aus der Luft gegriffenen Vorwurf ein gefährlicher „Robin Hood“ namens Jeremias mundtot gemacht und demnächst entsorgt werden kann. Und, hat sich nicht Labour neulich öffentlich dem o.g. Katechismus der „Internationalen Allianz“ unterworfen? Bei solchen Parteifreunden brauchst du wahrlich keine Feinde mehr.
Im Zentrum des Interesses steht bekanntlich der jüngst per Gesetz ausgerufene „jüdische Nationalstaat“, seine Unberührbarkeit zumal. Auch wenn die darin offen diskriminierten anderen 20% der Mitbürger, die Moslems, Christen, Drusen u.a. auf annektiertem israelischen Boden uns am Oberschenkel vorbeigehen, die Freiluft-Käfighaltung von weiteren Millionen - in Gaza wegggeschlossen nebst gelegentlicher systematischer Populationsverringerung - schnurzpiepegal sein sollte, so betrifft es uns trotzdem. Denn der ausgerufene „jüdische Nationalstaat“ fühlt sich auch für jegliche „Juden“ wo auch immer auf der Erdkugel zuständig. Diaspora ist überall! (siehe hierzu Punkt 6 in https://i-like-israel.de/wortlaut-des- nationalitaetengesetzes-grundgesetz-israel-als-nationalstaat-des-juedischen-volkes/). Ob die IDF erforderlichenfalls zum Einsatz gelangt um uns Mores zu leeren?
Wir Deutsche, so heißt es, sollten doch wissen, was Juden schon alles zu leiden hatten auf dieser Welt. Oh ja, und ob! Und genau deswegen „ahnen“ wir aber auch, dass das, was seit Jahrzehnten den Menschen auf der Westbank und in Gaza widerfährt, auch nicht verschwiegen werden darf und nicht einfach hingenommen werden kann. Jedenfalls wenn man weiß, was Völkerrecht, Menschenrecht, Selbstbestimmungsrecht, Recht auf Unversehrtheit etc. so bedeutet. Soviel Möglichkeiten bleiben den in absoluter Sicherungsverwahrung Dahinschmachtenden nicht, aufzumucken und/oder auf sich aufmerksam zu machen. Eine Möglichkeit dazu wäre, dass die Menschen von Gaza sich einmal im Jahr zusammenfinden, in ausreichender Entfernung vom Zaun und vom Auftrieb der Scharfschützen-Pelotons dahinter, um dann mit millionenfacher Stimme den Gefangenenchor aus Nabuccho zu intonieren, dem Drang nach Freiheit Laut zu geben. Aber selbst das würde wohl als widerwärtig antisemitisch Verbrämtes angeprangert werden, als eindeutig mißbräuchlicher Code. Wo doch schon Verdi wußte: Nabucco - der biblische Nebukadnezar - will sich selbst zu Gott machen. Er wird daraufhin mit Wahnsinn geschlagen und erst durch die Bekehrung zum Gott der Hebräer geheilt. Bibi, ein Wiedergänger?
Nein, das wäre also auch keine Lösung. Bliebe noch ein Boykott, da könnten alle guten Glaubens ohne Aufwand mitmachen, einfach nur Augen auf beim Obst&Gemüsekauf. Wie das gehen könnte und warum erfährt man hier: http://bdsberlin.org/2007/08/18/wir-fordern-fair-trade-auch-mit- israel/. Und Bingo: da haben wir den Salat. BDS? Igitt, igitt, man rufe den Exorzisten. BDS steht in den USA für das, für was hierzulande allzu gerne der Holocaust beigezogen wird. Noch eine Erbsünde wider den jüdischen Nationalstaat bzw. gegen den wirtschaftlichen Erfolg desselben.

Das geht gar nicht. Die us-amerikanische Sektion - Milliarden $ schwanger - der Israel-Lobby ist schon Meilen weiter. Da wurde für die Anwendung der Anti-BDS-Keule schon ein probates Anti- Serum gefunden. Und wo hierzulande der Bundes-Kommissar geschaffen wurde, sind overseas bereits in 25 Staaten Anti-Boykott-Gesetze im Einsatz. Na und? Gesetze drüben gibt es viele, da ist es sogar „unlawful“ vor einem Hydranten auch nur kurz anzuhalten.
Ganz so harmlos ist es leider nicht. Texas geht mit gutem Beispiel voran. Will man dort beim Staat einen Job bekommen oder behalten, dann heißt es neuerdings: Boycott Israel, no way! Das kann dann auch schon mal langjährige Bedienstete treffen, die plötzlich auf der Straße stehen, weil sie sich unbedacht das Maul verrissen haben. Aber nicht nur arbeitsrechtliche Konsequenzen stehen zur Anwendung bereit, auch Geld- oder Haftstrafen sind laut dem euphorisch begrüßten „Congressional Israel Anti-boycott Act“ möglich. Und das ist nicht das Ende der Fahnenstange! Im arg vom Hurrikan Harvey zerzausten, texanischen Städtchen Dickinson hatten Opfer desselben eine Unterlassungserklärung bezüglich Israel-Boykott zu unterzeichnen, bevor sie Hilfe in Anspruch nehmen konnten. Man fasst es nicht! Kinder, kauft euch Kämme, es kommen lausige Zeiten.


Am 28. Dezember 2018 schrieb Ute Plass:

Lieber Werner Rügemer,
da die Instrumentalisierung des Antisemitismus bzw. der Antisemitismusvorwurf um sich greift, siehe z.B.: ,


http://der-semit.de/the-top-ten-anti-semites-of-2018-by-the-simon-
wiesenthal-center/

https://www.nachdenkseiten.de/?p=47830

http://www.fr.de/kultur/interview-moshe-zuckermann-ich-bin-das-kind-von-auschwitz-ueberlebenden-a-1637220

sollte tatsächlich weiter darüber nachgedacht werden, wie diesem Mißbrauch begegnet werden könnte.
Wie wäre es u.a. mit einer Konferenz, zu der auch 'Antisemitenmacher u. Antisemitenerfinder' eingeladen werden?

Höchste Zeit für eine öffentliche Auseinandersetzung.


Am 28. Dezember 2018 schrieb Michael Kohle:

Der Antisemitismus „frisst sich täglich mehr in die Gesellschaft hinein, verstetigt durch den Zuzug zahlreicher Muslime“ wie sich empört selbst der Cicero vernehmen lässt. Endlich! Schädlingsbekämpfung ist angesagt. Antisemitismusbeauftragte, im Bund und in den Ländern. Wie, nicht in allen Ländern? Was läuft da schief? Antisemitismusbeauftragte - sowas Ähnliches gab es schon mal. Zuerst im heiligen römischen Reich deutscher Nation, mit tatkrätiger Unterstützung der noch heiligeren römischen Kirche. Inquisitoren wurden sie genannt, der „Hexenhammer“ als halbgesetzliche Basis. Sie waren über Jahrhunderte tätig, lebten hauptsächlich von der Denunziation, über Hexen, über Ketzer u.ä. Wenn jemand damals schnell jemanden los werden wollte, sei’s der Nachbar, die Ehefrau, einfacher ging es nicht, nur zu. Hunderttausende - wenn nicht mehr - angesetzter Freiluft-Events per Scheiterhaufen müssen damals die CO2-Bilanz ganz schön verhunzt haben. Längst vergessen auch jene sieben „Köpfe“, die ihrer mangelnden Vaterlandsliebe wegen dem Schafott zum Opfer zu fallen hatten, zwischen des Führers Geburtstagen, zwölf an der Zahl. Wegen ein paar mühsam ertippten Flugblättern, auf denen Hochverratsverdächtiges verbreitet worden war, oder weil von einem dumpfen „Tatatatamm“ aus Nachbarns Kammer berichtet werden konnte. Oder nur eines blöden Witzes wegen. Selbst den heimlichen Gestellern von Kost und Logis ging es meist - und nicht nur sprichwörtlich - an den Kragen. So betrachtet ist der neue Bundes-Kommissar doch nur konsequent eine Fortsetzung der Geschichte. Kann doch auch so das ganze Wirken der braunen Horden im braunen, im schwarzen und im grauen Rock dem Orkus des Vergessens anheim gegeben werden - alles außer dem Holocaust natürlich, der wird noch gebraucht! Vorsicht, auch der Holocaust ist nicht mehr das, was er mal war. Der gemeine Holocaust-Täter, der darf neuerdings sogar ein Gesicht haben, das nicht aus Hollywood stammt. Demjanuk sein Name, „der“ Tausendsassa an KZ-Wachtposten überhaupt, selbstredend kein Deutscher. Kurz vor dem Ableben wurde er gerade noch rechtzeitig auf die Bühne gezerrt. Und da gab es neulich sogar noch einen Buchhalter, einen von Ausschwitz, dessen man doch plötzlich habhaft werden konnte. Ratzfatz ein Urteil. Nicht so wie vor kurzem noch, wo Überlebende und Zeitzeugen unter Tränen auf der Zeugenbank zu gestehen hatten, dass „Hieb- und Stichfestes“ über Schandtaten der ihnen gegenübersitzenden, grienenden und schenkelklopfenden Angeklagten nicht mehr erwartet werden können, sieben Jahrzehnte danach. Darf es ein anderer Ansatz zum Thema sein? Will es mit Fragen, einem Ratespiel versuchen! Spannender allemal, vielleicht wird so die wahre Sachlage verständlicher und der Leser kann seine Schlüsse selber ziehen.

Wer war das? Früh beschäftigte er sich mit „Allgemeinen Rassenfragen“, zur Zeit als er noch im Zentrum war. Dann später ins Reichsinnenministerium aufgestiegen, dort zuerst das Projekt „Blutschutzgesetz“ im Zentrum seines Interesses. War deswegen auch Experte für interrassistische „Beischlaffragen“. Wenige Jahre später sollte es deswegen sogar einigen „Fremdarbeitern“ im Reich, die eine deutsche Maid unsittlich angegangen haben sollen, für die finale Abstrafung gereichen. Insbesondere verfasste er auch Teile von und auch den Kommentar inkl. Richtlinien und Durchführungsverordnungen zu den Nürnberger Rassegesetzen. Wer hätte auch ahnen können, dass die mal zum Einsatz kommen würden. Wer war das? Laut Unterlagen aus Langley soll er „für die Deportation von 20.000 Juden aus Nordgriechenland in deutsche Vernichtungslager in Polen mitverantwortlich“ gewesen sein. Und trotzdem - so die Vorgängerorganisation der CIA - soll er schon in „Kriegszeiten“ ein absolutes „Kronjuwel“ gewesen sein und in einer deutschen Nachkriegsregierung nicht wegzudenken. Und wer war das? Er war zügig als ein wahrer Widerstandskämpfer anerkannt. Deshalb auch sofort als „die“ graue Eminenz und rechte Hand des ersten „Bundeskanzlers“ über dessen gesamte Amtszeit rührig. In dieser Position beeinflusste er die Regierungspolitik fürs „Wirtschaftswunderland“ maßgeblich, so heißt es. U.a. auch und gerade hinsichtlich Wiedergutmachungsabkommen. Man rate mal, mit wem! Selbst im späteren Ruhestand soll er noch „aktiv“ gewesen sein. Für eine plötzlich vakant gewordene Stelle konnte er noch 1966 seine Expertise einbringen und einen einst im Reichsaußenministerium als Verbindungsmann zum Reichspropagandaministerium Tätigen vermitteln. Übrigens: dessen Chef, der Herr Reichsaußenminister also, wurde vom „Nürnberger Tribunal wegen Verschwörung, Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ angeklagt und verurteilt. War dann auch der Erste, den man 1946 deswegen aufknüpfte. Den Chef, nicht den hellen Kopf.

Die erfragte „ehrenwerte Eminenz“ - ja, es war immer ein- und derselbe - belegt doch allein mit ihrem Lebenslauf, wie moralisch orientiert die „Führungselite“ von Regierung, Verwaltung und Justiz von den Zwanzigern bis mindestens Ende der Sechziger hierzulande war. Nicht zu vergessen: wer hat denn über Jahrzehnte die Strafverfolgung der „Holocaust-Täterschaft“ hintertrieben, gerade solange bis die biologische Uhr ausgetickt hatte? Mit eigens aufgesattelten Paragraphen im Strafgesetzbuch und einer entsprechenden, devoten Rechtsprechung durften die vom Täter zu Widerstandskämpfern mutierten dafür selbst sorgen, dass ihnen kein Leids angetan wird. Wer hat ihn denn dann überhaupt verbrochen, den Holocaust? In welchen Hirnen war er geplant, organisiert und mit großer Leidenschaft und Begeisterung betrieben worden? Und wer hat sich an und mit seinen Opfern eine goldene Nase verdient? Na? Und heute, gerade mal ein Dreiviertel-Jahrhundert später, wollen uns nun ausgerechnet die Nachkommen damaliger „Rädelsführer“, Zuarbeiter oder Nutznießer dieses „Verbrechens wider jegliche Menschlichkeit“ - das nur Dumpfbratzen zu leugnen versuchen - als „unsere“, als des Volkes Erbsünde verkaufen, uns als Kollektivschuld um die Ohren hauen. Und dann kommt da ein König Bibi und leitet sich daraus noch das Anrecht ab, sich des millionenfachen schrecklichen Schicksals nicht mehr Lebender zu eigenen Zwecken zu bedienen, es schmählich zu mißbrauchen. Setzt sich über alles hinweg, was seiner Wahnidee von Groß-Israel entgegenstehen könnte. Völkerrecht, Menschenrecht, UN-Resolutionen kümmern ihn einen feuchten Kehrricht. Der jüdische Nationalstaat - so steht es dort neuerdings im Gesetzbuch - sakrosankt, unantastbar.
Und wir sollen auch noch - wie einst Tell vor dem Gessler-Hut - den Bückling machen. Einfach nur dreist, der Schabernack!


Am 27. Dezember 2018 schrieb Bernard Neelen:

Hallo Herr Gellermann,

Erst einmal einen ganz lieber Dank für die vielen präzisen und bemerkenswerten Einwürfe und Artikel speziell auch auf KenFm!

Ein Gedanke drängt sich mir zu Ihren Artikel bezüglich Antisemitismus-Beauftragten auf. Ich vermute, dass diese absurden schnell gestrickten Mechanismen letztlich genau das Gegenteil dessen erzeugen was beabsichtigt wird!

Einerseits führen sie zu einer völligen Inflationierung des Begriffes und gleichzeitig zu einem diffusen Auflösen der Bedeutung. Da das Ganze sowieso als Denunziationsportal genutzt werden soll und im rechtsfreien Raum agieren soll ist es genaugenommen sowieso nur wieder halbherzig gestaltet - kann allso sowieso nicht funktionieren!

Es ist so wie beim Spiegel die Fake-News-Schreiber Preise bekommen und damit ihren hehren Anspruch wiederum selbst ins Absurde stellen.


Am 27. Dezember 2018 schrieb Paulo H. Bruder:

Liebe Ulrike Spurgat,
Ihre dankenswerte Aufzählung all der unvorstellbaren Ungeheuerlichkeiten schreit zur Hölle. Das sollte in allen Schulbüchern zu lesen sein! Es sollte täglich im Fernsehen kommen statt Börsenberichte. Aber nein, unsere vom Volk gewählte Regierung hat nichts dazugelernt. Außer zu verdrängen ...


Am 27. Dezember 2018 schrieb werner rügemer:

lieber ulrich gellermann,

ich überlege schon länger, dass eine meldestelle eingerichtet werden sollte für den mißbrauch des antisemitismus-vorwurfs. diese lobbymäßig, gut betucht und teilweise prinzipiell anonym (siehe psiram) agierenden verschwörungstheoretiker müssen doch mal öffentlich an den pranger gestellt werden. neben ihren verschwörungstheoretischen methoden (rügemer hat so oft die bank-namen goldman sachs und oppenheim verwendet, ist also ein antisemit) müssen ihre sponsoren, finanziers, netzwerke, verkleidungen, bevorzugte zielpersonen/-positionen usw. dargestellt werden.

es scheint ja in breiteren kreisen der sich politisierenden "jugend ´" (20-30jährige, vornehmlich akademisches publikum) eine neue welle der political correktness zu geben (frauen sollen aufsteigen, freie sexuelle wahl LGBT, anti-Putin...), zu der nun auch verstärkt der antisemitismus-vorwurf gehört. wir stellen das im kölner schriftstellerverband VS fest: zu uns ist eine freie gruppe junger autor*innen gestoßen namens "land in sicht", die mit uns zusammenarbeiten wollen, auch in der gestaltung der von uns ins leben gerufenen "kölner literaturtage", aber nach dem 2. gemeinsamen treffen wurde gesagt: zusammenarbeit ja, aber nicht wenn der antisemit rügemer mitmacht. in diesem jahr hatte mich die ratsfraktion der linken in braunschweig zu einem meiner langjährigen thematischen schwerpunkte eingeladen (public private partnership, finanzierungsmethode für infrastruktur), aber nach der vereinbarung wegen "inzwischen bekannt gewordener antisemitischen äußerungen" nachträglich gekündigt. usw.

was hältst du von einer solche meldestelle (die natürlich auch anders heißen kann, ist erstmal ein arbeitstitel)

beste wünsche für eine gute jahreswende!

Antwort von U. Gellermann:

Lieber Werner Rügemer,

dank Dir für die pointierte Zuschrift. Mann könnte die Meldestelle für den Missbrauch des Antisemitismus -Vorwurf zu Beispiel ASS nennen: Antisemitismus-Such-Stelle. Nicht schlecht wäre es, der alljährlichen Denunziations-Preis der ASS nach Jutta Ditfurth zu benennen. Frau Ditfurth hat eine Meisterschaft darin entwickelt in einem beliebigen Text einen Namen zu entdecken, den für jüdische zu halten, um dann laut und lange den jeweiligen Autor als Antisemiten zu beschimpfen. Das wäscht sie von der Erbsünde des Faschismus rein, gibt ihr eine schöne Medien-Resonanz und erledigt missliebige Personen garantiert.

Dir weitere Erfolge und ein produktives Jahr 2019, Uli


Am 27. Dezember 2018 schrieb Christa Meixner.:

Hallo Herr Gellermann, guten Tag !
Ich bin schon länger interessierter Leser in der Galerie.
Bin immer wieder sehr berührt von Ihren Artikeln.
Auch die Kommentare Ihrer Leser sind oft sehr aufschlussreich.
Aber die beste Ergänzung für Ihre scharfsinnigen Artikel sind die Kommentare von Frau Spurgat.
Die Frau ist einfach klasse. Was die alles weiß !
Und das bringt sie knallhart rüber !
Das mußte ich jetzt mal los werden.
Wäre schön, wenn Sie das weiterleiten würden.
Ich hoffe, noch viel von Ihnen zu hören und zu lesen.
Herzlichen Dank für Ihre aufklärende und in heutiger Zeit mutige Arbeit.


Am 27. Dezember 2018 schrieb altes Fachbuch:

"Wenn WIR den amerikanischen Präsidenten kritisieren, ist das nicht Anti-Amerikanismus, sondern Kritik an der Politik des Mannes im Weißen Haus", schreibt spiegel-kurbjuweit!!
gilt für MICH die umkehrung, dass ich israel als staat kritisieren darf, ohne als antisemit erfasst zu werden? mögen die freunde des GG's auch in diesem fall abwinken: recht gibt es nur für das WIR, welches warren buffet meint!!
wenig WIR dominiert millionenfaches ICH: das nenne ich diktatur!!
israel feuert nichtangegriffen aus dem luftraum eines unbeteiligten drittländes im schatten von zivilflugzeugen auf ein land, dem es nie den krieg erklärt hat - und rechtfertigt dies mit seinem opferstatus!?
lieber galerist, die zensur kommt näher. unsere bündnispartner im osten erlauben schon die beschlagnahmung der aktiva ausländischer "agenten"! diese "agenten" sprechen von nationalsozialistischen tendenzen in der EU. erleben wir quasi eine "digitale bücherverbrennung"??

@all
die zahlen von u.spurgat sollten nicht nur auf die verluste der SU hinweisen, sondern auf die ausgangsposition für den "ostblock", der nicht nur am meisten vom krieg zerstört, sondern auch den grössten widerstand beim restaurieren jeglichen lebens erfahren hat, siehe russland 2018!!
und genau in diesem kontext ziehe ich meine ersten 30 lebensjahre DDR-biographie den folgenden jahren BRD-schwachsinn vor!!!
sie waren einfach RATIONALER ambitioniert.
die bösen kommunisten wollten viel, und KONNTEN (materiell) nicht.
und heute könnte man viel - und WILL nicht!!
der weihnachtsmann ist durch, was soll ich also mir wünschen:
- 7000 vw-ler arbeitslos sind zu wenig!
- möge GER-monsanto von den ami's richtig totgeklagt werden;)
- wahlkampfländer wie (überraschung) isreal und die ukraine legen schon mal die lunte aus. das treibt zum #aufstehen
- das SEIN bestimmt das bewusstsein: also der dax unter 5000 und chancen für süd/westeuropa wären ein wunsch...


Am 27. Dezember 2018 schrieb Pat Hall:

Was mich bewegt ist die Frage wie es Kindern in einem Kindergarten geht dessen selbst gemalte Weihnachtsterne wieder abgehängt werden mußten weil der Sohn eines Israelis so einen Stern mit nach Hause nahm und an die Judenverfolgung erinnerte ?
Ich war mehr als nur verblüfft.
Diesen Vorgang lässt sich im DLF
Nachören
https://www.deutschlandfunk.de/tag-fuer-tag.885.de.html?drbm:date=2018-12-19
Und nun an Weihnachten des sogenannten Frieden auf Erden bombardiert Israel mal wieder Damaskus als ob es keine andere Möglichkeit gäbe das Fest Glaubhaft zu vertreten ?


Am 27. Dezember 2018 schrieb helmut ische:

@ Liebe Frau Spurgat
- ich hoffe Sie verzeihen mir diese Anrede - bevor ich zum eigentlichen komme, wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie friedliche Weihnachtstage gehabt zu haben und eine böllerfreien Übergang ins neue Jahr.

Ein wirklich großartiger Kommentar auf des Galeristen Kolumne. Danke dafür.


Am 26. Dezember 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

"Der Russe ist schuld. Woran auch immer. Das ist die eingängige, wie brutale Fortsetzung der bösen Legende vom russischen Untermenschen." (Gellermann)
Bis heute ist der Russe das personifizierte Böse, von Medien, Politik und Teilen der Bevölkerung.
Unklar bleibt, ober er immer noch "kleine Kinder frisst."
Der 22. Juni ist und bleibt Millionen im historischen Gedächtnis, in Köpfen und Herzen der Lebenden auf immer eingebrannt, der Tag, an dem die faschistischen Mörderbanden heimtückisch die Sowjetunion überfielen mit einer unvorstellbaren Brutalität, die russischen Völker zu vernichten, mit Hass, Wut und ohne jede Regel. Auf einer Besprechung mit von Brauchitsch und Franz Halder am 31.Juli 1940 legte Hitler den Termin für den Überfall auf das Frühjahr 1941 fest. Der Überfall des Hitlerfaschismus auf Jugoslawien und Griechenland im Frühjahr 1941 führte dann zur Verschiebung des Termins bis zum Sommer 1941 (Barbarossa Plan).
Niemals vergessenes Leid ist den Völkern der Sowjetunion von Deutschland zugefügt worden.
Sie sollten ermordet, verhungert, gefoltert, gequält und letztendlich vernichtet werden.
Die Verbrechen, Plünderungen und Zerstörungen der deutschen Wehrmacht in der Sowjetunion spricht Bände:
- 1710 Städte und mehr als 70 000 wurden ganz oder teilweise eingeäschert.
- Über sechs Millionen Gebäude wurden niedergebrannt , wodurch 25 Millionen ihr Obdach verloren.
- 31. 850 Industriebetriebe fielen der Zerstörung der deutschen Faschisten zum Opfer. In ihnen waren zuvor etwa 4 Millionen Arbeiter beschäftigt. Die Faschisten demolierten oder stahlen 239.000 Elektromotoren und 175.000 Werkzeugmaschinen.
- 40 000 Krankenhäuser, sowie 84.000 Schulen, Technika, Hochschulen und wissenschaftliche Forschungsinstitute wurden dem Erdboden gleich gemacht und gnaden- und bedingungslos zerstört.
- 43. 000 Bibliotheken teilten das Schicksal
- Die Faschisten verwüsteten und plünderten 98.000 Kolchosen und 1.876 Staatsgüter (Sowchosen), sowie 2.890 Maschinen-Traktoren-Stationen (MTS)
- Sie schlachteten, requirierten oder verschleppten 6 Mio. Pferde, 17 Mio. Stück Rindvieh, 20 Mio. Schweine, 27 Mio. Schafe und Ziegen sowie 110 Mio. Stück Geflügel nach Deutschland.
"Das Leid der Obdachlosen, der Verhungernden, der Gequälten und Geschlagenen lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken."
Es stockt einem der Atem, wenn man mit der Geschichte der Sowjetunion sich vertraut macht und in die tiefsten Abgründe gezwungen wird zu schauen und das unerträgliche Leid der sowjetischen Völker vollständig und ausdrücklich anzuerkennen und ihnen in Achtung und Dankbarkeit entgegenzutreten, für das, was sie gegeben haben, um die Menschheit von Faschismus und Krieg zu befreien.
Es war und bleibt die Sowjetunion, mit dem größten Blutzoll. Keinem anderen Land der Welt steht zu, für sich ähnliches zu beanspruchen, was die Zerschlagung des Faschismus angeht.
27 Millionen Sowjetmenschen, davon 22 Millionen Zivilisten dürfen niemals vergessen werden !
Eine Schande für die deutsche Politk. Diese kleinkapitalistischen Krämerseelen, die mit Kriegsverbrechern, mit Mördern paktieren, die alles tun, um sich nicht selbst im Spiegel der Geschichte erkennen zu müssen, dafür ist ihnen jedes Mittel recht.
2017 erklärt der Sprecher des Zuges der Erinnerung: Rüdiger Minow an die Adresse der deutschen Nazi- und Kriegsverbrecher: "Es ist Banditen-Logik: Raubt und plüdert , mordet und vergast soviel als möglich, damit die Schäden einfach zu groß sind als daß man sie je kompensieren könnte..... Das ist Barberei...."
Bonn hat sich dem Friedensvertrag entzogen: Nur keine Reparationszahlungen !
Darauf näher einzugehen ist ein eigenständiges Thema.
Ein Artikel, der es in sich hat und an die Substanz einer verdrängenden Gesellschaft ihrer eigenen, blutigen und blutenden Geschichte ohne wenn und aber geht.
Die Schwere dieses unerträglichen Teiles der deutschen Geschichte mit leichter Feder, doch nie aus dem Auge verlierend, dass zu benennen, um was es wirklich geht, macht die Galerie mit ihrem Herausgeber zu einem, der es immer wieder schafft, Politik und Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten und Ross und Reiter zu nennen.
Danke für die wunderbare und wichtige Arbeit. Mehr davon.


Am 26. Dezember 2018 schrieb Paulo H. Bruder:

Die Erkenntnis zu verbreiten, welche sozialpsychologische und im Kern politische Entlastungsfunktion das erinnerungskulturelle Fokussieren auf den rassistisch angeheizten Jüdinnen- und Judenmord hinsichtlich der deutschen historischer Schuld hat, wäre Aufgabe der politischen Bildung und antimilitaristischen Aufklärung. Es ist in Kriegszeiten wie den unsrigen daher nicht erstaunlich, dass Frau Kahane und die regierungsamtlichen Antisemitismus-Beauftragten an den Schulen und in der Friedensbewegung verschärft nach so genannten Antisemiten schnüffeln.


Am 25. Dezember 2018 schrieb Lea Bendemann:

Lieber Herr Gellermann, Sie traun sich was! Danke für die notwendige Analyse des betonierten Philosemitismus.


Am 25. Dezember 2018 schrieb Franz Freudhammer:

"Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst."
Es wird höchste Zeit sich Voltaires weisen Spruch in Erinnerung zu rufen.

Antwort von U. Gellermann:

Deutschland wird nicht von Israel beherrscht.


Am 25. Dezember 2018 schrieb Pat Hall:

Lieber Uli ,vielen dank für all die mutigen Artikel die ich in deinem Blog immer wieder lesen darf.
Ein frohes und gesundes Fest in bester Gesundheit.


Am 25. Dezember 2018 schrieb Heinz Schneider:

"Die Gedanken sind frei, wer soll sie erraten?"
Wir sollten dieses Lied für den Rest des Jahres auf uns wirken lassen.
Aber Achtung! Es ist subversiv. Es ist gegen die Ordnung! Wer es per Download beschafft oder streamt, ist schon erkannt! Beim Abspielen von analogen Tonträgern empfiiehlt es sich, alle digitalen Endgeräte auszuschalten und vom Netz zu trennen. Und Akku raus. Für hörbares Absingen gilt das Gleiche. Zwar gibt es noch keine passende Meldestelle. Aber Alexa lauert auch in der Nebenwohnung, im Café, auf der Straße. Einfach überall.

Ganz Mutige beschaffen sich noch weitere subversive Texte, zum Beispiel das Grundgesetz, beim Buchhändler ihres Vertrauens. Dazu schreibt man die Buchstaben GG auf einen Zettel und übergibt ihn zerknüllt. Auf keinen Fall dabei sprechen!
Ich rate zur Eile. Das dritte Reich hat seinen Allmachtsanspruch noch auf 1000 Jahre begrenzt. Der neoliberale Kapitalismus hat seinen in Raum und Zeit unbegrenzt formuliert, als Ende der Geschichte!
Wer vermag sich dem Allmachtsanspruch entgegen zu stellen? Damals die Sowjetunion. Heute China.
Aber die Gedanken?

Ich wünsche Uli und allen Foristen einen subversiv besinnlichen Jahresausklang.


Am 24. Dezember 2018 schrieb Michael Riecke:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

Sie haben wie immer, den Nagel auf den Kopf getroffen. Gerade jetzt benötigen wir nicht nur einen Antisemitismus Beauftragten. Wir brauchen weitere Beauftragte. Z.B. einen, besser mehrere, Anti-Nato Beauftragte, Anti- Neoliberalismus Beauftragte. Da könnte der Herr Merz ein durchaus respektabler Kandidat sein. OK, ist nicht das Amt als Bundeswirtschaftsminister.

Aber immerhin ein Anfang. Wir brauchen auf jeden Fall einen Anti- Putin Versteher- Beauftragten. Geeignete Kandidaten werden sich bestimmt bei den Grünen finden. Wie Fr. Harms oder Fr. Beck. Dieser ganze Aktionismus erinnert an die 50er und 60er Jahre. Da wurde durch Bundeskanzler Adenauer die Deutsch- Israelische Freundschaft proklamiert. Aber eine konsequente Verfolgung der Nazi- Verbrecher fand nicht statt. Heute ist es ebenso. Die ca. 400-500 per Haftbefehl gesuchten Neonazis, laufen frei herum. Da gibt es keine on-line Steckbriefe wie bei den G20 Gegnern. Vermutlich hält über diese Neonazis der Verfassungsschutz seine schützende Hand. Wie sich die Bilder gleichen.


Am 24. Dezember 2018 schrieb Helmut Ische:

Heute kein "üblicher" Kommentar. Es ist in den Zuschriften alles gesagt. Deshalb nur kurz dieses:

Allen - U.Gellermann und seinen Leser*innen - friedliche, gesunde Feiertage und einen schönen, böllerfreien Übergang ins neue Jahr.

Bleibt wachsam. Bei Gellermann habe ich da keinerlei Bedenken. Wir sind der Sand im kapitalistischem Räderwerk. Also....auf ein neues in 2019.


Am 24. Dezember 2018 schrieb Jochen Scholz:

"Einen Anti-Kriegsbeauftragten sucht man allerdings vergeblich. "
Und warum nicht? Weil die deutschen Streitkräfte zusammen mit denen der übrigen europäischen NATO-Länder folgenden Auftrag haben: "Wo immer auch der Präsident hinschaut, er wird nirgends bessere Partner finden, mit denen er für die Sicherung von Amerikas strategischen Ineressen zusammenarbeiten kan, und die als Streitkräfteverstärker für seine Militärmacht dienen.
Quelle: Wolfgang Ischinger, New York Times vom 11. November 2016
https://www.nytimes.com/2016/11/12/opinion/what-europe-needs-to-hear-from-trump.html

Folglich verbieten sich derartig defätistische Sätze. Schließlich repräsentiert Herr Ischinger das deutsche außenpolitische Establishment. Insgesamt fällt mir allerdings nur noch Max Liebermann am Abend des bekannten Fackelzuges ein


Am 24. Dezember 2018 schrieb Matthias Brendel:

Danke lieber Uli,

es ist immer wieder schön, deine mutigen Artikel zu lesen und weiterzuleiten.

frohes Fest, Gesundheit und Kraft


Am 24. Dezember 2018 schrieb Haejm Geiss:

Es empört mich, wenn die hiesigen Freunde des jüdischen Gottesstaates, eines der schlimmsten Apartheidregimes dieser Welt, in Deutschland einen Internetpranger installieren, in dem sie jedes Wort gegen den jüdischen Kulturkreis fein säuberlich sammeln und ausstellen.

Wie schnell Denunziantentum und Blockwartmentalität zu Inquisition werden, zu Stasi, Gestapo, zur nackten Diktatur, wollen wir kein weiteres Mal erleben. Wer dies mit verlogenem Augenaufschlag zu verkaufen sucht, der kann nicht mehr bei Trost sein. Wem nützt das Kultivieren und an-die-Wand-malen von Antisemitismus? Die Antwort haben schon die Urväter des Zionismus gegeben: "Ohne ständigen Bedrohungs- und Verfolgungsdruck tauscht kein europäischer Jude sein bequemes bürgerliches Dasein mit dem Leben in einem Wüstenstaat."


Am 24. Dezember 2018 schrieb Otto Bismark:

Lieber Uli Gellermann, mal kein "Leserbrief" im üblichen Sinne, sondern
die besten Wüsche zum Weihnachtsfest und zum Neuen Jahr von ihrem eifrigen Leser Jürgen Keller, Schmölln in Thüringen. Bleiben Sie so schön kämpferisch, es ist einfach großartig, wie Sie die Dinge mit klaren Worten ans Licht bringen. Die besten Wünsche vor allem auch für Gesundheit und persönliches Wohlergehen! Ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag.


Am 24. Dezember 2018 schrieb Manfred Caesar:

Hurra, hurra, der Blockwart ist wieder da !
Denunziation ist die Lieblingsbeschäftigung der Krauts.


Am 24. Dezember 2018 schrieb Karola Schramm:

Klasse Artikel wie immer und passt zu Weihnachten. Denn alle Teilnehmer der Weihnachtsgeschichte waren Semiten. Jesus war bei seiner Geburt noch jüdischen Glaubens, wobei es in diesem auch verschiedenen Strömugen gibt, z.B. die Essener, zu denen seine Eltern gehörten. Die Weisen aus dem Morgenland ließen sich vom Stern zu ihm führen, was für einen Glauben diese hatten, weiß ich nicht. Jedenfalls beteten sie ihn an, weil Astrologen meinten, dass dieses Kind was Besonderes sei. Damit will ich sagen, dass diese Antisemitusdebatte und die Implementierung von sog. Antisemitismus-Beauftragten eine komplette Volksverdummung ist. Wenn es schon um Menschen jüdischen Glaubens geht, die kurz gesagt als Juden bezeichnet werden, dann handelt es sich um einen Antijudaismus, also die direkte Abneigung und Feindschaft gegen Juden. Diesen Antijudaismus gibt es seit dem Römischen Reich und durchzieht die gesamte Kirchengeschichte und politische Geschichte bis heute.

Es ist also kompletter Unsinn, was die deutsche Politik hier macht. Sie verwirrt nur, anstatt sich auf das zu beziehen was war und bei den Nazis in Form des Holocaust einen Höhepunkt erreicht hatte: Die Verfolgung und Ausrottung der Menschen jüdischen Glaubens.

Die kath. Kirche kann sich freuen - und einsehen tut sie wieder nichts, denn am Karfreitag wird wieder für die "Juden" gebetet, damit sie endlich Jesus "Christus als Heiland der Welt" anerkennen, was unter Papst Benedikt XVI. wieder eingeführt wurde. Das nenne ich Antijudaismus und die Antisemitismus-Beauftragten merken das nicht...

Die sog. Antisemitusbeaufragten sind in diesem Sinne eine Irreführung der Bevölkerung. Weil deutsche Politik für den Holocaust verantwortlich war, soll nun jeder, der sich kritisch äußert gegen alles, was mal jüdisch war oder einen jüdischen Namen hat, wie Banken oder der Staat Israel, verfolgt und bestraft werden. Damit wird das Verbrechen jedoch nicht ungeschehen gemacht. Man verstrickt sich eher noch mehr. Denn Kapitalismus-Israel- und Banken-Kritik ist keine Judenkritik, keine Judenfeindlichkeit und auch kein Judenhass. Aber er ist eine hinterhältige Waffe der derzeitigen Politik, um aufrechte, ehrliche Mitbürger, die sich politisch engagieren, mundtot zu machen und gesellschaftlich an den Pranger zu stellen oder ganz auszuschließen. Wie kürzlich u.a. den Nachdenkseitenmachern passiert ist.

Sollten sich doch alle besser darauf besinnen, was an Weihnachten geschah und die Botschaft auch heute noch ist: Frieden auf Erden!

Solange der nicht immer wieder von jedem Staat der Welt angestrebt wird, macht sich auch jede Religion einfach nur lächerlich und unglaubwürdig.


Am 24. Dezember 2018 schrieb Guenther Mann:

es ist so schlimm und es ist noch viel schlimmer:

vom antisemitismus-scanner können ruckzuck auch Juden in deuschland erfasst werden, fall sie sich jüdische witze erzählen. Soll vorkommen.

die AfD - sonderbarerweise ein philosemitischer Verein - hat bereits das Blockwartsystem (wen wundert's) zur überwachung von lehrern angeboten.

es gibt hoffnung:

die Millionärin Uschi Glas hat soeben im Focus verlautbaren lassen, dass in deutschland ARMUT es erstens nicht gibt und zweitens nicht schlimm ist, weil sie hat 1300 Früstücke für senioren gespendet.

Antwort von U. Gellermann:

Und die berühmte Oppositionspartei AfD hat im Bundestag der Installation eines Antisemitismus-Beauftragten klaglos zugestimmt.


Am 24. Dezember 2018 schrieb Johannes M. Becker, Privatdozent Dr., Friedensforscher:

"Längst ist der Holocaust zum scheinbar einzigen Verbrechen der Nazis geraten."
WIE recht Du hast, lieber Uli!
Bleib´ uns auch 2019 erhalten mit Deinen klugen Anregungen, Analysen und den Aufrufen, auf die Straße zu gehen!
Johannes schreibt, mit solidarischen Grüßen aus Marburg in die Runde


Am 24. Dezember 2018 schrieb Alexander Kocks:

Danke für diesen vorzüglichen Artikel.
Dem Autor wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr, sowie Gesundheit und Schaffenskraft.
Der Beruf des Beauftragten für Regierungen in Bund, Ländern und Gemeinden wirkt Inflationär und scheint dem Zweck zu dienen, vielen verdienten Parteisoldaten ein fürstliches Leben auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung zu gewährleisten. Der Tag ist nicht mehr fern an dem jede Regierung, jedes Ministerium, jede Stadt und jedes Dorf einen Beauftragten für ungespülte Rotweingläser hat.


Am 24. Dezember 2018 schrieb Der Linke:


Ja, Uli Gellermann, der Artikel spricht mir aus meinem Herzen und füttert meinem politischen Verstand. Fast vergeblich sucht man im heutigen Deutschland die offizielle Erinnerung an alle Kriegstoten des 2. Weltkriegs. Von den Ursachen des 2. Weltkrieges wird gar nicht gesprochen. Der 2. Weltkrieg ist eben einfach „ausgebrochen“. Nur der Frieden scheint in der offiziellen Propaganda nicht „auszubrechen“. Es wird selektiv und propagandistisch die Ermordung der Anhänger einer Religion als das große Verbrechen des 2. Weltkrieges betont und dass die US-geführten Alliierten die „Befreier“ von allem Übel gewesen seien. Es fehlen in der „BRD-Offiziellen-Propaganda“ nicht nur 25 Millionen abgeschlachteten sowjetischen Menschen und die Benennung der Hauptlast der Sowjetunion beim Sieg über den Faschismus, es fehlen genauso Menschen aller Nationen, die sich gegen Faschismus erhoben haben. Die Walze des Faschismus in Europa und Asien hat alles brutal gemordet und zerstört, was nicht in das faschistisch, imperiale Konzept passte. Baltische Intellektuelle wurden ermordet, genauso wie jugoslawische Partisanen, koreanische Bauern und sowjetische Kriegsgefangene. Schlimm genug für die Menschen jüdischer Religion, die mit deutscher Gründlichkeit industriell ermordet wurden, aber ebenso Sinti und Roma, Schwule und aufrechte Christen, Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschafter. Dieses Schlachten fand international statt, beispielsweise mit Hilfe spanischer, kroatischer, niederländischer, rumänische und auch ukrainischer Faschisten. Faschismus ist international. Und heute? Es gibt sie wieder, diese offene, aber auch subtile Gewalt gegen Religionen (Islam), Minderheiten (Asylanten) und Schutzbedürftige (Sanktionen gegen „Hartz IV-ler“). Krieg wird mit Hilfe von ARD und ZDF einfach umbenannt in „Friedenseinsatz“ oder „Kampf gegen den Terror“. Die Gewalt des Krieges aber bleibt gleich und ist für die friedlichen Einwohner Afghanistans, Syrien, Iraks und Libyen noch brutaler als im 2. Weltkrieg. Und Israel? Die jüdische Religion wird von einer scheindemokratischen Militärbürokratie missbraucht um Rassismus, Krieg und Hass zwischen Völkern zu bringen. Es werden von dieser Militärbürokratie Land geraubt, Mauern gebaut und protestierende Araber erschossen. Hat so etwas mit „jüdischer Religion“ zu tun? Nein, das ist mörderische, plumpe, imperiale Gewalt gegen Menschen und Landraub. Die deutschen Machteliten schweigen, tolerieren und helfen dabei. Verbündete des Staates Israel, zum Beispiel die saudische Kopfabhacker-Monarchie, werden ebenfalls freigestellt von jeglicher Kritik. Da braucht es aber auch eine Keule um Kritiker des Annektierens, des Krieges und der Gewalt aufs Maul zu hauen. Da kommt der Antisemitismus für die Machteliten gerade recht. Da jegliche brauchbare Definition bewusst fehlt, kann und wird mit der „Keule des Antisemitismus“ auf Menschen eingeschlagen, die sich gegen diese Gewalt wehren und dieses Unrecht auch benennen. Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland keinen „Anti-Kriegsbeauftragten“, weil nach der Ideologie der deutschen Machteliten Krieg gleich Frieden(einsatz) ist. Das könnte eine Erklärung sein, für den fehlenden Anti-Kriegsbeauftragten.

Ich hoffe es werden die richtigen Anti-Kriegsbeauftragte auch 2019 auf die Straße gehen und auch Artikel schreiben gegen Krieg, gegen Atomwaffen in Europa und gegen Gewalt.

Ich wünsche allen Gleichgesinnten eine ruhige friedliche Weihnachtszeit und ein gutes Jahr 2019. Dir lieber Uli Gellermann, wünsche ich Gesundheit und die Kraft für noch tausende Artikel!


Am 24. Dezember 2018 schrieb R. R.:

Alle Jahre wieder dieselbe Leier.

Von daher zur Abwechslung mal was Besinnliches: Das Problem was Deutschland hat ist nicht der Antisemitismus sondern der Kapitalismus!

Fröhliche Weihnachten!


Am 24. Dezember 2018 schrieb Andreas Schell:

Antisemitismus ist Rassismus. Das ist der Schlüsselsatz. Mir wäre wesentlich wohler, wenn einseitige Manipulation und scheinheiliger Aktionismus enden würden. Ja genau: jede Form von Rassismus ist falsch, nicht nur der Antisemitismus. Die Antisemitismus-Keule bei Kritik am Gebaren der Israelischen Regierung zu schwingen, ist ein völlig deplatziertes Totschlag-Argument, das einen anderen, perfiden Zweck verfolgt. Wo kämen wir hin, wenn wir Kritik an Staatsleitungen per se verbieten?

Besondere Aufmerksamkeit gebührt in diesem Zusammenhang dem deutschen Außenminister, der deutschen Kriegsministerin und ihresgleichen, den so genannten Transatlantikern. Maas ist nach eigenen Worten in die Politik gegangen, damit sich so etwas wie der Holocaust niemals wiederholt. Dieses Lippenbekenntnis ist in Ordnung. In der Tat erweist sich Maas aber stets als besonders übler Rassist und Heuchler, wenn es um die Russische Föderation geht. Maas und v.d. Leyen gebaren sich als besondere Freunde des US-Amerikanischen Kriegsclubs, plädieren ausgerechnet aus dem als Welteneroberer gescheiterten Deutschland heraus bei jeder Gelegenheit für Aufrüstung, versuchen dumm und frech internationale Waffengänge zu fördern, statt so etwas mit Blick auf die erwiesene Erfolglosigkeit konsequent und mit etwas Geschichtsverständnis und der gebotenen Demut zu verhindern!

Beim Messen mit zweierlei Maß sind die transatlantischen Ideologen, die sich mit stattlicher, öffentlich finanzierter Personaldecke in Politik und Medien festgesetzt haben, im vergangenen Jahr dermaßen über jedes Ziel hinaus geschossen, dass man ihnen eigentlich nur noch mit allen legalen Mitteln das Handwerk legen kann. Nun: Maas ist Teil des Problems bei der SPD und der Umgang des Wählers mit seiner Partei gibt Anlass zu Optimismus. Mögen sich andere finden, die es besser machen.

Sätze wie "von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen" oder "abrüsten statt aufrüsten" habe ich schon länger nicht mehr aus Regierungskreisen gehört. Meine Stimme ist den Politikern sicher, die sich so was wieder ohne Vorbehalte und Geschwurbel trauen. Es hat nichts mit Antisemitismus zu tun, wenn die Bundeswehr *keine* Drohnen aus israelischer Produktion least und *nicht* mit Netanjahu in den Krieg gegen den Iran (oder mit Poroschenko in den Krieg mit Russland) zieht.

Frohes Fest allerseits!


Am 24. Dezember 2018 schrieb Otto Bismark:

Über die Antisemitismusproblematik hinaus hat die ganze Geschichte meines Erachtens noch eine zweite, weitergehende Funktion. Das "Blockwartsystem" unseligen Angedenkens wird Schritt für Schritt wieder installiert. Dabei kommt es vielleicht gar nicht so sehr darauf an, was gemeldet wird, sondern wichtig zu sein scheint, daß überhaupt gemeldet wird. Was dann davon gegen wen auch immer verwendbar ist, das wird je nach Notwendigkkeit entschieden. Denn bei den heutigen Speichermöglichkeiten kann ja jeder Furz irgendwann einmal wieder relevant werden. Also ist das Volk daran zu gewöhnen, daß es Einen gibt, der sich für dieses "Ich weiß etwas..." interessiert. Und Wichtigtuer gibt es ja genügend, die müssen nur an das Prozedere gewöhnt werden! Hat es in diesem Land in dieser oder jener Form ja alles schon einmal gegeben.


Am 24. Dezember 2018 schrieb joe bildstein:

Krankes Land, einfach nur ein krankes Land.


Am 24. Dezember 2018 schrieb Wolfgang Oedingen :

Lieber Herr Gellermann,
möchte nicht versäumen Ihnen ein schönes Weihnachtsfest zu wüschen
und alles, alles Gute zum Neuen Jahr . Aber besonders Gesundheit, damit ich weiterhin Ihre erhellenden Artikel lesen kann.. Vielen Dank dafür.


Am 24. Dezember 2018 schrieb Jürgen Weber:

Sie haben den Antisemitismus als Waffe vergessen. Ich erinnere nur an Günter Grass, dessen besorgte Warnung vor der aggressiven israelischen Militär- und Außenpolitik umgehend als Antisemitismus denunziert wurde, um ihn zum Schweigen zu bringen. So geht es bis heute vielen Kritikern Israels in Deutschland. Da macht sich eine öffentliche Meinung nicht mal mehr die Mühe der inhaltlichen Prüfung.

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