Wahlkampf ohne Wahl

Christine Lagarde - Der eiskalte Charme der Bourgeoisie

Autor: U. Gellermann
Datum: 08. Juli 2019

"Eine Frau mit Stil, elegant gekleidet, charmant, verlässlich und respektiert“, so beginnt Silvia Stöbe von der liebedienerischen TAGESSCHAU ein Porträt der künftigen EZB-Chefin Christine Lagarde, als müsse sie dem Gebührenzahler eine Wahlkandidatin präsentieren. Natürlich steht Frau Lagarde nicht zur Wahl. Aber die beiden angeblichen Spitzenkandidaten für das Amt des Präsidenten der EU-Kommission – Frans Timmermans und Manfred Weber – standen auch nicht zur Wahl und doch spendierte das ERSTE der Fälschung einer Kampf-Kandidatur gute 90 Minuten: Für eine "Wahlarena zur Europawahl". Und wer auch immer den Wahlkampf-Spot für die neue EU-Funktionärin bezahlt haben mag, die TAGESSCHAU legt sich mächtig ins Zeug: „Die Französin Christine Lagarde (gilt) als gute Wahl für den Chefposten der Europäischen Zentralbank“, sabbert die TAGESSCHAU-Autorin und mag dem Zuschauer natürlich nicht verraten, bei wem denn die bisherige Chefin des Weltwährungsfonds als gute Wahl gilt.

Lagarde kommt aus einer der bourgeoisen Familien Frankreichs und aus dem Stall des „American Field Service“, einem Schüler-Austauschprogramm, das vom US-amerikanischen Politiker Abram Andrew gegründet wurde. Fast folgerichtig arbeitete sie später im Büro von William Cohen, der auch mal Verteidigungsminister im Kabinett des US Präsidenten Bill Clinton war. Mit dem nächsten Karrieresprung landete sie in der international tätigen Anwaltskanzlei Baker McKenzie, ein Laden mit mehr als 4.700 Rechtsanwälten und einem Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Dollar. Die Rede geht, dass Lagarde noch immer in dieser Kanzlei zur Durchsetzung von Konzerninteressen Partnerin ist. Da konnte es nicht ausbleiben, dass sie von 1995 bis 2002 Mitglied der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS) wurde, wo sie gemeinsam mit Zbigniew Brzeziński das Aktionskomitee USA-EU-Polen anführte und sich speziell in der Arbeitsgruppe Rüstungsindustrie USA-Polen betätigte. Dass die EU bald eine Agentin des Militärisch-Industriellen Komplex als Präsidentin ihrer Zentralbank inthronisieren wird, das sollte die Wege zur Finanzierung der EU-Rüstungsprojekte deutlich verkürzen.

Nach einer Reihe von französischen Ministerposten ergatterte Christine Lagarde im Juli 2011 den Job der geschäftsführenden Direktorin des IWF. Wie schön für die Schwester der Finanzmacht, dass sie ihr Jahresgehalt von 467.940 Dollar plus einer pauschalen Aufwandsentschädigung in Höhe von 83.760 Dollar nicht versteuern musste. Immer noch sitzt die Unbesteuerte auf einer Liste von griechischen Steuerflüchtigen, die ihr der damalige griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou rübergeschoben hat und schweigt eisern. Und natürlich ist die künftige EZB-Chefin auch vorbestraft: Im Fall der betrügerischen Entschädigungszahlung in Höhe von 403 Millionen Euro an den französischen Geschäftsmann Bernard Tapie wäre von einer ordentlichen Justiz längst Beugehaft fällig gewesen. Aber wie eine andere Auserwählte des Europäischen Rates für einen Spitzenjob, die Rüstungslobbyistin von der Leyen, flieht auch sie vor der Justiz. Für die deutsche Verteidigungsministerin ist der Posten einer EU-Kommissionspräsidentin anscheinend die Rettung aus ihren Verstrickungen in die McKinsey-Afäre. So wird die EU ein sicherer Hafen für Rechtsbeuger.

Aber so korrupt die EU auch sein mag, von den deutschen Medien bleibt sie unbehelligt. Der STERN titelt ungerührt: "Christine Lagarde und Ursula von der Leyen - zwei starke Frauen für Europa", der SPIEGEL weiß von der Lagarde als "die bessere Partie" zu texten, die TAGESSCHAU nennt sie glatt "Krisenmanagerin mit Charme" und die FAZ faselt "Ein neuer Anfang mit Lagarde", als ob es sich bei Lagarde nicht um die Fortsetzung der bekannten EU-Bürokratur handeln würde, jener antidemokratischen Verschwörung der Eliten gegen die Insassen der Europäischen Union. So lange die Medien-Konsumenten nicht die Verlags- und Sendehäuser besetzen, um echte Nachrichten, Meldungen und Hintergründe zu erzwingen, so lange wird die Korruption, Arm in Arm mit den Rüstungsverbrechern, die Herzen und Hirne der Mehrheit mit jenem verlogenen Schaum füttern, der in diesem Land Journalismus genannt wird und doch nur der Sicherung der Macht gilt.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 15. Juli 2019 schrieb Krysztof Daletski:

Als Direktorin des IWF war sie für das zuständig, was Michael Hudson in einem aktuellen Interview als "economic warfare" bezeichnet. Leider ist das Interview sehr lang und auf Englisch, aber wer so gut Englisch kann (oder Übung darin braucht ;-), dem sei dieses Interview empfohlen, weil es die größeren Zusammenhänge aufzeigt, in die Ihre Tätigkeit eingebettet ist:
https://soundcloud.com/guns-and-butter-1/the-imf-and-world-bank-partners-in-backwardness-michael-hudson-407


Am 14. Juli 2019 schrieb Matthias Brendel:

Es ist der Weg in eine neue Art des Totalitarismus, der hier eingeschlagen wird.
Die allererste und wichtigste Regel heisst:
Vorauseilender Gehorsam gegenüber allen NATO Kriegsplanungen und das Negieren aller durch Krieg erzeugten sogenannten Kollateralschäden, zu besichtigen in ehemaligen Staaten wie Libyen, Irak und zuletzt Syrien.
Wer dagegen ist wird ignoriert, marginalisiert, lächerlich gemacht und last not least, einfach im Netz gelöscht.
Die digitale Bücherverbrennung hat begonnen, nachdem die Gleichschaltung aller Medien fast beendet ist.

Personen wie UvL und Lagarde sind handverlesene Spitzenkostgänger aus den eigenen vertrauenswürdigen Kreisen, denn es geht auch und nicht zuletzt um eine grössere zahlenmässige Reduzierung der Menschengemeinde durch Krieg und Zerstörung.
Das Pack stört einfach die Entscheider.

Ich erwarte demnächst Herrn Merz an der Spitze unseres politischen Systems.


Am 11. Juli 2019 schrieb Peter Haas:

"Immer noch sitzt die Unbesteuerte auf einer Liste von griechischen Steuerflüchtigen, die ihr der damalige griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou rübergeschoben hat und schweigt eisern."

Haben Sie dafür eine Quelle ? Es scheint nämlich genau andersherum zu sein. Oder zumindest wurde so darüber berichtet.

Antwort von U. Gellermann:

Der Journalist Kostas Vaxevanis ist am 28. Oktober, einen Tag nach der Veröffentlichung einer Liste von über 2000 griechischen Kontoinhabern bei der Schweizer Bank HSBC, verhaftet und schließlich wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die sogenannte „Lagarde-Liste“ ist nach der früheren französischen Wirtschaftsministerin Christine Lagarde benannt. Diese hatte die CD mit den Daten der mutmaßlichen Steuersünder im Jahr 2010 den griechischen Behörden übergeben. - Lagarde selbst hat nichts veröffentlicht. - Zit. nach VOXEurop


Am 09. Juli 2019 schrieb altes Fachbuch:

@k. bloemker
"Zbigniew Brzezinski
Das muss ich zu seiner Verteidigung und Ehrenrettung sagen: Er gehörte zu den vernünftigsten Leuten in Amerika."

dieser mann gilt als erfinder des tittytainments: das argument wird also den galeristen besonders erfreuen, versucht er doch hier durch medienkritik, eben diese idiotie zu bekämpfen;(

Antwort von U. Gellermann:

Das Thema sind die EU-„Wahlen" und deren mediale Verarbeitung und nicht Zbigniew Brzeziński, an diesem Punkt ist die Debatte beendet.


Am 08. Juli 2019 schrieb Klaus Bloemker:

@Uli Gellermann - Zbigniew Brzezinski

Das muss ich zu seiner Verteidigung und Ehrenrettung sagen: Er gehörte zu den vernünftigsten Leuten in Amerika. Er wurde von der pro-Israel Lobby in den USA abgesägt. Und warum?

"Er verteidigte das Buch 'The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy' der Politikwissenschaftler John J. Mearsheimer und Stephen M. Walt (2006) und war ein prononcierter Kritiker der Invasion des Irak des Jahres 2003. (Wikipedia)

Das weiss ich aber auch ohne Wikipedia.

Antwort von U. Gellermann:

So schreibt der Imperialist Brzezinski in seinem Buch Die einzige Weltmacht z. B. „Inwieweit die USA ihre globale Vormachtstellung geltend machen können, hängt aber davon ab, wie ein weltweit engagiertes Amerika mit den komplexen Machtverhältnissen auf dem eurasischen Kontinent fertig wird – und ob es dort das Aufkommen einer dominierenden, gegnerischen Macht verhindern kann." Es gibt keinen Grund, die Arroganz der Macht zu verteidigen außer man profitiert von ihr.


Am 08. Juli 2019 schrieb Gerhard Bauer:

Ihr Artikel über den "radikalen Charme der Bourgeoisie", liebe Uli Gellermann, war wirklich schmunzlig zu lesen, do feit si nix.

Oder doch, noch eine Info: Wen hat sie denn (oder wer hat sie) mit ihrem goldnen Händchen beglückt, sei's per Heirat oder einfacher Liaison?
Ich wünsch mir, oder Ihnen, jedenfalls Ihrer "Rationalgalerie", noch ein halbes Dutzend solche Artikel,


Am 08. Juli 2019 schrieb Robert Musil:

Geschickter Schachzug
Ihre Nachricht: Und so nebenbei: Dass diese Positionen nun von Frauen besetzt sind, macht es auch viel schwerer, Kritik zu üben. Denn wer die Damen kritisch begleitet macht sich nicht nur die üblichen Verdächtigen zum Gegner, sondern auch die "linke" Meinungshälfte, wegen vermeintlichen Sexismus: "Das würden man über einen Mann nie sagen!" Eine Einladung, um künftig von den wirklich wichtigen Themen abzulenken.


Am 08. Juli 2019 schrieb Klaus Bloemker:

Nun will ICH aber mal ein gutes Wort für die Christine Madeleine Odette Lagarde einlegen:

Ode an Odette

La femme francaise ist sehr nett,
sieh Lagarde, Christine Odette.

Sie hat Kultur,
wie macht sie das nur?

Es ist ihr Charme der Bourgeoisie,
nicht Geld - es ist die Poesie !
_________

Wenn ich das noch dazu sagen darf: Sie war nach dem Abitur 1974 mit einem 'American Field Service' Stipendium in Amerika. - Dass sie ein Stipendium brauchte (bekommen 30% der AFSler), spricht nicht gerade dafür, dass die Familie viel Geld hatte.

Antwort von U. Gellermann:

Die Dame ist im Team des geostrategischen Verbrechers Zbigniew Brzezinski groß geworden. Die ist so charmant wie eine Massenvernichtungswaffe.


Am 08. Juli 2019 schrieb Karola Schramm:

Erst einmal ein herzliches Dankeschön für diesen hervorragenden Artikel. Ich habe ihn schon letzt Nacht gelesen und als ich dann endlich schlafen ging, wurde mir schlecht.

Nun haben wir hier in der EU und DE Frauen an der Macht. Aber was sind das für Frauen und was repräsentieren sie wirklich, das - wie Otto Bismark in seinem Kommentar schreibt - das Matriarchat oder die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft?

Nein! Tun sie nicht! Sie sind Erfüllungsgehilfen der kriegsgeilen Männerriegen! Angepasste, untergeordnete Frauen mit viel Geld und Ämtern im Rücken, als Belohnung für angepasstes Verhalten!
Diese Frauen sind anti-soziale Frauen nur auf einem höheren Niveau, da fällt das nicht so auf.

Wirklich autonome, selbstbestimmte und selbstbewusste Frauen würden sich auf so was nicht einlassen. Sie würden nicht, wie Madame Lagarde beim IWF dafür sorgen und zusehen wie Griechenland zugrunde gerichtet wurde, und Eltern ihre Kinder nicht mehr ernähren konnten und die Säuglingssterblichkeit, mangels medizinischer Behandlung, massiv angestiegen ist; sie würde nicht zusehen, wie Syrien über Verträge mit der EU und dem IWF in einen Bürgerkrieg mit amerikanischer Hilfe verwickelt wurde und es tausende Tote und elternlose Kinder gegeben hat.

Ähnliches gilt für die angeheiratete Adelige v.d.Leyen, die als Familienminsterin Hartz 4 Kindern nicht mal Katzenfutter genehmigte oder Frischblumen für die Verschönerung der Wohnung.

Das sind keine in sich selbst starken Frauen mit eigenen guten Ideen zum Wohle der Gesellschaft, sondern Dienerinnen der HERRschaft!
Merkel ist schlechtes Vorbild genug. Auch sie keine waschechte, potente, für sich selbst sprechende Frau, sondern ebenfalls Sklavin der HERRschenden Männerklasse.

"Frauen an die Macht" ist keine Option, solange Frauen so sind, wie sie derzeit sind: Erfüllungsgehilfen ohne eigenen Charakter. Was die Geschichte nicht besser, sondern noch schlechter macht, denn die EU ist nun voll und ganz in us-amerikanischer Krieger-Hand.

Bleibt zu hoffen, dass wenigstens das EU- Parlament von menschlichen Menschen besetzt sind und die sich trauen, diese Kriegstreibereien und das Aushungern von Ländern nicht mitmachen.

Zum Thema Frauen an der Macht hätte ich für alle eine kleine Buchempfehlung: "Die potente Frau" in der auf 47 Seiten von der Philosophin Svenja Flaßpöhler ein tolles, neues Frauenbild skiziert wird. Es schärft das Bewusstsein für patriarchale Zusammenhänge in der die Frau über Jahrhunderte gefangen war und eigentlich immer noch drin steckt.
Man sieht es jetzt, wie begeistert die Medien diese Frauen beschreiben, die doch nichts mehr sind als gut bezahlte Handlangerinnen einer durchweg kriegerisch-erobernden Männerpolitik.


Am 08. Juli 2019 schrieb Michael Tellmann:

Ich hatte letzten Dienstag Attac Deutschland folgenden Entwurf zu dem Thema gemacht. Vielleicht können sie sich bis zur „Wahl“ am nächsten Dienstag ja noch dazu durchringen.

Mit der Nominierung von UvL und CL haben die europäischen Regierungschefs klare Akzente für eine starke neoliberale und auf militärische Stärke und Drohung setzende Politik gelegt.

UvL entstammt dem Industrieflügel der CDU. Als Rüstungsministerin hat sie den Ausbau der NATO nach Osten „als Speerspitze“ gegen Russland ebenso entschieden vertreten wie die Steigerung der deutschen Rüstungsausgaben und den Aufbau einer europäischen Armee. Dies alles schafft das Risiko militärischer Spannungen in Zentraleuropa und droht die wirtschaftlichen Widersprüche in militärische Auseinandersetzungen münden zu lassen.

Christine Lagarde hat sich seit ihrem Studium in den Siebzigerjahren eng mit der neoliberalen und aggressiven Politik der USA verbunden. Nach ihrem Studium trat Lagarde 1981 als Rechtsanwältin in das Pariser Büro der US-Kanzlei Baker & McKenzie ein. Diese Kanzlei betreibt international die aggressive Anlage und Restrukturierungsaktivitäten US-amerikanischer Großanleger und Hedgefonds. Von 1999 bis 2004 war sie Präsidentin der Geschäftsführung und ab 2004 Vorsitzende des Global Strategy Committee von Baker & McKenzie in Chicago(USA), einer der größten internationalen Wirtschaftskanzleien mit seinerzeit rund 3.400 Anwälten in 70 Ländern und etwa einer Milliarde US-Dollar Jahresumsatz. Von 1995 bis 2002 war sie außerdem Mitglied der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS), wo sie gemeinsam mit Zbigniew Brzeziński das Aktionskomitee USA-EU-Polen anführte und sich speziell in Zbigniew Brzezińskider Arbeitsgruppe Rüstungsindustrie USA-Polen(1995–2002) engagierte. , ( Quelle Wikipedia). Als Wirtschaftsministerin der Regierung Sarkozy wirkte sie entscheidend am Neoliberale Ausverkauf des französischen Energiesektors an internationale Investoren mit.

Der undemokratische Nominierungsprozess, die Dauer und die Tatsache, dass die politische und Finanzfunktion zeitgleich besetzt wurde, zeigen, dass hier unterschiedliche neoliberale Fraktionen ihre Vertreterinnen bestimmt haben. UvL dürfte die von internationalen Anlegern erst teilweise Mittelstandswirtschaft , CL die großen vorwiegend US-amerikanischen Anlagefonds à la Blackrock repräsentieren.

Diese Weichenstellung steht für weitere antisoziale die unökologische Wirtschaftspolitik, Aggression als Mittel zur Erringung und Sicherung von Märkten und dem Abbau der Reste von Demokratie zugunsten einer direkten Politikbildung durch die internationalen Konzerne, Kaptialfonds und Banken.
Attac ruft angesichts dieser Entwicklung alle kritischen Menschen zu verstärktem Engagement für Frieden und Abrüstung ,Demokratie und einer sozialökologischen Umgestaltung der Wirtschaft auf.
Eine andere Welt ist nötig!


Am 08. Juli 2019 schrieb Ernst Blutig:

PingPong-Verstand

Wie man an vielen Ländern, und zuletzt nun wieder mal an Griechenland sehen kann, es ändert sich doch nichts, da der grösste Teil der Menschheit nahezu komplett verblödet zu sein scheint und immer wieder die gleichen Charaktermasken wählt...von den Besitzstandsmedien kommen auch immer die gleichen Meldungen dazu: "aus der Talsohle" onaniert sich die FAZ zu Griechenlands Wahl einen zurecht

Und so geschieht es auch zu den EU-Meldungen, die dann fleissig nachgeblökt werden auf den Dorffesten und Leserbriefspalten, von Bürgern, deren politische Bildung darin besteht Phrasen zu wiederholen oder wie mans in den Schulen gelernt hat: Gedichtstrophen auswendig aufsagen.


Am 08. Juli 2019 schrieb Albrecht Storz:

Es ist aber auch schon auffällig diese ständige Wiederverwertung der immer gleichen Figuren. Anscheinend hat die herrschende Elite doch nicht so viel brauchbares Personal, trotz auffälligem Winken mit den dicken Geldbündeln:

- medial vorzeigbar
- halbwegs intelligent
- steuerbar
- von den Sprach- und Rhetorikfähigkeiten her geeignet
- mit der passenden Lebenseinstellung (karrieregeil, Leistungsdenken, Ellbogenmentalität, kapitalistisch machiavellisch, neoliberal, Wettbewerb orientiert
- asozial, unkooperativ, allerdings gut versteckt unter scheinbar geschliffenen Umgangsformen


Am 08. Juli 2019 schrieb Klaus Bloemker:

Wikipedia zu Christine Lagarde:

"Ihr Vater war Dozent für (englische) Literatur an der Universität Rouen *, ihre Mutter Lehrerin. In ihrer Jugend gehörte sie der französischen Nationalmannschaft der Synchronschwimmer an."

* Die französische Wikipedia sagt, er sei Lehrer an einem Lycee (Gymnasium).

Ist das die Herkunft "aus einer der bourgeoisen Familien Frankreichs"? - Wer in Frankreich richtig bourgeois ist, ist nicht in einem Schwimmverein.

@ Alexander Kocks
Gut ist auch dies Zitat von Amschel Meyer Rothschild:

"Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer."


Am 08. Juli 2019 schrieb Lutz Jahoda:

FRAGE AN DIE NATION
UND ANTWORT DER STANDHAFTEN

Sind wirklich schon Malz und Hopfen verloren?
Nichts fiele leichter als das zu beweisen.
Wir werden für dumm verkauft und geschoren.
Auch das Fell ist längst schon über den Ohren.
Was kommt als Nächstes, das Würgeeisen?

Freundinnen, Freunde, lasst euch nicht hemmen!
Die Macht hielt uns gerne mit Hinz und mit Kunz
In Fügsamkeit, gegen die wir uns stemmen.
Lasst euch von nichts und niemand beklemmen!
Hoffnungslos? Ohnmächtig? Niemals mit uns!


Am 08. Juli 2019 schrieb Alexander Kocks:

Einer der zahlreichen Rothschildt Bankiers, ich glaube der Bursche hieß Meyer Amschel Rothschildt, hat einmal gesagt: Mir ist es egal wer ein Land regiert, solange ich die Währung des Landes kontrolliere.
Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Damit hat in Europa sich zum ersten Frankreich durchgesetzt und zum zweiten noch die internationale Finanzindustrie und offensichtlich auch die Rüstungsindustrie.
Diese Lobbyistin kontrolliert jetzt aber nicht nur
die Währung der Euroländer in der EU, sondern
auch weite Teile von Zentral- und Westafrika.
Unsere französischen Freunde haben dort zwar die physische Besetzung ihrer Kolonien beendet, aber die Kolonialpolitik mit anderen Mitteln fortgesetzt indem sie diese Länder dem Diktat des Kolonialfranc unterwarfen. Mit der Abschaffung des Franc wurde in diesen französischen Kolonialgebieten Zentral- und Westafrikas der Kolonial-Euro eingeführt, der aber nach wie vor von Paris kontrolliert wird. Wer sich darüber wundert warum so viele der Flüchtlinge die übers Mittelmeer kommen aus diesen Ländern stammen sollte sich mal über die Arbeitsweise von Zentralbanken informieren und zusätzlich den folgenden Artikel lesen:
https://www.checkpointasia.net/french-colonialism-is-alive-and-kicking-in-africa-has-the-continent-in-an-iron-grip/

Nach Lektüre des Artikels sollte man sich dann auch noch Gedanken über den Einsatz der Bundeswehr in Mali machen.
Im übrigen wurde der Wahlkampfspot in der ARD für Frau Lagarde von den Zahlern der GEZ-Zwangsabgabe übernommen.
Vielen Dank für die vielen Hintergrund Informationen.


Am 08. Juli 2019 schrieb Klaus-Jürgen Bruder:

Wir kommen 1789 immer näher, anscheinend –
die Geschichte wiederholt sich – nicht?
Oder nur als Farce?

Dennoch ist der 3. Absatz der schönste.


Am 08. Juli 2019 schrieb Cornelia Praetorius:

"Die Daumenschrauben werden immer mehr angezogen, und wir halten still" Ja, ja, das hat man seinerzeit der russischen Bevölkerung zugutegehalten als ein "Tugend", mit der sie überlebt hätten. Aber erstens waren sie so "tugendhaft" nicht, dass ihnen die Revolution nicht doch mehr zugesagt hätte, und zweitens scheint das in Deutschland als Rezept eher Selbstmord zu erzeugen als Überlebensfähigkeit. Wir hatten das schon mal - wie so manches.


Am 08. Juli 2019 schrieb Johannes M. Becker, Privatdozent Dr., Friedensforscher:

"Fakten, Fakten, Fakten!"
Klasse, danke, lieber Uli!
"...die EU ein sicherer Hafen für Rechtsbeuger" - die traurige Wahrheit.

Was soll ich meinen Studierenden VERNUNFTbesetztes über den Sinn dieses Konstruktes sagen?


Am 08. Juli 2019 schrieb Marc Britz:

„So lange die Medien-Konsumenten nicht die Verlags- und Sendehäuser besetzen, um echte Nachrichten, Meldungen und Hintergründe zu erzwingen, so lange wird die Korruption, Arm in Arm mit den Rüstungsverbrechern, die Herzen und Hirne der Mehrheit mit jenem verlogenen Schaum füttern, der in diesem Land Journalismus genannt wird und doch nur der Sicherung der Macht gilt."

Und wenn sie sich dann schon mal zum Besetzen entschlossen haben, die Konsumenten, könnten sie doch auch gleich das EU-Parlament in Strassbourg besetzen und nicht mehr weggehen bis die Ratifizierungen der Ämter von Flinten-Uschi und Moneten-Christel abgewendet sind. (Und, weil sie dann eh schon mal dabei sind, den ganzen korrupten Dreck mit eisernem Besen ausfegen.)

Parlamente kann man ja auf zwei Arten besetzen: Einmal mit Abgeordeneten und einmal mit Revoltierenden. Die Chance auf ersteres haben Wahlberechtigten nicht wahrgenommen. Angebote gab es. Zweiteres wurde neulich von einigen entschlossenen Gelbwesten versucht. Das endete im Tränengas und im Hagel der Gummigeschosse französischer Spezialeinheiten. Wenn die alternativen Medien die Masse nicht mal dazu bewegen können, klug ihre Stimme einzusetzen, wie will man sie dazu bringen ihr Leben auf der Strasse zu riskieren? Was tun? (Stichwort: Politische Avant-Garde-Organisation?)


Am 08. Juli 2019 schrieb Guenther Mann:

Wahlkampf ohne Wahl? na schön aber dann bitte auch ohne kampf.
Wenn man bedenkt dass es in unserer (ok, sie gehört nur 1% von uns) BrD einen meinugsnebel gibt dass unsere wer-soll-es-denn-sonst-machen-mutti merkle (oder merkel?) ja doch nun wirklich die einzige frau/mann/trans ist der/dem wir unser restleben, unsere armut und die schulden unserer kinder zusammen mit dem atommüll für die nächsten 500.000 Jahre anvertrauen können
dann
reschpekt für mutti, dass sie sooooo schnell, in nur 3 schlaflosen nächten eine noch stärkere ursel aus dem hut gezaubert hat
das zeigt größe
das ist monumental
das ist imperial
das ist für die mehrheit der deutschen fast schon zu schön um wahr zu sein.


Am 08. Juli 2019 schrieb Otto Bismark:

Ich kann mich mitunter des Eindrucks nicht erwehren, daß das jetzt in der Politik verstärkt anbrechende Matriarchat uns glorreiche Zeiten bringen wird. Über vdL hat man ja schon einiges gewußt, die Recherche über CL ist allerdings der Hammer! Was wollen wir uns denn eigentlich noch alles gefallen lassen? Gegen solche "Persönlichkeiten" war FJS (Franz Josef Strauß für alle die nicht mehr erlebt haben) der blanke Kindergeburtstag, was die Beträge betrifft. Und es geht lustig weiter, das demokratische Mäntelchen wird immer fadenscheiniger und das Taschenfüllen immer unverhohlener. Aber die Mainstreammedien interessiert das alles nicht, viel wichtiger ist doch, daß die Frisur sitzt. Und so werden Daumenschrauben immer weiter angezogen und wir halten still.



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