"Judenriecher" nannte man während der Nazi-Zeit umgangssprachlich jene ekligen Existenzen, die gern hinter bestimmten Namen oder Tätigkeiten "Juden" witterten. Vom "Judenriecher" war es nicht weit zum Denunzianten: "Herr Blockwart, der Herr Rubinstein heißt nicht nur so, der hat auch ganz viel Geld, da muss man sich mal drum kümmern." So oder so ähnlich kann der Leidensweg für manchen Juden begonnen haben. Nun geht auch Jutta Ditfurth, von der man eher annahm, dass sie philosemitisch sei, diesen Weg der üblen Denunziation. Mit einem Tweet behauptet die Dame: "Lisa Fitz lädt ein zum antisemitischen Tango bei #Aufstehen. Was für eine nationale, teils antisemitische #Sammlungsbewegung."

Die Kabarettistin Lisa Fitz hat ein Lied produziert: "Ich sehe was, was Du nicht siehst". Der Text handelt von Oben und Unten, von Arm und Reich. Und er kennt "Schattenstaat, die Schurkenbank, Gierkonzern" als Verantwortliche für Krieg und Armut. Zum Beispiel so: "Gierige Männer, Mördergreise, spielen vom Tod die böse alte Weise, reißen im Fallen die halbe Welt mit sich, wach auf und handle und lass dich nicht im Stich." Na klar, sagt da die Judenriecherin Ditfurth, wenn über viel Geld gesungen wird, dann wird man wohl die Juden meinen. Zumal ja im Text von Frau Fitz auch solche Namen vorkommen wie "Rothschilds, Rockefeller, Soros & Konsorten". In der Eile der Denunziation macht die Ditfurth den braven Yankee und Baptisten Rockefeller auch zum Juden. Aber auf solche Feinheiten kann die Verleumderin leider keine Rücksicht nehmen.

Denn der Ditfurth geht es ja nicht primär um die Lisa Fitz. Sie ist auf größeres Wild aus: Die von Sahra Wagenknecht initiierte Sammlungsbewegung #Aufstehen hat sie im Visier. – Als es im Frühjahr 2014 so aussah, als könne die Friedensbewegung eine größere Breite durch die "Mahnwachen für den Frieden" erreichen, hatte die ehemalige GRÜNE und einstige Intellektuelle Ditfurth den Geruch der Querfront, der Zusammenarbeit von Rechten und Linken, in der Nase. Und sie entdeckte den "verkürzten Antikapitalismus". Über Jahre hatte man von Jutta wenig bis nichts gehört. Aber plötzlich erschien sie genau jenen Medien bedeutend, die bisher aktive Feinde der Friedensbewegung waren, sich aber jetzt mit der Ditfurth zum Schutz einer rein linken Friedensbewegung aufwarfen. Diese Patronage hatte einen gewissen Erfolg: Statt sich gemeinsam um die nächsten großen Aktionen zu kümmern, kümmerten sich Teile der Friedensbewegung um sich selbst und ihre ideologische Reinheit.

Bisher gibt es in der deutschen LINKEN durchaus Zweifel an der noch nicht nicht so recht sichtbaren Sammlungsbewegung #Aufstehen. Aber die olfaktorische Schwalbe Jutta lässt hoffen: Wenn die in eine Medien-Schlacht eingeflogen wird, könnte es nach einem politisch eher langweiligen Sommer doch einen heißen Herbst geben. Denn wenn die üblichen Medien die Ditfurth an die Font werfen, also eine scheinbare Linke als Sprechpuppe benutzen, dann vermuten sie größeren politischen Widerstand. Deshalb darf die Schwalbe vom Bordstein des Mainstreams ohne jeden Beleg öffentlich von einer "antisemitischen #Sammlungsbewegung" schwätzen.

Danke Jutta, Dein Fronteinsatz macht Hoffnung auf Sammlung und Bewegung.

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Endlich sagt mal jemand offen was die Ditfurth ist: Eine unerträgliche Denunziantin, die sich nur auf Kosten von anderen wichtig machen kann. Eigene Gedanken hat die Dame nicht zu bieten.

Hanne Wilms
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Ausgerechnet die patente Lisa Fitz als Antisemitin zu bezeichnen zeigt wie perfide die Ditfurth ist. Außerdem ist Frau Fitz auf der Website der Wagenknecht-Sammlung nirgendwo zu finden. Da kommt zur Denunziation noch die Lüge. Nur eklig.

Werner Schröder
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Wenn es nur die Jutta allein wäre, die da mit Schmutzke wirft; echt deutsch-denunziatorisch-erfolgsneidisch-hinterhältig-verlogen. Pfui!

Paulo H. Bruder
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Die Sammlungsbewegung soll es doch geben, weil sich im linken Spektrum bisher keine Einigkeit über die wichtigsten Themen erzielen ließ? Die lauten:

- Umverteilung von oben nach unten
- Gewaltverzicht und Abrüstung
- Umweltschutz und Energiewende

Fr...

Die Sammlungsbewegung soll es doch geben, weil sich im linken Spektrum bisher keine Einigkeit über die wichtigsten Themen erzielen ließ? Die lauten:

- Umverteilung von oben nach unten
- Gewaltverzicht und Abrüstung
- Umweltschutz und Energiewende

Frau Ditfurth ist nur eines von vielen Beispielen dafür, dass das auch in Zukunft mit den vielen verschiedenen "Linken" nicht klappen wird.

Zu viel Ideologie, zu wenig Sachorientierung, zu kurzsichtig, zu eitel, keine erkennbare Vision. Aber auch: zu korrupt.

Es ist eben bequemer, sich aus dem donnernden Ferienflieger oder der Blechlawine heraus über vermeintliche Antisemiten zu echauffieren, als die vergehende Welt mal im Ganzen zu betrachten und sich selbst als Teil der Sintflut zu begreifen.

Unser Untergang hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Diese Phrase steht nur auf dem Brett vorm Kopf einiger besonders blöder Protagonist*Innen.

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Andreas Schell
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Aber wo sammeln sie denn? Und was? Bewegungen scheinen bisher nicht dabei zu sein.

Svenja Birger
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Bis jetzt war die Sammlungsbewegung den Machthabern augenscheinlich noch nicht gefährlich genug. Denn es fehlte bis dato der massen-mediale Antisemitismus-Vorwurf. Bisher reichte es in Sachen öffentlicher Diffamierung nur zur Unterstellung eines...

Bis jetzt war die Sammlungsbewegung den Machthabern augenscheinlich noch nicht gefährlich genug. Denn es fehlte bis dato der massen-mediale Antisemitismus-Vorwurf. Bisher reichte es in Sachen öffentlicher Diffamierung nur zur Unterstellung eines "nationalen Sozialismus."
Es gibt allerdings einen Zusammenhang zwischen linker politischer Relevanz und der Stärke des Vorwurfs strukturell antisemitisch zu sein. Denn wer dem Establishment richtig auf den Pelz rücken will, bekommt den Dreck dann auch mit wesentlich stärkerem Druck um die Ohren geblasen. Man muss sich nur den mainstream-medien-shit-storm ansehen, der Jeremy Corbyn letztens um den Bart tobte. Strengt Euch mal an, liebe Leute von #Aufstehen! Bis ihr wirklich mit Jeremy mitziehen könnt, muss tatsächlich noch viel in Bewegung kommen!

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Marc Britz
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Zitat Gellermann: " Über Jahre hatte man von Jutta wenig bis nichts gehört. Aber plötzlich erschien sie genau jenen Medien bedeutend, die bisher aktive Feinde der Friedensbewegung waren, sich aber jetzt mit der Ditfurth zum Schutz einer rein...

Zitat Gellermann: " Über Jahre hatte man von Jutta wenig bis nichts gehört. Aber plötzlich erschien sie genau jenen Medien bedeutend, die bisher aktive Feinde der Friedensbewegung waren, sich aber jetzt mit der Ditfurth zum Schutz einer rein linken Friedensbewegung aufwarfen."

Exakt. Und mehr noch. Ditfurth galt den Mainstreammedien (eigentlich gab es damals ja fast nur solche) während ihrer Zeit bei den Grünen als mindestens obskur. Damals waren die Grünen noch nicht "etabliert" und Jutta wurde instrumenatlisiert im Sinne von "sowas wollt ihr doch nicht ernsthaft wählen?" Sie galt als "Fundi", das war bäh, wollte damals den Weg der Realos Nach ihrem Parteiaustritt wurde sie eigentlich völlig ignoriert

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Max L.
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Enthaltsamkeit ist bekanntlich eine Zier. Wenn ich heute am 20. August meinen Vorsatz von Ende Juni zuwider handle, mich fürderhin jeglicher Kommentare auf der Galerie zu enthalten, so hat das einen traurigen Grund. Zwar setze ich mich gewiß...

Enthaltsamkeit ist bekanntlich eine Zier. Wenn ich heute am 20. August meinen Vorsatz von Ende Juni zuwider handle, mich fürderhin jeglicher Kommentare auf der Galerie zu enthalten, so hat das einen traurigen Grund. Zwar setze ich mich gewiß wieder dem ein oder anderen Wadenbeißer aus, aber der Anlass hier mal wieder mein Hinterbein zu heben - wie immer sausattsam - ist es mir wert, mich zu exponieren.

Es kann kein Zufall sein, dass just zur trefflichen Gellermann-Polemik zu Frau von D. andernorts gerade die Meldung über den Tod von Uri Avnery eintrudelte. Ende Juni hatte ich es hier noch frech und ungefragt gewagt, auf einen seiner letzten Beiträge zu verweisen. Erschrocken darob, wie meine Auslassungen mutwillig unterhalb der Gürtellinie mißverstanden werden konnte, hatte ich den Kommentar zurückgezogen.

Uri Avnery ist tot. So wahnsinnig viele positive Nachrufe wird es hierzulande wohl nicht geben. Müßte doch ansonsten auch zugestanden werden, dass der nicht mehr aus dem Tagesgeschehen wegzudenkende Vorwurf vom grenzenlosen Antisemitismus, der kritischen Einstellungen, den Kritikern jedweder Couleur zum Apartheids- und Unrechtsstaat Israel untergeschoben bzw. über den Scheitel gezogen wird, so nicht zuzutreffen vermag. Über Jahre mußte ich auch zur Kenntnis nehmen, dass allein die Erwähnung des Namens dieses im Grunde großen gebürtigen deutschen Juden und eines wahren Helden Israels und Kämpfers für den Frieden (bis zum Tod) blinde, gehässigste Aggressionen bei jenen weckte, die allzu oft und gerne die Keule des Antisemitismus schwangen.

Was ein Glück, dass just zum pränatalen Niedermachen und Meucheln von Sahras Bewegung auch das allseits probate Mittel vorgenannten Totschlagsargumentes zur Nutzbarmachung - nicht nur durch Frau von und zu D. - beigezogen werden konnte. Klar doch, besser gleich final niedergeknüppelt, bevor das Monster sich überhaupt erheben, aufstehen kann. Da dürfte bei all den so Wohlmeinenden wohl die Freude über das Ableben von Uri A. alles andere als klammheimlich ausfallen.

Nein, es braucht keiner weiterer Lobeshymnen zu Uris Person. Habe mal gelernt, dass die ersten Meldungen in den Premiumsmedien nach Ereignissen noch am ehrlichsten ausfallen sollen. Deshalb hierzu ein passender link - auch noch auf deutsch, ein blindes Huhn findet bekanntlich ab und zu ein Korn, stimmt?s Herr Britz? Also, wen es interessiert, der gucke da: https://www.n-tv.de/politik/Friedensaktivist-Uri-Avnery-ist-tot-article20580584.html.

Für diejenigen, die mehr über ihn erfahren wollen, schaue da nach: uri-avnery.de! Bin gespannt, wie lange diese Website mit seinen Beitragen ins Deutsche übersetzt noch erscheinen darf. Jeder Artikel ein Juwel, bestens verwendbar um Leuten wie JD das Maul zu stopfen.

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Michael Kohle
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Was ist mit Jutta Ditfurth geschehen? Hat sie sich doch nach verständlichem Austritt bei den GRÜNEN nach deren Befürwortung des Kosovo-Krieges mit dieser Partei und ihren Mitgliedern intensiv beschäftigt und ist zu vernünftigen Schlußfolgerungen...

Was ist mit Jutta Ditfurth geschehen? Hat sie sich doch nach verständlichem Austritt bei den GRÜNEN nach deren Befürwortung des Kosovo-Krieges mit dieser Partei und ihren Mitgliedern intensiv beschäftigt und ist zu vernünftigen Schlußfolgerungen gekommen: nämlich, dass z.B. Grünenpolitiker wie Oswald Metzger, Matthias Berninger oder Cem Özdemir ebenso in der FDP oder CDU hätten Karriere machen können. - Einige vermuten, dass ihr ADHS-Syndrom mit zunehmendem Alter verstärkt durchschlägt; andere vermuten eine Gehirnwäsche. Allerdings- wen interessiert heute noch Jutta Ditfurth? - Nun, immerhin wurde sie 2014 durch den Mainstream gereicht: als glänzende, eloquente Denunziantin, und es war sichtbar , wie sehr sie es genoß, endlich wieder im Mittelpunkt zu stehen. Und nun kann sie diese Rolle wieder aufnehmen, indem sie Lisa Fitz - und mit ihr stellt sie eine unbewiesene Beziehung zur Sammlungsbewegung her - auf perfide Weise denunziert. Demnächst darf sie wieder in den Talkshows sitzen und sich im Beifall sonnen. Sie ist die Wächterin des Antisemitismus. Der Spruch „Wer solche Freunde besitzt, braucht keine Feinde“, hat hier besondere Gültigkeit. Braucht die „Sammlungsbewegung #Aufstehen“ Frau Ditfurth als Feindin? Nicht notwendig – aber erhellend, wie auf eine Bewegung, die erst am 4.September offiziell startet, schon im Vorfeld eingeschlagen wird.

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SIERA
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@ Michel Kohle, da sind sie wieder und das ist gut so.
Sehr traurig und Danke für die wichtige Information, dass wieder einer der Großen gegangen ist und uns, den Zurückgebliebenen ins Stammbuch schreibt, nie mit den Mühen um Frieden und...

@ Michel Kohle, da sind sie wieder und das ist gut so.
Sehr traurig und Danke für die wichtige Information, dass wieder einer der Großen gegangen ist und uns, den Zurückgebliebenen ins Stammbuch schreibt, nie mit den Mühen um Frieden und Freundschaft aufzuhören.
".....und die es trugen, mögen mir vergeben; den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben." (Mascha Kaleko, jüdische Lyrikerin).

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Ulrike Spurgat
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