Wir trauern um Steffen Meyn

Wie bekannt, ist bei den Protesten im Hambacher Forst am 19. August ein junger Mann zu Tode gekommen.

Autor: U. Gellermann
Datum: 27. September 2018

Ursache war der Stress, den die Polizei bei der Räumung von Baumhäusern bis auf eine Höhe von 25 Metern verursachte. Zudem das Verbot der Polizei, den Blogger vom Boden aus berichten zu lassen und deren Beschlagnahmen von Klettergurten.
Die Verantwortung für den Tod von Steffen Meyn tragen diejenigen, die die Rettung des Hambacher Forstes für „keine Option“ halten (Vorstand RWE mit dem Vorsitzenden Rolf Martin Schmitz) und den Widerstand gegen Klimazerstörung und Ruin der ökologischen und sozialen Lebensgrundlagen im linksrheinischen Kohleabbaugebiet mit „Null Toleranz“ brechen wollen (Regierung NRW mit Armin Laschet an der Spitze).
In einem riesigen Gebiet westlich von Düsseldorf lassen der RWE-Konzerns und die hinter diesem stehenden GroßaktionärInnen in Abstimmung mit ihren Marionetten in Politik und Gesellschaft einen jahrhundertealten Urwald (Hambacher Forst), jahrtausendealte Kultur und den viele Quadratkilometer großen sozialen Lebensraum von Zehntausenden Menschen einfach niederbaggern. Für die Produktion von Braunkohle im großen Stil. Die dann bei der Verbrennung in den Kohlekraftwerken das Klima zerstört und die Gesundheit von Mensch und Natur ruiniert.
RWE und das hinter dem Konzern stehende Kapital begehen ein gigantisches Verbrechen gegen Mensch und Natur, gegen den Planeten. Einzig für die Profite der Besitzer von RWE.
Tausende und Abertausende protestieren seit Jahren und leisten Widerstand.
Aktuell stellen sich Sonntag für Sonntag Zigtausende - egal bei welchem Wetter - den RWE-Baggern und dem Polizeiterror entgegen. Am 06. Oktober ist eine Großdemonstration geplant. Alle Infos hier
https://hambacherforst.org/
https://www.ende-gelaende.org/de/aufruf-2018/
Die Firma Gerken, die an die Polizei Hebebühnen lieferte, hat diese zurückgezogen, nachdem ihr bekannt wurde, dass sie für die Räumung der Baumhäuser der Widerstandsdörfer im Hambacher Forst eingesetzt wurden.
https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/hambacher-forst--verleiher-der-hebebuehnen-zieht-seine-geraete-ab-8367066.html
Eine Petition zum Stopp des Kriegs von RWE und Polizei im Hambacher Forst wurde in den letzten Wochen in kürzester Zeit von mehr als 750.000 Menschen unterzeichnet. Damit es bald eine Million und mehr sind, kann hier unterschrieben werden:
https://www.greenpeace.de/retten-statt-roden
Doch die Landesregierung steht auf der Seite des Konzerns und lässt die widerständigen Massen für die Profite der GroßaktionärInnen von RWE niederknüppeln. Dafür wird seit Wochen unter dem Vorwand, Brandschutzregelungen durchsetzen zu wollen, Polizei in militärischer Stärke gegen die Widerstand leistende Bevölkerung in Marsch gesetzt.
Steffen Meyn war 27 Jahre jung und dokumentierte als Blogger und im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit den Widerstand in der Region. Es sollte ihn sein Leben kosten. Unter Stress inmitten der Polizei-Angriffe auf die Baumhäuser, stürzte er in den Tod.
Eine Auferstehungsfeier für Steffen Mey findet statt am
02. Oktober 2018, 15.00 Uhr 
Kapelle des Friedhofs St. Martin 
Richrather Straße ca. 141
40764 Langenfeld-Richrath
Spenden zur Trauerfeier statt Kränzen und Blumen 
Konto "Spenden & Aktionen"
IBAN DE29 5139 0000 0092 8818 06
Stichwort "Hambacher Forst, Steffen Meyn"
https://trauer.rp-online.de/traueranzeige/steffen-meyn
Wir trauern um Steffen Meyn.
Und rufen zugleich auf:
Nehmt teil an den Protesten.
Unterschreibt die Petion.
Kommt zu den sonntäglichen Demonstrationen 
und zur Großdemonstration.
Unterstützt die BesetzerInnen der 
Katastrophenregion im Braunkohlebau.
Im Gedenken an Steffen Meyn.

Axel Köhler-Schnura
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie
Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG)


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 30. September 2018 schrieb Karola Schrammt:

Lieber U.Gellermann,

vielen Dank für die Übernahme des Artikels auf Ihrem Blog.

Manchmal möchte ich mir wirklich lieber die Decke über den Kopf ziehen und nichts sehen und hören, nach dem Motto: "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß."

Doch ich weiß, wie viele es wissen und schon immer wussten, dass Profit über Allem, selbst dem Leben steht und werde nach meinen Kräften mithelfen, dass sich diese These: "Profit steht über dem Leben", wieder umkehrt.


Am 28. September 2018 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

Wichtiger Artikel, danke dafür. "Dafür wird seit Wochen unter dem Vorwand, Brandschutzregelungen durchsetzen zu wollen, Polizei in militärischer Stärke gegen die Widerstand leistende Bevölkerung in Marsch gesetzt." Brandschutz, wieder eine dieser Lügen.

Und mit deutscher militärischer Stärke wird in Mali dafür gesorgt Uran für franz. Atomkonzerne zu sichern. Und in Nigeria wird das Öl für internationale Ölkonzerne mit deutscher militärischer Stärke gesichert. Und in Afganisthan wird mit deutscher militärischer Stärke der Opiumanbau für US-Amerikanische Geheimdienste gesichert. Und, und, und ... . Alles zum Schutz des Wertewestens, oder sollte es besser heissen zum Schutz der Assets des Westens?
Wer einaml erlebt hat wie wild gewordene Polizisten auf Demonstranten eindreschen den wundert es nicht wenn, wie im Hanbacher Forst, Menschen nicht nur zu schaden kommen sondern auch sterben.
R.I.P. Steffen Mey.


Am 28. September 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Ein wichtiger Artikel, der zeigt, wie verletzlich der Mensch ist , wie brutal und menschenfeindlich der Staat gegen seine eigenen Bürger vorgeht, wenn es darum geht die dreckige und widerliche Profitgier zu stillen. Mein Mitgefühl all denen, die einen Menschen schmerzlich vermissen, um ihn trauern und weiter kämpfen.


Am 28. September 2018 schrieb Ulrich Erich:

Traurig das ein so junges Leben ausgelöscht wurde. Traurig auch das die Bankverbindung nicht stimmt und man nicht mal Spenden könnte, wenn man es möchte. Bitte nachbessern...

Antwort von U. Gellermann:

Danke für die Zuschrift. Der Artikel ist eine Übernahme von aks@cbgnetwork.org. Ich leite die Frage weiter.

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