Schweigen zur Folter

Spenden für Julian Assange

Autor: SIERA
Datum: 07. Oktober 2019

Assange? Julian Assange wird in den üblichen Medien beschwiegen. Ach, säße er doch in China in Haft statt in Großbritannien, dann wäre ihm ein Platz in deutschen Medien gewiss. Assange ist Journalist. Einer von der Sorte, die den feigen Medienleuten von Tagesschau bis BILD-Zeitung ein Gräuel ist: In ihm erkennen sie jenen Mut, den sie nicht aufbringen. Jene Tapferkeit, die sie nie hatten. Jene Ehrlichkeit, von der sie nicht mal zu träumen wagen. Dieser Mann ist, seit er die faktische Haft in der ecuadorianische Botschaft verlassen mußte, in Isolationshaft, im Hochsicherheitstrakt eines englischen Militärgefängnisses: Nur einmal im Monat darf er für zwei Stunden besucht werden. Diese Form der Haft ist Folter. Sie führt zu erheblicher Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit des vegetativen Nervensystems, zu erheblichen Störungen im Hormonhaushalt und zur Beeinträchtigung von Organfunktionen. Man will Julian Assange brechen.

Das angebliche Verbrechen des Julian Assange: Er hat unter anderem Militärdokumente und Videos zum Krieg der USA in Afghanistan veröffentlicht. Aber nicht der dreckige, durch nichts zu rechtfertigende Krieg der USA stehen unter Anklage. Nicht George W. Bush, der Verbrecher gegen das Recht der Völker auf ein friedliches Leben, ist in Haft. Sondern der Mann, der das Verbrechen an die Öffentlichkeit brachte. Nicht die Mörder der Frauen und Kinder Afghanistans werden von einer korrupten Justiz verfolgt. Sondern der Mann, der die Mörderei dokumentiert. Ihn will man durch Haft und Haftbedingungen vernichten.

Seit Monaten kommen am Brandenburger Tor an jedem Mittwoch von 19.00 bis 21.00 Menschen zu einer Mahnwache für Julian zusammen. Auch in anderen Städten Europas ruft die #Candles4Assange Bewegung zur Solidarität mit dem politischen Gefangenen auf. Auf der jüngste Aktion in Berlin sprach auch John Shipton, der Vater von Assange. Er berichtete, dass er Julian am Vortag in London im Gefängnis besucht habe, dass es ihm sehr schlecht gehe, dass er 15 Kilo abgenommen habe und durch die Haftbedingungen schwer traumatisiert sei. Wie auch Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter über Folter, vor wenigen Wochen festgestellt hatte. Sevim Dagdelen, Bundestagsabgeordnete der LINKEN die Julian Assange schon vor Monaten in der Ecuadorianischen Botschaft besucht hatte, rief zur Solidarität mit dem Häftling auf: "Julian Assange darf auf keinen Fall in die USA ausgeliefert werden!"

Der Besuch der LINKEN-Bundestagsabgeordneten hatte einen unbeabsichtigten Nebenaffekt: Sie wurde von einem der Veranstalter als "Sprecherin der GRÜNEN" begrüsst. Souverän korrigierte Frau Dagdelen den Fehler und beteuerte: "Ich würde mich freuen, wenn eine Sprecherin, ein Sprecher der GRÜNEN heute auch anwesend wäre!" Tatsächlich hält sich die selbsternannte grüne Menschenrechtspartei eisern zurück, wenn es um Assange geht. Da schweigt man doch lieber mit dem Mainstream. Diese vornehme Zurückhaltung wird die US-Regierung zu schätzen wissen.

Julian Assange, das Symbol für aufrechten Journalismus, braucht Hilfe. Dazu gehört Geld für Rechtsanwälte, Gerichtskosten und medizinische Versorgung. Laßt Julian nicht allein.

Kommt zu den Mahnwachen und spendet!

Hier kommt man zum Spendenkonto:
https://defend.wikileaks.org/donate/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 08. Oktober 2019 schrieb Uschi Peter:

Danke für den mutigen Aufruf zur Solidarität, Siera! Richtig, hier werden nur die "Opfer" in Hongkong, China, Russland oder seinerzeit in Kiew und anderen unbotmäßigen Staaten beklagt. Die USA sind für mich die schlimmsten Menschenrechtsverletzer. Trotzdem werden sie immer noch von vielen Verblendeten bewundert.


Am 08. Oktober 2019 schrieb Karola Schramm:

Ich wünsche mir auch viel, viel mehr richtige Aktionen, die nicht nur diese Haftbedingungen sondern diese Haft insgesamt infrage stellen und ablehnen und Freiheit für Julian Assange einfordern und so gründlich und stark sind, dass sie ihn frei bekommen.

China und Hongkong als Beispiel zu nehmen halte ich für schwierig, weil man dann China immer noch als eine ganz und gar schlimme kommunistische Diktatur sieht, ähnlich wie es Russland jetzt geht. In diesen Ländern werden jedenfalls, so wie ich das sehe, auch schwerreiche Leute mit Gefängnis bestraft, wenn sie gegen Gesetze verstoßen. Außerdem hat China - und Russland ist auf dem Weg - inzwischen auch kapitalistische Züge - nur dürfen diese nicht so exzessiv ausgelebt werden wie hier oder im Westen.

Dass die USA weltweit die höchste Säuglingsterblichkeit hat, kann man nur in Büchern nachlesen.
Dass hier in Deutschland, sich diese Regierung um nichts Soziales mehr kümmert und die Menschen willentlich verarmen lässt und zuschaut, wie z.B. Vereine, die keine Fußballvereine sind, nicht oder nur sehr mager unterstützt, wird niemals von den Leitmedien thematisiert! Denke da gerade an den DLRG der dringend Unterstützung braucht...oder Start-Klar, ein Verein der sich um Frühgeborene kümmert...

Julian Assange ist unter die Räder dieser Scheindemokraten in Scheindemokratien geraten!
Oder. "Wer den Ruf eines Frühaufstehers hat, kann getrost den ganzen Tag im Bett bleiben."
Genauso ist es mit unserer Demokratie. Wir haben im Westen den Ruf einer Demokratie und sind in Wahrheit antimokratisch, antisozial, antisolidarisch - kurz - eine Turbokapitalistische Diktatur! Und die holt keinen Demokraten wie Assange aus dem Gefängnis!

Wer könnte helfen? Vielleicht die Kirchen mal fragen? Eine Eingabe an den Bundestag machen, damit er beweisen kann, dass er demokratisch ist und sich um Demokraten wie Assange kümmern wird?


Am 08. Oktober 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

Ein ganz herzliches Danke an SIERA für diesen mutigen Aufruf und der Stellungnahme die ich nur teilen kann und werde.
Was für verkommene und verachtungswürdige Politiker, Medien und Wirtschaftsvertreter haben in diesem Land das Sagen.
Die Pressekonferenz mit dem Vater von Julian war erschütternd, würdig und grenzenlos liebend.
Der Kummer, der Schmerz, die große Angst um seinen gequälten Sohn ist körperlich zu spüren.
Julian ist aus einem besonderen Holz geschnitzt; ein Menschenfreund, ein Aufklärer, ein Mann, der selbstlos und ohne Rücksicht und Ansehen der eigenen Person der Menschheit einen solch großen Dienst erweist, dass er zum Hassobjekt vieler Politiker, von Regierungen, von Lobbyisten, also der Herrschenden um es auf den Punkt zu bringen, sie so wütend macht, dass sie ihn vernichten wollen.
Welche Nöte Julian Assange hat, wenn er allein, isoliert und krank um sein Leben fürchten muss.
Die Verletzungen des Sohnes sind die Spuren im Gesicht des Vaters,die seine Verbundenheit zeigen, den Schmerz des mit ihm teilen zu wollen. Dabei vergißt er nicht an all die anderen mutigen und aufrechten Mitkämpfer zu erinnern, die den Herrschenden den Schweiß auf die Stirne treiben.
Eine Schande, dass all die, die sich Journalisten schimpfen nichts anderes bei genauerer Betrachtung sind wie die, die bei Goebbels auf dem Schoß saßen: Stiefellutscher, Speichellecker, armselige und erbärmliche Würstchen.
Sie geben das weiter, unreflektiert, ungeprüft, dass Politik, Wirtschaft und der ganze elende Medienklüngel, der nur durch ständige Wiederholungen den Quark festigt in den Köpfen und Herzen der Menschen.
Sie sind dem Zeitgeist verfallen und der Deutsche Michel zieht sich die Zipfelmütze über die Augen lässt sich wie aus einer anderen Zeit am Nasenring wieder einmal durch die Manege ziehen, denkt nicht weiter nach, denn das tuen die, die dafür bezahlt werden und so kann es seelig lächelnd ins Land der Träume gehen.
Währenddessen tobt der blutige Krieg im Jemen, vermehrt sich die Zahl der Obdachlosen, steigt die Altersarmut, brechen die gewachsenen Strukturen in den Städten, Dörfern und Gemeinden weg.
Wie gut, dass es die MACHT UM ACHT gibt. Vielen Dank !
Sevim Dagdelen: "Das hast du gut gemacht!" Auch Dir sein Dank.


Am 08. Oktober 2019 schrieb Vera König:

Endlich! Auf diesen Artikel habe ich gewartet. Danke.


Am 08. Oktober 2019 schrieb Michael Riecke:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

man kann es nur mit dem alten Spruch sagen:"Ja wo sind sie denn". Die Amnesty International und die anderen sog. Menschenrechtsorganisationen? Das sich unser Regierungs-Schrott nicht meldet ist ganz klar. Die kriechen lieber, inklusiver der Grünen, den Amerikanern in den Arsch. Der Vergleich mit China ist schon sehr zutreffend. Wenn das gleiche auch noch in Russland spielen würde, da wären weitere Sanktionen nicht mehr weit. Man vergleiche nur die Berichterstattung ( DLF ) wenn der Neo-Nazi Nawalni nach einer nicht genehmigten Demo acht Stunden auf einer Polizeiwache zubringen muss. Von seinen deutschen Kollegen ganz zu schweigen.Darum freut es mich um so mehr, dass Frau Dagdelen diese Veranstaltung für Julien Assange durchführte. Sie gehört in der Fraktion der Linken noch zu den wenigen die noch einen Arsch in der Hose habe.

Kürzlich...

30. Oktober 2019

Fridays & Peace for Future

Dialog der Bewegungen in Berlin
Artikel lesen

22. Oktober 2019

Hände weg von Syrien!

Kramp Karrenbauer will Karriere-Krieg
Artikel lesen

03. Juli 2019

Tödliches Schweigen in den Medien

Mumia Abu-Jamal - seit 37 Jahren in Haft
Artikel lesen

10. Juni 2019

Israel-Iran-USA

Ein gefährliches Dreieck
Artikel lesen

11. April 2019

Assange in Haft

Die britische Schlampe ist willig
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen

Spenden für Medienvielfalt

Die Autoren dieser Seite verwenden viel Zeit und Sorgfalt bei der Recherche und beim Schreiben der Artikel. Wenn Sie die Rationalgalerie in ihrem Bestreben, zur Vielfalt unserer Medienlandschaft beizutragen, unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende. Jeder Beitrag hilft uns weiter: