Blondes Gift aus der Pfalz

Die Weinkönigin regiert das Klima

Autor: U. Gellermann
Datum: 06. August 2018

"Wann wird's 'mal wieder richtig Winter, ein Winter, wie er früher
einmal war? Ja, mit Schnee und Eis von Weihnachten bis Ostern und nicht so lauwarm und so milde wie im letzten Jahr." Das ist das Lied, das sich in diesen Tagen aufdrängt. Im verzweifelten Bemühen, die vertrockneten Gehirnwindungen zu kühlen. Vergeblich. Unerbittlich sengt die Sonne über das Land. Äcker karsten, Wälder brennen, und Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, bewegt ihre gespaltene Zunge: "Es geht bei Lebensmitteln nicht um irgendein Produkt, sondern um unsere Mittel zum Leben“ und erwägt lauthals eine Milliarde Euro als Dürre-Hilfe. Als ginge es nicht um die moderne Agrar-Industrie, sondern um den Reichsnährstand und sie wäre die legitime Nachfolgerin des Reichsbauernführers Walther Darré. Aber die Agrarindustrie ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems.

Doch wenn die Ministerin lesen wollte, könnte sie beim Umweltbundesamt erfahren, dass "Die Landwirtschaft in Deutschland . . . maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Gase beiträgt. Dafür verantwortlich sind vor allem Methan-Emissionen aus der Tierhaltung, das Ausbringen von Wirtschaftsdünger (Gülle, Festmist) sowie Lachgas-Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden als Folge der Stickstoffdüngung (mineralisch und organisch)." Aber Frau Klöckner wäre zuzutrauen, dass sie annimmt, die Hitze läge einfach am Wetter, und das – so weiß die ehemalige Studentin der katholischen Religion und Lehrerin für Religion an der Pestalozzischule in Wiesbaden-Biebrich –  macht natürlich der liebe Gott. Das Wort 'Klimakatastrophe' gab es einfach nicht im Lesebuch von Frau Klöckner. Die blonde Dame ist an einem Weinberg in der Pfalz groß geworden. Die Gegend war und ist überschaubar. Ihr Weltbild hat sie von Helmut Kohl geerbt: Festgezimmert in der Erden.

Allein in Deutschland wurden 2017 6,5 Milliarden Euro EU-Agrarsubventionen ausgezahlt. Mit jedem Subventions-Euro werden abhängig von der landwirtschaftlich genutzten Hektarfläche – genau jene Großbetriebe größer gemacht, deren Massentierhaltung und intensive Bodenbearbeitung zur Schädigung der Umwelt und letztlich der Liquidierung der traditionellen bäuerlichen Betriebe führen. Statt das viele Geld in in die ökologische Landwirtschaft zu lenken, wird auch die von Klöckner anvisierte Dürre-Hilfe jene Subventions-Gießkanne in Bewegung setzen, die zur weiteren Trockenheit führen muss.

Ein beängstigendes Muster ihrer Inkompetenz lieferte Julia Klöckner ab, als die Deutsche Weinkönigin des Jahres 1995 sich mal zum Pflanzengift Glyphosat äußerte. Statt das Mittel zu verbieten, wollte sie es "überflüssig" machen und "in die Forschung nach alternativen Pflanzenschutzmitteln investieren". Was auf den ersten Blick nachdenklich wirken mag, ist nichts anderes als eine Vertagung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Obwohl zum Beispiel die Imkerverbände auf ein Verbot drängen, weil Glyphosat auch das Navigationsverhalten der Honigbienen erheblich stört. Aber vielleicht hat die Ministerin ja an eine neue Subvention gedacht, die der Biene unmittelbar zu Gute kommt. Ob das die Insekten bewegen wird, ihrem biologischen Auftrag als Bestäuber und Fruchtbringer ordnungsgemäß nachzukommen, ist unbekannt. Aber einen Hinweis zur Lösung auch dieses Problems lieferte Frau Klöckner 2010: "Mit uns bleiben die Kreuze in den Klassenzimmern hängen." Offenkundig glaubt die Dame, viel Beten würde viel helfen.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 20. August 2018 schrieb Claudia Schernus:

Sehr geehrter Herr Gellermann,
ich befürchte, dass Ihr Wunsch in Erfüllung gehen wird. Die EU-Mittel werden der normalen Landwirtschaft entzogen und das Einkommen von mehr als 90 % der Bauern sinkt unter den Mindestlohn. Mehr als 60 % der Bauern sind um die 60 Jahre alt und werden unter diesen Umständen keinen Nachfolger finden. Gerade die Kinder der Bauern, die wissen, wie schwer die Arbeit in der Landwirtschaft ist, wollen unter diesen Bedingungen nicht arbeiten. Es werden eher die kleinen Betriebe aufgeben müssen, das wird schon in den nächsten zwei Jahren passieren, wenn die von der Dürre geschädigten Betriebe (vor allem Tierhaltung und Futtermittelproduktion) keine Unterstützung bekommen. Ökologisches Umdenken oder lieber Denken ist den Bauern kein Fremdwort - es darf aber nicht als Ziel bedeuten, eine Umstellung auf Bio zu erzwingen, denn diese Wirtschaftsweise hat eher mehr Probleme als die konventionelle - sie werden nur konsequent verschwiegen. Was die Nachhaltigkeit betrifft, haben die Bio-Betriebe mit der Trockenheit mehr zu kämpfen, weil ihre Produktivität im Durchschnitt nicht einmal bei 50 % liegt.
Es wird dann in der Praxis so sein, wie mit den Biogasanlagen (eine Idee der Grünen): Das gute stets gewollt - das böse nur vollbracht.

Antwort von U. Gellermann:

"Gerade 0,5 Prozent der Höfe in Deutschland kassieren pro Jahr mehr als 300.000 Euro aus Brüssel an Flächen- und Betriebsprämien. Damit greift eine Minderheit der Betriebe 20 Prozent der Direktzahlungen ab. 70 Prozent der Höfe hingegen erhalten weniger als 10.000 Euro – zusammen weniger als ein Viertel der nach Deutschland fließenden Brüsseler Direktzahlungen.“ Auch hier sollte, müsste umgesteuert werde. Die Diskussion führt leider vom ursprünglichen Thema weg und wird deshalb an dieser Stelle beendet.


Am 19. August 2018 schrieb Claudia Schernus:

Auch wenn ich nicht immer Ihrer Meinung war, habe ich Ihre Beiträge bis jetzt gern gelesen. Das ist mit diesem jedoch anders. Leider muss ich im Rahmen der Dürrekatastrophe und den dazu geäußerten Kommentaren, auch in anderen Medien feststellen, dass inzwischen ein Bild von der normalen Landwirtschaft in den Köpfen installiert wurde, dass mit der Realität kaum noch zu tun hat.
Statistisch gesehen ist die Landwirtschaft tatsächlich mit 7 % an den schädlichen Emissionen beteiligt. Somit liegen 93 % bei anderen Verursachern. Vielleicht kann man in der Landwirtschaft noch 1 % vermeiden aber ganz ohne geht nur ohne Nahrungsmittelproduktion. Der Durchschnittsverdienst des Bauern liegt ohne Subventionen bei 7,50 ? mit bei 15 ?. Da aber einige Bauern darüber liegen, gibt es auch viele, die ein geringeres Einkommen haben. Schon vor der Dürrekatastrophe war die Lage in vielen Betrieben prekär, weil durch den Freihandel innerhalb Europas durch die niedrigen Löhne in den osteuropäischen Ländern die Preise auf einem minimalen Niveau gehalten werden. Seit fast 40 Jahren verwenden wir in unserem Obstbaubetrieb Glyphosat und andere Pflanzenschutzmittel, ohne die eine Produktion nicht möglich ist. Trotzdem haben wir eine hohe Biodiversität sowohl bei Insekten, bei Pflanzen und Vögeln. Alle meine Versuche, Medien für die ungeheure Vielzahl an verschiedenen Schmetterlingen zu begeistern, sind fehlgeschlagen. Auch ein Segelfalter, der auf der roten Liste steht, hat daran nichts geändert. Die Grünen vor Ort weigern sich auch standhaft, sich ein eigenes Bild davon zu machen. Für den Nachweis vieler verschiedener Wildbienen wird gerade ein Monitoring von der Bienenexpertin Frau Dr. von Orlow durchgeführt.
Noch ein Hinweis zur Bio-Landwirtschaft, die mitnichten ohne Insektizide und Fungizide auskommt, denn die Schädlinge und Krankheiten machen keinen Bogen um die Kulturen nur weil öko dransteht. Gerade im Obstbau sind die eingesetzten Mittel aus meiner Sicht eher zu verurteilen als unsere. Z.B. wird ein Bio-Insektizid aus Chrysanthemen hergestellt, die in Afrika angebaut werden und dort wertvolles Ackerland blockieren und auch Wasser verbrauchen.
Ich finde es erschreckend, dass die Produktion von Lebensmitteln mit der Versorgungssicherheit nicht mehr in Verbindung gebracht wird. Die konventionelle Landwirtschaft produziert immer noch 97 % der Nahrungsmittel, obwohl der Flächenverbrauch der Biolandwirtschaft schon bei über 10 % liegt.

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich bin ich nicht für das Ende der bäuerlichen Landwirtschaft. Ich bin dafür. die beträchtlichen Subventionen in das ökologische Umsteuern zu lenken.


Am 11. August 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Monsanto zu Millionen Strafe in den USA verurteilt.
Kläger arbeitete als Schädlingsbekämper und erkrankte an Krebs.
Monsanto will in Berufung gehen.
Bayer wusste um mögliche anhängliche/anhängende ? Klagen, doch die Gier sich alles unter den Nagel reißen zu wollen um den Einfluss auf das zu haben, was auf unsere Teller ist einfach nicht zu stoppen. Wahrscheinlich liegen Milliarden bereit um die schwer ge- und beschädigten Menschen und die sterbende Natur mit Geld angeblich zu "entschädigen." Es gibt nichts was ein gestohlenes Menschenleben "entschädigen" kann. WEnigstens können Arztkosten und Krebsbehandlungen bezahlt werden und den Familien wird dadurch ein Stück materieller Unsicherheit genommen. Was es bedeutet, wenn man seine Kinder, seine Angehörigen durch Krebs und andere Erkrankungen verliert, weil einige Wenige die Schnauze vor Gier nicht voll bekommen kann man nur erahnen und ihnen solidarisch, egal in welchen Teilen der Welt sie sich befinden zur Seite stehen.
Doch bevor dieses geschieht wird erst einmal jedes rechtliche Mittel und davon gibt es genug genutzt nicht zahlen zu müssen.
Es ist ein Sieg all derer, die seit Jahr und Tag den Kampf kämpfen in der Welt, dass Mensch, Natur und Umwelt universelle Menschenrechte sind und lässt hoffentlich die Menschen hoffen, die inmitten von Glyphosat leben müssen.
Frau Klöckner stellen sie sich auf ihr Stöckelschuhe und bekennen sie Farbe.
Das einstudierte und vorgeschriebene Gequatsche braucht keiner, vor allem die nicht, deren Leben in ständiger Gefahr ist von diesem Mist vergiftet zu werden.
Die "Betroffenheitsbewegung" ist eine Bewegung, die ins Mark und Bein der Menschen geht und die einen Kampf führen, der unbedingt unterstützt werden muss, weil er dort ansetzt um was es wirklich geht, die anzugreifen und bis aufs Blut zu bekämpfen, die den ganzen Schlamassel verursachen: Bayer, Synganto und die korrupte Politik.


Am 10. August 2018 schrieb Michael Hinzkunz:

Glyphosat ist schon schlimm genug (Chelator bzw. Komplexbildner, der sich an Metalle heftet und sie dann nicht mehr loslässt => Mangelkrankheiten - ursprünglich als Kesselreiniger (engl.: "chelating agent") zur Entfernung von Kesselstein patentiert):

The Last Roundup: how Monsanto created the fable of „the world´s safest herbicide"
By Warren Bell in Opinion | July 25th 2016
In 1964 Stauffer applied for and received US Patent 3,160,632 for ?Aminomethylenephosphinic acids, salts thereof, and process for their production?. The primary identified function of this group of chemicals was their action as ?chelating agents?. These are substances that grab and hold tightly onto metal ions, rendering them unavailable for chemical reaction with surrounding materials.
https://www.nationalobserver.com/2016/07/25/opinion/last-roundup-how-monsanto-created-fable-%E2%80%9C-world%E2%80%99s-safest-herbicide%E2%80%9D

aber noch viel schlimmer ist das eigentliche Unkrautm


Am 08. August 2018 schrieb Alles nur Satire:

Nur 1 Milliarde für die dürrende, verhärmte Ackerbau-Industrie?

Für die Großbauern, die die jährlichen EU-Agrar-Subventionen fast alleine abschöpfen, so das für die wirklich leidtragenden Bauern in tutto EU nichts übrig bleibt?

Da hat Frau Klöckner ihren Auftrag aber nicht ganz verstanden.

Also, nochmal Julchen: Neoliberalismus bedeutet: ALLES für die Reichen, NICHTS aber wirklich NICHTS für die anderen!

Frag noch mal in deiner Partei nach, bei der CSU, der AfD (die Weidel kennt sich als Mitglieder der Hayek-Society aus), bei der spd, den Grünen, bei vielen aus der PdL ist dieses Wissen auch schon vorhanden und hat sozial abgelöst.

Komm Julchen, Du kannst das besser.


Am 07. August 2018 schrieb Hans Informat-Ion:

"Zivilisation"???
Auf den Äckern giftiges Glyphosat,
auf den Strassen Diesel-Kondensat,
in der schönen notliberalen Welt
ist's sehr schlecht um uns bestellt!
Auch Nano-Plastik in allen Zellen
tun selbst Gott-Gläubige nicht abbestellen!
Wohin soll da driften unsere "Kultur",
wenn die da oben legen diese tödliche Spur!?


Am 06. August 2018 schrieb Uschi Peter:

Das Glyphosat ist nur ein Faktor bei der Zerstörung unserer Erde. Seit etwa 100 Jahren nimmt die Temperatur sukzessive zu und die Vernichtung von Pflanzen und Tierarten. In einem so rasantenTempo gab es das noch nie.
Wir sollten uns doch einmal überlegen, dass der Einfluss von über 7 Milliarden Menschen (und es werden täglich mehr), ihrer Städte und der damit verbundenen Versiegelung der Böden, Fahrzeuge, Industrie, industrieller Landwirtschaft und der damit verbundenen Abholzung der Wälder, ihres Abfalls und der Ausscheidungen von Methan und anderen Ausdünstungen doch einen enormen Einfluss auf die Erde, die Luft und das Wasser haben. Da hilft kein Beten, sondern nur eine konsequente Beschränkung auf das Notwendige. Wir müssen nicht die Hälfte der produzierten (welch inhumanes Wort) Lebensmittel wegwerfen. Wir müssen nicht Tiere unter unsäglichen Bedingungen zu Tode quälen (mästen und töten). Wir können auch mehr Geld für Fleisch, Butter und Eier ausgeben. Wir müssen nicht jeden Tag Fleisch essen. Erst wenn wir wieder Achtung vor der Schöpfung haben, weil die Lebensmittel teurer geworden sind, werden wir achtsamer mit der Natur umgehen.
Schauenwir uns nur unsere Müll-Meere an, die brennenden Wälder, die verpestete Luft.
Da fange jeder bei sich an. Aber der Staat muss dem auch einen Riegel vorschieben und sich nicht auf Kosten der Tiere und der Umwelt zurücklehnen, der Markt wird`s schon richten. Doch ist das im Kapitalismus möglich?


Am 06. August 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Der Name für einen Wein: "Blondes Gift aus der Pfalz."
Das Monsanto Tribunal ist eine Internationale Bürgerinitiative , deren Ziel es ist, Monsanto für Menschenrechtsverletzungen und Ökozid verantwortlich zu machen.
Bekannte Richter haben Opfer und Experten angehört und sind zu dem Schluss gekommen, dass es bessere Verordnungen geben muss, die die Völker und die Umwelt vor den Konzernen, wie Monsato, mittlerweile von Bayer für Milliarden gekauft, trotz des schlechten Rufs dringend geschützt werden müssen.
Unter anderem empfehlen die Richter in ihrem Rechtsgutachten den Vereinten Nationen die Lücke zwischen universellen Menschenrechten und der "Gier" der Konzerne Maßnamen zu schließen, dass die Rechte von Mensch und Umwelt nicht durch Freihandelsverträge ausser Kraft gesetzt werden können und das Klagen gegen Konzerne vor dem Internationalen Starfgerichtshof möglich gemacht werden.
Roundup und Krebs: Monsanto wusste viel mehr als man uns erzählt hat.
Bereits im Jahr 2016 hat man im Rio Parana, dem sechdgrößten Fluss der Erde , eine stellenweise bedenklich hohe Konzentration des Herbizids Glyphosat und seines Abbauproduktes Aminomethyl-Phosphonsäure (AMPA) nachgewiesen.
Das geht aus einer von Forschern der argentinischen Wissenschaftskommission Conicet verfassten Studie hervor.
Der Senat der Provinz Buenes Aires hat einem Gesetzentwurf des Agrarministers, einem ehemaligen Monsanto Manager zugestimmt, nachdem die Mindestentfernung zwischen Glyphosat-Einsatz und Wohnhäusern lediglich noch zehn Meter betragen muss.
Das Glyphosat krebserregend ist, wie die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), gilt bei Konzernen , die von diesem Landwirtschaftsmodell profitieren, bis heute als Mythos.
Gustavo Grobopocatel, Präsident eines der größten Agrarunternehmen des Landes vergleicht das Herbizid in zahlreichen Interviews etwa mit dem Medikament Aspirin: Nur wenn man deutlich zuviel benutze, sei die Substanz schädlich.
Soziale - und Umweltbewegungen, wie etwa die Betroffenheitsorganisation Madres del Ituzaingo versuchen dieser Werbetrommel zum Trotz , ihren konkreten Erfahrungen mit dem Leben inmitten von Glyphosat behandelten Feldern, Gehör zu verschaffen.
Viele von ihnen haben erst seit dem massiven Anstieg der Produktion von Genpflanzen zunehmend ihre Kinder aufgrund von Krebs und anderer Erkrankungen verloren, wie etwa der mehr als sehenswerte Dokumentar Film: "Desierto Verde" (Grüne Wüste) zeigt.
In diesem Jahr stelle ich im heimischen Bauerngarten, der mit Beerensträuchern, Obstbäumen, Blumenwiesen Klatschmohn, Kornblumen, Margeritten, Gemüse und Kräutern einen reichlich "gedeckten Tisch" den Insekten, Vögeln und was da noch alles kreucht und fleucht bietet fest, dass trotz des reichhaltigen Angebotes insbesondere weniger Honigbienen eingeflogen sind.
Im letzten Jahr waren es um einige mehr und die Zählungen, die der Nabu jährlich macht, dass wir die einen Garten haben, jährlich eine Stunde zählen, was in dem Jahr eben gezählt werden soll lässt trauriges vermuten: Bienen und Hummeln waren um einiges weniger, wie ich dann in der Stadtzeitung lesen konnte.
Es ist gut, dass dieser wichtige Artikel geschrieben ist und uns zeigt, wie verletzlich Mensch und Natur ist. Es handelt sich um unsere Lebensgrundlagen und wie Einstein wusste: Ohne Biene, kein Leben.


Am 06. August 2018 schrieb Karola Schramm:

Warum sollte Julia Glöckner es anders machen als ihre Vorgängerin die Frau Aigner und die anderen Vorgänger, die mit viel Elan diese Großbauernbetriebe zur Landwirtschaftsindustrie erklärt haben. Eine Ausnahme dabei war Renate Künast von den Grünen, die mit der sog. "Agrarwende" ein Umdenken in der Bevölkerung und Landwirtschaft bewirken wollte.; weg von der Massentierhaltung hin zum ökologischen Landbau und zur ökologischen Tierhatlung. Verbraucherschutz sollte im Mittelpunkt stehen. Doch sie konnte sich gegen die Bauernverbände nicht durchsetzen.
Das Kind ist mittlerweile so tief in den Brunnen gefallen, dass es nicht mehr zu retten ist.

Nur ein grundsätzlicher Stopp mit einem Neuanfang in der Landwirtschaft (und nicht nur da) könnte das Klima und uns alle noch retten. Doch dazu müsste Frau Glöckner tatsächlich nicht nur lesen oder sich gründlich von Biobauern oder Landwirtschaftlichen Universitäten beraten lassen, sondern den unbedingten Willen und das Selbstbewusstsein haben, jeden Widerstand von Bauernverband, Lobbyverbänden und NGOs, auszuhalten und ihr "Ding" zu machen für die Tiere, die Verbraucher und die Bauern. Agrarbetriebe die der Industrie ähnlich sind müssen geschlossen oder zerschlagen werden, damit sie wieder menschlich werden können.

Diese ganze Massentierhaltung und Monokulturen auf den Feldern, der Einsatz von immer noch hochgiftigem Ungeziefer-Bekämpfungsmitteln, irritierend gekennzeichnet als Pflanzenschutzmittel, kann man auch als Symbol sehen für das, was gesellschaftlich gerade stattfindet.

Den angepassten umgezüchteten Schweinen, Kühen und Hühnern auf engstem Raum folgt angepasstes, genmanipuliertes mit Antibiotika versetztes Futter und diesem folgt die Zucht des angepassten, stressresistenten, Hitze und Kälte ertragenden Menschen. Die Blaupause dafür sehe ich in dem Papier der "Vereinten Nationen"Bestandserhaltungsmigration für abnehmende und alternde Bevölkerungen" die es bewusst auf Zuwanderung aus Afrika anlegt.

Dass Monsanto, dieses us-amerikanische weltweit agierede, gefährliche Unternehmen mit seiner Agrar-Chemie und Biotechnologie in der Landwirtschaft, nun von der Bayer AG übernommen, zeigt wie nah Bayer immer noch an seinem Ursprung in der Nazi-Diktatur steht und was ein Herr Darrè, der mir bisher unbekannt war, damit zu tun hat. Darrè absolvierte ein Studium der Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt Tierzucht und Vererbungsfragen und arbeitete auch beim Rasse-und Siedlungsbauamt. Ihm lag an der Aufzucht einer Deutschen Rasse, einem Bauernadel.

Lieber Herr Gellermann, ich denke, dass Glöckner noch Künast u.a. Landwirtschaftsminister jemals das gedacht haben, was Sie beschreiben. Doch von Tierversuchen zu Menschenversuchen, durch Umsiedlung oder auch durch Nahrung, versetzt mit Hormonen, ist der Weg nicht weit.

Wie soll man so was der Bevölkerung vermitteln? Das geht gar nicht. Man macht es sich einfach und sucht nach Begründungen, die sich ethisch und moralisch anhören und dann geglaubt werden. Monsanto existiert nicht mehr und die Nazizeit ist vorbei. Und weil das so ist, soll jetzt in Hameln wieder, da wo das "Reichserntedankfest" ganz groß vom Reichsnährstand gefeiert wurde, als Andenken zum Abschrecken wieder nachgebaut werden.

Die ganze Welt ein Irrenhaus oder ein Freilandlabor für den Raubtierkapitalismus, der alles vermessen und umzüchten muss, weil der große Gott irgendwo was falsch gemacht hat? Er hat doch tatsächlich den Menschen den freien Willen gegeben! Und das geht gar nicht.


Am 06. August 2018 schrieb Ernst Blutig:

Man kann in allen Weltreligionen und Ecken der Erde, zu jeder Zeit in der Geschichte, sehen, was passiert, wenn Kleriker politische Macht und damit Ämter erreichen.

Das gilt auch für alle Student/inn/en des Nichtwissens, pardon, des Glaubens. Sie alle sollten die Kirche, ergo sich selbst, im Dorf, will heissen: in ihrem Verstand, lassen.


Am 06. August 2018 schrieb Lutz Jahoda:

NOTTURNO MISFATTO
NACHTSTÄNDCHEN ZUR MISSETAT

Methan stinkt zum Himmel in mistiger Fülle.
Glyphosat macht unsere Tierhaltung krank.
Gift auf den Feldern, im Grundwasser Gülle,
Profite sind Ursprung der Totmacherhülle.
Der Bienenchor übt schon den Abschiedsgesang:
Summ-summ-simmesumm-sammsumm-hulelaja!
Leb wohl, fauler Willy, leb wohl, Biene Maja!


Am 06. August 2018 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Sehr schön. Mir fiel direkt beim Lesen des Artikels leicht Giftiges ein, sprich, dass "Julchen" gute Vorlage für Blondinenwitze liefern könnte. Möglicherweise geht das offensichtliche "Verstehnix" der Frau Inkompetentia jedoch weiter und birgt die Absicht eines Angriffes auf die Intelligenz der Bürger. Das nun geht dann eigentlich schon über die Bereitschaft eines milden Drüberwegguckens bei nur "blond" und ist in der Absicht bereits als beinahe "sträflich" anzusehen.


Am 06. August 2018 schrieb Steffen Thomas:

Auwa,

ich schätze ja die Beiträge hier wirklich sehr. Und ich möchte auch nicht an der Feststellung der Inkompetenz von Frau Klöckner rütteln, jedoch kann man sich da schnell in die Nesseln setzen. Zum Beispiel halt beim Glyphosat. Glyphosat ist ein Herbizid, das wohl am besten wissenschaftlich untersuchte zugleich. Es wirkt auf Pflanzen, nicht auf Tiere oder Insekten. Die Geschichte mit den Bienen wurde bei Konzentrationen von 10mg/l Glyphosat in einer Futterquelle beobachtet. Das ist ziemlich hoch, bedenkt man das es bei der "Vergiftung" unseres Biers um Mikrogramm je Liter ging. Also um den Faktor 1000 geringere Konzentrationen.
Übrigens in der Biolandwirtschaft werden erlaubter Weise Kupfersalze als Herbizid eingesetzt. Ob das auf Dauer gesünder ist, darf bezweifelt werden.

Antwort von U. Gellermann:

Ich stütze mich u. a. auf diese Quelle:

Eine Studie von Wissenschaftlern aus Argentinien und Deutschland zeigt, dass Glyphosat das Navigationsverhalten der Honigbienen stört. Glyphosat ist weltweit das am meisten verkaufte Pestizid und unter anderem in „Roundup“ von Monsanto enthalten. Bei wiederholtem Besuch der Futterquelle mit Glyphosat ist der Lernprozess für den direkten Heimflug deutlich gestört. (Mellifera Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung)


Am 06. August 2018 schrieb Christel Buchinger:

Aber verachtet mir auch die Rheinhessen nicht wegen Julia Glöckner! Auf dem Wiener Kongress, wo die deutschen Lande nach der Konterrevolution neu an den übrig gebliebenen Adel verdealt wurde, wollte keiner Rheinhessen haben. LInksrheinisch wie es war, hat es die Verlockungen der französischen Revolution ausgekostet und adaptiert. Wurde so unregierbar für die Fürsten. Die weigerten sich, den armen Landstrich in ihr Portefeuille aufzunehmen. Der Darmstädter Adlige wurde quasi gezwungen, die Herrschaft dort zu übernehmen. Daher das Hessen im Namen. Man musste den Rheinhessen, wie übrigens auch den Pfälzern zugestehen, dass der Code Napoléon weiter gültig bleibt, die Verfassung also bürgerlich blieb. nach all dem Gesagten wird klar: Glöckner ist eine elende Verräterin (aber nicht nur sie)


Am 06. August 2018 schrieb Alexander Kocks:

Danke Herr Gellermann, ein ausgezeichneter Artikel. Ich glaube aber nicht, dass Frau Merkel sich dieses Thema nehmen lässt. Das Klima ist und bleibt ein Thema bei dem man wie bei keinem anderen eine Schau mit viel heißer Luft veranstalten kann weil selbst die Wissenschaft darüber streitet und niemand genau weis warum das Klima mal wärmer und dann mal wieder kälter wird. Ich denke mal im Sept. / Okt. wird Frau Merkel das Klima zur Chefsache erklären und dann gibt's als erstes einen Arbeitskreis, danach einen Klimarat und dann wird ein Klimabeauftragter ernannt. Wohlweislich werden alle Mitglieder dieser Räte und Beauftragten wohldotierte und verdiente Parteimitglieder von CDUCSUSPDFDP und GRÜNE sein oder diesen Parteien nahestehen. Irgendwann kommt dann ein Klimafond in den jeder Arbeitnehmer und Rentner eine Zwangsabgabe einzahlen darf und schon ist das
Klima gerettet.


Am 06. August 2018 schrieb OB Brauerhoch:

Diese Frau Glöckner - meinetwegen aus Rheinhessen statt derPfalz- ist eine Fehlbesetzung - aber das waren bislang alle Bundeslandwirtschaftsminister. Absicht?


Am 06. August 2018 schrieb Andreas Schell:

Der Fleischkonsum ist möglich und ein gutes Geschäft, also findet er statt. Die Euros für Agrarsubventionen herstellen kann jede Bank durch Kreditvergabe. Die frischen Euros landen auch zuverlässig im richtigen Säckel (der Kapitalsammelstelle). Das ist das Ziel, also wird es gemacht.

Dass Lebewesen, auch Schweine, genau wie der Mensch, Fäkalien produzieren, ist selbstredend und über Klima und Wetter kann man jeden Tag geteilter Meinung sein.

Was uns umbringt, ist etwas völlig anderes: die Stoff- und Energiebilanz unserer Felder. Momentan wird erstens mehr Stickstoff per Tierfutter importiert als über Agrarprodukte in den Markt abfließt. Der Stickstoff bleibt also netto hier, als Nitrat im Boden und als NOx in der Atmosphäre. Stichwort: Hoftorbilanz.

Wir brauchen zweitens fast schon mehr Energie (KWh, Kilojoule, Kilokalorien) in Form von Diesel, der in Europa nicht vorkommt, für riesige industrielle Landmaschinen, als von den Feldern in Form von Nahrung zu ernten ist. Dieses Problem lässt sich nicht mit Geld lösen, sondern mit einem energetisch bescheideneren Lebensstil und deutlich energieeffizienteren Landbau. Ich freue mich auf Zeiten, in denen diese "wichtigsten" Themen im öffentlichen Diskurs angekommen sind. Zugleich ist zu hoffen, dass dieser Diskurs stattfindet, bevor in Europa wieder wie vor 200 Jahren kräftig gehungert und deshalb aus Europa signifikant ausgewandert wird.

Was das mit Frau Klöckner zu tun hat: leider überhaupt nichts.


Am 06. August 2018 schrieb Gerhard Guldner:

Verachtet mir die Pfälzer nicht - die ist aus Rheinhessen… ein riesiger Unterschied


Am 06. August 2018 schrieb Ilona Wegener:

Die Dame ist die letzte Hoffnung der CDU. Alle anderen hat Merkel abgesägt. Und jetzt wird sie von Ihnen gnadenlos demontiert.


Am 06. August 2018 schrieb Eckehard Irkens:

Ich erlaube mir einen Link zu den netzfrauen.org zu setzen.
In dem Artikel wird das Ausmaß und Zunahme der industriellen Fleischproduktion dargestellt.

https://netzfrauen.org/2018/07/19/agrarindustrie-2/

Man muss hierbei auch bedenken das ein großer Teil des benötigten Futters aus Import- Soja besteht, welches unter sehr fragwürdigen Bedingungen in Südamerika angebaut wird.
Somit wird "Stickstoff" aus amerikanischen Böden über europäischen/ deutschen Masttiere hier in den "Nährstoffkreislauf" eingebracht. Hier wird zu Gunsten einiger exportorientierten Unternehmer unser Grundwasser vergiftet, denn das Nitrat landet in unserem Trinkwasser.
Diese Politik greift also direkt unsere Lebensgrundlagen an, mit Subventionen die erst von uns erwirtschaftet werden.

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