NATO-Demokratie kastriert

In der Türkei, Katar und anderswo

Autor: U. Gellermann
Datum: 20. August 2018

Genau so dröhnt es aus der NATO-Präambel: „Sie (die NATO-Staaten) sind entschlossen, die Freiheit, das gemeinsame Kulturerbe ihrer Völker, gegründet auf die Prinzipien der Demokratie, auf die Freiheit des einzelnen und die Grundsätze des Rechts, sicherzustellen.“ Was mag die NATO wohl gerade in der Türkei sicherstellen? Die Autokratie des Herrn Erdogan? Oder muss sie dringend demokratische Prinzipien in Katar behüten, dem Land, das ein NATO-Sprecher noch im Juli als “wichtigen und alten" Partner der Allianz würdigte. Der "alte" NATO-Partner Katar hilft gerade dem Uralt Partner Türkei (Beitritt 1952) aus einer kleinen finanziellen Verlegenheit: Mit Milliarden-Investitionen, um die wankende türkische Währung zu stützen. Das erzählt uns die „Tagesschau“ unter der Überschrift „Katar springt Türkei bei“. Nein, die Überschrift heißt nicht „Totalitäre Islamistische Erbmonarchie hilft türkischer Diktatur“. So viel Wahrheit will man doch den lieben Zuschauern nicht zumuten.

Warum auch? Hatte doch die Agentur "Reuters" diese Zeile vorgegeben: "Katar springt Türkei mit Milliarden-Investitionen zur Seite". Da springt man natürlich nicht aus der Reihe. Wenn doch fast alle anderen deutschen Medien auch nur von Hilfe und Unterstützung Katars für die Türkei reden. Neutral, scheinobjektiv, ohne die Länder zu charakterisieren. Auch dem Herrn Seibert, her Mistress Voice, der sonst recht gern das Wort von der Demokratie im Munde abnutzt, mag die Länder nicht bei Ihren wahren Namen nennen. Weil: Wo kämen wir denn da hin? Die Türkei hindert jede Menge Flüchtlinge am Weiterwandern. Und die Kataris sind wichtige Investoren in Deutschland. – Schon im letzten Jahr hatte das türkische Parlament eine Vereinbarung zur Stärkung der militärischen Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Katar genehmigt. Was machen Truppen eines NATO-Staates in Katar? "Nach der Ankunft dieser Verstärkung und dem Beitritt zu den türkischen Truppen, die derzeit in Doha stationiert sind (Tariq Bin Ziyad Militärlager des mechanischen Bataillons), begannen sie mit ihren Ausbildungsaktivitäten im Rahmen der gemeinsamen militärischen Zusammenarbeit zwischen dem Staat Katar und der brüderlichen Republik Türkei." So erklärt sich das katarische Verteidigungsministerium. Und wie Sie lesen, erklärt es nichts.

Eine Erklärungshilfe ist der Standort einer der größten US-Militärbasen am Golf in nächster Nähe. Auf der Al Udeid Air Base – 32,18 km westlich der Hauptstadt Doha – hat der NATO-Bestimmer USA jede Menge Mehrzweckkampfjets, Aufklärungsflugzeuge und Tank- wie auch Transportflugzeuge stationiert. Von dort aus erfüllte man die völkerrechtswidrigen Mordaufträge im Irak und in Afghanistan. Gern mit britischen Partnern, die sich seit Jahr und Tag als Laufburschen der USA wohl fühlen. Die andere Erklärung findet sich in den drittgrößten Gasreserven der Welt und der Tatsache, dass Katar der weltgrößte Exporteur von Flüssiggas ist. Kaum größer als Osnabrück wurde das Land so – immer unter freundlicher Mithilfe ausländischer Energie-Konzerne und ausländischer Militärs – zum Faktor internationaler Machtspiele. Welche "Prinzipien der Demokratie und der Freiheit" mögen die NATO-Staaten da gerade sicherstellen? Die Freiheit, den größtmöglichen Profit rauszuholen. Das weiß auch die deutsche Rüstungsindustrie, die gern und häufig Waffen nach Katar liefert. In deutschen Medien liest sich das dann so: "Deutsche Waffen für die Scheichs". Die Scheichs, wie romantisch. Als hieße der Chefredakteur Karl May. Und während das Scharia-Geschrei immer aufbrandet, wenn islamische Flüchtlinge die deutschen Grenzen queren, erzählen die Medien nur ungern, dass der orthodox-sunnitisch-wahhabitische Islam in Katar Staatsreligion ist. Erst neulich wurde eine Niederländerin gemäß der Scharia verurteilt: Weil sie vergewaltigt wurde, also strafbaren außerehelichen Geschlechtsverkehr hatte, wenn auch gegen ihren Willen.

Demokratie, die angeblich von der NATO so unbedingt sichergestellt wird, hat seriöse, möglichst umfassende Informationen zur Voraussetzung. Wie soll sich ein Wähler sonst über Parteien, Politiker und gesellschaftliche Verhältnisse informieren. Eine gewisse demokratische Öffentlichkeit hat in Deutschland durchaus zu einer ungewissen Skepsis über den militärischen Aspekt der NATO geführt. Mehr und mehr Menschen fragen sich, was NATO-Staaten in diversen Kriegen zu suchen haben. In Staaten, die kein NATO-Land angegriffen haben, deren innere Verhältnisse aber die USA und ihre NATO zum "Bündnisfall" nach Artikel 5 des NATO-Vertrages erklären. Dass die NATO-Herrschaft auch schwere Fälle von Demokratie-Kastration in den Mitgliedsländern zur Folge hat, ist keineswegs nur in der Türkei und ihrer neo-osmanischen Diktatur zu besichtigen. Bereits an der Selbstzensur deutscher Medien ist diese Einschränkung der Freiheit im NATO-Herrschaftsbereich zu erkennen. Im Fall Katar ist der Medien-Bündnisfall längst eingetreten: Ein glitzerndes Tarn-Netz aus Tausend-und-Einer-Nacht legen BILD & Co über die Diktatur. "Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani der junge Monarch liebt Pferde. Er soll 600 der edelsten Araber-Pferde haben. - Scheicha Musa bint Nasser al-Missned, zweite Ehefrau von Hamad bin Chalifa Al Thani und Mutter des aktuellen Herrschers Tamim bin Hamad Al Thani leitet die Museumsbehörde Katars, dem die wichtigsten Museen unterstehen". Da weht der Burnus doch strahlend weiß durch die Zeilen.

Doch die meisten bunten Nebelkerzen werden rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar geworfen. Klar, früh schon hatte man über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen publiziert. Aber das ließ die Katar-PR-Agenturen nicht ruhen. So mahnt denn der TAGESSPIEGEL, dass die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 für Katar eine Frage der nationaler Sicherheit sei. Denn der feindliche saudische Nachbar würde sich nicht trauen, ein WM-Land zu überfallen. Die SÜDDEUTSCHE wittert gar einen "Masterplan gegen die Katar-WM": Die Saudis planen angeblich etwas ganz Übles mit der FIFA. Tapfer stützt sich die TAGESSCHAU auf den britischen GUARDIAN und berichtet von 44 Arbeitern aus Nepal, die allein zwischen dem 4. Juni und dem 8. August 2013 auf Baustellen in Katar ums Leben gekommen sind. Doch versöhnlich und ohne jeden Sinn und Zusammenhang weiß die ARD-Truppe aber im Schluss-Satz: "Katar gehört zu den reichsten Ländern der Welt - nirgends ist das Pro-Kopf-Einkommen höher." Das wird die toten Nepalesen aber freuen. Die Fußball-WM gehört zu den wirklich wichtigen Massen-Manipulations-Instrumenten. Zwar ist sie durch Korruption ein wenig angeschmuddelt, aber natürlich hält die ARD die WM-TV-Rechte fest in der Hand und die Polit-Promis werden schon Termine in der Mannschaftskabine buchen: Fußballer-Schweiß ist das Parfum der Popularität.

Das Golfemirat Katar will Vollmitglied der Nato werden. Warum nur? Sagen doch die Kenner des Landes, dass der NATO-Staat Türkei ein Truppen-Kontingent nach Katar geschickt habe, das größer sei als das katarische Militär selbst. So kann die NATO demnächst in einen prima Krieg zwischen Katar und Saudi-Arabien verwickelt werden, in den sich wahrscheinlich der Iran einmischt, weil der sich mit den Kataris verbündet fühlt. Das wird schwer für die deutschen NATO-Medien. Obwohl: Die Schlagzeile "Türkei springt Katar mit Truppen zur Seite“, sollte bei "Reuters" oder der "dpa" längst im Rechner fertig sein. Auf die Headline „Kastraten-Chor deutscher Redakteure auf Tournee im Nahen Osten“ wird man dann nicht mehr lange warten müssen.

Fake-News - Lügenpresse
Werte und Normen im Journalismus
Es referiert:
Uli Gellermann, Journalist und Filmemacher

24. August 2018
15:45 Uhr bis 16:45 Uhr
Eine Veranstaltung der
Handwerkskammer Frankfurt (Oder)

Konferenzraum 2 - Bildungszentrum Handwerkskammer
Spiekerstraße 11,
15230 Frankfurt (Oder)


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 26. August 2018 schrieb Michael Riecke:

@ Gellermann
Das ist natürlich ironisch gemeint.


Am 25. August 2018 schrieb Michael Riecke:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

Katar ist eine Monarchie wie die Niederlande, England oder Saudi Arabien. Dort herrscht kein gewählter Despot wie in Russland. Was mir dabei so einfällt: Man hört in den MS und Staats-Medien so auffällig wenig von unserem Einsatz in Afghanistan. Gut, Afghanistan ist ein sicheres Herkunftsland in dem man gut und gerne lebt und unsere abgelehnten Schutzsuchenden gerne zurück reisen.
Dafür hat sich der Bundeswehr/Nato- Einsatz gelohnt. Denn unsere Sicherheit wird auch Hindukusch verteidigt (Peter Struck, SPD Verteidigungsminister). Und damit hatte er recht. Bisher hat kein afghanischer Terrorist in der BRD einen Anschlag verübt.

Antwort von U. Gellermann:

Zu Afghanistan fällt mir ein, dass dort der Terror der USA und ihrer verbündeten Truppen tobt und Flüchtlinge ohne Ende erzeugt. Was das nun mit unserer „Freiheit“ zu tun hat kann ich nicht entschlüsseln.


Am 25. August 2018 schrieb Otto Bismark:

Noch einen kleinen Nachtrag zu dem wie immer ausgezeichneten und informativen Beitrag des Galeristen. Ausgerechnet eine namhafte und maßgebliche SPD-Politikerin hat dem angessprochenen Thema wie ich meine die Krone aufgesetzt und jetzt angesichts der Schwäche deren Währung deutsche Hilfe für die Türkei gefordert. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/andrea-nahles-bringt-deutsche-hilfe-fuer-die-tuerkei-ins-gespraech-a-1223880.html
Hat man da noch Töne? Was wird sich der deutsche Steuerzahler noch alles gefallen lassen?


Am 25. August 2018 schrieb Michael Kohle:

Hier irrt Gellermann und zwar gewaltig. Und er sollte vorsichtig sein. Sonst zappt uns’Jutta noch auf die Galerie und versprüht ihren Duft wilder Limonen. Kastriert? Verdammt nah an … nein, ich sage es lieber nicht.

Reibe mich an der viel zu laschen Einordnung dieses schon überall hin metastasierten Krebsgeschwüres, diesem nicht umsonst als systemische Krankheit eingestuften finalen Urübel der Menschheit. Egal ob aktivisch oder passivisch aufgenommen, die Überschrift, da stimmt nichts, garnichts. Weder der vermutete, schändende Akt der Handanlegung, noch das Wörtchen mit dem Demo vorneweg und schon gar nicht die vier Großbuchstaben. Die sagen - jeder Buchstabe für sich - nur die pure Unwahrheit. Nein, nur im Norden treibt sich die Friedenstruppe schon lange nicht mehr herum. Nur sich zusammen rottende Atlantik-Anrainer, das war vielleicht einmal, muß aber schon lange her sein. Das „T“, genauso eine Lüge. Von „treaty“, von einem Vertrag kann keine Rede sein, allenfalls als Knebel-, wenn nicht als Sklavenvertrag. Und das „O“? Eine Organisation soll das sein? Mitnichten! Oder vielleicht doch? Mord und Totschlag, Massenmord, Terror per Bomben und Drohnen, aber auch Erpressung, Bedrohung zu eigenem Vorteil bedürfen konsequenter Abstimmung und Vorbereitung, sonst kann’s nichts werden. Doch das ist wahrlich Organisation!

Womit ich da angelangt wäre, wo ich letzte Nacht, sogar noch nach der Geisterstunde, das große Gruseln bekam. Dabei wäre das, was ich da zu hören und sehen bekam, eigentlich schon lange zu erwarten gewesen. Der Conföderatio Helvetica - kurz CH, die Schweizerische Eidgenossenschaft - kam gerade ihr letztes Alleinstellungsmerkmal abhanden, ihre Neutralität. Ihr vorletzter Stolz - das Bankgeheimnis - ebenso streng gehütet und jahrhundertelang als unumstößlich in den Himmel gehoben, ging ja schon vor einiger Zeit über die Wupper, oder besser: über den großen Teich. Die Bündnisurkunde der Urkantone von 1291, der Westfälische Frieden - ja, genau der von 1648 ! - mit der staatsrechtlichen Unabhängigkeit, der heutige Bundesstaat seit 1848 - alles Belege dafür, dass die Schweizer auf ihre Werte lange Zeit stolz gewesen sein müssen. Und jetzt? Alle Hoffnung dahingefahren! Wo sie doch zuletzt stirbt. Ist es also so weit?

Es ist! Die Meldung: Die Schweizer Luftwaffe durfte an einem vorbereitenden Manöver der NATO und etlicher weiterer nahestehender „befreundeter“ Nationen in Polen teilnehmen, so hieß es da. Der Hintergrundsprecher platzte fast vor Stolz, Motto: wir sind dabeigewesen. Tolle Bildchen und Filmchen, wo sogar lustig bemalte (reißende Tiger u.ä.) Fluggeräte aus aller Welt am Himmel kurz vor Putinien ihre Kapriolen schlagen durften. Zum Abschluss dann noch ein kurzer Bericht vom Treffen der „Verteidigungsminister“ aus den VAR - den Vereinigten Alpenrepubliken. Zuvorderst und vollmundigst unsere Uschi, frisch aus der Wolfsschanze zum Flagge zeigen abgestellt.

War eigentlich von diesem Neuzugang zur „Heiligen Koalition der Freunde und Retter der Krim“ und ihrem Kreuzzug hierzulande irgendwo etwas zu vernehmen? Wurden die Schweizer Bürger, die doch sonst immer urdemokratisch über jeden Hafenkäs abstimmen dürfen, überhaupt gefragt? Nein? Wie kann das sein, was ist nur los? Weshalb glaubt der Machthaber aus dem Kreml jüngst bei der Machthaberin von Meseberg vorsprechen zu müssen? Macht vorher einen Abstecher und wagt ein Tänzchen mit der Außenministerin in Österreich, obwohl die anderweitig durch Hochzeit gerade ausgelastet. Und die Mesebergerin jettet dann noch gleich mit gewiß friedliebenden Intentionen nach Georgien, nach Armenien und Aserbeidschan? Demnächst kommt noch der Sultan - oder doch der Derwisch? - aus der Türkei und Nordsyrien nach Berlin. Wo bleibt Bibi? Zu welchem Behufe denn nur, die ganzen umtriebigen Bemühungen derzeit? Gewiß doch, bestimmt alles nur zu unserem Besten.


Am 21. August 2018 schrieb Uschi Peter:

Wieder mal ein guter Beitrag, der viele Fragen aufwirft.
Man mag Diktatoren einschätzen wie man will. Der Westen hat sich noch mit fast jedem Diktator geschmust, solange der ihnen in das von USA vorgegebene Konzept passte. Sobald der aber aus der Reihe tanzt - Bodenschätze verstaatlicht, dollarfreie Währung, Besatzer rausgeschmissen - wird Propaganda gemacht und selbiger "Freund" von seiner unmenschlichen Seite gezeigt. Dann werden die Menschenrechte mit einem erfrischenden Bombenregen wieder hergestellt. So geschehen bei Saddam Hussein, Gaddafi, Assad u.v.a. Alle Länder dieser Despoten sind ein Trümmerhaufen bar jeden menschenwürdigen Lebens. So sehen die Frühlingsshows ala USA aus. Aber es wird kaum berichtet wie es heute z.B. in den Balkanländern aussieht. Man erfährt nur immer von kriminellen Rumänen, Bulgaren, Serben usw. Auch über Afghanistan, in dem die USA seit 17 Jahren, im Irak seit 15 Jahren und in anderen afrikanischen Ländern seit Jahrzehnten Krieg führen, vornehm ausgedrückt Missionen oder Interventionen, deckt man den Mantel des Schweigens, nur manschmal durchlöchert von einem großen Terroranschlag. Welch ein Geschrei über die Sowjets, die auf Wunsch der afghanischen Regierung ins Land kamen!
"warum die USA, wenn sie denn changen wollten, bisher nichts zur Stärkungen der Erdogan-Opposition tun, noch jene, warum die USA denn mit einem Change riskieren sollte, dass die Türkei an die Seite Russlands träte."
Zumindest die Gülen-Bewegung wird unterstützt. Der Hinwendung zu Russland wird wohl bald eine Beruhigungsspritze der USA folgen. Die USA können die strategisch wichtigeTürkei nicht schalten lassen wie die wohl will. Wie weit sie damit gehen, Inschallah!


Am 20. August 2018 schrieb altes Fachbuch:

ganz offensichtlich, und damit bin ich mit dem galeristen einig, hat die nato-"demokratie" mit allen ländern lediglich befreiendes vor;)
dies gilt insbesondere für deren rohstoffe und politische eigenständigkeit!
einige versuchen, dem zu widerstehen und befinden sich zudem im einklang mit der mehrheit der wähler: nennt man demokratie!!!
dafür kennt kennt die "demokratiestiftende" nato und ihre vasallen (länder wie medien) nur eine lösung: regimechange im namen des "werte"erhalts!!
vielleicht ist alles, was in der türkei passiert, nur ein drehbuch für genau dieses szenarium?? eine
"diktatur" zur bewahrung der selbstbestimmung???
fakt ist, dass unsere "demokraten" wieder ein land demolieren, welches turkish-stream, s-400 kauf und die syrienfrage nicht konform lösen will!!!
und wenn panzer wie beim putsch nicht helfen, dann eben wirtschaftskrieg: zypern, griechenland und venezuela lassen grüssen.
als täter sehe ich die "demokratien", die türken können machen, was sie wollen!

https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20180820322022489-tuerkei-finanzkrise-wolff/

Antwort von U. Gellermann:

Der Link führt zu einem Finanzexperten Ernst Wolff. Der behauptet – ohne jeden Beweis – dass die USA einen Regime-Change in der Türkei anstreben. Nicht, dass die USA so was nicht immer wieder mal machten. Aber Wolff verliert kein Wort über die türkische Armee, deren Offiziere seit Jahr und Tag in den USA ausgebildet werden und die ziemlich fest in NATO-Hand sind. Bisher steht das Türkische Militär brav hinter den osmanischen Plänen der Erdogan-Diktatur. Wolff kommt auch zu diesem Satz: „Das Problem ist die große Gemengelage in der Türkei: das Problem mit den Kurden, der Syrien-Krieg oder die Rolle, die die Türkei in der Neuen Seidenstraße spielen soll.“ Der Satz ist so allgemein wie ohne Inhalt. Und schließlich führt Wolff noch dieses ‚Argument’ an: „Das hat man schon bei dem Coup vor zwei Jahren gesehen, bei dem die Amerikaner im Hintergrund sicher auch mit beteiligt waren.“ Die Wendung „sicher auch“ steckt voller Kaffeesatz. Statt einer Analyse. Weder wird die Frage beantwortet warum die USA, wenn sie denn changen wollten, bisher nichts zur Stärkungen der Erdogan-Opposition tun, noch jene, warum die USA denn mit einem Change riskieren sollte, dass die Türkei an die Seite Russlands träte.


Am 20. August 2018 schrieb Thomas Fricke:

Die westliche "Demokratie"

Die westliche "Demokratie"
Das ist ein gar hässliches Vieh,
In Wahrheit nur Plutokratie,
Die hinter alberner Fassade
In Luxus haust, als fette Made;
Die Völker aber tief verachtet,
Als Stimm- und Arbeitsvieh betrachtet;
Die über Leichenberge geht,
Sich dennoch als human versteht.

www.fricke-th.de


Am 20. August 2018 schrieb Lu Jahoda:

ÜBER DAS ZERFASERN
BRÜCHIGER SCHLEIER

Korrektor Gellermanns Horchsensoren,
aktiv Tag und Nacht, stets zuverlässig,
melden beängstigendes Verschmoren:
Lost in Democracy, kurzum verloren
sind Wahrheit und Klarheit. Zustand bleibt stressig.

Nichts Neues im Reich der Umweltzerstörer,
der Volksverdummer und Märchenvermehrer;
denn wie auch immer ihr manipuliert,
was auch immer ihr tüncht und verschleiert:
Das Seil, auf dem ihr balanciert,
ist ausgeleiert!


Am 20. August 2018 schrieb Karola Schramm:

Immer wenn ich die Montags-Artikel von U.Gellermann lese, merke ich beschämt, dass ich doch nicht die bin, die ich denke zu sein. Nämlich eine aufmerksame, informierte Zeitgenossin, die merkt, wie "die Hasen politisch so laufen." Puste Kuchen. Nichts merke ich. Mein Rundumschlag: "Nato und alles was damit zusammenhängt ist eine große Verbrecherbande." Und dann lasse ich mich einwickeln von: "Katar springt Türkei bei." "Ach wie schön", denke ich. Es wäre mir nicht recht, wenn wir wieder eine Bankenkrise mit folgender Länderverschuldung bekämen, weil einige Länder-Banken in der Türkei investiert haben und viel Geld verlören, was wir, die Steuerzahler, dann wieder bezahlen müssten und nicht die Verursacher. Also, nehme ich an, ist "die Kuh vom Eis."

"Ist sie nicht", ruft U.Gellermann und klärt mich auf über Dinge, die ich weiß, aber nicht fähig bin, sofort zu erinnern und in einen Zusammenhang zu bringen, dessen Hintergrund Gewalt und Diktatur in beiden Ländern ist.

So werde ich mit der Nase wieder und wieder auf unsere Medien gestoßen, die sich freiwillig zu Komplizen von Diktatoren machen. Wobei die einen ganz offen, legitimeirt durch ihren muslimischen Glauben agieren, die anderen, wie der Westen, benutzen die Tarnkappe Demokratie um ebenfalls ihre diktatorischen Alleinherschaftsansprüche durchzusetzen. Öffentliche Informanten, wie diese Journalisten, die das Alles mitmachen, unterstützen ob sie es wollen oder nicht, unmenschliche Staatsformen, Diktaturen, Gewalt und Verbrechen. Sie sind Schreibtischtäter, Mitwisser und Handelnde. Sie betrügen die Bevölkerungen permanent, anstatt die Wahrheit zu sagen und Verhältnisse aufzueigen, so wie sind. Wenn Scheichs Dikatoren sind, die von Demokratie nichts wissen wollen aber gut im Geschäfte machen sind, müssen sie als solche auch benannt werden, damit die Leser und Hörer auch wissen, mit wem sie es zu tun haben, bzw. unsere demokratischen Politiker fleißig Handel betreiben, zumal es nicht um Gemüse, sondern um militärische Aus- und Aufrüstungen geht.

Die öffentlich-rechtlichen großen Massenmedien sind es nicht mehr wert, gelesen oder gehört zu werden. Und wenn irgendwann wieder mal zurückgeschossen wird, wird die ganze Gesellschaft glauben, dass wir die Guten sind und die anderen unsere Bomben verdient haben, weil die Leitmedien sich mit dieser Politik so eng verbunden fühlen und es auch so wollen. Sie zeigen täglich ihre politische Macht - wie abends um Acht.

Danke U. Gellermann, dass Sie immer wieder Licht ins Dunkel tragen, damit die Gesellschaft ehrlich informiert wird.


Am 20. August 2018 schrieb Andreas Schell:

In Katar wurde der IS ausgerüstet und an West-Waffen für den von außen nach Syrien eingekippten Bürgerkrieg ausgebildet. Die Türkei führt in Kurdistan einen Angriffskrieg außerhalb ihres Territoriums. Die NATO hilft. Das haben inzwischen viele verstanden. Dagegen aufbegehren: Fehlanzeige. Warum nicht: weil die Wirtschaft brummt, der Sommer heiß und schön war und alle satt sind.


Am 20. August 2018 schrieb Georg Weber:

Bravo Gellermann, das ist der Satz des Jahres: "Fußballer-Schweiß ist das Parfum der Popularität".


Am 20. August 2018 schrieb Catrin Koslowsky:

"Demokratie hat seriöse, möglichst umfassende Informationen zur Voraussetzung." Das schreiben Sie und wissen sich genau, dass es die diese Information nicht gibt. Also gibt es auch keine Demokratie.


Am 20. August 2018 schrieb Gerd Wenger:

Eine großartige Analyse über den Zusammenhang von Militär und gesellschaftlicher Verfassung. Denn die Militarisierung der Außenpolitik hat die zwanghaft die Formierung im Inneren zur Folge.

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