Die USA sind gewohnt, Kriege zu verlieren. Vom Korea-Krieg über den Vietnamkrieg bis zum Afghanistankrieg: Die USA haben nie ihre Kriegsziele erreicht. Das lag daran, dass die USA immer wieder glaubten, sie könnten die jeweiligen Gegner in deren eigenem Land besiegen. In kolonialer Arroganz haben sie die Existenz der jeweiligen Bevölkerung ignoriert. Selbst wenn die nationalen Regimes in den angegriffenen Ländern nicht immer die komplette Bevölkerung hinter sich hatten: Fremde Aggressoren waren und wurden nie akzeptiert.
Gemeinsame Grenze Russland und Iran
Dieses Schema trifft auch heute auf den Iran zu: Obwohl die Massenproteste im Iran zeigten, dass die soziale Basis der religiösen Führung im Land bröckelt, sind die Iraner nicht zwangsläufig Freunde der USA. Man erinnert sich noch gut daran, dass die USA das Folter-Regime des Schah bedingungslos unterstützten. Sowohl, um sich die Ölreserven des Iran zu sichern, als auch um den Iran in einem Konfliktfall gegen die Sowjetunion zu wenden. Der Iran hatte mit der Sowjetunion eine gemeinsame 1690 Kilometer lange Grenze. Russland und Iran haben heute am Kaspischen Meer eine gemeinsame Seegrenze. Auch in dieser Grenze liegt das geostrategische Ziel der USA begründet: Russland stattet den Iran mit Satelliten aus. Es sind Satelliten, die auch die Straße von Hormus überwachen.
Folterfreundschaft Iran-Israel
Die Beziehungen zwischen Israel und dem Iran in der Zeit des Schah Mohammad Reza Pahlavi waren blendend: Der Iran versorgte Israel mit Öl und Israels Geheimdienst Mossad unterrichtete den iranischen Folterdienst Savak in Sachen des Machterhalts. Auch wegen dieser Folterfreundschaft erkennt der Iran Israel nicht mehr als legitimen Staat an.
Atomare Katastrophe in Israel
Vom Staat Iran behaupten seine Gegner ohne jeden Beweis, er verfüge über waffenfähiges Uran. Von Israel wissen auch seine Freunde, dass es Material für rund 200 Spaltbomben und 20 Wasserstoffbomben besitzt. Das Herzstück der israelischen Atomproduktion ist das Negev Nuclear Research Center nahe Dimona in der Negev-Wüste. Man geht davon aus, dass der Iran noch über mehr als 1.000 Raketen verfügt, die Israel erreichen könnten. Wenn der Iran mit diesen Raketen das israelische Nuklear-Zentrum in Dimona erreicht, braucht der Iran keine eigene Atomwaffe: Er könnte damit eine atomare Katastrophe verursachen. Zwar hatte der oberste iranische Führer Ayatollah Ali Khamenei eine religiöse Urteilsschrift (Fatwa) erlassen, die die Herstellung und den Einsatz von Atomwaffen als unislamisch verbietet, aber der Iran wehrt sich gegen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels. Ob und wie lange die Fatwa jetzt noch gilt, ist unklar. Und um Teile des Negev Nuclear Research Center in Israel in die Luft zu jagen, reichen konventionelle iranische Raketen.
USA und Israel haben es noch in der Hand
Die Aggressoren im Krieg gegen den Iran, die USA und Israel, haben es noch in der Hand, die Katastrophe zu stoppen. Sie müssten nur dem Völkerrecht folgen und ihren Krieg gegen den Iran beenden. Unter Vermittlung Pakistans sollen Verhandlungen zur dauerhaften Beilegung des Iran‑Konflikts beginnen. Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance angeführt. Die iranische Delegation ist am 11. April zu den Verhandlungen mit den USA in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars wird sie vom Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt. Zur Delegation gehören auch Außenminister Abbas Araghtschi, der Sekretär des Verteidigungsrates, Ali-Akbar Ahmadian, und der Gouverneur der Zentralbank, Abdol-Naser Hemmati.
Krieg bereits vor Beginn verloren
US-Präsident Donald Trump will den Krieg gegen den Iran weiterführen und warnt vor dem „gewaltigsten Neustart der Welt!" und droht in einem Interview mit der New York Post: "Wir beladen die Schiffe mit der besten Munition, den besten Waffen, die je hergestellt wurden - sogar besser als das, was wir zuvor eingesetzt haben“. Besser ist nicht gut genug. Denn die USA haben den Krieg gegen den Iran bereits an dem Tag verloren, an dem sie ihn begonnen hatten. Fremde Aggressoren waren und sind nie beliebt.