Armin Laschet kann Kanzler

Katja Kipping kann schweigen

Autor: U. Gellermann
Datum: 09. September 2019

Aus der Tiefe des politischen Raumes meldet sich Altkanzler Gerhard Schröder und erzählt der "Rheinischen Post", dass Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, ein prima Kanzlerkandidat der CDU wäre. In Schröders eigener Partei bewerben sich inzwischen acht Kandidaten-Tandems und ein Einzelkandidat um den Parteivorsitz. Alle paar Tage meldet sich ein deutsches Medium mit der Botschaft, dass der grüne Robert Habeck ein sehr guter Kanzler wäre. Mitten in dieser haltlosen Geschwätzigkeit fallen Katja Kipping und Bernd Riexinger, Vorsitzende der Partei Die Linke, angenehm auf: Sie schweigen ziemlich gründlich. Auch die verheerende Wahlniederlage der LINKEN in Brandenburg und Dresden ringt den linken Schweigern bisher nur wenige Worte der Erklärung ab.

Vor den Landtagswahlen hatte Frau Kipping noch einen Traum: Sie wollte die "Krise des Konservatismus" nutzen, "für einen Macht- und Regierungswechsel von links, für eine Regierung gegen den Rechtsblock". Auch Herr Riexinger hatte Visionen und setzte bei der Landtagswahl in Brandenburg auf eine Mehrheit von SPD, Grünen und Linken: "Natürlich würde ich mir wünschen, dass es für eine rot-rot-grüne Mehrheit reicht". Und während der ersehnte sozialdemokratische Koalitionspartner immer noch mit der CDU liiert ist und der sogar einen Kanzlerkandidaten empfiehlt, schweigen sich die Spitzen-Linken aus. Dass der rot-rote Senat in Berlin das größte landeseigene Wohnungsunternehmen mit mehr als 50.000 Wohnungen an Goldman Sachs verkaufte, ist einer linken Wahlanalyse nicht wert. Wie auch der Verkauf von 48.000 städtischen Wohnungen mit Hilfe linker Stadträte in Dresden in der Auswertung des sächsischen Wahlergebnis bei Kipping und Riexinger keine Rolle spielt.

Schweigen gilt manchmal als Beleg für Charakterstärke. Deshalb fallen einzelne Wortbrocken besonders auf. Was den Linken in der Wahlanalyse nicht helfe, wäre jetzt in „reflexhafte Schuldzuweisungen oder Schlachteplatte“ zu verfallen, erklärte Frau Kipping jüngst. Diese subtile Annäherung der Linken-Spitze an die Schlachter-Innung ist wahrscheinlich als neuer Akzent linker Bündnispolitik zu verstehen. Hat doch der Deutsche Fleischer-Verband 21.329 stationäre Verkaufsstellen und gilt mit seinen Thekengesprächen als meinungsbildend. Ob bald an diesen Theken auch Kippings originelle Schuldzuweisung für die brutale linke Wahlniederlage eine Rolle spielen wird? Denn Frau Kipping hatte noch am Wahlabend in der ARD die eigentlich Verantwortlichen ausgemacht: Die Wähler. Die hätten aus taktischen Gründen die CDU gewählt um zu verhindern, dass die AfD stärkste Partei wird. Das ist brillant: Wenn Wähler falsch wählen, sollte man sie von den Wahlen künftig ausschließen.

Auch auf der Website der Linkspartei wird der Wähler als solcher in die Verantwortung genommen: "Die Ausgangslage war ungünstig für die GenossInnen in Brandenburg und Sachsen: Bei beiden Wahlen ging es in den letzten Wochen für viele Menschen darum zu verhindern, dass die AfD stärkste Partei wird. Es fand ein Kopf-an-Kopf-Rennen statt, das in Sachsen der CDU und in Brandenburg der SPD nutzte." Wie kann der Wähler sich nur so enttäuschend verhalten? Auch dass CDU und SPD die schwierige Gemengelage gnadenlos für sich ausnutzten, war ebenso überraschend wie unfair. Den Wählern sollte die Linkspartei schon aus volkspädagogischen Gründen drohen, sich bald ein anderes Wahlvolk zu suchen. Die genannten Parteien wird man wohl nur einschüchtern können, wenn Kipping und Riexinger ankündigen würden, bei ihnen Mitglied zu werden.

Bernd Riexinger hat auf der Website mit "ersten Schlussfolgerungen aus den Wahlen in Brandenburg und Sachsen" auch eine sprachliche Meisterleistung geliefert: "Ideen haben wir, mit neuen Aktiven kommen neue dazu." Welche Ideen mag er nicht sagen, auch über Zahl und Herkunft neuer Aktiver kein Wort. - "Ich werde mich niemals damit abfinden, dass wir bei den letzten Wahlen bei ArbeiterInnen, GewerkschafterInnen und Erwerbslosen verloren haben." Das klingt nach Harakiri. Ob das die Arbeiterklasse beeindruckt? - "Die Gesellschaft und das Parteiensystem sind im Umbruch." - Richtig. Aber wer bricht wohin auf? - „Als LINKE stehen wir vor neuen Herausforderungen und Richtungsentscheidungen". Aber welche das nun sind, will Riexinger lieber nicht sagen. Die Mitglieder sollen ja nicht beunruhigt werden.

Nachdem die LINKE mit Frau Wagenknecht eine ihrer wenigen öffentlich wirksamen Figuren gründlich demontiert hat, schweigen auch die meisten Medien höflich über die Partei. Vielleicht hülfe ja Gerhard Schröder. Wenn der jetzt die Frau Kipping als neue SPD-Chefin ins Gespräch brächte, könnte der Ring des Schweigens rund um die LINKE endlich gebrochen werden. Das würde auch der SPD sehr helfen, denn die hat mit nunmehr 17 Kandidaten immer noch nicht Auswahl genug. Der LINKEN müsste an einem Parteiwechsel von Frau Kipping ebenfalls gelegen sein. Vielleicht könnte dann ja offen über die Verantwortlichen für die Wahlschlappe geredet werden.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 16. September 2019 schrieb karl arsch vom dienst:


mal ehrlich, wer hat denn ernsthaft was anderes erwartet?
ich habe die linke früher gewählt, aber seitdem ich weiß dass die einen stefan liebich haben der quasi ein atlantikbrückenagent ist und kipping sowie van aken kurz vor der letzten bundestagswahl der wagenknecht öffentlich rechtsextremes gedankengut unterstellen, weiss ich, dass die parteispitzen andere interessen verfolgen als sie öffentlich vorgeben.

und mittlerweile habe ich begriffen, dass die meisten menschen dämlich zu sein scheinen und sie fakten nicht interessieren. sie brauchen ihren glauben.

ein gutes beispiel ist folgendes video über peter poppoff:
https://www.youtube.com/watch?v=IstaJHczjY4

dieser typ wird demaskiert als betrügerischer gemeiner lügner und TROTZDEM verdient er heutzutage mehrere millionen im jahr mit seinem betrug.
in der politik ists genauso.
man bedenke dass so gut wie jeder aus der regierung ein verbrecher ist und die laufen trotzdem frei rum und genießen ein gutes ansehen.


Am 13. September 2019 schrieb altes Fachbuch:

verständnisfragen:
- "LANGJÄHRIGE Diskussionen, ..., erwiesen sich als wenig zielführend" sagt die RLS aber der galerist reduziert das auf eine sofortige anlyseverweigerung??
- ....."warum die Mehrheit der Linkspartei-Mitglieder (auch jene die sich nicht als Kommunisten/Sozialisten verstehen) ..."
ägypten?? watt du wolle sagen? wer bitte sind diese nicht-komm./soz. mitglieder und gibt es da belegbare nachweise für? und wenn es diese (vielleicht zu hauf) gibt, wieso dann dieser nihilismus!?
- "Zum parlamentarischen Reformismus und zum Siechtum."
lieber galerist, würden sie gerade nochmal beschreiben, wie sie zu ein funkhaus kommen wollen?? reformation und transformation ist dahinsiechen!!
-"..wird die Arbeiter der Düsseldorfer Henkel-Werke, bei Daimler oder Rheinmetall begeistern."
schenkelklopfer, bin ich dabei;) was gilt die wette, dass jene nie LINKS-wähler waren und werden??
- und weil dies (verbot gntm) so lustig war, muss ich schlussfolgern, dass die GRÜNEN ob ihres luftballonverbots jetzt richtig abstürzen??

Antwort von U. Gellermann:

Wer die immensen Stimmenverluste an die AfD nicht inhaltlich auswertet, die Frage nach der Oppositionsrolle in geschraubtem Business-Deutsch als „wenig zielführend“ beantwortet, der analysiert am Ziel vorbei. - Wer die Rolle der GRÜNEN übernimmt und über Heidi Klums Blödshow räsoniert aber über die Tagesschau kein Wort verliert, der hat eine rot-grüne Parlamentsmehrheit im Auge und will mit dem Dienstwagen ins Ziel.


Am 12. September 2019 schrieb Hanna Fleiss:

Wohin die Reise mit der aus der SED im Dezember 1989 gegründeten Partei des demokratischen Sozialismus - SED gehen sollte, war klar, das sagte schon der neue Name: ins Sozialdemokratische. Die PDS bereits damals schon war nie eine progressive Partei, wenn auch viele Genosse noch bei der Stange blieben, vielleicht in der Hoffnung, diese Entwicklung zurückzudrehen. Seit wann ist der Rückschritt zur Sozialdemokratie links? Der Avantgarde-Anspruch der Arbeiterklasse wurde aufgegeben. Und wenn heute Forderungen an sie gestellt werden, die die Linkspartei nicht erfüllen kann, dann hat das sehr viel mit dem naiven Glauben an das Gute zu tun. Und wenn in den Anfängen der neugegründeten Partei noch Reste politischer Klarsicht vorhanden waren, dann hat das damit zu tun, dass viele Genossen ihre Hoffnung noch nicht aufgegeben hatten, auch aus diesem Homukulus eine kämpferische Partei gegen das Kapital machen zu können. Weitestgehend sind diese Genossen aber bereits in den neunziger Jahren ausgetreten. Die Kommunistische Plattform hat nur noch Beobachterstatus, zu sagen hat sie nichts mehr. Die geblieben sind, auch nach Zusammenschluss mit der WASG,
wurden wie sie gezähmt. Ich frage mich, ob die Verbliebenen glauben, sie könnten wie der Wolf im Schafspelz einen imperialistischen Staat wie die BRD sozialistisch regieren, selbst wenn sie wollten? Ganz sicher nicht, sie wissen, sie können nur kleine Reformen durchsetzen, aber der Grundwiderspruch des Kapitalismus wird nicht angerührt. Und solche Figuren wie Riexinger und Kipping sind nicht nur vorgeschoben von den eigentlichen Machern der Linkspartei, sie verheimlichen gar nicht mehr, dass sie bedeutungslos geworden sind für uns. Ich wundere mich immer wieder, dass an der Linkspartei noch ernsthafte Kritik geübt wird, für mich hat das sehr viel mit Uninformiertheit und Naivität zu tun. Ich werde folgendes Erlebnis nie vergessen: Es war auf einer Demo gegen Rentenabbau in den neunziger Jahren. Ich war irgendwie in die Reihen der Linkspartei geraten, neben lief eine PDS-Genossin. Plötzlich wandte sie sich an mich: "Ist es nicht schön, dass wir heute GEGEN etwas und nicht immer FÜR etwas demonstrieren können?" Ich war sprachlos. Ich verstand nun endgültig, was aus der SED geworden ist. Diese Erfahrung fehlt vielleicht auch dem Beitrag von Ulli Gellermann, wenn er versucht, bei dieser Partei überhaupt noch Kritik anzusetzen.

Antwort von U. Gellermann:

In und und die PDS sammelte sich das verbliebene DDR-Selbstbewusstsein. Wie Progressiv die PDS war lässt sich auch noch im Rückblick an der Reaktion ihrer Gegner erkennen: Sie musste von den Mehrheitsmedien und dem herrschenden Polit-Apparat unbedingt als Stasi-Partei gebrandmarkt werden.


Am 11. September 2019 schrieb Alexander Kocks:

Die Sorgen aller Freunde und Unterstützer der
Partei "Die Linke" sind gelöst und vorbei. Soeben
vom Essen zurück und in der lokalen Presse
gelesen: Die Rathausfraktion der Partei "Die Linke" in Düsseldorf hat die Sendung von Heidi Klum (irgendwas mit Supermodel) für sexistisch erklärt und einen Verbotsantrag für die Nutzung einer städtischen Halle gefordert.
Es geht aufwärts, Licht am Ende des Tunnels.

Antwort von U. Gellermann:

Diese kühne Initiative der LINKEN wird die Arbeiter der Düsseldorfer Henkel-Werke, bei Daimler oder Rheinmetall begeistern. Gewiss werden sie bald zum letzten Gefecht aufbrechen.


Am 11. September 2019 schrieb Karola Schramm:

Man merkt, wie schwierig es ist, der Linkspartei die "Ohren lang zu ziehen." Denn die sitzen an den Köpfen von Kipping und Riexinger wie an Spiralen und rutschen immer wieder zurück.

Man glaubt nicht, dass Riexinger mal Gewerkschafter war - und Kipping? Hätte doch lieber was mit Tango-Tanz oder so was machen sollen. Freude am Helfen reicht einfach nicht, um linke Politik gegen die heimlichen Machthaber in Wirtschaft und USA zu machen! Aber sie kommt ins Fernsehen, wird berühmt!

Alle diese Ego-Tripper können doch gar nicht eine am Gemeinwohl orientierte Politik machen! Deren Denken dreht sich nur um sich selbst. Wie in einem Karussel sitzend fliegen Menschen und deren Kümmernisse an ihnen vorbei. Sie merken nur bei sich diesen Thrill, diesen Schwindel (im doppelten Wortsinn, der ihnen aber nicht bewusst ist) und fühlen sich toll. Sie haben nicht begriffen, was LINKS SEIN heißt. Dass das eine Einstellung, eineinner Haltung, Berufung oder Lebensaufgabe ist, sich entschieden und immer konsequent auf die Seite derer zu stellen, die von Wirtschaft, Kapital und rechter Politik systematisch mit vielen faulen Tricks immer wieder reingelegt und dann ausgebeutet werden.

Links sein, heißt, die Zeichen der Zeit erkennen, sie benennen und Besseres einfordern, wenn es schlecht um die Bevölkerungen steht hier und anderswo und das mit Pauken und Trompeten!

Galant sein und egelant sein, reicht da nicht. Man sieht es an Schröder und an Fischer. Auch soziale Tiefflieger und Leichtgewichte, die sich nach Oben haben ziehen lassen durch Anpassung an den neoliberalen Zeitgeist.
Von daher passt es auch, dass Schröder augerechnet Herrn Laschet als Kanzlerkandidat vorschlagen kann. Laschet, der meint, dass der Hambacher Forst nicht das Weltklima retten könne und unterstellt, dass das die Baum-und Umweltschützer nicht wüssten, wenn sie für den Erhalt dieses Waldes kämpfen. Dass es um UNSEREN Wald für unsere Lebensqualität geht, fällt Herrn Laschet nicht ein. Und Schröder kann auch nicht in Zusammenhängen denken. Das kann nur jemand, der kein Ego-Tripper ist!


Am 10. September 2019 schrieb H. Koba:

Als erstes gehe ich auf die Headline ein: natürlich kann Laschet Kanzler. Konnten Adenauer, Kiesinger, Brandt, Schröder, Kohl, Merkel auch. Also, wo iss das Problem. Laschet, Habeck, Özdemir. Völlig egal. Alle Austauschbar. Der Galerist macht - auch in Bezug auf "die Linken" - Politik im Kapitalismus an Personen fest. Das halte ich für falsch.
Zweitens: Riexinger und auch Kipping - zwei politisch angekommene Gestalten - sind doch gewählt worden. Oder? Schön, würden sie abgewählt. Und dann? Ich sehe in der Partei "die Linke" keine(n), der, sollte er/sie die Systemfrage stellen, auch nur den Hauch einer Chance hätte in dieses Amt gewählt zu werden. Ich frage mich seit langem was die Kommunistische Plattform - also deren Mitglieder - noch in dieser Partei hält. Glauben die wirklich sie könnten Liebich, Kipping, Riexinger, Gysi, Bartsch etc. überzeugen? Verlorene Liebesmüh.
Gellermann schreibt: Wenn der (Schröder.. H. K.) jetzt die Frau Kipping als neue SPD-Chefin ins Gespräch brächte,....lustig. Nein, der liebe Oskar wird seine Frau, die liebe Sahra, vielleicht dazu bringen - jetzt nachdem sie in der Partei "die Linke" entsorgt wurde, sich der SPD anzuschließen. Und dann hat er sein Ziel erreicht. Wagenknecht wird Parteivorsitzende der SPD, Oskar tritt wieder ein und in der BRD geht's aufwärts. Trotz Kapitalismus. Soziale Probleme? Gelöst. Migration? Erledigt. Militärausgaben? Na ja, arbeiten wir in der SPD dran. Klima? Es wird wärmer in den Stuben der Arbeiterklasse. Vorwärts und nicht vergessen.
Man wird ja wohl mal träumen dürfen. Auch Albträume sind erlaubt.

Antwort von U. Gellermann:

Zu fragen bleibt, warum die Mehrheit der Linkspartei-Mitglieder (auch jene die sich nicht als Kommunisten/Sozialisten verstehen) tatenlos zuschaut wie ihre Partei an die Wand gefahren wird. Denn die ist auf dem Weg der SPD: Zum parlamentarischen Reformismus und zum Siechtum.


Am 10. September 2019 schrieb antares56:

Kann die CDU Friedenspolitik? Kann die CDU den militärisch-industriellen Betrieb zurückdrängen (wollen sie das überhaupt?)? Und kann die CDU Wirtschaftspolitik im Sinne der meisten Bürger und nicht nur für ein paar Reiche oder Konzerne/Banken?
Ich glaube nicht! Aber ZDF und viele andere der CDU nahestehenden Medien werden sie verteidigen. Und die Bürger wieder verarschen!

Antwort von U. Gellermann:

Die CDU kann gut: Den Sachwalter des Kapitals machen und so tun als wäre sie eine echte Vertreterin ihrer Wähler. Aber die haben zumeist gar kein Kapital. So bleibt die reine Kunst der kooperativen Volksverarschung: Bisher gut gelungen.


Am 10. September 2019 schrieb altes Fachbuch:

"Beliebiger geht kaum."
die rls konstatiert, dass die wahlergebnisse EGAL ob regierung oder opposition auf 10% wählerstimmen sanken und dass der ewige richtungsstreit NICHT hilfreich ist!!
das ist doch NICHT BELIEBIG!!
weiter analysierte die rls, dass die PdL probleme mit ihrer altersstruktur habe (überalterung einerseits und einbuße bei der akzeptanz bei den jüngeren, die noch im osten verblieben sind!!). auch dies ist erwähnenswert - linke wählerschaft wandert zum arbeitsplatz ab! die in sachsen verbliebenen U30 haben mehrheitlich afd gewählt und werden bald wahlberechtigte kinder haben: da kommt also noch was!
der rls ist bewusst und sie schlussfolgert ja auch so: "Stärke der Linken waren immer Phasen, in denen verteilungspolitische Fragen mit den politischen Leidenschaften für eine bessere, gerechtere Gesellschaft als greifbarer Vision verbunden werden konnten. Diese <> teilen sich DIE LINKE und die SPD"!
Fazit der rls: "eine programmatische Erneuerung, neue Ideen bei den Antworten auf die großen Zukunftsfragen scheinen unausweichlich", was völlig korrekt ist!

"Die Ausrichtung auf Parlamentarismus und rot-rot-grün durchzieht die Politik der LINKEN seit Jahren. "
diese feststellung und kritik teile ich sogar. aber dann sollten wir mit dem zähneknirschen aufhören und ganz anders diskutieren;)

Antwort von U. Gellermann:

Die AfD hat in der Wählergunst den Platz der Opposition eingenommen, den zuvor die PDS/PDL inne hatte. Dass zu zu diskutieren hält die RLS für „wenig zielführend“. So weicht die Stiftung dem wesentlich Problem der Linkspartei aus und analysiert beliebig, oberflächlich und am Ziel vorbei. Dass die PDL an die AfD in Brandenburg 13.000 Stimmen an die AfD verlor? Spielt in der Studie der RLS inhaltlich keine Rolle. Dass die PDL in Sachsen 29.000 Wähler an die AfD abgab spielt für die Stiftung inhaltlich ebenfalls keine Rolle: Unwissenschaftlich, schlampig, peinlich.

In ihrer Wahlstudie vom 02.09. 2019 schreibt die Rosa Luxemburg Stiftung:

"DIE LINKE ist die Verliererin des Wahlabends. Sie verliert Stimmen in alle Richtungen. Sowohl als Regierungs- wie als Oppositionspartei schrumpft sie gleichmäßig auf rund ein Zehntel der Stimmen, womit sie das Ergebnis der Europawahl nochmals unterschreitet. Langjährige Diskussionen, welche Rolle der Partei besser zu Gesicht stände, erwiesen sich als wenig zielführend.“


Am 10. September 2019 schrieb Charlotte Ullmann:

Ja, das ist die Quittung! Niedergang hoch Hundert!

Wie haben wir, die vom Sahra Wagenknecht-Lager in der PDL, uns den Mund fuselig geredet, die Finger wund geschrieben, das war 2015, und angemahnt, die Flüchtlingsfrage differenziert zu betrachten und zu behandeln.
Quer durch die Bundesrepublik zu schreien, nein, liebe Frau Merkel, das ist nicht zu schaffen! Mit dieser verheerenden Sozialpolitik, die mit der Agenda 2010 wie ein Sturm über Deutschland hereinbrach, Gerd Schröder sei Dank, wonach Abstieg und Abstiegsängste sich die Hand gaben. Und dann in diese Situation den gutgemeinten, aber doch naiven Satz zu schleudern, wir schaffen das mit den weit geöffneten Grenzen für die Flüchtlinge.
Sicher, man muss helfen, wo man kann. Nicht zu helfen wäre unterlassene Hilfeleistung, ein Straftatbestand.

Aber, wenn ich als Mutter anderen Menschen helfe, muss ich darauf achten, nicht gleichzeitig meine eigenen Kinder zu verlieren.

Die PDL hat zwar gefordert, die Sozialpolitik für alle zu verbessern, für die Bürger, die bereits da sind und für die, die noch kommen, aber das verhallte im Raum wie absterbender Kindergesang. Ich weiß, wovon ich spreche, ich war 12 Jahre Mitglied im Landesvorstand Hessen, erst in der WASG, dann in der PDL.

Mit der AfD kam der Niedergang. Die PDL wusste dem Furor dieser neuen Protestpartei von rechts kaum etwas entgegenzusetzen. Höchstens den AfDlern auf Demonstrationen oder an Infoständen den Abmarsch zu blasen oder, gemeinsam mit anderen etablierten Parteien, die AfD in den Parlamenten auszugrenzen.

Als ehemalige Alternative und selber Protestpartei (WASG, Vorläuferpartei) wurde sie einst in den Parlamenten auch ausgegrenzt. Das kommt beim Wahlvolk gut an!
Die Ausgegrenzten gehören somit nicht zum Establishment, die Ausgrenzenden sehr wohl. Dumm gelaufen, liebe PDL. Was hätte sie also machen sollen?

Zumindest nicht voll in das Horn von Angela blasen. Anträge in den Parlamenten stellen, zur Verbesserung der Sozialpolitik, der Wohnungspolitik, die Bürger mit einbinden, ja, das wird ja schon gemacht, auch jetzt, bei der gewünschten Verstaatlichung der börsennotierten Wohnungsbaugesellschaft Deutsche Wohnen in Berlin.

Die von Dir angeprangerte Privatisierungswelle, von den "Linken" mit exekutiert, stammt noch aus der PDS-Zeit, also vor 2007, als es die PDL noch gar nicht gab.
Deswegen wollten ja 50 % der WASGler die Fusion mit der PDS nicht mitmachen und empfahlen sich.

Ich halte es für unredlich, das nicht mitzubenennen, lieber Ulli.

Die Altlast der PDS, die Schröder in nichts nachstand, fällt der PDL heute noch auf die Füße.

Vielleicht wäre es besser gewesen für die WASG, mit der PDS nicht fusioniert zu haben!

Antwort von U. Gellermann:

Im Jahr 2004 verkaufte das von einer rot-roten Koalition (Senat Wowereit II) regierte Land Berlin die GSW mit einem Bestand von rund 65.000 Wohnungen für 405 Millionen Euro an ein Konsortium bestehend aus den Investmentgesellschaften Whitehall Investments Ltd. und Tochtergesellschaften von Cerberus Capital Management. Der Senat Wowereit bestand aus SPD und PDS. Die PDS war/ist wesntlicher Vorläufer der PdL.


Am 10. September 2019 schrieb SIERA:

Mein Senf zur Schlachteplatte von Marc Britz

Lieber Marc Britz,

ich befürchte, Sie haben die satirischen Bemerkungen des Galeristen zu Kippings „Schlachteplatte“ falsch verstanden , schreibt er doch hier von einer Annäherung (!) an die Schlachterinnung und gerade nicht von einer Abwendung. Sie nutzen diesen Teil des Textes für ein Bashing von Veganern - das finde ich bedauerlich; abgesehen davon ist mir bisher nicht aufgefallen, dass Mitglieder der Linken sich mit Veganismus und/oder Vegetarismus beschäftigt haben. Hätte sie u.a. ruhig mal machen können, denn der hohe Fleischkonsum in den Industrieländern und die damit verbundene Massentierhaltung hat weitreichende Folgen: Grundwasserverseuchung durch Nitrate, Überdüngung der Meere durch Gülle und Ammonikakdämpfe, bzw.,Waldsterben durch sauren Regen; durch zunehmenden Medikamenteneinsatz in der Massentierhaltung gibt es Rückstände in Lebensmitteln; Verschwendung von Steuergeldern durch Überproduktion, die zum Teil in „arme Länder“ exportiert wird und dort die vorhandenen Märkte zerstört.Ganz nebenbei sterben hier landwirtschaftliche Kleinbetriebe, die in der Konkurrenz zur Massentierhaltung nicht bestehen können. Futtermittelimporte aus der „Dritten Welt“ führen zu Hunger in der „Dritten Welt“. Für riesige Rinderherden werden Regenwälder für Weideland abgeholzt, was u.a. zu gesteigerter Methanproduktion führt und somit den Treibhauseffekt verstärkt. Monokulturen führen zu Bodenerosion und Versteppung, etc.etc. Heißt: eine vegane sowie vegetarische Lebensweise ist sinnvoll – egal ,ob Linke, Grüne, sPD`ler oder wer auch immer sich dazu entschieden hat. Die Frage ,WAS wir essen , ist längst eine politische und wenn die gesamte „hippe BoBo-Elite“ vegan lebt – was ich bezweifele - dann haben die immerhin kapiert, dass zu viel tierische Fette und Eiweiße zu den sog. Zivilisationskrankheiten wie Rheuma, Gicht,Herz-Kreislauferkrankungen, etc. führen. - Der politisch denkende Mensch aber weiß inzwischen, dass der immense Fleischkonsum auch dem Planeten , also unserer Lebensgrundlage, extrem schadet.

Zur weiteren Information empfehle ich den Film „ Fleisch isst Menschen“:

https://www.youtube.com/watch?v=2rm3TSOKFZ0

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift verlässt das Thema (PdL/Ausgang der Landtagswahlen), die Diskussion wird in diesem Strang nicht weitergeführt.


Am 09. September 2019 schrieb altes Fachbuch:

reden ist silber, schweigen ist gold!

während die anderen wahlverlierer bereits farbenfroh ihr "weiter so" konstruieren, hält die spitze der PdL wenigstens erstmal die schnauze!
die wirkliche erkenntnis ist doch, dass in brandenburg und sachsen (incl. der nichtwähler) locker 50% die faxen dicke haben IN und MIT diesem staat, und der rechte ausweg zum fluchtweg werden soll!!
außerdem, lieber galerist: riexinger's "sprachliche meisterleistung" beinhaltete auch den verweis auf die thüringen-wahl!! DANN würde man die 3 wahlen aufarbeiten, was sinn macht;) siehe tagesspiegel 02.09.2019
apropos zitieren: kippings worte stammen vom 05.10.2018 (!!) und beziehen sich auf erwünschte mehrheiten im BUND!! mit den landtagswahlen haben sie also nix zu tun! gleichwohl hat auch ihr traum von "mehrheiten (r2g) links der cdu" gar nix mit LINKS zu tun.
als freund der basis-überbau-dialektik gebe ich noch zu bedenken:
- das deutsche institut für wirtschaftsforschung benennt das durchschnittliche Einkommen, strukturelle Anfälligkeit und die Demografie als indikatoren für das wahlverhalten!
- je geringer die löhne, je höher die wahrscheinlichkeit des jobverlustes und verheerender die landflucht/überalterung - desto mehr wird AFD gewählt!!
- je höher also die löhne und sicherer die jobs in den leuchttürmen - desto mehr wird GRÜN gewählt!!
natürlich wird die AfD diese probleme nicht lösen, aber sie benennt sie wenigstens! und auch die PdL könnte mit dem manifest wedeln, aber deshalb blüht in verbrannter erde noch lange nix.
die grünen wiederum postulieren sich als gegenpol der afd!! alles dazwischen wird ZUFÄLLIG aufgerieben: der scheinbare letzte kampf der pseudodemokraten gegen die bösen populisten links wie rechts findet unter dem banner WEITER SO statt;)
fehlt dann der rote tupfer PdL werde ich wohl blau wählen müssen: hilft zwar nicht, aber ich bin nicht für jamaika/kenia/regenbogen und kann im dorf wieder mit jedem ein pils trinken;)

Antwort von U. Gellermann:

Wenn die Thüringer Wahl ausgezählt ist kann man sie in die Analyse einbeziehen. Die Ausrichtung auf Parlamentarismus und rot-rot-grün durchzieht die Politik der LINKEN seit Jahren. Das dröhnende Schweigen zur Privatisierung kommunalen Eigentums durch rot-rot oder durch rot-rot-grün beherrscht die öffentlichen Äußerungen der LINKEN ebenfalls seit Jahren.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung verfügt über einen Jahres-Etat von 62,1 Millionen Euro. Das ist das Gold für´s Schweigen. Dafür sonderte sie in ihrer Wahlanalyse diesen Satz ab:

„DIE LINKE ist die Verliererin des Wahlabends. Sie verliert Stimmen in alle Richtungen. Sowohl als Regierungs- wie als Oppositionspartei schrumpft sie gleichmäßig auf rund ein Zehntel der Stimmen, womit sie das Ergebnis der Europawahl nochmals unterschreitet. Langjährige Diskussionen, welche Rolle der Partei besser zu Gesicht stände, erwiesen sich als wenig ziel führend.“

Beliebiger geht kaum. Die RLS dominiert die Grundrichtung der Linkspartei.


Am 09. September 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

Würde die LINKE endlich die Systemfrage stellen, hätte sich ihr Schweigen erledigt.
Eine wirkliche Bedrohung für die herrschende Klasse waren und sind die LINKEN nie gewesen.
Über die LINKEN muss man schreiben und das ist dem GALERISTEN wieder einmal trefflich gelungen.
Danke, dafür.

Tatasächlich stelle ich Abnutzungserscheinungen fest. Den Werdegang einer linken Hoffnung im Land, die so abgeschmiert ist in ihrer Stammwählerschaft zu verfolgen stimmt nachdenklich. Für mich immer unwählbar, weil "ohne revolutionäre Theorie, keine revolutionäre Bewegung." (Lenin)
ZU Beginn ihrer Zeit ein Licht am Ende des Tunnels, ein Hoffnungsträger für viele. die sich als LINKE verstehen, mit durchaus brauchbaren Ansätzen, wie man daran sehen kann, von wem sie gewählt wurde.-
Das war einmal. Sie hat die, die sie am nötigsten brauchen im Stich gelassen: Verraten ist der richtige Ausdruck dafür. Die Hypothek werden sie nicht so einfach wuppen können, dafür sind die Wunden und die Verletzungen bei denen, die es wieder einmal getroffen hat zu tief.
Der letzte Parteitag, wo Kipping von "links von der CDU" spricht hat damit die Positionierung, wo die Reise hingehen soll klar gemacht. Spätestens da hätte man sie schweigend in die Wüste schicken sollen. Die Haltung zu Rußland, die Umgehensweise mit S. Wagenknecht war unfassbar respektlos, hinterhältig und würdelos. Keine Streitkultur, kein offenes Visier, dazu sind sie zu feige, denn auf die Glocke könnte es was geben.
Ich teile vieles überhaupt nicht was S. Wagenknecht vertritt, stimme allerdings einiger ihrer Analysen zu gesellschaftlichen Themen zu. Gestern sagt sie bei den ÖR auf die Frage zu den Wahlschlappen, dass man sich wieder auf das konzentrieren sollte....usw.
Die Freude darüber, dass sie von Studenten und Akademikern gewählt hat sie wohlweislich an der richtigen Stelle positioniert. Nur sind die Studenten und Akademiker lange nicht mehr das was sie einmal waren. In den siebziger und auch in den achziger Jahren haben genau diese Kräfte die DKP in jedweder Hinsicht unterstützt. Sie haben sich als Teil der Bewegung verstanden. Waren in ihrer Freizeit in den Stadtvierteln tätig, in den sozialen Brennpunkten unterwegs. Haben Nachhilfe unentgeltlich gegeben, haben Theatergruppen ins Leben gerufen und vieles mehr. Die Arbeiterkinder strömten an die Universitäten und hatten großartige Verbündete und Helfer, die alle Hürden mit ihnen gemeinsam genommen haben. Wir waren nahe bei den Menschen, wussten um die Alltagsprobleme, wussten wo der Schuh drückt, waren einbezogen auch in das persönliche Leben.
Wir haben sie jedenfalls nicht im Stich gelassen, die Arbeiter, die Kranken, die Alten, die Kinder. Die Frauen und Männer die in den hiesigen Stadtrat gewählt wurden wussten immer wo sie herkommen; sie haben sich als Teil derer gesehen, für die sie im Stadtrat Politik gemacht haben. Dieses ist nur eine Aufnahme dessen, was ich unter linker Politik verstehe, daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert. Der aber wirklich große Erfolg war der, dass wir uns immer konkret gegen eine Vereinzelung gewehrt haben und die Zensuren der Kinder in der Schule haben sich verbessert, weil sie in einer Gruppe ohne Zwang und ohne den ekelerregenden Wettbewerbsgedanken mit den vorhandenen Möglichkeiten lernen konnten.
Immer noch gilt: "Wer im Stich lässt seinesgleichen, lässt ja nur sich selbst im Stich."


Am 09. September 2019 schrieb Otto Bismark:

Tut mir leid sagen zu müssen, daß die Meisten anscheinend noch nicht im Ansatz begriffen haben, was die (heutigen, will sagen nach der Umbenennung in Die Linke) Linken sind. Das ist eine auf Selbstversorgung und Anpassung an das Establishment ausgerichtete geschlossene Gesellschaft, die keinerlei gesellschaftspolitische Ambitionen mehr hat. Ich kenne die Sorte aus der Nähe. Da ist es vollkommen einerlei, welche Art von Gesellschaftskritik bzw. -vision ins Spiel gebracht wird, Prof. Ingo Wagner aus Leipzig hat sich vor einiger Zeit in diesem Zusammenhang mit dem Begriff des Modernen Sozialismus auseinandergesetzt und diesen fundamental kritisiert, mittlerweile ist das aber alles müßig geworden. Gewiß, es klingt schon etwas provokativ, wenn ich die Auffassung vertrete, die Linke könne man getrost vergessen, aber noch eine sozialdemokratische Partei brauchen wir doch wirklich nicht. Denken wir nur an Scheidemann, Noske und Ebert, das reicht doch für ein einzelnes Volk nun wirklich und dazu kommen dann noch die vielen jugendlichen Karrieristen, die mit 14 in die Ortsvereine eintreten, dort aufsteigen, nie Praxis aus der Nähe gesehen haben und per se immer alles besser wissen. Nein, da brauche ich keine Linke mehr, das reicht auch so!


Am 09. September 2019 schrieb Gerhard Wirth:

Die LINKE hat, so wie vorher bereits die SPD, den Blick auf ihre ehem. Wählerschaft verloren. Deshalb verstehe ich nicht, dass sich Parteifunktionäre darüber wundern und an den Haaren herbeigezogene Ausreden, oder eben Schweigen, als das richtige Mittel ansehen. Wer Wähler zurückgewinnen will, muss zuerst die Fehler erkennen, dann Lösungen suchen und diese so darstellen, dass sie glaubhaft, realistisch und umsetzbar wirken. Die LINKE und SPD wollen zu viele GRÜNE Inhalte verwirklichen und dabei treffen sie vordergründig die Menschen nachteilig, für die sie eigentlich Politik machen wollen. Sahra Wagenknecht hatte es verstanden und wurde deshalb weggemobbt. Wer die wirklichen Sorgen und Nöte der Arbeiter und Rentner nicht ernst nimmt, verliert folgerichtig das Wählerpotential. So war es der SPD ergangen und nun eben auch der LINKEN. Die GRÜNEN machen keine Sozialpolitik und ihre ?Klimavorstellungen? kann die gutbetuchte GRÜNE Wählerklientel ohne Probleme finanziell schultern, aber nicht jeder Arbeiter und Rentner. Die sozial schwächere Schicht möchte zukünftig immer noch ein Auto kaufen und fahren können, ebenso die Wohnung heizen und Fleisch essen. Die neuen geplanten ?Klimaabgaben? treffen aber nun mal speziell die Wählerschaft der LINKEN und der SPD. Das Gleiche gilt für die Zuwanderung, nicht die gutbetuchte GRÜNE Wählerschaft lebt in den sozialen Brennpunkten, auch hier ist überwiegend die Wählerschaft der LINKEN und der SPD beheimatet.


Am 09. September 2019 schrieb Cornelia Praetorius:

Ist es wirklich so schlimm, dass sich einmal mehr bewahrheitet, dass wesentliche systemische Veränderungen in unserem Land immer nur von außen kommen können, s. Napoleon, Rote Armee? Diesesmal würde wohl ein positiver Anstoß aus Chinas hilfreicher Politik kommen. Oder müssen wir alle in DIE LINKE eintreten um sie auf Kurs zu bringen? Ist DAS unsere Schuld, dass wir es nicht tun? Bomben auf unsere Köpfe schien jedenfalls keine Besserung zu bringen.


Am 09. September 2019 schrieb Roman Wezenberg:

Was hätte die Linke tun müssen um sich selbst zu demontieren? Richtig, Sahra Wagenknecht, das Zugpferd der Linken wegbeißen und für unbegrenzte Zuwanderung stimmen. So generiert man Stimmen. Nicht für einen selbst, halt eben für die Anderen. War vor etwa einem halben Jahr exakt meine Prognose.
Aufstehen als Partei hätte einschlagen können. Der Urnenpöbel bekommt doch inzwischen rote Flecken im Gesicht wenn er nur Links hört. Und da wäre ja immernoch der inzwischen fast 30 Jahre alte Vorwurf der SED-Nachfolgepartei. Mit Aufstehen wäre dieser zumindest entgültig entkräftet.
Ja schade...


Am 09. September 2019 schrieb Hans Informat-Ion:

Übrigens, nicht nur die LÌNKE, sondern alle Parteien an der MACHT landen in der NACHT!, der NACHT des Verrates ihrer WELTVERBESSERUNGS-Absichten! Das trifft auch auf alle Religionen zu!


Am 09. September 2019 schrieb Carsten Hanke:

Der Artikel ist brillant, da er sehr präzise das analysiert, was die Unfähigkeit dieser Parteiführung darstellt. In anderen Parteien, wäre die konsequente Forderung nach Rückgang der Führung längst erhoben worden. Wo ist die Basis der Partei, die sich diese seit Jahren vollmundigen Sprechblasen und Anbiederungskurs an SPD und Grüne nicht mehr gefallen lassen? Es muss jedem Basismitglied endlich bewusst werden, dass seine eigene Untätigkeit Mitschuld am Untergang seiner Partei sein wird. Es wäre letztendlich auch eine Niederlage für die gesamte linke Bewegung im Lande, wenn diese Partei weiter auf Regierungsbeteiligung setzt statt auf außerparlamentarische Zusammenarbeit mit fortschrittlichen Kräften.


Am 09. September 2019 schrieb Volker Bräutigam:

Lieber Uli,

Treffer - versenkt. Ein vorzüglicher Text.


Am 09. September 2019 schrieb Ulrich Erich:

Also in einem sind sich die beiden Parteien Die Linke und die sPD auf den ersten Blick gleich. Wenn sie Wahlen versemmeln, dann war immer der Wähler Schuld. Mal weil sie CDU wählten, um die Blaunen zu verhindern, ein andermal hat der Wähler einfach nicht verstanden was man ihm in Erinnerung brüllen wollte. Allein auf die Idee, dass der Wähler sehr wohl verstanden hat um was es geht und sie genau aus diesem Grund nicht gewählt hat, kommen sie nicht. Realitätsverweigerung nennt sich sowas. Leider wird sich daran auch in absehbarer Zeit kaum etwas ändern und in gar nicht langer Zeit haben wir die erste Schwarz/Blaune Koalition. Da kann Frau Knarrenbauer erzählen was sie will. Traurig, aber ich denke nicht, dass von den etablierten Parteien noch ein Umschwenken zu erwarten sein dürfte.
Deshalb ist der Kampf von vielen, die versuchen aufzuklären, ein Kampf gegen Windmühlen. Ich sehe es tagtäglich auch in meinem Bekanntenkreis.


Am 09. September 2019 schrieb Marc Britz:

Dass Kipping Referenzen zu Schlachteplatten nicht passen, ist kaum verwunderlich. Gehört der Veganismus doch zum Destinktionsmerkmal der hippen, globalen, innerstädtischen BoBo-Elite. Schlachteplatten sind in den Kreisen dieser neuen Zielgruppe der Linkspartei ungefähr so beliebt wie die gerne als Globalisierungsverlierer stigmatisierten und pauschal als unheilbar rassistisch abgetanen AfD-Wähler. Nun hat sich allerdings die Solidaritätsverweigerung der dem politisch immer korrekteren Liberalismus des schlechten Gewissens verhangenen Silicon-Valley-Klientele vor allem gegenüber dem Prekariat aber auch den stinknormalen (will sagen heteronormativen und speziezistischen) Leuten im eigenen Land als das entpuppt was sie ist: Verrat am gemeinen Volk.

Auf die wichtigen Fragen dieser Zeit, also die kriegsbedingte Immigration und die damit verbundenen Fragen der eigenen und der fremden Identität, die zunehmende Refeudalisierung durch das Kapital und ihre immer krassere Verteilungsungerechtigkeit, sowie der menschengemachte Klimawandel hat das gemeine Volk durchaus eine einfache Antwort. Und die lautet so einfach als ob sie mit Ockham´s Messer geschnitten wurde: Wir wollen nicht mehr.

Leider konnte diese durchaus nachvollziehbare Reaktion des gemeinen Volkes auf die Folgen des von Deutschland massgeblich unterstützten Wall-Street-Imperialismus nicht von der Linkspartei aufgegriffen werden. Das hat die AfD besser verstanden. Also schlechter, weil mit einem der scheinbar einfachen Antwort angemessenen nur scheinbar einfachen Programm: Der Muslim ist schuld, Arbeit muss sich wieder lohnen und Klimawandel gibt es nicht. Die AfD hat das gemeine Volk also mit einer Agenda hinter das Licht führen können, die sich vom "Wir schaffen das" der CDU nur durch ein grundsätzliches "Wir schaffen das nicht" unterscheidet.

Nun könnte man sagen, dass es allerhöchste Zeit für die Linkspartei ist, sich von Personalien wie Kipping zu verabschieden, sich von der NATO garantierten Unteilbar-Schwärmereien der Fleisch-Ersatz-Eliten wieder abzuwenden, um endlich, endlich ein adäquates Programm medienwirksam zu verbreiten und umzusetzen, das sich den Sorgen des gemeinen Volkes annimmt und dabei weder den dummen Rassismus der AfD noch den dummen Globalismus der Grünen immitiert. Wäre es nicht toll, denkt man sich so, wenn die Linkspartei ohne Kipping und Bande den guten alten Anti-Imperialismus wieder an den Mann* bringen könnte? Leider, aber so schwant es, gibt es so eine Linkspartei gar nicht.

Die Irrelevanz dieser Partei zeigte sich nirgends besser als im grossen gemeinsamen Einverständnis Wagenknechts Talent samt ihrer Aufstehen-Bemühungen abgesägt wurden. Der Gerechtigkeit halber muss allerdings zugleich erwähnt werden, das sich die Irrelevanz der Linkspartei auch in der von Lafontaine zuerst losgetretenen Schnapsidee einer Fusion mit der SPD zeigt: Das schon mit Wasser vollgelaufene Rettungsboot wieder an den bereits bis zum Heck versunkenen Dampfer anzubinden wird die letzte Grosstat dieser Partei gewesen sein.


Am 09. September 2019 schrieb Werner Bergmann:

Das ist eine mitleidlose, vernichtende Satire gegen die Linke. Streichen Sie mich aus dem Verteiler.


Am 09. September 2019 schrieb Heinz Schneider:

Da die Linke im Wesentlichen noch immer eine Komplementärpartei der SPD ist, bestimmt sie ihre Strategie nicht allein. Es wird einen Unterschied machen, ob nun Olaf Scholz oder Nobert Walter - Borjans die SPD ins neue Jahr führt.
Dritter im Bunde ist die Aufstehen-Bewegung.
Es deutet sich also eine Neusortierung des linken Lagers an.

Eine Linke, die den globalen Kapitalismus ernsthaft herausfordern könnte, ist bisher weder theoretisch noch praktisch in Sicht. Das Scheitern nationaler und regionaler linker Aufbrüche (Venezuela, Griechenland, Spanien usw.) ist auch darauf zurückzuführen. Sicher auch auf die Abwesenheit eines großen Bruders, sprich eines existierenden ausreichend starken sozialistischen Lagers.

Die marxistische Theorie zielt im Kern auf die Überwindung der kapitalistischen durch eine sozialistische Industriegesellschaft. Es steht aber die Überwindung der Industriegesellschaft auf der Agenda.

Die genannten Widersprüche spiegeln sich in der Ratlosigkeit der Partei "Die LINKE". Riexingers Sätze zeigen das, denn inhaltlich sind sie richtig.


Am 09. September 2019 schrieb Petra Wegener:

Die LINKE ist leider erledigt, "Aufttstehen" auch. Da wird nicht mehr.

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