Unteilbar gutes Gefühl

Das Fest der Freundlichkeit in Berlin

Autor: U. Gellermann
Datum: 15. Oktober 2018

Bewegt von der Sorge um ein Land, das nach rechts driftet: So kamen sie aus allen Teilen Deutschlands in die Hauptstadt zur Aktion #Unteilbar. Gegen Rassismus und für allgemeine Solidarität klang der Tenor der Sprechchöre und die klarste Botschaft war: "Kein Platz für Nazis“. Niemand brachte die Allgemeinheit des geteilten Signals besser auf den Punkt als ausgerechnet Andrea Nahles: "Wir müssen Gesicht zeigen für eine solidarische Gesellschaft, für unseren Sozialstaat, für ein friedliches und respektvolles Miteinander“, gab SPD-Chefin Nahles dem Aufruf zum Geleit. Tatsächlich war das gute, das freundliche Gesicht Deutschlands im Berliner Zentrum zu sehen. So als habe es nie Bundeswehr-Einsätze im Ausland gegeben, die tapfer an der Zahl der Flüchtlinge mitgearbeitet haben. Als gäbe es wirklich einen Sozialstaat, der das Land nicht in Habende und Habenichtse teilt. Als erführe der Hartz-Vierer denselben Respekt wie der mit dem Acht-Zylinder Geländewagen.

Wer dieses gute Gefühl für ein gutes Miteinander nicht auch toll findet, der ist ein Spielverderber. Denn die positive Energie der Zehntausenden war Teil jenes Spiels, das man Demokratie nennt. Ein Spiel, das davon lebt, dass so viele Leute wie möglich daran glauben, wir hätten „eine offene und freie Gesellschaft“ wie es der Aufruf von #Unteilbar so hoffnungsfroh formulierte. Unter diesem sympathischen Slogan konnten sich viele einig sein: Vom scharfen und brillanten Kritiker der deutschen Gesellschaft Volker Pispers bis zu den eher sanften mobilen Pflanzern der Common Grounds/Prinzessinnengärten aus Kreuzberg: Man unterschrieb gern. Fraglos gehörten die Aktionsteilnehmer zu den ehrlichen Erben jener unzähligen Helfer, die Merkels „wir-schaffen-das“ mit echtem Pflicht- und Mitgefühl eingelöst haben. Wo wird sie hingehen, diese große, schöne Freundlichkeit? Wer wird sie einsammeln, die vielen guten Menschen? Die Wahlen in Bayern zeigen erneut, dass es die GRÜNEN sind – die aus einer ernsten Friedensbewegung stammen, die sie von Jugoslawien bis Afghanistan verraten haben und noch immer verraten – in deren Sammlungs-Sack die Stimmen landen und damit in der Bewusstseinslosigkeit.

Es war Bundesaußenminister Heiko Maas, der #Unteilbar in Berlin noch kurz vor dem Start den letzten Kick gab: „Es ist ein großartiges Signal, dass so viele auf die Straße gehen und klare Haltung zeigen: Wir sind unteilbar“. Dieser oder jener Teilnehmer der vom Kipping-Flügel der Linkspartei inspirierten Aktion wird sich nicht so richtig wohl gefühlt haben. Denn es war Maas, der sich noch jüngst bei der saudischen Diktatur für seinen Vorgänger Gabriel entschuldigte. Der hatte den Saudis "Abenteurertum" im Nahen Osten vorgeworfen. Saudi-Arabien hatte daraufhin verärgert seinen Botschafter abgezogen und eine Entschuldigung der Bundesregierung gefordert. Dabei sorgen die saudischen Kriegsverbrecher nur für neue Flüchtlinge in und um Jemen herum. Da braucht man natürlich jene offene Grenzen, die #Unteilbar im Aufruf zur Berliner Aktion betont friedlich forderte.

Kaum von Heiko Maas verabschiedet, bot sich den Kämpfern für offene Grenzen ein garantiert unschädlicher Demo-Bereich zur Integration in den oppositionellen Mainstream an: Der Demo-Block "Die offene Gesellschaft" – supported by Bertelsmann – bot all jenen Unterschlupf, die zwar irgendwie dagegen sind, aber auch dafür: Gegen Grenzen, aber zugleich für die Bertelsmann-Erfindung Hartz IV, gegen Rassismus, aber für das Bertelsmann-Verlagshaus, in dem der Rassist Sarrazin mit seinem Drecksbuch jede Menge Kohle verdiente, für Frau Merkels “wir schaffen das“, aber irgendwie auch gegen die Merkel Freundin Liz Mohn, die Inhaberin des Manipulationskonzerns Bertelsmann. Zwar schadete der Block auf keinen Fall der offenen Ausbeutung, aber zugleich auch nicht einer persönlichen Karriere: Ein Block, in dem man sich sehen lassen konnte.

Wer wollte schon dem Unteilbar-Slogan "Solidarität statt Ausgrenzung!" widersprechen? Bei einem solch süffigen Satz schweigt alle Kritik. Auch Fragen haben hier zu schweigen. Wer grenzt wen aus? Wer ist solidarisch mit wem? Solidarisch mit den Veteranen des Jugoslawien-Krieges wie Jürgen Trittin (MdB – Bündnis 90/Die Grünen) oder mit Renate Künast (MdB – Bündnis 90/Die Grünen), die jüngst noch einen Regime-Change in Syrien forderte. Beide waren Unterzeichner des #Unteilbar-Aufrufs. – Erinnerungen kamen auf, als man letztmalig in Berlin mit vielen Menschen gegen den Irak-Krieg demonstrierte. Endlich war man nicht mehr isoliert im Kampf gegen die Regierung und ihre Anhängsel. Endlich wurde für einige der alte Slogan wahr: "Hineinschlüpfen und wohlfühlen". Allerdings warb der für Pantoletten. Pantoffeln von Birkenstock. Gesund und modisch.

"Es ist ein ganz wunderbarer Herbst der Solidarität, der hier in Berlin auf die Straße gebracht wurde", erklärte Anna Spangenberg, Sprecherin des Bündnisses #Unteilbar. Immer noch leben wir im goldenen Herbst der Profitmacher. Reich ist die Blut-Ernte der Waffenindustrie, deren Kriegsflüchtlinge uns weiter besuchen und den plastischen Vorwand für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit liefern. Davon im Aufruf der Unteilbaren kein Wort. Was werden die Teilnehmer der Aktion mit nach Hause nehmen? Ganz sicher ein gutes Gewissen. Wut auf die Herrschenden kaum. Jene Wut, die Voraussetzung für den Widerstand ist.


Aufstehen! Bewegen!
Dialog-Veranstaltung zur Sammlung der Kräfte

Die linken Medienstars Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine trugen sich schon lange mit der Idee einer neuen „Sammlungsbewegung“. Diese Bewegung hat – dank mehrerer Seiten im SPIEGEL zum Start und einem erheblichen Medien-Echo von der TAGESSCHAU bis zu vielen Blättern in der Provinz – eine kräftige Resonanz in der deutschen Öffentlichkeit. Seit die Website AUFSTEHEN! der neuen politischen Initiative im Netz präsent ist, wächst die Zahl ihrer Anhänger. Inzwischen sollen sich mehr als 150.000 Follower eingefunden haben. Und es wächst die Neugier auf das, was AUFSTEHEN! bezwecken soll und kann.

Wer dem Namen „Sammlungsbewegung“ folgt, ist auf der Spur: Politische und soziale Bewegungen sollen mit der Flagge von AUFSTEHEN! gesammelt und zur vereinten politischen Kraft gebündelt werden. Zu diesem Thema wollen wir mit drei Vertretern unterschiedlicher Bewegungen einen öffentlichen Dialog führen. Mit Kurt Jotter, der auf unserem Podium für die aktuelle Mieterbewegung steht, mit Pedram Shahyar aus der Friedensbewegung und Harri Grünberg, einem Erst-Unterstützer von AUFSTEHEN! werden wir im Gespräch klären, in welcher Beziehung sich die Bewegungen zur Sammlungsbewegung sehen und welche Perspektive man gemeinsam haben könnte.

Kurt Jotter, neben Studium der Soziologie, Publizistik und Theaterwissenschaften in den 70er und 80er Jahren in den unterschiedlichsten politischen, sozialen, ökologischen und kulturellen Bewegungen tätig, unter anderem in der Berliner Hausbesetzer-Bewegung. Ursprünglich gestalterischer Schwerpunkt politischer Plakate, dann politische Aktionskunst als "Realmontage im Öffentlichen Raum“. Er gründete mit Barbara Petersen 1987 das "Büro für ungewöhnliche Maßnahmen", das von Anfang an als Kreativ-Agentur mit fast allen Bewegungsteilen/Initiativen zusammenarbeitete. Sichtlicher Ausdruck war bereits im Gründungs-Jahr die "B-750-Parade" mit Tausenden von DarstellerInnen und Zehntausenden ZuschauerInnen - aus dem Vollen einer damals sehr großen Gesamt-Bewegung geschöpft. Seit 2015 hat er wieder in Berlin seine Arbeit im Kontext des „Büro für ungewöhnliche Maßnahmen" aufgenommen - mit dem Schwerpunkt Mieten-Wahnsinn. Er hat an den meisten größeren und vernetzten Ereignissen der letzten Zeit mitgewirkt.“

Pedram Shahyar ist im Iran geboren, wo seine Eltern das Land in den 80er nach der Verfolgung durch Islamisten verlassen haben und als Flüchtlinge nach Deutschland kamen. In den 90ern war er aktiv in der radikal-sozialistischen Gruppe „Linksruck“, bevor er sich in den 2000er Jahren der globalisierungskritischen Bewegung anschloss und in Attac Deutschland mehrere Jahre der bundesweiten Koordinierung angehörte. Nach dem arabischen Frühling besuchte er als Blogger mehrmals Kairo und andere Schauplätze globaler Platzbesetzungen (Madrid, Istanbul und Paris). In den letzten Jahren ist er insbesondere in der neuen Friedensbewegung aktiv und war bis 2017 Mitarbeiter von KenFm.

Harri Grünberg wurde in einem Lager für Displaced Persons, für jüdische Überlebende des Holocaust, in Feldafing/Wolfratshausen geboren. Er leistete seinen Militärdienst in Israel unter Ariel Sharon während des Yom-Kippur-Krieges. Grünberg war Gründungsmitglied der Grünen in Frankfurt Main und 1990 Gründungsmitglied der Linken Liste PDS in Hessen. Heute ist er Mitglied des Parteivorstandes der LINKEN. Harri Grünberg ist ausserdem Erstunterzeichner bei der Sammlungsbewegung AUFSTEHEN.

Der Dialog wird am 16.Oktober um 20.30 Uhr

im Berliner Buchhändlerkeller präsentiert werden.


Natürlich geht es auch um einen Dialog mit dem Publikum.

Die Veranstaltung wird vom Publizisten Uli Gellermann moderiert.

Der Buchhändlerkeller ist in

10623 Berlin-Charlottenburg auf der Carmerstraße 1.

DIE VERANSTALTUNG WIRD FÜR YouTube AUFGEZEICHNET


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 19. Oktober 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

U.Gellermann hat nichts anderes in seinem Artikel geschrieben, als das, was ich von einem reflektierten, politischen Journalisten erwarte: Er hat Hintergründe, die oftmals tunlichst vermieden werden an die Oberfläche geholt, macht aufmerksam, wer alles eine Rolle vor und hinter den Kulissen "spielt," wer welche Interessen hat. Befindlichkeiten haben hier nichts zu suchen und es ist gut, dass es noch hinterfragende und nachdenkliche Journalisten gibt und Dank dem Galeristen, dass er genau das tut und Aufklärung tut mehr denn je Not, in Zeiten, wo man vollgemüllt wird, mit angeblichen Informationen, die soviele sind, dass jegliche Art der Manipulation leichter durchzusetzen ist.
Konstantin Wecker, dessen Lyrik, Prosa, seine umwerfenden Liebeslieder, den "Willy," oder Vaterland war neben anderen auch dabei; für mich unverständlich, aber so ist es.
Nur, was heißt das in der Konsequenz, dass es immer schwieriger wird im Dschungel der gezielten und manipulierten, interessensgeleiteten Desinformationen, besonders bei den ÖR, von den Privaten erwarte ich nichts anderes den kritischen Überblick zu behalten und die kriminalistische Frage: "Wem nützt das," nicht aus dem Auge zu verlieren und die bestehenden politischen Verhältnisse genau analysiere. Selbst im Bundestag, wo wieder die Reden der Herrschenden geschwungen wurden, wurde die Demo mehrmals auf die eigenen Fahnen geschrieben, von denen, die an sämtlichen Kriegen in der Welt beteiligt sind, die am elenden Rockzipfel des größten Kriegsverbrechers aller Zeiten, nach wie vor, hängen, die die große Teile des Volkes mit der AGENDA 2010 in Armut, Elend, Krankheit, Würdelosigkeit und Not gestürzt haben und die beschwören "Unteilbar." Ein Hohn für Hunderttausende, die mit den unerträglichen Folgen bis zum heutigen Tag zu tun haben Da kommt einem die Galle hoch und klar erwarte ich, egal von wem, dass man weiß was und wen man dort unterstützt und aus dieser Verantwortung kommt keiner raus, auch kein Konstantin Wecker.


Am 19. Oktober 2018 schrieb Artur Aschmoneit:

@Albrecht Storz
Sie fragen nach Unterstützern von #unteilbar, die sich mit Ursachen der Migration beschäftigen. Das sind neben zahlreichen Einzelpersonen u.a. Afrique-Europe-Interact, Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer, die Flüchtlingsräte von 9 Bundesländern, BV NeMO - Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V., DaMigra - Dachverband der Migrantinnenorganisationen e.V., Forum Fairer Handel e.V., HAUKARI e.V. - Arbeitsgemeinschaft für Internationale Zusammenarbeit, kritnet - Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung, Médecins du Monde Deutschland e.V., Pro Asyl, Rat für Migration, Seebrücke, VENRO - Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.
Zur Frage meiner Bauchschmerzen, gehäuft Herrn Soros als Drahtzieher hinter #unteilbar benannt zu sehen, hatte ich einen kurzen Kommentar geschrieben, den Herr Gellermann nicht veröffentlichen mochte. Das habe ich zu akzeptieren.


Am 19. Oktober 2018 schrieb Hermann Jack :

Hallo Herr Gellermann,
der Artikel “Unteilbar gutes Gefühl” hat gesessen (siehe: https://www.rationalgalerie.de/home/unteilbar-gutes-gefuehl.html).
Ich habe ihn in der inoffiziellen Facebook-Gruppe, die LINKE. Niedersachsen. gepostet und bin gleich aus der Gruppe rausgeflogen (siehe unten).
Ab und zu finde ich, sind Sie sehr sarkastisch, bis hin zu verbittert. – Kann ich aber nachvollziehen.

Der Artikel “Unteilbar gutes Gefuehl” ist sicherlich ein Schlag ins Gesicht, für die, die glauben / glaubten sie wären für eine gute Sache auf die Straße gegangen.
Eigentlich sind viele sicherlich auch für die gute Sache auf die Straße gegangen, in gutem Glauben.
Man könnte diese Leute jetzt als naiv doof bezeichnen, aber das wäre dann wohl herablassend.

Ich denke, es ist der Widerspruch, den die Leute nicht begreifen / begreifen wollen. Aber vielleicht muss man auch die Sache ganz einfach sehen (ohne Hintergedanken) und den Widerspruch als Realität begreifen.

Aber: Wie kann man Solidarität fordern, aber die Hartz IV und Kriegsparteien Die Grünen und die SPD wählen, ganz zu schweigen von CDU, CSU, FDP, AfD ?

Also ich werde ihren Artikel wohl noch “verdauen” müssen und mich fragen, wie ich ihn bewerten soll. Wollen Sie den Kindern ihren Weihnachtsmann nehmen oder haben Sie eine eigentlich gute Sache negativ interpretiert. Vielleicht sollte man die Teilnehmer mal selber fragen?

Antwort von U. Gellermann:

Ganz sicher wollte und will ich die primär wohlmeinenden Teilnehmer an der #Unteilbar-Aktion nicht schlagen. Unter den Aufrufern ist ja z. B. Volker Pispers, einer der wirklich scharfen und eigentlich klugen Kritiker des Systems, den ich sehr, sehr schätze. Zu gern würde ich die Drahtzieher eines sehr geschickten Aufrufs schlagen, der die vielen Gutgläubigen unter der hehren Fahne der Solidarität hinter die Fichte der Bertelsmänner geführt haben. Aber diese verbale Schlägerei wird in den nächsten Monaten in der Linkspartei geführt werden. Ich wünsche - ohne jeden Sarkasmus - viel Glück und Erfolg.


Am 19. Oktober 2018 schrieb Matthias Brendel:

Danke.
Wunderbarer Artikel.
Deckt sich mit meinem Eindruck, den ich sofort hatte, als ich die Teilnehmerzahl las.
Die beteiligten Bands sollten Ehrensold bekommen, es sind eh immer dieselben.
So begannen alle bunten "Revolutionen", bis hin zum Maidan.
Das Geld war mal wieder der Sieger und fast keiner merkts.
Die Olivgrünen haben Kreide gefressen, sind und bleiben aber NATO Partei.
Der Name Unteilbar lässt auf eine sehr gute Werbeagentur schliessen, wir kennen alle die Namen...


Am 19. Oktober 2018 schrieb Der Linke:

Lieber Uli, vielen Dank für diese sehr bemerkenswerte Analyse und das schreibt

240.000 Menschen demonstrieren in Berlin, gegen Krieg, gegen Mietwucher und gegen „Rechts“. Hallo meine linken Freunde, was ist schlecht daran? Ja es ist die teilweise, inhaltslose Beliebigkeit der Parolen, eben das Ungefähre der politischen Aussagen. Dann noch die vermeintlich, politisch „engagierten“ Anführer der Demo, die bei jeder Abstimmung zum Kriegseinsatz der BW im Bundestag mit Ja votierten. Die Analyse von unserem Uli ist trefflich. Aber jede Sache hat zwei Seiten: Offensichtlich ist genug geistiges Potential links von dieser bauernschlauen, rechten Merkel da! Leider gibt es noch immer keinen linken Integrationspool für diese linke Mehrheit. Es gelingt den Linken nicht ausreichend Menschen zu motivieren und den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, zum Beispiel Frieden um jeden Preis, außer dem eines Krieges. Diese Themen werden von Pseudo-Linken wie Trittin besetzt und dann ins Nirwana verfrachtet. Es ist notwendig zu sagen wer die Herrschenden sind, eben auch ein Trittin oder Maas und uns sollte in diesem Kampf keine Wut leiten, sondern Zorn auf die Herrschenden. Jener Zorn, der Voraussetzung für den Widerstand ist. Wenn die Herrschenden den Zorn fühlen, hören und sehen, dann könnte sich etwas ändern. Das die 240.000 nicht zornig waren, ist der demagogischen Kunst der Rechten zu verdanken (ich meine mit Zorn nicht Gewalt). Aber wir sollten erkennen, der Bürger ist motivierbar, er geht endlich wieder auf die Straße, auch und gerade für eine gute Sache und nicht zuletzt für seine Sache. Das gibt Hoffnung.


Am 18. Oktober 2018 schrieb Reinhard Sichert:

Vielen Dank, lieber Uli Gellermann, für diese fantastische Analyse der "unteilbar"-Demo!
Ich hätte mir diese klaren Worte von "aufstehen" gewünscht.
Doch irgendwie haben einige prominente Mitstreiter durch ihre Teilnahme Sahra Wagenknechts Beurteilung des "unteilbar"-Aufrufs im Vorfeld der Demo leider konterkariert.


Am 18. Oktober 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Friedhelm Klinkhammer.
Eine Freude von ihnen zu lesen und eine kurze Information, die sagen soll, dass ich ihnen sehr danke für ihre Programmbeschwerden, mit dem Gniffke, den der Galerist genüsslich bearbeitet hat und mit ihrem Kollegen Volker Bräutigam mich motiviert hat selber an die ÖR zu schreiben.
Ihr fehlt, denn ihr wart die besten "Programmbeschwerden Schreiber," die ich bislang lesen konnte.
Grüße, auch an V. Bräutigam und weiterhin alles Gute.


Am 18. Oktober 2018 schrieb Friedhelm Klinkhammer:

Lieber Uli,

nach meiner Rückkehr aus Stalingrad und dem Zugriff auf Deine Seite war ich begeistert: ein glänzender Beitrag, der Dir mit "Unteilbar gutes Gefühl" gelungen ist.


Am 18. Oktober 2018 schrieb Anon Ymouz:

Nach dem Lesen einiger Artikel und insbesondere den zugehörigen frage ich mich was hier eigentlich die Zielrichtung sein soll? Und die einzige, verstörende Antwort die sich anbietet ist Spaltung. Linke gegn Linke aufzuhetzen, weil wer anders denkt der Feind ist. Gibt es vielleicht verschieden Sichtweisen, denkt Kipping nur anders und fehlt dafür Toleranz?
Was soll denn so toll daran sein über Migrationsbeschränkung zu diskutieren? Wäre es nicht klüger, weil effektiver über geostrategische Kriege, deren Verursacher und den daraus resultierenden Folgen aufzuklären?
Klamm heimlich wird schon das nächste Thema salonfähig gemacht: Überbevölkerung - die neue Mutter aller Problem, wir sind zuviel. Bravo, wird bestimmt super.
Wäre es nicht viel klüger, also den hier versammelten angemessen , darauf hinzuweisen, dass Überbevölkerung die direkte Folge von Armut, Ausbeutung und Krieg ist, damit eine so unheilvolle Ablenk-Diskussion erst gar nicht aufkommt? Die gleiche Ablenk-Disksussion wie das ganze Migrationsgerede.
Was wirklich auf die Tagesordnung gehört ist: Überwindung des Neoliberalismus ohne Crash-Szenarien (wovon manche direkt fasziniert zu sein scheinen) und Überwindung der transatlantischen Nibelungentreue ohne den Friedensgefährdung. Beides geht nur über Öffentlichkeit, maximale Öffentlichkeit. Da könnte Energie und Hirnschmalz wesentlich sinnvoller investiert werden als sich neunmalklug darüber zu mokieren, dass die schweigenden Lämmer jetzt falsch blöken.


Am 17. Oktober 2018 schrieb R. R.:

Hallo Herr Gellermann,

sehr gut auf den Punkt gebracht haben Sie das, danke Ihnen!

Den Gutmensch gibt es übrigens auch als Beruf: Oberstudienrat, Lehrer für Deutsche Geschichte.

Ein paar von denen kenne ich persönlich, denen ihre Berufung ist es bis heute Geschichte zu fälschen, insbesondere hinsichtlich Flucht und Migration.

Wo sich auch nur Geschichte wiederholt, was die Merkeln ja ständig abstreitet.

Freundschaft!

PS: Ja, ein paar Gutmenschen irren sich. Aber Manche werden für ihre Lügen auch noch bezahlt!


Am 17. Oktober 2018 schrieb Heinz Schneider:

Ja, dieser wunderbare Herbst der Solidarität ergab am Ende ein klares Bild vom Geisteszustand des fröhlichen linksliberalen Bürgertums. Das konnte schon bekommen, wer die Bundespressekonferenz der Organisatoren ansah, in der nur der ehrliche Ulrich Schneider die soziale Realität in das allgemeine Tralala einsickern ließ.

Zur Erhellung trägt auch Eva Menasses Beitrag im DLF bei. Ertrinken lassen geht gar nicht, schickt die Flüchtlinge doch lieber zurück, so ihre humanitäre Botschaft.
Ich glaube es ihr, es stört halt ein bisschen beim Latte macchiato, das Ertrinken.

Frau Menasse hält es für gefährlich, dass die Mitte schwindet, dann wachse die Aggressivität. Ja, wo isse denn hin, die friedliche Mitte? Das fällt ihr dann doch ein: In den Brennpunkten. Aber ihre gute Laune bleibt ungetrübt, denn: "Trotzdem muss man, wenn man zum Beispiel an so einem Brennpunkt lebt, auch überlegen, wie ginge es mir, wenn ich in einem anderen Land leben würde. Wenn man sich dessen versichern könnte, was gut ist, dann hätte man schon wieder eine Art von, wie soll ich sagen, von einem Stück von der neuen Mitte."

Bravo-Rufe aus Marzahn verzeichnet das Protokoll an dieser Stelle nicht.

In einem Punkt ist sich Frau Menasse aber ganz sicher: von Sahra Wagenknecht ist sie tief enttäuscht! Wie auch Christian Jakob in der taz, für den "Sahra Wagenknecht und ihre sogenannte Sammlungsbewegung" nichts als "Linksnationalismus in jämmerlicher Gesellschaft" ist.

Auch kein Beifall aus Neukölln, diesem "Sack der Erbärmlichen" (nach Hillary Clinton).

Nils Heisterhagen ("Die liberale Illusion") hat schon recht: die linksliberalen Weisheitsträger möchten alle hässlichen Probleme gern ignorieren. Wer sich daran nicht hält, wird aus dem inneren Zirkel der Weisheitsträger exkommuniziert (S. 20,21).

So what, Sahra! So what, Oskar!

Aber zurück zu Ulrich Schneider. Den vielen ehrlich sozial Engagierten, die in Berlin für ihre Anliegen geworben haben, sie waren das wahre Gesicht dieser Veranstaltung. Anja Nehls vom DLF hat das überfordert, sie sah darin "mehr Masse als klare Aussage". Bei der Vielzahl der Anliegen drohten die Inhalte zu verschwimmen.

Zuviel Realität eben. Die Konsequenz ihres Sender war: Menasse statt Masse.


Am 16. Oktober 2018 schrieb Michael Kohle:

Ein Findling auf den NDS zum Thema gefällig? Tief versteckt in den dortigen Katakomben aufgespürt! Der passt wie die Faust aufs Auge so einiger Kommentatoren auch hier. Hoffe der Leserbriefschreiber Axel F. hat nichts dagegen seine wahrlich erstaunlichen Erkenntnisse auch auf der Rationalgalerie publik zu machen. Also, auf gehts! Vorher hinsetzen und Sicherheitsgurte anschlnallen.

*********

Leserbrief 10

Woran erkenne ich, dass meine linke Bewegung gehijackt wurde?

Dazu ein kleines Astroturfing-Bingo:

Facebook sperrt mich nicht wegen hatespeech, reduziert nicht mal meine Reichweite, Twitter wendet auch keinen silent-ban an —> check!
in den sozialen Netzwerken geht mein Hashtag sogar viral —> check!
in den großen überregionalen Medien wird für meine politische Bewegung geworben –> check!
auf der Bundespressekonferenz wird zu meiner Demonstration aufgerufen —> check!
prominente Musiker und Fernsehclowns, sowie der deutsche Außenminister höchstpersönlich, sprechen ihre Unterstützung für meine Sache aus —> check!
den musikalischen TopAct stellt der linksintellektuelle Systemkritiker Herbert Grönemeyer —> check!
auf meiner Demo ist die Polizei mal weder vermummt, noch wirklich präsent; der gewaltbereite schwarze Block ist wegen Omas Geburtstag zu Hause geblieben —> check!
meine Demo ist Aufmacher und Topthema im Heute-Journal, Claus Kleber voll des Lobes —> check!
die maximale Demo-Teilnehmerzahl laut Veranstalter wird von Mainstreammedien überwiegend übernommen und nicht kleingeschrieben —> check!
meine Bewegung verschafft mir das Gefühl moralischer Überlegenheit und verschont mich vor unangenehmer Ursachenforschung und tiefergehender Analyse —> check!
meine Bewegung schafft es mal wieder, eine andere linke Bewegung zu schwächen und die Spaltung im eigenen Lager zu vertiefen —> check!
meine Bewegung sorgt dafür, dass der Diskurs inhaltlich verflacht, sich politisch nichts ändert – und die gesellschaftliche Polarisierung eher verschärft wird —> check!
meine Bewegung schweißt mich paradoxer- und klebrigerweise mit Regierungsparteien, Krisenverursachern und -profiteuren zusammen —> Bingo!

*******

Noch Fragen, Einwände aus dem Auditorium ?


Am 16. Oktober 2018 schrieb Malte Wenger:

Natürlich können die Teilnehmer der Aktion #Aufstehen nichts dafür, dass sich Figuren wie Nahles oder Maas für die Aktion ausgesprochen haben. Aber die im Aufruf formulierten Postionen sind wie Gellermann schreibt wirklich "süffig". Und außer ihm hat auch kaum jemand bemerkt, dass damit die Spaltung der Linkspartei in ein neues Stadium getreten ist.


Am 16. Oktober 2018 schrieb Albrecht Storz:

@Artur Aschmoneit,

"Unter ihnen finden sich nahezu alle Vereinigungen, die sich in der BRD mit Hilfen für Flüchtlinge und den Ursachen für Migration beschäftigen."

das finde ich äußerst interessant.

Könnten Sie freundlicherweise besonders die benennen, die sich mit "Ursachen der Migration beschäftigen" und wie diese Beschäftigung aussieht? Und, zumindest für mich, viel wichtiger: was tun diese "Vereinigungen" dagegen (ich hoffe ja mal, dass die nicht etwa etwas DAFÜR tun, oder sind das etwa Migration fördernde Vereinigungen?)?

Das ist eine ernst gemeinte Frage, und da Sie sicher zumindest auch gegen mich mit der Verschwörungstheorie-Keule ausholen: ist es Fakt oder doch nur eine Fiktion, dass George Soros Milliarden in eine Gesellschaft zur Beeinflussung von Zivilgesellschaften gesteckt hat?

Ich lasse mich gerne über einen Irrtum belehren. Aber wenn dem doch so wäre frage ich mich, ob es von linker Seite aus kein Problem ist, wenn Milliardäre bestimmte Gesellschaftskonzepte mit ihrer Finanzkraft durchbringen wollen. Und erzählen Sie mir bitte nicht, dass Milliarden Euro kein undemokratisches Ungleichgewicht in einem eigentlich demokratischen Diskurs bewirken würden.
=> Open_Society_Foundations

Disclaimer: Mir ist völlig egal ob ein undemokratisch einflussnehmender Milliardär Jude, Chaldäer, Trotzkist oder Papparazi oder sonstwas ist. Ihre Anmerkung ist eine bodenlose Frechheit und man kennt dieses rabulistische Mittel inzwischen sehr gut.


Am 16. Oktober 2018 schrieb Ernst Blutig:

Diese Demonstration war so unverbindlich wie eine Preisempehlung.
Es waren viele! sagte man sich.
Viel hilft viel? frage ich.

Gesäß und Gesinnung, beide aus derselben Innung.
Der Versuch der TAZ sich aus dieser Demo eine Anti-Wagenknecht-Veranstaltung zurechtzuschwafeln (und auf der Demo selbst Vertreter der #aufstehen Sammlungsbewegung entsprechend lächerlich zu machen), erinnert nicht zufällig an Reichelt und Co. von Springer. Er ist aus dem gleichen Gesäß entsprungen.


Am 16. Oktober 2018 schrieb Albrecht Storz:

Sylvia Gossanie,

"dass sie mit dieser Einstellung in der eindeutigen Minderzahl sind. "

Ist das so? (in der letzten Wahl, Bayern, anscheinend nicht)

"Wenn eine unübersehbare Gruppe Deutscher fordert, Menschen wegen ihrer Ethnie oder Religion pauschal unter Generalverdacht zu stellen"

Wo sehen Sie diese unübersehbare Gruppe (außer in der deutlich tendenziösen Berichterstattung der Medien)?

Ich sehe genau zwei legitime Positionen (das Asylrecht immer unbenommen!), die hier im Widerstreit stehen:

- Aufnahme aller, die zu uns kommen wollen (Pro Migration)

und

- Stopp oder auf jeden Fall sinnvoll begrenzende, rechtsstaatliche Regelung der Migration in unser Land

Ist es in einer Demokratie eigentlich nicht angebracht, sich mit anderen, auf der demokratischen Grundordnung stehenden Positionen zumindest inhaltlich auseinander zu setzen anstatt die generell zu verteufeln (am liebsten nach vorhergehender Umdeutung)?

Und was ist davon zu halten, dass die Pro-Migrations-Position auffallend wohlwollend von Regierung, Parteiprominenz, Massenmedien, gewissen Reichen-Stiftungen und Thinktanks und den Öffentlich-rechtlichen vertreten wird, die andere Position aber grundsätzlich in ein "rechtes" Licht gerückt wird?

Ich nenne das undemokratische Einflussnahme, ja, Leute-Verblendung.


Am 16. Oktober 2018 schrieb Sylvia Gossani:

Lieber Herr Gellermann,

Sie beschreiben eine Demo, die genau das war, was sie sein sollte: ein nettes Zusammensein auf der Straße. In dieser Demo ging es alleine darum, denjenigen Mitbürgern, die in ihrer Informationsblase denken, sie wären repräsentativ „das Volk“ und müssten im Namen aller Deutschen ihr Heimatland vor dem drohenden Untergang durch Ausländer retten, zu zeigen, dass sie mit dieser Einstellung in der eindeutigen Minderzahl sind. Wenn eine unübersehbare Gruppe Deutscher fordert, Menschen wegen ihrer Ethnie oder Religion pauschal unter Generalverdacht zu stellen, dann ist es nötig, eine lautere Gegenstimme zu erheben. Das ist bessser als nichts.
Wir sollten uns allerdings fragen, warum denn die Menschen nicht zu Zehntausenden demonstrieren, wenn man gegen deutsche Beteiligung in völkerrechtswidrigen Kriegen, die Gesetzesbrüche der Waffenindustrie und NATO-Stützpunkte auf deutschen Boden aufruft? Sie hören es, aber es erreicht sie nicht. Warum?
Dass die Regierungsparteien kein Interesse an diesen Themen haben, braucht uns nicht zu empören. Wer hätte das auch erwartet.

Es steht aber jedem Aktivisten frei, auf Demos wie #unteilbar zu gehen, seine eigenen Schilder und Flyer mitzubringen und Mitdemonstranten auf die Aspekte des Welt- und Parteigeschehens aufmerksam zu machen, die bisher noch zu wenig beachtet worden sind.

Die Zeiten in denen wir auf den von oben gesteuerten Wechsel gewartet haben, sind doch längst überholt. Wer eine Information kommuniziert haben will, muss es schon selber tun.
--
Die Bürger werden eines Tages nicht nur die Worte und Taten der Politiker zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der Mehrheit. (Bertolt Brecht)


Am 16. Oktober 2018 schrieb Georg Moritz:

Eines hat die Demo sicher gebracht: die Bilder sind im Kasten. Die "Sicherheitsbehörden" haben es sich wohl nicht entgehen lassen, das Geschehen von strategischen Punkten aus mit hochauflösenden Kameras zu filmen.

Wo hat man sonst die Gelegenheit, eine viertelmillion potentieller Widerstandskämpfer biometrisch zu erfassen? Wegen Sicherheit, wissenschon.

Na gut, Aktion Südkreuz* war jetzt nicht so ganz erfolgreich, die Systeme seien unausgereift. Na dann werden sie eben gereift, bis sie was taugen. Rohmaterial von unschätzbarem Wert hat man jedenfalls zum Training der Systeme, und bis daraus ein Analogon der "Rosa Liste**" generiert wird, ist nur eine Frage der (Reife-)Zeit. Die vergeht in Computerdingen ziemlich schnell.

Wie, was, ich sei paranoid? Ähm, nein - Edward Snowden hat mich gelehrt, daß ich all die Jahre gar nicht paranoid genug war.

Bürgerrechtler im Parlament sollten nun die Regierung mindestens fragen:
1. - wurden während der Demo Filmaufnahmen seitens der Sicherheitsbehörden gemacht?
2. - wenn ja, zu welchem Zweck, mit welchen Systemen? Auf welcher Rechtsgrundlage?
3. - wie wird sichergestellt, daß die verfertigten Aufnahmen nach Erledigung oder Hinfälligkeit ihres Zweckes gelöscht werden und keine Kopien weiter existieren?

Frage 3 beantworte ich gleich selbst: geht nicht - auch mit nur einem 10 Jahre alten Computer und USB-2.0-Festplatten etwa vom Mediamarkt lassen sich 4 Terabyte in ein paar Tagen kopieren; das Medium paßt in jede Hemdtasche. Ob es illegale Kopien gibt, die an geheime Vertragspartner ausgeleitet werden, hängt nur von der in den Diensten vorhandenen kriminellen Energie ab. Aber die gibt es ja, zum Glück, dort bekanntlich nicht (Amri, NSU, etc).

*) https://www.ccc.de/de/updates/2018/debakel-am-suedkreuz
**) https://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Liste


Am 16. Oktober 2018 schrieb randy andy:

Danke lieber Uli Gellermann
Ich hatte schon durch einen deiner letzten Artikel Angst, du würdest dich ebenfalls in diesen inszenierten Links-Rechts-Wahnsinn hineinziehen lassen.
Aber zum Glück wie z.b. dieser Artikel wieder zeigt, ist dein Blick auf das Ganze noch erhalten geblieben .
Vielleicht wurde die Aussage "in der Politik passiert nichts durch Zufall" etwas zu oft zitiert, denn anscheinend haben das viele aus den Augen verloren.
Wenn ich diese orchestrierte Massen- ...mmmh... Psychose ? Hysterie ? ( oder was auch immer ) von diesen #Unteilbar-Teilnehmern sehe, wird mir gelinde gesagt schlecht.
Ja prügelt nur auf mich ein aber der Grund ist einfach, denn ich wurde in einem christlich sozialen Elternhaus erzogen. Mein Vater war von Geburt bis zum Tod Sozialist(aktiv), hat aber bereits Ende der 90iger massiv an der Veränderung des sozialistischen Grundgedankens bzw der Richtung welche die Sozialdemokraten einschlugen, Kritik geübt.
Ich will damit sagen, dass für mich "Welt-Offenheit, soziales Engagement, ein Miteinander, Anderen helfen usw" zu meiner Erziehung und zu meinem Leben gehören.
Und genau deshalb wird mir schlecht bei Inszenierungen wie #unteilbar, denn
ich messe Menschen in erster Linie an ihren Handlungen und erst in zweiter Linie an ihren Aussagen.
Wie du nämlich sehr treffend erwähnst, haben diese selbsternannten Gutmenschen aka Nahles, Trittin, Merkel und Co keinerlei Problem andere Länder, Völker, Menschen zu 100.000 killen zu lassen, keinerlei Problem echte Nazis (Thema Ukraine) zu fördern und zu sponsern, kein Problem Massenmörder zu hofieren usw usw.
Und genau DAS ist der Grund weshalb ich solchen Typen niemals hinterher laufe, geschweige dem sie bejuble.

Ich meine wie weit kann Verlogenheit noch gehen, wenn man sich einerseits als "Gutmensch" darstellt und andererseits einem Wahnsinn ala Madeleine Albright zujubelt, für die 500.000 tote Kinder ein Mittel zum Zweck darstellen ??? Einen den Nobelpreis tragenden Drohnenmörder Obama bejubelt ? Einer Killary Clinton ? usw
Oder etwas kleiner, wie mein "Liebling" Heiko Maas, der auf der einen Seite etwas über Weltoffenheit und Rechtsstaatlichkeit palavert aber auf der anderen Seite ein Zensur-u.Überwachungsgesetz bringt, wo selbst G o eebels große Augen gemacht hätte. Ein Maas für den Grundgesetze reine Auslegungssache sind und das als Jurist !?

Die Liste könnte man Seitenweise fortführen nur eins stört mich mittlerweile immens an dem ganzen Flüchtlingsthema und zwar diese Vereinnahmung der ganzen Flüchtlinge selbst, durch dieses Gutmenschentum.
Was sollte das GEFLOHENEN helfen ? Was ist am Wort Flüchtling nicht zu verstehen ? Glauben die tatsächlich es ist sooo toll seine Heimat verlassen zu müssen ?
und genau dieses Thema wird vermieden wie der Teufel das Weihwasser meidet "die Flucht URSACHEN".
Liebe Gutmenschen; Nur als kleines Beispiel..... hat sich von euch schon ein einziger z.b. gefragt "was macht die Bundeswehr in Mali?" Wäre eigentlich ganz leicht zu recherchieren: Sie beschützt zusammen mit franz.Spezialeinheiten das Uran-Abbaugebiet der AREVA, dem Atomriesen aus Frankreich und wenn von dort die Menschen flüchten, dann ist das eine reine Überlebensfrage, denn was Areva dort aufführt, findet sich in genug Dokumentationen. In der einen oder anderen Art kann man dieses Beispiel auf dutzende, ja hunderte Orte weltweit anwenden, wo die Menschen aus reinem Überlebensinstinkt flüchten.
Ja ja der so hoch gepriesene Globalismus; so schön, so wunderbar :-) ..aber nur so lange man seine irren, durchgeknallten, größtenteils tödlichen Auswirkungen ausblendet bzw am besten völlig negiert.

Wie Eingangs erwähnt, die Handlungen sind es die zeigen, welch Geistes Kind der oder die Einzelne ist und nicht das ganze Getöse dieser selbsternannten Politiker, die ganzen verbalen Luftnummer, welche sie in den Kaderschmieden lernen. (und nur das lernen sie dort; sonst nichts; situationselastische verbale Vorwärt-Rückwärtssaltos...das kann ich als "Ehemaliger" bestätigen)

p.s.: lasst mich noch Einen anfügen, denn da wird diese Absurdität noch deutlicher und zwar den finanziellen Aspekt. Seht euch nur einmal ganz kurz an "Wer" an diesem dutzende Milliarden schweren Kuchen am meisten partizipiert !? Tipp von mir: die Flüchtlinge sind es nicht

Und diesen Typen soll ich jubelnd hinterher laufen ? Nein niemals !

Antwort von U. Gellermann:

In der Kürze läge sicher eine argumentative Würze.


Am 16. Oktober 2018 schrieb altes Fachbuch:

faktencheck bitte:
- organisatoren der demo waren ein aktionsbündnis brandenburg gegen .... und die PdL war nur ein gast/teilnehmer/"trittbrettfahrer"... wie tausende andere auch??
- diese demo wäre auch ohne die beteiligung der PdL passiert?
- die PdL ist nur ein teil dieses netzwerkes?
- #unteilbar ist KEINE erfindung der PdL, insb. eines "kipping-flügels"?
- stammt der "Unteilbar-Slogan "Solidarität statt Ausgrenzung!" von der PdL?? bitte vorstands- oder fraktionsbeschluss posten
- kann man als initiator von #unteilbar sich seine follower aussuchen und ausgrenzen;)?? ist maas dann nicht der mehr trittbrettfahrer als nahles, trittin und kühnast, die wenigstens unterschrieben haben?
- wenn ich gefordert hätte, merkels regierung "weg zu machen", wäre ich dann afd'ler?? und das auf kyrillisch, bin ich dann putinversteher? DIE MACHT ÜBER DIE DEUTUNG VON WORTEN STEHT ÜBER DEN VERSTAND ZU IHREM GEBRAUCH! freut sich maas über die sonne, muss ich für regen sein??
- obwohl menge, breite und vielfalt vereint unter einer losung marschierten, um die 240.000 zusammen zu trommeln, war doch die einzelpositionierung der einzelnen nicht verboten?? in anderen quellen wurde das übrigens auch so dargestellt!
- findet hier in der diskussion nicht 1. eine angebliche vereinnahmung der bewegung #unteilbar durch die PdL statt, und 2. vermischt man in der galerie nicht zu oft bewegungsmotto mit parteistandpunkt, der 3. sehr wohl von der bewegung sich unterscheidet, wenn man dann auch mal gewillt ist, parteiprogrammatik gegen den aufruf querzulesen!!????
- auch die dkp und mlpd sind dabei gewesen: würden die in der galerie argumentieren, unterstellt man ihnen wieder, die bajonette zu wetzen. ich hab's erlebt:)
- die PdL und #unteilbar sehen #aufstehen wegen dem einsammeln von spd/grünen/afd-stimmen eher RECHTS im spektrum!? UND
- gerade die bayernwahl hat gezeigt, dass härte und abschottung in der migrationspolitik NICHT den nerv einer mehr finden!!?? übrigens, wer den zusammenhang zwischen der demo und der wahl herstellt, sollte auch erwähnen, dass die PdL ihr ergebnis fast verdoppelt hat!?

richtig ist, dass viele einen regenbogen des bejammerns gebildet haben!!
richtig und traurig ist, dass unter dem banner der ursachenbekämpfung keine 10.000 leute zusammen kämen. UND DAS IST DIE URSACHE DES GRÜNEN WAHLERFOLGES! in 20 jahren werden auch die grünen verbrannt sein. es sei denn, #aufstehen ist besser als #unteilbar??

Antwort von U. Gellermann:

Die vielen Fragen verlangen eher ein Seminar als als eine kurze Antwort auf eine Zuschrift.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Michael Kohle:

Hallo Herr Gellermann,

Aufstand der Rattenfänger am Prenzleberg oder doch nur ein Love Parade Revival? Ganz so falsch liegt Gellermann mit seinen kritischen Zeilen nicht. Aber jetzt mal ehrlich, wer von den Organisatoren (von den Auftraggebern ganz zu schweigen) hätte denn wissen können, dass an einem dreizehnten Oktober ein „Wetter wie für Sommermärchen“ herrschen wird und dem total untervö …ääh… unterfeierten Berliner doch noch die Gelegenheit für eine Party im Freien geboten werden wird.

Fest der Freundlichkeit, so hat es Gellermann genannt. Ich würde behaupten wollen, dass da eher die Tatsache eine Rolle gespielt hat, dass ihm - dem weltoffenen Berliner - vor Jahren die allseits beliebte Love Parade abhanden gekommen war. Dank der Unter-Performance von Jogis Buben in eben diesem Sommer zu Moskau ist dieses Jahr das übliche Fan-Meilen-Fest der Millionen (mit oder ohne Helene F.) auch noch ins Wasser gefallen. Was dann just am Freitagabend abging, nun, spätestens da dürfte Manchem klar geworden sein, dass es für solcherlei Festivitäten so schnell keine Veranlassung mehr geben dürfte und um Gelegenheit „No to racism“zu skandieren schon gar keine. Und so traf es sich günstig am Samstag, zu handeln bei diesem Wetter zum Helden zeugen!

Sage und schreibe eine Viertelmillion soll es tatsächlich dann doch auf die Straße getrieben haben - einst als Demo für satte vierzigtausend Teilnehmer euphorisch angemeldet von ein paar bösen üblichen Verdächtigen. Das wird nüscht werden, dürfte es in vertraulichen Mitteilungen des zwischenzeitlich herrenlosen VS wohl geheißen haben. Wer hätte das denn ahnen können? Einer - wirklich nur einer ? - rief und alle kamen. Fast alle! Die Blaualternativen blieben wohlweislich zuhause. Die schwarzen Alternativlosen auch, ihnen war der Demo-Anmelder nicht grün genug, hieß es. Ein Linksradikaler, ein Linksterrorist? Aber sonst? Sogar die Sozen und auch die Grünen, wie bei der Fassenacht zu Kölle, jeder mit eigenem Wagen auch noch. Selbst der Club der Eisbären nahm teil und zeigte sich solidarisch. Mit den Braunbären?

"Solidarität statt Ausgrenzung!“ lautete der Slogan zum Aufruf aus der angeblich linken Organisatorenecke. Das Linke-Wahlplakat von einst mit „Reichtum für alle“ hätte kaum für mehr Zulauf gesorgt. Nur der Dachverband der Bierbrauer hätte noch zu geringfügig mehr beitragen können. „Freibier für alle“, das wärs gewesen. Auf jeden Fall jedoch: allerseits grenzenlose Empathie für einen armen gejagten Hasen. Und jede Pfeife, des Pfeifens mächtig oder nicht, fühlte sich dazu berufen, den Rattenfänger zu mimen um in eigener Sache den Influenzer zu geben. Und so wird es auch ab sofort morgens um sechs heißen auf den LED-Weckern der Nation: „#unteilbar"! #Aufstehen ist out! Wollte jemand mehr erreichen?

„Wir haben uns unsere Freiheit über Jahre sorgsam gemeinsam erarbeitet. Sie ist nicht selbstverständlich oder in Stein gemeißelt. Wir stehen auf dem Prüfstand und es gilt viel zu verteidigen.“ Groelemeyers Fensterreide stimmt nachdenklich. Ob der Barde weiß, wohin der Hase tatsächlich läuft? Es gilt viel zu verteidigen, sagt er? Warum nur muß ich bei solch einem Gewäsch an Susanne Klattens Sparstrumpf denken? Sei er ihr doch gegönnt! Wo ich mehr Schwierigkeiten habe mit, ist so was wie hiermit: https://www.youtube.com/watch?v=nlVC5Lfbp_k. Ach, wenn es nur die paar Wiesel wären in Litauen, na dann. Aber da gibt es derzeit ja auch noch Diverses in Norwegen - 16 Leopard II z.B. - und manch anderes das zur Vorwärtsverteidigung trefflich zu dienen vermag. Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Es geht gar nicht um die Rettung des Sparstrumpfs der reichsten Frau im Lande, der von dunnemals, zum Platzen gefüllt von den Ahnen, ein Quandtum Trost! Weit gefehlt, es geht längst um das Füllen und Verteidigen des zweiten, wenn nicht gar des dritten Sparstrumpfs.

Da trifft es sich günstig, wenn sich jetzt doch einmal jemand gegen Rassismus wg. angeblicher Hasenjagden und sogar gegen Nazis verwahrt. Doch, doch, das beruhigt ungemein! Weiter so!


Am 15. Oktober 2018 schrieb Paulo H. Bruder:

exzellent! alles zutreffend. kein persilschein für diejenigen guten gewissens. unheilbar #unteilbar ...


Am 15. Oktober 2018 schrieb Michael Riecke:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

wo waren die Arbeitgeberverbände auf dieser Veranstaltung? Haben Sie nicht mindestens eine Grußbotschaft an die Veranstalter geschickt? Grenzenlos heißt ja auch grenzenloser Kapitalverkehr ohne die lästigen Steuern.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Klaus-Jürgen Bruder:

Lieber Uli,

ich kann mich Deiner glänzenden Analyse nur anschließen,
ebenso machen die meist sehr guten Kommentare jeden weiteren überflüssig.
Deshalb nur 2 Zitate:

„Schlau sein, dabei sein!“ war Peter Gentes (des begnadeten Verlegers der einflussreichen Merve Broschüren) Anmerkung zu den Symptomen des Zerfalls des politischen Bewusstseins am Ende der 68er Jahre

und: „Dafür ist das neue Dagegen“ (Parole der Broschüre der Gruppe „Offene Gesellschaft“)

Allerdings ist die Forderung nach „offenen“ Grenzen durchaus eine linke.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Marc Britz:

Es ist leicht zu inferieren, welche Art Menschen nicht in einer friedlichen, offenen, demokratischen und - auch international -Lieber solidarischen Gesellschaft leben wollen. Sich gegen diesen relativ kleinen Anteil der Bevölkerung stellen zu müssen, sollte tatsächlich (zumindest ein linker) Allgemeinplatz sein. Von daher ist es prinzipiell nur zu begrüssen, dass so viele Deutsche für eine friedliche, offene, demokratische und solidarische Gesellschaft auf die Strasse gehen.

Das Problem ist aber, dass die Intiatoren der hier besprochenen Veranstaltung und viele ihrer Beifall spendenden Trittbrettfahrer von Seiten des politischen Establishments so tun, als ob es sich bei einer friedlichen, offenen, demokratischne und solidarischen Gesellschaft um eine Gesellschaft der Gegenwart handele, und nicht um ein Projekt der Zukunft. Und es ist ein noch viel grösseres Problem, dass gerade die Initiatoren und vor allem die von Uli so trefflich skizzierten Nutzniesser aus dem Mainstream am meisten mit ihrer Politik dazu beitragen, dass die von ihnen vordergründig so gefeierte Gesellschaftsform auf lange Sicht Utopie bleiben muss.

Es wäre aber meiner Ansicht nach Aufgabe einer selbsterklärten politischen Avant-Garde wie AUFSTEHEN gewesen, gerade da tätig zu werden, wo die Saat der Aufklärung über diesen Sachverhalt wahrscheinlich grössere Erträge bringen würde, als eine Fischerei um Stimmen am rechten Rand. Insofern stimme ich dem Kommentar von Ute Plass betreffend einer potentiellen Rolle von AUFSTEHEN auf UNTEILBAR vorbehltlos zu. Was man noch nicht steuern kann, muss man kapern!

Ich bin mittlerweile (oder wieder) zu der Überzeugung gekommen, dass mit Menschen, die, wenn auch nur des vermeindlichen Protestes wegen, bereit sind den NATO-NAZIS von der AFD auch nur die Stimme zu geben, KEINERLEI Staat zu machen ist (oder nur einer, in dem ich nicht leben will). Denn da ist der moralische Kompass unwiederbringlich verloren gegangen.

Es ist meiner Ansicht nach ein grosses Versäumnis von AUFSTEHEN, bzw. von Wagenknecht selbst, nicht hinreichend klar gemacht zu haben, dass die Einführung von adäquaten Einwanderungsgesetzen in Deutschland, im Gegensatz zur Wall-Street-freundlichen „Utopie" der offenen Grenzen, nicht bedeutet unserer Verantwortung gegenüber den von uns mit Krieg und Wirtschaftsmacht aus ihrer eigenen Heimat vertrieben Menschen nicht nach kommen zu müssen, sondern dass dies zunächst einmal nur bedeutet, dass die Last diese Menschen zu beschützen adequat vom Staat übernommen werden muss anstatt diese, wie bisher, überforderten und strukturschwachen Kommunen und Privatpersonen bzw. Initiativen zu überlassen. Eins muss klar sein: Solange wir diese Menschen, durch die Politik, die wir zulassen, mit Krieg und Leid überziehen, ist es unsere verdammte Pflicht ihnen WENIGSTENS bei uns Asyl zu gewähren. Dies ist kein Problem der Finanzierung, genau so wenig wie die Abschaffung von Hartz IV eines ist. Es ist ein Problem der Umverteilung. So lange auch nur der geringste Eindruck bestehen bleibt, dass die Massnahmen von AUFSTEHEN bezüglich der Flüchtlingsfrage nur dazu dienen, die hier in Deutschland auftretenden Syptome des Problems zu bekäpfen, wird AUFSTEHEN ein Problem haben, eine linke Mehrheit zu mobilisieren. Sollte dieser Eindruck, wie ich glaube, lediglich ein Problem der Medienmacht sein, und nicht eines tatsächlicher Politik, besteht um so dringlicher Handlungsbedarf von AUFSTEHEN! Dass eine linke Mehrheit (im Sinne von AUFSTEHEN) möglich ist, haben 140.000 Menschen bewiesen, die bloss weil sie nicht unbedingt die ultimativen, kleinbürgerlichen aber brandgefährlichen Motive der Initiatoren kennen, nicht so einfach auf deren Seite subsummiert werden sollten.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Eckehard Irkens:

Bis diesen Sonntag habe ich mich immer gefragt wie der Enkel- Trick eigentlich funktionieren kann. Bis dato nahm ich an das diese Masche nur bei älteren und sehr alten Menschen greift.
Ich habe mich geirrt!

Allerdings freue ich mich darüber das die "Humanisten" der Muslim- Brüder, sowie Vertreter der Grauen Wölfe die Gelegenheit genutzt haben ihr Menschenbild öffentlich durch Teilnahme an der Pro- Groko- Demo zu widerrufen.
Oder sollte ich da etwas falsch verstanden haben?


Am 15. Oktober 2018 schrieb Christine Full:

Hallo Herr Gellermann,

Ein "Unteilbar gutes Gefühl" bei maass und merkel kann ich mir im Vorfeld der Unterzeichnung des UN-Migrationspaktes am 11.12.18 gut vorstellen.
Diese Bundesregierung ist bestimmt sehr stolz darauf, soviele "Demonstranten" für ihre Ziele auf die Straße gebracht zu haben.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

Es ist schon erschreckend wie die Vorsitzende der SPD ihrem "Job" nachgeht und einerseits von Sozialstaat, Solidarität oder respektvollem Umgang miteinander faselt, um dann als Fraktionsvorsitzende einer der beiden Regierungsparteien nicht plastisch sondern praktisch eine Politik zu betreiben (und als Arbeitsministerin betieben hat, man bedenke die Gesetze zur Abschaffung gewerkschaftlichen Handelns) die das genaue Gegenteil der o.g. Faselei für die Bevölkerung bedeutet oder anders ausgedrückt: der Sozialstaat ist abgeschafft und zu einem Überwachungsstaats degeneriert (Hartz 4, Armutsrenten u.a.), die Solidarität sieht jeder Arbeitnehmer an seinem immer kleiner werdenden Nettogehalt (Nominallohnzuwachs geht seit mehr als 20 Jahren gg. null) und an den Steuersätzen (gehen auch gg. null) für z.B. Amazon oder Google, Bertelsmann Springer und CO., und der respektvolle Umgang miteinander wird mittels faschistoider Polizeigesetze der Bevölkerung schon beigebracht werden (Kritik heißt heute Hatespeach und wird strafrechtlich verfolgt siehe U. Gellermann).

Die Landtagswahl in Bayern zeigt m.E. wer, wie das Beispiel der Grünen darlegt, brav fast jedem militärischen und somit verbrecherischen Einsatz der NATO-Truppe Bundeswehr zustimmt, nicht die drängensten Probleme der Bevölkerung (z.B. Niedriglöhne, Wohnungsnot) anspricht und für Fr. Merkel betet wird von den Mainstreammedien wie ARD, ZDF, Bertelsmann, Springer oder Holzbrink, gemocht und mit positiver Berichterstattung bedacht; Hauptsache keine Kritik an den derzeit Herrschenden.

So funktioniert marktkonforme Demokratie und insbesondere die Grünen haben das verstanden, verinnerlicht und umgesetzt.
Auch die Wahl in Hessen wird das zeigen. Kein Wort z.B. darüber das die Grünen vor der Wahl 2013 in Hessen die Wählerstimmen der Bürgerinnis gg. die 3. Startbahn in Frankfurt/M. eingesammelt haben um dann diese Startbahn zu bauen. Wer erinnert sich noch an das Hamburger Kraftwerk Mohrburg, den sog. Atomkompromiss? Vergessen. Steigt die Themperatur des Rheins, wie in diesem Sommer in Baden Würtemberg, über 28 Grad Celsius werden nicht etwa die Kraftwerke die das Wasser des Rheins zum kühlen verwenden herunter gefahren sondern die Grünen Minister in diesem Bundesland erteilen Sondergenehmigungen für diese Kraftwerke; die Tonnen toter Fische und andere zerstörte Flora und Fauna ... ?
Das hessische Verwaltungsgericht hat für Frankfurt/M Fahrverbote wegen der hohen Luftveschmutzung angeordnet. Die hessische Umweltministerin Fr. Hinz (Grüne) hält dieses Urteil für unangemessen und setzt es nicht um. Wirklicher Umweltschutz wird duch B'90 Grüne politisch verunmöglicht und ist zu einem Wahlkampfslogan verkommen. So geht marktkonformer demokratischer Umweltschutz.

Sich klar gegen Ausbeutung, Umverteilung und Umweltzerstörung richten war ein Motto der Demonstration vom vergangen Samstag. Offene Gesellschaft (Open Society, der Name der Soros-Stiftung) ebenso, Nachtigall ick hör dir trapsen. Ob die vielen Demonstranten vom vergangenen Samstag mitbekommen haben das sie nach der Pfeife der rechten und neoliberalen Rattenfänger tanzten?
Es bleibt weiterhin die Aufgabe von #aufstehen aufzuklären und, um es mit zwei Buchtiteln von Leo N. Tolstoi zu sagen, Krieg und Frieden sowie Herr und Knecht im gesellschaftlichen Diskurs zu halten.
#unteilbar bleibt unheilbar, DBDDHKP.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Arno Pluschke:

Hallo Herr Gellermann,

Ihre Analyse ist wie immer scharfsinnig und äußerst informationsreich. Aber:Hätte man gar nicht zur Demo hingehen sollen ?

Antwort von U. Gellermann:

Da waren viele gute Leute. Aber auch gute Leute können sich irren.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Wolfgang Ringel:

Die Wahlen zeigen es: B(a)y, b(a)y Bayern. Und Deutschland wird dir folgen - in die politische Unterwelt.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Sven Pawlak:

Mit Maas und Nahles für Solidarität ohne Grenzen! Echt Unheilbar.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Lutz Jahoda:

DER WAFFENSTARRENDEN UNFREUNDLICHKEIT
EIN UNTEILBAR GUTES GEFÜHL GEGEBEN

Unteilbar? Gewiss! Nur leider verwaschen.
Die Ratio zeigt dies lupenrein klar:
Unteilbar bleiben die randvollen Taschen
Der Kriegsgewinnhorter blutige Maschen.
Am Grundübel regt sich kein einziges Haar.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Lena Weigel:

@Artur Aschmoneit

". . . daß auf den Kommentaren seiner Seite mehrfach die Soros-Keule geschwungen wird, ein unverkennbar antisemitischer Verschwörungstopos." - Wer sowas schreibt und damit Kritik an Soros als "antisemitisch" einordnet, der ist entweder unheilbar naiv oder einfach intrigant. Er sollte die Galerie unbedingt dem Antisemitismus-Beauftragten melden.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Alexander Kocks:

Zur von Regierungsmitgliedern, Regierungsparteien und Kunstschaffenden gesponsorten Demonstration fällt mir ein Zitat
von Johann Wolfgang von Goethe ein:

"Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist. "


Am 15. Oktober 2018 schrieb Torsten Sommerfeld:

Ich habe zufällig am Sonnabend in der Halbzeitpause des Fußballspieles die heute-Nachrichten gesehen. Ein mehrere Minuten langer Aufmacher-Beitrag im ZDF über eine Kundgebung? Mit dem klebrigen Claus als Anmoderator? Da wusste ich, ohne, dass ich auch nur auf Bild und Text achten brauchte, dass diese Demo den Mächtigen zum Wohlgefallen ist. Wo war das ZDF bei der noch größeren Anti-TTIP-Demo? 10 Sekunden im Nachrichtenblock...

Und "wunderbarer Herbst der Solidarität"... Ich dachte, das kann die Frau da doch nicht ernst meinen. Lasst uns unsere Rentierpullover anziehen und kuscheln; die Abende sind dann doch schon ziemlich kühl...


Am 15. Oktober 2018 schrieb Harry Popow:

Die Metamorphose
Es ist vollbracht: Die Masse ist für Frieden und gegen Rassismus/Nazismus. Hauptsache, man war dabei. Hat „gekämpft". Man geht zur Tagesordnung über: Wachstum auf Teufel komm raus. Profitmacherei. Rüstung. Kriegsvorbereitung. Dagegen sein? Wogegen? Gegen „unsere" Rechtsordnung? Man will kein „Spielverderber" sein. Das Kapital hat mit dieser inszenierten „Unteilbar-Einigkeits-Floskel" über 250.000 Leute am Gängelband. Die werden sich hüten, jetzt nur noch - oh bittere Erkenntnis - AUFZUSTEHEN?. Das hat sich erübrigt. Alles geht weiter seinen kapitalistischen Gang...Oder?


Am 15. Oktober 2018 schrieb Ute Plass:

"Reich ist die Blut-Ernte der Waffenindustrie, deren Kriegsflüchtlinge uns weiter besuchen und den plastischen Vorwand für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit liefern. Davon im Aufruf der Unteilbaren kein Wort."

Umso notwendiger wäre es gewesen dass Menschen aus der *aufstehen*-Initiative
an der Demo hätten teilnehmen sollen um deutlich zu machen, wie Rüstungsindustrie und Waffenlobby die Welt (auf)teilen und die Solidarität nicht einer Politik gilt, die aufrüstet, statt abrüstet.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Andreas Schell:

Ihr zutiefst wahres Wort zur falschen Zeit, Herr Gellermann.

*Unteilbar* ist nur die Sehnsucht der Massen, glücklich und besoffen zu sein. Das leistet in Bayern das Oktoberfest, das deswegen inzwischen überall auf der Welt kopiert wird. Grün wird in diesen Zeiten wegen der schönen Farbe gewählt. Würde man diese Partei die NATO-Olivgrünen nennen, käme das der Sache näher. Zum Tragen kommt aber das diffuse Gefühl der Naturverbundenheit, das (ausgerechnet!) bayerische Großstädter empfinden, die jedes Wochenende in riesigen SUV-Kolonnen über Land und Berge herfallen, weil es in ihren Städten dreckig, laut und eng ist und nach Abgasen stinkt. Aber einfach auf dem Land zu wohnen: *undenkbar*!

In Bayern ist nichts passiert. Die Freien Wähler sind nämlich nichts anderes als die eigentliche CSU - absolute Mehrheit gerettet. Die AfD sammelt noch die 10% Stammtischnazis auf, die es schon immer gab und gibt, und die irgendwie bäh sind. Nur als Backup für die Herrschenden und das nur im Notfall.

Die Sozialdemokratie hat der Seeheimer Kreis, die fiesen Lügenbarone, NATO-Trolle und die Abrissbirne A.N. an der Spitze von innen heraus erledigt. *Unwählbar*.

Die Linke zerfällt in zwei Teile und ward fortan bundesweit nicht mehr erwähnt. Alles läuft nach Plan.

War da noch was? Ach ja. Die Unteilbar-Party. So was wie das Oktoberfest: Opium für's Volk.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Karl Döll:

Gellermann, wie der frische Tag.
Sie sind der Spielverderber. Sie dürfen doch nicht den Deckel aufmachen. Die Büchse muß ewig verschlossen bleiben, zum Schutz der real existierenden Menschheit.
Und was ist jetzt? Alle stehen sie da und sind nackt. Was hast du nur wieder angestellt.
Aber dass Bayern keine Lust auf Nazis hat, macht Laune. Fast wäre es egal, wer da die Stimmen kriegt.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Dieter Kusske:

Zum Thema auch ein interessanter Beitrag von Dagmar Henn zu #Unteilbar: "Ein Aufbruch ins Ungefähre"; sehr lesenswerte und tiefgründige Analyse.

https://daskalteherz.blog/2018/10/12/aufbruch-ins-ungefaehre/


Am 15. Oktober 2018 schrieb Ursula Brümannnt:

Danke, danke,danke Herr Gellermann, für diesen Kommentar. Er war nötig! Die Demonstranten zogen diesmal an mir und meinem randständigem Plakat „Schön, daß ihr da seid - Frei und grenzenlos ist nur die Ausbeutung - wer sind die Gewinner der offenen Grenzen?" vorbei, während ich, wenn ich für Abrüstung demonstriere, ziemlich vereinsamt mitlaufen muß...


Am 15. Oktober 2018 schrieb Hella-Maria Schier:

'Was werden die Teilnehmer der Aktion mit nach Hause nehmen? Ganz sicher ein gutes Gewissen. Wut auf die Herrschenden kaum. Jene Wut, die Voraussetzung für den Widerstand ist.'

Nein, natürlich keine Wut, die ist unfein, nur was für ''Wutbürger'' und die sind rechts. Wut ist rechts, alles klar? ''Sorgen'' übrigens auch. ''Widerstand'' natürlich sowieso und das ''Volk'' schon lange.
Wie könnte man sich auch der allgemeinen Freude an der Offenen Gesellschaft missmutig verschließen?
Der Open Society des George Soros?
Dieser edle Befreier der ganzen Welt und Freund Angela Merkels hilft aber nicht nur, natürlich aus rein idealistischen Gründen, Flüchtlingen und Migranten nach Europa, sondern fördert auch maßgeblich die Amadeu Antonio Stiftung und Psiram. Wer sich mit diesen mal näher befasst, wird sicher entzückt sein über den wunderbaren Geist allumfassender Offenheit und Toleranz, der dort vermittelt wird ?
Einen guten Eindruck vermitteln Dirk Pohlmann und Robert Fleischer hier:
''Die Abgründe von Psiram''
https://www.youtube.com/watch?v=AkyZYcuMnfs
Auch die Bundesregierung fördert und finanziert diese äußerst demokratiefeindlichen Einrichtungen meines Wissens. Tja, da soll es hingehen mit dem 'Kampf gegen Rechts'. Viel Vergnügen.
Rainer Mausfeld im neueren Interview mit Ken Jebsen ist der einzige Linke von dem ich bisher meinen eigenen Eindruck offen bestätigt fand, dass dieser sog. Kampf gegen Rechts vom Mainstream gewünscht und eigentlich de facto ein Kampf gegen Links ist und demnach einzige sinnvolle Zielrichtung sich gegen die neoliberale -sog. - Mitte richten müsste. Dies genau will der Mainstream, zu dem auch die Kipping-Linke ganz maßgeblich zählt, verhindern, indem er den rechten Gegner mit verschiedenen Methoden und gerade auch mit Hilfe der Linken aufbaut und allen Gutwilligen als Gegner anbietet.
Er profitiert von linkem ebenso wie von rechtem Protest, solange die Linken nicht ins Machtzentrum zielen und fördert wahrscheinlich beide.
Der Verfassungsschutz ist sowohl mit der rechten Szene verquickt als auch mit linksfaschistischen Institutionen wie Psiram, die rechts angeblich bekämpfen - siehe das o.g. Video.
Es ist eine Einkreisung von allen Seiten.
Es ist gut. engagiert und leidenschaftlich gegen Kriegspolitik und für den Sozialstaat zu kämpfen - man merkt es auch an der ablehnenden Reaktion der Mächtigen, dass dies einem tatsächlichen Kampf gegen Rechts weit näher kommt, als der Etikettenschwindel , der sich so nennt.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Hermann Falk:

Danke für den Beitrag. Genau so habe ich die Veranstaltung gefunden. Ich ging zur Kundgebung und verzichtete auf Teilnahme an der Demonstration
wegen der Unverbindlichkeit der Reden und der Losungen, wie es schlimmer kaum möglich ist. Friede, Freundschaft, Eierkuchen-ein bisschen Menschenverdummung.
Sogar Frau Merkel kann dankbar sein für so einen “Protest”, nimmt viel kritische Luft. Denn jeder konnte sich alles vorstellen, wofür er denn demonstriere.
Deshalb gab es wohl auch so viele Unterzeichner zum Appel. Aber “Aufstehen “ hätte vielleicht doch mitmachen sollen und mit seinen Losungen
Akzente setzen können/müssen. Viele der Teilnehmer wollten sicherlich mehr als die gebotenen Allgemeinheiten. Was für ein Jammer, wie so viele Menschen getäuscht
und im Grunde missbraucht werden konnten.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Heidi Schmid:

Danke für Dein offenes Wort - wer wollte sich dazu schon beklagen.
Mich macht die Entwicklung samt dem Heute mehr und mehr mutlos
und lähmt mich geradezu. Wie blind sind Mitmenschen, Wähler,
Stammtisch-Diskutierer ? Ich höre braunes Denken allerorten und
nur einige Redner hängen ihr Mäntelchen in den Wind, nachdem ich
MEINE (andere) Ansicht ausspreche.
Ich habe kein Rezept zur Lösung vorliegender Probleme, aber auf
keinen Fall verbessert sich irgendetwas durch Rassenhass, Nazitum,
Nachbarschaftshetze und Jagd auf Flüchtlinge und Andersgläubige.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Gideon Rugai:

Was ich besonders an Uli Gellermann schätze, ist nicht nur sein journalistisch scharfer Verstand und die herrliche Aufbereitung seiner Analysen, sondern vor allem sein menschlich-intuitives Gespür für die Wirklichkeit - für das was (wirklich) wirkt und damit Wirklichkeit bewirkt .

Saturierte Grünlinge, vegane Neo-Hippies, daneben die passende soziale und demokratische Politprominenz die gerade noch so eben links vom "rechten Pfad" alter Schuleherumstolpert und sich schon während der ersten 18 Jahre komplett im 21. Jahrhundert verlaufen hat.
Und drumrum ? Naja, was sonst noch in dem Millieu so vor sich hinwächst:
Einträchtig eingehakt zur Lichterkette der Toleranz aufgereiht and powered by Multimedia, Bertelsmän & Company......PEACE V !!


Heiko Maas sehe ich vor meinem geistigen Auge eigentlich nur noch mit einer eigentümlich glänzenden Patina überzogen. Glattpoliert und geschmeidig - keine noch so kleine Öffnung in und durch die Heiko nicht widerstandslos (hindurch-)flutschen könnte...

"Faszinierend !"... würde Spock sagen...


Am 15. Oktober 2018 schrieb Artur Aschmoneit:

So wie es unsauber argumentiert ist, das Lob von Gauland für Wagenknecht ihr anzulasten, ist es unzulässig, die warmen Worte von Maas für #unteilbar deren Organisatoren vorzuwerfen. Redlich wäre allein die Prüfung, ob die genannten Aussagen inhaltlich geeignet sind, statt emanzipatorischer Impulse rechte zu befördern.

Natürlich sind die hämischen Aussagen von taz, Liebich und Co. (?#aufstehen bleibt lieber sitzen?) zum Kotzen und zielen nicht darauf, linke Positionen in der Linkspartei zu stärken. Nur macht das nicht im Umkehrschluß Wagenknecht zur Linken in der Linkspartei.

Sollte ich richtig gelesen haben, dann lautet die Argumentation in Sachen #aufstehen gegen #unteilbar: Die rechten Linken (namentlich Kipping) nutzen die Unklarheiten von #unteilbar, um ihre Position der Regierungsbeteiligung zu stärken. Das tun sie, um die linken Linken (namentlich Wagenknecht) zu schwächen. Letztere sind verantwortungsbewußt, weil sie statt von offenen Grenzen zu träumen benennen, daß Deutschland nicht unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen kann und damit WählerInnen erreicht, die sich ansonsten bei der AfD verorten könnten.

Das wirft zwei Fragen auf:
Erstens: Ist die Bewertung zutreffend, daß es sich bei den Veranstaltern um „unheilbare Schlauberger" (ein Begriff, den der Galerist dreimal verwendet) handelt? Unter ihnen finden sich nahezu alle Vereinigungen, die sich in der BRD mit Hilfen für Flüchtlinge und den Ursachen für Migration beschäftigen. Ihnen allen die Expertise abzusprechen (weil sie sich vor Kippings Regierungskarren spannen lassen?) ist selbstherrlich. Sie als #scheinheilig zu denunzieren, paßt leider in den ?journalistischen? Mainstream.

Zweitens: Gibt es Essentials für linke Politik, die nicht für Prozentzahlen bei Wahlen geopfert werden dürfen? Das Frauenwahlrecht war bei proletarischen Männern nicht immer populär, mit Rechten von Homosexuellen hatte der durchschnittliche linke Wähler nicht immer was am Hut, Ausstieg aus der Klima- und Rüstungskatastrophe ist Automobil- und Rheinmetall-Malochern nicht einfach klarzumachen. Kein vernünftiger Linker wird deshalb auf entsprechende Forderungen verzichten, sondern versuchen, sie in seiner Klientel zu vermitteln.

Handelt es sich bei der Frage nach offenen Grenzen um ein solches Essential? Verläuft die Grenze hier wirklich zwischen denen, die zwar nicht rassistisch sind, aber doch zu viele Flüchtlinge fürchten und denen, die vertreten: Wir verantworten die Ursachen für Flucht und müssen uns den Folgen stellen? Oder doch nicht eher zwischen den wirtschaftlich Mächtigen, die jegliches Thema mit der Drohung sozialer Nachteile versehen (wenn die Flüchtlinge kommen, wenn der Kohleausstieg droht, wenn Fahrverbote dräuen...) und denen, die mit den Dilemmata der angerichteten Politik leben müssen?

Selbst wenn man zu dem Schluß kommen sollte, offene Grenzen seien unrealistisch und die Forderung danach verenge das WählerInnen-Spektrum, bliebe die „realpolitische" Arithmetik: Gewänne die Linke mit der Forderung nach Flüchtlingsobergrenzen (nichts anderes vertritt Wagenknecht im Kern) mehr als sie verlöre bei denen, die sich zu Hunderttausenden um #unteilbar versammelt haben?

Ein letztes Wort zum Furor die Schwammigkeit von Aufrufen betreffend: Linke haben in der Vergangenheit tausende Stunden damit vertan, sich um korrekte Formulierungen zu fetzen - in aller Regel völlig an den LeserInnen vorbei. Das verkannte, daß Menschen sich Gedanken machen über die Anliegen, die sie auf der Straße vertreten wollen. Sie nehmen einen Anlaß wahr, gemeinsam genau dies zu tun. Wollten wir jeden Aufruf auf der korrekten Benennung der Haupt- und Nebenwidersprüche in der Entwicklung von Kapitalismus/Imperialismus/Globalisierung etc. bestehen, so müßten wir auf jede Demo zum 1. Mai, zur Wohnungsnot, eigentlich zu jedem Thema verzichten. Der zitierte Krefelder Appell ist ein gutes Beispiel dafür, daß eine politisch klare Bewegung aufgebaut werden kann mit einem so gar nicht revolutionären Text. Dann nämlich, wenn Linke IN den Bewegungen für ihre weitergehenden Ideen werben anstatt naserümpfend auf Mankos hinzuweisen.

Was mich gruselt: Der Galerist wendet viel Zeit und Emotion auf für die Kritik an #unteilbar-Versteher. Ihm entgeht leider, daß auf den Kommentaren seiner Seite mehrfach die Soros-Keule geschwungen wird, ein unverkennbar antisemitischer Verschwörungstopos.

Antwort von U. Gellermann:

Die zitierten warmen Worte von Herrn Maas für #Unteilbar sind kein Vorwurf, sie belegen nur, wie gut ihm die Inhalte des Aufrufs schmeckten.

Richtig erkennbar wird die Tendenz der Zuschrift in ihrem letzten Absatz: Hier kommt die Judenriecherei der Frau Ditfurth zum Zug, nach der die negative Erwähnung eines Namens schon dann Antisemitismus ist, wenn der erwähnte Mensch Jude ist/sein könnte. Auch die bewährte, unsaubere Antisemitismus-Keule muss leider einem sauberen Argument weichen.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Otto Bismark:

Nein, kein Kommentar, sondern eine besorgte Frage. Die Resonanz auf die Demo von "unteilbar" am Wochenende läßt mich erschauern. Nur ein paar Überschriften, in die Welt gekloppt als Reaktion auf "aufstehen" bringt einen wahrlichen Massenauflauf. Wie m.E. zuletzt bei der Anti-Bush-Demo seinerzeit in Berlin, als das Ganze noch einen Sinn erkennen lies. Und jetzt Sprüche wie "...gegen Hass..., ...gegen Rassismus..., ...für offene Gesellschaft... usw. Was ist los in Deutschland, kann es denn sein, daß sich 240.000 Menschen finden, die so ideologiefrei für Überschriften demonstrieren, ohne zu fragen, ob überhaupt etwas hinter diesen Worthülsen steckt. Ich habe zufällig gestern mit einem Nachbarn gesprochen, der arbeitet für ein Unternehmen mit Sitz in der Schweiz als Kraftfahrer und schätzt sich glücklich, einen luxemburger Arbeitsvertrag zu haben. Der als einer der wenigen Deutschen in dem Unternehmen erzählte mir, wie der praktizierte Rassismus dort in Wahrheit aussieht. Vier Kategorien von Arbeitnehmern gäbe es, zuerst die westdeutschen, dann die aus dem Osten Deutschlands, dann die anderen EU-Mitarbeiter und dann die aus dem weiteren Osten, Ukraine, Kasachstan und so weiter, alles dokumentiert mittels deren vertraglicher Arbeitsbedingungen. Vier Stufen in der Sklavenhierarchie. Gelebter Rassismus, anders kann man das nicht bezeichnen. Ob die "unteilbar-Demonstranten" auch daran gedacht haben? Wie z.B. die Sklaven der Landstraße in ihren 30-Tonnern unter gnadenloser Ausnutzung des Wohlstandsgefälles ausgebeutet werden? Unter Bedingungen, die denen nicht unähnlich sind, die Karl Marx im ersten Band seines Kapitals beschrieben hat? Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, bin nur entsetzt, daß Leute wie z.B Grönemeyer sich für so etwas instrumentalisieren lassen.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Ernst Blutig:

Unteilbar scheint mir vor allem das Gehalt bei den ökonomischen Krisengewinnlern der Pseudolinken.


Am 15. Oktober 2018 schrieb Jan Dark:

#unteilbar - ein Nachruf

Was ist passiert? Das Land kennt nach den besorgten und - allseits beklagten - Wutbürgern und einem vereinzelt gebliebenen Hutbürger seit gestern auch den besorgten Gutbürger.

Die Partei Die Linke hat dem Drang, Sahra Wagenknecht und #aufstehen in die rechte Schmuddelecke zu stellen, auch den letzten Rest an linkem Profil und Systemkritik geopfert und sich in das allumfassende (gut-) bürgerliche Bündnis eingereiht, an dem spätetstens seit Chemnitz quer durch alle Alt-Parteien fleißig gestrickt wird. Wie die laue Kritik der AFD an dem Entwurf eines Fachkräfte-Zuwanderungsgesetzes zeigt, vereinigt diese liberale Einheitsfront tatsächlich alle Parteien, Presseorgane und Rundfunkanstalten ist aufs Engste mit den Kapitalinteressen abgestimmt.

Wenn es Frau Wagenknecht gelungen sein sollte, mit #aufstehen eine originär linke Aufbruchsstimmung zu entfachen, wurde dieser gestern der Wind aus den Segeln genommen. Bleibt zu hoffen, dass sie die Mühen der Sammlung nicht verloren gibt und die Hoffnung all der #Aufsteher nicht enttäuscht und einsieht, dass das Land eine demokratische - sozialistische - Alternative braucht, die Die Linke - solidarisch modern - nicht mehr bietet.

Deutschland, in dem die Hauptstadtbürger unter dem Beifall der Regierenden zu Hunderttausenden auf die Straße gehen, um die rechte Opposition niederzubrüllen, während die Kanzlerin zugleich als Ikone der Jugend und der Linken aufgebaut wird, ist nur noch einen Schritt vom Totalitarismus entfernt.

Wacht auf! oder Wehret den Anfängen?

Dran bleiben...

Schlagzeilen

Wenn Sie sich für die Artikel der Rationalgalerie interessieren und immer erfahren wollen, wenn es Neuigkeiten gibt, können Sie unseren RSS-Feed abonnieren:
RSS-Feed abonnieren

Kürzlich...

11. Oktober 2018

Beerdigung des Journalismus

Comedy statt Nachricht: Ha, ha, said the Clown
Artikel lesen

11. Oktober 2018

Juden für die AfD

Da wächst was zusammen
Artikel lesen

08. Oktober 2018

NATO-Partner im Porzellan-Laden

Internationaler Gerichtshof USA sollen Iran-Sanktionen aufheben
Artikel lesen

29. September 2018

LINKE Spaltung

#Unheilbar - ein Aufruf zur Kipping-Sammlung
Artikel lesen

29. September 2018

Luftraum statt Wohnraum

Russenfangen über der Ostsee
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen