Gellermann erneut vor Gericht

Verhandlung vor dem Landgericht München

Autor: U. Gellermann
Datum: 05. November 2018

Die Verhandlung ist öffentlich!
Mittwoch, 21. November 13.00 Uhr
Sitzungssaal B 279, 2. Stock, Nymphenburger Straße 16

So schnell wie das Münchner Amtsgericht den Wortverbrecher Gellermann – er soll einen Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" beleidigt haben – juristisch verfolgen wollte, so lange brauchte es, um der Berufung gegen das Urteil nachzukommen: Die Berufungsverhandlung soll nun am 21. 11. 2018 um 13.00 Uhr stattfinden. Die Warte- und Reaktionszeit des Gerichtes erklärt sich zumindest auch daraus, dass außer Gellermann, vertreten durch seinen Anwalt, Jan-César Woicke, auch die Münchner Staatsanwaltschaft Berufung gegen das erste Urteil eingelegt hat.

Da die Begründung dieser zweiten interessanten Berufung dem verurteilten Gellermann nicht vorliegt, kann nur spekuliert werden, was denn die Motive der Staatsanwaltschaft für eine Aufhebung des Urteils sein könnten. Will sie eine Sprungrevision vermeiden, den direkten Weg zu einer höheren Instanz? Will sie eine höhere Strafe gegen den Delinquenten erreichen? Rätsel über Rätsel. Aber nach der Verhandlung im November werden alle schlauer sein. Vielleicht sogar die SÜDDEUTSCHE, die diesen Prozess so dringend angestrebt hat.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 15. November 2018 schrieb Jan Dark:

Lieber Uli Gellermann,

was können wir tun? Wie können wir einem der Ehrverletzung angeklagten Journalisten und Publizisten spürbar Solidarität erweisen?

Testen wir die Grenzen des Sagbaren täglich neu aus. Spotten wir, beleidigen, ätzen und übertreiben wir, spitzen wir zu und nennen wir die Lügner, Speichellecker, Agenten, Provokateure und Aufhetzer bei ihren ehrabschneidend herabwürdigenden Namen.

Vielleicht brauchen wir die Siebzigjährigen, die auf Karriere und Leumund pfeifen und zu den letzten besseren Rentenjahrgängen gehören, weil sie uns eins voraushaben:

Sie können und die geschichtsvergessenen, kriegsgeilen, transatlantischen Schnösel vom Hals schaffen und den Scholz', Merz', Maaßens, Bittners und Reichelts in Politik und Medien ein Beispiel an Aufrichtigkeit, Uneigennützigkeit, Unbestechlichkeit und Konzernferne entgegensetzen. In scharfem Ton und in treffend verletzenden Worten.

Also beschäftigen wir die Rechtabteilungen der Pressehäuser, die Staatsanwaltschaften und Strafgerichte der Republik mit hunderten, tausenden grenzwertigen Meinungsäußerungen, damit sich die alten Herren Wichtigerem widmen können. Wie viele Beleidigungen eines Journalisten mag Frau Silberzweig pro Sitzungswoche wohl verhandeln können?


Am 07. November 2018 schrieb Uschi Peter:

So wird eine nach der anderen kritische Stimme mit dem Vorwand quasi-krimineller Taten mundtot gemacht. Meinungsfreiheit? Pressefreiheit? Das in diesem freiheitlichen Rechtsstaat? Jede noch so kritische Meinung, wenn sie nicht unter die Gürtellinie tritt, hat ihre Berechtigung und soll diskutiert werden, nicht verboten.
Viele Grüße und halte die Ohren steif!


Am 05. November 2018 schrieb Rüdiger Becker & ein paar Freunde:

Da wollen wir mal die Daumen drücken. Und das kräftig!


Am 05. November 2018 schrieb Marc Britzt:

Lieber Uli,

für den anstehenden Prozess wünsche ich Dir herzlichst viel Kraft und Mut. Auch kann ich Dir gerne nochmals mit einer kleinen Spende behilflich sein, falls das nötig werden sollte. Intellektuell kann ich derzeit leider nichts beitragen. Meine persönlichen Umstände sind gerade nicht so rosig. Trotzdem verfolge ich das Geschehen auf der Rationalgalerie wie immer mit grossem Interesse. Dein Artikel zur Hartz-IV-Sklaverei war mal wieder ein formaler und inhaltlicher Hammer. Ich hoffe auf weite Solidarität mit Deiner Sache, damit uns Beiträge wie diese auch in Zukunft nicht zur Ruhe kommen lassen. Dieses System ist so oder so dem Untergang geweiht. Wir alle müssen aber zusammenarbeiten, dass dieser Untergang zu unseren Gunsten ausgeht!

Solidarische Grüsse aus Athen!


Am 05. November 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Richterin Silberzweig hat die Zeit als Vorsitzende dieses widerwärtigen Eingriffs in die Presse- und Meinungsfreiheit "Recht" zu sprechen ?
Ist sicherlich beabsichtigt, dass es lange dauert, nicht nur wegen chronischer Unterbesetzung, sondern wohl auch, dass Gras über diesen "Maulkorb" wächst und dass kein Kamel kommt, um es abzufressen.
Schaun mer mal.
Solidarität ist und bleibt Ehrensache.


Am 05. November 2018 schrieb JOB brauerhoch:

Satire hat noch selten Gnade gefunden beim weiblichen Geschlecht.
Aber Frau Silberzweig haben Sie trozdem nicht verdient; da wär ein grüner ..noch besser! Und eine Süddeutsche, die nicht nur kräftig austeilt (PRANTL etc), sondern auchmal milde lächelt, auch!


Am 05. November 2018 schrieb Lutz Jahoda:

Für Linksorientierte war München schon immer ein hartes Pflaster.
Dennoch dürfen sogar in Bayerns Hauptstadt Prozesse gewonnen werden.
Lieber Uli Gellermann, ich werde am 21. November 2018 in Gedanken an Deiner Seite sein.


Am 05. November 2018 schrieb Alexander Kocks:

Ich wünsche Ihnen einen erstklassigen Freispruch und schließe mich den Worten von Herrn Thiesing an.


Am 05. November 2018 schrieb Bernhard Thiesing:

Solidarität mit Ulli Gellermann (ungeachtet politischer Differenzen)! Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle! FREISPRUCH!

Kürzlich...

27. September 2018

Wir trauern um Steffen Meyn

Wie bekannt, ist bei den Protesten im Hambacher Forst am 19. August ein junger Mann zu Tode gekommen.
Artikel lesen

03. September 2018

SÜDDEUTSCHE gegen Gellermann

Gericht will im November über Berufung entscheiden
Artikel lesen

27. August 2018

Sahra Wagenknecht

Und sie bewegt sich doch!
Artikel lesen

20. August 2018

Ditfurth riecht Juden

Antisemitismus-Vorwurf gegen #Aufstehen
Artikel lesen

13. Juli 2018

Im Namen des Volkes

Keine Satire, Herr Gellermann!
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen