Der Papst hat es geschafft: Er hat einen Platz als Poster in der "Bravo". Lebensgroß hebt er die Hand zum Segen, ein goldenes Kreuz blitzt an der Taille, neben Centrefolds von Johnny Depp und Alexandra Neldel besetzt er die Mitte des Blattes, ein Pop-Star ist geboren.

Immerhin hat "Bravo", die Jugendzeitung für die weniger Bemittelten, fast eine halbe Million Auflage, ist also in diesem Segment der Marktführer. "Er ist der Star beim Weltjugendtag" textet das Magazin und deshalb äußern sich auch "Stars" im Blatt zu ihm. Orlando Bloom, Schauspieler in "Der Herr der Ringe", über Ratzinger: "Aber zumindest steht er überhaupt für was". Snoop Dogg ergänzt: "Es ist cool, dass er aus Deutschland kommt. God bless you." Eine weitere Blessur fügt uns der National-Hip-Hoper Fler zu: "Ich respektiere den Papst, weil er ein krasser Typ ist und ein Deutscher." Da muss das Telenovela-Sternchen Lara-Isabelle Renntinck noch nachlegen: "Vor allem habe ich das Gefühl. dass Benedikt XVI. die Jugend und auch die Problem der Jugendlichen ernst nimmt!"

Aber klar doch, Probleme mit der Sexualität? Benedikt rät: Ein Apfel statt dessen. Sorgen mit dem Job? Geh´ doch ins Kloster. Angst vor der Zukunft? Nach dem Tod wird alles besser. Insider der Branche vermuten bereits, dass Benedikt die Kolumne von Dr. Sommer, dem Blattratgeber, übernehmen soll.

Andere wiederum überlegen, die "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" anzurufen. Immerhin hat Ratzinger sich lobend über die Heilige Inquisition geäußert, eine Institution, die ohne Zweifel Gewalt als "Konfliktlösungsmittel propagierte" und die "Gewalt im Namen oder im Dienst einer angeblich guten Sache" darstellte, alles Gründe zur sofortigen Indizierung des jeweiligen Mediums.

Wer fragt, wie Benedikt XVI. an die Rolle des Pop-Stars herangekommen ist, wird eine einfache Lösung finden: Auf dem Streckbett, einem beliebten Folterinstrument der Inquisition, singen sie alle. Auch wenn der Papst sich damit nicht behandeln lässt, als Impresario dieser Musik kann er allemal durchgehen.

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