Wenn Bundesaußenminister Johann Wadephul erzählt "Ich bin, was die Ukraine angeht, eher etwas zuversichtlich, dass es im Kongress jetzt wieder mehr Gespräche auch zwischen beiden Parteien geben wird, was man gemeinsam tun kann, um die Ukraine zu unterstützen“, dann spricht aus ihm der alte Untertan. Seit Jahrzehnten können sich deutsche Politiker nicht von einer kriecherischen Freundschaft zu den USA lösen. Selbst die angebliche Oppositionspartei AfD bekennt sich programmatisch zur NATO.
Imperiale USA
Die imperiale USA nutzen die NATO als ihren verlängerten Arm zur Unterdrückung der Völker und zur Sicherung ihrer Macht. Genau diese Macht soll mit einer auf die NATO orientierten Ukraine bis vor die Tore Moskaus getragen werden. Immer noch lauert im Ukraine-Krieg der Weltkrieg. Denn Russland weiß, was die Ausdehnung der NATO bedeutet: Unterdrückung und Tod.
Jean-Luc Mélenchon: Gegen amerikanische Kriege
Deshalb ist es in diesen Tagen mehr als erfreulich, dass der französische Präsidentschaftkandidat Jean-Luc Mélenchon auf einer Kundgebung erklärt: "Wir haben weder in der NATO noch in amerikanischen Kriegen etwas zu suchen“. Mélenchon findet sich mit dieser Haltung in einer Tradition, die der konservative Präsident Charles de Gaulle am 21. Februar 1966 begründete, als er am 7. März 1966 offiziell den US-Präsident Lyndon B. Johnson darüber informierte, dass er die Unterstellung der französischen Streitkräfte unter das NATO-Kommando aufkündigte.
Unterstützung der Ukraine
Das untertänige Deutschland ist auch an der Dauerberichterstattung über die US-Kongresswahlen zu erkennen. Während Trumps Wahlkampf-Diesel-Deal in den deutschen Medien eher mißbilligend zur Kenntnis genommen wurde, hofft der deutsche Mainstream jetzt auf den neugewählten US-Kongress, in dem der demokratische Senator Richard Blumenthal zeitnah einen Gesetzentwurf zur Unterstützung der Ukraine einbringen will.
Lockheed-Bestechungsskandal
In einem Punkt ähneln sich die Wahlen in Deutschland und den USA: Zur Wahl stehen zumeist Parteien, die sich in der Kriegsfrage zum Verwechseln ähnlich sind. Wer sich an den Lockheed-Bestechungsskandal erinnert, der weiß, dass die jeweiligen Regierungen mit viel Geld aus der Rüstungsindustrie kriegsgeil gemacht wurden. Der deutsche Kriegskonzern Rheinmetall hat über seine Firmentochter „Blackned“ den Abgeordneten des Haushalts- und Verteidigungsausschusses Wahlkampfspenden angeboten. Dass die Staatsanwaltschaft Berlin das fällige Bestechungs-Verfahren eingestellt hat, sagt mehr über die Staatsanwaltschaft aus als über die Parteien. Erst ein neutrales Deutschland wird die Kriegsgefahr mindern.