Zivile Opfer im US-Iran-Krieg

Ukrainisches Flugzeug vom Iran versehentlich abgeschossen

Autor: U. Gellermann
Datum: 13. Januar 2020

Die 176 Menschen an Bord eines ukrainischen Flugzeugs waren nicht die ersten zivilen Opfer im lang andauenden Krieg der USA gegen den Iran. Die Flugabwehr der iranischen Armee teilte mit, die Maschine sei für ein "feindliches Flugzeug" gehalten worden. Es handele sich um "menschliches Versagen". Denn nach dem Mord am iranischen General Kassem Soleimani waren neue Angriffe der USA auf den Iran angekündigt und zu erwarten.

Der Krieg der USA gegen den Iran ist alt. Schon mit dem Sturz des demokratisch gewählten iranischen Premierministers Mohammad Mossadegh im Juli 1953 machten die USA klar, dass sie den Iran als eine Art Kolonie betrachten: Mit der Operation Ajax organisierten der britische und der US-amerikanische Geheimdienst den Putsch. Der Plan wurde am 1. Juli 1953 vom britischen Premierminister Winston Churchill und am 11. Juli 1953 vom amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower genehmigt. Von den beiden Regierungen war ein Budget von $ 285.000 bereitgestellt. Denn mit Mossadegh wäre die Verstaatlichung der iranischen Öl-Industrie sicher gewesen.

Durch die Straße von Hormus führt die bedeutende Route der Öl-Tanker für den Ölexport nach Asien, Westeuropa und in die USA. Dieses lukrative und profitable Geschäft liegt in der Hand westlicher Konzerne. Diese Route liegt aber zugleich auch in der Reichweite iranischer Raketen. Alle Schiffe müssen, um die Straße von Hormus zu passieren, die Hoheitsgewässer Omans und des Irans durchfahren. Nach den Genfer Seerechts-Konventionen müssen Kriegsschiffe vor der Durchfahrt die Erlaubnis beim Iran dafür einholen. Die USA lassen ihre Kriegsschiffe weiterhin unangemeldet die Straße von Hormus passieren und provozieren so eine latente Kriegsgefahr und verletzen andauernd die Souveränität des Iran.

Eine weiterer wesentlicher Streitpunkt, der die iranische Souveränität infrage stellt, ist das Atomprogramm des Landes. Ausgerechnet Schah Mohammad Reza Pahlavi stellte in seiner Neujahrsansprache 1974 fest: „Wir werden so rasch wie möglich die Atomenergie und alternative Energiequellen nutzen, um Öl für die Herstellung chemischer und petrochemischer Produkte zu reservieren. Wir sollten Öl, diese kostbare Substanz, nicht einfach als gewöhnlichen Brennstoff verwenden." Und es war tatsächlich der US-Präsident Dwight D. Eisenhower, der 1959 der Universität Teheran im Rahmen des Atom for Peace-Programms einen Forschungsreaktor geschenkt hat. Heute ist das iranische Atomprogramm, neben der strategischen Bedeutung der Straße von Hormus, ein wesentlicher Kriegsgrund im Kampf der USA zur Beherrschung des Iran.

Um Länder gefügig zu machen, führen die USA auch Krieg gegen Kinder. Als die Außenministerin, Madeleine Albright, 1996 in Lesley Stahls Sendung „60 Minutes“ auf Berichte angesprochen wurde, nach denen 500.000 irakische Kinder infolge von US-Sanktionen gegen das Land gestorben waren, äußerte sie kühl: "Ich denke, das ist eine sehr harte Entscheidung, aber ich meine diesen Preis ist es wert.“ – Das Menschen und Länder fressende US-Imperium will in diesen Tagen seinen Krieg gegen den Iran neu munitionieren: Nach Informationen der Zeitung „Wall Street Journal“ wird das Pentagon vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Iran 200 zusätzliche Soldaten und sechs Langstreckenbomber B-52 in die Nahost-Region verlegen. Deshalb wird Washington einen Flugplatz für strategische Langstreckenbomber B-52 auf dem Luftwaffenstützpunkt Ayn al Asad in der westirakischen Provinz al-Anbar bauen. Damit US-Bomber von dort aus bequem den Iran erreichen können. Aus jenem Irak, in dem die USA nach einem Angriffskrieg als Besatzer agieren.

Wenn der Krieg der USA gegen den Iran nicht gestoppt wird, werden weitere Menschen sterben. Die Verantwortung für den Tod der 176 Menschen im abgeschossenen ukrainischen Flugzeug weisen die USA dem Iran zu. Wie auch den Tod der iranischen Kinder, die im Gefolge der US-Sanktionen unzureichend medizinisch versorgt werden: Importe aller Art in den Iran sind extrem erschwert. Auch lebenswichtige Medikamente sind knapp geworden und nur zu massiv erhöhten Preisen erhältlich. Längst wissen die Menschen im Jemen wie sich "kollateral" anfühlt, wenn sie im Stellvertreterkrieg der USA gegen den Iran durch saudische Waffen getroffen werden: 3.081 Tote, darunter 934 Kinder zählt WIKIPEDIA seit März 2016.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 16. Januar 2020 schrieb altes Fachbuch:

nach meiner meinung wird es zeit, dass sich mischa und konfuzius eindeutiger positionieren!!
was die mit dem iran zu tun haben?? man lege bitte einfach mal eine verlaufskarte der "neuen seidenstraße" über eine karte mit den neuesten hotspots in der politik!! da machen die uiguren, die türkei, der iran und das gezerre um "kurdistan" plötzlich sinn! duisburg und mukran können schon mal die köpfe einziehen;)
der krieg gegen china's seidenstraße wird nicht mit un-resolutionen aufzuhalten sein, sondern durch taten!! frieden wird nicht erbettelt, sondern muss man GEBIETEN!!
bei den bösen kommunisten habe ich jedes quartal einmal in höhe des parteibeitrages für die solidarität gespendet. und siehe da, der himmel gehörte wieder den vietnamesen!!
ich müsste ca. 85? einfache Fahrt nach büchel oder ramstein bezahlen, um ein plakat ins leere zu halten:(
wenn es also unsere obrigkeit nicht richten darf und will, dann stellt wo 'nen hut hin und lasst mich das geld spenden für eine s-400/500 für jeden!!
auch das wäre eine APO, gar eine materielle!!

Antwort von U. Gellermann:

Geld für ein Raketenabwehrsystem zu sammeln mag originell erscheinen, ist aber weit entfernt von jener politischen Kontrolle, die eine linke Opposition gern hätte. So bleibt der Vorschlag ein Witz.


Am 15. Januar 2020 schrieb Elisabeth Jenders:

Nach diesem Artikel auf Sputnik News
https://sputniknews.com/columnists/202001131078026961-iran-jet-disaster-setup/ verfälschten US-Kräfte die Signale des Flugzeugs, so dass es als feindlich erkannt wurde. Cyberkrieg eben.


Am 15. Januar 2020 schrieb Klaus Bloemker:

Nicht nur Amerika ...

"Ich möchte nochmal klarstellen, Israel ist völlig auf der Seite der USA in ihrem Kampf für Sicherheit, Frieden und Selbstverteidigung".

Trumps Freund Netanyahu am 5.Januar nach der gezielten Tötung Soleimanis. NBC schreibt das.

Antwort von U. Gellermann:

Tötung? Mord.


Am 14. Januar 2020 schrieb Eva Altmann:

Eine unglaublich gute historische Analyse, die den USA die Maske des Angegriffenen vom Gesicht reisst ohne Partei für die Regierung des Irans zu ergreifen.


Am 14. Januar 2020 schrieb Reyes Carrillo:

…machten die USA klar, dass sie den Iran als eine Art Kolonie betrachten“.

Diese Feststellung ist sicher der Kern des Problems. Der gesamte Nahe Osten besteht gewissermaßen aus Kolonien der Super-Atommacht USA in herzlicher Zusammenarbeit mit der einzigen Atommacht vor Ort, dem rassistischen Apartheid- und Gottesstaat Israel als permanent aggressivem Dauerprovokateur. Und Europa wartet nur darauf, insbesondere Deutschland, mitverwaltender Teil dieser Kolonien werden zu dürfen, nachdem es blöderweise in Syrien nicht geklappt hat.

Iran als Teilachse des Bösen muss freilich endgültig kolonialisiert werden, zumal er sich als einziger Staat der Region immer deutlicher in Richtung Russland und China orientiert.

Ich danke dir für diesen ausgezeichneten Artikel, der mit wichtigen Hintergrundinformationen der fassungslos machenden Zahl der zivilen Opfer gedenkt, den diese Kolonialkriege bisher gekostet haben. Die Erinnerung an Josef Fischers Intimfreundin Madeleine Albright mit ihrer fundamental dehumanisierten Einschätzung, dass die Sanktionen gegen den Irak das Sterben einer halben Million Kinder es Wert waren. Wie können faschistische und entartete kommunistische Massenmörder als allgemein akzeptierte Mahnung genannt werden, ohne eine Madeleine Albright als völlig selbstverständlich mit dazuzuzählen?? Wichtig, dass du an die Kinder im Iran denkst, die unter den harten US-Sanktionen leiden und sterben. (Venezuela lässt bitter grüßen.) Dass solcherart Sanktionen natürlich klar völkerrechtswidrig sind, wen interessiert das noch? Die westliche Wertegemeinschaft jedenfalls nicht.

Wie wichtig ebenso, Uli, an den im Westen so gut wie totgeschwiegenen brutalen USA-Stellvertreterkrieg der saudischen Kreuziger und Enthaupter gegen Iran im Jemen zu erinnern. Der u.a. mit deutschen Waffen geführt wird… Danke!


Am 14. Januar 2020 schrieb Paulo H. Bruder:

Es gibt zu denken, wenn "unsere" Medien lang und breit nur noch den Flugzeugabsturz und technische Einzelheiten thematisieren, aber völlig ausblenden, was dem vorausgegangen ist: der Ausstieg der USA aus dem Atomvertrag, der Mord per Drohne und die Trump-Drohung weiterer "Luftschläge". Wenn da die iranische Luftabwehr am Boden nervös wird, macht das zwar den Absturz der Maschine und den Tod der darin ums Leben gekommenen Menschen nicht ungeschehen, aber es lässt den Gedanken zu, dass der Chaot im Weißen Haus (wie seine Präsidenten-Vorgänger auch; danke, Herr Gellermann!) als Marionette des US-Imperialismus weltweit tödliches Chaos verschuldet.


Am 14. Januar 2020 schrieb Cornelia Praetorius:

Zu Karola Schramms Kommentar:
vielleicht erinnern sich einige, dass in Syrien von der syrischen Luftwaffe ein russisches Flugzeug versehentlich abgeschossen wurde (2018 od 19). Daraufhin bekam die syrische Luftwaffe von Rußland das S-400 Raketenabwehrsystem, das die Fähigkeit besitzt, die nationale Herkunft eines Flugzeuges zu erkennen, was S-300 nicht vermochte. Das mag auch in diesem Fall der Grund gewesen sein.


Am 13. Januar 2020 schrieb Uschi Peter:

Zu dieser guten Recherche habe ich die Frage, warum der Iran (ohne Not) die Schuld am Absturz der ukrainischen Maschine eingeräumt hat. Die USA weisen auch die Schuld an welcher Untat auch immer weit von sich. Immer ist ihr Opfer der Schuldige. Wer steckt dahinter, vielleicht Boeing??


Am 13. Januar 2020 schrieb Ullrike Spugat:

Präsident Putin macht keinen Unterschied zwischen wenig und viel Krieg: Krieg ist Krieg ! (Pressekonferenz mit Merkel am WE in Moskau).
Man möchte all den Kriegstreibern ins Gesicht schreien, dass es genug ist mit Kriegs- und Völkerhetze.
Wir wollen keinen Krieg ! Hört auf mit eurem blutigen Tanz auf der Rasierklinge, mit euren Lügen, die ihr in euren Staatsmedien von frisch gewaschenen, gepuderten Angestellten in die Republik plustern lasst.
Was wären die USA ohne ihre widerlichen "erzieherischen Maßnahmen," ohne ihren schrumpfenden Dollar, ohne ihre blutige und verkommene Geschichte, ohne ihr "schönes" Militär, dass die Welt in Schutt und Asche legen kann ? Ein großes Nichts ! Sie drohen, sie sanktionieren die Völker in der Welt,die nicht spuren, sie verwehren humanistische Hilfen und schauen zu wie Menschen ihr Leben verlieren, weil ihnen u.a. ihre lebensnotwendigen Medikamente verwehrt werden. Die USA sind Gangster, Verbrecher, Räuber und Piraten. Man weiß nicht wo man mit dieser Wut im Bauch anfangen soll zu schreiben und dann auch noch die die richtigen Worte zu finden. Verpisst euch, haut ab, geht nach Hause und kommt nie wieder. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker wird mit Füßen getreten, wird ignoriert, wird ausgelacht....von denen, deren Stiefel im Blut der Millionen von Toten stehen. Zieht selbst mit euren Töchtern und Söhnen in die Kriege und leidet wie all die, die auf immer Teil eurer entsetzlichen Geschichte bleiben werden.
Im Artikel bleibe ich beim Jemen ....Danke, dass du an den leidgeplagten Jemen erinnerst.
Ohne Waffen keine Kriege ! Rheinmetall unverschämt, dreist, frech und mächtig. Das Handelsblatt vom 4.12.2018 schreibt völlig schmerzfrei, dass Rheinmetall weiterhin Waffen nach Saudi Arabien liefert. Wohlweislich, dass Saudi Arabien sie gegen das eigene Volk, als auch im Jemen hemmungslos einsetzt. Bomben, Blut und Traurigkeit mit deutschen Waffen. Da Rheinmetall aber Tochter Firmen in Südafrika und Italien so aufgestellt hat, ist es ein leichtes die deutschen Gesetze zu umgehen. Sanft und selig schlummert die Michel Regierung weiterhin dem Militarismus entgegen. Selbst das Tor zur Hölle soll euch verschlossen bleiben. Wenn denn nichts mehr geht wird auf Schadensersatz geklagt, denn das ist ja ihr gutes "Recht," dass sie die Mördercliquen mit Mörder Waffen beliefern.
Selbst im Faschismus wo die Herren von Rhein und Ruhr noch mächtiger erschienen gab es den Widerstand der Arbeiter, der zeigte, dass man seine Arbeitskraft auch an einen Rüstungskapitalisten verkaufte, aber dabei Herz und Hirn nicht beim Pförtner abgeben hat.
Offen wurde der Widerstand und die Abneigung gegen den Faschismus gezeigt. ("Rote Fahne", Zentralorgan der KPD, Nr. 4, 1939)
Rheinmetall mit Sitz in Düsseldorf gehört zu den zehn größten, europäischen Rüstungskonzernen.
2017 lag der Gesamtumsatz bei ca. 5,9 Milliarden Euro. Der Gewinn belief sich auf 400 Millionen Euro.
Heute verstehe ich, was meine alten und hochverehrten Genossen, die bis an ihr Lebensende weiter gekämpft haben, sie mir eindringlich auf den weiteren Lebensweg mitgegeben haben: "Du wirst es verstehen lernen, dass die größte Katastrophe (1989/91) zwar der unendliche schmerzliche Verlust der DDR und der Sowjetunion für uns bleibt, solange wir leben,doch dass der Kapitalismus, die Krake ihr grässliches Unwesen ohne ein Korrektiv treiben kann....macht es für uns Kämpfer, die Lebenden und m Gedenken an unsere Toten unerträglich."


Am 13. Januar 2020 schrieb Karola Schramm:

Ich glaube nicht, dass das iranische Militär aus versehen diesen Raketenabschuss getätigt hat.

Trumpel wusste schon, bevor es alle wussten und Iran noch dachte, dass es sich um einen Fehler im Triebwerk handele, dass Iran das Flugzeug selber abgeschossen haben könnte.

Nun hat sich die Militärtechnik im Laufe der Zeit auch "vercomputert" also per Internet und "weltweit integrierter Militär-Cloud von überall her einsetzbar, hätte dieser Raketenabschuss vielleicht auch von den Amerikanern selbst vorgenommen werden können. Und die Iraner wissen das nicht, weil deren Technik noch nicht so weit ist.

Diesen Gedanken bekam ich, als ich heute auf der Web-Site von Norbert Häring - Geld und mehr - nach einem Artikel von Werner Rügemer suchte.

Häring hat auf seiner Site einen Auszug aus dem Buch Rügemers, "Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts" veröffentlicht "Das Internet unter US-Aufsicht." Dort ist u.v.a. auch über die "algorithmische Kriegführung" zu lesen, wer daran wie und mit was beteiligt ist und was diese alles kann!

Wer interessiert ist kann diesen Artikel auf Härings Blog lesen. In der Suchfunktion einfach Rügemer eingeben, dann kommt dieser aufklärende Text und jeder/ auch jede - kann sich selber ein Bild machen. Irgendwann brauchen die, denke ich, auch Ramstein nicht mehr.

Ich jedenfalls kann mir schwer vorstellen, bei aller Aufregung die bei den Soldaten und Generälen sicher geherrscht haben, dass sie diesen Fehlschuss einer Rakete ausversehen ausgelöst haben.

Auf RT-deutsch hieß es, dass das Flugzeug zu dicht an der Verteidungsanlage flog und dadurch versehentlich der Rakentstart ausgelöst wurde, so erklärte sich diesen schrecklichen Vorfall das iranische Militär und scheint höchts hilflos und irritiert.

Die Amerikanische Führung hat uns im Laufe der Zeit so viele irreführende Dramen, die von anderen Ländern ausgelöst worde seien, vorgeführt und die sich später als Lügen herausgestellt haben, sodass ich auch diesen "Unfall" nicht einfach so akzeptieren kann.


Am 13. Januar 2020 schrieb Georg Moritz:

Ausgerechnet in der Ukraine sollen die Flugschreiber ausgelesen werden. Na, dann kann ja nichts schiefgehen. MH17 läßt grüßen.

Ob es in den "Black Boxes" eine Spur gibt, welche die Arbeit des Transponders aufzeichenet, der die Kennung des Flugzeugs dauernd übermittelt? Egal. Ich glaube nicht, daß Boeing die elektronische Ausstattung ihrer Flugzeuge nach 9/11 zurückgefahren hat, ich vermute eher das Gegenteil. Das ferngesteuerte Ausschalten eines Transponder-Signals ist keine Raketenwissenschaft, und die forensische Analyse von Chips und Schaltkreisen ist sehr aufwendig. Beim 36C3 (Chaos Computer Club Congress 36) gab's dazu Vorträge.

Es gibt Methoden, einem feindlichen Radar etwas vorzugaukeln (fast hätte ich das Wort mit "c" geschrieben), und mit diesen Systemen ist das US-Militär auch ausgerüstet:

https://www.militaryaerospace.com/computers/article/16726118/navy-continues-buying-radarspoofing-electronic-warfare-ew-equipment-from-mercury-systems

Vor dem abgeschossenen Flugzeug sind viele andere gestartet. Nach dem Abschuss ebenfalls. Das Flugzeug befand sich im Korridor der üblichen Routen.

Occam's Razor oder lex parsimoniae:

Das Skript ist denkbar einfach. "We'll take out Soleimani. They will want to retaliate, ok, we'll tell them 'bomb here'. Then we'll take out an airliner, no american causualties, of course, and blame the iranian forces, we win twice. They cannot admit we have fooled them."

Vielleicht irren sie sich im letzten Punkt.


Am 13. Januar 2020 schrieb Gerhard Bauer:

Es ist sicher ebenso umsichtig wie fair, wenn Sie angesichts des grade wieder, wie auf Befehl, anwachsenden Argwohns gegen "den Iran" daran erinnern, wer da seit über 60 Jahren gezündelt und, durch Hungertod, gemordet hat.

Trotzdem hätten die 176 Menschen, die jetzt zu Tode gekommen sind, nicht mal Amerikaner oder große Briten, sondern Ukrainer oder Touristen in der Ukraine, ein Wort mehr verlangt. Sie waren nicht nur "Opfer", sondern vorher waren sie erst mal ihr Leben lang "Menschen" - mit ansonsten sehr unterschiedlichen Beschäftigungen, Vorlieben und Lebensläufen.


Am 13. Januar 2020 schrieb Vera Bergmann:

Ein Blick in die Geschichte macht deutlich, dass der Krieg zwischen den USA und dem Iran schon lange schwärt. Und er macht auch deutlich, wer ihn angefangen hat. Danke für die Recherche. Auch für die Zusatz-Info von Herrn Britz.


Am 13. Januar 2020 schrieb Alexander Kocks:

Am 3.7.1988 wurde der Linienflug Iran Air 655
vom US-Zerstörer "Vincennes" beim Flug von Teheran nach Dubai über dem persischen Golf abgeschossen. Alle 250 Menschen an Bord fanden den Tod. Der britische Journalist Robert Fisk (damals Korrespondent der Londoner Times) hatte die Hintergründe des Abschusses detailliert recherchiert. Sein neuer Verleger Rupert Murdoch hatte Anweisung gegeben die Recherche von Fisk umzuschreiben um dem offiziellen Narrativ der USA zu entsprechen. Daraufhin kündigte Fisk seinen Job bei der Times. Heute ist Fisk Korrespondent des "The Independent" für den Mittleren Osten. Damals gab es also zumindest noch einen Journalisten mit Charakter. Der US-Kommandant hatte erklärt er habe ein Iranisches Kampfflugzeug angegriffen dass seinem Schiff zu nahe kam, Die USA haben sich bis heute nicht für den Abschuss entschuldigt und soweit ich weis auch keine Entschädigung an die Opfer gezahlt. Dem Kommandant der "Vincennes" wurde mit einer Zeit Verzögerung ein hoher militärischer Orden verliehen.

Der Iran steht mit der sogenannten "Axis of Resistance" bestehend aus dem Iran, Irak, Syrien und dem Libanon (Hisbollah) dem Hegemonie-Anspruch der Anglo-Amerikanischen Machtelite im Wege. Da man in Syrien gescheitert ist ein US-freundliches Regime zu installieren, versucht man jetzt sein Glück im Iran.


Am 13. Januar 2020 schrieb Lutz Jahoda:

VERLAUTBARUNG AUS DER ZENTRALE
DER WELTVERNICHTER

Wir sind die Kolonialistenhüte.
Frisch aufgedämpft und modisch neu gestaltet.
Natürlich kampffern, virtuell verwaltet,
Nach streng bis rabiater Christengüte.

Wir sind jetzt Herrgott, Regierer der Sterne!
Wer folgsam bleibt, wird weiterleben dürfen.
Doch wer uns verbietet, weiterzuschürfen,
Dem drehn wir den Hahn zu: lang und gerne!


Am 13. Januar 2020 schrieb Jenny Westphal :

@ Marc Britz
Das ist eine notwendige Erinnerung, die den deutschen Medien natürlich nicht einfällt!


Am 13. Januar 2020 schrieb Marc Britz:

"Die USA lassen ihre Kriegsschiffe weiterhin unangemeldet die Straße von Hormus passieren und provozieren so eine latente Kriegsgefahr und verletzen andauernd die Souveränität des Iran.“

Ein solches Kriegschiff - die USS Vincennes - schoss übrigens bereits am 3. Juli 1988 einen Linienflug der Iran Air von Teheran nach Dubai über der Straße von Hormus ab. Dabei wurden alle 290 Menschen an Bord getötet. Laut der damaligen US-Regierung kam es zu diesem Abschuss, dem opferreichsten Flugzeugabsturz Irans, weil die US-Schiffscrew die Airbus-Maschine versehentlich als feindlichen Düsenjäger identifiziert hatte. Deswegen lehnte es der damalige US-Vize-Präsident George W. Bush auch ab, sich im Namen der USA vor den Vereinten Nationen beim Iran für den Abschuss zu entschuldigen. Es habe sich ja schliesslich um einen Zwischenfall in Kriegszeiten gehandelt. Weiterhin haben die USA trotz der unter Präsident Ronald Reagan geleisteten Entschädigungszahlungen nie die formelle Verantwortung für den Abschuss übernommen. Die iranische Regierung vertritt hingegen bis heute die Ansicht, dass die Maschine absichtlich abgeschossen wurde, obwohl klar gewesen sei, dass es sich um ein ziviles Verkehrsflugzeug handelte. Dieser Hintergrund und das Schuldbekenntnis des Irans zum Abschuss der ukrainischen Maschine vor einigen Tagen, sowie seine Bereitschaft dieses Unglück auch durch westliche Behörden aufzuklären, lassen das Mass, mit dem die westliche Wertegemeinschaft auf zweierlei Weise zu messen gewohnt ist, wieder einmal als besonders dreckig gezinkt erscheinen.


Am 13. Januar 2020 schrieb joe bildstein:

Iran wird fallen, da gibt es ueberhaupt nichts dran zu ruetteln.
Die USI wird dem Iran niemals, niemals, bis das die Erde untergeht - die Botschaftsbesetzung verzeihen oder vergessen. Egal was das Land machen wird, es wird bluten muessen.

Bolten, Kushner u Co sind nur die Spitze der NeoCons die wir sehen. Selbst der einfach Red Neck Hilly Billy waechst mit der Muttermilch und "Bomb Iran" auf.

Jedes Mittel, jede Luege, jeder Mord wird dafuer herhalten.

Der Einfluss Chinas u Russlands auf Zentralasien muss dabei auch noch zurueckgedraengt werden.

Gut aber das in Berlin die Menschen nur in Unterholse U-Bahn fahren....https://www.welt.de/vermischtes/article204969992/No-Pants-Subway-Ride-Menschen-in-Berlin-fahren-ohne-Hose-U-Bahn.html

"Spätrömische Dekadenz und totale Verbloedung" wie ein Leser kommentierte.


"Iran Air Flight 655" nicht vergessen bitte - einfach mal kurz suchen.

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