Da kommt jemand in Ihr Wohnzimmer und sagt statt Guten Tag: Ich kenne Ihre perfide Art der Kriegsführung, Sie Drecksack! Aber er hat sie dennoch nicht aus seinem Sommersitz rausgeworfen, der disziplinierte Wladimir Putin, als Angela Merkel bei ihrem Besuch in Sotschi ebenso frech wie dumm vor laufenden Kameras und mit debilem Lächeln erklärte: Sie wisse natürlich, dass die hybride Kriegsführung in der russischen Militärdoktrin eine Rolle spiele. Ein Bundeskanzler, so schreibt es das Grundgesetz vor, bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung. Verantwortung ist das Wort, das der Merkel nicht bekannt ist. Außer es ginge um die eigene Karriere. Und wer die Umfragen kennt, der weiß, dass sie bedroht ist: So läuft sie denn vor einem Umfragetief weg, flüchtet sich in billigsten Populismus und rechnet mit russophohobem Beifall. Klappt: Der Sender „n-tv“, der zu 75,1 % ihrer Freundin Liz Mohn gehört, spendet ihr diesen verschwiemelten Satz: „Einen Seitenhieb kann sich Merkel nicht verkneifen“. Da schwitzt der Stammtisch und das ungesunde Volksempfinden klatscht sich auf die Schenkel: Bohh ist die mutig die Merkel!

Er macht gern den hugenottischen Preußen, der Herr de Maizière: Korrekt, pflichtbewusst und ehrenhaft, so ist sein Selbstbild. Und einem Innenmister würden solche Eigenschaften gut stehen. Zumal in einer Zeit, in der der deutsche Gemischtvölkerladen auseinander strebt: Die deutschen Türken wählen Erdogan und die deutschen Sachsen wählen Frauke Petry. Jetzt wäre die Stunde eines Innenministers, der den Dehnungskräften eine Ahnung von deutscher Einheit vermitteln könnte. Statt dessen flieht der Mann ins Händeschütteln: „Wir (Deutschen) geben uns zur Begrüßung die Hand“ lässt er in seine Zehn Gebote zur Leitkultur schreiben. Wir Kerndeutschen werden uns doch nicht Abknutschen wie die Russen oder die Franzosen! Und wo die Muslime zur ehrerbietigen Begrüssung die Hand auf´s Herz legen, da quetschen wir mannhaft die Hand des Gegners bis er aufgibt. Und damit der Leitkulturelle nicht in den Verdacht des deutschen Rassismus gerät, zeigt er mal kurz ein Herz für Fremde und beschwört „ein besonderes Verhältnis zum Existenzrecht Israels.“ Wäre de Maizière nicht so völlig humorlos könnte ihm die bizarre Komik aufgehen: Um dem Rassismus-Verdacht aus dem Weg zu gehen, beschwört er das Recht eines Apartheid-Staates auf Unterdrückung seiner Mehrheit.

Seit Jahren ist Frau von der Leyen Chefin der Bundeswehr. Aber wenn nun der Armee der „Bürger in Uniform“ geklaut wird – jenes Leitbild des Soldaten, das in Abkehr von der Nazi-Wehrmacht vom Soldaten das Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung des Grundgesetzes fordert – dann flieht die Dame in die widerliche Haltet-den-Dieb-Pose: Alle sind für die rechtsradikale Unterwanderung der Bundeswehr verantwortlich – nur sie nicht. Nicht der ständige, auch von ihr gewünschte verfassungswidrige Einsatz im Ausland und natürlich auch nicht der von ihr tolerierte Raubkriegs-Spruch des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant a. D. Hans-Otto Budde: „Wir brauchen den archaischen Kämpfer und den, der den High-Tech-Krieg führen kann.“ So marschiert die Wehrmacht in der Bundeswehr auf und der rassistische Oberleutnant Franco A. ist nur Ausdruck einer lange schon anhaltenden Wandlung von der Verteidigungspolitik zu den neuen Kriegszielen, die der damalige Bundespräsident Köhler so treffend als „Außenhandelsorientierung“ definierte.

Flucht durch Schweigen: Der öffentliche Lärm um den sichtbaren Rechtsradikalen verdeckt das eiserne Schweigen über die Rolle des Militärischen Abschirmdienstes (MAD). Der MAD nimmt nach eigenem Verständnis die Aufgaben einer Verfassungsschutzbehörde in der Armee wahr: „Aufgabe des Militärischen Abschirmdienstes des Bundesministeriums der Verteidigung ist die Sammlung und Auswertung von Informationen, insbesondere von sach- und personenbezogenen Auskünften, Nachrichten und Unterlagen, über Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind.“ So ist es im Gesetz über den militärischen Abschirmdienst zu lesen. Und mit 1.250 zivilen und militärischen Mitarbeitern und einem Jahres-Etat von rund 70 Millionen Euro ist der Dienst auch prima ausgestattet. Zwar befragte der MAD im März 1995 den späteren NSU-Terroristen Uwe Mundlos, als der noch Wehrdienstleistender war, wegen seiner Sammlung von Hitler- und Heß-Bildern, aber das hinderte den Dienst nicht, Mundlos als Informanten für den MAD anzuwerben. Und auch nicht daran, zwölf V-Leute im Thüringer Heimatschutz zu führen, der Keimzelle des NSU.

Der Militärische Abschirmdienst ging 1956, aus dem früheren Amt Blank hervor. Einer Verbindungsstelle zwischen den Alliierten und der Bundesregierung. Das Amt Blank, benannt nach Theodor Blank, dem späteren Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland, war Brutstätte und Sammelpunkt der Wiederbewaffner und Aufrüster der West-Republik. Politisch gewollt vom CDU-Kanzler Konrad Adenauer und organisiert in dessen Auftrag von Gerhard Graf von Schwerin, einem ehemaligen Kommandeur der Hitler-Panzertruppen und zeitweiligem CIA-Agent in Westdeutschland. – Verlässlich nehmen deutsche Medien jene Verantwortung nicht wahr, die sich aus der Pressefreiheit ergibt: Zu recherchieren und zu enthüllen. Der braune Sumpf stinkt, aber er stört die Medien kaum.

Der Text der Startseite wurde von Angelika Kettelhack lektoriert.

HERZLICHEN DANK FÜR DIE VIELEN GENESUNGSWÜNSCHE. ABER ICH BITTE UM DIE BEENDIGUNG DES THEMAS.

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Ausgerechnet die Österreicher verpatzen dem kleinen Oberleutnant die Terrorvorbereitungen. Hätte man dieselben nicht vorwarnen können, dass das keine Übung ist? Ausser eine in gepflegtem Staatsterrorismus, natürlich.

Schon beim Halblaien und...

Ausgerechnet die Österreicher verpatzen dem kleinen Oberleutnant die Terrorvorbereitungen. Hätte man dieselben nicht vorwarnen können, dass das keine Übung ist? Ausser eine in gepflegtem Staatsterrorismus, natürlich.

Schon beim Halblaien und V-Mann Anis Amri zeigte sich: es ist so schwierig heutzutage, gutes Personal zu finden! Und nun versagt sogar der Profi.

Wo soll das alles nur hinführen? Ja, soll denn die CIA ihre Anschläge in Zukunft etwa alle selber machen? Dabei soll doch die Bundeswehr in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen.

So bleibt der ständige Sitz im Sicherheitsrat in weiter Ferne.

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Volker Birk
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Frau Rittmeisterin von der Leyen, von Guttenberg, Millitär in Adelshand.
Eliten ehrenhafteskriegsbeseelt, am deutschen Wesen genesen, muSS die Böckin zum Gärtner werden. Never!

Anke Zimmermann
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.....da iser wieder; der Uli, mit diesem Artikel zur Höchstform gelaufen. Auf den Punkt, inhaltlich mit spitzer Feder, dem typischen Biss, mit Witz, aber vor allem, unverkennbar, in seiner Sahnehäubchen Qualität; ein Gellerman eben.Danke, lieber...

.....da iser wieder; der Uli, mit diesem Artikel zur Höchstform gelaufen. Auf den Punkt, inhaltlich mit spitzer Feder, dem typischen Biss, mit Witz, aber vor allem, unverkennbar, in seiner Sahnehäubchen Qualität; ein Gellerman eben.Danke, lieber Uli. Die Mühen und die unendlich viele Arbeit, die besonders erwähnenswert ist, in der momentanen Situation, verbunden mit der Erkenntnis, mehr zu sein als das Problem; und sich immer wieder selbst herauszufordern ist schwer, sehr schwer, doch der Mühen Lohn ist dir, mal wieder mehr als gelungen, und die Erkenntnis, dass es mehr gibt als einen selber bringt Mut, Tapferkeit, Aufrichtigkeit, und die Fähigkeit zur Liebe hervor, und das wird sichtbar.
Zum Artikel selber, später mehr.
Liebe Angelika, klasse, und vielen Dank, dass du das, auch für uns Leser und Schreiber tust. Ab und zu ein Päuschen ist nicht weg.

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Ulrike Spurgat
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Herzlichen Glückwunsch!
Die Beschreibung dreier unserer wichtigsten Politiker ist Ihnen prima gelungen, um nicht zu sagen brilliant.
Leider ist die Zeit, der Rücktritte für vollzogene Willkür und gröbste politische Fehler nicht die heutige Zeit.
Frau...

Herzlichen Glückwunsch!
Die Beschreibung dreier unserer wichtigsten Politiker ist Ihnen prima gelungen, um nicht zu sagen brilliant.
Leider ist die Zeit, der Rücktritte für vollzogene Willkür und gröbste politische Fehler nicht die heutige Zeit.
Frau von der Leyen benutzt diese von ihr mit verursachte Krise des tiefen Staates offensichtlich nur als Podium der Selbstdarstellung, bei Frau Merkel ist sowieso Hopfen und Malz verloren, sie lebt in einer anderen Welt, man kann nur noch fassungslos dabei zuschauen, wie sie diesen Staat immer tiefer hinabzieht.
Es bleibt zu hoffen, dass diese schlimme Situation, in der sich unser Land befindet, zum Anlass genommen wird, darüber nachzudenken, was der eigentliche Sinn und Zweck der Bundeswehr einmal sein wollte:
Unser Land vor Feinden von aussen zu schützen!
Während diese, offensichtlich für Rechtsradikale sehr einladend wirkende Institution Bundeswehr neuerdings auch im Inland eingesetzt werden soll, die "Verteidigungsministerin" denkt seit geraumer Zeit vernehmlich darüber nach, ist sie dagegen in 17 Ländern aktiv, die sich ausserhalb unseres Territoriums befinden.
Man nennt das heute, "Verantwortung übernehmen", wie habe ich diesen Satz von Herrn Gauck gehasst.
Nun ist sie erstmal eine Zeitlang damit beschäftigt, sich selber zu verteidigen, diese wie eine Aufziehpuppe wirkende, von scheinbar wütendem Ehrgeiz angetriebene kleine Frau.
Es wird interessant sein, zu beobachten, wie unsere NATO Medien diesen Skandal unter den Teppich kehren werden.
Zur Verstrickung des tiefen Staates in den internationalen Terrorismus, auch von Helmut Schmidt als Staatsterrorismus bezeichnet, lief gestern in der Reihe "Unter Verdacht" ein schöner Zweiteiler auf Arte.
Für jeden selbstdenkenden Menschen, der ihn verpasst hat empfehle ich, in der Mediatek danach zu suchen.
Das Thema ist selten so realistisch in einer Spielhandlung dramatisiert worden.
Die Darstellung der handelnden Politiker und Verfassungsschützer ist zum Weinen gut.
Passend zum Thema sind auch die Untersuchungen von Dr. Ganser zu den Gladio NATO Geheimarmeen und nicht zu vergessen ist das neue Buch von Andreas Fisahn über unsere Demokratie, hier fällt der entscheidende Satz, nachzulesen auf den aktuellen Nachdenkseiten:
"Eine Demokratie, in der es keine Alternativen gibt, ist überflüssig".

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Matthias Brendel
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Treffend, dieser Artikel, allerdings dürfte das Budget des MAD kaum 70 Milliarden Euro betragen, wo doch das Bundesministerium für Verteidigung "nur" ca. 37 Milliarden zur Verfügung hat um in anderen Ländern Krieg zu führen.

Hannes Nießlbeck
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Vielen Dank für diesen wunderbaren Rundflug. Der Fisch stinkt vom Kopf weg. Dass unsere völlig inakzeptable, unwählbare Junta längst mit Kritik, Spott und Bürgern auf der Straße aus ihrer Selbstgefälligkeit in die Realität zurück geholt werden...

Vielen Dank für diesen wunderbaren Rundflug. Der Fisch stinkt vom Kopf weg. Dass unsere völlig inakzeptable, unwählbare Junta längst mit Kritik, Spott und Bürgern auf der Straße aus ihrer Selbstgefälligkeit in die Realität zurück geholt werden muss, ist den Informierten klar. Nur: wer ist wie informiert?

Merkel und Co. ist offensichtlich zu Kopf gestiegen, was ihre Auftraggeber über sie von immer schlechter werdenden Hofberichterstattern schreiben und senden lassen. n-tv ist ein Musterbeispiel. Sieht man in diesen bellizistischen Propagandasender mal eine Stunde rein und erträgt die Übelkeit, ist einem offensichtlich, was Liz Mohn und ihresgleichen gerne in den deutschen Köpfen verankert hätten und leider teilweise bereits haben!

Die Macht der Medien ist nach wie vor riesig. Sie verbreiten den merkelwürdigen Sums unserer so genannten Regierung, und der handelt fast ausschließlich von Trugbildern. Von guter Aufrüstung und bösen Russen ist da die Rede, von Exportüberschussweltmeisterschaft (das ist das, was uns irgendwann ruinieren wird), Vollbeschäftigung ("uns geht es so gut"), von vereinigtem Europa (wo ist das?), NATO-Osterweiterung inclusive Ukraine und von der Lüge "Annexion der Krim". Von Integration der Kriegsflüchtlinge als humanitäres Deckmäntelchen handelt der abgestimmte Mainstream ebenfalls. Flüchtlingen helfen wird ja wohl jeder menschliche Mensch und wer da nicht mitmacht ist ein Unmensch! Der menschliche Mensch könnte natürlich parallel auch mal mit dem Sanktionieren, dem Bombardieren und den Waffengeschäften aufhören und den instrumentalisierten Opfer-Menschen damit die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen. Von solchen Gedanken handelt unsere Außenpolitik und der Mainstream aber nicht. Rheinmetall, äh, Entschuldigung, die deutsche Außenpolitik vertritt Waffenexportgenehmiger und Profi-Lügner Gabriel bis ins arme, von Klimawandel-Dürre, Warlords und amerikanischen Drohnen heimgesuchte Somalia. Er stammelt dort irgend etwas menschlich klingendes in die Mikrofone, das für Somalia ohne Bedeutung ist, um für den Wahlkampf zu punkten. Der (Wahlkampf) dreht sich derweil zu Hause um den rechten Rand des Wählerspektrums. Das tut er aber nicht etwa wegen der AfD (die ist weg vom Fenster), sondern weil links für Merkel und GroKo nichts und rechts viel zu holen ist. Links von Schwarz kommt erst mal die spätestens seit Schröder neoliberal versaute SPD mit der aufgeflogenen Schulz-Lüge von der sozialen Gerechtigkeit. Das geht bei der Wahl garantiert schief. Dann kommen die NATO-Olivgrünen. Die braucht schon seit Fischer und seiner bösen Tante Albright keiner mehr. Dann kommen die echten Neoliberalen von der untoten Zombie-FDP, die neuerdings wieder unbedingt ins Parteienspektrum rein müssen, damit es für Schwarz-rot-gelb-grün, die Parteien des atlantischen Establishments, reicht. Das Programm: Reichtum den Reichen! Klar, das wollten schon immer weniger als 5% und ein Paar Verwirrte, aber vielleicht geht ja 'ne Koalition?

Wer bei dem Scheiß nicht mitmacht und das neoliberale Glaubenbekenntnis nicht täglich murmelt, ist entweder ein Linker (Phantast, Marxist, harmloser Trottel), oder ein Querfrontler, Verschwörungstheoretiker, ein Spinner, der an irgendwelche Konstrukte glaubt. Komisch, wie viele davon inzwischen herum laufen und wie schlüssig manche von ihnen argumentieren, aber egal.

Und wen stören zuletzt die verkappten Schwarzbraunen, Nazis und Militaristen, die bei Polizei, Geheimdienst, Bundeswehr prima etabliert sind? Diese Behörden waren noch nie linke Adressen. In einem alten, nicht ganz ernst zu nehmenden Einstellungstest musste man die richtige Schreibweise des folgenden Wortes ankreuzen:
0 - Bazifisd
0 - Paazifist
0 - Pazifisd
Die "richtige" Lösung war die erste. Satire kann so wahr sein. Daran ändert insbesondere die fiese deutsche Kriegsministerin mit ihren Feldzugwünschen definitiv nichts. Aber klar: den einen Nazi, der's übertrieben hat verhaften wir, und dann wieder munter auf zum Massenmord in fernen Ländern!

Na denn prost, auf den tausendjährigen Profit!

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Andreas Schell
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MAI 1945 / MAI 2017

Im Monat Mai vor zweiundsiebzig Jahren,
Warf ich das Wehrmachtskoppelschloss ins Grüne.
Für mich war das ein Lebewohl-Verfahren,
Ein Schwur zum Schlussbild auf der Heldenbühne
Mit Hakenkreuz und Gott mit uns darüber.

Die...

MAI 1945 / MAI 2017

Im Monat Mai vor zweiundsiebzig Jahren,
Warf ich das Wehrmachtskoppelschloss ins Grüne.
Für mich war das ein Lebewohl-Verfahren,
Ein Schwur zum Schlussbild auf der Heldenbühne
Mit Hakenkreuz und Gott mit uns darüber.

Die Bundeswehr - aus anderem Kaliber?
Aber ja doch und dennoch irgendwie nein:
Zwar musste die Rune dem Adler weichen;
Dennoch hielt das Gürtelschlosszeichen
Den Hauptgedanken weiterhin rein:
Beim Töten darf der Herrgott der Deutschen
Weiterhin zugegen sein!

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Lutz Jahoda
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Nach 1945 war es in der Bundesrepublik von staatlicher Seite aus, besonders wichtig, die Mörderbande, die verurteilt wurde bei den Nürnberger Kriegsprozessen, als verbrecherische Organisation, die SS zu rehabilitieren.
Das wirklich gefährliche...

Nach 1945 war es in der Bundesrepublik von staatlicher Seite aus, besonders wichtig, die Mörderbande, die verurteilt wurde bei den Nürnberger Kriegsprozessen, als verbrecherische Organisation, die SS zu rehabilitieren.
Das wirklich gefährliche aber war, dass sich nie mit der Vergangenheit auseinandergesetzt worden ist, und ähnlich wie bei der Justiz und im Inneren verfahren wurde, staatstreue Diener und Untertanen, (der Faschismus hat es möglich gemacht) beim Aufbau der Bundeswehr auf das zurückgegriffen, was den Faschismus geschützt und beschützt hat; die Verbrecherorganisation.
Die HIAG, die Nachfolgeorganisation der SS veranstaltete 16 sogenannte "Traditionstreffen" im Jahr 1976, mit den Namen, die Terror, Mord, Elend und Not über die Völker der Welt gebracht haben: "Leibstandarte Hitler," "Das Reich," und "Totenkopf," um nur einige zu nennen.Offizielle bundesdeutsche Stellen ließen sie gewähren, und es wurde nicht eingegriffen, obwohl die Waffen SS als verbrecherische Organisation verurteilt worden ist.
Zahlreiche Kontakte zwischen der Bundeswehr und der HIAG zeigen wie halbherzig von Beginn der Bundesrepublik an diesbezüglich gehandelt wurde. Bundeswehrangehörige waren oft Gäste bei den Veranstaltungen, die den "Austausch" mit alten SS Angehörigen wieder gesellschaftsfähig machte. Die demokratiefeindliche Kontinuiät hält sich, möglicherweise bis Heute. "Den Bürger in Uniform" kann es nur geben, wenn Demokratie mehr als ein Wort ist, und gnadenlos aufgedeckt wird, ohne Rücksicht auf Personen, die mitgemacht haben. Alte Nazioffiziere haben junge Offiziere ausgebildet, da beißt die Maus keinen Faden ab, und letztendlich wurde über die faschistische Vergangenheit ein liberales Mäntelchen gelegt. Es ging nahtlos ineinander über, denn eine demokratische Tradition hätte den Beweis antreten müssen, in der Rückschau.
"Wir haben immer Zurückhaltung geübt und die Teilnahme von Bundeswehr Angehörigen bei unseren Treffen und Veranstaltungen zu unterschlagen, eben weil wir wissen, dass dies ein "Politikum" ist. Aber auf Dauer geht dies so nicht!"
aus: "Der Freiwillige", Juni 1976
Die HIAG Stuttgart im HIAG Blatt "Der Freiwillige" 5/75: Die Arbeitsgemeinschaft der Soldatenverbände hatte im März 1975 zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen. Herr Dr. Manfred Wörner, Mitglied des Deutschen BUndestages und verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU , Major der Reserve Seite an Seite mit dem braunen Gedankengut
Der Titel der Veranstaltung war: "Wie sicher ist die Bundesrepublik ?"
Minister Leber als politisch voll verantwortlich, weil Bundesminister für Verteidigung lässt es geschehen, dass die Bundeswehr keine klare abgrenzende Haltung bezüglich, ehemaliger, verurteilter faschistischer Organisationen hat. er rechtfertigt und stellt sich schützend vor die Angehörigen der Waffen SS.
Auf Anfrage der Jungsozialisten des Unterbezirks Neuwied-Altenkirchen ließ er folgendes durch die Büroleitung des parlamentarischen Staatssekretärs seines Ministeriums, Schmidt-Würgendorf mitteilen: "Der Bundesminister für Verteidigung ist über die Aktivitäten der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit (HIAG) ausreichend informiert.und sieht diese Hilfsgemeinschaft dementsprechend differenziert. Es wäre falsch, alle ehemaligen Angehörigen der Waffen SS allein wegen ihrer Zugehörigkeit zur HIAG schon zu verurteilen." (Zitiert nach "die tat" 34/1976, S.6)
Die Bilanz des Terrors der SS gegen das eigene Volk:
225000 deutsche Hitler Gegner und Widerstandskämpfer Frauen und Männer wurden allein bis Kriegsbeginn zu rund 600 000 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Eine wirkliche Aufarbeitung, eine ernsthafte Auseinandersetzung, die über Lippenbekenntnisse hinausgeht fehlt bis zum heutigen Tag. Der braune Sumpf wurde nicht trockengelegt, und das braune Gedankengut wird weitergegeben, und auch das Kleinreden, das Abschwächen, das Wegschauen macht es unerträglich für alle Angehörigen von Hitler Gegnern von Widerstandskämpfern, die erniedrigt, gequält, ihrer Würde beraubt wurden, was nach 1945 nicht weniger wurde. Es gab keine Todesstrafe mehr, verfolgt wurden sie weiter, viele sind in dem Bewusstsein nicht rehabilitiert worden zu sein, gestorben. Nazis wurden hoffiert, bekamen dicke Pensionen, saßen warm und trocken in den Büros der Bundesrepublik, und die, Frauen und Männer, die ihr Leben eingesetzt haben, gehen im Strudel der Geschichte unter.
Vielen Dank, dass dein brillanter Artikel mich sehr nachdenklich hat werden lassen, und braunes Gedankengut ist wieder gesellschaftsfähig. Was sollte ich den ehemaligen Widerstandskämpfern antworten, wenn sie die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse erkennen würden ?
Ziemlich lang geworden, der Inhalt deines Artikels hat aber nun mal den Stein ins Rollen gebracht, und ist natürlich als Kompliment zu sehen.

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Ulrike Spurgat
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Danke das sie wieder da sind! Ihre Artikel haben mir gefehlt! Und vor allem der Teil über Merkel erntet meine volle Zustimmung. Aber auch die anderen Minister werden richtig eingeschätzt.

antares56
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Wie kann sich ein Bundeswehrsoldat wiederholt ohne disziplinarische Konsequenzen aus der Kaserne davonstehlen und nebenbei als "Flüchtling" registrieren lassen? Tagsüber wäre es "unerlaubtes Entfernen von der Truppe", nachtsüber fast schon...

Wie kann sich ein Bundeswehrsoldat wiederholt ohne disziplinarische Konsequenzen aus der Kaserne davonstehlen und nebenbei als "Flüchtling" registrieren lassen? Tagsüber wäre es "unerlaubtes Entfernen von der Truppe", nachtsüber fast schon "Fahnenflucht". Bleiben nur die wenigen Stunden nach Feierabend, um sich in eine Erstaufnahme-Einrichtung zu schleichen. Doch zu dieser Zeit nach Dienstschluss wird doch wohl der andere Bundeswehrsoldat, der ihn praktischerweise als Abkommandierter "registriert" hat, kaum mehr gearbeitet haben. Anscheinend handelte der "Fahnen-Flüchtling" mit dem Wissen, zumindest unter Duldung seiner Vorgesetzten, sonst wäre ihm das Husarenstück schwerlich gelungen. War da vielleicht "Gladio" mit im Spiel? Ein schmutziges Unterfangen war es allemal, den Rechtsradikalen in Uniform nach seinem völkisch-nationalistischen Gesinnungs-Aufsatz zum Offizier auszubilden. Offenbar war seine perfide "Mission" von oben gedeckt, wenn nicht "genehmigt" oder gar angeordnet. Der braune Sumpf beim Barras muss endlich ausgetrocknet werden!

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Wolfgang Blaschka
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