Jacke wie Hose

Melanie Trump - Das böse Netz und die gute Presse

Autor: U. Gellermann
Datum: 25. Juni 2018

Wann immer die traditionellen Medien – im öffentlichen Bild meist noch durch Zeitungen bestimmt – über die Publikationen im Internet räsonieren, fallen ihnen düstere Vokabeln ein: Geschwätzig sei das Netz, anonym und verschwörungs-theoretisch. Das Presse-Bild zeigt seinem Publikum graue Zwerge, über ihren Computer gebeugt, die Belangloses oder Geheimnisvolles digital verbreiten und so den edlen Ritter des Journalismus, den Redakteuren von "Frankfurter Allgemeiner“ oder "Tagesschau" in das erlernte Handwerk pfuschen, diese hinterhältigen Amateure.

Gern wird eine These von Eli Pariser, einem Netz-Aktivisten zitiert, der von einer "Filterblase" schreibt, die, von anonymen Algorithmen gesteuert, den Nutzer bestimmter Seiten vom Rest der Informations-Welt ab-isoliert und ihm so eine eigene Welt schafft, die mit der wirklichen nur noch begrenzt zu tun hat. Eli Pariser war früher Executive Director von MoveOn.org und ist jetzt Board President dieser Organisation. Dass diese Truppe eine Großspende über 1,46 Millionen US-Dollar von George Soros bekommen hat, gibt einen sachdienlichen Hinweis: Soros spendet auch gern Geld für Regime-Changes. Zum Beispiel für den Putsch in der Ukraine, der Auslöser für einen Bürgerkrieg war und beinahe einen Krieg des Westens mit Russland losgetreten hätte.

Wenn Parisers Theorie von der Blase die übliche Vereinfachung journalistischer Propaganda erreicht, wird sie gern noch mit dem Begriff „Echo-Kammer“ verziert. Gemeint sind dann Menschen, die alle im selben sozialen Netzwerk zu Hause sind, sich selbst gegenseitig bestärken und deshalb in ihrem Netzausschnitt nur das Echo ihrer eigenen Meinung erfahren. So würde das enge Netz also so eine Art virtuellen Stammtisch schaffen. Als gäbe es den realen Stammtisch nicht bereits im wirklichen Leben. Als wären die SPIEGEL-Leser nicht bis heute eine Gemeinschaft der gehobenen Besserwisser und als hörten die ZEIT-Leser nicht ständig ein Echo, das Elite-Elite-Elite ruft und als führten sie nicht als Erkennungszeichen immer ein Kilo Papier unterm Arm mit sich.

Am Beispiel einer einzelnen Meldung soll versucht werden, den Unterschied zwischen dem bösen Netz und der guten Presse zu finden. Die Frau des US-Präsidenten Melania Trump trug jüngst, beim Besuch eines Heims für Migrantenkinder, eine Jacke mit der Aufschrift "I really don't care, do u?" (Es ist mir wirklich egal. Dir nicht?"). Das hat in deutschen Medien ein geradezu chorisches Echo ausgelöst. Der höchst investigative "Spiegel" fragte "Was ist Melania Trump wirklich egal"? Die total seriöse "Frankfurter Allgemeine Zeitung" warf die Frage "Was genau ist Melania Trump egal?" in den Informations-Ring. Und alle, fast alle folgten: Von der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" über die wichtigtuerische "Die Welt" bis hin zum TV-Zentralorgan "Tagesschau". Das Hamburger Organ überraschte sein Millionenpublikum immerhin noch mit der Zusatz-Information: Die Jacke mit dem Egal-Spruch sei bei einer spanischen Billigmodekette zu kaufen. Siehste, böses, dummes Netz, so geht differenzierender Journalismus, wird dem Chefredakteur der täglichen Merkel-Nabel-Schau bei dieser Breiten-Info sicher entfahren sein.

Die Jacken-Meldung wurde in Deutschland von der "dpa", der "Deutschen Presse-Agentur GmbH" verbreitetet. Die "dpa", die faktische Nachfolgerin der "Reichsschrifttumskammer", ist eine millionenschwere Organisation deutscher Verleger, deren Gesellschafter und Kunden größtenteils identisch sind: Medien-Unternehmer versorgen Medien-Unternehmen mit Nachrichten. Wenn jetzt jemandem das Bild von der Filterblase einfällt, dann ist er wahrscheinlich irgend so ein neidischer Netz-Nerd.

Das zur Jacke-Meldung verbreitete Bildmaterial stammt von Getty Images, Inc., einer amerikanischen Bildagentur, die im Jahr 1995 vom Milliardenerben Mark Getty gegründet wurde. Die Agentur hat ein weltweites Monopol. Und diktiert mit 733 Millionen Jahresumsatz was und wer und zu welchem Preis auf den Markt der Bilder kommt. Inzwischen gehört Getty Images einer Schattenbank. Die verfügt über 174 Milliarden US-Dollar Fonds-Summe. Wem jetzt der Begriff "Milliardärs-Filterblase" einfällt, der ist sicher ein völlig mißgünstiger, hinterhältiger, total argwöhnischer Netz-Freak.

Aber so anonym, wie dieses schreckliche Netz so unbekannt, so undurchschaubar, so entpersonalisiert ist die Welt der klassischen Medien doch nicht, oder? Die "Welt" gibt den Autor ihres Melanie-Trump-Gechwätz-Artikels keineswegs der Öffentlichkeit preis. Die FAZ zeichnet ihren nachgedruckten dpa-Massenartikel nicht mal mit einem Kürzel. Auch der Münchner Merkur mag die Anonymität desVerfassers dieser Schlagzeile "Melania Trump sendet mit Spruch auf Jacke versteckte Botschaft" einfach nicht aufheben. Wie gut, dass es die öffentlich-rechtlichen Medien gibt. Vertraut uns doch die "Tagesschau" an, dass ihre Fundamentalfrage zur Trump-Jacke "Mitgefühl - oder doch nicht?" von Timo Fuchs, aus dem ARD-Studio Washington, gestellt wurde. Na klar, jetzt wissen wir Bescheid: der Fuchs Timo, der berühmte, den doch kennt ein jeder. Der ist ARD, also öffentlich!

Wenn jetzt der nahezu anonyme Netz-Autor Uli Gellermann auch noch feststellt, dass die Trump-Jacke-Meldung in die Kategorie des völlig gleichgültigen Jacke-wie-Hose-Geschwätz fällt. Wenn er dann auch noch konstatiert, dass diese Information im Ergebnis einer Milliardärs- und Verleger-Verschwörung verbreitet wurde. Und wenn er dann auch noch behauptet, dass diese Geschwätz-Verbreitung sowohl dem Ziel der Profit-Maximierung als auch der Volksverdummung durch Trivialisierung dient: Dann hat sich wenigsten einer der Netz-Verschwörungs-Theoretiker öffentlich selbst demaskiert.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 01. Juli 2018 schrieb simone birgersson:

Etwas irritiert: wo ist der Beitrag von Michael Kohle vom 30.6. geblieben? Absicht oder Versehen? Und wenn Absicht, was ist der Grund, ausser dass er etwas lang geraten war?

Antwort von U. Gellermann:

Michael Kohle hat seine Zuschriften zu diesem Thema zurückgezogen.


Am 30. Juni 2018 schrieb Marc Britz:

@Michael Kohle

"Hatte nur immer wieder die Hoffnung, dass sich vielleicht doch einmal der ein oder andere Hochintelligente aus dem Mainstream sich auf der Galerie eingefunden bzw. verirrrt haben sollte."

Die Tatsache, dass Sie ab und an mal erfolgreich Conterpunch anklicken, rechtfertigt Ihre Arroganz gegenüber den anderen Teilnehmern auf dieser Seite keineswegs. Da sie uns alle hier so gerne ungefragt diverse Psychogramme erstellen, erlaube auch ich mir Ihnen folgende Diagnose zum Selbststudium zu unterbreiten:

"Die narzisstische Persönlichkeitsstörung zeichnet sich durch einen Mangel an Empathie, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und gesteigertes Verlangen nach Anerkennung aus. Typisch ist, dass die betroffenen Personen übermäßig stark damit beschäftigt sind, anderen zu imponieren und um Bewunderung für sich zu werben, aber selbst kein zwischenmenschliches Einfühlungsvermögen besitzen und keine emotionale Wärme an andere Menschen zurückgeben.
Pathologischer Narzissmus kann sich sowohl durch Prahlen und Hochstapelei äußern wie auch durch unersättliche Ansprüche und Erwartungen. Menschen mit einer NPS neigen dazu, Personen in ihrem unmittelbaren Umfeld emotional zu missbrauchen (besonders Sexualpartner und Kinder), um dadurch den eigenen Selbstwert (ihr ?Ego?) auf Kosten anderer zu erhöhen. Andere Formen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind durch ein instabiles, rasch wechselndes Selbstwertgefühl gekennzeichnet, das im Extrem zwischen Grandiosität und schamvoller Zerknirschung pendeln kann. Vorkommen kann auch eine im Inneren chronisch schwelende Wut, die schon bei geringem Anlass explodieren kann (vor allem bei Kritik oder subjektiv empfundener Kränkung)."

Antwort von U. Gellermann:

Das ist der vierte Leserbrief in Folge, der mit dem Prädikat "Die Zuschrift entfernt sich vom Thema.“ versehen wird. Auch deshalb wird dieser Strang der Diskussion hier beendet.


Am 30. Juni 2018 schrieb Klaus Bloemker:

@Michael Kohle
Paul Street schreibt auch bei 'counterpunch' (Gegenschlag), das ist eine gute, intellektuelle anti-Kriegs Seite, links aber nicht marxistisch.

Dass Trump eine Sammlung von Hitlerreden auf seinem Nachttisch gehabt haben soll ist in soweit verwunderlich, da er ja überhaupt nichts liest (auch nicht sein eigenes Buch gelesen hat). Nicht verwunderlich ist es in so weit, da er ja eine Affinität zu FÜHRERN hat, sei es Putin oder Nord Koreas Kim.

Die Nazi-Affinität von Zara Fashion ist Nonsens. Sie hatten mal 2007 eine Handtasche, die innen das Hakenkreuz hatte. Die kam von einem indischen Hersteller, der dies indische Symbol der Sonne benutzt hatte (war aber nicht auf den ersten Blick erkennbar). - Die Anti Defamation League (die größte und einflussreichste jüdische Organisation in Amerika) hat Zara in Schutz genommen.

Wer meint, man könne in Amerika mit Nazi Symbolen Geld verdienen, der kennt Amerika nicht.

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift entfernt sich vom Thema.


Am 30. Juni 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

.....in der Galerie sind nicht Alle von Gestern, lieber Michael Kohle. Ich gehöre zu den Lesern und Schreibern, die mangels Schulbildung, sich immer wieder mühen ihnen folgen zu wollen, weil ich einige Gedankengänge entdecke, über die es sich nachzudenken lohnt, und sicherlich wäre es einfacher drauf los lesen zu können.
Nach den Jahren, die ich ihre oft wirklich interessanten Beiträge hier lese drängt sich der Gedanke auf, dass man ihnen hier nicht so ohne weiteres gewachsen ist, was auch für mich zutrifft. Zugegebenermaßen muss ich auch des öfteren passen, nur das heißt erstmal nix.
Jeder bringt das mit, was er hat, was erlernt und gelernt wurde, und das eine gute Grundlage bietet, mehr über die politische Wirklichkeit im Land zu erfahren, und auch darüber hinaus, dann darüber nachzudenken, zu hinterfragen, um besser einordnen zu können, und nicht in einer Frageschleife und in Unsicherheiten in dieser verwirrenden Zeit verharren zu müssen, dabei ist und bleibt die Galerie unentbehrlich und eine Notwendigkeit.
Bitte es so einordnen, wie es gemeint ist: Etwas mehr Verständnis is nich weg.

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift entfernt sich vom Thema.


Am 29. Juni 2018 schrieb Christine Full:

Hallo Herr Gellermann,

ich will ja nicht unken, aber ich erwarte in kürzester Zeit eine Klage besagter Amtsricherin Goldstück. Immerhin haben Sie ihr die Kompetenz abgesprochen, anhand eines Youtube-Videos Ihren Gesundheitszustand zu beurteilen.
Das geht gar nicht, den sie ist Zitat http://werdenfelser-weg-original.de/sylvia-silberzweig-muenchen/": ?Ich bin seit über drei Jahren Richterin für Betreuungs- und Unterbringungsverfahren im Amtsgericht München."
Daran erkenne ich ihre ausgesprochene Ferndiagnosekompetenz.

Was das Alter von Frau Goldstück betrifft, schätze ich sie nach dem sehr kleinen Bild auf mindestens 50. Als Frau kann ich mir solche Schätzungen erlauben.

Antwort von U. Gellermann:

Die ach so fleißige Richterin hat mir bis heute leider keine Urteilsbegründung geschickt. Einer weiteren Klage sehe ich gelassen entgegen: Dank der Leser und Freunde der RATIONALGALERIE muss ich mir um die Finanzierung des Rechtsweges zur Verteidigung linker Postionen keine großen Sorgen machen.


Am 29. Juni 2018 schrieb altes Fachbuch:

filterblase ard-studio moskau wird hier seziert:
https://deutsch.rt.com/meinung/72151-ard-studio-moskau-niveau-sind/


Am 29. Juni 2018 schrieb Klaus Bloemker:

Noch mal zu: "I really don't care, do you?"

Die Bedeutung von dem Spruch ist im alltäglichen Gebrauch eher so: 'Ich reg mich nicht über alles auf, warum tust du's? (solltest du nicht.).'

Er hat nicht die zynische Bedeutung: "Ich habe keine soziale Empahie, warum hast du die?" - Der Spruch wurde politisch überhöht gedeutet.

Aber wenn die Frau von Donald Trump diesen Spruch auf der Jacke trägt, liegt die zynische Interpretation nahe.


Am 28. Juni 2018 schrieb Klaus Bloemker:

Was bei Melania Trumps Jacke "I really don't care, do U?" nicht erwähnt wurde ist, dass die Jacke von Zara ist und nur 39 Dollar kostet. - Das mag die Frauen auf dieser Seite interessieren.

Antwort von U. Gellermann:

Die Information - sie wurde im Artikel faktisch mit dem Hinweis auf eine "spanische Billigmodekette“ erwähnt - ist nicht unwichtig. Macht sie doch deutlich, dass die Aufschrift keine Absicht sondern Zufall war. Die Nachricht also als banalstmöglich bezeichnet werden muß.


Am 28. Juni 2018 schrieb Hans Informat-Ion:

Wenn Frau Richterin "Sylvia Silberzweig" so weiter richtet, dann nähert sie sich der berechtigten Namensänderung in "Goldy Goldbaum" ... im schwarz-rot-goldenen "Rechts"-Staat!


Am 28. Juni 2018 schrieb altes Fachbuch:

nerd?? freak??
hört sich gut an, und das gefühl ist x-mal besser, als ein konformierter, assimilierter lemming zu sein!

wo ist heute morgen all der doitschland-tinnef hin verschwunden??
raus aus der blase, endlich findet fussball statt:)
ob die den seppelt jetzt von der leine lassen?
gott sei dank scheint die sonne, und man kann über jedermanns "verdienten" urlaub brabbeln.
jede ablenkung, lieber gellermann, ist willkommen. der mindestlohn steigt um satte 4%?? skandalös, dass wir für die verteidigung nur 1,5% übrig haben.
das geheimnis um m. schäfers intim-tattoo ist berichtenswerter und unterhaltsamer als das dröge brot eines malte piepers.
4 von 5 berliner polizeischülern absolvieren ein diktat mit der note SECHS!! und dies wohl bemerkt NACH ihrer anstellung! die DB hat gleichmal auf anschreiben und tests verzichtet: schickt zeugnisse und wir bringen euch in die spur:)
und der jogi?? der verlängerte seinen vertrag VOR der wm:)

doitschland schafft sich ab?? wieso sollte man das aufhalten?

und:
ein anonymus kann nicht klagen, lieber galerist;)

Antwort von U. Gellermann:

Sehr, sehr schachdienlicher Hinweis. Und: Auch die schönste Base platzt zuweilen.


Am 27. Juni 2018 schrieb Spargel Tarzan:

Da hat doch jeder Tischtennisball mehr Inhalt als dieses Jackengeschwafel und Geschreibsel, das mir am "A" vorbei geht. Wer liest so einen Schmarren und wer echauffiert sich darüber?
Sind all die hochgelobten Publikationen und Edelfedern auf dem Niveau vom "Das Goldene Blatt" oder "Frau im Spiegel" angekommen?
Scheinbar ja oder wurden die realen und virtuellen Schreibstuben mit der nachrückenden Generation von Klippschülern aufgefüllt? Offensichtlich.


Am 27. Juni 2018 schrieb Klaus Bloemker:

@altes Fachbuch
1.
"von einem besucher einer RATIOnalgalerie kann man wenigstens das bemühen um informiertheit erwarten",

Da haben Sie recht. Und mein Bemühen besteht darin, die Kommentare zu lesen. Und die sind meist das Echo dessen, was Uli ruft bzw. schreibt. - Sie selbst sind ein gutes Beispiel dafür.

2.
"oder leben SIE in IHRER oder ihrer auftraggeber blase??

Wen vermuten Sie denn als meine Auftraggeber? Was Sie da unterstellen ist - um es mit Ulis Worten zu sagen - etwas postfaktisch Arschlochmäßiges :-).

Antwort von U. Gellermann:

Die Diskussion entfernt sich vom Thema. Dieser Strang wird deshalb hier beendet.


Am 26. Juni 2018 schrieb Michael Iwoleit:

Lieber Herr Gellermann,

was Ihre Anmerkungen zu Eli Pariser angeht, muß ich Ihnen ausnahmsweise widersprechen. Fast jeder benutzt heute den Begriff "Filterblase". Die wenigsten aber scheinen Eli Parisers "The Filter Bubble" von 2011 direkt gelesen zu haben, tatsächlich ein aufschlußreiches und aufklärerisches Buch, das minutiös aufzeigt, was die Personalisierung von Internet-Diensten bedeutet und wie algorithmengesteuertes "Targeting" zur gezielten, großflächigen Manipulation der Internet-Konsumenten eingesetzt wird, in zunehmendem Maße auch für politische Zwecke. Auch verbreitet dieses Buch keineswegs die Mär vom dummen, weltabgewandten Internet-Nerd. Im Gegenteil, es gbt Anleitungen zur Eigeninitiative und Selbstermächtigung.

Natürlich kann und sollte man skeptisch sein, wenn es um Leute wie Eli Pariser geht, die ihr kritisches Gewissen entdecken, nachdem sie in dem Apparat, den sie heute kritisieren, selbst ein Vermögen verdient haben. Aber andererseits: Sie kennen das Spiel, denn sie haben es mitgespielt. Vergessen wir nicht, daß einige der besten kritischen Stimmen in den USA, die heute auf Counterpunch oder anderswo veröffentlichen, früher selbst in Militär und Geheimdiensten gearbeitet haben. Sie mögen Mitschuldige gewesen sein, aber sie haben gerade dadurch Insider-Informationen, die uns allen nützlich sind.

Bei allem Respekt, Herr Gellermann, habe ich leichte Zweifel, ob sie wirklich die algorithmischen Techniken kennen, die heute im Internet angewendet und stetig weiterentwickelt werden. Ich persönlich kenne sie einigermaßen gut, denn ich habe zahlreiche interne Dokumente von Internet-Werbefirmen übersetzt. Die "Filterblase", kann ich Ihnen versichern, ist ein reales und äußerst bedenkliches Phänomen. Recherchieren Sie mal im Netz nach Begriffen wie "persuasive technology", um einen tieferen Eindruck zu bekommen, was die kommerziellen Datenmoloche eigentlich machen.

No offence intended!

Antwort von U. Gellermann:

Sofort gebe ich zu, dass ich die algorithmischen Techniken nicht detailliert kenne. Aber bei allem Respekt: Pariser kommt in seiner Analyse zum "Paradebeispiel dafür (für die Filterblase) sind Googles personalisierte Suchergebnisse und der personalisierte News Stream von Facebook. Nach Parisers Meinung wird der Benutzer so weniger durch gegenteilige Ansichten „belastet“ und somit in einer Informationsblase intellektuell isoliert. (zitiert nach Wikipedia)“. Und genau so wird seine These in der Debatte, besonders von den Verlegern und ihren intellektuellen Freunden in den Medien, gegen alternative Positionen im Netz eingesetzt. Und, nix für ungut, genau davon handelt mein Artikel.



Am 26. Juni 2018 schrieb helmut ische:

hallo herr Gellermann, ich zitiere sie kurz (antwort auf h.schneider):

"Während der WM wirkt der Russe so menschlich, so normal. Selbst die Iraner, prima Reservefeind, gewinnt mit seiner WM-Mannschaft Sympathien." zitatende.

von Vorteil wäre, sie würden sich bei spielen dieser Mannschaften unter die deutschen "public viewing" menge mischen. deutschlandfahnen so weit das auge reicht. Promille bis zur Nasenspitze und die wahre Gesinnung kommt zum Vorschein. Putin, der drecksack verliert gegen Uruguay...wurde auch zeit und diese "scheißiraner" müssen auch weg. sicher, nicht alle bürger denken so....aber mehr als sich auf dieser seite tummeln. nix mit "russe kommt normal daher und Iraner sind irgendwie sympathisch......zumindest nicht bei den DEUTSCHEN fans. also - fußballerisch - ball flach halten und Realitäten nicht ignorieren. diese Republik nähert sich unaufhaltsam Faschismus ähnlichen Strukturen an. die Alpenrepublik ist schon einen schritt weiter. aber söder + co und Merkel + scholz + Lindner+ weidel +Roth + usw. sind ja nun auch nicht untätig. frau Merkel taucht bald wieder in der Kabine der elitekicker auf, Deutschland taumelt vor Glückseligkeit, der Pokal gehört uns - wem sonst - die scheißrussen sind raus, die Iraner werden angegriffen, aber haben Sympathien bei der wm. na, na, na. iss nur noch eine frage der zeit bis diese und ähnliche seiten dem Zensor zum opfer fallen. genießen sie weiterhin die WM.

Antwort von U. Gellermann:

Immerhin: Noch kein Dopingfall bei den Russen entdeckt und keine Terroristen unter den Iranern. Das ist doch was für die deutschen Medien.


Am 26. Juni 2018 schrieb Karola Schramm:

Danke für diese Nachhilfestunde in Sachen Filterblase und Echokammer im bösen Netz.

Ich wunderte mich immer schon, seit diese Worte in Umlauf sind, was diese gegenseitigen Beschimpfungen soll. Jede Gruppe, die sich schreibend im Internet oder per Papier an Menschen richtet, hat ihre eigenen Fans, die die Schreibenden unterstützen weil sie ähnliche Meinungen und Vorstellungen z.B. Politik haben. Kann ja auch Kuchen oder Bratkartoffeln sein, für die sich einige begeistern.

Eine Echokammer wird eine Echokammer, wenn diese Gruppen nicht mehr mit anderen kommunizieren, sich nicht deren Weltbild anhören und einseitig verbissen ihre Meinung durchboxen wollen.

Im Grunde genommen sind Echokammern und Filterblasen nichts Anderes als eine Ansammlung von einseitigen, bornierten, rechthaberischen Menschen, die ihre kleine Welt für den Nabel der Welt halten und nicht bereit und willens sind, über diesen Bereich hinaus zu denken. Sie könnten ja was sehen, was sie toll finden und nicht in ihr kleines Welbild passt. Und dann? Kommt die Sinnkrise, das Fragen und der Zweifel. Gar nicht schön, so was. Also lieber im kleinen Zirkel der Filterblase mit Echokammer vor sich hin wursteln und so tun, als sei diese kleine Welt die ganz große und einzig richtige.

Im Netz kann so was nicht passieren, denn das hat immer Löcher, die verknüpft miteinander sind, somit Druchblick und frische Luft garantieren, und sowohl von Innen als auch Außen Impulse geben und Empfangen kann. Es arbeitet nicht Zielgruppen orientiert wie der Mainstream, der möglichst alle Menschen einsammeln will, sondern lässt sich finden von Gleichgesinnten, die sich gegenseitig verstärken mit Informationen und zu einer Macht werden können oder sich auch bremsen, wenn die Meinung nicht mehr passt. Im Netz ist alles in Bewegung. Im Mainstream soll Meinung auf dem niedrigsten Niveau zementiert werden, was bei der Vielfalt der Informationstechniken im Netzwerk nicht mehr so klappt, wie es vor 100 Jahren noch möglich war, was die eweg Gestrigen auch wütend macht.

Ja, und Gellermann hat gemerkt, dass hier der Mainstream wieder eine blöde, volksverdummende Nachricht in die Welt schickte, die kein Mensch brauchte aber dem kleinen Bauchnabel des Mainstreams entspricht.


Am 26. Juni 2018 schrieb Ullrike Spurgat:

".....es wird Zeit aufzustehen, Freunde" singt Konstantin Wecker in einem seiner Lieder.

Frau S. Silberzweig ist seit mehreren Jahren Richterin u.a. für Betreuungs- und Unterbringungsverfahren beim Amtsgericht München zuständig.
Das kann übrigens ihr besonderes Interesse an der Gesundheit des Galeristen erklären, Sie ist für Heime, Fixierung, Zwangsmaßnahmen und deren Umsetzung, sowie für die Betreuer, die von staatlicher Stelle eingesetzt werden, wenn unvorhergesehenes im Leben der Menschen geschieht, sie selber keine Vorsorge getroffen haben, z.B. Patientenverfügung dann vom Betreuungsgericht eingesetzt werden, mit Macht, und fast unkontrolliert dem Betreuer ausgesetzt zuständig.

Als Betreuerin war ich mehrere Jahre tätig, und musste zwangsläufig mit Richtern zusammenarbeiten, weil es Menschen betraf, die niemanden hatten, der ihre Rechte offensiv vertreten hat.So kann Frau Silberzweig auf wundersame Weise die gesundheitliche Verfassung, als nicht Ärztin erkennen können, weil wer die Macht hat Entscheidungen treffen zu können, ob beispielsweise ein alter Mensch zu Hause bleiben kann, oder möglicherweise sich einer Zwangseinweisung ausgesetzt sieht gehört schließlich in ihre Entscheidung. (Über Zwangseinweisungen, und deren Folgen für die Betroffenen ließe sich ein gesonderter Artikel, wie überhaupt zu den oftmals unmenschliche Zuständen in den Heimen und Krankenhäusern schreiben) ist natürlich befähigt sich über die Gesundheit von Uli ihren unqualifizierten Senf zu geben.

Wie auch Uli Gellermann wurde der prokurdische Aktivist Kerem Schamberger am 8.6.2018, ( AUCH an seinem Geburtstag) verurteilt von RICHTERIN SILBERZWEIG, und zu einer Zahlung von 1.350,- Euro
verdonnert. (Es ging um das Posten von Bildern , auf denen Symbole der YPG/YPJ-Milizen zu sehen sind. Verurteilt wurde K.Schamberger nicht wegen des Zeigens von Symbolen, sondern wegen "verbotener Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen."
Schamberger hat 2017 über Facebook Teile der Anklageschrift eines minderjährigen Kurden , gegen den ein Verfahren wegen Zeigen von Symbolen angestrengt wurde, und dass hat, so das Amtsgericht , gegen §353d des Strafgesetzbuches verstoßen.-

Angesichts der grottenschlechten Bedingungen in den Heimen, in den Krankenhäusern, in den Psychiatrien, in den Demenzwohngemeinschaften, die zumindest noch im Jahr 2014 der Richterin die Zeit ließen, Schulungen beim TÜV Rheinland für Verfahrenspfleger durchzuführen, was ja den Eindruck enstehen lassen könnte, dass es so schlimm ja nicht sein kann, was die alten und oft kranken Menschen betrifft.

Nun grübele ich noch, dass es trotz aller Mühe nicht gelingen mag, den Zusammenhang mit der "Arschloch-Beleidigung" und der ansonsten richtenden Tätigkeit der Frau Richterin Silberzweig herzustellen.
Vielleicht gelingt es noch auf den "grünen Zweig" zu kommen.


Am 26. Juni 2018 schrieb altes Fachbuch:

@herr bloemker, herr bloemker;)

ein junger hund lernt schnell, nur so weit zu pinkeln, wie er sein rechtes hinterbein heben kann!!
wie lange SIE brauchen werden, das zu kapieren, weiß ich nicht: als lektüre bis dahin empfehle ich https://de.wikipedia.org/wiki/Filterblase

von einem besucher einer RATIOnalgalerie kann man wenigstens das bemühen um informiertheit erwarten, oder leben SIE in IHRER oder ihrer auftraggeber blase??


Am 26. Juni 2018 schrieb Heinz Schneider:

Jenseits von Melanias Jacke beherrscht derzeit nur ein Thema die selbsternannten Leitmedien: die schnellstmögliche Schließung "unserer"Aussengrenzen.
Manfred Weber, Frakrionschef der Christdemokraten im EU-Parlament, drückte das am Sonntag im öffentlich rechtlichen TV so aus: "die Menschen wollen, dass wir diese Sache regeln".
Widerspruch, Nachfrage des Intervievers? Selbstverständlich nicht.
Was zeigt das? Hinter der aufgeregten Fake-News-Debatte sind Politik und Journalismus längst in der Barbarei gelandet. "Die Menschen" sind diesseits des Zaunes, dahinter gibt es nur noch Sachen. Diese stehen unter den Menschen, Untermenschen leben in Dreckslochländern.
Die Rechten haben den Kulturkampf gewonnen. Es ist nicht mehr so, dass der neue Faschismus droht. Es ist wohl so, dass er nicht mehr aufzuhalten ist.

Antwort von U. Gellermann:

Tatsächlich lassen die Medien nach. Zur Ausübung bürgerlichen Herrschaft kommt ihnen zur Zeit der äußere der russische Feind abhanden. Während der WM wirkt der Russe so menschlich, so normal. Selbst die Iraner, prima Reservefeind, gewinnt mit seiner WM-Mannschaft Sympathien. Aber die Österreicher machen es uns vor: Sie mobilisieren ihr kampferprobtes Bundesheer an den Grenzen. Zur Abwehr der Flüchtlinge. An eben diesem neuen absurden Feindbild arbeiten Söder und Co auf dem Weg zur AfD. Mit der wäre allerdings ein neuer Faschismus zu machen. Doch noch schaffen es die deutschen Medien nicht alle Flüchtenden zu Vergewaltigern zu erklären. Not täte es: Eine zerbröselnde EU, eine wankende Diesel-Regierung und die Mutation des amerikanischen FREUND zum Trump-Monster lassen die Autorität der aktuellen Regierung extrem schwinden. Doch Rettung naht: Toni Kroos hat „uns“ noch in der WM gehalten. Sollten „wir“ allerdings ausscheiden ist die Diktatur nicht mehr weit. Söder wird Bundestrainer, Gauland Präsident des DFB und der Bundesvogel wird allen ins Gehirn scheißen.


Am 25. Juni 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Beunruhigend die Bestätigung, dass der MM nicht nur den Zeitgeist bestimmt und kontrolliert, sondern dass dieses so unverhohlen, mit einer Selbstverständlichkeit geschieht, dass es einem den Magen umdreht. Das Volk ist da, wo man es haben will. Sich mit Nebensächlichkeiten zu beschäftigen, sich empören, sich aufplustern, aber vor allem sollen sie denken, dass sie etwas zu sagen haben in diesem Land. Immerhin dürfen sie mitreden; allerdings nur das, was den Herrschenden gefällt, und vieles im Netz gehört nunmal nicht dazu, wie der Galerie klar gemacht wird.
So geht Propaganda in seiner übelsten Form. Die tatsächlichen gesellschaftlichen Probleme. die Tausende von Lohnabhängige und Abgehängte in der Republik betreffen, die uns umtreiben müssen, weil sie gegen all das verstoßen, was Menschenrechte, Demokratie und gesellschaftlichen Fortschritt ausmachen werden sollen eine Randerscheinung sein, denn damit lässt sich kein Geld verdienen, obwohl es das ist, was der Gesellschaft so vorenthalten wird, sie aber mittelbar betrifft. Sie werden betrogen und belogen von den Medien, und die sollen ab in die Ecke und sich schämen, bis zum Sankt Nimmerleinstag.
Sie machen sich mehr als lächerlich mit Nachrichten wie diesen.
Der Galerist macht die Arbeit derer, die mehr dem Verleger und der Politik sich verpflichtet haben, als dem journalistischen Auftrag seriös und umfassend zur politischen Meinungsbildung beizutragen. Dann gibts Gummi, und ab vor das Klassengericht. Ziemlich verdreht.
Wie tief kann man noch sinken ?
Presse- und Meinungsfreiheit, die in den Medien so hochgehalten wird ist für die gedacht, die ihre Seele verhökert haben, und an der Verdummung und Verblödung im Land einen wesentlichen Anteil haben.
Wir bewegen uns in eine Richtung die brandgefährlich ist.
Kritisches Denken ist unerwünscht, und es geht mehr um die Wirkung der Nachrichten, als um die Nachricht selbst.
Wir ertragen Bilder, die nicht mit Vietnam vergleichbar sind, dafür sorgen die Medien, denn die Bilder des mörderischen Krieges des größten Kriegstreibers aller Zeiten, den USA sind in vielen Herzen und Köpfen eingebrannt, und deswegen wird die Wirklichkeit der Menschen, die im Mittelmeer ertrinken, und von keinem Land, der ach so von ihren Werten bestimmten Ländern, aufgenommen werden vorenthalten, denn man weiß um die Wirkung der Bilder. Pfui Teufel, was sind das für Schmierfinken, die weder Eier, noch PO in der Hose haben, und denen der Flipper geht, wenn die kleine Galerie ihre Artikel ins Netz stellt, den Finger in die Wunden legt, aufklärt, und denen den Kampf angesagt hat, bei diesem Schmierentheater nicht mitzumachen. Vielen Dank, und hoffentlich geht das Spenden noch munter weiter.


Am 25. Juni 2018 schrieb Ernst Blutig:

Man kann das Thema, daß Herr Gellermann hier angesprochen hat nicht genug in Wort und Text herausstellen und diejenigen entlarven - was ja nichts anderes bedeutet als "demaskieren" (der Charaktermasken) - , die diese Verschleierungstaktiken in die Bewusstlosigkeit anwenden.
Denn um nichts anderes geht es, als darum, die Massen mund- und schreibtot zu machen und, wo das nicht gelingt, deren Ausdrucksformen, Expressionen und Impressionen, mit pseudogebildeter und pseudoelitärer Scheisse zu bewerfen, um ein und denselben ewigen "Mehrwert süß" auf der Speisekarte zu verteidigen und zu garnieren mit frommen Sprüchen und Rezepten aus der Ubiquitärkantin. Die Kanzeln dieser Pfaffen sind hoch und die Küchen der Beiköche fettverschmiert.




Am 25. Juni 2018 schrieb Marc Britz:

"Neidischer Netz Nerd."

Lieber Uli, das ist so gut, dass sich Leute den Titel noch auf ihre T-Shirts drucken lassen werden. Pass nur auf, dass Du die Rechte daran frühzeitig sicherst: Das Geld könnte für zukünftige Gerichtskosten gut gebraucht werden?

Zur Sache: "I really don't care, do u?" ist doch eigentlich so etwas wie der uneingestandene Wahlspruch der liberalen Gesellschaft. Man echauffiert sich jetzt halt ein bisschen über die schlimmen Zustände im Kinder-Wetback-KZ, nur um dann mit öffentlich erleichtertem Gewissen die für die USA überlebenswichtige Billiglohnsklaverei weiter aufrecht zu erhalten. In Reality, we don't care: Keiner von den jetzt so sauren Hollywoodstars könnte auch nur das Maul aufmachen, geschweige denn zur Anti-Familientrennungs-Demo zu gehen, ohne die eigenen lieben Kleinen vorher der illegal eingewanderten kolumbianischen Nanny-Armee anvertraut zu haben. Aber, von der eigenen Freiheit zu schwafeln, nur um Andere dann um so effektiver unterdrücken zu können, ist Spezialität des Sklavenhalter-Liberalismus. Da macht es wirklich keinen Unterschied, ob man jetzt zu den Obamas oder den Trumps gehört, das ist gute alte anglo-american Tradition von Washington bis Clinton. Ivana kommt halt nur "from the wrong side of the tracks" im Oligarchen-Stadl. Ivana gleich Ivan, sie verstehen? Das ist der eigentliche Grund für den transatlantischen Shitstorm.

Antwort von U. Gellermann:

Danke für den Finanz-Tip und die Analyse.


Am 25. Juni 2018 schrieb Detlev Matthias Daniel:

Selbstverständlich gibt es diese Filterblasen. Wie einfach und überschaubar war die Welt, solange es im Wesentlichen nur die "bürgerliche" und die linke Presse gab! Und an den Frontlinien gab es dann die Debatten, die immerhin zu einer gewissen gegenseitigen Wahrnehmung (nein, das Wort paßt nicht - besser Auseinander-Setzung) geführt hat. Derlei Polarisierung geht mit dem Herrschaftssystem zusammen, ja sie stützt und fördert es sogar. Dieses System löst sich jetzt nicht etwa auf, aber es bilden sich - begünstigt durch das schier unbegrenzte Wachstum der Kommunikationsmöglichkeiten - immer mehr dieser Blasen und das wird für die bislang zur Herrschaft privilegierten Eliten bedrohlich. Insbesondere dann, wenn diese Blasen aus irgendwelchen anonymen Ecken gesteuert werden ('anonym' meint in diesem Fall 'der Kontrolle der Eliten entzogen').

Gerade an den Rändern des Systems der gesellschaftlichen Deutungshoheit bedeutet dieser Wachstumsraum der Kommunikation, daß die Blasen sich ungehindert ausdehnen können, nicht zu öffentlichen Debatten gezwungen sind, um sich Raum zu erkämpfen. Genau so werden die Blasen zu Blasen. Die Eliten versuchen nun, ihre Herrschaft zu verteidigen. Das kann nur gelingen, wenn sie das Netz vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Das gilt es zu verhindern. Viel wichtiger aber ist es, darauf hinzuwirken, daß die Häute der Blasen durchlässig werden und sich das System von Macht und Herrschaft allmählich auflösen kann. Dort findet der Kampf um die Zukunft statt.


Am 25. Juni 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Klaus Bloemker
Die Nörgelei und die Neidhammelei geht mir mittlerweile so richtig auf den Keks, zumal sie schon besser in beidem gewesen sind. Sie lassen nach.


Am 25. Juni 2018 schrieb Lutz Jahoda:

AMERICA FIRST!
RAUB UND BESITZE!
WIE EINST BEI HEARST
IST DUMMHALTEN SPITZE!

"Wen juckt´s? Mich nicht! Warum sollte es auch?"
First Lady Melania bringt´s auf den Punkt:
"Die Mehrheit Amerikas steht auf dem Schlauch.
Desinformiert sein ist hilfreicher Brauch.
Deutschland zieht mit, also hat es gefunkt!"


Am 25. Juni 2018 schrieb Klaus Bloemker:

Und die Rationalgalerie ist keine Echo-Kammer, aus der es zurücktönt, wie Uli Gellermann hineinruft / bzw. schreibt?

Antwort von U. Gellermann:

Leider ist Ihr Echo ohne jedes Argument.


Am 25. Juni 2018 schrieb Elke Zwinge-Makamizile:

Ich möchte hier nochmal herausstellen, wer und wie wir an der Nase herumgeführt werden (können), wenn nicht Aufklärung von Uli Gellermann uns darauf stößt: " Eli Pariser war früher Executive Director von MoveOn.org und ist jetzt Board President dieser Organisation. Dass diese Truppe eine Großspende über 1,46 Millionen US-Dollar von George Soros bekommen hat, gibt einen sachdienlichen Hinweis: Soros spendet auch gern Geld für Regime-Changes." Also Achtung, Achtung! Ansonsten hat sich die First Lady öffentlich für eine gute Sache ins Zeug gelegt, wie es Präsidentengattinnen weltweit tun. Manchmal ganz eigenständig. Ich erinnere an Danielle Mitterand.


Am 25. Juni 2018 schrieb Alles nur Satire:

Die Aussagen des nahezu anonymen U. Gellermann im letzten Absatz treffen alle vorhandenen Nägel auf den Kopf. Aber sowas von...

Frau Trump war mal Model, sie ist es also gewohnt, ihren Körper mit irgend etwas zu drapieren, dazu ihr >>barbiehaftes<< Aussehen zu nutzen, damit das von ihr präsentierte Zeug dann mit hohen Profiten verkauft wird.

An wen? (Diese Frage ist nur zu rethorischen Zwecken eingestreut worden.)

Trotzdem, auch ich fand die Aufschrift, gemessen am traurigen (sehr milde ausgedrückt) Anlass ihres öffentlichen Auftritts, völlig unpassend.

Aber vermutlich wusste sie um die Wirkung auf die niederträchtige marktradikale Presse und hat diese Jacke absichtlich ausgewählt.

Um vllt. auch ihren Mann zu unterstützen. Was ich ihr, als Gattin, eben auch zugestehen muss.

So unberechenbar und grausam dieser Vogel auch Politik machen darf.




Am 25. Juni 2018 schrieb Gert Wegener:

In diesem Kampf der etablierten Medien gegen die neuen wurde die neue Bedeutung des Wort "Troll" geboren. Die Figur aus der Mythologie wird hier zum bösen Russen am Keyboard. Geschickte Neuschöpfung zur Verschleierung der eigentlichen Linien. - Übrigens liegt in diesem Kampfgebiet auch die juristische Attacke der Süddeutschen gegen Gellermann.


Am 25. Juni 2018 schrieb Bert Wingert:

Endlich entlarvt mal jemand das Propagandamärchen vom düsteren Netz. Dieser Zwecklüge zur Verteidigung der Verlegerprofite. Und natürlich ist die Lüge auch nützlich, wenn man fas Meinungsmonopol der Herrschenden verteidigen will. Das Netz senkt die Schwell zur Verbreitung alternativer Meinungen. Das hebe ich noch irgendwo so klar gelesen wie her.

Dran bleiben...

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