Da kommt sie schon, die Revolution

Was im Parlament so alles möglich wäre

Autor: U. Gellermann
Datum: 16. Dezember 2019

Wer an revolutionäre Veränderungen denkt, denkt nie und nimmer an das deutsche Parlament. Rituell und schläfrig handeln die gewählten Abgeordneten ihre Tagesordnungen ab. Man erregt sich selten, man fährt GROKO und nicht Achterbahn, man ist gesittet. Draussen mögen die Außerparlamentarier die Welt verändern wollen, drinnen geht alles seinen Gang. Doch keine Politik-Maschine erhält von den Medien so viel Beachtung wie gerade der Bundestag. Von Tagesschau bis Bild-Zeitung: Alle sprechen, senden drucken über das gewählte Parlament, als ob dort Bedeutendes geschähe.

Tatsächlich ist der Bundestag eine große Bühne, doch das dort ständig gespielte Stück ist, trotz seiner medialen Überpräsenz, nicht sehr populär: Das Publikum guckt lieber Sport, auch gern Casting-Shows oder Bares-für-Rares. Schön, Schauspieler wie Frau Merkel oder Olaf Scholz haben durchaus ihre Begabung im Vortäuschen falscher Tatsachen, können aber über die mangelnden Inhalte der Staatsbühne offenkundig nicht hinwegtäuschen. Philosophen wie Karl Marx, der meinte "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kömmt drauf an sie zu verändern“, sind selten geworden. Der Trend geht allgemein zur Interpretation, Veränderungen aber setzen eben jene Inhalte voraus, die im politischen Schaugeschäft so rar geworden sind.

Doch manchmal gibt es kleine Türen im Kalender der Ereignisse, die, wenn man sie nur aufklappt, Überraschungen bescheren können. Eine solche Sensation hält der ARD-Deutschlandtrend dieser Tage bereit: Für eine Vermögensteuer plädieren tatsächlich 72 Prozent der Befragten! Und das in Deutschland, wo nicht wenige ihre Eigentumswohnung schon für ein Vermögen halten und eine Besteuerung bereits als den Einstieg in die Enteignung befürchten.

Noch weniger Beachtung als die vor-revolutionäre Besteuerungs-Umfrage hat ein Papier vom Rande des Parteitags der SPD gefunden. Da wird unter der Überschrift "Ein neuer Sozialstaat für eine neue Zeit" kaum verhüllt das „Recht auf Arbeit“ eingefordert. Echt. Die Umfrage zur Vermögenssteuer und die SPD-Forderung sind faktisch eng miteinander verknüpft. Denn auch ein Recht auf Arbeit würde die Eigentumsverhältnisse vom Kopf auf die Füße stellen. Nicht mehr die Inhaber von Produktionen und anderen Betrieben würden dem schäbigen Rest der Republik gnädig die Arbeitsplätzchen zuteilen, die Arbeitenden hätten ein Recht. So wie es in der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" formuliert wurde: "Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit". Wie von der Generalversammlung der Vereinten Nationen einst verkündet.

Jetzt wäre die Stunde der SPD, die Inszenierung im Parlament zu bessern und das Recht auf Arbeit im Parlament zur Debatte zu stellen. Die Diskussion darüber zu eröffnen, was Arbeit ist: Keine Gnade sondern ein Recht. Eine Diskussion, die andere Parteien zwänge, Farbe zu bekennen, die der Routine im Parlament ein Ende bereiten könnte und die erhöhte Bühne des Bundestages als Raum für eine wirklich spannende Inszenierung nutzen würde. Eine Aufführung, die im Spiegel der Medien jene Spannung herstellen könnte, die echten Sozialdramen gemäß ist. Doch noch ist das Türchen zur sozialdemokratischen Überraschung nur Papier, nicht einmal ein parlamentarischer Versuch, der sicher bei LINKEN und GRÜNEN Beifall finden könnte.

Schon die DDR hatte ein Recht auf Arbeit in ihrer Verfassung verankert. Wenn das den meist unzureichenden Medien auffallen sollte, wird die Debatte um den „Unrechts-Staat“ eine interessante Wendung erfahren.

Bereits der Antrag, auf das Recht zu Arbeiten, wäre ein Schritt zur Veränderung der kleinen deutschen Welt. Dass es, weit über das Parlament hinaus, eine Stimmung für Veränderungen gibt, das weist die Umfrage zur Besteuerung der Vermögen nach. Dass das Parlament mehr kann als Routine, wäre noch nachzuweisen.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 18. Dezember 2019 schrieb altes Fachbuch:

"Schon die DDR hatte ein Recht auf Arbeit in ihrer Verfassung verankert."
siehe artikel 24, 1974!!
da steht auch drin, dass JEDER für gleiche arbeit gleichen lohn bekommt!!
da steht auch drin, dass das recht endet, wenn die wahl nicht den gesell. erfordernissen entspricht oder die qualifikation nicht ausreicht!
in wiki steht, dass die vollbeschäftigung bei den bösen kommis deshalb nötig/möglich war, weil die mangelverwalter ein förderband durch 1000 schaufeln wettmachen mussten;)

im grundgesetz des reichen westens dagegen fehlte jegliche festlegung!! da ist es plötzlich nur noch ein BÜRGERrecht, da es vor ordentlichen gerichten nicht inklagbar ist/ sein soll!! ist doch logisch, dass das einklagbares recht auf arbeit mit der unternehmensfreiheit kollidiert und auch ein feind jeglicher bilanz ist!
natürlich könnte die spd den antrag stellen, aber zur beschließung braucht es 66.66% des faulenzertempels in berlin:(


Am 17. Dezember 2019 schrieb Ernst Blutig:

In deutschen Verhältnissen wird gerne mal aus dem Recht auf Arbeit die Pflicht zur Arbeit. Jedem die seine, sozusagen, im neuen deutschen Sozialstaat. Ich traue Sozialdemokraten und Grünen jedenfalls jedes Unrecht zu das man Menschen antun kann.


Am 17. Dezember 2019 schrieb Reyes Carrillo:

Die Desillusion als Voraussetzung der Aufklärung ist natürlich zutiefst auch marxistische DNA und schließlich unverzichtbarer Motor revolutionären Denkens und Handelns. Gleichzeitig kann sie – je nach persönlicher oder Gruppenprägung – wirklich das erhellende Nachtsichtgerät, aber leider auch die schwarze Sonnenbrille in ein- und derselben Nacht sein. Mit allen Nuancen dazwischen. Deshalb gibt es wohl kaum eine andere politisch-weltanschauliche Bewegung, die sich im Desillusions-Gewerbe heftiger beharkt als die „Linke“. Das kann viel Positives, aber auch viel Lähmendes haben. Leider geht dabei, das ist solchen Konstellationen inhärent, oft etwas die Augenhöhe verloren: Die Desillusionsprofis hegen, wenn es sehr gut geht und man sich einigermaßen sympathisch ist wie hier in der RG, ein gewisses Mitleid oder Mitgefühl mit dem Irrenden, während dieser sich notfalls als unbeirrbarer, streitbarer und leidensfähiger Visionär erleben darf. Beide Seiten sind letztlich natürlich unverzichtbar.

Aus meiner Sympathie für Ulis erholsam undogmatischen und eben oft auch visionären, für manche marxistisch unkorrekten und dafür belächelten und kritisierten Blick auf die Dinge habe ich nie ein Hehl gemacht. Deshalb auch an dieser Stelle: Vielen Dank, lieber Uli!


Am 17. Dezember 2019 schrieb Karola Schramm:

Karola Schramm
Zitat:"Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit". Wie von der Generalversammlung der Vereinten Nationen einst verkündet.
Das heißt: Arbeitsrechte sind auch Menschenrechte!

Dass diese seit Jahrzehnten mit den Füßen der PolitikerInnen weltweit so richtig getreten und zertreten werden, ist bekannt und wird nicht bestraft! Warum?
Der neoliberale, neo-feudalistische - realiter auch braune Zeitgeist, zugetüncht mit anderen Farben, weht wo er will - weil er es darf!

Arbeitsrechte einhalten? Der "Verein gegen Arbeitsunrecht" hatte am Freitag, den 13.12. wieder bundesweit Aktionen gegen Arbeitsunrechte im Einzelhandel gestartet und öffentlich angeprangert. Es müssen mehr werden!

Ich erinnere an das, was unsere oberste Staatsmarionette von des Kapitals Gnaden Angela Merkel einst zu dem Drama in Bangladesch, als ein Haus in dem Näherinnen für europäische Firmen genäht hatten, so marode war, dass es zusammenbrach und einige Hundert Näherinnen zu Tode kamen - auf einem Kirchentag gesagt hat: Das man nämlich nicht wegen dieses schrecklichen Unglücks das gesamte Wirtschaftsmodell zerstören dürfe. Da hörten wir alle die Wahrheit und am Ende wurde geklatscht!

Dieses "Recht auf Arbeit" und dazu noch befriedigende, gut bezahlte Arbeit wird in Teilen ja schon praktiziert, lieber Uli. Doch leider so, dass es zu einer "Pflicht zur Arbeit" verkommen ist. Man erinnere sich an den SPD-Politiker Müntefering "Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen." Darum war und ist Hartz 4 immer noch so beliebt und wird niemals abgeschafft werden, solange diese innere Einstellung der meisten PolitikerInnen im Parlament so sind, dass jeder arbeiten muss, egal was!

Die "moderne Sklaverei" sieht anders aus als die alte. In der alten mussten sich die Sklavenhalter bis zum Tod ihrer Sklaven um sie kümmern. Das war Pflicht und Ehrensache.

Und heute? Werden sie in Massen bis zum Kollaps verbraucht und dann weggeworfen - sich selber überlassen, krank und verbraucht - landen oder stranden sie auf den Müllbergen und suchen Essensreste aus Mülltonnen oder Flaschen, die sie gegen Geld eintauschen. Der Sozialstaat fängt sie nicht mehr auf, weil er es nicht mehr will! Auch der hat die Farbe gewechselt.

Arbeitsrechte sind Menschenrechte. So steht es in den Gesetzbüchern. Doch gehandelt wird neo-liberal und raubtier-kapitalistisch der alle frisst, die sich ihm entgegenstellen.

Merkel und ihre Regierung von Gro-Kotz bis zu den anderen Parteien palavern viel und ändern nichts. Weil sie es nicht wollen!


Am 17. Dezember 2019 schrieb altes Fachbuch:

"Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen"
zur auswahl der quelle und zum zitat kann ich dem galeristen nur danken!!
die arbeit ist neben der natur, welche die arbeit und uns erst ermöglicht, quelle des "reichtums" UND hat den menschen selbst geschaffen!!
wer menschen von arbeit fernhält und sie ihrer natur beraubt, ZÜCHTET affen in einer zerstörten umwelt!?
es ist nicht der BESITZ, der reichtum ausmacht, sondern ihn als ursache der armut des menschen, der affenzucht und naturzerstörung enttarnt!?
man muss sich nicht wundern, wenn affen irgend wann durchdrehen.
in DE ist es noch nicht soweit, weil genug bananen im umlauf sind und die menschen glauben, sie bräuchten keine natur oder arbeit sondern nur BESITZ;) aber die esser werden immer mehr, die produzenten der hirnverkleisternden frucht immer weniger, weil die natur nicht mehr kann und die produzenten jetzt unsere nachbarn sind ....;)
für alle zweifler und widersprecher des galeristen (den ich nicht leiden kann;):
es ist das SEIN, was das BEWUSSTSEIN determiniert!! niemand kann einem verwöhnten sattem affen KÜNFTIGEN mangel vorgaukeln, wenn im JETZT das paradies ist. anders rum hat das 1989 geklappt: der auf erhalt der ressourcen und zur arbeit verPFLICHTETE affe hat sich für versprochene goldene bananen entschieden.
aber der gau kommt!!


Am 16. Dezember 2019 schrieb Reinhard Lerche:

Das Recht auf Arbeit!
Dieses Recht auf Arbeit verstehen unsere "Frei"handelsabkommen Verfechter etwas anders: Das Recht überall sich Arbeiter zu nehmen - auch gegen Streikende - und die gewünschte Produktion herstellen zu können! Wenn es nicht anders geht halt von Portugiesen im Sauerland oder von Griechen in Portugal!
(Neusprech)
So kann der Kapitalismus aus Allem noch seinen Vorteil finden :-((


Am 16. Dezember 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

Die Parlamente werden die gesellschaftlichen Widersprüche weder lösen noch schön reden können. Was für Worthülsen, was für schlechte Schauspieler die das Parlament zum Brummkreisel von Interessen einiger Weniger machen. Es darf für Kapital und fürs für Vaterland gekreiselt werden. Was für ein Erfolg nach 1945 !
1914 der Verrat der sPD an der kämpfenden Arbeiterklasse. Erich Mühsam bringt es mit seinem Spottlied "Der Revoluzzer" auf den Punkt. 105 Jahre später kann man das vertonte Gedicht von Ernst Busch lauthals schmettern, denn es ist aktueller denn je. Die linken Sozialdemokraten hatten es immer in der sPD schwer. Und nach 1989 wurde es nicht einfacher. Die Rechten in der Partei fühlten sich im Recht, schließlich hat der Kapitalismus den kalten Krieg gewonnen, so die Lesart. Dass rechtfertigte dann für die Zukunft jede Schweinerei. Klar kam dann das "Hohe Lied" "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit," weit auf für all die "Brüder" und "Schwestern," die sogenannten "Bürgerrechtler," die Gaucks, die Bohley, die Poppes, die Thierse heißen um sie blitzschnell in den "Schoß der noch fruchtbar ist, aus dem das kroch" (sPD und GRÜNE) aufzunehmen. Endlich waren sie wieder im Gestern angekommen. Der rechte "Seeheimer" Kreisel konnte endlich so an Fahrt aufnehmen, dass nun mit den Stimmen der GRÜNEN Faschisten Hofierer, der feigen, devoten sPD, der Lindner Schnösel FDP, der brraunen AfD beschlossen ist, dass ein Denkmal errichtet werden soll, dass an die "kommunistische Gewaltherrschaft" erinnert. Hannah Arendt und Kurt Schumacher herzlichen Dank für eure Totalitarismus Doktrin. So setzt sich der Selbstläufer um den Faschismus und die unsägliche Verdrängung deutscher Geschichte fort, dass die Grenzen fließend und verschwommen bleiben. Wo die Würde, die Zuneigung für die Frauen und Männer fehlt die einen nicht unbeträchtlichen Beitrag im Kampf gegen den Faschismus selbstlos unter Einsatz ihres Lebens gekämpft haben hat man jegliches Recht verloren über Werte und Menschrrechte nur ein einziges Wort zu verlieren. Dass sind die Hanseln und Hanselinen, die heute im Parlament sitzen und Schweigen, wenn es um den geqwälten Mitmenschen Julian Assange geht.. Meine Verachtung ist ihnen auf immer sicher !
Die DDR war das Beste was Deutschland nach 1945 passieren konnte. Da können all die von der sPD, die in der Tradition "Ost-Büro" mit ihrem reaktionären Kurt Schumancher stehen geifern, schreien, sich empören, ihren Hass verbreiten. Dass alles ficht mich nicht im geringsten an. Die Geschichte spricht laut aus den Gräbern der 27 Millionen bestialisch ermordeter Sowjetmenschen, der Hunderttausenden von Kommunisten, von Widerstandkämpfern, von linken Sozialdemokraten.....
Die Rechtsnachfolge Faschismus leistet ganze Arbeit. Sie scheuen weder Geld noch Lügen. Sie wollen den ehrenwerten VVN-BdA loswerden, die Rote Hilfe, einer der Gründungsmitglieder war Clara Zetkin, weil sie die Knete brauchen, um sie in den Rachen derer schmeißen zu können, die an der DDR kein gutes Haar lassen. Da werden Gelder verteilt, und das nicht zu knappe die man aber anderen erstmal wieder wegnehmen muss.
Ob das noch jemanden interessiert, dass wieder einmal das "Recht auf Arbeit" von der sPD gefordert wird ist fraglich.
Wers glaubt wird selig, wers nicht glaubt kommt auch in den Himmel.

Antwort von U. Gellermann:

Die Parlamente sind Bühnen und Projektionsflächen zugleich. Würde die SPD sich aufraffen können das Recht auf Arbeit in der Verfassung zu verankern wäre das eine Sensation, die in politische Bewegung einzubringen wäre. Noch binden SPD und LINKE erhebliche Mengen Wähler.


Am 16. Dezember 2019 schrieb Otto Bismark:

Lieber Uli Gellermann,

Ihre Hartnäckigkeit ist bemerkenswert. Ich für meinen Teil habe sowohl die SPD (aus den bekannten Gründen) als auch die Linke (aus Erfahrung) aufgegeben. Mir spricht Lutz Jahoda aus dem Herzen und ich denke auch, daß es wohl bei aller Anstrengung nicht gelingen wird, die Welt zu retten. Die Führung der EU unter der "bewährten" Leitung von Frau vdL hat bsp. überhaupt keine Scheu, ihr billionenschweres Klimapaket völlig unmaskiert in der Form eines "weiter so" zu präsentieren, indem hier ein gigantisches, in der angestrebten Dimension wohl noch nie dagewesenes Konjunkturprogramm aufgestellt wurde. Aus diesem ist völlig unverhüllt ersichtlich, daß weiter wie bisher dem grenzenlosen Wachstum gefrönt wird und der Klimaschutz nur Etikettenschwindel ist. Und die Reaktion der Öffentlichkeit, manche sagen auf Neudeutsch "Zivilgesellschaft": Nitschewo, nicht das kleinste Aufbegehren gegen diesen Wahnsinn, nicht der Ansatz der Entgegnung, daß wahrer Klimaschutz nicht Geld kosten, sondern Geld sparen würde! Weil man anfangen müßte, den Kriegswahnsinn zu beenden, die Überfußkonsumtion einzuschränken und beginnen müßte, die bisherige Lebensweise auf allen Gebieten der Gesellschaft echter Nachhaltigkeit zu unterstellen. Aber das würde gegen den Profit laufen und deswegen wird das nie passieren. Nie! Die Parlamente? Vergessen Sie es!

Antwort von U. Gellermann:

Nach wie vor binden SPD und Linkspartei jede Menge Wähler. Anders als jene von CDU-AfD, FPD gibt es bei denen neben den parlamentarischen Illusionen auch Hoffnungen auf eine andere Sozialpolitik.


Am 16. Dezember 2019 schrieb Hans Informat-Ion:

Alle Parlamente/Volksvertretungen im Kapitalismus sind scheindemokratische Bühnen und die >Oppositionen< nur geduldete Ohnmächtige!
Sag mir einer wann und wo das Volk herrschte in der 10T.jährigen Zivilisation!?

Weder im Bundestag noch im Kanzleramt
wird souveräne deutsche Politik gemacht,
sondern im > Weißen Haus < in der USA und
auch im US-NATO-Hauptquartier in Brüssel!



Am 16. Dezember 2019 schrieb Marc Britz:

@ Uli Gellermann

Ich ziehe beim Bibelstechen die Zitate des Meisters denen des Jüngers vor:

"Sowie nämlich die Arbeit verteilt zu werden anfängt, hat Jeder einen bestimmten ausschliesslichen Kreis der Tätigkeit, der ihm aufgedrängt wird, aus dem er nicht heraus kann; er ist Jäger, Fischer oder Hirt oder kritischer Kritiker und muss es bleiben, wenn er nicht die Mittel zum Leben verlieren will - während in der kommunistischen Gesellschaft, wo Jeder nicht einen ausschliesslichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden."

Karl Marx
(Deutsche Ideologie)


Am 16. Dezember 2019 schrieb Helga und Hermann Pulz:

Wir möchten zwei Aspekte zu dem Thema nennen:

1. Mit diesem Parlament, das ja nichts weiter ist als die Abnickenrichtung der Marionetten - Regierung darstellt, ist nicht die geringste Veränderung im herrschen System möglich!

2. Wenn wir vom Kopf auf die Füße stellen wollen, dann bedeutet das klar zu stellen, das die sogenannten Arbeitgeber auf Kosten der Millionen fleißigen Menschen in der Wirtschaft als Schmarotzer leben. Das bedeutet weiter, dass die die Werte schaffen, in der Gesellschaft bestimmen müssen!

Daraus folgt, dass sie auch die Verteilung der Arbeit bestimmen!
Dazu ist nötig, unter neuen Wahlbedingungen eine Volksvertretung zu wählen, die dementsprechende Gesetze erlässt! und mit einer von der Volksvertretung bestimmten Regierung durchsetzt.


Am 16. Dezember 2019 schrieb Lutz Jahoda:

ZUR AUSSICHTSLOSIGKEIT
DER GEGENWARTSLAGE

Der brutalen Ausbeutung von Mensch und Welt,
Eindeutig endgültig Grenzen zu setzen,
Wird nur funktioniern, wenn Konzernen und Geld
Verboten wird, sich privat zu vernetzen.

Nun ist dieser Zug bekanntlich vor Jahren
Im Kopfbahnhof West vor die Wand gefahren.
So werden sich Superreich weiter gut betten.
Die Welt hingegen, ist nicht mehr zu retten.


Am 16. Dezember 2019 schrieb Heinrich Triebstein:

In "Die Farbe Rot" von Gerd Koenen lese ich: "Die Idee der absoluten Freiheit, proklamiert von der Französischen Revolution, habe sich am Ende nur in der schrankenlosen Freiheit von Besitz, Eigentum, Geld materialisiert, im 'Kampf aller gegen alle', im 'System der freien Konkurrenz' und im 'Sieg der Dingheit über die subjektive, bearbeitende Persönlichkeit'". Der Autor bezieht sich auf den Brief des 19-jährigen Ferdinand Lassalle an seinen Vater aus dem Jahr 1844. Was Lassalle mit "Dingheit" meinte, heißt heute "Humankapital". Oder "Menschenmaterial" Oder "Billardkugeln". Und wenn diese/s nicht mehr tauglich ist/sind, wird von "Schrott" und "Nieten" gesprochen.
Der zum Ding degradierte Mensch lässt sein Bauchhirn sprechen und steht als Pegida auf der Straße oder sitzt als AfD in den Parlamenten. Diejenigen, die vorher in den Parlamenten saßen, haben sich über die Jahre als Hand- und Kopflanger unserer Obertanen betätigt und sind ganz ratlos, wie sie mit den Früchten ihres eigenen Tuns und Unterlassens umgehen sollen.

Es ist die Zivilgesellschaft, die ihnen seit 2015 durch ihren Umgang mit den Geflüchteten zeigt, wie Kopf, Herz und Hand in ihrem Zusammenwirken das zum Leben bringen , was zu einem guten Leben für alle gehört.
Die 1/3-Menschen und die 2/3-Menschen haben gegen die 3/3-Menschen auf Dauer keine Chance. Herrschaft vergeht, die Völker überleben. Aus einst stolzen Römern wurden stolze Italiener, Spanier, Franzosen, Portugiesen, Rumänen, Räthoromanen. Und wir Ger-Mannen, das Land der Dichter und Denker und das Land der Richter und Henker, haben erleben dürfen, wie unsere Landsleute in der DDR dem Großen Bruder Stasi ein Ende bereitet haben, das der GAFA (Google, Amazon, Facebook, Apple) noch bevorsteht. Dass Frau Kipping und Frau Wagenknecht an einem Papier zur Bändigung der Internetkonzerne gemeinsam gearbeitet haben und dass Frau Esken mit ihren einschlägigen Vorkenntnissen als ein "Geschenk" bezeichnet wird, lässt hoffen, dass der bleiernen Zeit der Groko das Ende naht.

Bis dahin haben wir Zeit, uns Gedanken über das 1% (also die 1/100-Menschen) zu machen. Bei einer Veranstaltung unseres SPD-Ortsvereins haben wir ein Wort von Margarethe Mitscherlich eingeführt: "Jeder, der etwas besitzt, hat Angst vor denen, die weniger oder nichts besitzen" und daraus gefolgert: Also hat derjenige am meisten Angst, der am meisten besitzt. Und er bestätigt die Wahrheit dieses Satzes, dadurch, dass er sich in seinen Türmen, seinen Yachten und seinen abgezäunten Residenzen einsperrt. Aristoteles Sokrates Onassis (1906-1975): "Ein reicher Mann ist ein armer Mann mit viel Geld."


Am 16. Dezember 2019 schrieb Klaus-Peter Kostag:

Der Redner Dr. Marcus Krall verrät nur zwei der drei adversen Selektionen. Die dritte besteht in der Merkwürdigkeit, dass Abgeordnete die einfach nur schweigend unfähig dort herumsitzen nie gefeuert werden können, jedoch die Kreativen, die Ideen und Gedanken und Meinungen vortragen. Die können, jedoch beim ersten sichtbaren Fehler abgeurteilt, dafür in Verruf gebracht und letztlich gefeuert oder abgewählt werden. Und den Bundestag trifft wohl wegen der nun korrekt erläutert gleich dreifach adversen Selektion das Albert Einstein-Wort: „Die Herrschaft der Dummen ist unüberwindlich, weil es so viele sind, und ihre Stimmen genau wie unsere zählen."


Am 16. Dezember 2019 schrieb Marc Britz:

Wäre der Bundestag wirklich eine Bühne, könnte so mancher Theaterintendant ob ihrer sozio-ästhetischen Wirkmacht durchaus eifersüchtig werden. Denn tatsächlich werden im Parlament jene von wem auch immer vorgelegten Gesetze ratifiziert, welche dann die Umsetzung beispielsweise von Auslandseinsätzen der Budeswehr, von Hartz-IV-Regularien oder auch der Kohle- und Dieselsubventionen ermöglichen. Die oft tödlichen Folgen könnte man durchaus dramatisch nennen, wollte man die Theater-Metapher zynisch auf die Spitze treiben.

Die Türen zu diesem Parlament stehen aber prinzipiell alle vier Jahre weit offen. Da bräuchte es das SPD-Türchen gar nicht um irgendwelche revolutionären Veränderungen herbeizuführen. Wenn es denn nur eine breite soziale Bewegung mit genügend politischer Integrität und Medienkompetenz gäbe um diese Tür zu nutzen. Die SPD ist nicht diese Bewegung und wird es nie mehr sein. Auch wenn sie es dauernd verspricht.

Was das Recht auf Arbeit angeht: Ich halte es da mit den Situationisten: Ne travaillez jamais!

Antwort von U. Gellermann:

Ich halte es mit Friedrich Engels:

"Die Arbeit ist die Quelle alles Reichtums, sagen die politischen Ökonomen. Sie ist dies - neben der Natur, die ihr den Stoff liefert, den sie in Reichtum verwandelt. Aber sie ist noch unendlich mehr als dies. Sie ist die erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, daß wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.“
(Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen)


Am 16. Dezember 2019 schrieb Ute Plass:

Da kommt sie schon, die Revolution
Ihre Nachricht: Dazu passt die sinnige Aussage von Daniela Dahn :

"Wenn es stimmt, dass die Würde des Menschen unantastbar sein soll,
dann muss das Eigentum antastbar sein".


Am 16. Dezember 2019 schrieb Andreas Schell:

Zu diesem schönen Artikel fallen mir viele Stichwörter ein. Zwei als Auswahl und in Beziehung zueinander gesetzt.

1. Vermögenssteuer. Warum sagt denn keiner klar und deutlich, dass eine Vermögenssteuer überhaupt nur denen abverlangt wird, die ein Vermögen über 10 Mio Euro besitzen? Grund: so ein Vermögen lässt nicht erarbeiten (man berechne Stunden und Monatslohn über 40 Jahre) - und steht folglich auch keinem zu.

2. Recht auf Arbeit. Wirklich? Ich dachte, das Recht auf ein menschenwürdiges Leben wäre das Ziel.

Man könnte, speziell bei unserem Automatisierungsgrad, zweiteres mit ersterem finanzieren.

Aber mit SPD, Linken, Grünen? Nein. Auch mit keiner anderen Partei. Und damit wäre der Zweck der Theaterveranstaltung mal wieder klar erkannt. Es geht um den Schutz des großen Eigentums, sonst um nichts.


Am 16. Dezember 2019 schrieb Peer Schmitter:

Eine Gebrauchsanleitung für den Parlamentarismus. Aber die Mehrheit der Parlamantarier versteht sie nicht.


Am 16. Dezember 2019 schrieb Nele Kemper:

So ein schönes Weihnachtsmärchen!


Am 16. Dezember 2019 schrieb Des Illusionierter:

Wenn es doch nur wahr würde! Aber wie soll der Leichnam der Demokratie in Deutschland wieder zum Leben erwachen, wo doch schon jetzt allenthalben die Messer gewetzt werden, um gleich beim ersten verdächtigen Zucken zustechen zu können?

Vielleicht, dass an Weihnachten ...

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