Infarkt-Wahlkampf

Messias gegen Raute

Autor: U. Gellermann
Datum: 09. Februar 2017

Das können die Deutschen nicht mehr lange ertragen: Das unerträglich erregende Kopf-an-Kopf-Rennen zweier Kanzlerkandidaten, die beide als unschädliche Schlafmittel gelten: Schulz gegen Merkel. Die geradezu extremen Unterschiede der beiden: Schulz hat eine Glatze, Merkel hat Haare, Schulz ist für die freie Marktwirtschaft, Merkel ist für die freie Markwirtschaft. Von Schulz stammt der fundamentale Satz: „Ich muss die SPD nicht erneuern“. Das will Frau Merkel auch nicht: Weder die SPD, noch die CDU, nicht mal die Frisur soll erneuert werden. Der SPD-Mann hat mal gesagt: "Wir vertreten 500 Millionen Menschen, aber wir haben eine Wahrnehmung wie der Kreistag von Pinneberg“. Das soll zu schweren Volksaufständen in Pinneberg und Umgebung geführt haben. Das käme der Kanzlerin nie über die Lippen. Stammt doch von ihr der radikale Satz: „Wir sind frei, mitmenschlich, offen“. Wer wollte da nein sagen? Ausser vielleicht dieser Pinneberg-Beleidiger. Der hat sich sogar mal total brutal für eine „Null-Toleranz-Politik mit Augenmaß" eingesetzt. Wem gehört die Mitte, in der sich beide drängeln? Diese Frage kann nur mit Augenmaß beantwortet werden. Und keine Toleranz gegenüber denen, die mehr als Null wollen.

Irgendwo, an einem geheimen Ort, hatten sie sich getroffen: Die Meister des deutschen Medien-Universums. Das deutsche Universum liegt in der Mitte, sagte der Eine. Aber mit Augenmaß, sagte der Andere. Und trotzdem: Wir brauchen einen Wahlkampf, damit man die Wahl hat. Denn wenn es gar keinen Unterschied mehr gibt, muss auch keiner mehr zur Wahl gehen. Das sähe ja aus, als ob die Wähler keine Lust hätten. Also müssen wir mal die Unterschiede der Kandidaten rausarbeiten. Ich übernehme die Frau, sagte der Eine. Da kann es nix wirklich Neues geben, die kennt jeder. Also müssen wir das Alte nur mit mehr Tiefgang aufladen. Zum Beispiel ihre Gestik. Die Raute. Die erheben wir zum Karo: Das kleinste Karo der Welt! Deutsche Kleinkariertheit als Maßstab! Wer wollte diesem Muster widerstehen. Und dann, eruptiv dieser Satz von ihr: „Überall stoßen wir auf ein Denken, das kein Morgen kennt.“ Wer will das Morgen denn kennen lernen? Das Heute ist schon schwer genug.

Der Andere saß nun da mit seinem Mann mit Haaren am Kinn statt auf dem Kopf. Den, sagte er, den machen wir zum Messias! Ja wie denn? Soll der die Lahmen wieder gehen machen? Ne, das kann ja jeder. Ich mache aus dem Mann den Augenmaß-Messias, meinen Messias, der Messias, der aus dem Klatschen kommt. Wenn der zum Beispiel in seiner eigenen Parteizentrale redet und alle, also wirklich alle Mitarbeiter auf die Treppenabsätze kommandiert werden und klatschen, dann sagt er noch diese Sache mit dem Ruck und anderntags steht die Sache mit dem Ruck in allen Zeitungen und wird in jeden Winkel des Landes gesendet. Das ist dann doch ein echtes Wunder. Und das wirklich Schöne ist: Keiner fragt wohin denn geruckt werden soll. Ich werde mit meinem Schulz den Auf-der-Stelle-Ruck kreieren. Das kann nur der Gesalbte.

Einmal hat die meine gesagt: „Wir sind jetzt gerade im Sommer der Entscheidungen. Und dann kommen der Herbst und dann der Winter der Entscheidungen. Jetzt kommen überhaupt nur noch Entscheidungen“, das ist es, was ich mit Tiefgang meine. Für eine Sprache wie diese muss man sonst im Kabarett bezahlen, sowas von metaphysischem Wetterbericht! Aber da fehlt doch das Feintuning. Wenn sie jetzt noch mit ‚Das Frühjahr kommt, wach auf Du Christ’ um die Ecke zieht, dann holen wir nicht nur was Religiöses in die Kampagne, auch die Jahreszeiten sind dann komplett unser, da kann sich Ihr Kandidat warm anziehen, der Flachschwimmer.

Wir sind längst mit dem Begriff MEGA-Schulz auf dem Markt. Denn meiner ist der Grösste. Fast wie damals Muhammad Ali, nur eben echt weiß. Und so lange keiner fragt wofür denn MEGA steht, bleibt die Spannung. Aber warum sollte jemand fragen? Die Leute wollen ja auch im Krimi nicht vorher wissen wer der Mörder ist. Und meiner bringt nicht mal einen um. Nur manchmal, wenn ich nicht aufpasse, dann rutschen ihm glatt Wahrheiten raus: „Wenn sich Menschen von einem Projekt, von einer Idee abwenden, dann geht das irgendwann seinem Ende entgegen“, hat er mal über die EU gesagt. So unangenehme Tatsachen dürfen jetzt natürlich nicht auf den Tisch.

Da ist die meine einfach klarer: „Ich habe entschieden, dass das Programm ausgewogen und richtig ist.“ Das wollen die Menschen hören. – Die beiden sahen sich an und waren sich einig: Spannung ist gut, zu viel Spannung kann einem die ganze Demokratie verderben. Noch steht es Null zu Null im Spiel Messias gegen Raute. Und nach dem Spiel ist immer auch zugleich vor dem Spiel.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 12. Februar 2017 schrieb Manfred Ebel:

Hallo Herr Schell (stellvertretend), die Schuldfrage ist(!) geklärt. In fast allem gehen wir Seit an Seit und danke, es sackt.
Lieber gestern als heute sähe ich - trotz reichlicher Jahre - die Lösung für alle Probleme in der "R"-Tat. (Weil er es mir sagte, weiß ich vom Zähneknirscher, dass er selbst diese Lösung präferiert.) Und deshalb bin ich aber in dieser marginale-Häuflein-Partei , die "sich fest bei den Händen haltend" ... Nur allerdings muss ich wie viele andere eine epidemische krankhafte Psychose-Verweigerungshaltung zur Kenntnis nehmen - Verweigerung des Einfachen, das so schwer zu machen und doch wirklich einfach selbst zu begreifen ist. Der Zähneknirscher wählt den Weg des Zähneknirschens. Ich nicht. Deswegen bleibt mir vorerst übrig, mich selbst peinlich zu befragen, ob ich denn genug mache. Herrn Kohle verstehe ich dennoch.
Ihr Büßer-Dasein finde ich ganz und gar nicht nutzlos, sehe ich doch , dass es mehrere so halten und es vielen so geht. Solange der Mensch hofft, bewegt er sich, und so hoffe ich eben, dass die Idee wieder die Massen ergreift und zur materiellen Gewalt wird.

Antwort von U. Gellermann:

Wählen ist nur eine unter mehreren Möglichkeiten der politischen Handlungen. Und, je nach politischer Situation, nicht unbedingt die wichtigste.


Am 12. Februar 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

@ Marc Britz
1.) "Hoffen und harren macht manchen zum Narren!" (Ovid, 43 v.d.Z.-18 u.Z.).
2.) "Wer sagt, hier herrscht FREIHEIT, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht!" (Erich Fried).
3.) "Kein Mensch der Erde, wahrlich(!), ist ein freier Mensch!" (Euripides, 480-407 v.d.Z.).
PS: Vorsorglich habe ich die "Klarnamen" in Klammern geschrieben, denn denen kann nichts mehr passieren, weil sie tot sind!).


Am 12. Februar 2017 schrieb Matthias Brendel:

Inn Anlehnung an die dichterische Kompetenz meiner Vorgänger hier noch ein kleines Werk, das mir haute beim Aufwachen einfiel. Es ist im Stil von Heinz Ehrhard:

Schurkel und Melz
Gehn uns auf den Pelz
In ein Paar Jahren
werden wir erfahren
Wie sie so waren

Schurkel und Melz
Zartester Schmelz
Machen in Waffen
mit den Kriegsaffen
Wir können nur gaffen

Schurkel und Melz
Gott vergelts
Sie sind die Koniferen
Wir können uns nicht wehren
Man hält sie in Ehren

Schurkel und Melz
Fett wie ein Wels
Erhöh`n sich Diäten
Für uns gibts nur Gräten
Wir ernten, was sie sähten


Am 12. Februar 2017 schrieb Heinz Schneider:

@Marc Britz 10.2.

Das, was Sie in meinen Beitrag hinein interpretieren, habe ich weder geschrieben noch gemeint.

Gemeint habe ich: Wenn ich die Welt verändern möchte, reicht es nicht, mir einen Führer auszuwählen und auf der Couch zu bleiben.

Was sie über Corbyn schreiben, stimmt!!! Seit wann kennen Sie ihn?



Am 11. Februar 2017 schrieb Marc Britz:

@ Hans Rebell-ion

Schreiben Sie doch mal mit Klarnamen, dann kann ich mich auch besser über den ihrigen lustig machen. Lesen Sie mal genau: Habe nirgendwo bestritten, dass die menschliche Kulturgeschichte toll verlaufen ist, ziehe halt nur vor die Hoffnung nicht aufzugeben. Was mich an so Schmalspur-Pessimisten wie Ihnen nervt, ist, dass sie Ihren Mist nur aufgrund der Kämpfe, die andere für sie ausgefochten haben, verbreiten können. Meinungsfreiheit für Knechte, beispielsweise, wurde mal von den Demagogen - wie Sie diese nennen - mit viel Blut bezahlt. Wenn alle so dächten wie Sie, hätte einer wie Sie wahrscheinlich immer noch einfach nur das Maul zu halten. Und wo Sie schon fragen wo ich stehe: Ich glaube (frei nach Althusser) an die ewige Wiederkehr des Klassenkampfes. Ansonsten können Sie gerne recht behalten, frage mich nur warum Sie sich überhaupt noch über irgendwas aufregen statt sich gleich aufzuhängen. Wahrscheinlich sind Sie einfach so ein Gewinnertyp?


Am 11. Februar 2017 schrieb Andreas Schell:

@Herr Ebel:
die Schuldfrage klären wir aber jetzt nicht, und voraus eilende Selbstbezichtigung ist nicht zweckdienlich. Es ist uns allen Klarheit darüber zu vermitteln, wie man sich in Zukunft nicht oder weniger mitschuldig macht. Dazu hätte ich viele Ideen. Wie wär's zum Beispiel mit arabischen Kriegerdenkmälern und Spenden-Kassen für arabische Kriegsflüchtlinge an allen deutschen Tankstellen? Schließlich ziehen wir uns ja bei jedem Tankvorgang einen Zentner Kriegsbeute, die hierzulande als Hehlerware in den Verkehr kommt, blasen fast die dreifache Menge an Dreck wieder raus und machen damit obendrein noch die Falschen reich. Das Ölgeschäft ist das größte Geschäft der Welt und wir Deutsche voll dabei - fangen wir doch da mal an? Klar: keinen Krieg und kein Großkapital wollen, aber trotzdem fossil Auto fahren und herum fliegen ist schwierig. Ich plädiere dafür (und habe ganz klein damit angefangen), dieses Problem zu bearbeiten, bevor ich ein (Verzeihung: nutzloser) Büßer werde oder ganz auf eine gewisse Mobilität und 'ne warme Wohnung verzichte. Für diese Monster-Aufgabe werden übrigens noch viele Hände und Köpfe gebraucht und voraussichtlich auch nicht schlecht bezahlt.

Es auch ganz sicher falsch, nicht zur Wahl zu gehen (@Herr Kohle, habe ich so verstanden). Leider ist es so, dass Nicht-Wählen, das Wählen von sub-5-Prozent-Randparteien und das Abgeben einer ungültigen Stimme den gleichen Effelt haben: man wählt damit (ja, man wählt!) die bestehenden Mehrheitsverhältnisse, also Merkel-Schulz. Das ist eine mathematische Erkenntnis, und der genannte Effekt ist eben fatal. Die Linke mit ihrer überforderten oder gekauften Parteispitze (ich meine damit *nicht* das eine Ehepaar Wagenknecht und Lafontaine) wird in den nächsten Bundestag kommen. Als einzige Oppositionspartei. Diesen Gedanken bitte einfach sacken lassen.

Das Zähneknirschen nicht nur des Galeristen sollten die Adressaten längst laut und deutlich hören. Aber. Die Grünen haben heute leider trotzdem nichts mehr mit Umweltschutz oder Friedensbewegung zu tun - das ist nur noch eine romantische Erinnerung ihrer Gewohnheitswähler. Sie sind schon seit Joschka Fischer eine völlig indiskutable, CIA-gesteuerte NATO-PR-Abteilung. Will das wer? Die Linken sind mir auch keine ausreichend radikalen Pazifisten (die wir so dringend bräuchten wie Trinkwasser), erst recht nicht dann, wenn sie nach Regierungsbeteiligung schielen, und Umweltschutz spielt traditionell auch keine ausreichend große Rolle bei ihnen. Das sollten wir vielleicht mal ändern?

Einmal an der Regierung, scheinen sich dann alle Würdenträger jeglicher Ideale zu entledigen und zu Befehlsempfängern des Großkapitals zu werden. Das zu unterbinden ist höchste Bürgerpflicht. Zähneknirschend wählen, der schwarz-rot-gelb-olivgrünen Einheitspartei eine wuchtige Opposition verpassen scheint mir vernünftig, und da bin ich auch dabei. Zusätzlich sollte jeder von uns mal den Nutzen überprüfen, den er aus unserem Schurkenstaat zieht. Wir importieren billigen Treibstoff und andere Rohstoffe, exportieren fossil betriebene Autos, Waffen und Arbeitslosigkeit. Aha: ein noch schnelleres Ende des Ölzeitalters, Krieg und Frust? Der Exportüberschuss wird in Dollar gemessen - der Lohn aller Anstrengung ist also eine inflationierende Pleitewährung. Für die Fortsetzung dieses Suizids steht die heutige Bundesregierung, zu der man Herrn Schulz zählen muss.

Wer das nicht mehr aushält, der suche nach Alternativen. Kleiner Tipp noch: die Partei, die dieses A.-Wort im Namen trägt, ist keine. Ob's überhaupt noch Parteien sein müssen? Ist leider so im Grundgesetz festgelegt, aber das kann man ja offenbar großzügig interpretieren und ändern.


Am 11. Februar 2017 schrieb Michael Kohle:

Gellermann wird die Linke wählen - zähneknirschend. Ich kann ihn verstehen, gut sogar, nur folgen kann und will ich ihm nicht mehr so richtig. Gut, an meiner fehlenden Stimme wird es schließlich auch letztlich nicht scheitern, was auch immer. Außerdem erinnere ich mich gut daran, sehr gut, wie wenn es gerade gestern gewesen wäre, dass ich auch mal eine DieLinke gewählt habe. Vor (fast) fünfzig Jahren. es war mein erster Wahlgang. Es war (nur) eine Landtagswahl, als ich gestern bei Wiki dazu vorbeischaute, kam mir die Situation allerdings sehr vertraut, wohlbekannt vor. Die Situation damals - aufgeheizt wie selten zuvor - im März, April jenes Jahres, dass schon bald zum Schimpfwort gewandelt werden sollte, genau von jenen, die bis heute nicht enteignet sind. Nein, ich falle jetzt nicht in Nostalgie, möchte nur bescheiden darauf verweisen, dass in der Zeit vor dem Wahltag - wie so oft - so richtig die Post abgegangen war. Benno O. war längst unter der Erde und vergessen, ein anderer etwa in seinem Alter hatte sich - bestellt oder nicht - eine Knarre besorgt, um der ihm von Interessierten eingeredeten personifizierten Schande Großdeutschlands ein Ende zu setzen. Von einem wahren Terroranschlag würden heute die einschlägigen Medien berichtem, wäre denn Rudi D. als bedauernswertes Opfer eingestuft gewesen. Er war wohl aber eher von der anderen Fraktion, weswegen auch sowas wie eine SOKO NSU unbehelligt einschreiten konnte. Die bundesweiten „Je suis Rudi" Märsche konnten natürlich kaum negiert werden, so wurden sie eben
prompt als unverschämte Flegeleien unreifer Studis (ich war auch so einer) verunglimpft, so richtig posttaktisch eben. Als Osterunruhen!

Und dann, Tage danach - um genau zu sein 17, die Wahl in jenem Lande, aus dem der Kanzler der ersten GroKo, ein gewisser König Silberzunge, NSDAP Mitglied seit 1933 und enger Mitarbeiter von Ribbentropp, dem in Nürnberg deswegen später Aufgeknüpften, stammte und der deswegen zwei Jahre vorher seinen Platz im damaligen MP-Herrensitz Solitude dem Marinerichter, einem furchtbaren Juristen und Widerstandskämpfer (letzteres dank einem Herrn Oettinger viel später erst publik geworden) geräumt hatte. Warum ausgerechnet die SPD für die Osterunruhen abgewatscht wurde - immerhin acht Prozentpunkte - spielte keine große Rolle. Es war die NPD, die als strahlender Sieger aus dem Waffengang hervorgingen, von Null auf 9,8%. Als Standartenträger voran ein Von und zu. Der gängige Slogan damals: Genug der Worte, wir wollen Thadden sehen. Ach ja, der Scharfrichter durfte im Amte bleiben zusammen mit den total verängstigten Sozen. Und DieLinke?
Doch, stolze 2,27% sind es schon geworden, immerhin! Anderthalb Jahre später dann konnte ich - wohl aus schlechtem Gewissen und/oder aus Mitleid und aus zum richtigen Zeitpunkt medial hochgeputschter jugendlicher Begeisterung für unseren Willy - den Sozen zur Kanzlerschaft verhelfen (ob Gleiches mit Mega-Schulz wieder klappt?). Dabei hätte ich es bewenden lassen sollen. Stattdessen gab es auch noch das Parteibuch als Zuschlag und jene wenigen Monate, in denen Mehr-Demokratie-wagen erlaubt gewesen sein soll. Von da an ging es tatsächlich nur noch bergab. Meine Erlebnisse mit der Spezies "Sozialdemokratie" sollten bei mir für jahrzehntelanges Kopfschütteln und Magendrücken gleichzeitig führen. Auch wenn ich mangels Alternativen bis zum Ende des letzten Jahrtausends mein Kreuzchen brav bei ihnen abgeliefert habe. Zähneknirschend! Es hat sich zwischenzeitlich ausgeknirscht!

Nein, ich werde es Gellermann nicht gleich machen. Nicht dass ich gegen Sahra und ihren Oskar irgendetwas einzuwenden hätte. Grund allein ist der finale Überdruss. Wieviel kostbare Zeit und Nerven habe ich mein ganzes Leben als homo politicus in die Tonne treten müssen. Auf wieviele offensichtlich Hirnlose - akademisch oder nicht - habe ich eingeredet wie auf eine kranke Kuh - zu ihrem Besten und doch ohne jegliche Wirkung. War wohl eher immer eine Ochse, dem ich ins Horn pfetzte. Wieviele Traktate von Gellermann und ähnlich Denkenden habe ich mir allein in den lezten Jahren zugeführt um wenigstens feststellen zu dürfen, ich bin nicht allein auf der Welt. Ob das reicht? Wieviele sinnige Traktate hat einst ein Tucholsky geschrieben. Gegen Ende trat auch bei ihm der Frust offen zu Tage. Die Luthersche Lösung, die mit dem Bäumchen pflanzen am vorletzten Tag, sie mag zwar hoffnungsfroh stimmen. Aber was, wenn das der einzige Effekt wäre?

Dazu passt ein Erlebnis von gestern. Unter den wenigen virtuellen Orten, an denen es sich für mich noch zu wandeln lohnt - neben der Galerie selbstverständlich - befindet sich auch eine Postille von overseas, aus dem Land der Freien. Jeden Tag neu und reichlich bestückt mit vornehmlich Geistvollem. Gellermann schwant es sicherlich bereits: ja, es ist der Counterpunch. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein, zwei, wenn nicht drei, vier oder mehr Ergüsse vom Feinsten zu vermelden sind. Mit ihnen bin ich immer schon gut vorbereitet auf das was bei unseren Gniffkes demnächst so an Gegenteiligem zu erwarten ist. Die Wochenendausgaben am Freitag fallen immer besonders üppig aus. So auch gestern. Das Thema Trump zieht sich durch fast alle Beiträge. Mittenmang - ganz bescheiden - etwas Kontrapunktives, wenn auch mit Trump-Bezug: Abzeichnende Klimakatastrophe - Ausrottung der Menschheit in neun Jahren. Wissenschaftlich untermauert, nix VT! Zum Ende wird zum Besten gegeben, dass von den uns noch verbleibenden neun Jährchen acht von Donald besetzt sind. Und der will ja davon nichts wissen und am Ende auch nüscht gewusst haben. Hätten wir eigentlich nichts Besseres zu tun, als uns über Wahlen auszulassen? Ganz einfach: leben, solage es noch möglich ist! Und im besten Friedschen Sinne: Sein und nicht wegen Haben! Auch für das eine Prozent, das eine Promille gilt: die gehorteten Dukaten retten sie nicht.

Antwort von U. Gellermann:

Zum Leben gehört unbedingt auch das Kämpfen. So lange man noch kann, in des Wortes doppelter Bedeutung. Und auch das Aufregen endet erst mit dem Hirntod.


Am 11. Februar 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

@ Marc Britz
Potz Blitz Herr Marc Britz! ...
da haben Sie sich aber mächtig als historische Schlaf-Mütze geoutet!
Alle(!) historischen "Weltverbesserer"
mit ihren "Paradies-Vorschlägen" sind (leider!) von den "Anwendern" dieser "Vorschläge" nicht verwirklicht worden, im Gegenteil, alle(!) "Weltverbesserungen" wurden und werden missbraucht! Der "KAMPF für eine bessere Welt" hat ca. 14.400 KRIEGE mit 3,5 Mrd.TOTEN in 10T.J. "KULTUR" gekostet!! Das nennen Sie "verkorkstes Geschichts-Bild"!? Zu wen zählen Sie sich?: "Die mit WAHRHEIT laufen, laufen allein!" (Christian Morgenstern) oder "Die mit WAHNHEIT laufen, die haben viele Mitläufer!" (Rebell-Ion).


Am 10. Februar 2017 schrieb Marc Britz:

@ Heinz Schneider

Wenn Sie den Schurkel-Effekt auf die SPD mit Corbyns Wirkung auf Labour ernsthaft auch nur in Beziehung setzen wollen, haben Sie meiner Meinung nach echt nicht den Schuss gehört (oder vielmehr nicht die NATO-Schüsse). Corbyn war und ist im Gegensatz zu Schulz seit Beginn seiner Kariere ein standhafter Verfechter echter Friedenspolitik und sozialer Gerechtigkeit. In seinem Land, in Europa und darüber hinaus. Als die gleiche neoliberale Fraktion, der Schulz angehört, Corbyn parteiintern absägen wollte, gab es quasi aus Solidarität mit Corbyn und zu seinem Schutz die Eintrittswelle von der Sie sprechen. Das hat was mit der Integrität und Intelligenz dieser Person zu tun und nichts mit Messianismus.

Und nein, nicht jede Arbeiter-Bewegung ist willkommen, schon gar nicht eine ohne Programm. Denn dann wäre auch eine nationalsozialistische deutsche Arbeiterbewegung eine tolle Sache.


Am 10. Februar 2017 schrieb altes Fachbuch:

@ herrn triebstein
"Wir sollten es uns zur Aufgabe machen zu sagen, WOFÜR wir sind."

und dann geht es los:

- "Die Überwindung des Links-Mitte-Rechts-Schemas" zugunsten einer 99% bewegung, die sie in 4 rollenspieler unterteilen und deren bestreben einzig der zugang zu "basisgütern" nach Skidelsky sei!!??
mit einer 99% bewegung kann ich leben!! 5 einzelpersonen in DE besitzen soviel, wie 40% oder ca. 35 MILLIONEN!
überlegen sie mal, wo sie ihre mitstreiter abholen wollen!! atmung, nahrungsaufnahme und stoffwechsel, reizbarkeit und denkfähigkeit, fortbewegung und fortpflanzung sind DIE merkmale eines biologischen wesens.
der tierschutz ist da bereits erfolgreicher und jeder affe im zoo glücklicher, als mancher mitBÜRGER in dieser ihrer menschlichen gesellschaft!!
zugang zu IHREN rein ideellen basisgütern bekommt man in dieser welt nur durch arbeit. aber auch dieses grundsätzliche MENSCHENRECHT versagt uns das grundgesetz, genauso, wie ihr hinweis fehlt, dass die menschenrechtserklärung von 1948 der minimalste konsens war, und vom ostblock lediglich zur kenntnis genommen wurde!

- "Die Erweiterung des Arbeitsbegriffs". und dann stützen sie sich auf kirchliche besonderheiten oder vorschläge?? deren "arbeitgeber" sind vom betriebsverfassungsrecht befreit, und beuten ihre beschäftigten nicht nur finanziell sondern auch moralisch/ethisch aus!! arbeit ist für diese altruisten nicht versklavung zum broterwerb, sondern "arbeit ist zur schau gestellte liebe" (verfasser unbekannt)!!
ich will keine 3 einkommen, sondern ein auskommen, damit ich meine liebe leben kann! und dann bin ich wieder bei den affen im zoo - müssen die für dasein/leben etwas tun??

- "Die Konsultative" ein zufallsprinzip bettelt eine legislative oder die judikative an, "sich um Zukunftsfragen (zu) kümmern", "die von Politik und Wirtschaft bisher unzureichend, falsch oder überhaupt nicht angepackt werden."
und diese appelationsgülle bringt es dann?? ich will eine legislative, die eine friedens- und sozialpolitik zum ZIEL der wirtschaftspolitik macht!! nicht wirtschaften um des profites willen, wo schon die über 20% weggeworfenen lebensmittel ausreichen würden, alle affen im zoo zu ernähren!!

- zitate ohne ende, von steinbrück bis lincoln
und immer wieder "sollte, könnte, rechte, freiheit, individuen, demokratie...".
in gettysburg 1863 versprach lincoln 87 jahre NACH der unabhängigkeitserklärung (grundlage heutiger menschenrechtsschwafeler) und parallel zur ausrottung der ureinwohner, die befreiung der (SÜD)staatensklaven. die eigenen meinte er nicht! wer sich auf das französische motto "freiheit, gleichheit, brüderlichkeit" berufen mag, der MUSS auch bereit sein, die 5 reichsten einzelpersonen zu entsorgen!!

- "Die hessische SPD hat 2008 aus der Opposition heraus ...36% ..erzielt"
dann sollte sie in der opposition bleiben, auch mit 51%: es ist besser, schlimmeres zu verhindern, als noch schlechteres zu verursachen!!
siehe antrag "Für eine globale, soziale und ökologische Marktwirtschaft" - ein kabarett der widersprüche:)


Am 10. Februar 2017 schrieb Benny Thomas Olieni:

MEGA-Schulz?

Marx-Engels-Gesamt-Ausgabe-Schulz?
(Vorsicht, Fälschung!)

Make-Europe-Great-Again-Schulz?
(Vorsicht, Vortäuschung falscher Tratschsachen!)

MEGAlomania-Schulz?
(Vorsicht!


Am 10. Februar 2017 schrieb Manfred Ebel:

@ Herr Schell, zustimmend und eine Ihrer Fragen (war es eine?) beantwortend:

ZU
SPÄTE EINSICHT

Jetzt,
da wir verseuchtes Wasser trinken
da wir verstrahltes Brot essen
da wir wie vor Weihnachten die Tage abwärts zählen
da wir hoffen, morgen nicht zu erwachen
da sich immer mehr von uns verabschieden
da sie´s nicht mehr aushalten
da es nicht loht, Leichen wegzuräumen

DIE HABEN SCHULD!

Es waren noch viele da von denen, die einst schworen:
„Nie wieder Krieg von deutschem Boden aus!"
als es seit ´99 wieder soweit war.
-------

Wir glaubten den anderen,
obwohl wir es besser wussten.
Wir lasen deren Nachrichten,
statt unseren.
Wir sahen deren Lügenberichte,
wohl wissend, dass es Lügen sind.
Wir wählten die,
obwohl die uns Jahr für Jahr betrogen.
Wir resignierten,
es nütze ja doch nichts.
Wir hörten auf deren rosa, grüne, braune Freunde,
und sind nicht eingeschritten.
Wir stritten untereinander,
über WählerINNEN, Moslems, Transen, Bier und Titten.
Wir hofften darauf, dass es uns
ein bisschen besser geht als den Nachbarn.
Wir polierten stolz
unser Ego und unser Auto.
Wir überließen denen unsere unbezahlte Mehrarbeit,
und bedauerten die Armen.
Wir sahen zu,
wie sie Wasser, Boden, das Leben privatisierten.
Wir blieben zu Hause,
als sie die Bomber losschickten.
Wir hörten die Roten nicht mehr,
denn die sagten es immer so direkt.
Wir sagten, wir sind noch nicht so weit
und warteten weiter ab.
Wir haben die machen lassen
und haben sie nicht zum Teufel gejagt.
Wir wussten es
und taten nichts.

WIR SIND SCHULDIG ? ICH BIN´S


Am 10. Februar 2017 schrieb Aleksander Korty:

Herr Galerist Ihr roter Kurzkommentar: "Ich wähle zähneknirschend LINKSPARTEI!" zur Leserin USCHI PETER hat mich doch sehr verwirrt. Wissen Sie eigentlich, wie teuer ein neues Gebiss in Deutschland ist? Können Sie sich das leisten? Bezahlt Sie Herr Putin so gut.? Bislang habe ich hier immer nur von Ihnen gelesen, dass er sie unzureichend entlohnt. Ich empfehle Ihnen daher: Vorsicht bei der Wahl der Linkspartei ! ! !


Am 10. Februar 2017 schrieb Heinz Schneider:

Hat der Messias Corbyn die Labour-Party verändert? Oder sind es hundertausende in die Partei eingetretenen Menschen, die sie gerade verändern?

Jeder Schritt wirklicher Bewegung ist mehr wert als tausend Programme, hat einer der Gründerväter der ArbeiterBEWEGUNG geschrieben..

Die digitalen Klagemauern unserer Tage kannte Marx noch nicht. Dort gelten Programme als Teufelswerk und Bewegung als Verrat. Oft unter Berufung auf Marx.

Schade.


Am 10. Februar 2017 schrieb Anke Zimmermann:

Die Physik ist auf unserer Seite

Es ist so unheimlich geworden
auf der Welt.
Der vielleicht einzigartige
Ort des Lebens im Universum.

Es ist, als stehen wir am Rand eines
langen Schattens.
Menschengeschaffen, hört ihr den Affen?

Oder, wir fassen uns ein Herz,
aus Sternenstaub geschaffen.


Am 10. Februar 2017 schrieb Michael Schmidt:

"Die Deutschen" ertragen das ganz sicher, denn die Mehrheit blickt durch dieses polititische Chaos gar nicht durch. Einige machen ihr Kreuz in der Hoffnung dass sich vielleicht was ändert und der Rest geht schaut Fußball oder geht lieber shoppen ....


Am 10. Februar 2017 schrieb Lutz Jahoda:

WENN PHANTASMAGORIE
DER WAHRHEIT AUF DIE HACKEN TRITT

Deutschland geht es prächtig,
wird erneut allmächtig,
wie der Export zeigt.
Südeuropa leidet,
Klein-Britannien scheidet.
Kinderarmut steigt.

Mega-Schulz im Aufwind.
Merkel-Sulz geschichtsblind.
Alles bleibt beim Alten.
Nur den Vorwahlrummel
und das Wortgeschummel
gilt es auszuhalten.

Prozedere wie immer:
Wahlvolk ohne Schimmer.
Dumm kann nichts verderben.
Wohlstand gibts nicht gratis,
drum - magnifikatis -
dürft Ihr Euch bewerben,
für die Superreichen zu sterben.


Am 10. Februar 2017 schrieb Marc Britz:

@Rebell-Ion

"Wer "Soziale Gerechtigkeit" schaffen will, der ist zweifelsfrei ein Demagoge oder ein Ignorant der Historie der sog. Zivilisation! Seit über 10T.J. schon bildeten sich "Klassen" ... "die da oben" und "die da unten" - "Herren & Sklaven" - "Adlige & Leibeigene" - "Herrscher & Untertanen" - Reiche & Arme" - "Wähler & Politiker"."

Ihr Geschichtsbild scheint seltsam verkorkst bei Hegel hängen geblieben zu sein. Irgendwie an entscheidender Stelle nicht weitergelesen? Wenn man nicht soziale Gerechtigkeit herstellen wollte, warum sich dann engagieren? Ist doch alles in Butter, oder? Es sei denn, man findet sich (so wie Ihrem Ärger nach zu schließen vielleicht Sie) dummerweise auf der Loser-Seite dieses "seit über 10TJ."- währenden Kampfes zwischen Herren und Knechten. Knecht sein - Ein nicht zu unterschätzendes Potential, wenn ich die Hegel-Interpretation dieses Karl Ma? (Karl Mo?, irgendwas mit Ma? - hab' ich grad vergessen) richtig verstanden habe! Marchs (ich hab's!), ein Demagoge aus Ihrer Sicht? Oder sind Sie vielleicht gar einer von der Übermenschen-Truppe?


Am 10. Februar 2017 schrieb Heinrich Triebstein:

Das Betreff in meinem Brief vom 3.2.17 an den neuen Hoffnungsträger der SPD habe ich genannt: "Eine Anregung":
"Lieber Genosse Schulz,
am Dienstag war Treffen der BI FrackingFreiesHessen. 17000 Unterstützerinnen und Unterstützer der vielfältigen Aktionen gegen die in Nordhessen geplanten Maßnahmen. Danach Themenwechsel zu CETA, TTIP, TiSA. Und damit fing der Frust an. Der Organisator hat es auf diesen Punkt gebracht: 'Nach dem, was wir von der SPD bei CETA erlebt haben, kann ich kein Vertrauen zu dem neuen Mann schöpfen.'
Ich vertrete in der BI die Position: Solange wir GEGEN Maßnahmen anrennen, die von Seiten der Mächtigen getroffen werden, sind wir auf Frust und Enttäuschung festgelegt. Wir sollten es uns zur Aufgabe machen zu sagen, WOFÜR wir sind.
Zum Beispiel: Die Überwindung des Links-Mitte-Rechts-Schemas. Das Eine Prozent steht gegen die 99 Prozent, die von Michael Hardt und Antonio Negri in vier Rollen unterteilt werden: Die Verschuldeten, die Vernetzten, die Verwahrten, die Vertretenen. Sie alle haben Interesse an dem, was Vater Robert (Keynesianer) und Sohn Edward (Philosoph) Skidelsky die sieben Basisgüter nennen, zu denen Menschen weltweit Zugang bekommen müssen: Gesundheit, Sicherheit, Respekt, Persönlichkeit, Harmonie mit der Natur, Freundschaft, Muße. Das alles auf der Grundlage der Artikel 1 bis 20 unseres Grundgesetzes, insbesondere der Artikel 1, 2, 3, 14, 15, 20 und 20a sowie des Artikels 22 (Recht auf soziale Sicherheit) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948.
Zum Beispiel: Die Erweiterung des Arbeitsbegriffs. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung spricht von einer 'Triade der Arbeit': Neben die Erwerbsarbeit (56 Milliarden Stunden im Jahr) treten Familienarbeit und gesellschaftsbezogene Arbeit 96 Milliarden Stunden) und werden finanziell entgolten. Der evangelische Sozialethiker Wolfgang Belitz fügt der Triade die Eigenarbeit hinzu und kommt so zum '4-3-2-1-Pfad zu einem neuen Gesellschaftsvertrag': Vier Arten Arbeit, drei Sorten Einkommen (Erwerbs-, Kapital- und Transfereinkommen), zwei Geschlechter oder Partner/innen, die gleichberechtigten Zugang zur Erwerbsarbeit und Leben mit Kindern suchen in dieser EINEN WELT:
Zum Beispiel: Die Konsultative. Durch Losverfahren werden Bürgerinnen und Bürger im Alter von 14 bis silbergrau ermittelt, die sich um Zukunftsfragen kümmern, die von Politik und Wirtschaft bisher unzureichend, falsch oder überhaupt nicht angepackt werden. Ergebnisse werden der 1. und/oder der 2. Gewalt zugeleitet. Im Falle der Ablehnung sind diese zu sorgfältiger und ausführlicher Begründung verpflichtet.
Zum Beispiel: Den privaten Banken das Recht auf Geldschöpfung aus dem Nichts entziehen und es europaweit einem System von Sparkassen und Genossenschaftsbanken übertragen. Deren Gewinne flössen der Öffentlichen Hand zu und nicht zum Zocken an die Börse. Diese Idee stammt von Hans Eichel, geäußert im November 2011, schrittweise zurückgezogen, je näher die Wahl mit Peer Steinbrück als Kandidat rückte. Peer Steinbrück hat sich das Verdienst erworben, unser Elend auf den Punkt zu bringen, als er am 15.11.2009 in der FAS sagte: 'Wenn eine solche Funktionselite wie das Bankmanagement nicht von selber zu der Erkenntnis kommt, dass tiefgreifende Mentalitätsveränderungen notwendig sind, dann ist uns nicht zu helfen.'
Zum Beispiel: Die Finanzierung von Tötungsmitteln durch die Finanzierung von Lebensmitteln ersetzen. Dazu zitiere ich Dwight D. Eisenhower: 'Jede Kanone, die hergestellt wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel läuft, jede Rakete, die angefeuert wird, bedeutet letztlich einen Diebstahl, der an jenen begangen wird, die hungern und nicht gesättigt werden, an denen, die frieren und nichts anzuziehen haben. Diese Welt voller Waffen verschwendet nicht nur Geld. Sie vergeudet den Schweiß der Arbeiter, den Genius ihrer Wissenschaftler, die Hoffnung ihrer Kinder.'
Und da ich schon beim Zitieren bin: Franklin D. Roosevelt hat in seiner Rede am 6. Januar 1941 die Vier Freiheiten benannt, die überall in der Welt Geltung erhalten sollen: 'Freiheit der Rede, Freiheit der Religionsausübung, Freiheit von Not und Freiheit von Furcht.'
Noch ein Wort eines Vorgängers von Mr. Trump: Abraham Lincoln nach der Schlacht bei Gettysburg 1863: 'Demokratie ist Regierung des Volkes, für das Volk, durch das Volk.'
Bei den Demonstrationen gegen die -gidas standen - außer in Dresden - immer viel mehr Leute auf der Straße als Anhänger und Mitläufer. Diese demokratische Mehrheit war es auch, die der großen Koalition der kleinen Themen in der Flüchtlingsfrage aus der Patsche geholfen hat. Den Beginn von Pegida habe ich mit Genugtuung wahrgenommen: Endlich wird die rechte Seite unruhig. Inzwischen ist abzusehen, dass ein Bündnis CDSU/AfD nicht auszuschließen ist. Es wird mir zu häufig bestritten, dass es dazu kommt. Umso intensiver sollte unsere Arbeit sein. Und unsere Hoffnungen sind wohl begründet: Die hessische SPD hat 2008 aus der Opposition heraus - nachdem sie inhaltlich gearbeitet hatte an ihren Themen Arbeit, Bildung, Energie - mehr als 36 Prozent Zustimmung von den Wählerinnen und Wählern erhalten.
CETA und die anderen Verträge sind ein Personalkostenkürzungsprogramm der Konzerne: Sie brauchen ihre Lobbyisten nicht mehr zu bezahlen, wenn sie durch ihre Verträge die von den Bürgerinnen und Bürgern gewählten Organe nicht mehr zu beeinflussen brauchen. Sie sind außerdem Waffen im Handelskrieg. Nicht nur Bomber treiben Menschen von zu Hause weg, der unfaire Handel tut es ebenso.
Die SPD Nordhessen hat am 2. Juli 2016 mit großer Mehrheit den Antrag 'Für eine globale, soziale und ökologische Marktwirtschaft' beschlossen. Den lege ich bei."
(Folgen noch der Termin, zu dem sich vier Arbeitsgemeinschaften des Bezirks im März treffen und verfassungspatriotische Grüße)


Am 10. Februar 2017 schrieb Paulo H. Bruder:

lieber ulli g., soll das jetzt auch noch in der rationalgalerie so laufen bis zur wahl? genügt es nicht, wenn die beiden kandidaten sich gegenseitig und mit hilfe der manipulationsmedien demontieren?

Antwort von U. Gellermann:

Auch schlechtes Theater braucht Kritik.


Am 10. Februar 2017 schrieb Uschi Peter:

Trotz aller Tragik des Geschehens musste ich herzlich lachen über diese Satire.
Bis vor kurzem war ich der Meinung, dass es keine Alternative zu Merkel gibt. Gabriel, das "Pack" oder Schultz die "Drossel" oder wer dann? Dann dachte ich, jeden nur nicht Merkel. Nun bin ich vollkommen verwirrt. Wer ist noch wählbar? Oder soll ich andere für mich entscheiden lassen? Aber Du, Uli, weißt offenbar auch keinen Rat.

Antwort von U. Gellermann:

Ich wähle zähneknirschend Linkspartei.


Am 10. Februar 2017 schrieb Edgar Schneider:

Ich gehe zwar nicht mehr wählen, weil Wahlen nichts ändern. Würden sie etwas verändern können , wären sie längst abgeschafft. Aber wenn ich wählen würde, würde ich Schurkel-Melz wählen! Eine Erststimme für den Messias-Kandidaten der ehemaligen Arbeiterparte und eine Zweitstimme für die Partei des US-ferngesteuerten Hosenanzugs.
Schurkel-Melz. Was für herrliche Wortschöpfung. Sie beschreibt in einem Wort die "Qual der Wahl". Im besten Worte des Sinnes. Danke Thomas Olieni
PS: Ich bin ein Putin-Troll. Ich bin ein Agent des russischen Geheimdienstes, der, als Asylbewerber getarnt, von Putin persönlich nach Deutschland geschleust wurde, um Deutschland durch gefakte Kommentare wie diese zu destabilisieren und die Wahl zu beeinflussen. Ich muss leider wieder abhauen. Der investigative Staatssender ZDF hat die Geschichte von den von Putin geschickten, als Asylbewerber getarnten Agenten gestern aufgedeckt. Zur besten Sendezeit. LOL. Das ist das Land, in dem wir leben. Ein Hoch auf Schurkel-Melz!


Am 09. Februar 2017 schrieb marie becker:

Ich vergaß: Der Wetterbericht war es just zum Versöhnungsmahl Merkel/ Seehofer


Am 09. Februar 2017 schrieb Ewald Dieter Tünderligeti:

Von wegen Messias, alter Wein in neuen Schläuchen passt eher zum Martin. Bin nur gespannt wie viele Wähler darauf reinfallen?


Am 09. Februar 2017 schrieb marie becker:


nicht von ungefähr kam gestern der Wetterbericht: das Hoch Erika zerteilt Deutschland in zwei Anteile; im Westen wird es etwas wärmer, im Osten droht weiter Eiseskälte...Sind Ost und West nur Himmelsrichtungen? und Erika ist doch ein schöner Name...


Am 09. Februar 2017 schrieb altes Fachbuch:

@ rebell-ion

auch ich kann mich mit vielen beiträgen anfreunden, auch mit dem von ihnen benannten!
ergänzen würde ich a.schell noch um:
- nibelungentreue zur ausbeuterischen produktionsweise, der heiligsprechung der privaten aneignung des vermögens, dass allerdings gesellschaftlich erwirtschaftet wird! besitz rechtfertigt inbesitznahme/sozialraub!
- nibelungentreue zur vorgeblich pluralen meinungsvielfalt auch in der parteienlandschaft, wo nach der demaskierung nichts als reaktionäre und systemlegitimierende oder -konservierende haufen überbleiben!!

NICHT konform gehe ich mit der meinung, dass "Keine Partei am Start (sei), die ansatzweise über eine kontrollierte Landung nachdenkt."

und als absoluter nonsens erscheint mir ihre provokation "Wer "Soziale Gerechtigkeit" schaffen will, der ist zweifelsfrei ein Demagoge oder ein Ignorant der Historie der sog. Zivilisation!"
das nazi-zitat komplett lautet "der marschall und der gefreite kämpfen mit uns für Frieden und Gleichberechtigung", und dies alles hat mit gerechtigkeit, insbesondere sozialer, überhaupt nichts zu tun!! wie auch nichts mit ihrer zuvor stehenden behauptung! zum schluss wollten sie gar nur dieses zitat hier platzieren!

schlimm, dass sie die galerie für diesen schwachsinn missbrauchen!!

meine verweildauer auf diesen planeten würde ich nicht als historisch einordnen, aber ich habe den versuch erlebt, soziale gerechtigkeit walten zu lassen!


Am 09. Februar 2017 schrieb Klaus Bloemker:

Es fehlt Ulis/Catos übliches ceterum censeo:

'Die letzten Entscheidungen fallen im Kreis des militärisch-industriellen Komplexes' - deshalb muss Karthago (sprich 'Kapitalismus') zerstört werden.


Am 09. Februar 2017 schrieb Benno Herbst:

"Das unerträglich erregende Kopf-an-Kopf-Rennen zweier Kanzlerkandidaten, die beide als unschädliche Schlafmittel gelten: Schulz gegen Merkel."
Ich würde es anders formulieren, denn erregend ist das Kpf-an Kopf-Rennen der beiden absolut nicht, höchstens aufregend. Und als Schlafmittel sind die beiden unwirksam aber schädlich.
So sehe ich das.
Wenn die Beiden ehrlich wären, würden sie ihre programmatischen Übereinstimmungen, die sie ja sowieso nicht haben feststellen. Und Beide kämen zu der Überzeugung (ein schönes Wort für die Beiden) daß eigentlich die von Beiden immer im Munde geführte Globalisierung auch bei beiden Parteien angebracht wäre und es zu einem Vereinigungsparteitag inclusive von Horsts bayrischen Protestverein Zeit wäre .
Eine CCCSUUSPD mit Springers - "BILD" Dir Meine Meinung - als Zentralorgan von Partei und Regierung. Das wäre doch mal gar nichts Neues, denn wenn jemand von diesen "Größen" bisher etwas zu verkünden hatte, dann doch über dieses Boulevardblatt der Friede Springer. Wo denn sonst! Denn das ist doch das Niveau von den beiden Co-Vorsitzenden der dann Megapartei.
Diese Wahlkampfspäßchen, wie sie jetzt noch abgezogen werden, fallen dann aus Sparsamkeitsgründen (?) oder besser wegen der Zeitverschwendung sowieso weg, weil die Wahlbeteiligung unter 30% fallen wird. Und die, die nicht zur Wahl gehen, sind wiederum sowieso natürlich für die Megapartei und die Co-Vorsitzenden, denn sonst wären sie zur Wahl gegangen und hätten dagegen gestimmt.
Mit dieser Vorgehensweise erstart man sich das Ermächtigungsgesetz, was ja nun mal immer noch einen faden Beigeschmack hat.
Aber man ist ja wieder auf gutem Wege, deutsche Truppen stehen ja schon mal wieder an der russischen Grenze. Und diesmal näher an Moskau als damals. Das ist doch schon ein Fortschritt - oder?


Am 09. Februar 2017 schrieb Manfred Caesar:

Ja ,Frau Burger zum Lachen gibt´s hier nix.
Meine Wahlempfehlung : Wählen Sie die Pest,das geht schneller.


Am 09. Februar 2017 schrieb Benny Thomas Olieni:

"Die lilaste Versuchung,

seit es Surrogate gibt:

Schurkel mit dem zarten Melz"

Mit Dank an RationalGalerie-Leser Michael Kohle ("Schurkel oder Melz?")


Am 09. Februar 2017 schrieb Benny Thomas Olieni:

Die Manipulationen durch die Presstitutions-Organe mit dem Messiahs-Hype durch die manipulierten Umfragen sind wirklich peinlich durchsichtig.
Wahl-Vortäuschung für Blöde?
Schulz-Spaßbad, der am Potemkinschen Fassaden-Schein-Parlament der EUdsSR abgesahnt und mitgewirkt hat, ist vom Merkel-Stielzchen so ununterscheidbar, daß Wahl wie Parlament immer mehr zur Farce verkommen. Wer hätte gedacht, daß das immer noch möglich ist?
„Stell Dir vor, sie geben eine Wahl, und keine(r) geht hin!"


Am 09. Februar 2017 schrieb Ernst Blutig:

"Hallo. Hier spricht OberstudienBundeskanzler Dr. Taft. Unser Motto für den Tag lautet FRISCH FROMM FRÖHLICH FREI!"


So könnte man den politischen "Geist" (dieser Begriff, "in diesem unserem Lande" gerne mal mit "Hygiene" verwechselt) auch beschreiben. Im vorderen 2/3 der Klasse von 2017 sitzen nur noch Führungsschicht und Lehrer des Mustergymnasiums Deutschland, Die Lümmel aus der letzten Reihe sind obsolet geworden. Sogar Pepe Nietnagel ist tot.


Am 09. Februar 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Dem Volk, den Spiegel vorgehalten; treffsicher, punktgenau, sarkastisch, humorvoll, angefasst, und bitter in der Erkenntnis, wie unser Heinrich Heine:
"Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht."
Zu hoffen bleibt; dass wir nicht irgendwann das erleben werden, was in der Weltbühne am 21. Februar 1933 stand:
"Mit Neid blicken Journalisten jetzt auf so gefahrlose Berufe wie sie Seiltänzer und Dachdecker ausüben."
Die Leute wollen nicht die Wahrheit; sie wollen angelogen werden, wohl wissend, dass es so ist. Sie sitzen warm und trocken, wie auf einer Insel der Glückseligen). Altersarmut, Niedriglohnsektor, Hungerlöhne, Tagelöhner, unbegleitete geflüchtete Kinder- und Jugendliche, die den Menschenhändlern anheim fallen, verursacht durch genau diese Politik, die von den beiden Kanditaten konsequent vertreten wird, finden keine Beachtung. Menschen ohne Wohnung, die bei diesen Temperaturen den Kältetod erleiden können, und so weiter. Es ist weitestgehend akzeptiert, die bescheuerte Arie der angeblichen Eigenverantwortung, besonders an den Stellen, wo es um gesamtgesellschaftliche Aufgaben geht, und der einzelne Mensch vor die Hunde gehen kann, weil er es ja so entschieden hat. Der Neoliberalismus, der die Gesellschaft hat auseinanderbrechen lassen, trägt seltsame Blüten, und die Individualisierung, der Egoismus wird von der Politik gefördert, und die SPD hat die Weichen mit der Agenda 2010 gestellt, und die CDU hat es dankend genommen und möglichst noch verschärft, denn wenn einer zur Staatenrettung sich eignet, dann ist es die Partei, die Vorsitzende wie Ebert und Wels hatte, die die Arbeiterklasse verraten haben, und die Schulz lobend bei Anne Will, in seiner "Antrittsrede" erwähnt hat; die sPD.
In diesen flachen, oberflächlichen Zeiten, in denen tiefgreifende, gesellschaftlich, politische Probleme unter der Oberfläche vor sich hinstinken, sind Artikel wie dieser, so wichtig, dass ich mich nun wieder, sicherlich einigen Lesern, auf den Keks gehend, zu einem dicken Lob hin reißen lasse. Vielen Dank, lieber Uli für deinen unermüdlichen, politischen und aufklärendem Einsatz, egal, wer es von den Beiden werden wird, gewählt wird der Neoliberalismus, und das ist eine für die Gesellschaft die wirkliche Katastrophe.


Am 09. Februar 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

Wenn ich "wählen" müsste, dann würde ich den Kommentar von Andreas Schell wählen!
Ansonsten hat mich der "Messias" Schulz ("Erlöser"?... von wen oder was?) zur folgenden Überlegung mit seinem "Wahl-Motto GERECHTIGKEIT" angestossen:
Wer "Soziale Gerechtigkeit" schaffen will, der ist zweifelsfrei ein Demagoge oder ein Ignorant der Historie der sog. Zivilisation!
Seit über 10T.J. schon bildeten sich "Klassen" ... "die da oben" und "die da unten" - "Herren & Sklaven" - "Adlige & Leibeigene" - "Herrscher & Untertanen" - Reiche & Arme" - "Wähler & Politiker".
Schon 1933 fielen die deutschen "Wähler" auf "Nationale Sozialisten" rein, die mit der Wahl-"Losung" siegten: "Kämpfen mit uns für Frieden und Gleichberechtigung".
Wer also "Gerechtigkeit" verspricht, der hat sich "versprochen" oder der lügt oder der leidet unter "Visionen" und muss in die "Irren-Anstalt", also in die "Regierungs-Anstalt"!


Am 09. Februar 2017 schrieb Thomas Movtchaniouk:

Charles Bukowski hat zu einer ähnlichen Gelegenheit, nämlich zum Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1968, so drastisch wie passend geschrieben:
"Die Wahl zwischen Nixon und Humphrey läuft auf das gleiche hinaus, als wenn man uns beim Mittagessen die Wahl zwischen kalter und aufgewärmter Scheiße läßt."
("Notes of a Dirty Old Man", 1969; deutsch von Carl Weissner: "Aufzeichnungen eines Außenseiters", 1970)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44916272.html


Am 09. Februar 2017 schrieb Vera Bunge:

Wie Gellermann aus diesem wirklich alternativlosen Wahlkampf noch Gelächter zieht, das ist schon erstklassig. Danke.


Am 09. Februar 2017 schrieb Marc Britz:

Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine PR-Berater traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:

Selig sind, die noch wählen gehen; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da hungert und dürstet; aber Hartz IV müssen wir beibehalten.
Selig sind, die da Leid tragen; aber das Sozialsystem muss auch zukünftig ordentlich Rendite abwerfen.
Selig sind die Sanftmütigen; denn Leistungsdruck und Unterbezahlung lassen sich doch so auch besser aushalten.
Selig sind die Barmherzigen; auf wen sonst können wir denn eigentliche Staatsaufgaben wie z.B. die Flüchtlingshilfe abwälzen?
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn die kratzten unsere Macht nicht an.
Selig sind die Friedfertigen; aber in der NATO müssen wir schon bleiben.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; aber Völkerrecht und Grundgesetz sind für uns nicht bindend.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, WENN sie damit lügen.

Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden!


Am 09. Februar 2017 schrieb randy andy:

Gratulation lieber Uli ; genial geschrieben !!!!!!
Du hast vollkommen recht, denn diesen Wahnsinn (Merkel-Schulz) kann man wirklich nur mit viel Ironie oder auch Sarkasmus ertragen.


Am 09. Februar 2017 schrieb Michael Kohle:

Schurkel oder Melz? Mulz oder Scherkel?
Der Shooting-star aus Würselen? Warum nicht, so weit ist Kerpen ja nicht entfernt. Da ging es ja auch. Und bei Bad Godesberg hat es ja vor fast 70 Jahren auch geklappt.

Wollte ich nur bedanken. Für was? Nun, dafür dass mir endlich detailliert vermittelt, was den Minsk - vor allem in Verbindung mit der Ziffer zwei - so bedeutet. Die Auflistung der entsprechenden Positionen findet sich zwar in der parallelen Programmbeschwerde, in der Frau Thümler und Herrn Marmor mitgeteilt wird, wie ihr Gniffke-Bengel mit dem Feuer spielt. Aber Minsk II passt auch und gerade hierher.

Da hat doch der Super-Hyper-Mega-Schulz ganz zu Beginn seiner Reise das Ende der Russen-Sanktionen angekündigt, falls der Russe endlich Minsk Zwo realisiert. Mir schwante schon Böses, als ich es das erste Mal vernehmen durfte. Nicht nur, dass umgehend nach dem Piepsen von Maddin die ganzen gesammelten transatlantischen Chöre von der Krim-Annexion anstimmten, die doch einzig und allein und noch weit vor der Russen-Invasion im Donbass kündeten als Grund für die Sanktionen. Nein, jetzt müssen wir auch noch zur Kenntnis nehmen, dass Minsk II vornehmlich Vereinbarungen beinhaltet, wo sich der Russe gar nicht gütlich tun kann. Da müsste der Statthalter Poroschenko ran. Und solche Flausen - sollte er sie überhaupt haben - werden ihm bestimmt gründlich ausgetrieben von der US-Statthalterin in Germania. Und dem Pommes-Vertreter McCain natürlich auch.


Am 09. Februar 2017 schrieb Andreas Schell:

Die deutschen wählen im Herbst. Sie wählen, egal welche Partei sie ankreuzen, mehrheitlich das nachfolgende Programm.

- Nibelungentreue zur EU, auch wenn die im größten Teil Europas skeptisch gesehen wird und sichtbare Auflösungserscheinungen zeigt. Zu der EU, in der Lobbyismus und Korruption in erster Linie zu lukrativer Selbstbeschäftigung und Postenschacherei führt. Zu der EU, in die unsere deutsche Wirtschaft die deutsche Arbeitslosigkeit exportiert hat, indem sie Arbeit billiger als sonst wo gemacht hat. Zu der EU, die deshalb zu recht frustriert ist.

- Nibelungentreue zur NATO, auch wenn die per Ost-Erweiterung und massiver Aufrüstung an der russischen Grenze vor unseren sehenden Augen mit dem Frieden zündelt. Zu der NATO, die auf der ganzen Welt Krieg führt. Zu der NATO, die noch nie irgendwo Sicherheit und Demokratie geschaffen hat, sondern stets das Gegenteil. In anderen Zusammenhängen nennt man so etwas systembedingtes Totalversagen, aber die NATO ist trotzdem heilig.

- Nibelungentreue zur deutschen Rüstungsindustrie, auch wenn mit deutschen Waffen und deutscher Munition auf dieser Welt täglich unübersehbar Menschen zerfetzt werden. Wir exportieren, auch wenn in der direkten Folge bewaffneter Konflikte völlig zu Recht die Völkerwanderung eingesetzt hat. Krieg muss sein und braucht Material. Was sollen die denn machen, wenn der Nachschub stockt?

- Nibelungentreue zur deutschen Automobilindustrie, die täglich Tausende von Öl verbrauchenden Stahlblasen herstellt, ohne den geringsten Gedanken daran zu verschwenden, dass es weltweit nur schrumpfende Ölvorräte gibt. Ohne daran zu denken, dass in allen großen Öl-Förderländern die politische Lage alles andere als stabil ist. Ohne daran zu denken, dass es in Westeuropa überhaupt kein Öl gibt. Ohne daran zu denken, dass es angesichts der weltweiten Energiekrise nicht mehr zeitgemäß ist, regelmäßig zur Beförderung des eigenen Körpers "just for fun" zwei Tonnen Stahl und Kunststoff zu bewegen.

- Nibelungentreue zur Pharmaindustrie, die flächendeckend kassiert, statt zu heilen. Das Ziel sind die 15 Euro für das winzige Tübchen Salbe bei 99% Marge, nicht die Wirksamkeit.

- Nibelungentreue zum Medienapparat, in dem nur die Meinung eines verschwindend kleinen Personenkreises als offizielle Wahrheit gilt und alles andere Verschwörung, Populismus und Fake ist. Zu einem Medienapparat, der uns gerade die Wahl zwischen zwei in allen Punkten austauschbaren Kandidaten als Wahlkampf verkauft.

- Nibelungentreue zum Finanz- und Bankensystem, das per Geldschöpfung und Zinsmechanismus Reiche reicher und Arme ärmer macht, was zur Entwertung der Alterssicherungen und zur Enteignung eines Großteils der Bevölkerung führen wird. Zu einem Finanzsystem, das uns alle durch ungebremste Vermehrung von Geld angesichts schrumpfender Rohstoffvorräte in eine ökonomische und ökologische Katastrophe führen wird.

- Nibelungentreue zu den Reichen. Die sollen Ihr Vermögen behalten und vermehren. Die Frage, wie sie es erwirtschaftet haben, führt auf den irreführenden Begriff "Elite". Es gibt eben einfach Menschen, die sich das tausend- bis millionenfache verdient haben, und weil sie das haben auch noch mehr bekommen müssen. Oder?

- Nibelungentreue zu einem Schulwesen, das unkritische Bürger produziert, die zur Hälfte zu nicht mehr befähigt werden, als ein abhängig-beschäftigter-Verbraucher im Billiglohnsegment zu sein.Die andere Hälfte wird sich später ab und an fragen, wieso sich das geerbte Kleinstvermögen auflöst, statt sich, wie bei anderen, ohne Wertschöpfung zu vermehren. Wieso sie, trotz guter Noten, keiner der Unbekannten im Golfclub als Führungskräfte einstellt. Wieso ihr Investor oder Eigentümer so geizig ist und wieso sie eigentlich so wenig Geld verdienen. Wieso sie als Paar so viel für den Reichtum anderer arbeiten müssen, statt sich gegenseitig zu unterstützen. Wieso sie keine Zeit für ihre Kinder und trotz alledem keine Ersparnisse haben.

Die Antwort auf all die Fragen, die die Jugend nicht stellt, und für die sich die seltsam wohlhabenden Rentner nicht interessieren, wird die nächste schwarz-rot-grün- gelbe Einheitsregierung nicht geben, weil "weiter so" ihr Auftrag ist. Eine der beiden Kanzlergestalten wird's dann wohl werden. Es läuft ja alles! Nicht der Flug und nicht der Fall sind indes das Problem, sondern der Aufschlag. Keine Partei am Start, die ansatzweise über eine kontrollierte Landung nachdenkt.

Konzepte gibt's für alles, nur sicher nicht bei Schulz-Merkel.


Am 09. Februar 2017 schrieb altes Fachbuch:

"Messias gegen Raute" wie "Cholera gegen Pest"??
ODER dann doch "Infarkt"-Wahlkampf??
Ein Infarkt ist ein Gewebsuntergang (...) infolge einer Sauerstoffunterversorgung (...) durch unzureichenden Blutzufluss (...). quelle wiki

man wird es in DE zelebrieren, dass die welt der westlichen werte noch völlig intakt ist! es wird einen sieg der allerbesten demokratie geben, in der kein platz für populisten ist - und bald kein platz mehr für die "demokratie".

auf diesem markt der idiotie soll ich da mehr das angebot oder die nachfrage(nden) kritisieren??


Am 09. Februar 2017 schrieb Aleksanderr Korty:

Auf ein Wort Herr fast Namensvetter Alexander Kocks: Die Schweiz als Vorbild für ein Modell von Demokratie anzubieten hat mich noch mehr lachen lassen, als der schon sehr amüsante Artikel des Galeristen. Und um sicher zu ein, dass ich zu recht darüber gelacht habe, unterstelle ich mal, dass auch sie einen satirischen Beitrag leisten wollten.


Am 09. Februar 2017 schrieb Alexander Kocks:

Der Wahlkampf interessiert mich nicht und die
Kandidaten schon gar nicht. Egal ob die CDU/CSU oder die SPD Merkel/Schulz, den Papst, einen Affen oder einen Besenstiel als Kanzler anbieten die werden meine Stimme nicht bekommen. Meine Entscheidung steht fest:
Meine Stimme bekommt nur die Partei, die sich glaubwürdig für die Einführung der direkten Demokratie nach dem Schweizer Vorbild einsetzt und andererseits eine grundlegende Reform der NATO auf ein echtes Verteidigungsbündnis oder besser noch die Abschaffung dieses Vereins anbietet und sich zusätzlich für eine Friedensordnung in Europa unter Einbeziehung Russlands einsetzt. Ich werde die Parteien nicht an ihren Worten vor der Wahl messen, sondern an ihren Taten der letzten 8 bis 12 Jahre.


Am 09. Februar 2017 schrieb Annegret Hagen:

Schon lange habe ich mich nicht mehr so gut amüsiert.


Am 09. Februar 2017 schrieb Matthias Brendel:

Wir haben mal wieder die Qual der Wahl.
Das ist ja das Schöne an unserer parlamentarischen Demokratie.
Wir können wählen, was wir wollen, es erwartet uns auf jeden Fall ein Füllhorn an Sachverstand und Menschlichkeit.
Fragen wir doch mal nach Sachthemen:
Wer von den beiden ist denn für weniger Altersarmut? Das ist so ein praktisches Thema, das mir jeden Tag begegnet, wenn ich massenhaft alte, krumme, schwache Menschen beim Flaschensammeln sehe. Da sind ja in letzter Zeit sensationelle Rentenerhöhungen von bis zu 5 ? zu verzeichnen, durch die Groko!
Schade, das wird wohl eher nix...
Was ist denn mit der Verteilung der Lasten beim Atomausstieg? Autsch, wieder nichts...
Aber das Kindergeld haben die doch so schön erhöht, die Groko, um 2 Euro, toll, na,ja....
Den Frieden gesichert;
neee, auch nicht, wir sind in einer ziemlich prekären Lage, deshalb werden wir hier mal kräftig den Etat verdoppeln, schliesslich wollen unsere Freunde von der Nato uns ja noch enger in den laufenden "Friedensprozess" einbinden, wieder nichts, Mist, das wird richtig teuer!
Fragen wir mal anders: Gibt es denn eine Möglichkeit den Messias, oder die Raute zu vermeiden?
Schwierig..., denn wir sollen ja die Welt retten für die 8 reichsten Menschen, die noch übrig sind auf der anderen Seite der Macht!
Gibt es denn vielleicht noch eine dritte Möglichkeit, dieses "weiterso alles an die Wand fahren" zu verhindern?
Ja, schon, aber nur wenn Griechenland, Italien, Frankreich und Holland die EU verlassen und wir auf den 700 Milliarden Euronen ESMXYZ- Bürgschaft sitzenbleiben, aber das wird dann auch ein heisses Tänzchen.
Mal sehen, ob die Realität unsere hervorragenden Gefühlspolitiker noch vor der Wahl einholt, das wird auf jeden Fall interessant.
Ach, so, ganz vergessen; da sind ja auch noch die 500 Millionen traumatisierte Kriegesopfer von unseren aussenpolitischen Friedensmissionen, die wollen auch alle ein gerechtes Leben, nachdem wir geholfen haben ihre Länder zu zer....
Was ist denn dann eigentlich mit den Rechten?
Ach, alles halb so schlimm, wir haben ja noch die Raute und den Messias!!!
(Und die freie Presse.)


Am 09. Februar 2017 schrieb Lea Burger:

Ich habe nicht lachen können. Mir war die angebliche Satire viel zu nahe an der Realität.

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