Der 100.000-Mark-Schäuble

Eine Geisterstunde der Demokratie

Autor: U. Gellermann
Datum: 30. Oktober 2017

Gewählt! Gewählt! Gewählt! - Tätä! Natürlich total demokratisch. Der neue Präsident des Deutschen Bundestages. Doktor Wolfgang Schäuble. Lang, lang ist es her. Da hatte der selbe Doktor Schäuble vom Waffenhändler Karl-Heinz Schreiber eine Parteispende von 100.000 Mark bekommen. Das Geld verschwand. Und ist bis heute verschwunden. - In diesen Tagen ist der dubiose Geld-Verschwindler Schäuble mit schönster Mehrheit gewählt worden. Die Abgeordneten haben alle ein Rederecht, das sie hätten nutzen können. Zum Beispiel so:

Andrea Nahles, SPD, die neue Oppositionsführerin: „Meine Damen und Herren, ich will ohne langes Drum-Herum-Gerede dem Kollegen Wolfgang Schäuble zur Wahl zum Bundestagspräsidenten gratulieren! Und jeder, der es wagt, den verehrten Herrn Schäuble auf die 100.000 Mark anzusprechen, die er vor Jahren mal in einer Schublade vergessen haben soll, der kriegt es von mir persönlich in die Fresse! Und wer jetzt behauptet, das sei eine faktische Fortsetzung der großen Koalition, der hat natürlich Recht: Längst arbeiten wir mit der CDU in Niedersachsen an der Weiterführung dieser bewährten Gang. Und wer weiß, ob wir das nicht in diesem hohen Hause auch wieder hinkriegen! So geht Demokratie.“

Ihr folgt Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD: „Was sind schon die paar Mark im Angesicht deutscher Geschichte! Das mindert weder die Leistung deutscher Soldaten an der Front noch anderswo. Na schön, der Herr Doktor Schäuble hat mal 100.000 Mark entsorgt. Da gäbe es noch viel mehr zu entsorgen! Wenn wir erst mal die Flüchtlingsfrage entsorgt haben, dann muss man sich über die läppischen 100.000 Mark keine Sorgen mehr machen. Mit uns wird sich Deutschland wieder ins Gesicht schauen können, ohne Rot zu werden. Ja, wenn es Euro gewesen wären, die der Herr Schäuble irgendwo vergessen hat. Da hätte er sogar ein gutes Werk getan. Denn der Euro beleidigt die Deutsche Mark, so wie der Flüchtling das Deutsche Volk beleidigt. Das wird allen Beteiligten noch leid tun.“

Federnden Schrittes betritt Christian Lindner, FDP, das Rednerpult: „Es ist doch eine Frage der Freiheit, meine Damen und Herren, ob man 100.000 Mark hat oder nicht. Zwischen Haben und Nicht-Haben liegen doch bei genauer ökonomischer Betrachtung glatt 200.000 Mark! Sicher, Herr Dr. Schäuble ist höchst liberal mit dieser Summe umgegangen. Aber er hätte doch seinen Steuerberater fragen sollen. Der hätte ihm schon einen schönen Platz zum Verschwindenlassen nennen können. Wegen ein paar 100.000ern werden wir jedenfalls keine Neid-Debatte beginnen. Der große, freie Markt schluckt solche kleinen Beträge, ohne auch nur zu rülpsen! Das ist die Freiheit, die wir meinen. Herzlichen Glückwunsch, lieber Wolfgang, und immer Zeit genug zum Geld zählen!“

Petra Pau von der Linkspartei hebt an zu reden. Stille breitet sich aus im Bundestag. Denn die LINKE gilt als scharfer Gegner der CDU und als klassischer Feind der Rüstungsindustrie und ihrer korrupten Vertreter im Parlament: „Das Grundgesetz sagt ja eindeutig, dass wir Abgeordneten nur unserem Gewissen unterworfen sind. Seit Dr. Wolfgang Schäuble sich dafür ausgesprochen hat, dass Israel assoziiertes EU-Mitglied werden soll, sagt mir mein Gewissen: Wer die Folgen des Holocaust so konsequent wieder gut machen will, dass er sogar den Nahen Osten in die Mitte Europas holen möchte, der kann kein schlechter Mensch sein. Und wer weiß, vielleicht sind die Waffen des Händlers Karl-Heinz Schreiber sogar gegen die terroristischen Palästinenser verwendet worden. Dann wären die verschwundenen 100.000 Mark doch für einen guten Zweck eingesetzt. Deshalb kann ich heute guten Gewissens sagen: Auf gute Zusammenarbeit auch in den nächsten Jahren, Herr Dr. Schäuble.“

Katrin Göring-Eckardt, von Bündnis 90/Die Grünen, ist die letzte der Gratulanten: „Meine Damen und Herren, was sagt die Bibel in diesem Fall: ‚Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein‘. Nun gab es ja einst in meiner Partei auch Steinewerfer, aber diese Zeit ist schon lange vorbei. Als brave Untertanen kämen wir heute nie auf solche Ideen. Ich gehe außerdem davon aus, dass Wolfgang Schäuble damals nur eine interessante Form der Müll-Beseitigung vornahm. Da lag bedrucktes Papier herum, und er ließ es einfach spurlos verschwinden. Und schließlich sagt uns die Bibel auch: ‚Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.‘ So hat der evangelische Christ Wolfgang Schäuble diese gefährlichen 100.000 Mark einfach dem üblichen Kreislauf entzogen und andere vor der Versuchung bewahrt. Wenn ich jetzt an dieser Stelle an die Lutherbibel erinnere, die da sagt: ‚Alles hat seine Zeit - Schweigen hat seine Zeit und Reden hat seine Zeit‘, dann darf ich jetzt den Mantel des Vergessens über den Betrag werfen, den ich schon gar nicht mehr nennen will und deshalb alle Abgeordneten bitten: Schweigen Sie mit!“

Im Ergebnis dieses allgemeinen Schweigens verpasste der Bundestag eine Sternstunde der offenen und ehrlichen Debatte, um eine Geisterstunde zu zelebrieren, die dem Parlament ihren Stempel für die nächsten Jahre aufdrückt: Schweigen ist Gold, im Wert von mindestes 100.000 Deutschmark.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 06. November 2017 schrieb Hella-Maria Schier:

Schäuble ist in meinen Augen ein menschenfeindlicher Zyniker. Mir reicht schon was seine Europa-Politik den Griechen angetan hat um ihn entschieden anzulegen. Für was glaubt er denn, sollten sie ihm denn jemals Denkmähler aufstellen, wie hier ein Kommentator angedeutet hat? Er verachtet Europa. Ihn ebenso wie Angela Merkel scheint an Europa doch nur zu reizen, wie es als Vehikel für Deutschlands Machtanspruch dienen kann. Oder ihren eigenen? Schwer zu unterscheiden. Bei all den lautstarken Verurteilern von Nationalismus fällt auf, dass sie dessen imperialistischen und auch kriegsfreudigen Aspekt nicht aufs Korn nehmen! Den kann man schließlich auch nicht einfach der AFD zuschieben. Den betreiben die etablierten Parteien. Sie nennen es nur nicht so. Böser Nationalismus: wirtschaftliche Abkapselung, Rückständigkeit, Rückzug, festhalten am Nationalstaat, an seiner Kultur, am Staat überhaupt. Guter Nationalismus: die wirtschaftliche und militärische Dominanz anderer Länder, deren Benutzung für eigene Interessen. Ihre Verächtlichmachung und Verurteilung als
faul, böse etc.
Und wem nützt diese seltsame "Ethik"??
Tja, das "Sein" also die wirtschaftlichen Interessen bestimmt auch hier das Bewusstsein ( die Moral). Wenn die Finanzmärkte offene Grenzen, umfassende Privatisierungen, wenig Staat und wenig Rechtssicherheit wollen, dann ist der friedfertigste Nationalstaat "nationalistisch", so er nicht freudig mitmacht.
Weil die Märkte das nicht mögen.
Aber wenn er für sich neue Absatzmärkte, Exportüberschuss und billige Rohstoffe zum Schaden anderer Länder erzwingt und dafür sogar Kriege führt, dann hört man dieses schlimme Wort nirgendwo. Weil das ja den Märkten nützt.
Die Globalisierung, also die Bedürfnisse des Großkapitals, schaffen unsere gerade angesagten moralischen Wertvorstellungen, aber die meisten sind sich dessen leider nicht bewusst.
Dabei kann es auch manchmal ganz links klingen, wenn es die Weltoffenheit propagiert, was sehr praktisch ist, um eben die Linken einzuschläfern wie die Schlange Ka im Dschungelbuch.
Aber man überlege mal: hätten echte linke Interessen aus sich heraus die Macht und die finanziellen Möglichkeiten eine so mächtige PR- Kampagne wie die der "offenen Gesellschaften" und die gegen den Nationalstaat loszutreten und weiterzuführen?? Es muss also schon von daher um etwas anderes dabei gehen, als um die Interessen der Menschen und um Ideale.
Die meisten wollen da ni ht genau hinschauen, wer es tut ist ein " rechter Verschwörungstheoretiker" und so überlassen wir diesen das Thema. Keine gute Idee!! Werden sie fündig, und das werden sie zwangsläufig, gewinnen sie Punkte und Anhänger und wir anderen verlieren an Glaubwürdigkeit. Globalisierungskritik darf nicht als rechts gelten, wie es versucht wird!! Wer gezwungen ist, sich zu solchen Themen wie Elitenkritik und NWO bei rechten Quellen zu informieren, weil Linke das Thema von vorneherein meiden, könnte dann auch dort hängenbleiben. Die Rechten haben nämlich keinen Grund, zutreffende Informationen, die ihnen nützen zu verschweigen. Sie lügen eben nicht nur, was ja auch dumm wäre, und schon deshalb müssen die Linken ihre mir auch völlig unverständlichen Berührungsängste gegenüber diesen Themen überwinden.
-Hm, ich glaube ich muss die besondere Themenweite, die hier mal ausnahmsweise gelten soll, auch in Anspruch nehmen. Aber natürlich kann man den Herrn Schäuble in diesem Kontext gut einordnen.


Am 02. November 2017 schrieb Karola Schramm:

Ein tolles Pamphlet gegen die derzeitige, deutsche Politik im Bundestag.
Es zeigt, wessen Geistes Kind unsere derzeitigen Abgeordneten sind. Frei, ohne Gewissen, gelebte Dummheit und Einfalt.
Sie vollziehen eine Zeitreise zurück in die Diktatur, als Diktatoren noch Namen hatten. Die haben sie heute, im postdemokratischem Zeitalter nicht mehr. Sie agieren versteckt, diese "grauen Männer und Frauen," machen Gesetze aus dem Hintergrund in IWF, Weltbank, NATO, UNO, Vereinte Nation gemeinsam mit Miliardären, Medienmagnaten und internationalen Anwaltskanzleien zum Nachteil der Bevölkerung in jedem Land der Welt.

Strahlend und stolz wird das, was mal Demokratie genannt wurde, poe a poe zu Grabe getragen, langsam gekocht, wie der Frosch im Kochtopf, der nicht merken soll, dass sein Leben auf dem Spiel steht und sich am Ende nicht retten kann.
Eine teuflische Taktik, die von diesen deutschen Schein-Demokratan in Regierung und Parlament täglich vollzogen wird. Es herrschen die Kriegsgötter gleich den alten Diktatoren nur im anderen Gewand.
Sie wirken als Vorbilder für die Gesellschaft und bilden diese gleichzeitig auch ab.
Ein echtes, demokratisches Parlament hätte einen Mann wie Schäuble in die Wüste zum Nachdenken geschickt und nicht bejubelt.
Da er nun zum zweit mächtigsten Mann im Staat gewählt wurde, gehe ich davon aus, dass die überwiegende Mehrheit im Bundestag Betrug, Lüge, Vergessen, unrechtmäßige Kriege und Hass gegen andere Länder, kalte und heiße Kriege, die Zerstörung unseres Sozialstaates und unserer demokratischen Regeln will. Sie wollen die heimliche Diktatur. Den Schrecken und den Zerfall aller menschlichen Werte. Die Kriegsgötter haben Einzug gehalten im Parlament und jubeln, denn mit dieser Wahl zeigt der deutsche Bundestag auf welcher Seite er wirklich steht.


Am 02. November 2017 schrieb Elke Zwinge-Makamizile:

Eine geniale Charakterisierung! Bühnenreif!
Den Text sollte man dir abkaufen, um es an anderer Stelle auch schauspielerisch aufzubereiten, z.B. als Straßentheater (im Frühjahr) vorm Reichstag, und dann auch filmen. Das wird ein Hit!


Am 01. November 2017 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

Gewählt ist gewählt, bums aus basta! Zu diesem am 24.09.2017 gewählten Parlament einmal mehr auch hier der Hinweis auf die Entscheidungen des BverfGE.
https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2012/07/fs20120725_2bvf000311.html
Die Bilder aus dem Reichstagsgebäude dieses aufgeblasenen und grundgesetzwidrigen Parlaments erinnern mehr an den Volkskongress der Deputierten der KP-China als an den Bundestag der Bundesrepublik Deutschland und die Wahl des 100.000,-DMarkMenschen W.Schäuble ist ein weiterer Akt in diesem, die Demokratie entwürdigenden Staatsschauspiels; eigentlich sind wir noch im Prolog und es werden noch einige Akte in dieser Lesart folgen.
Der Text des GALERISTEN ist, wie fast immer, hervorragend und die Kombination der freien Rede als Satire zu lesen ist ein Genuss. Beim Durchzählen der Fraktionsredebeiträge fehlte jedoch einer.
Ohne dem Text des GALERISTEN etwas hinzufügen zu wollen stelle ich mir die Gratulationsrede des KAUDERwelsch Volker wie folgt vor, ich steige einfach ein:

" und ja, Lieber Wolfgang, auch wenn es schmerzt nun die Immunität als erster deutscher Gouverneur, ja, Frau Pau, sie hören richtig, als erster deutscher Gouverneur des ESM verloren zu haben sind doch die verschwundenen 100.000,-DM nichts, garnichts im Vergleich zu den hunderttausenden an EURO die du, lieber Wolfgang, monatlich oder jährlich oder egal, jedenfalls vollkommen im Einklang mit Art. 66 GG nicht hast verschwinden lassen. (...) Und nein, Frau Fraktionsvorsitzende der SPD, dieses Geld ist, wie mir mein Freund der Bundestagspräsident zugesichert hat, nachweislich, also auf Nachfrage, entweder versteuert oder gespendet oder äh ... worden. Da kennt sich der Wolfgang Schäuble doch aus, das wissen sie doch noch aus unserer früheren, gemeinsamen Arbeitsgruppe Frau Nahles.
( http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-26462/gegenwind-fuer-den-neuen-europaeischen-rettungsschirm-die-fuenf-groessten-aufreger-rund-um-den-esm-steuerbefreiung-immunitaet-gehaelter-privilegien-der-esm-mitarbeiter_aid_779400.html Anm.)
(?) auch wenn der Anlass meiner heutigen Rede dir, lieber Wolfgang, meine ganze Aufmerksmakeit widmen sollte muss ich noch ein warnendes Wort an die Grünen richten Frau Göhring Eckhardt.
Auch die grünen Bäume wachsen nicht in den Himmel und die traurige Malaise um unsere Dieselflotte zeigt doch klar und deutlich das Millionen von Fahrzeugen auch ohne gültige ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis (Anm.)) und auch, rein rechtlich betrachtet, ohne Versicherungsschutz fahren können. Gerade, und auch zu meiner großen Freude, eben auch in Stuttgart. Der Stuttgarter Bürgermeister und der schwäbische äh - Badenwürtenbergische Ministerpräsident und der gute kleine Führer Cem (Young Leader, Atlantikbrücken- und Klassenkamerad von Patric oderso Lindner (Anm.)) haben das, im Gegensatz zu ihren protestantischen Parteigängern, auch verstanden.
Unser Deutschland funktioniert in dem wir gut und gerne und leben und äh - funktionieren. In der Tat macht es mich traurig das bei uns im Ländle mehr Menschen die AfD gewählt haben als in Sachsen. Aber in Bayern waren es noch mehr! Fast eine Millionen, also in Bayern. Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, keine Angst, das mit der AfD war so geplant. Ach Herr Gauland (...) hören sie doch auf! Wir wissen doch wer sie sind, wir wissen und wussten wer der Thüringische Heimatschutz ist, kennen den Herrn Höcke und den Herrn Poggenburg aus Sachsen Anhalt, die Wickinger aus Mecklenburg Vorpommern und was die Wehrsportgruppe Hoffmann oder der NSU zu tun und zu lassen hatte (?), Herr Gauland, sie wissen doch Bescheid als ehemaliger Staatssekretär aus Hessen; die jüdischen Vermächtnisse sind doch auch ihnen, (?) ja ja jamaika (?), bekannt. Auch die Verena Becker ist mir bekannt, äh - aus der Zeitung äh ...also fragen sie doch mal bei der Familie Buback nach. Ich komme zum Schluss! Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrter Herr Bundestagspräsident Herr Wolfgang, Exzellenzen und Honoratioren, meine sehr geehrten Damen Bundestagsabgeordnete und sehr geehrte Herren Bundestagsabgeordnete, liebe Mitbürger, lange Rede kurzer Sinn, Römer, Bürger, Freunde, (hin zur Kathrin gewendet (Anm.)) wer Jude ist bestimmte einst Ihr Halbnamensvetter, Frau Göhring Eckhardt nun hören sie doch weningstens zu, und diese Zeiten sind ja nun schon lange und zum Glück vorbei und auch Gechichte, denn das was Recht, und uns billig ist -sei es das Wahlrecht, das Parteienfinanzierungsrecht, das Versicherungsrecht oder das Kriegsrecht nach Paragraf 80 Strafgesetzbuch - dazu haben sie ja eh keine Meinung, das Atom- und Emmisionsrecht, das Bau- oder Steuerrecht, das, was Recht ist bestimmen immer noch wir. Der Wolfgang und ich und die Frau nichtmehrdoktorAnette in-aus von und zu Rom und andere. Im übrigen ist am 1.11. IMMER der Allerheiligenfeiertag, auch für jede Frau Merkel (…)“ Gute Morgen


Am 01. November 2017 schrieb Menasche Kishon:

Dieser Artikel ist besonders witzig und bissig, vielen Dank dafür!
Er erinnert mich an einen anderen witzigen und bissigen Journalisten. Bei einer Pressekonferenz (2009) hat Rob Savelberg von 'De Telegraaf' Bundeskanzlerin Merkel gefragt: "Sie wollen das Finanzministerium mit einer Person besetzen, der öffentlich im Bundestag beteuert hat, dass er einen Waffenhändler nur einmal getroffen hat und dabei vergessen hat, dass er auch noch 100.000 D-Mark von dem angenommen hat. Wie können Sie so eine Person als 'sehr kompetent' schätzen und die Finanzen dieses Landes in der Krise anvertrauen?" - Merkel antwortet: "Weil diese Person mein Vertrauen hat." - Rob Savelberg fragt nach: "Aber kann er mit Geld umgehen, wenn er vergisst, dass er 100.000 Mark in bar in seiner Schublade liegen hat"? - Angela Merkel: "Ich habe alles gesagt dazu." - Rob Savelberg: "Es geht um die Finanzen von 82 Millionen Deutsche, also es ist eine ziemlich große Summe." Kanzlerin Merkel antwortet nicht mehr. https://www.youtube.com/watch?v=XaWE8K2nRVs
(Edgar Schneider hat weiter unten auf das gleiche Video verwiesen.)


Am 01. November 2017 schrieb Manfred Caesar:

Der Deutsche Bundestag hat den ihm gebührenden Präsidenten bekommen .Heißt es doch: Gleich und gleich gesellt sich gern.


Am 01. November 2017 schrieb Klaus Bloemker:

@ altes Fachbuch
"dieses system ist NICHT reformierbar!"

Na, dann wird die BRD mit Schäuble ja bald genauso kollabieren wie die DDR mit ihrer letzten Volkskammerpräsidentin.

Antwort von U. Gellermann:

Schon lange wurde versucht das kapitalistische System zu reformieren. Diese Versuche haben das System leider nicht an Kriegen ohne Zahl gehindert. Von seinen Kolonialkriegen über den 1. und 2. Weltkrieg bis hin zum Libyenkrieg. Die Wirklichkeit bestätigt dieser Gesellschaftsordnung ihre mörderische Unreformierbarkeit.


Am 31. Oktober 2017 schrieb altes Fachbuch:

sicherlich hat schäuble keine lobrede von mir zu erwarten, aber sollte ich über die "laudatio" der fraktionen zur lebensleistung des rollstuhlfahres lachen?

allein die wiki-biographie des herrn schreiber macht doch deutlich, was für ein korruptes system dieses land in jeder beziehung und auf jeder ebene regiert!! und dies ist nur die moralische komponente, letztendlich funktioniert privatwirtschaft wohl genauso.

die veröffentlichung eines lobbyistenregisters des BT, wie von der PdL gefordert, wäre die wahre "Geisterstunde der Demokratie"!!
ohne thyssen gäbe es die pfahls, baumeisters und schäubles nicht!

kein wort auch zu den protokollarischen spielchen (spd in opposition, änderungen von geschäfts- und tagesordnungen, ablösung des finanzministers) nur um im geiste und hintergrund alle vollmachten bei der groko zu belassen!! nur dadurch wurde schäuble erst kandidat!

dieses system ist NICHT reformierbar!
heute gedenke ich eher dem müntzer, denn einem luther zu huldigen!

Antwort von U. Gellermann:

Das Parlament lässt sich, da jede Menge Medien über den Bundestag berichten, als Verstärker von Botschaften nutzen. Welche Partei auch immer die 100.000-Mark-Story dort zur Sprache gebracht hätte, die hätte gesagt: Wir sind nicht einverstanden mit einem Präsidenten, der dem Haus das Brandmal der Korruption und der Gefolgschaft zur Rüstungsindustrie aufdrückt. Das wäre ein Gruß an Müntzer gewesen. Das durchgängige Schweigen erzählt denen, die man vielleicht für Veränderungen gewinnen kann: Nichts ändert sich, alles geht weiter wie bisher. Welch eine verpasste Chance!


Am 31. Oktober 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Hallo Herr Höpfner,
angekommen und angenommen.
Vielen Dank für die Klarstellung, und auf einen guten Neustart.


Am 31. Oktober 2017 schrieb Edgar Schneider:

Leider hat der mutige holländische Journalist Rob Savelberg nach seinen Fragen zum 100..000-Mark-Schäubl nie wieder in der BPK keine Akreditierrung bekommen. Nach der Geisterstunde im Bundestag zur Erinnerung u.a. Link eine Sternstunde der BPK. Wunderbar auch die betretenen Gesichter der Crème de la crème der merkelschen Hofberichterstatter und Hofschranzen des deutschen Staatsfernsehens und der gleichgeschalteten Konzernmedien ob der unveraschämten Fragen zu Schäubles Schwarzgeld-Schublade. Man kann gar nicht so viel fressen wie man kotzen möchte.
https://www.youtube.com/watch?v=XaWE8K2nRVs


Am 31. Oktober 2017 schrieb marie becker:

es wird Zeit das sinkende Schiff zu verlassen, die Luft zum Atmen wird immer dünner, selbst an diesem "Sonnenbord"


Am 31. Oktober 2017 schrieb Thomas:

"Katrin Göring-Eckardt, von Bündnis 90/Die Grünen, ist die letzte der Gratulanten: "Meine Damen und Herren, was sagt die Bibel in diesem Fall: 'Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein´. Nun gab es ja einst in meiner Partei auch Steinewerfer, aber diese Zeit ist schon lange vorbei."

Vielen vielen Dank für diese spitzen Zeilen! Ich hab am Boden gelegen vor Lachen!


Am 31. Oktober 2017 schrieb Edgar Schneider:

@Michael M. Franke.
Danke für Ihre Aufzählungen der Schweinereien unseres neuen Bundestagspräsidenten.
Eine "Sternstunde", besser gesagt eien weitere Geisterstunde von Konsorten Schwarzgeld-Schäuble und deren Hofberichterstatter und Stichwortgeber im verkommenen deutschen Staatsfernsehen hatten wir, als sich Meineid-Schäuble nach Abu Ghraib und den weltweiten Foltergefängnissen unserer US-Freunde für sein Herrchen Bush udn dessen erbrecher-Regime mächtig ins Zeug legte. Er konstatierte, dass "die US-Soldaten, die weltweit für Frieden und Demokratie unterwegs wären, selbst auch Opfer wären! Weil sie, die Soldaten und Geheimdienstmitarbeier, die dies in den Gefängnissen und Lagern gemacht hätten, damit doch auch ein Stück ihre eigene Menschenwürde verletzt hätten"! Noch Fragen??
Die Hofschranze deR ARD stellte ihrem Herrchen Schäuble jedenfalls keine Frage. Jeder einigermaßen wacher Sextaner hätte auf dieses abenteuerliche Stament diese Frage gestellt: "Nun, Herr Dr. Schäuble, denken Sie dies auch in Bezug auf die Angehörigen der SS und der Gestapo? Die müssten demnach doch auch allesamt Opfer sein. Denn die haben bei ihren Folterungen und Morden ihre eigene deutsche Menschwwürde mit Sicherheit doch auch verletzt, oder wie muss ich mir das vorstellen?
Und bis heute verteidigt dieser unsägliche Mann die US-Folterlager.
https://www.youtube.com/watch?v=Q3as91uqtWY


Am 31. Oktober 2017 schrieb Marc Britz:

"...weil an diesem Tag jeder die Chance habe sollte seine Thesen an den Screen zu nageln."

Wirklich? Heute duerfen hier alle Thesen an den Screen genagelt werden?
Das lass ich mir nicht zweimal sagen. Hier mein kleines Manifest:


Wir, die souveränen Bewohner Europas, fordern

I. eine ideologisch sekulare,
II. historisch bewusste,
III. politisch geeinte,
IV. demokratisch kontrollierte,
V. juristisch transparente,
VI. sozial gerechte,
VII. kulturell diverse,
VIII. wirtschaftlich nachhaltige und
IX. militärisch defensive,
X. unabhängige Europäische Föderation,

damit unsere gemeinsame Zukunft im Frieden mit unseren globalen Nachbarn verlaufen kann!

Dank an Uli Gellermann und liebe Gruesse an alle Gleichgesinnten!

Antwort von U. Gellermann:

Jetzt müssen wir das nur noch durchsetzten.


Am 31. Oktober 2017 schrieb Ralph Höpfner:

Hallo Frau Spurgat,

auweiha, da habe ich mich wohl ungenau ausgedrückt:
Mit jenen, die nicht die Fragen danach stellen, wem was
nützt, meinte ich die vielen anderen Zeitgenossen da
draußen in den Qualitätsmedien, TV, Radio usw.
Ganz und gar nicht dachte ich dabei an die Macherinnen
und Macher von Rationalgalerie, Rubikon, Nachdenkseiten,
KenFm.
Für das Missverständnis möchte ich mich entschuldigen.


Am 31. Oktober 2017 schrieb Edgar Schneider:

Aber die ganze Sache hat aber dann doch ihr gutes: Als Bundestagspräsident und (protokollarisch) zweiter Mann im Staate ist unser 100.000-Mark-Schäublev verantwortlich für die Kontrolle von „Parteispenden" und die Einhaltung der einschlägigen (laschen) Vorschriften. Wenn das Sprichwort "Den Bock zum Gärtner machen" jemals eine Bedeutung hatte, dann nach dieser Sternstunde unserer Demokratie.
Ich warte schon auf Ulis Beitrag zum neuen transatlantischen Star und kommenden (russophoben unsd US-hörigen) deutschen Aussenminister, Cem "Miles ans Moritz" Özdemir. Da ist die nächste Schweigestunde unserer gekauften Lobbyisten-Demokratie schon abgesprochen. Tätä.


Am 31. Oktober 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Hallo Ralph Höpfner,

nun steige ich hinab in die "Jagdgründe", um ihnen zu antworten:
Seit einigen Jahren schreibe ich, wie viele Andere in der GALERIE, und eines kann ich ihnen versichern, dass die Frage, wem was nützt, hier immer wieder gestellt wird. Vielleicht anders, vielleicht bodenständiger, geerdeter, vielleicht aus einem anderen Zusammenhang kommend, vielleicht auf Umwegen, um das Wesen erfassen zu können, und nicht auf der Erscheinungsebene zu bleiben ist hier deutlich zu erkennen, und befördert die Freiheit des Denkens.
Möglicherweise ist es in dem Kommentar rhetorisch gemeint; ich denke eher nicht.
Ein Füllhorn an Informationen, und sicherlich ist mit der einen oder anderen etwas anzufangen.
Sie lesen die Beiträge in der GALERIE nicht regelmässig, sonst wäre ihnen sicherlich aufgefallen, was für kluge, intelligente, reflektierte, nachdenkliche Leser und Schreiber sich hier immer wieder zu Wort melden, und dass das überhaupt möglich ist, ist dem Herausgeber der GALERIE zu verdanken, der trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung am "politischen Ball" bleibt, aufrichtig, standhaft und selbstlos.


Am 31. Oktober 2017 schrieb Andreas Buntrock:

Ist im eigentlichen Sinne keine neue Erkenntnis, dass wir im deutschen Bundestag im Idealfall eine bunte Mischung der deutschen Bevölkerung als Repräsentanten derselben vorfinden sollten.

Nun haben wir mit Herrn Schäuble als Bundestagspräsident endlich den idealen Vertreter gefunden.....
eine solide Mischung aus Kriegstreiber, Fremdenfeind, Sklavenhalter, Steuertrickser, Lügner, Dieb, geistig zeitweise passend Zurückgebliebenem und, und, und ...... .

Also repräsentativer und ehrlicher, geht's jrdenfalls für das, was unsere Demokratie offensichtlich seit ihrer Gründung ausmacht, nun wirklich nicht. :-)


Am 31. Oktober 2017 schrieb Klaus Bloemker:

Dieser Text ist ein verdammtes Meisterstück, sowohl literarisch wie politisch zutreffend. Für alle!

Um am heutigen Reformationstag Luther zu zitieren:

Iß, was gar ist.
Trink, was klar ist.
Red, was wahr ist.


Am 31. Oktober 2017 schrieb Anke Zimmermann:

Einen frohen Reformationstag Euch Allen im Land. Als wir da haben: Reformen. Means ala wiki: In der politischen Diskussion in Deutschland sprechen die politischen Parteien oft von Reformen. Damit drücken sie aus, dass sie die bestehenden Verhältnisse gemäß ihren Parteiprogrammen umzugestalten wünschen. Reformation ist oft Deformation. Menschenhass und nieder mit den Bauern, Geschlechterverwerfungen. Alles geteilt, das Gute in das Schlechte.


Am 31. Oktober 2017 schrieb Uschi Peter:

Köstlich und so treffend, Uli!


Am 31. Oktober 2017 schrieb SIERA:

@ Hannes Kemper:

Es stimmt:Frau Pau ist keine Witzfigur; das läßt sich nur bei heiterer Betrachtungsweise feststellen. Es ist viel schlimmer! Ich möchte daran erinnern , wie sie sich 2010 zur internationalen humanitären Hilfsflotte für Palästina/Gaza geäußert hat, bei der mindestens 9 türkische Friedensaktivisten von israelischen Soldaten ermordet wurden! -Nachzulesen im Anhang an diesen Kommentar.- Mir ist nicht bekannt , dass Frau Pau sich in den letzten Jahren von ihren damaligen Äußerungen distanziert hätte. Nein , sie ist wahrlich keine Witzfigur , sondern sie ist eine der Figuren , die die LINKE langsam aber sicher zu einem Witz verkommen lassen.

http://rotefahne.eu/2010/07/zionistin-petra-pau-hetzt-gegen-antifaschisten/


Am 31. Oktober 2017 schrieb Paulo H. Bruder:

"Kein Wort darüber, welche politischen Ziele auf welchen Wegen der Parteichef und sein Politbüro zukünftig anstreben werden ..." Man muss überhaupt nicht bis nach China gehen! Der Blick nach Britannien genügt. Dort hält Jeremy Corbyn auf der Labour Party Conference eine Rede, die Mut macht. Und was wird von dort bei uns berichtet? Tja, man müßte bei Corbyn nicht einmal des Chinesischen mächtig sein. ...


Am 31. Oktober 2017 schrieb Ralph Höpfner:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

da rieben sich einige Zeitgenossen die Augen und glaubten doch nicht, was sie da lasen: des US-Vizepräsidenten Joe Bidens Sohn, Hunter Biden, arbeitet für den ukrainischen Gasproduzenten Burisma. - Aber hatten sie es nicht geahnt?

„…doch warum in die Ferne schweifen…“, wenn man auch hier in dieser BRD, quasi in ‚Steinwurfweite‘, ähnlich Verwunderliches zur Kenntnis nehmen kann: des Herrn Vaters Heinrich Bedford-Strohm, Bischoff und Chef der Evangelischen Kirche Deutschlands, Jonas Bedford-Strohm ist im Bereich Digitale und Soziale Medien und Religion unterwegs und auch sonst geschäftlich ganz umtriebig.

Wann steigen die ‚lieben Leserinnen und Leser‘ einmal herunter von ihrem hohen moralischen Katheder, verlassen solche Sphären im angeblichen ‚Land der Dichter und Denker‘ und stellen die ganz schlichten Fragen: ‚Quid pro quo‘ und ‚Cui bono?‘ – ‚Dies für das‘ und ‚Wem nützt es?‘.

Kommen wir also zu Wolfgang Schäuble und seiner auch recht geschäftigen Dynastie aus dem Baden-Württembergischen:

In Sachen Automobil kommt man nicht an der dort ansässigen Auto- und Zulieferindustrie vorbei, das waltet auch heute der Herr Kretschmann. Und in Sachen CDU-Politik kam (?) man dort auch nicht an Wolfgang Schäuble vorbei. Wer den Zusammenhang zwischen ‚Heilix Blechle‘ und Politik begriffen hat, der muss auch begriffen haben, dass dieser Industriezweig nicht nur für Deutschland sondern auch für Deutschlands Führungsrolle in Europa wichtig ist. Und umgekehrt, was für Europa wichtig ist, sollte auch für Deutschlands Mobile wichtig sein – wie auch für anderes Bewegliches von dort: zu Strasse, zu Land, zu Wasser – auch darunter – und in der Luft. Da gilt es was zu verteidigen, aber wie.

Dies den jeweiligen Mitstreitern begreiflich gemacht zu haben, war Schäubles Eifer gewidmet:
- als Fraktionsvorsitzender, Mitglied des Präsidiums und des Bundesvorstandes den
CDU-Mitgliedern gegenüber immer wieder
- als Bundesminister für besondere Aufgaben den ‚Bedürftigen‘
- als Innenminister des Bundes, besonders beim sogenannten Einigungsvertrag
zur Auflösung der DDR dem ‚Volk der DDR ‘gegenüber, wie Aufräumen mit deren
Sperenzien einer ‚sozialistischen Wirtschaft‘ wirklich funktioniert – mit nachhaltigen
Folgen bis heute
- als oberster Bundes- und EU-Finanzminister den Griechen1) – und allen anderen
europäischen Zuschauern gegenüber - was ‚Sparen‘ auf Schwäbisch heißt
- sowie er damit auch deutlich machte, wie abgrundtief Schwarz die ‚Null‘ werden
kann, wenn Berlin ‚böse‘ wird: so wie Renzi in Italien, Macron in Frankreich, Tusk
in Polen, so soll auch Mariano Rajoy ‚aktiv‘ mithelfen bei der Einhaltung Schäuble
seiner Haushalts- und Finanzpolitik.(Die EZB legt monatlich für 60 Mrd.€ ein An-
leiheprogramm auf zum Nutz und Frommen der EU-Industrie auf. Zahlen tut das
der europäische Steuerzahler mit
‚Schwarzen Null‘ Zinsen auf seine Spar-
konten (…) Worum eigentlich ging es damals bei der ‚STAMOKAP‘-Diskussion?
Kann da womöglich ein Johano Strasser aufklären?)

Und um auf die ‚Beweglichkeiten‘ aus BRDeutschland zu sprechen zu kommen und den Spruch von der ‚Verteidigung der deutschen Interessen auch am Hindukusch‘, so 2010 der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD !!), aufzugreifen, so dürfen nach dem Credo des derzeitigen NATO-Generalsekretärs, Jens Stoltenberg, ein Sozialdemokrat auch dieser, die Interessen Europas, sprich: BRDeutschland und drum herum, auch nicht schon am Bosporus – das weiß auch Özdemir – und auch nicht an der Meerenge von Gibraltar gefährdet werden. Dies verstanden zu haben, dafür bürgt in Portugal dessen Premierminister António Costa, in Spanien Mariano Rajoy.
Und damit auch Europa nicht von zu vielen Suchenden nach dem ‚pursuit of happiness‘ überflutet wird, sorgt der Portugiese António Guterres, auch der ein Sozialdemokrat, der ehemalige Flüchtlingskommissar und jetzige UN-General-sekretär, dafür, dass die Wohlstandsverteilung auf dieser Welt nicht wesentlich verändert wird.
Muss jetzt an dieser Stelle noch einmal die ‚unendliche Geschichte‘, das regalkilometerlange Nachschlagewerk eröffnet werden, wie einflussreiche Kreise, die mit Geld und publizistischer Macht ausgestatteten, die ‚Wahlen‘ beeinflussen? – Oder reicht der simple Hinweis auf Brechts geniales Werk: ‚Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui‘ ?

Man mag eine Karriere wie die von Schäuble, von 1972 bis heute im Bundestag, als Beweis für eine demokratische Willensbildung und Entscheidung ansehen – man darf aber auch das Gegenteilige befürchten. – Who paid the bills?
Wie bemerkte schon Jean-Claude Juncker, als er damals in den 1990’ger Jahren zu Kohls Beharrungsvermögen befragt wurde: ‚Es ist schon verlockend, First Class durch die Welt zu jetten, First Class untergebracht zu werden, die schönsten Orte der Welt zu sehen. Das ist schon eine Verlockung.‘ – Und Juncker wusste, wovon er sprach.
Das ein ‚Quid pro quo‘ und ein ‚Cui bono‘ einem so blitzgescheiten Menschen und Politiker wie Wolfgang Schäuble nicht verborgen geblieben sein dürften, darf angenommen werden.
Den Verlockungen widerstanden zu haben, partiell – und soweit bekannt – lässt Bewunderung aufkeimen, welche aber sofort wieder auf das Realistische zusammenschnurrt, betrachtet man die dynastischen Folgen und Auswirkungen.

Und damit wären wir wieder bei diesen Herrschaften, wie sie oben erwähnt wurden.

Exakt aber das, dass der eine ins Brotlose und Obdachlose stürzt, selbst als vormals gutbezahlter Pilot, der Manager derselben Firma aber sich vertraglich zusichern ließ, dass er, selbst bei einem Zusammenbruch der Firma, eine Millionenabfindung erhält, macht das Rollenspiel eines Schäuble und die hinter ihm stehende Macht deutlich.

An dieser Aufführung, ihrer Dekoration, ihrem Bühnenbild, das da lautet ‚Marktwirtschaft‘ und ‚Neolib‘, und an der Abfolge ihrer ‚role players‘ darf nichts verändert werden. Ums Verrecken nichts!
Andernfalls kämen Fragen auf, Nachdenklichkeiten, Protest gar…und Revolutionsparolen.
Letzteres darf auf keinen Fall geschehen. No way!!

Das walte Schäuble als Bundestagspräsident.

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift ist ein wenig lange geraten. Wenn Sie trotzdem veröffentlicht wird dann nur, weil an diesem Tag jeder die Chance habe sollte seine Thesen an den Screen zu nageln.


Am 30. Oktober 2017 schrieb Hans Rebell-Ion:

Wohl jeder weiß, "DEMOKRATIE" heißt Volks-Herrschaft, aber im Bundestag herrschte noch nie das Volk, sondern nur solche Volks-Beherrscher wie SCHÄUBLE und Co.! "Wir sind das beherrschte Volk!", und das von seit 1945 von der USA gelenkten "Volks-Zertretern"!


Am 30. Oktober 2017 schrieb Lutz Jahoda:

ZUM THEMA

Sitte und Sünde sind längst schon vermählt,
Hier im angeblich christlichen Lande.
Heiterkeit erntet, wer heut noch erzählt,
Schäuble und Merkel hätten gefehlt,
Beim Verbuddeln des Geldes im Sande.

Fort ist das Geld und auch futsch die Moral.
Ja, wir kennen den üblichen Reigen.
Schäuble, das Träuble, er weiß von der Zahl.
Merkels Beteuerung klingt bereits schal.
Justitia hüllt sich in Schweigen.

(aus LUSTIG IST ANDERS, Politpoesie und Prosa, 447 Seiten, 91 Zeichnungen von Reiner Schwalme.
BoD-Books on Demand, Norderstedt
ISBN: 978-3-7448-3766-8)


Am 30. Oktober 2017 schrieb Michael M. Franke:

Seien wir nicht kleinlich, die paar Mark. Vermutlich hatte er sein Ehrenwort gegeben, wie sein vormaliger Chef. Schäuble hat in der Sache aber auch das Parlament belogen. 1989 hat er den großen Raubzug Ost federführend mitorganisiert und danach hunderttausende Ostdeutsche auf Sperrlisten setzen lassen („sind im Öffentlichen Dienst nicht zu beschäftigen“). Er wollte Internierungslager einrichten, Aussagen von Gefolterten bei Ermittlungen verwenden, Terrorverdächtige umbringen lassen und hat Nachforschungen im Fall al-Masri hintertrieben. So jemand steht dem Bundestag doch ganz gut zu Gesicht.


Am 30. Oktober 2017 schrieb Gideon Rugai:

Ich hätte es ja

"Hundert Mille und ein Platz an der Sonne für die Weinnase mit Gedächtnislücke -
Ein Lehrstück in Dämokratie"

genannt, aber ich will nicht kleinlich sein und so herrlich geschrieben kann ich trotzdem nicht mehr lauthals drüber lachen - sondern nur abfällig schmunzeln u. mit dem Kopf schütteln bis mir schwindlig wird.
Die Popanze da oben im luftleeren Raum sind von allen guten Geistern verlassen, egal zu welcher Stunde.


Am 30. Oktober 2017 schrieb Ulrike Spurgat:

Entrückt, süffisant, mit einem Gesichtsausdruck, dass er nun endlich, der "Zuchtmeister" dort angekommen ist, wo er denn immer hin wollte: Auf den Stuhl des Bundestagspräsidenten, und das Parlament huldigt ihm. Dem, der für seine Brutalität, den schwächeren Völkern gegenüber in die Geschichte eingehen wird, der für die Verachtung des Menschen steht, der Menschenrechte ignoriert, der sehenden Auges Völker in den Abgrund hat stürzen lassen, um anschließend noch Gemeinheiten, Lügen und Würdelosigkeiten hinterher zu kippen, wird nun belohnt. Frau Pau sollte in die rechte Ecke, und sich schämen. Von den GRÜNEN, war nichts anderes zu erwarten, als LObgesänge im Luther Jahr. Die verkrachte Existenz Lindner ist und bleibt ein übler Geselle. Inhaltlich zu werden ist schwierig, wenn da wenig is. Das ist des GALERISTEN Kunst, die er beherrscht wie kein Zweiter, und vielen Abgeordneten die Horchlöffel in dem Artikel in seiner unverwechselbaren Art und Weise lang zieht.
Ein fieser, hinterhältiger, heimtückischer, boshafter und neidischer Giftzwerg lungert nun an einer der höchsten staatlichen Stellen rum.
Die cDU, mit Nazi Knete aufgebaut und finanziert, mit Unterstützung der CIA wie neueste historische Forschungen verdeutlichen, war dann wohl, damals die richtige Wahl für den neu gewählten Bundestagspräsidenten.
Schäuble ist in hohem Maße für die Spaltung in der Republik mit verantwortlich.
Er hat das neoliberale Karussel in Schwung gebracht, hat die Privatisierung vorangetrieben, hat das Tafelsilber verscherbelt, hat die DDR niedergemacht, und benachteiligt, gemäß seines Charakters, wo bestrafen, für etwas was ihm nicht passt Normalität ist. Die DDR mußte bestraft werden,schon dafür, dass sie existierte, und es war ihm egal, gleichgültig mit welchen verheerenden Auswirkungen, die Menschen bis heute zu tun haben, denn sie haben nicht gespurt, und es waren wahrlich nicht alle DDR Bürger, die dieses System bevorzugten, und das war dem Schäuble sicherlich klar gewesen.
Wieviele Selbstmorde in Griechenland, wieviele Menschen, die nicht krankenversichert sind, wieviele Menschen leben in bitterer Armut, wieviele Rentner kommen nicht über die Runden, wieviele Jugendliche haben in dem reichen Europa keine Perspektive ? Das alles, und wesentlich mehr liegt mit in Schäubles Verantwortung, und was qualifiziert ihn zum Bundestagspräsidenten? Der miese Giftzwerg fluppt im System, ist der Freund der Konzerne, der Lobby, der Freund der Rüstungsindustrie. So hat Israel nun den Rüstungsdeal, der auf Eis lag flugs noch bekommen, mit einem Millionen Geschenk des Steuerzahlers der Republik. Staatsräson nennt sich das. Das palästinänsische Volk wird seit Jahrzehnten ihrer Rechte beraubt, und Israel rüstet mit deutscher Rüstung. Antifaschismus, Frieden mit Russland, auf immer. Frieden mit den Völkern der Welt (allen), und die "alte" friedliche Koexistenz gehört auf die Tagesordnung und muß Staatsräson sein.
Diese überversorgten, gepamperten Abgeordneten, einige ohne Berufsausbildung, z. B. Volker Beck, der aufgeblasene GRÜNE hat keine abgeschlossenen Berufsausbildung ,sind so weit ab vom patt, dass sie in ihrer Politiker Welt leben, und natürlich auch denken, wenn es ihnen gelingt.
Eine der Vizepräsidenten: Claudia Roth, der grün, hektische und überdrehte Kreisel hat keinen erlernten Beruf, nennt sich "Dramaturgin", ohne abgeschlossenes Theaterstudium. Ton Steine Scherben würden sich im Grab umdrehen, oder von dort anstimmen: "Keine Macht für Niemand."
Sie sind Schmarotzer, Parasiten und Handlanger derer, die für Kriege, Armut Not und Elend verantwortlich sind, und meinen etwas von den Lebens Interessen des Volkes zu verstehen.
"Zu uns kommen Menschen im reichen Deutschland mit eingewachsenen Socken" sagt eine Mitarbeiterin vom Caritas, die in Hamburg in der einzigen Krankenstube Deutschlands, in der Obdachlose Mitmenschen, auch ohne Versicherung, stationär sich behandeln lassen können, arbeitet.


Am 30. Oktober 2017 schrieb Wolfgang Oedingen:

"Demokraten" unter sich.
Treffsicherer geht nicht.


Am 30. Oktober 2017 schrieb Günther Mann:

Für unseren erolgreichsten Finanzminister aller Zeiten (noch vor Seyss-Inquart) muss ich jetzt doch eine Lanze brechen: die 100.000 Mark sind doch Peanuts im Vergleich zu den 2 Millionen seines Ex-Chefs oder den Waschgeld "jüdischen" Vermächtnissen der Hessen-CDU oder den 4 Millionen Waschgeld der F J Strauss-Sprösslings.

Im Vergleich zu diesen unorganisierten Verbrechern ist Wolfgang Schäuble doch ein strahlender Prinz auf weissem Rössle.


Am 30. Oktober 2017 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Mal wieder ein Highlight. Wo "Gellermann" drauf steht, da ist Ironie, Satire, zuweilen auch Sarkasmus nicht fern. Dazu bedarf es einer guten Beobachtungsgabe und nicht zuletzt hervorragender Menschenkenntnis.
Ich sage immer: Seine rosaroten Paarhufer am Gang erkennen können, das kann nicht jeder. Uli Gellermann ist darin unübertroffen.


Am 30. Oktober 2017 schrieb Kostas Kipuros:

Und wieder einmal ein echter "Gellermann", danke lieber Uli für den satirisch-ironischen Text mit bitterernstem Hintergrund. Wenn die Vertreter im "Hohen Haus" nicht nur einen Blick zurück, sondern vielleicht auch über den eigenen Tellerrand getan hätten, wäre ihnen noch ein anderer Grund eingefallen, dem Mann dieses hohe Amt zu verweigern: Als wirtschaftlicher Strangulierer südeuropäischer Länder muss seine Wahl mit so viel Zustimmung auch wie eine Bestätigung seiner verbohrten Ideologie "money first" wirken. Was zählen da schon die Belange von Menschen?!


Am 30. Oktober 2017 schrieb Dari Vo:

Als Lesetipp und der Schäuble-Artikel ist einen Klick wert. Falls jemand wissen will, warum die politische Klasse unbeliebt ist und Sozialdemokratie bei Lohnabhängigen keine Perspektive vermittelt.
"Das letzte Volk, dass sein Land so billig abgegeben hat, wie die Ostdeutschen, waren die Apachen"

NDR, extra 3


Am 30. Oktober 2017 schrieb Ben Witte:

Ich werde Ihnen die Arztrechnung schicken! Meine Lachkrämpfe halten immer noch an.


Am 30. Oktober 2017 schrieb Hannes Kemper:

Angesichts des Anliegens von Frau Pau finde ich es falsch, sie zur Witzfigur zu machen.

Antwort von U. Gellermann:

Philosemitismus ist eine Welt-Anschauung. Offenkundig keine Welt-Erkenntnis.


Am 30. Oktober 2017 schrieb Johannes M. Becker, Privatdozent Dr.:

Ein Kabinettstückchen aus Deinem keyboard!
Danke!
Johannes Maria grüßt aus Marburg


Am 30. Oktober 2017 schrieb Gerhard Guldner:

Schlimmer wäre es nur, wenn so jemand Finanzminister würde.


Am 30. Oktober 2017 schrieb Marc Britz:

Der von Uli Gellermann beschriebene Verbrecher - Schäuble - hatte kürzlich die Stirn, zu behaupten, man werde ihm im von eigener Hand kolonisierten und ausgeplünderten Griechenland eines Tages noch Denkmäler errichten. Und ich glaube der meint das noch nicht mal als Provokation. Angesichts der menschenverachtenden Verblendung der neoliberalen Heilsbringer vom Schlage Schäuble fällt es mir zu schwer sachlich zu bleiben. Schön, dass dies Herrn Gellermann in diesem wunderbaren Artikel trotz allem noch so gut gelingt!

Antwort von U. Gellermann:

Hätte ich Yanis Varoufakis noch auftreten lassen sollen?


Am 30. Oktober 2017 schrieb Otto Bismark:

Lieber Herr Gellermann,
Ihre Satire tut weh! Denn sie ist wahr. So ist der Deutsche (Abgeordnete)! Leider gibt es keine Hoffnung, daß das jemals anders werden könne. Warum die Herrschaften sich überhaupt der Mühe unterziehen, gelegentlich an den Plenarsitzungen teilzunehmen, ist mir unerfindlich. Darf ich mal aus dem Nähkästchen plaudern? Es kann nicht nur die für Bundestagsabgeordnete übliche stattliche Diät sein, denn ich als Gemeinderat einer kleinen thüringischen Stadt erlebe meine KollegInnen ähnlich und die bekommen nur ein mageres Sitzungsgeld. Was treibt einen Deutschen dazu, sich ins Parlament wählen zu lassen und dort nichts zu sagen? Ehrlich gesagt, ich kann es mir nicht erklären. Aber diese von Ihnen so treffend angeprangerte "Vergesslichkeit" erlebe ich in fast jeder Sitzung. Man kann in dieser Hinsicht beliebige Themen ansprechen, es ist schlicht nicht möglich, eine inhaltliche Reflexion zu erwirken. Vorbei und Vergessen!, ist die Devise. Und wenn sie sich beispielsweise erlauben, das Auftreten der Bundeswehr als ein Arbeitgeber wie jeder andere an den Schulen zu kritisieren, dann bekommen sie noch nicht einmal Unterstützung von den Linken! Die in meinem Gemeinderat immerhin (noch) die zweitgrößte Fraktion stellen, unter ihnen eine Landtagsabgeordnete!

Antwort von U. Gellermann:

Eine Bundestgagsvizepräsidentin zum Beispiel bekommt monatlich 14.313 Euro Gehalt und außerdem eine steuerfreie Kostenpauschale in Höhe von 4000 Euro. Das ist doch was.

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