Persönliche Storys über Russland kommen nicht ohne Zwang aus: Wo man auch hin liest: Repression von Moskau bis Wladiwostok und zurück. So ist es auch mir gegangen, nur irgendwie anders. Begonnen hatte die Beziehung zwischen Wladimir Wladimirowitsch Putin und mir erst mal mit Wegsehen. Fotos des russischen Präsidenten waren nicht nach meinem Geschmack: Der nackte Oberkörper des Chefs aller Russen erinnerte mich an Arnold Schwarzenegger, und den konnte ich noch nie leiden. Putins Fotos zu Pferd, im Tarnanzug und mit einem Präzisionsgewehr in der Armbeuge oder jenes mit einem sibirischen Tiger zu Füßen schrieen geradezu Macho! Macho! – Und Machismo, Männlichkeitswahn ist so was von out! Also, das konnte nichts werden, mit mir und Putin. Musste es ja auch nicht.

Doch dann fing es langsam an mir aus den Ohren zu hängen: Putin war auf allen Kanälen zu finden und immer war er schuld. Es gab Tage, da glaubte ich, das schlechte Wetter sei auch von ihm gemacht und meinte seinen Namen im Wetterbericht zu hören: Kaltwetter-Front! Kennt man doch: Sibirien und Front! So denken die in Moskau, und nur so. – Älter werden hat viele Nachteile. Ein Vorteil, wenn einen die Demenz nicht erwischt, ist unbestreitbar eine große Portion von gelebter Erfahrung. Mit den Jahren habe ich eine Reihe von öffentlich erklärten Bösewichtern erlebt. Ho Chi Minh war so einer, der Chef des Vietcong. Den mochten die USA aber gar nicht. Fidel Castro war auch so einer. Den mochten der USA überhaupt nicht. Nelson Mandela, den führten die USA noch bis ins Jahr 2008 auf ihrer Terror-Liste, der war bis zu seiner Heiligsprechung nach US-Maßstäben lange ein Schurke. Aber ich konnte die drei total gut leiden. Nicht zuletzt weil sie Feinde der USA waren. Aber nur weil einer von den USA zum Feind gemacht wird, wie Putin seit er den Jelzin-Verschleuderungskurs gestoppt hat, muss ich den jetzt gut finden? Niemals! So simpel bin ich nicht gestrickt!

Aber die Putin-Geschichten rückten mir zunehmend auf den Pelz. Er kam in den öffentlichen deutschen Verdacht, die Krim erobert zu haben. Und wenn man der Mehrheit der deutschen Kommentatoren glaubte, dann war die Krim nur ein Sprungbrett für Putin, um erst die Ukraine, dann das Baltikum und danach über Polen marschierend auch uns Deutsche zu unterjochen. Bei diesem Szenario meldete sich wieder mein Alter: Das kannte ich doch alles. Von den 50er Jahren bis zu den 90ern war die Sowjetunion, glaubte man der veröffentlichten Meinung, immer auf dem Sprung das ganze Deutschland zu erobern, einen Teil hatte sie ja schon eingesackt. Und Russland ist ja gewissermaßen ein Nachfolgestaat der Sowjetunion. Aber die Sowjets sind nie gekommen. Obwohl auch ich mich als Bundeswehrsoldat mit Atomraketen bewaffnet, der guten alten „Honest John“ aus dem Korea-Krieg, heftig auf den russischen Überfall vorbereitet hatte. Ob es an meiner tapferen Bereitschaft lag, dass die Russen einfach nicht kamen? Immerhin schossen unsere Raketen 45 Kilometer weit. Da hätten wir von unserem Standort aus glatt Hannover atomar verseuchen können. Aber danach, danach wäre sofort Moskau dran gewesen, bestimmt!

Also habe ich, von Ängsten gejagt, den Fall der Krim genauer untersucht und fand dort keine richtige Unterjochung. Eher eine freudige Rückkehr der Krim-Mehrheits-Bevölkerung nach Russland. Auch ist die Krim-Krise jetzt gut zwei Jahre her und Putin ist immer noch nicht in einen der baltischen Staaten einmarschiert. Obwohl das, glaubte man den atlantischen Kommentatoren, eigentlich längst hätte geschehen müssen. Aber vielleicht ist das ja der tapferen Bereitschaft der Kameraden des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 in Büchel bei Cochem zu verdanken, die dort seit Ende der 60er Jahre gemeinsam mit den Amerikanern jederzeit die dort gelagerten B61-Atombomben in ihre Jagdbomber laden und umgehend die Russen atomar vernichten könnten. Beim Nachdenken fällt mir allerdings auf: In den 60er Jahren war Putin doch noch gar nicht Kreml-Chef. Seltsam.

Wahrscheinlich hat der Putin einfach keine Zeit für einen europäischen Überfall, weil er gerade die Syrer überfallen muss. Das könnte man nach dem Konsum deutscher Medien vermuten. Zwar hat der syrische Krieg bereits im Jahr 2011 begonnen, und die Russen wurden erst im September 2015 von der syrischen Regierung gebeten, in die Kämpfe einzugreifen. Aber ist man den täglichen Nachrichten ausgesetzt und glaubt an sie, dann haben die Russen den syrischen Krieg irgendwie angefangen. Weil in diesem Krieg alles Leid der Erde zusammenkommt, weil die Nachrichten kaum auszuhalten sind und weil die atomaren Mächte USA und Russland dort jederzeit auch unmittelbar aufeinander treffen können, habe ich mir auch diesen Fall angesehen. Und fange, wie ein gründlicher Betrachter das macht, einfach mit ein paar Fragen an.

Hätten die Russen den Wunsch der syrischen Regierung ablehnen sollen? Dann wäre die Allianz der islamo-hysterischen Kräfte rund um die US-Freunde Katar und Saudi-Arabien schon längst Sieger im syrischen Krieg geworden. Könnten die Russen nicht jetzt, wo das Morden täglich schlimmer wird, einfach Schluß machen und ihr Militär nach Hause holen? Dann wäre der Krieg keineswegs zu Ende, es begönne erst das ganz große Massaker der Scharia-Freunde an den Andersgläubigen, die Erdogan-Türkei würde sich „ihren“ Teil Syriens aneignen und Kurden umbringen, die Atom-Macht Israel würde sich einen anderen Teil Syriens nehmen und widerständige Syrer erledigen, die USA würden, vorgeblich im Kampf gegen den IS, als „Friedensmacht“ in Syrien auftreten, kurz: Wir hätten in Syrien schlimmere Verhältnisse als jene nach dem libyschen Krieg. Der hatte ja auch mit einem Sieg-Frieden der westlichen Allianz begonnen. Ein Frieden, der am 31. Oktober 2011 verkündet wurde und bis heute blutig andauert.

Je mehr Fragen ich stelle, desto mehr Antworten schreiben dem Putin die Rolle eines Retters jener Syrer zu, die zu ihrem alten, laizistischen Leben zurückkehren wollen. So ist es mit Putin und mir. Freunde für´s Leben werden wir kaum werden. Aber alte Feinde von mir, die USA und ihre Verbündeten, zwingen mich geradezu, ihn zu schätzen. Aus humanitären Gründen. Schon höre ich das Hohngelächter aus den deutschen Redaktionen von der Deutschen Welle über die ARD bis hin zum FAZ-TAZ-Verbund: Der macht es doch nur aus eigenem Interesse, der Putin, der will seinen Militärstützpunkt behalten, der will sein Erdgas verkaufen und die Konkurrenz aus Katar vom Markt fernhalten. Was gehen mich die Gründe von Putin an? Soll er doch seinen ausländischen Militärstützpunkt behalten, gegenüber den mehr als 700 der USA. Soll er doch die Konkurrenz mit den Kataris gewinnen, deren Pro-Kopf-Einkommen bei 128.530 KKP-Dollar liegt, das könnte wirklich reichen. Mir reicht ein Krieg, der von den Freunden der USA begonnen wurde und der hoffentlich mit der Hilfe Russlands bald beendet wird. Dieses Ziel zwingt mich Wladimir Wladimirowitsch Putin zu schätzen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Super anlalysiert, wie eigentlich immer! Aber Du weißt doch, dass die ARD und ihre Entourage einen Buhmann braucht; was hätten die denn sonst uns noch anzubieten? Nichts, außer dumme und übernommene Lügereien. "Deutschland = Nullverschuldung,...

Super anlalysiert, wie eigentlich immer! Aber Du weißt doch, dass die ARD und ihre Entourage einen Buhmann braucht; was hätten die denn sonst uns noch anzubieten? Nichts, außer dumme und übernommene Lügereien. "Deutschland = Nullverschuldung, manchmal verwechselt mit 'schwaezer Null', ha ha. Zwei Billionen Schulden. Und die Zinsen bleiben unten, sonst könnten die Rentner mit ihren paar Euros womöglich noch ein paar Zinsen kassieren. Für was denn das? Um den Binnenmarkt zu stärken? Oder gar den Export? Aber jetzt habe ich mich vom Wladimir abbringen lassen. Die reden ja heute miteinender, die Erika und der Holland sind ja auch dabei. Besser so, als nix. Vielleicht berichtet die ARD über das Gespräch? Falls ja, dann nur das, was denen passt. Und ich weiß etwas, was Du, lieber Uli, nicht weißt: Die Verdummung in Deutschland wird demnächst zur Pflicht!

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Claus Beckenbach
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Ds ist doch Anbiederei an Putin. Was kriegen Sie denn für diese Hymne auf den Großfürsten?

Volker Grassmann
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Wie immer: Zu wenig.

Uli Gellermann
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Zugegeben Wladimir Putin (der Vorname ist mir sympathisch) ist der Präsident eines kapitalistischen Landes mit teilweise auch imperialen Zügen und so kann er für einen LINKEN und Marxisten niemals nicht zum Freund werden. Uns trennen...

Zugegeben Wladimir Putin (der Vorname ist mir sympathisch) ist der Präsident eines kapitalistischen Landes mit teilweise auch imperialen Zügen und so kann er für einen LINKEN und Marxisten niemals nicht zum Freund werden. Uns trennen unterschiedliche, antagonistische (unüberwindbare) Klassenstandpunkte!

Aber seit dem Untergang des realsozialistischen Weltsystems mit all seinen Schwächen ist die nun fast wieder vollständig kapitalistisch-imperialistische Welt für die Mehrheit der Menschheit nicht besser, sondern deutlich schlechter geworden und auch nicht friedlicher. Nun finden wieder die Hauptkonflikte zwischen unterschiedlichen kapitalistischen Zentren statt, wie damals zu Kaiser Wilhelms Zeiten.

Dennoch lassen sich dazwischen deutliche und bedeutsame Unterschiede erkennen: Während das Imperium in der sogenannten Neuen Welt in seiner grenzenlosen Profit- und Machtgier nach der absoluten Weltherrschaft strebt im gemeinsamen Konzert mit seinen europäischen Vasallenstaaten, an erster Stelle Britannien und die Bananen Republik, halte ich Wladimir mit dem nackten Oberkörper für einen Nationalisten, der neben seinen persönlichen Interessen primär das Wohlergehen seines Landes im Auge hat und dabei klug genug ist zu begreifen, dass dies nicht durch grenzenlose Expansions-Sucht zu erreichen ist. Unter diesem Blickwinkel hat der Galerist vollkommen Recht ihn in dieser konkreten historischen Situation für schätzenswert zu halten, Dabei bestreite ich nicht, dass auch er sich in den Jahren seiner politischen Herrschaft mit Sicherheit die Hände schmutzig gemacht hat (Tschetschenien-Konflikt)!
Doch die erkennbare Vernunft dieses Mannes ist ein Hoffnungsschimmer dafür, dass diese Welt vor dem Wahnsinn einer atomaren Kriegskatastrophe bewahrt werden kann, auf den die völlig irrationalen Psychopathen in Washington, Berlin und London ect. zusteuern. Deshalb schätze auch ich ihn! ! ! Mehr aber noch den Galeristen, der uns wieder einmal in trefflichem Journalismus mit seinem klaren, rationalen und parteilichen Artikel exzellent informiert hat. Danke dafür !

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Aleks Korty
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Klasse diese Dialektik - um zu sagen was ist, zu zeigen was nicht ist und immer wieder Fragen zu stellen....

Barbara Matuschewski
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Eine Serie nicht zwingend unberührt lassender Beziehungs-Outings und Allianzen durchzieht seit einer Weile die Galerie: Wer wen besonders mag und warum, wer sich selbst mag oder nicht mag und warum, wer den Hausherrn mag und warum – und jetzt der...

Eine Serie nicht zwingend unberührt lassender Beziehungs-Outings und Allianzen durchzieht seit einer Weile die Galerie: Wer wen besonders mag und warum, wer sich selbst mag oder nicht mag und warum, wer den Hausherrn mag und warum – und jetzt der Chef, der den Putin zwangsmag! Das hat, so gesehen, den Charme einer sich fortsetzenden Line. Nicht missverstehen: Ich finde dieses Outing einer schwierigen Beziehung genau jetzt und heute von fast alternativloser (pardòn!) Notwendigkeit. Vor allem im Hinblick darauf, dass wir es diesem kleinen, doch großen Staatenlenker Putin zu verdanken haben, wenn - in einem gefährlich abnehmenden – ‚Noch’ der große Knall bisher ausgeblieben ist.
Als schlichterer Natur war mein Weg zur Putin-Versteherin freilich wesentlich banaler, also von äußeren Attributen dominiert: Es war Putins fantastisch verschlagene Visage, die mich von Anfang an faszinierte. Und ich wusste sofort: Oh weh, wenn der mal so richtig die berüchtigte Arschkarte des transatlantischen Friedensbündnisses sieht, dann gibt es weltweit, physiognomisch und medial betrachtet, kaum jemand anderen, dem mühelos der Allzweck-Schurke auch ohne Photoshop-Kenntnisse angehängt werden wird. Und so kam es ja auch.
Im Ernst: Ich fand Putins Außenpolitik von Anfang an bemerkenswert konstruktiv. Seine wichtigen Reden wie z.B. 2001 im Deutschen Bundestag, 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz oder die auf der Waldai-Konferenz in Sotschi 2014 waren ein ums andere Mal gespickt mit Einladungen an den ‚Westen’, eine gemeinsame Wirtschafts- und Sicherheitspolitik zum Wohle aller Völker zu errichten. Egal, was Putin auch vorschlug, es wurde abgelehnt. Im Gegenteil (man muss den Rest auf dieser Seite ja nicht immer ausschweifend wiederholen): Russland wurde betrogen, die NATO löste sich freilich nicht auf, wie es Gorbatschow versprochen war, Russlands wurde von der Angriffs-Allianz eingekreist und schließlich zerstörte der vom Westen inszenierte Putsch in Kiew letztes Vertrauen usw. usf. (Einfügung: Es ist mir nicht erklärlich, warum u.a. Wagenknecht und Lafontaine - wider besseren Wissens? - nach wie vor von der Annexion und nicht der Sezession der Krim reden.) In der Summe also sind das alles unfassbare Provokationen und Demütigungen am laufenden Band, und es ist ein wahres Wunder, dass dieser Mann weiterhin von einer Besonnenheit ist, die geradezu masochistisch anmutet! Unendlich wird diese Besonnenheit aber nicht währen können, denn der Westen will unter allen Umständen die Konfrontation, den Krieg mit Russland! Wer, wie erst jetzt wieder, zeitlich abgestimmt in FAZ und ZEIT von der Flugverbotszone in Syrien sabbelt und dabei Putin die alleinige Schuld am Desaster gibt: DER WILL KRIEG! Ach so, die Görings Kati und der fesche Cem waren das. Dreckspack dreckiges!
Also, ich muss diesen Wladimir Wladimirowitsch nicht zwangsmögen: Ob der ein Kapitalist, Oligarchen-Freund und Macho ist, war und ist mir angesichts der deeskalierenden Besonnenheit dieses Mannes vergleichsweise völlig schnuppe. Ich mag diese Visage! Ich mag den Mann. Ich halte ihn für ein Geschenk. Vielen Dank dem Autor!

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Reyes Carrillo
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Ein Meisterstück!
Ob das Bomben in Syrien das Land wirklich irgendwann einmal zum Frieden zurückbringen kann, will ich hier nicht diskutieren.
Die Analyse des Feindbildes Russland und damit Putin ist glänzend!

Johannes M. Becker, Privatdozent Dr.
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Völkerhass, Menschenhass ? Charakter der Epoche?

Hört man unsere Politiker, unsere Medien bezüglich Russland, könnte man sich ohne viel Phantasie schnell in der Zeit des Hitler zurückversetzt fühlen. Alle russischen Politiker sind demnach korrupt...

Völkerhass, Menschenhass ? Charakter der Epoche?

Hört man unsere Politiker, unsere Medien bezüglich Russland, könnte man sich ohne viel Phantasie schnell in der Zeit des Hitler zurückversetzt fühlen. Alle russischen Politiker sind demnach korrupt und voller Größenwahn, die Wirtschaft voller krimineller Elemente, alles Sportler gedopt und die Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Das Militär bedroht die Menschheit mit Krieg.
Ist dem wirklich so?
Es war einmal eine Sowjetunion, ein sozialistischer Staat und nach dem Sieg über den deutschen Faschismus, welcher die UdSSR überfallen hat, gab es ein sozialistisches Staatengebilde, „RGW", "Warschauer Pakt", vom Westen „Ostblock" genannt. Da dort eigentlich der Kapitalismus/ Imperialismus beseitigt wurde, sicher ein mächtiger Dorn im Auge für die im „Westen".
Also ging die Hetze auch nach dem 2. Weltkrieg stabil weiter.
1989/ 1990 und in Folge zerbrach der "real existierende Sozialismus" völlig, ein ganzer Machtblock fiel in sich zusammen. Die Sowjettruppen wurden abgezogen, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen wurden auf imperialistische Denkweisen und Handlungsformen umgestellt, die Sowjetunion aufgelöst. Das ist Geschichte und soll hier auch nicht Inhalt der Betrachtung sein.

Heute steht also Russland als großer, imperialistischer Staat da, ein Konkurrent für alle wirtschaftlichen, aber auch militärischen Dinge, Staaten und Mächte, wie jeder andere auch. Die „Wende" hat die absolute, weltweite Macht des Kapitalismus wieder hergestellt. Von wenigen scheinbaren Ausnahmen mal abgesehen.
Damit könnte man ja denken, die Hetze gegenüber Russland kann aufgegeben werden, es könnte Ruhe einkehren und die marktwirtschaftlichen Erfolge weisem jeden seinen Platz zu in der Welt-Wertegemeinschaft rein ökonomisch.
Einen neuen Feind hat die NATO ja inzwischen auch gefunden, den weltweiten Terror und die islamische Bedrohung. Das ermöglicht nicht nur Krieg, einen Boom der Rüstungsbetriebe, welche in Deutschland mit Genehmigung der Bundesregierung Waffen an alle Fronten liefert; sondern auch absolute Überwachung, Bundeswehreinsätze im Inneren, immer mehr Gewalt, der Ruf nach dem starken Staat, Ausnahmegesetze werden durchgewinkt, die Menschen sollen sich Vorräte an Wasser und Lebensmitteln anlegen. Es wird alles getan, ob Friedensbewegung, Proteste, Demonstrationen gegen diese Zustände zu kriminalisieren, zu verschweigen, irgendwie in den Schmutz zu treten.
So können in aller Ruhe an der mehrheitlichen Meinung des Volkes vorbei Armut, Repressalien ausgeweitet werden, CETA oder TTIP genehmigt, Preise steigen, und gesetzliche Versicherungen/ „Kassen" ihre Leistungen weiter einschränken.
Nur - was hat dies eigentlich mit Russland zu tun? Die betreiben die gleiche Politik, aber was hier in dieser BRD passiert, rechtens ist, darf dort eben nicht sein, verstößt gegen Menschenrechte. Also wird sanktioniert, beschimpft, unterstellt und Probleme herbeigeredet. Wer immer mit dem Finger auf andere zeigt, in der Hoffnung, damit seine eigenen Unfähigkeiten und Fehler zu verdecken, der kommt bei mir nicht an!
Meine gut gemeinte Empfehlung daher: Man darf den russischen Bären nicht weiter überreizen, bedrohen - er kann auch zuschlagen und damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt.
Übrigens: Ohne die Russen hätte eines der wenigen noch friedlichen weltweiten Projekte der Zusammenarbeit, die internationale Raumstation (ISS) ihre Arbeit längst aufgeben müssen. (Hinweis - ISS hat mit IS nichts zu tun!!).

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Andreas Krödel
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Präsident Putin tut aus meiner Sicht etwas was den Frieden auf lange Sicht in der Welt sicherer macht: Er behält die Nerven. Putin ist klug.
Er weiß um die Geschichte seines Landes, er weiß was Faschismus bedeutet, er weiß,wie selbstverliebte und...

Präsident Putin tut aus meiner Sicht etwas was den Frieden auf lange Sicht in der Welt sicherer macht: Er behält die Nerven. Putin ist klug.
Er weiß um die Geschichte seines Landes, er weiß was Faschismus bedeutet, er weiß,wie selbstverliebte und dumme Politiker ticken, und er weiß vieles mehr.
Ob ich ihn mag ? Völlig wurst. Er handelt folgerichtig, und das werde ich immer unterstützen. Das russische Volk tut gut daran, die Schotten für die USA und andere zu zu halten, denn was es bedeutet die Güter der Völker auf dem Grabbeltisch zu verschleudern, ist zu sehen in unserem Land, mit dem ganzen Dreck der Privatisierungen. Nun die Kräfteverhältnisse der Welt haben sich nach 1989 erstmal zu Gunsten des Kapitalismus verändert, weil die Zügellosigkeit und die Vereinnahmung der Bodenschätze usw. in rasender Geschwindigkeit vor sich ging, und kaum Regierungen sich dem entgegengestellt haben. Putin hat Position bezogen für Land und Leute, und die, die keine Gesetze kennen, außer das Waffengesetz, die Unterwürfigkeit, dass andere vor ihnen auf dem Boden kriechen, die Völker nach Belieben unterdrücken, die Regierungen absetzen, natürlich militärisch; die der Welt aufzwingen wollen, wie sie zu leben hat, bekommen Grenzen aufgezeigt. Russland wird mit der eigenen Geschichte in den Köpfen und den Herzen des russischen Volkes niemals davon ausgehen, dass Krieg ein für sie akzeptables Mittel sein kann.
In den Herzen ist auf ewig eingebrannt:
"Nie wieder Faschismus" und "Nie wieder Krieg" Sicher wird es in der Duma politische Kräfte geben, die mit neoliberal zu bezeichnen sind, doch die Geschichte Russlands ist die Geschichte Russlands, und neoliberla hat dort möglicherweise eine etwas andere Bedeutung.- Das unendliche Leid, dass über Generationen weiter erinnert werden wird, wird in der Politik Russland immer eine Rolle spielen müssen, und die Folge fortwährenden Friedensbemühungen sein und bleiben..
Wer den Frieden will wird alles tuen, was diesen näher bringt. Er hat den Überblick, übergeordenete Ziele werden verfolgt, und das ist Kleingeistern, selbstverliebten Krämerseelen, denen die Nabelschau, die Befindlichkeiten, der kleine und auch große Egoismus näher ist, nicht möglich. Das erfordert Willen, Kraft, Einsicht in die Notwendigkeiten und das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden zu können. Er kann`s, weil er denen die Stirn bietet, die die Welt bereits für ihre Interessen aufgeteilt haben. Die USA wissen nicht was Krieg bedeutet. Von ihnen wird er angezettelt, doch ausbaden dürfen es immer die Völker, und das muss ein Ende finden.
Ein starker Politiker ist Präsident Putin. Wir könnten mehr davon brauchen, dieses wird immer deutlicher, und Sand in die Augen streuen wird nicht auf ewig funktionieren: Tagesschau u. Co. sind gemeint.
Den Artikel habe ich sehr interessiert gelesen, und wünsche ihm, dass er viele Leser findet, denn Sterne am Himmel der deutschen Medienlandschaft sind eher selten geworden; die RATIONALGALERIE ist einer von denen, die im Dunkel leuchten.

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Ulrike Spurgat
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Das Resultat (eines brillant wachen Alters) zählt... ich bin auf dem Weg von Reyes Carillo (danke auch an seine/ihre Beschreibung) dorthin gekommen. Mittlerweile ist es so, dass ich in den wachsenden aggressiven Militärpotenzialen und deren...

Das Resultat (eines brillant wachen Alters) zählt... ich bin auf dem Weg von Reyes Carillo (danke auch an seine/ihre Beschreibung) dorthin gekommen. Mittlerweile ist es so, dass ich in den wachsenden aggressiven Militärpotenzialen und deren Anwendungen samt Gehirnwäsche, Überwachung und Cyberkrieg durch die Politik Putins Licht am Horizont sehe. Wie duster sähe es in der Welt ohne Putin/Lawrow und andere an seiner Seite aus! Verstärkt wird dieses Gegengewicht durch sich neu und weiter bildende Kräfte in China, im BRICS-Verband mit neuen Finanzstrukturen, durch die ALBA-Länder, im kürzlichen Treffen der Blockfreien in Venezuela (Putin erhielt einen Preis durch Maduro), auch durch weltweit sich gegen Angriffskriege und neokoloniale Politik stellende Organisationen, Individuen, Regierungen. Sie haben nicht das in unseren Breiten konstruierte Problem mit Putin, jedoch mit den Bedrohungen vielfältigster Art durch das NATO-Bündnis/speziell USA.
Um mit Stanley Kubrick zu sprechen: Wie ich lernte die Bombe zu lieben...ja! Nicht die Bombe, aber eine diplomatische, völkerrechtsverteidigende, militärische Stärke gegen die Zerstörung unseres Planeten. Ich habe die Worte Fidel Castros von 2014 nicht vergessen: "Die beiden Länder Russland und China sind berufen, eine neue Welt anzuführen, die das Überleben der Menschheit ermöglichen würde, wenn der Imperialismus nicht vorher einen kriminellen Ausrottungskrieg entfesselt." Das ist sehr global gedacht. Hier und jetzt sind Ulli Gellermanns Schmocks eine intellektuelle, menschliche Labsal!

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Elke Zwinge-Makamizile
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Naja, ob man Putin nun mag oder nicht, muss ja jeder für sich entscheiden. Aber relevant ist das nicht. Entscheidend ist, was die russische Bevölkerung will. Und die steht nahezu geschlossen hinter der russischen Führung.
Und ist es aus meiner...

Naja, ob man Putin nun mag oder nicht, muss ja jeder für sich entscheiden. Aber relevant ist das nicht. Entscheidend ist, was die russische Bevölkerung will. Und die steht nahezu geschlossen hinter der russischen Führung.
Und ist es aus meiner Sicht vollkommen unerheblich, was ein Politiker sagt. Entscheidend ist nur, ob den Worten auch Taten folgen und wie, auf welche Weise die formulierten Ziele umgesetzt werden. Für die westliche Allianz sind die Ziele und die Mittel ihrer Durchsetzung klar: Etablierung einer Weltordnung unter US-Herrschaft durch Kriege, Interventionen, etc. (es sei denn, man unterwirft sich freiwillig).
Für die Russische Förderation sind die Ziele und Mittel ebenfalls klar: Sicherung der legitimen Interessen durch Kooperation, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit, die Etablierung einer multipolaren Weltordnung. Das ist so, seit Putin an der Spitze Russlands steht. Putin wurde nachweislich durch die westliche Allianz in die hiesigen gewalttätigen Auseinandersetzungen gezwungen. Mögen muss man ihn nicht, aber man kann zumindest die Fakten zur Kenntnis nehmen.

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Andreas Gehrmann
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