Nichts war bisher für einen politisch bewegten Menschen schöner, als mit CAMPACT in den demokratischen Frühling zu laufen. Mit fröhlichen Gesichtern und eiserner Stirn traf man sich, um dagegen zu sein: Gegen TTIP zum Beispiel, oder gegen das CETA-Abkommem. Keine Frage danach, wer denn dahinter steckt, wer denn die Organisatoren der Demonstrationen sein könnten. Froh war man, dass da jemand war, der diese wunderbare Meinungsmaschine in Gang hielt. Der im deutschen Cyber-Space frohe Botschaften verbreitete. Gute Sprache, gutes Design, gute Forderungen. Wenn einer das anonyme Netz irgendwie persönlich machte, dann doch wohl CAMPACT: Freundschaften wurden auf den Demonstrationen geschlossen, Ehen angebahnt, Kinder an den Akt politischer Willensbildung herangeführt.

Kein Missklang konnte die schönen Ausflüge ins Politische stören. Bis jüngst die CAMPACT-Ordner die Zensur einführten. Na klar, Ordnung muss sein. Man wollte und will keine Nazis auf dem Trittbrett demokratischer Demonstrationszüge fahren lassen. Zum Beispiel. Aber die großen und politisch breiten Aktionen gegen das imperiale CETA-Abkommen waren den CAMPACT-Organisatoren Anlass, mit großen, blauen Plakaten eine Warnung auszusprechen: „Hier ist kein Platz für Rassismus, Rechtspopulismus und Antiamerikanismus“. Na klar, sagte sich der gescheite Demonstrant: Rassismus hat in meiner Demo keinen Platz. Aber was mag denn nur Antiamerikanismus sein? Wenn man gegen Obamas Drohnen-Morde ist? Wenn man US-Atombomben auf deutschem Boden für wirklich schrecklich hält? Wenn mann Lady Gaga nur gaga findet ohne Lady?

Antiamerikanismus war bisher vor allem ein ideologischer Kampfbegriff der Atlantiker – ein Keulen-Wort der jeweiligen deutschen Regierung und ihrer angeschlossenen Medien – mit dem Kritiker der diversen US-Regierungen gern und kräftig gekeult wurden. Als ob die Gegner des Irakkrieges oder des TTIP-Diktates gegen „die“ Amerikaner wären. Als ob sie Anti-Steven Spielberg wären, Steve Jobs hassen oder Muhammad Ali verachten würden, kurz: Als wären ausgerechnet jene, die mit den besten humanistischen Anliegen auf die Straße gehen, jene, die der dunklen Macht der US-Brutalo-Maschine Einhalt gebieten wollen, als wären ausgerechnet die gegen alle Amerikaner, also Rassisten. Guter Trick.

„Die US-Wahl muss uns Bürgerinnen und Bürger daher dazu bringen, jetzt zusammenzustehen und für die Zukunft unserer Demokratie zu kämpfen.“ Ja hör mal, das ist doch eine geradezu antiamerikanische Äußerung! Aber so steht es in einem Brief an CAMPACT-Anhänger, der zur Mobilisierung bei den nächsten Bundestagswahlen aufruft. Weil mit Donald Trump „Ein Rassist, ein Frauenverächter, ein Lügner und Spalter der 45. Präsident der USA (wird ).“ Zwar wird auch Frau Clinton von CAMPACT negativ erwähnt, aber an ihr klebt nicht das CAMPACT-Etikett einer korrupten, verlogenen Kriegstreiberin, ein Etikett, das sie sich redlich verdient hätte. Krieg, so verrät uns ein anderer CAMPACT-Brief, Krieg treiben die Russen: Denn die lehnen angeblich in Syrien das „Ende der Gewalt“ ab. Und das CAMPACT-Führungs-Team weiß auch ganz genau: „Das Assad-Regime (verübt) Kriegsverbrechen mit chemischen Waffen.“ Auch das ist unbewiesen. Und das alles sollte, schreibt CAMPACT, in eine Kampagne münden, die Bundesregierung aufzufordern, eine Initiative des UN-Generalseketärs zu untertsützen, um eine "Notfallsitzung der UN-Hauptversammlung" herbeizuführen. Um den Sicherheitsrat auszuhebeln.

Von „unserer Demokratie“ erzählt CAMPACT. Die gehört aber denen, die im Bündnis mit den USA Freihandelsabkommen als geheime Instrumente zur Förderung der Konzerne durch das Parlament peitschen wollen. Was daran „unser“ sein soll bleibt rätselhaft. Noch rätselhafter wird es, wenn die Haupt-Verursacher des Syrienkrieges, die USA und ihre Verbündeten in Saudi Arabien und Katar von CAMPACT komplett ausgeblendet werden, um ausgerechnet die Bundesregierung aufzufordern, dem UN-Sicherheitsrat behilflich zu sein, "die Lähmung der Vereinten Nationen zu überwinden", die sich "von Russland blockieren und erpressen lassen." Das ist die Bundesregierung, die ganz zu Beginn des Krieges Teile der syrischen Opposition in Berlin am Ludwig-Kirch-Platz zusammentrommelte, um gemütlich darüber zu reden, was man denn „nach dem Sturz Assads“ in Syrien unternehmen könne. Und wer zwischen den CAMPACT-Zeilen lesen kann, dem schreit das Wort „Flugverbotszone“ geradezu entgegen.

Wem gehört eigentlich CAMPACT? Da denkt man doch: Allen! Irgendwie allen, die guten Willens sind und der oppositionellen Meinung der Vielen endlich Geltung verschaffen soll gegen die Macht der Wenigen. Aber wer genau bestimmt die CAMPACT-Themen? Wer steuert die Kampagnen? Wer kommt auf die Idee, dass die Merkel-Steinmeier-Kretschmann-Demokratie die „unsere“ wäre? Auf der Spur nach den CAMPACT-Besitzern stößt man auf einen Verein mit sage und schreibe „bis zu zwölf Mitgliedern“. Und man könnte natürlich auch Mitglied werden, wenn man nicht gerade der Dreizehnte ist. Und man sollte, sagt die Satzung, „sich überparteilich verhalten“. Was mag „überparteilich“ meinen? Ganz sicher nichts Antiamerikanisches. Und wie wird man CAMPACT-Besitzer? Wenn man nicht aus den Reihen der Vereins-Förderer oder der Vereins-Mitarbeiter stammt, dann wird man vom „Vorstand benannt“. Also der Vorstand wählt die Vereinsmitglieder aus, die ihn dann wählen sollen. Dagegen war der demokratische Zentralismus der SED eine äußerst liberale Veranstaltung.

Schon bald kann CAMPACT in aller demokratischer Öffentlichkeit erklären, was der Verein unter „Anti-Amerikanismus“ versteht. Denn KenFM-TV plant eine Gesprächsrunde zu diesem Thema. Eingeladen sind echte Demokraten: Albrecht Müller von den Nachdenkseiten, Victor Grossman, ein echter US-Amerikaner, Uli Gellermann, ein echter Oppositioneller. Wen CAMPACT in die Runde delegieren wird, ist bisher noch nicht bekannt. Ken Jebsen, ein echter Journalist, wird den Talk moderieren.

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Campact hat sich mit der undemokratischen Anti-Demo-Kampagne im Mai selbst ins Knie geschossen. Ich hoffe, das noch sehr viel mehr Menschen das Campact-Abo kündigen und diese selbstgerechte NGO nicht mehr unterstützen werden.

jens
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Mein Kommentar an CAMPACT nach Erhalt des erwähnten Rundbriefs beschränkte sich auf das Nötigste: Balla, balla!
Die monatliche Unterstützung habe ich vorläufig eingestellt. Verdächtig war für mich schon immer, dass CAMPACT zu keinem Zeitpunkt die...

Mein Kommentar an CAMPACT nach Erhalt des erwähnten Rundbriefs beschränkte sich auf das Nötigste: Balla, balla!
Die monatliche Unterstützung habe ich vorläufig eingestellt. Verdächtig war für mich schon immer, dass CAMPACT zu keinem Zeitpunkt die Äußerungen des US-Botschafters bei der EU zu TTIP auch nur erwähnte: "TTIP must happen for geostrategic reasons.....we need an economic equivalent to NATO"

http://www.euractiv.com/sections/trade-industry/us-ambassador-eu-anthony-l-gardner-beyond-growth-ttip-must-happen

Dagegen sind Chlorhühnchen - mit Verlaub- ein Fliegenschiss

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Jochen Scholz
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Lieber Ulli Gellermann, Diebstahl! Das waren meine Gedanken...aber ich gebe zu, ich habe eine Weile länger gebraucht, um mich ideologisch in dieser Campact-Sache zu orientieren. Die NachDenkSeiten hatte es ja schon länger auf dem Schirm.

Der Linksliberale
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Das ist ja eine spannede Enthüllung. Über die Vereinsstruktur von CAMPACT wusste ich bisher nichts.

Jasmin Grünberg
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Verehrter Herr Gellermann,

nur eine Bemerkung zur Vereinsstruktur dieser "Ehrenwerten Gesellschaft":
Es grüsst Ihr Rotary-Club.

Á propos, Herr Gellermann: Vielleicht sollten Sie in einem Ihrer nächsten
Artikel auch einmal auf diese "Ehrenwerte...

Verehrter Herr Gellermann,

nur eine Bemerkung zur Vereinsstruktur dieser "Ehrenwerten Gesellschaft":
Es grüsst Ihr Rotary-Club.

Á propos, Herr Gellermann: Vielleicht sollten Sie in einem Ihrer nächsten
Artikel auch einmal auf diese "Ehrenwerte Gesellschaft" fokussieren. Ob es da
wohl Verbindungen zum Vorstand von CAMPACT gibt? Welchen Hintergrund haben
die Mitglieder dieses Vorstandes? Dies zu erfahren, wäre sicher äusserst
aufschlussreich...

In diesem Sinne:
"Ehre, wem Ehre gebührt".

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Birger Du Fria
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Vielen Dank, lieber Uli.
Vor Wochen abbestellt, und dein Riecher für kritische Betrachtung, und genauer hinzusehen, mal wieder eine punktgenaue Landung.
Wieviele Wölfe im Schafspelz sind da noch unterwegs, und am Start ?
Jedenfalls wird alles, wo...

Vielen Dank, lieber Uli.
Vor Wochen abbestellt, und dein Riecher für kritische Betrachtung, und genauer hinzusehen, mal wieder eine punktgenaue Landung.
Wieviele Wölfe im Schafspelz sind da noch unterwegs, und am Start ?
Jedenfalls wird alles, wo ich in irgendeiner Art und Weise politisch beteiligt bin, auf den Prüfstand gestellt werden, und groß Reinemachen gemacht.

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Ulrike Spurgat
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"Campact" erschien mir seit langem als "Wolf im Schafpelz".
Eine raffiniert aber durchscheinend (nicht genug Mehl auf der schwarzen Pfote) maskierte Organisation zur Steuerung oppositioneller Aktivitäten.
$oro$ - Style?
Gut, daß der Wolf sich jetzt...

"Campact" erschien mir seit langem als "Wolf im Schafpelz".
Eine raffiniert aber durchscheinend (nicht genug Mehl auf der schwarzen Pfote) maskierte Organisation zur Steuerung oppositioneller Aktivitäten.
$oro$ - Style?
Gut, daß der Wolf sich jetzt selbst enttarnt!

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Benny Thomas Olieni
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Zum Schluss wird hier viel fragend geraunt, als ob Campact ein Geheimnis daraus machen würde, wer die Hintermänner von Campact und was die geheimen Ziele von Campact sind. Ein Blick auf die Campact-Seiten würde die Personen und die Struktur...

Zum Schluss wird hier viel fragend geraunt, als ob Campact ein Geheimnis daraus machen würde, wer die Hintermänner von Campact und was die geheimen Ziele von Campact sind. Ein Blick auf die Campact-Seiten würde die Personen und die Struktur offenbaren.
Zusammenfassung: Viel heiße Luft, wenig "Rational".

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Werner Hajek
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Kein Geraune, völlig rational von der Camapct-Site die Vereinsstruktur abgeschrieben.

Uli Gellermann
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Vor einiger zeit wollte ich wissen was oder wer hinter campact steckt. ich fand nicht viel, vielleicht weil ich nicht schlau genug bin. doch das was ich fand war recht wenig und auch die zusammensetzung der gruppe erschien mir suspect.
so habe ich...

Vor einiger zeit wollte ich wissen was oder wer hinter campact steckt. ich fand nicht viel, vielleicht weil ich nicht schlau genug bin. doch das was ich fand war recht wenig und auch die zusammensetzung der gruppe erschien mir suspect.
so habe ich es gelassen und nicht weiter darüber nachgedacht. der artikel bestätigt mich nun in meiner entscheidung. ihn sollten all die lesen, die wie die lemminge der neuen sau folgen, die durchs dorf getrieben wird.

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spargel tarzan
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Drei Jahre vor den Nachdenkseiten wies bereits JASMINREVOLUTION auf die dubiose NGO Campact hin (Anlass war deren Asyl-for-Snowden-Kampagne, die billig Aufmerksamkeit abgreifen sollte), auch auf die dubiose Vereinsstruktur (und, hier vergessen,...

Drei Jahre vor den Nachdenkseiten wies bereits JASMINREVOLUTION auf die dubiose NGO Campact hin (Anlass war deren Asyl-for-Snowden-Kampagne, die billig Aufmerksamkeit abgreifen sollte), auch auf die dubiose Vereinsstruktur (und, hier vergessen, die ebenso dubiose üppige Anschub-Finanzierung, bevor dank Medien-Hype die große Spendensegen zu prasseln begann):
https://jasminrevolution.wordpress.com/2013/07/04/campact-kampagne-fur-snowden-asyl/
die aktuelle Campact-Aktion siehe hier:
https://jasminrevolution.wordpress.com/2016/11/06/campact-plant-anti-putin-kampagne/
zum Hintergrund, dem Abgreifen von Spenden und Medienaufmerksamkeit von echten NGOs durch Fake-Clicktivism:
https://jasminrevolution.wordpress.com/2016/06/16/klicktivismus-gigant-avaaz-in-der-kritik/

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Daniela Lobmueh
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