Von CDU bis LINKE: Die AfD-Helfer

Brennende Flüchtlingsheime stören die Geschäfte nicht

Autor: U. Gellermann
Datum: 08. September 2016

„In der Fundamentalopposition erreicht man mehr als in einer Regierung. Das Ziel ist eine andere Republik“, sagte der Parteifunktionär dem Berliner Inforadio. Ja, ist denn die Linkspartei zurück zu ihren revolutionären Wurzeln? Ach Gottchen, nein. Es ist Alexander Gauland, der nach der Wahl in Mecklenburg frech und unbekümmert die „nationale“ Revolution rauslässt wie andere die Sau. Und während die spitzen Schreie des Entsetzens noch den gesellschaftlichen Raum erfüllen, lauern im Hinterzimmer schon die Strategen: Klar, mit der Merkel an der Spitze ist eine Koalition mit der AfD nicht möglich. Aber ohne sie? Würde sich der Seehofer-Horst wirklich schwer tun mit dem alten CDU-Parteifreund Gauland ein Koalitiönchen einzugehen? Nur aus staatsmännischer Verantwortung versteht sich. Man kann das Land ja nicht unregiert lassen. Wir wollen doch keine spanischen Verhältnisse.

Seit langen Jahren leben Innen-und Aussenpolitik der Bundesrepublik vom Terror: Im Rahmen des Krieges gegen den Terror haben Regierung und Medien jeden noch so widerlichen Krieg der USA zumindest gebilligt, gern auch unterstützt. Im Land wurde jeder dumme Furz eines Nachwuchs-Salafisten zum Kurz-Vor-Anschlag-Alarm aufgeblasen: Das stank zwar nach Sensationsmache, erzeugte aber ordentlich Angst. Und rechtfertigte die nächste Überwachungsmaßnahme. Das Wort Burka wurde mit drei R geschrieben. Die Innere Sicherheit wurde im offiziellen Berliner Mund der Hauptspeichelspender. Man arbeitete tapfer an der von Gauland gewünschten anderen Republik. Und als dann die Fremden kamen, in großen Mengen, als sie ohne Sinn und Plan, als pure Bedrohung im Land erschienen, da ging die Saat der Angst auf. Man musste schon stark sein, wenn man nicht ins Zittern geraten und AfD wählen wollte.

Auf dem Land, in Mecklenburg, ist die Zahl der Fremden klein. Aber die Angst, noch weiter abgehängt zu werden, ist groß: Der nächste Arzt ist weit, weiter noch die Apotheke. Wo ist die nächste Einkaufsmöglichkeit? Die Busverbindungen sind schlecht, wer kein Auto hat, ist arm dran. Arm dran: Wer wenig hat, fürchtet noch weniger zu bekommen. Die Fremden sind für Arbeitslose keine kulturelle Bereicherung, sie sind Konkurrenz um die Sozial-Töpfe, sie erscheinen als Bedrohung. Der typische AfD-Wähler in Mecklenburg-Vorpommern ist Arbeiter oder arbeitslos. Das galt schon für das scheinbar wohlhabende Baden-Württemberg: Da erzielte die AfD bei Arbeitern 30 und bei Arbeitslosen sogar 32 Prozent. Das sind die Zeiten für das Feindbild: Einer muss doch schuld sein an der Misere. Der Jude ist weg, da kommt der Muslim gerade recht. Das passt den Kadern der AfD in den Kram. Leute wie Gauland haben bei der CDU in Hessen gelernt, wie man aus Ausländerfurcht Wählerstimmen macht.

Die Unzufriedenheit einer wachsenden Zahl von Menschen mit den politischen Verhältnissen nennt der Historiker Paul Nolte in der TAGESSCHAU „Das Problem eines eingebildeten Kranken“. Bilden sich die Leute ein, ihre Arbeitsverhältnisse seien nur noch solche auf Zeit? Bilden sie sich ein, dass ihre Meinung nicht viel zählt? Hört einer auf die deutsche Umfrage-Mehrheit gegen Auslandseinsätze? Ist die neue Mobilität, das Arbeitsplatz-Hopping, das Parken in einer sozialen Massnahme, die Angst vor einer Armutsrente – ist das alles nur Einbildung? Die Leute in Ost und West kamen aus vergleichbar behüteten Verhältnissen: Die im Osten waren in der DDR wohl verwahrt: Man kann sich in Mecklenburg noch an Zeiten erinnern, da gab es in fast jedem Dorf einen Konsum-Laden und in jedem zweiten Ort ein Kulturhaus. Im Westen kannte man zwar Arbeitslosigkeit, aber immerhin auch die festgefügten sozialdemokratischen Milieus, mit Vereinen, den kleinen Gärten, der gewerkschaftlichen Organisation, dem altmodischen Begriff der Solidarität. Vorbei. Auch und gerade mit der Schröder-Agenda 20/10 von der schönen Markt-Modernität.

Der Spitzenkandidat der Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Holter, hat mal der Zeitschrift STERN, mit Blick auf die Schröder-Agenda-Politik, gesagt: „Die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe war ein völlig richtiger Schritt.“ Fern aller sozialer Probleme war Holter jahrelang Minister in SPD-geführten Landesregierungen. – „Fast 75 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Mecklenburg-Vorpommern haben etablierte Parteien gewählt“, erzählt uns der TAGESSCHAU-Historiker und rechnet die LINKE mit zu den Etablierten. So wie es zunehmend mehr Wähler auch tun. Ein prägender Linkspartei-Mann, Gregor Gysi, will sich angesichts der Rechts-Entwicklung unter die Röcke von Mutti Merkel flüchten. Ein Bündnis mit der CDU sei reif: Wenn man den Rechts-Trend nicht gemeinsam verhindere, "dann begehen wir historisch einen schweren Fehler“. In Mecklenburg sind 16.000 Wähler von der LINKEN zur AfD gewandert.

Alle etablierten Parteien haben tapfer an den Gewinnen der AfD gearbeitet. Die einen durch Angstmache und Sozialabbau, die anderen durch Anpassung an die Dienstwagen-Verhältnisse. Kommt sie nun, die „nationale“ Revolution? Noch ist das offene Diktat der rechten Rechten in Deutschland schwer zu verkaufen. Noch pflegen die Herrschenden mit einer Großen Koalition von CDU bis GRÜN ihre politische Landschaft mit wenig Mühe. Es kostet sie ein Lächeln, das auch mit einer Partei zu machen, die „für eine Westbindung Deutschlands eintritt. Die Mitgliedschaft in der NATO gewährleistet sicherheitspolitisch unsere Freiheit und verschafft uns die Möglichkeit, außenpolitisch unsere eigenen Interessen zu wahren.“ So steht es im Programm der AfD. Solange auch dieser programmatische Satz FREIER WETTBEWERB SICHERT UNSEREN WOHLSTAND aus dem AfD-Programm Bestand hat, müssen die Milliardäre nichts befürchten. So ein paar brennende Flüchtlingsheime stören die Geschäfte nicht. Solange die Arbeitslosen brav die Verteidiger der Markt-Freiheit wählen.

Eine Stimme aus Mecklenburg-Vorpommern in der Rubrik Gelesen-Gesehen-Gehört: Schafft sich die LINKE selber ab ?


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 14. September 2016 schrieb altes Fachbuch:

@reformisten und transformer

auszüge aus dem "GUARDIAN":

"Der Gesamtwert der zehn führenden Unternehmen der Welt beläuft sich laut der britischen Zeitung The Guardian auf 285 Billionen US-Dollar (umgerechnet etwa 253 Billionen Euro). Das sei mehr als die Gesamteinnahmen der 180 ärmsten Staaten der 195 Länder der Welt,.."
"69 der Hundert größten Wirtschaftseinheiten der Welt seien Unternehmen und keine Staaten. Vergangenes Jahr seien es noch 63 gewesen."
"Das Streben nach kurzfristigem Gewinn werde über die grundsätzlichen Rechte von Millionen von Menschen auf dem Planeten gestellt, so Dearden. Diese Zahlen zeigten, dass das Problem nur schlimmer werde...
Ziel des Berichts sei, den Druck auf Großbritannien im Vorfeld einer entsprechenden Uno-Sitzung zu erhöhen. Die von Ecuador angeführte Arbeitsgruppe soll verbindliche Regeln erarbeiten, welche die Einhaltung der Menschenrechte durch internationale Unternehmen sichern sollen."

- wer will bestreiten, dass wert/gewinn/reichtum OHNE menschenrechtsverletzungen entsteht?
- wer will bestreiten, dass die HR-verletzungen vornehmlich in den ärmsten ländern passieren, und auch unser "wohlstand" darauf begründet ist, und damit erst mal weit weg? elend outsourced, gewinne eingesackt - spielt das in unseren überlegungen eigentlich eine rolle, oder kümmern wir uns um uns??
- wen soll man moralisieren oder zur vernunft bringen, das zu ändern??? das sind kapitalgesellschaften regiert von aktionären, die nur geld sehen wollen!!
- wer kann mir bei dieser tendenz das primat der politik über die ökonomie erklären?
- glaubt jemand, dass mit den "freihandels"abkommen was besser wird, und dass diese (bei den zahlen oben) politikgewollt sind?
- die arbeitsgruppe der UN soll verbindliche regeln für die einhaltung von menschenrechten durch diese unternehmen "erarbeiten"!! glaubt wer an einen bindenden beschluss??

caterpillar macht in belgien eine bude dicht. ca. 6-7000 erwerbslose (+familien+bäcker+kneiper...) im umfeld, obwohl 10mio gewinn gemacht wurden!!
per renault-gesetz ist dem unternehmen gar das verhandeln mit dem staat verboten, obwohl es subventionen beisteuerte!!

wo geht das hin? ich sehe nicht mal einen ansatz für reformen, nicht nur keinen träger oder politischen willen, sondern auch kein recht und keine chance!!

"wer ein kaptän werden will, muss bereit sein, das festland zu verlassen"
oder
"wer reichtum gerecht verteilen will, muss bereit sein, diesen den reichen wegzunehmen!"


Am 13. September 2016 schrieb altes Fachbuch:

"Ich hätte ihnen schon zugetraut, meiner Geschichte eine bessere hinzuzufügen."

nun, gerade der kant'sche KI verbietet mir, als gast eines forums bewertend unterwegs zu sein! ich bin auf wissenserwerb aus und hinterfrage artig die intentionen einiger foristen, oder bemühe mich um aufklärung im rahmen meiner interpretation von vernunft!
ob sie eine geschichte oder eine realutopie verfassen wollten, ist eine völlig nichtige information!

ihre bezugnahme auf stierle und das bmz sind für mich augen öffnend!! beim wort "verantwortung" wurde ich stutzig, alarmiert es doch seit gaucks auftritt bei der münchener SiKo jeden friedliebenden.
und siehe da, dr. stierle ist der redenschreiber gaucks! und das BMZ wird sich sicher um "transformation" in jedem land kümmern, nur nicht in bundesgermanien! was die unter transformation verstehen, entnehmen sie besser dem weißbuch der bundeswehr, und nicht der hauseigenen zukunftscharta!

"Globale Auswege zeigen, die Immanuel Kants kategorischem Imperativ gerecht werden, und dafür Mehrheiten zu gewinnen." das sind also ihre konkreten linken positionen, für die mehrheiten zu gewinnen seien?? und in EINEM positiven gedanken vereint, nutzen wir dann das primat der politik, um der ökonomie zu sagen, wie es lang geht?
der positive gedanke, und da bleibe ich bei ihren quellen, muss ein gebet sein!!
übrigens schließe ich mich den vielen kritikern kants an, und freue mich dennoch, dass die russen sein geburtshaus restaurieren!

schade eigentlich, dass sie sich meiner fragen nicht annehmen wollten. da bleibe ich dann wohl besser "perspektivlos"


Am 13. September 2016 schrieb Heinz Schneider:

@Altes Fachbuch
Ich hätte ihnen schon zugetraut, meiner Geschichte eine bessere hinzuzufügen.
Aber wo sind ihre Vorschläge?
Ihr einziger konkreter Vorschlag ist, die Sozialbeiträge auf Konsumgüter umzulegen. Na prima, dann wird es aber nichts mit Abschaffung der geplanten Obsoleszenz, die Sozialverbände müssen ja Sturm dagegen laufen.
Was in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts sinnvoll war, muss es heute oder morgen nicht mehr sein.

Es spricht einiges dafür, dass die Auslastung vorhandener Industrieller Kapazitäten bei Verlängerung der Produktlebensdauer ebenso Sinn macht wie die Produktion von Sonnenstrom in Regionen, in denen die Solarzelle die dreifache Leistung bringt als in unseren Breiten.

Was die Landwirtschaft betrifft, stimme ich ihnen zu. Aus Erfahrung, ich ernähre mich Im wesentlichen aus der örtlichen Solidarischen Landwirtschaft. Abfall gibts praktisch keinen, die Produktqualität ist sagenhaft.

Transformation ist eine spannende
Sache.


Am 12. September 2016 schrieb altes Fachbuch:


@h.schneider
"Aber wir können dafür sorgen, dass die Perspektivlosen eine Perspektive bekommen."
- was ist ein perspektivloser?? sind das die menschen, die vom bisherigen demokratischen system und der funktionierenden sozialen marktwirtschaft abgehängt wurden?? die wie ein verfallsprodukt wie der kühlschrank sich fühlen oder auch behandelt werden?
- ist der wohlstand (wo geht der los?) DIE perspektive, und will ich angesichts der damit verbunden globalen probleme (umwelt, endlichkeit der ressourcen, ressourcenkriege..) diese perspektive, oder gibts nicht auch noch andere künftige gesell. modelle
- wir sorgen dafür, dass die perspektivlosen eine perspektive bekommen?? neben meinen argumenten 1+2 hänge ich mal das dirigistische dran!! ein vorwurf, den sich GRÜNE sehr oft anhören müssen

"Wir könnten aber die Menschen im reichen Norden davon überzeugen, dass es ihren Wohlstand nicht beeinträchtigt, wenn ihr Kühlschrank künftig nicht 10, sondern 50 Jahre hält. Dann können aber bei gleichen Ressourceneinsatz 5 mal so viel Menschen einen Kühlschrank bekommen."

- haben sie da die kühlschrankhersteller mit einbezogen?? die müssen verkaufen, täglich, da soll nichts halten!! sollbruchstellen??
- und der reiche norden spendet dann kühlschränke für afrika? einen solchen haben die da jahrtausende NICHT gebraucht! die brauchten da auch nicht die rohstoffe unter ihren füßen. vielleicht sollten wir (reichen) mit dem missionieren aufhören, und afrika in ruhe lassen??

"Diesen könnten die Afrikaner sogar bei den bisherigen Produzenten kaufen, wenn sie dafür Sonnen- und Windstrom produzieren. Den müssten wir ihnen abkaufen, anstatt in Saudi Arabien Öl gegen Waffen einzutauschen. Lediglich unseren Widerstand gegen transnationale Stromleitungen müssten wir aufgeben."
- wäre es nicht anhaltender und effizienter, die kühlschränke dort produzieren zu lassen, von den eigenen leuten, incl. ausbildungssystem und zulieferindustrie und das auch jenseits von kühlschränken?? die leute fliehen doch nicht, weil es keine kühlschränke gibt!!
- stromtrassen bekommt DE nicht mal im eigenen land gebacken. und importe beim exportweltmeister?? zum schluss müssen wir DEREN kühlschränke kaufen - weil billiger, weil die dann was taugen??

"Anschließend nutzen wir die Chancen der Digitalisierung und errichten Fab Labs in unseren Dörfern und Städten. Die Afrikaner können das auch, denn das Patentrecht haben wir inzwischen gemeinwohlgerecht reformiert, wie es das Grundgesetz vorschreibt. "

- schöne heile welt, industrie 4.0:)
ich fordere, dass künftig die sozialkassenbeiträge über den KAUFPREIS eingezogen werden!! wer durch modernisierungen künftig "perspektivlose" schafft, sollte sich an den gesell. kosten beteiligen müssen!!

"Damit beginnen wir die Grundlage für eine Ökonomie zu legen, die des Wachstums nicht mehr bedarf. Erst wenn diese global funktioniert, steht die Überwindung des Kapitalismus an."

- wachstum ist systemimmanent!! kapitalismus kann ohne wettbewerb und wachstum nicht!!
- und ohne dieses wachstum kollabiert die "soz. marktwirtschaft", bevor in afrika ein kühlschrank ans netz geht!!

"Bis dahin nutzen wir seine Effizienzpotentiale in Form einer regulierten sozialen Marktwirtschaft, um Unterentwicklung und Armut in kurzer Zeit zu besiegen und allen Menschen eine Perspektive zugeben."

- allein in belgien werden TÄGLICH ca. 9kg lebensmittel pro (statistisch erfassten) obdachlosen weggeworfen!! die bänder beim hersteller von kühlschränken schneller laufen lassen, eine 2.schicht oder ganz automatisieren, wie viele hersteller von kühlschränken bräuchten wir noch??
- die welt produziert lebensmittel, um die 2-3mal satt zu machen!!
- und nun fangen die afrikaner auch mit industrialisierter landwirtschaft an: bedeutet viel europ. chemie (unsere entwicklungshilfe), viele neue schulden und wenige erzeuger oder ernährer im dorf!! und angebaut werden KEINE lebensmittel, sondern viehfutter oder energieträger! also nichts für den inhalt eines kühlschrankes:(

"Gelingt das, wird Rassismus wieder irrelevant."

- ist das das konzept gegen die afd??

"Als Motto der Aktion können wir was Altbackenes nehmen: Wohlstand für alle."

-als mensch steht mir der sinn nach anderem, ein auskommen und mehr menschlichkeit würden mir schon reichen. die gier nach wohlstand ist das problem!!

"Unsere Ziele sind noch älter: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit."

- eine pervertierung der ideale der franz. revolution,
- und eine überbewertung individueller rechte über das gebot des gemeinwohls!!!


Am 11. September 2016 schrieb Heinz Schneider:

Nachtrag:
Meine Realutopie vom Kühlschrank ist angeregt durch Uli Gellermanns Antwort auf Manfred Ebel. Beide Texte zeigen exemplarisch, dass es zwischen den meisten Diskussionsbeiträgen und Ulis sehr differenzierter Sicht auf das Phänomen AfD deutliche Widersprüche gibt.


Die folgenden Sätze des Theologen und Ökonom Dr. Wolfram Stierle, Leiter des Grundsatzstabs im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), passen gut dazu:

"Verantwortung bedeutet: Pragmatik mit dem Ziel der Transformation. Verantwortung und ökonomische Gestaltung der Globalisierung heißt, das Primat der Politik gegenüber der Ökonomie erhalten bzw. wieder durchzusetzen! Das, was "herrschende ökonomische Globalisierung" genannt wird, ist in Wirklichkeit eine politisch gewollte ökonomische Globalisierung".

"Es ist gegenüber den Opfern der Globalisierung unverantwortlich, reformistische und radikale Lösungsansätze gegeneinander auszuspielen. Die radikale Ablehnung aller Schritte innerhalb des bestehenden Systems ist so unverantwortlich, wie die operative Genügsamkeit mit dem vorgeblich bereits Erreichten"

Was sind also verantwortliche linke Positionen heute? Globale Auswege zeigen, die Immanuel Kants kategorischem Imperativ gerecht werden, und dafür Mehrheiten zu gewinnen.
Nicht hilft es, die Rechtspopulisten zu monströsen Faschisten zu überhöhen. Beide werden zu Witzfiguren der Geschichte, sobald ihren kruden Theorien die Voraussetzung ihrer Wirksamkeit, nämlich die Ungleichheit, entzogen wird. Aber sie mutieren zu Monstern, wenn man das unterlässt.

Also geht es, wie Uli Gellermann schreibt, um soziale Gerechtigkeit, ein breites Bündnis zur Aufklärung und eine progressive Änderung der Gesellschaft. Und um die Verteidigung der bürgerlichen Demokratie, in deren Rahmen auch Roosevelts New Deal möglich war.

Antwort von U. Gellermann:

Solche historisch seltenen Vorkommnisse wie der „New Deal“ – ein Vertreter der amerikanischen Bourgoisie strebte erfolgreich Elemente des Sozialstaates an – sind mir dann doch zu zufällig. Mir wäre entschieden lieber, wenn die soziale Gerechtigkeit im Ergebnis einer Volksbewegung erreicht würde: Das verspräche eine gewisse Dauerhaftigkeit des Erreichten.


Am 11. September 2016 schrieb Reyes Carrillo:

@ Gellermann
Völlig richtig, das sollte freilich nicht unerwähnt bleiben!


Am 11. September 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Es ist immer wieder zum Weinen, wenn sich, sich selbst als fortschrittliche Linke feiernde Zeitgenossen- und Genossinnen der Psychologie so einen lässlichen, überflüssigen oder geradezu schädlichen Stellenwert einräumen, aber vollmundig von der Gefahr des Neoliberalismus faseln. Dummerweise besteht die Macht des Neoliberalismus zu 90% aus Psychologie und nix anderem! Und ohne die individuelle Ebene des Einzelnen keine wirklich tiefgreifende Gesellschafts- und Herrschaftsanalyse. So einfach. Rainer Mausfeld, der wohl mit Abstand am tiefsten schürfende wissenschaftliche Erforscher der Untiefen des Neoliberalismus ist, richtig, Psychologe. Er weiß eben, dass dieses Monster ohne eine saubere psychologische Demaskierung nicht zu besiegen ist. Marxistische Dogmen allein reichen hier schon lang nicht mehr aus.

Antwort von U. Gellermann:

Aber ohne die marxistische Analyse taugt die ganze schöne Psychologie nix.


Am 11. September 2016 schrieb Heinz Schneider:

Wir können aus Rassisten keine Demokraten machen und aus Rechten keine Linken. Aber wir können dafür sorgen, dass die Perspektivlosen eine Perspektive bekommen.

Die neoliberalen Politiker mögen alle modernen Techniken der kunstvollen Selbstfesselung beherrschen. Menschen, die sich ihres eigenen Verstandes bedienen, vermögen sie nicht zu fesseln.

Wir könnten aber die Menschen im reichen Norden davon überzeugen, dass es ihren Wohlstand nicht beeinträchtigt, wenn ihr Kühlschrank künftig nicht 10, sondern 50 Jahre hält. Dann können aber bei gleichen Ressourceneinsatz 5 mal so viel Menschen einen Kühlschrank bekommen.

Diesen könnten die Afrikaner sogar bei den bisherigen Produzenten kaufen, wenn sie dafür Sonnen- und Windstrom produzieren. Den müssten wir ihnen abkaufen, anstatt in Saudi Arabien Öl gegen Waffen einzutauschen. Lediglich unseren Widerstand gegen transnationale Stromleitungen müssten wir aufgeben.

Anschließend nutzen wir die Chancen der Digitalisierung und errichten Fab Labs in unseren Dörfern und Städten. Die Afrikaner können das auch, denn das Patentrecht haben wir inzwischen gemeinwohlgerecht reformiert, wie es das Grundgesetz vorschreibt.

Fortan sind wir mittels unserer 3-D-Drucker in der Lage, jedes Ersatzteil für jeden Kühlschrank in jeder Kommune zu produzieren.

Damit beginnen wir die Grundlage für eine Ökonomie zu legen, die des Wachstums nicht mehr bedarf. Erst wenn diese global funktioniert, steht die Überwindung des Kapitalismus an. Bis dahin nutzen wir seine Effizienzpotentiale in Form einer regulierten sozialen Marktwirtschaft, um Unterentwicklung und Armut in kurzer Zeit zu besiegen und allen Menschen eine Perspektive zugeben.

Gelingt das, wird Rassismus wieder irrelevant.

Als Motto der Aktion können wir was Altbackenes nehmen: Wohlstand für alle.

Unsere Ziele sind noch älter: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.


Am 11. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Die AfD wird stärker werden können, wenn die linken, demokratischen, Kräfte den Fehler begehen, den sie in der Weimarer Republik begingen.
Die LINKEN Kräfte im Land lernen wenig aus der Geschichte, was Zusammenschlüsse, Gemeinsamkeiten, Ziele, und die Erkenntnis, dass Verhältnisse in der Gesellschaft sich nur verändern lassen, wenn wir dieses zusammen tun. Eben genau da stellt sich doch die Frage, wem nützt es denn in besonderer Weise, wenn Linke auf keinen grünen Zweig kommen ? Es ist soviel zu tun, dass es doch möglich sein muss, die berechtigten Interessen des Volkes, der Menschen in unserem Land zu vertreten. Die Linken haben die Antworten auf die sich verändernden Lebens- und Arbeitsbedingungen. Befindlichkeiten, psychologisieren, individualisieren wird keinen einzigen Lösungsansatz bringen. Besonders zur Freude derer, die mitbekommen, dass die Linken sich nach wie vor, wieder nicht einig sind.
Immer wird es unterschiedliche Auffassungen geben, doch die Erkenntnis, dass es um mehr geht, als um klein, klein oder wer hat Recht,.muss doch an erster Stelle der Kampf für die Verbesserung der Lebenswirklichkeit der Menschen stehen. Gegen Neoliberalismus, der uns, und den Völkern der Welt die Lebensgrundlagen klaut. Wir haben es mit zugelassen, dass die Gesellschaft umgebaut wurde, um die Interessen einiger Weniger zu schützen. Und die EU tut alles die Staaten zu stärken, um den Willen der Völker weiterhin in die Tonne treten zu können.
Sicherlich haben sie @ H.C.Hoffer und @H. Schneider eine zündende Idee ?


Am 11. September 2016 schrieb H.C. Hoffer:

Was ist RECHTS in diesem Land ?

RECHTS ist der Angriff, ja Krieg der bundesdeutschen Bourgeoise gegen die Armen und Marginalisierten im Land, gegen die Hartz4 -Bezieher, gegen die Niedriglöhner und Aufstocker, gegen die Armutsrentner .... das nennt mensch Sozialrassismus/Verrohung d. Mittel- und Oberschicht/gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit !

RECHTS ist die permanent wachsende Militarisierung unseres Landes, die Auslandseinsätze der Bundeswehr, die geplante Erhöhung der Rüstungsausgaben, die Waffenexporte in alle Welt ...

RECHTS ist das Mitmachen bei den Regime-Change- und Interventionskriegen der US-Nato (Serbien, Afghanistan,Irak, Libyen, Syrien ...)

RECHTS ist das Wegducken und Wegschauen, wenn tausendfacher Drohnenmord von dt. Boden aus geschieht ....

RECHTS ist die Eskalierung des Konfliktes mit Russland mit der 'Aussicht' auf einen kalten und dann sogar heißen Krieg im Baltikum oder in der Ukraine ... und dass aus der Endzeit das Zeitenende wird (G. Anders) ...

RECHTS ist die Flüchtlingspolitik der BK Merkel (ihrer Spindoktoren), d.h. der schmutzige Deal mit dem IS-Paten Erdogan und den diktator. Golfstaaten/Saudi-Arabien ... und dass NICHTS getan wird, um ökonomische Fluchtursachen in den Ländern Afrikas und des Nahen Osten zu beseitigen ....

DUMM ist, die Flüchtlingspolitik von Merkel als irgendwie human und unterstützenswert zu erachten und dabei
zu vergessen, dass diese Frau eine 1a Kriegstreiberin ist (Irak-Krieg z.B., aber auch Syrien ) und ansonsten überhaupt kein Problem hat mit der Not armer Menschen : zum Beispiel mit Hartz4-Bezieher u.a. bei uns oder mit den sozialen Verwüstungen durch ihre ökonomisch unsinnige Austeritätspolitik in den südeuropäischen Ländern bzw. Irland ...

So, und jetzt kommen in der Berliner Linken Genossinnen und Genossen und labern, ja LABERN von den bösen, bösen Rechtspopulisten, die nur Parolen anzubieten hätten, und die Leute würden denen hinterherlaufen ...und nicht auf die Partei hören !

Mein Gott, diese AfD erntet die Früchte mieser, dreckiger, kapitalist.
Politik, aber sie ist nicht deren Verursacher ....

Das wollen viele anscheinend nicht kapieren oder vielleicht auch bewusst nicht verstehen !?

AfD-Bashing ist bei den Hartz-Vier-Kriegsparteien ein beliebtes Spiel, um von ihrem Polit-Versagen abzulenken !
Weil die Linke dabei mitmachen will/ mitmacht, ist sie zurecht am Ende, am/im Arsch !!!

(Gr. Zustimmung meinerseits zu Hansguck und Hella Schier !)

Antwort von U. Gellermann:

1. Es gibt „die“ LINKE nicht. 2. Die AfD ist die Nachgeburt der CDU-CSU, natürlich gehören solche wie Gauland auch zu den Verursachern. 3. Die AfD ist, in schöner hessischer Gauland-Wallman-Kanther-Koch-Tradition, die Ausprägung des rassistischen Flügels der CDU.


Am 11. September 2016 schrieb Pat Hall:

Welchen Sinn hat es welche Partei man in diesem kaputten Wirtschaftssystem wählt,in dem man auch noch Wohngeld beantragen muss,obwohl man 50 Stunden pro Woche arbeitet ?
Welche Partei will den täglichen Subventions & Steuerbetrug z.B. wirklich paroli bieten ?
Da würde ich doch, egal was kommen mag doch gleich die AfD wählen denn schimmer kann es in diesem Land nicht mehr werden,oder ?

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich kann es noch schlimmer kommen: Noch neoliberaler, rassistischer, also AfD.


Am 10. September 2016 schrieb Heinz Schneider:

"Es besteht eine stille Übereinkunft, die Lasten ökonomischer Anpassungsprozesse im digitalen Kapitalismus auf dem unteren Drittel der Gesellschaft abzuladen", hat Peter Glotz 1992 geschrieben. "Europa wird dem Rechtspopulismus in die Hände fallen, wenn die europäische Linke nicht aus ihrer Erstarrung erwacht".
Es kommt wohl so, denn die Erstarrung der Linken kann man allerorten in Europa, von Brüssel bis in diesen Blog beobachten. Sie gleicht der Erstarrung des Kaninchens vor der Schlange.


Am 10. September 2016 schrieb Thomas ...:


Es sind übrigens nicht nur die etablierten Parteien, die die AfD stark mach(t)en. Ganz wesentlich ist dies ein Verdienst unserer Medien, vor allem der "Leitmedien". Wobei man da noch spekulieren kann, in wessen "Auftrag" diese handeln, wenn sie die AfD unisono als "rechtpopulistisch" charakterisieren. Aber ob die Gleichschaltung nun aus der Politik oder der straffen Einbettung der Medienverantwortlichen in diverse "Denkfabriken" herrührt, ist fast egal. Das Ergebnis zählt.

Denn es waren vor allem die Medien, die in der Folge von 9/11 einen tiefgreifenden Stimmungswandel in der Bevölkerung betrieben, Angst schürten vor Ausländern, "Terroristen", DEM Islam an sich etc. Es war zB. nicht die AfD, auch nicht Udo Ulfkotte mit seinem 2015 erschienenen Buch, sondern schon 2007 der SPIEGEL, der mit dem Titel "Mekka Deutschland, die stille Islamisierung" Angst vor der "islamischen Überfremdung" und einem "Scharia-Staat" Deutschland schürte. Oder auch "Der Koran, das mächtigste Buch der Welt":

http://freigeist.wiki-site.com/index.php/Berichterstattung_der_Nachrichtenmagazine_%C3%BCber_Islam,_Islamismus_und_Terror

Seit anderthalb Jahrzehnten ist das der herrschende Medien-Mainstream zur Unterstützung all der "Kriege gegen den Terrorismus", die bislang alle nur ein Ergebnis zeitigten: Eine weitere Stärkung desselben! Da war an die AfD noch gar nicht zu denken. Die wurde erst 2013 gegründet, und hatte neben nationalistischen Tendenzen vor allem einen im Vergleich zur FDP noch radikaleren Neoliberalismus auf der Agenda. Und auch hier waren es wiederum die Medien, die eine Schlüsselrolle spielten, indem sie über DIESEN Aspekt so gut wie nie berichteten! Bis heute! Vor allem seit dem Weggang von Lucke und Henkel wird die AfD ausschließlich als "rechtpopulistische Protestpartei" inszeniert - mit den entsprechenden Wahlerfolgen vor allem bei jener Klientel, die unter einer AfD-Politik am meisten zu leiden hätte, die aber eben desillusioniert und verängstigt "Protest" wählt. Ein gigantisches Spiel mit dem Feuer.


Am 10. September 2016 schrieb Manfred Ebel:

Als Anregung, denn wir diskutierten hier schon öfter über das Faschismus-Thema ohne merkliche Klarheit. Das Thema erregt die Gemüter. Zu Recht!
1. Faschistische Organisationen und Brutalität muss von Faschismus in der Ökonomie unterschieden werden. Faschismus kann nicht (nur) an KZ's, Gestapo und SA-Horden festgemacht werden. Die ökonomische Basis heute erfüllt alle Merkmale des Faschismus. Der polititsche Überbau folgt zeitlich der ökonomischen Basis. Das Primat hat die Ökonomie.
2. Etwas überhöht zwecks Deutlichkeit: An welchem Tag war im Deutschland des vorigen Jahrhunderts der Faschismus ausgebrochen?
3. Wie, mit welchen Erscheinungsformen wirkte der Faschismus in Spanien bis in die 70er Jahre?
4. Mit welchen Erscheinungsformen des Faschismus muss gegenwärtig gerechnet werden?

Antwort von U. Gellermann:

Der „Faschismus“ in der Ökonomie ist einen neue Kategorie, deren Inhalt mir fraglich ist. Die ökonomische Basis des Faschismus waren Monopole und Finanzoligarchie. Bei denen gibt es es, außer ihrer globalen Ausdehnungen, keine wesentliche Neuerung. Auch hier hilft ein Blick in die Geschichte: Trotz der Monopolherrschaft in den USA zur Zeit des deutschen Faschismus wäre niemand auf die Idee gekommen, die USA als faschistisch zu bezeichnen. Alle Faschismus-Theoretiker, die ich kenne, nutzen den F-Begriff als ausschließlich politische Kategorie, auch wenn seine Basis in der Ökonomie liegt.

Der Faschismus steht nicht auf der Tagesordnung. Auf der Tagesordnung steht die Verteidigung der bürgerlichen Demokratie, die Verteidigung des Grundgesetzes, die Rückkehr zu einer friedlichen Außenpolitik, der Austritt aus der NATO, der Kampf um soziale Gerechtigkeit und alles was sonst noch in einem breiten Bündnis zur Aufklärung und einer progressiven Änderung der Gesellschaft führen kann.

DIE FASCHISMUS-DEBATTE IN DER RATIONALGALERIE IST BEENDET.


Am 10. September 2016 schrieb altes Fachbuch:

@ der linksliberale
"Das ist ein perfektes System und erklärt auch, warum die politisch, ehrliche Rationalgalerie? fast schon wie ein "elitärer politischer Zirkel" anmutet ?"

von dieser kausalität wie auch intention, platziert auch noch als fazit der meinung eines besuchers der rationalgalerie distanziere ich mich!!
ich liebe den widerspruch, aber er soll der sache gelten!!


Am 10. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:


@ der Linksliberale
So sehr ich ihre Kommentare schätze, lieber Linksliberaler, doch an dieser Stelle will ich mich klar positionieren, und genau da, wo die Antwort des Galeristen sich findet, auch in Erinnerung an die Frauen und Männer, die eine doppelte Bestrafung ertragen mussten. Zum Einen den Kampf gegen den Faschismus, und zum Andern, die Zeit danach, die alles andere als demokratisch für diese Menschen gewesen ist. Niemand gedenkt ihrer.
Sie verschwinden im Strudel der Geschichte.
Der Antikommunismus hat in Deutschland eine ganz lange Tradition.


Am 10. September 2016 schrieb Der Linksliberale:

Die Frage, zur Beurteilung des "Merkel-Systems", ist meines Erachtens falsch gestellt. Es geht nicht darum, wieviel Gegner des "Merkel-Systems" sitzen im Gefängnis und welche Medien sind verboten(?). Nein Ulli Gellermann, die Frage müsste lauten: Wieviel Gegner des "Merkel-Systems" können sich öffentlich artikulieren und haben eine entsprechende Öffentlichkeit um gehört zu werden - Antwort: So gut wie keine. Die Gegner müssen in dieser "Merkel-Demokratie" nicht eingesperrt werden, sie sind bereits überwiegend mundtot gemacht. Die Gegner des Merkel-Systems sind einsame Rufer in der Wüste geworden und werden bestenfalls von den „Etablierten“ als Beweis für die Meinungsvielfalt in unserem Land benutzt.
Und was ist mit den Medien - da wird in der westlichen Demokratie nichts verboten - das Verbot erübrigt sich, denn die Medien werden effizient gleich geschaltet, wie das funktioniert? Ganz einfach, die Nachrichtenagenturen(dpa, AFP; BBC) gehören denen, die die Gegner des Merkel-Systems nicht mehr einsperren müssen.
Das ist ein perfektes System und erklärt auch, warum die politisch, ehrliche „Rationalgalerie“ fast schon wie ein "elitärer politischer Zirkel" anmutet ?

Antwort von U. Gellermann:

Zur Erinnerung: Es geht um die Frage, ob die aktuelle Bundesrepublik faschistisch ist. Da lohnt ein Blick in die Vergangenheit der Republik: Am 17. August 1956 wurde die KPD in Westdeutschland verboten (das Verbot gilt de jure bis heute). Im Gefolge des Verbots wurden jeden Menge Haftstrafen ausgesprochen, einige Kommunisten wurden sogar mehrjährig ins Gefängnis gesteckt. Zeitungen der KPD waren verboten, ihr Vermögen wurde beschlagnahmt. Keine ernsthafte Analyse hat diese Phase der Bundesrepublik als „faschistisch“ bezeichnet. Wer die aktuelle Entwicklung der Bundesrepublik trotzdem so einordnet, der verkleinert die Bedeutung des Wortes „faschistisch“ erheblich und vergrößert seinen eigenen Widerstand. Beides dient nicht der Analyse. Und natürlich gab es in die 50er Jahren das Meinungsmonopol der Eliten, von den genannten Nachrichtenagenturen bis zum Staatsfunk. Was also ist das Neue? Oder sollte das Land schon seit Gründung der Bundesrepublik „faschistisch“ sein und nur ich habe es nicht gemerkt?


Am 09. September 2016 schrieb altes Fachbuch:

@ u.gellermann
"Im Wort "Faschismus steckt ein Alarmismus, der kaum zu überbieten ist."

dies ist völlig korrekt, und ich springe dem galeristen bei, dass man sich die historische, vielleicht auch erlebte präsentationsform des ns-faschismus nicht wieder wünscht, und eine wiederholung als ausgeschlossen hält. man kann und will es sich einfach nicht vorstellen, dass man nach 71 jahren wieder drüber nachdenkt! aber haben wir in erinnerung, wie der westen den 70. jahrestag boykottierte und massive antirussische geschichtsfälschung betrieben wird??

UND:
auch der besucher der rationalgalerie kann sich irren, aber man darf NICHT die ratio davor verschließen, dass sich erscheinungen des gleichen wesens qualitativ verändert wieder präsentieren!! herr ebel würde von dialektik sprechen, ich meine, dass auch die hinterzimmer-nazis dazu lernen. der neue faschismus sieht anders aus, hört sich anders an, braucht noch nicht die "völkische" vernichtungsmaschinerie, aber alles andere läuft doch bereits!!

ich bin weit weg, alleinig die BRD in faschistischer entwicklungsrichtung marschieren zu sehen. wenn faschismus eine notwendige anbindung an die kapitalistischen produktionsverhältnisse braucht, und man betrachte deren globalisierte tendenzen, dann ist die EU das 4.reich!! nehmt doch mal (oder reduziert es) das nationalistische geschwätz weg(arische überlegenheit, volk ohne raum...), es ging auch bei den nazis im wesentlichen ums geld, um märkte, um territorien, um bündnisse, um krieg. das schreckensgesicht mit den kz's und dem holocaust ist wahr und fürchterlich - aber die wirtschaftlichen verhältnisse haben dadurch doch nicht eingebüßt und sie haben überlebt!! heute heißt der zwangsarbeiter aufstocker, zeitarbeitnehmer, prekär beschäftigter, flüchtling!!
und ich sage nicht, dass morgen wo ein "FEMA-Lager" steht, weil die modernen nazis (noch) ohne auskommen. aber die europäischen strukturen dafür werden doch geschaffen - zentralisierung bei der eu-kommission, militarisierung im inneren (gladio?), schleifung der bürgerlichen rechte (facebook etc. machen eine gestapo überflüssig und trotzdem haben die eine!!) und ein sozialabbau, der historisch seines gleichen sucht!!

alle merkmale der dimitroff'schen definition sind in arbeit!! die strategen in den hinterzimmern wissen, dass man mit faschismus mehr gegner produzieren kann. deshalb lassen sie es anders aussehen - das wesen bleibt!!

ich hoffe, als rationalist, mich zu irren! aber ich werde diese interpretation des realen nicht ausschließen, solange der schoß noch fruchtbar ist!!

Antwort von U. Gellermann:

Wie viele Gegner der Merkels-Systems sitzen schon in den Gefängnissen? Welche Medien sind verboten? Wie nennen wir denn die Steigerung der Demokratur, Fascho-Faschismus?


Am 09. September 2016 schrieb Michael Kohle:

Werte Reyes Carillo,

wann jemals hätte ein Gellermann mir auf den Keks gehen können. Rennt er bei mir doch regelmäßig offene Türen ein. Wohl wissend, dass Beifall das Brot des Künstlers ist (was sonst wäre heutzutage ein freier Journalist), halte ich mich dahingehend doch meistens zurück. Zumal er dank seiner Fangemeinde immer reichlich mit passender Nahrung versorgt wird. Wenn dann der von mir gelegentlich beigesteuerte Senf - überflüssig, von süss bis scharf - als unverträglich abgetan wird, so zeigt mir das, dass er zumindest angekommen ist, ob immer in seiner Gänze verstanden, na ja.

Heuer reichte wohl schon das erste Reizwort im ersten Satz - das "auf den Senkel" - um statt des Weiterlesens zur Tastatur zu greifen. Ausschließliche Rechthaberei in der Folge, gut, dass man mir das endlich mal sagt! Allein das „marxistisch" lässt mich fast etwas beleidigt zurück. Zu Ihrem großen Bedauern muss ich leider feststellen, dass das Dicke-Bretter-Bohren nie so mein Ding war. Vermute mal, dass das so etwas sein könnte, wie das allseits beliebte "Wir müssen"?. Kombiniert vielleicht mit "raus aus der NATO!?", "die Welt retten!", "dem ganzen Unfug ein Ende setzen!". Die ganz großen „Dinger" eben. Nein, so was kann und will ich nicht. Das steht mir nicht zu!

Und nu? setzte Uli G. meinem Frust-Erguss eins drauf! Recht hat er! Was nun?
Was, wenn ich hier jetzt den ultimativen Aufruf zur "Ersten unabhängigen Republik deutscher Nation" von mir geben würde? Ergänzt um "Ich kenne keine Parteien mehr, nur noch Deutsche"? Zu dumm, das hat schon mal einer gesagt. Schlimmer noch: schaue ich ins Hohe Haus, sind wir doch schon längst wieder so weit.

Antwort von U. Gellermann:

Zur unabhängigen Republik deutscher Nation könnte ich nur zustimmen, wenn Simplicissimus Teutsch ihr Präsident würde.


Am 09. September 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Manfred Ebel,

schauen Sie, wenn Sie Lenin zitieren (den ich teilweise sehr bewundere), dann ist das so, als zitierte jemand eine Bibel-Stelle und noch jemand anderer aus dem Koran. Das ist es, was ich meine.
(Und: Ich fand und finde viele Ihrer Beiträge absolut richtig und wichtig!)


Am 09. September 2016 schrieb Günther Mann:

Verstehe nicht was die Aufregung um die AfD soll?
Unser Recht(s)-Staat ist in der Substanz seiner Organe (Staatsorgane) bereits so weit rechts, rechtser(!) könnte er nicht mehr werden, selbst wenn die AfD die absolute Mehrheit im Bundestag hätte. (NSU, BND, BKA) Auch die Hundertschaften nutzloser CDU - Claqueure würden nicht arbeitslos: ein Parteiwechsel mit Lichtgeschwindigkeit ist nix neues in D.
Unser Stabilitätsfaktor liegt jenseits des Grossen Wassers, wer auch immer bei uns gewählt wird, hat die transozeanischen Anweisungen zu befolgen. Das beruhigt irgendwie, nach der nächsten Welterschütterung werden die (eventuell überlebenden) Deutschen zum ersten Mal in der Geschichte sich tatsächlich und zu Recht(s) als unschuldig bezeichtnen können.
Wir können alle ruhig weiterschlafen!

Antwort von U. Gellermann:

Folgt man dieser Logik, würde eine totale AfD-Mehrheit eigentlich nur für Klarheit sorgen. Und noch mehr Klarheit würde nur noch eine NPD-Mehrheit bringen. Manchmal werden auch ganze Kindergärten mit dem Badewasser der Vereinfachung ausgeschüttet.


Am 09. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Manfred Ebel
Vielen Dank für diese klaren Worte.


Am 09. September 2016 schrieb Frank Lin:


Hallo, zunächst großen Dank und große Anerkennung Herrn Gellermann für seine tollen Texte!

Zum Kommentar von "altes Fachbuch" und Herrn Gellermanns Replik:
einen Faschismus festzustellen ist natürlich eine höchst subjektive Angelegenheit der Definition von Faschismus.
Ich persönlich sehe die Außen- und Außenwirtschaftspolitik der dt. Regierung inzwischen durchaus als faschistisch. In dem Sinne nämlich, daß fremde Regierungen offen und erpresserisch genötigt werden (Griechenland) und noch schlimmer, alle für mich erkennbaren strategischen Motive darin liegen, Märkte bereitzustellen. Und diese Märkte sind zunehmend solche für Kriegsmaterial. Die Kooperation Erdogans Türkei mit Daesh ist seit 2012 bekannt, ebenfalls 2012 sprach Obama angesichts des Scheiterns des Putsches in Syrien plötzlich von einem langjährigen Krieg (und nicht nur er), obwohl gerade er doch alle Macht hätte, diesen Krieg schnell zu beenden. In den 4 Jahren seitdem sind so ziemlich alle Kriegsbanden schon mal aufgerüstet worden, teils abwechselnd, teils sogar gleichzeitig. Jetzt steht Daesh tatsächlich kurz vor der endgültigen Niederlage, da greift plötzlich Erdogans Türkei aktiv und völkerrechtsbrechend und versucht, den Krieg zu verlängern. USA und Verbündete wechseln wieder mal die "Partner". Und bei allem die dt. Regierung ganz vorne mit dabei.

Diese Politik nenne ich faschistisch, offen gewalttätig.

Und auch im Innern verschärft sich zwanhsläufig die gleiche Tendenz. Die neue Interpretation von Schuld, Solidar und Pflicht, niedergeschrieben in einer Dienstanweisung der BA, verdeutlicht den Wandel der institutionellen Solidargemeinschaft zur Gesinnungsgemeinschaft. Die Pflichtgesinnung lautet: arbeite, egal wie sinnlos oder auch schädlich, mach Geld, ansonsten wirst du aus dem Solidarkörper (Volkskörper) entfernt.
Fällst du als nicht-konform auf, wirst du ruiniert.
Da verwundert es nicht, daß die größte Aufrüstung, noch vor Militär und Auslandsgeheimdienst, der Inlandsgeheimdienst erfährt. (http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59437 )

Aus meiner Sicht besteht kein grundsätzlicher Unterschied zw. Regierung und Afd: was die Einen bewußt PR-gewaschen umsetzen, propagieren die Anderen bewußt ungewaschen. Die Afd ist das Auffangbecken für die gleiche Politik.

So sehe ich das und hoffe auf bessere, dann erst wieder liberale Zeiten.

Antwort von U. Gellermann:

Im Wort „Faschismus“ steckt ein Alarmismus, der kaum zu überbieten ist. Wie sollen wir den aktuellen Zustand in der Türkei bezeichnen, wenn bei uns schon der Faschismus herrscht? Warum sollten wir „Raus aus der NATO“ fordern, wenn Deutschland schon faschistisch wäre? Wäre in Zeiten des Faschismus nicht der bewaffnete Widerstand angesagt? Oder einen, natürlich hinkenden, historischen Vergleich nutzend: So wie wir heute den Hitler-Attentätern Elser und Stauffenberg applaudieren, wäre dann Applaus für einen Anschlag auf Frau Merkel angesagt? Ich bin sicher: Nein.


Am 09. September 2016 schrieb Manfred Ebel:

Hallo, liebe Frau Carrillo, nicht die marxistische Fraktion hat recht, sondern: "Die Lehre von Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist." (Lenin, Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus, 3. Abs.)
Wer lächelt nicht wissend und süß-säuerlich über diesen Satz? Gehört ja schließlich zum ritualisierten guten Ton des gebildeten Bürgers. Es muss auch zelebriert werden wie der sekundengenaue dosierte Beifall beim Brecht-Stück mit immer gleichen Lachern. Dieses Lächeln gehört auch zum Verleumdungs-O-Ton der Kommunistenhasser und der Meinungsmanipulatoren .
Wer aber drüber nachdenkt und eben auch die Praxis analysiert, kommt zu dem Schluss: Es stimmt.
Spätestens dann ist das Lächeln peinlich und entlarvend.


Am 09. September 2016 schrieb Reyes Carrillo:

Lieber Michael Kohle,

ich lese Ihre Kommentare eigentlich ganz gerne; da ist viel Verve drin, da ist eine erfrischende Distanz zu jedem gestanzten Ideologie-Sprech und da schimmert auch immer Ihre persönliche Verfasstheit durch, was für eine angenehme Authentizität sorgt.
Eines aber geht mir manchmal auf den Senkel: Sie haben ebenso wie die marxistische Fraktion irgendwie immer Recht und wissen es besser. Wo die einen im Analytischen dümpeln, ist Ihre Sache das konkrete Tun im Hier und Heute – der anderen. Und da wissen Sie dann vor allem genau, was nicht zu tun ist. Mal ist es der Hausherr, mal die gesamte Leserschaft, die Ihnen in ihrer so wahrgenommenen Lethargie und dem Bohren zu dünner Bretter auf den Keks gehen. Berichten Sie doch einfach mal von den dicken Brettern, die Sie täglich bohren!


Am 09. September 2016 schrieb S. Hauptkorn:

Nach längerer Pause: ich bin dabei! - in Stuggi :)


Am 09. September 2016 schrieb Michael Kohle:


Die Diskussion hier geht mir so langsam gehörig auf den Senkel. Aber total! Da schwadronieren fast alle, wie toll doch einst Mausfelds Vortrag zu den schweigenden Lämmern gewesen sein soll. Und was haben sie selbst mitgenommen daraus? Nada, nüscht, garnüscht! Es ist wie beim Entenfüttern am Parkteich, da wird schön in kleinen Bröckchen trocken Brot dargereicht, bestens fragmentiert. Die Aufregung - empörtes Schnattern, das Rühren des Schnabels in seichter Brühe - ist groß. Irgendwann sind dann alle satt, und lassen sich woanders hin treiben. Wie die Enten am Teich eben. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Schaun?mer mal! Neues Spiel, neues Glück!

Was wir da so treiben, es ist nichts anderes als das, was vom ach so tumben Bürger erwartet wird. Wenn er schon seiner ersten Pflicht nicht nachzukommen bereit oder fähig ist - Ruhe zu geben nämlich - so hat er sich wenigstens mit seinem ansonsten überflüssigen Echauffement abzufinden. Dann aber - hat Ruhe zu herrschen, basta. Deutschland bleibt Deutschland! Hieß das nicht mal "Deutschland, Deutschland über alles", "Weiter so Deutschland,!" oder noch früher "Keine Experimente"? Es ist was faul im Staate, nicht nur im hamletschen Dänemark, nicht nur in Großdeutschland, vom Islam, der doch zu ihm gehört, auch noch bedroht. Verrottet, nicht nur faul, die ganze Wertegemeinschaft, von der merkelianisch im Permaplapper gekündet wird. Wertegemeinschaft, Wertegemeinschaft, Wertegemeinschaft - wann endlich wickeln wir der Dame oder der Visage, die ihr folgen sollte, diesen dümmlichen Schwurbel um den Hals?

Wann je hätte ein Imperium es hingenommen, dass aus den Provinzen, aus einem Reichsprotektorat schon gar nicht, Widerspenstiges geboten zu bekommen? Wann je hätte ein Imperium es auch nur im Ansatz interessiert, ob das vom Imperium Auferlegte auf Widerspruch stossen könnte. Vorgabe erfüllt? Wenn nein, gibts etwas hinter die Ohren und zwar kräftig! Übernahme von mehr Verantwortung? Aber ja doch! In wieviel unschuldigen Ländern treiben sich zwischenzeitlich unsere Grauberockten rum, Brunnen bauend und Mädchenschulen tünchend, nach widerborstigen Russen Ausschau haltend? Wieviel demnächst aufzufrischendes H-Bomben-Potential des Imperators hat in der germanischen Provinz vorgehalten zu werden? Ohne Widerspruch natürlich, wo kämen wir da auch hin sonst!

Und wir delektieren uns hier ohne Unterlass am diesmal braunen Hering, wie genannt - ach ja, Alternative für -, ausgerechnet im Land des/der Alternativlosen? Sind wir noch ganz Baches?

Antwort von U. Gellermann:

Und nun?


Am 08. September 2016 schrieb Der Linksliberale:

Die Etablierten, die AfD und die Deutschlandrübe

Die AfD schafft über 20% in "Mäc- Pom" und das ist nicht gut für die „Etablierten", sagen die etablierten Parteien. Es wird nun Zeit für den Kampf gegen den rechten Populismus der AfD, aber auch gegen das „Fremde" in Deutschland, rufen die Etablierten. Unsere Bundesmutti hat die Lage analysiert und was kommt raus: Frau Merkel will ganz dicht ans Volk, quasi das Volk mit unseren amerikanischen Verbündeten weiter belauschen und die Islamisten bzw. Burka-Trägerinnen, aber auch die Sorgen und Nöte des Volkes noch lange vor der AfD erfassen. Frau Merkel nimmt dann wahrscheinlich die von ihr erlauschte „gefühlte" Armut in Deutschland und erklärt den 25% armen Deutschen in Deutschland sofort (und noch vor der AfD) die richtigen Gefühle, die sie haben müssen. Dann sind die zwar immer noch arm, aber die fühlen sich anders und wählen dann logischerweise anders. Schlauer Plan! Aber vorher lief sie kürzlich im Bundestag zu einer rhetorischen und phonetischen Spitzenleistung auf: "Deutschland bleibt Deutschland" rief sie jüngst mit gerecktem Arm und geballtem Fäustchen in den Kuppelsaal des Bundestages. Die Hacken der besonders deutschen Deutschländer knallen zusammen. Der Kampf gegen die AfD kann beginnen. Die christlich/afghanischen Brunnenbohr-Abgeordneten der CDU, die fast linke SPD, die manchmal linke Linke, die NATO-olivgrünen Grünen, auch die christlich-asozialen Bayern starren staunend auf die Kanzlerin. So haben sie das alle noch nicht gesehen. Diese Wirtschaftsflüchtlinge, politischen Flüchtlinge, Fremde, Asylanten, Gastarbeiter, Ausländer, Migranten, Deutsche mit Migrationshintergrund, Muslime, Hungerflüchtlinge, einige undankbare Ossis, Islamisten, Kriegsflüchtlinge, Verfolgte, kriminellen Ausländer, rumänische Sozialschmarotzer, Vertriebenen und Nordafrikaner wollen möglicherweise, dass Deutschland nicht mehr Deutschland bleibt. Die wollen vielleicht, dass es russifiziert, bulganisiert, albanasiert, moslemisiert, afrikanisiert, terrorisiert oder gar islamisiert wird, unser schönes Deutschland! Nein das lassen die Etablierten, nicht zu, denn Deutschland bleibt Deutschland. Oder mit dem Wahlslogan der AfD ausgedrückt "Mut zu Deutschland" oder mit den Worten der NPD: "Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land." Auch wenn der NPD Spruch feinstes Nazisprech ist. So sieht wahrscheinlich der Plan unserer Kanzlerin aus:
Die „Etablierten" kämpfen nun gemeinsam mit der AfD gegen die AfD und gegen die Überfremdung, aber Deutschland muss dabei Deutschland bleiben (!) und dann kämpfen die Etablierten zeitgleich gegen die AfD und gegen Fremdenfeindlichkeit. Schwere Aufgabe, aber wir schaffen das.
Mein Vorschlag an die Etablierten: fangen Sie mit der Mohrrübe an - also mit der Überfremdung des Begriffs Mohrrübe und dem alltäglichen Rassismus der im Wort Mohrrübe steckt. Das ist doch mehr als zynisch gegenüber „Andersfarbigen", weil der Mohr ja keine Rübe ist. Den Mohrenkopf und den Negerkuss haben die Etablierten abgeschafft (also den Namen) und was ist mit der Mohrrübe? Außerdem ist die Mohrrübe ein urdeutsches Gewächs und hat nichts mit dem Mohr zu tun.
Packen wir es an! Spätestens, aber innerhalb der nächsten drei Wahlperioden, wird von den Etablierten die Mohrrübe umbenannt. Zum Zeichen der ungebrochenen Weltoffenheit und Ausländerfreundlichkeit und weil Deutschland eben Deutschland bleiben muss, wird die Mohrrübe umbenannt in „Deutschlandrübe". Das wäre mal ein richtiger Schritt, hinein in das neue deutsche Deutschland! Es kann Ihnen dann auch niemand vorwerfen Sie, die Etablierten, hätten tatenlos zugesehen, als der braune Sumpf wieder blubberte.


Am 08. September 2016 schrieb altes Fachbuch:

der galerist verwies auf die strategen und deren agieren in hinterzimmern;) ich bin davon überzeugt, dass die das permanent machen, also schon vor dem bestehen der afd, und künftig weiterhin!!
der tatsächliche name dieser partei und ihre farbe sind m.E. völlig nebensächlich. die hinterzimmerleute haben einfach nur das wachsende protest- und unzufriedenheitspotenzial kanalisiert, und wieder 5 jahre zeit gewonnen - weil mehr demokratie ist nicht vorgesehen, aber das thema hatten wir ja schon! sage niemand, dass solcher art produktdesign in der politik nicht ginge (was bei rb leipzig geht, funzt auch mit der afd)!!

viele foristen analysieren ja, dass wir von den am meisten reaktionären, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals regiert werden!! ceta und ttip, deren art und weise des zustandekommens als auch deren auswirkungen bewegen viele, die marktkonforme demokratie erschreckt nicht nur als wortspiel. und tisa wird unterbewertet, obwohl es das nackte (über)leben regeln wird!!
und nun komplettiert sich das system mit einer terroristischen herrschaftsform durch eine verschärfung der "inneren sicherheit", der reduzierung von arbeitnehmerrechten etc.!! natürlich zu unserem wohle und ohne, dass die afd im parlament sitzt!! vorauseilend und getrieben wird ttip schon realisiert.
dimitroff nannte ein solches gesellschaftliches konstrukt schon vor 80 jahren FASCHISMUS!!
- wie jetzt, nicht in unserem beschaulichen ländle, wo in jeder hofeinfahrt ein VW oder MB steht??
- wie jetzt, weithin keine braunhemden und hakenkreuze. paar "LAGER"feuer von verwirrten, die gab es schon vor moelln.
- wie jetzt, trotz der paar truppenbewegungen gen osten sind wir doch friedliebend und möchten per weißbuch doch lediglich, dass andere länder auch von dieser art sozialer marktwirtschaft profitieren;)
- wie jetzt, unsere parlamentarische republik ist doch noch da.... und ach so, bereitet alles vor, verklärt den eigentlichen ist-zustand, widerstand leisten die keinen!!
weiter dimitroff und wiki:
"Damit war gemeint, dass "bürgerliche Demokratie" und Faschismus zwei verschiedene Ausprägungen des Kapitalismus seien, diese Herrschaftsformen also auf der gleichen ökonomischen Basis beruhen würden: In dem Moment, in dem der Kapitalismus bedroht sei - etwa durch eine drohende revolutionäre Bewegung... oder während der Weltwirtschaftskrise... wandele sich die bürgerliche Demokratie (teilweise auch nur als "pseudodemokratische Maske" verstanden) zur faschistischen Diktatur, die auch mit brutalsten Mitteln die Kapitalverwertung aufrechterhalte. Besonders ziele dazu die faschistische Diktatur auf die Zerschlagung der Arbeiterbewegung mit all ihren Organisationen."
die brutalsten mittel sind heute nicht der schlagstock oder -ring, sondern die soziale existenz!! und das funktioniert!!

gibt es einen ausweg??
1945 war einer:( was sonst könnte die "embedded" gesellschaft (wohlstand statt klassenkampf?) zum überlegen zwingen??

Antwort von U. Gellermann:

Einen neuen Faschismus kann ich nicht feststellen. Auch und gerade nicht nach Dimitroff: »Faschismus an der Macht ist die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.«


Am 08. September 2016 schrieb antares56:

Haben wir überhaupt noch eine "Linke"?


Am 08. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Die gesellschaftlichen Bedingungen werden sowohl in den Artikeln, als auch in vielen ernstzunehmenden Kommentaren, unter anderem marxistisch analysiert.
Eine bessere Möglichkeit der Analyse gibt es aus meiner Sicht nicht. Dafür ist denen zu danken, die dieses immer wieder tuen, und zur weiteren Aufklärung beitragen.
Das Auseinandersetzungen dazu beitragen können, versteht sich von selbst.


Am 08. September 2016 schrieb Gideon Rugai:

Heute mal nur Kommentare zur Zitate-Sammlung:

"Die Innere Sicherheit wurde im offiziellen Berliner Mund der Hauptspeichelspender"

Ja, hier in Berlin steht unter dem Wahl-Konterfeit einer coolen CDU-Büroklammer bereits folgender "Slogan":

"Ohne Sicherheit keine Freiheit"

Eigentlich verhält es sich genau andersherum, vorausgesetzt man hat überhaupt die Absicht wirkliche (von wirkend) Freiheit zuzulassen, anstatt weiterhin Wohlfühl-Placebos und Ramsch vom Grabbeltisch der Weltmärkte zwecks Volksseelen-Beruhigung in der Bevölkerung zu verteilen.

"Der Jude ist weg, da kommt der Muslim gerade recht."

Leider nicht. Im Zuge seriöser Verschwörungstheorien, die tatsächlich die konspirative Wirklichkeit auf diesem Planeten ablichten, kriechen wieder alle möglichen Aasfresser wieder aus ihren Löchern hervor (vorzugsweise aus der rechten, streng nationalistisch-rigiden bis hin zur reichsbürgerlichen Ecke über das ganze Spektrum hinweg) die den "Ewigen Juden" wieder herbeibeschwören, keine Ahnung von der Natur des Zionismus in Verbindung mit dem Internationalismus und dessen Netzwerken haben, aber wieder nach starken Händen und Gasmord schreien - und sich ihren ganz eigenen Verschwörungswahn zurechtbasteln.

Aber klar, da kommt "Der Muslim" (wer immer das sein soll) natürlich auch gerade recht...

@H-W Stoltenberg
"Ihr Gemälde eines drohenden Faschismus ist durch keine gesellschaftliche Realität gedeckt."

Achja, richtig : Das ist ja nur "Das Problem eines eingebildeten Kranken".

Lieber Hans-Werner,

mir deuchte irgendwie vor dreissig Jahren, gegen Ende des kalten Krieges schon, dass der moderne Faschismus wesentlich subtiler daherkommen wird als im ersten Probelauf von 33-45 - der sich übrigens ja auch hervorragend als plakatives, mahnendes Beispiel vor die Netzhaut spannen lässt .
(Ich meine , mein Gott, für was alles wird auch heute noch der cholerische Schnauzbartträger herangezogen - Hitler is everywhere !)

Nein nein, heutzutage trägt man Maßanzug, gebierdet sich rational, gelassen, globalisiert, fortschrittstreu, technokratisch wie politisch-korrekt u.bemitleidet das unkundige Fussvolk mit Verständnis heuchelndem Lächeln ob ihrer eingebildeten Krankheiten der Wahrnehmung, arrangiert in Round-Table-Groups und Komissionen, korrumpiert mit Freiheit, nämlich der des Konsums innerhalb sorgsam abgeschlossener "Demokratie"-Refugien, die eigentlich nur durch die Ausbeutung Dritter zustandekommen können.

Was ist das denn für eine Freiheit ,hm ?

I.d. S.......@Nora Schmitz-Gharbi...
"Man kann die aktuelle Politik in Deutschland als sogenannte marktkonforme-Demokratie zusammenfassen"

..ist das schon fast eine Verharmlosung der aufziehenden Situation, nicht nur in D. Überall!
"Marktkonforme Demokratie",pff : Das ist exakt eine der vielen Karotten die vor des Esels Nase gehängt wird. Betriebs-semantische-Euphemismen für selbstzufriedene Dumpfbacken.
Das ist natürlich nicht persönlich gemeint - ich stimme ihnen und ihren Beiträgen natürlich voll und gern zu
Es hat sich aus-demokratisiert und das wird sich bis ca. 2030 auch immer offener zeigen, sofern hier niemand aufsteht und "Nicht mit uns" brüllt bzw. seine Teilnahme am so düsteren wie marktkonformen Polit/Finanz/Wirtschafts-Ringelrein verweigert...


Am 08. September 2016 schrieb Jürgen Heiducoff:

Erst gestern, am 07.09.16 schrieb Uschi Peter in ihrem Kommentar zu "Der Bundestag schafft sich ab": "Von welcher Demokratie ist hier die Rede" Hier ist eine Parteienherrschaft , die von den mächtigen Finanz- und Wirtschaftsbossen gelenkt wird. Unter einer Volksherrschaft möchte ich verstanden wissen, die Zulassung von Referenden zu allen relevanten Fragen und Problemen des Staates und eine direkte Einflussnahme durch Eingaben und auch Vetos der Bevölkerung - siehe Schweiz. In den Wahlen gibt das Volk seine Stimme ab, im Sinne von "weg" und die "Gewählten" entscheiden nach Gutdünken.
Wie wahr !!!
Wikipedia versteht unter Demokratie:
"Demokratie (altgriechisch ?Herrschaft des Staatsvolks?) bezeichnet Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder politische Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgehen ... in denen das Volk der souveräne Träger der Staatsgewalt ist."
Das Verhältnis zwischen Volk und Macht stellen Wesen und Kern der Demokratie dar.
In der politischen Praxis aber werden demokratische Regeln oft so ausgelegt, dass sie letztendlich der Erhaltung der bestehenden „Ordnung" dienen.
Entsprechend wird auch das Spektrum der Definitionen und Auslegungen zurecht gebogen.
Besondere Verdienste dabei hat unser Staatsoberhaupt, Herr Gauck. Er hält nichts von direkter Demokratie und empfindet eine gewisse Abneigung gegen das Volk. Dies brachte er im April 2014 bei einem Besuch der Schweiz zum Ausdruck: Er sehe ... Nachteile in der direkten Demokratie, sagte er nach Gesprächen mit dem schweizer Bundespräsidenten Didier Burkhalter. "Die direkte Demokratie kann Gefahren bergen, wenn die Bürger über hochkomplexe Themen abstimmen, sagte Gauck in der Medienkonferenz. Er sei ein überzeugter Unterstützer der repräsentativen Demokratie, mit der Deutschland "sehr gut fährt." 1)
Anders noch 2010 am Vorabend zur Wahl des Bundespräsidenten, als er einer der beiden Kandidaten war. Da sprach er sich noch für die Stärkung der direkten Demokratie aus. Schließlich war die Wahl des Bundespräsidenten durch das Volk auch einer der damaligen Diskussionspunkte. Und Gauck hatte zu der Zeit gute öffentliche Umfragewerte.
In dieser Phase sagte er der "Saarbrücker Zeitung: "Eine Möglichkeit sind mehr Volksabstimmungen insbesondere auf der Ebene der Bundesländer und Kommunen. Denn seit langem wird darüber debattiert, wie der Bevölkerung ihre Demokratie näher gebracht werden kann. Und wir brauchen eine deutliche Ermutigung zum Engagement in Parteien wie auch in Ehrenämtern." 2)
So kann man auch das Thema Demokratie im Kampf um Ämter und Karriere nutzen. Doch Gauck scheint insgesamt eher der Bevölkerung/ den Völkern nicht zu trauen. Am 19.06.2016 sagte er in einem ARD Interview über die wachsenden patriotischen Protestbewegungen und Parteien in Europa: "Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem." 3)
Ja, ja, solange sich das Volk von der immer währenden Propaganda einschläfern lässt und der Obrigkeit nicht widerspricht, ist Demokratie gut. Wenn in den Massen aber abweichende Auffassungen und Stimmungen herrschen, dann ist Demokratie störend.

1) https://www.freitag.de/autoren/hans-springstein/gauck-warnt-vor-der-direkten-demokratie
2) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/staerkung-der-direkten-demokratie-gauck-verlangt-mehr-volksabstimmungen-a-703197.html
3) http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Interviews/2016/160619-Bericht-aus-Berlin-Interview.html


Am 08. September 2016 schrieb Michael Kohle:

Die Unzufriedenheit einer wachsenden Zahl von Menschen mit den politischen Verhältnissen nennt der Historiker Paul Nolte in der TAGESSCHAU "Das Problem eines eingebildeten Kranken".

Dass der - jüngst verschiedene - Historiker Nolte neben dem ganzen Senf, den er zu Faschismus und Judenvernichtung (Wer ist schuld? Der Russe, wer sonst?) abzudrücken hatte, sich auch noch eines Molière für eigene dumpfe Zwecke bedienen, ihn mißbrauchen mußte, überrascht mich in keiner Weise. Die ständige, machtvolle Demonstration, den der honorige Berufstand des akademischen Historikers fast tagtäglich im Staatsfunk - vornehmlich in den jeweils gängigsten Stuhlrunden - aufzubieten vermag, wird durch solcherlei Zitate hinsichtlich Tendenz und Schwurbligkeit geradezu geadelt.

Wie gut, dass solcherlei „Thesen" wie die vom eingebildeten Kranken nicht belegt werden müssen. Da hat ein ebenfalls hochgeschätzter, längst verstorbener Professor - ein gewisser Karl P. - schließlich längst die geeignete Anwendungsregel an die Hand gegeben: eine These ist solange gültig, wie sie nicht widerlegt werden kann. Wer denn - bitteschön, halbwegs mit Hirn und Herz versehen - würde denn sich zumuten wollen, bis hin zum absoluten Schwachsinn hochgetunte Thesen widerlegen zu wollen. Weil es - hier bei Gellermann - gerade so gut passt, dazu ein anderes Fundstück aus historisch fundiertem Krabbelsack. Ich zitiere aus einem absolut unbekannten Büchlein von vor über 30 Jahren, in dem sich vier Professoren und ein Ministerialrat anläßlich des bevorstehenden Jubiläumsjahres 1984 bemüßigt fühlten, den armen George Orwell für eigene Propagandazwecke gehörig durch die eigene Gülle zu zerren und ein prächtig Süppchen daraus zu kochen.

Und einer der vier, erst letzte oder vorletzte Woche hier von mir in anderer Angelegenheit namentlich erwähnt, meinte dann doch tatsächlich, seine - wohl deutschen - Historikerkollegen mit deren weisen Erkenntnissen anführen zu müssen. Es ging - sapperlot - auch schon damals um den Überlebenskampf der Demokratie. Es empfiehlt sich vor dem Lesevorgang des folgenden Zitats eine stabile Sitzhaltung einzunehmen: "Einer der Gründe für den Untergang der Weimarer Republik, so glauben heute eine Reihe von Historikern, war der destruktive Einfluss von intellektuellen wie Kurt Tucholsky, die, obwohl im Prinzip Befürworter der Demokratie, für die Weimarer Republik wohl immer ätzende - und oft auch berechtigte - Kritik, aber nur wenig engagiertes Eintreten aufzubringen bereit waren."

Von dieser noblen Denk- und Strickart ist das komplette Machwerk "Plus Minus 1984". Um Gellermanns Obergrenze bei der Wortvorgabe nicht zu strapazieren, will ich auf weitere Zitate verzichten. Komme aber nicht umhin zu erwähnen, dass bereits damals Entwicklungen in Augenschein genommen und angestoßen wurden, die uns alle längst zum "eingebildeten Kranken" werden ließ. Es waren die Jahre, in denen ein Ronald Reagan nebst eiserner Lady begann, den Kreuzzug gegen Sozialismus und Solidarität in die richtigen, die produktiven Bahnen zu lenken. Bei den Krauts ging sowas damals noch nicht, deswegen musste ein Kohl und die Seinen erst einmal von geistig-moralischer Wende schwurbeln. Und heute - gerade mal drei Jahrzehnte später - ist es schon so weit, die kärglichsten Überreste an Sozialismus, an sozialem Denken global aus dem Gedächtnis gestrichen zu haben. Schlimmer noch: man macht sich allein mit ihrer Erwähnung lächerlich und/oder erntet mitleidige Blicke.

Damals, so wie auch in besagtem Büchlein, da konnte der Kommunismus, die Sowjetunion, der erste Arbeiter- und Bauernstaat in Deutschland und manches andere als der Klabautermann, als der Gott-sei-bei-uns als die größte Gefahr für Menschheit, Frieden und Freiheit, für die Demokratie am Nasenring durch die Manage gezogen werden. Heute ist alles was von echter Demokratie kündete längst entsorgt, verklappt. Weltweit, nicht nur im durch Wenden diverser Art in Großdeutschland. Früher hielt ich noch das "Management per champignon" für lustig, heute ist es die probate Anwendung für Gesellschaften aller Art "im Dunkeln lassen, regelmäßig Mist ausstreuen, sollte sich irgendwann ein Köpfen zeigen, abschneiden, sofort!" Über das Abschneiden regt sich keiner auf, eher das Gegenteil ist der Fall. Warum auch, unzufrieden ist man/frau doch nur, wenn es das eigene Dasein bedrängt oder zumindest zu bedrängen scheint. Und das „System" hat längst begriffen, die Methoden zur geflissentlichen Steuerung der eingebildeten Kranken für eigene Zwecke nicht nur parat sondern voll in Anwendung. Unzufrieden seit ihr, mit dem System, mit den Systemparteien, nun gut, dann geben wir euch eben eine Hüpfburg zum Austoben. Und diejenigen, die sich darüber ärgern sollten und außen vor sind, die sind auch beschäftigt. Kommt keiner mehr auf dumme Gedanken und hirnt nach einem wahren Widerstand.

Früher gab es Fliegenfänger, die hingen meist mittig über dem Küchentisch von der Lampe herunter. Diese klebrige, etwa fünf Zentimeter breite und über einen halben Meter lange Schlange war braun und musste in kurzen Zeitabständen immer wieder ersetzt werden, wenn die Fliegenleichen überhand genommen hatten. Was hatte das überhaupt mit der AfD zu tun?

Antwort von U. Gellermann:

Der bei mir zitierte Nolte ist nicht mal mit dem Unsäglichen verwandt. Er ist Professor am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin.


Am 08. September 2016 schrieb Hans Tigertaler:

Die Stunde der Faschisten:

»Ein Schiffbrüchiger hat Angst auch vor ruhiger See« (Ovid).

Und zwar vor den Gekenterten, an denen er sich festhält.


Am 08. September 2016 schrieb nora schmitz-gharbi:

Man kann die aktuelle Politik in Deutschland als sogenannte marktkonforme-Demokratie zusammenfassen,in der die Menschen (ugs. Humankapital) zunehmend Beiwerk des Marktes werden.Da wird die Unzufreidenheit der Menschen zu einem Problem eines eingebildeten Kranken pervertiert.
Zweifellos hat die Amerikanisierung der deutschen Politik dazu geführt, daß wir heute, auch in Deutschland, ein Einparteiensystem haben CDU/CSU, SPD,Grüne sie treten mal mehr, mal weniger für die Interessen der Banken und Großkonzerne ein.
Sie bejahen ohne Einschränkung eine Wirtschaftsordnung, in der die ungleiche Reichtums-, Vermögens- und Machtverteilung dadurch zustande kommt, daß eine Minderheit die Mehrheit für sich arbeiten läßt und dieser Mehrheit den ihr in Form von Löhnen und Belegschaftsanteilen zustehenden vollen Ertrag ihrer Arbeit vorenthält.
Nicht nur das Merkel über die Jahre ihre Politik ,als alternativlos, hingetellt hat, nun bereiten uns die Mainstream-Medien( im Hinblick auf 2017) darauf vor das es keine Alternative außer Merkel gibt, grauenvoll.....
Die Alternativlosigkeit von Merkel und den Medien ist nur ein anderer Begriff für autoritäres Denken. Die herrschenden Parteieliten kommen gar nicht auf die Idee, dass ihre eigenen Entscheidungen falsch sein könnten. Aus ihrer Sicht besteht das Problem nur darin, dass sie der unteren Mittelschicht ihre Meinung nicht klar genug erklärt haben.


Am 08. September 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

Ich wünschte, diese ganze Thematik würde endlich mal wirklich und erbarmungslos nüchtern seziert und analysiert, statt ständig nur von einem Gefühlsausbruch und einer Entsetzensgeste zur nächsten zu führen. Und dann dabei stehen zu bleiben.
Denn das bringt uns nicht weiter.

Viele hassen es, wenn ich so etwas sage, aber diese Gefühle gehören mit zum Programm und sollen jedes weitere Denken blockieren und tabuisieren. Mit ihnen wird gearbeitet. Dabei wäre es überlebenswichtig, wach und genau hinzuschauen um mehr Durchblick zu gewinnen und nicht naiv jeder PR-Taktik auf den Leim zu gehen.
Wie es Herr Gysi passiert sein müsste, würde ich ihn nicht für zu klug dafür halten. Demzufolge weckt seine Flucht vor rechts nach rechts viel eher mein Misstrauen in seine wahren Motive.
Hat Herr Gysi wirklich nicht verstanden, wie es zu den Verlusten der Linken und dem Erfolg der AfD gekommen ist? Zur CDU flüchten um die AfD zu bekämpfen??
Ein Hauptgrund für den Rechtsruck ist doch, dass die meisten Linken keine linke Politik mehr machen, sondern mit dem mainstream flirtend ihre wichtigsten Anliegen aufgegeben haben.
Gewisse Geheimdienste und think tanks haben an dem Projekt die linken Kräfte umzudrehen, nachweislich jahrzehntelang gründlich gearbeitet, es war ursprünglich Teil des Kalten Krieges und wurde mit viel psychologischem know how durchgeführt.. Mit all der Raffinesse, die uns immer fehlt oder die wir uns verbieten , uns vorzustellen.

"Auf der Welt tobt ein Kampf, reich gegen arm und reich gewinnt". In dieses grundlegende Schlachtfeld sind alle anderen Konflikte eingebettet und ohne sich dieses Zusammenhangs bewusst zu sein, versteht man sie nicht wirklich oder zu oberflächlich, wird schnell getäuscht und läuft in die Falle, wie zum Beispiel der, dass das "völkische Volk" schuld sei am Rechtsruck und man ihm daher keine Macht geben, sie ihm . vielmehr nehmen müsse.

Ja, wer aus mächtigen Interessensgründen einen Horror vor der unberechenbaren direkten Demokratie hat, der tut natürlich gut daran, solche Gedankengänge zu verbreiten: Viele Leute werden leider doof genug sein, darauf hereinzufallen, denn man will sich die Probleme eigentlich nur vom
Leibe halten. Aber es ist ein erschreckend offener Kampf von oben gegen unten. Das einfache "völkische Volk" ist dies nicht durch vermeintliche genetische Disposition, sondern es ist ein, wenn auch nicht ganz unschuldiges, Opfer der Manipulation der Meinungsmacher und der Interessen dahinter. Und es wird bei alldem auch das eigentliche Opfer sein, so ist es gedacht.
Es ist auch ein Opfer der neoliberalen Politik, die mit Sozialabbau, Spaltung der Gruppen und und Vereinsamung der Individuen arbeitet, da sie sie so am besten in den Griff bekommt.
Es wäre die Aufgabe der Linken, das immer wieder aufzuzeigen.
Gysi ist ein Verräter.
Ein paar einfache Gedankengänge, die schon ein Kind bewältigt, scheinen, mir unverständlicherweise, schon zu viel verlangt zu sein.
Wohin wenden sich Bürger, deren Wünsche, Bedürfnisse und Ängste (ob begründet oder nicht - wer will denn das gleich so genau beurteilen können, wenn z.B. alles schreit von unbegrenzter, evtl. millionenfacher Zuwanderung?) von den Linken ebenso wie vom mainstream als "rechtslastig" pauschal abgeurteilt und zurückgewiesen werden, denen die Rechten aber zuhören?
"Mir solchen wie euch wollen wir nichts zu tun haben!" sagen die Linken und halten die Nase hoch.
Man weist den Unzufriedenen und Besorgten ja geradezu den Weg nach Rechts - oder in die Apathie. Resignation oder Wut sind das Ergebnis dieses Kampfes gegen das Volk. Über die Folgen beklagt man sich dann. Wie diese heuchlerischen Idioten mir zuwider sind...
Gegen rechte Inhalte zu kämpfen heißt eben gerade nicht, gegen die Menschen zu kämpfen und das Gespräch mit ihnen zu verweigern. Wer das tut, macht die Arbeit für die Eliten, die diesen Rechtsruck aus verschiedenen Gründen brauchen können, wenn sie auch letztlich natürlich keinen starken .souveränen Nationalstaat Deutschland wollen, der für sie zu schwerfällig zu kontrollieren wäre. Insofern ist ironischerweise die AfD sogar für die wirklichen radikalen Nationalisten eine Mogelpackung, aber das ist ein anderes Thema.
Die undifferenzierte Front gegen das widerspenstige Volk als "völkisch" ist Teil des Demokratie-Abbaus zu Zeiten, in denen gerade die EU mehr Demokratie brauchen würde , das ist wichtig zu sehen..


Am 08. September 2016 schrieb Hans Rebell-Ion:

Wie soll denn "DIE LINKE" eine "Kurskorrektur schaffen", wenn der BRD-Kurs seit 1945 doch vom "Sieger USA" bestimmt wird! "DIE LINKE" ist doch nur als "demokratisches Mäntelchen" geduldet, die zwar oft die politische Wahrheit "sagt", aber sonst "nichts zu sagen hat"! Das "Sagen" hat im KAPITALISMUS das KAPITAL ... und "DIE LINKE" ist bekanntlich "arm dran"!


Am 08. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Hans Guckindie.......
Ihr Kommentar macht mich etwas ratlos.
Die AfD ist für die NATO, Vertreterin des Neoliberalismus, also steht für Kapitalismus. In Analysen stellt sich keine Schuldfrage.
Hier wird ständig Ursachenforschung und Analyse betrieben.
Das Themen ähnlich diskutiert werden heißt doch erstmal nix.
Dass die USA, die Mit- und oftmals Hauptverursacher von Kriegen, Leid und Elend sind, wird doch wieder und wieder in den Artikeln und Kommentaren zu finden sein.
Mal sehen, wer denn die AfD finanziert, auf längere Sicht. Wem nützt sie ? Diese Frage muss sich stellen.


Am 08. September 2016 schrieb Ute Plass:

Die Partei die LINKE bleibt die Antwort schuldig, wie sie verhindern will in den vorherrschenden Machtverhältnissen aufzugehen und was sie dazu beitragen will, damit Menschen nicht regiert werden, sondern selbstbestimmt mit gestalten und entscheiden.

http://courage-magazin.de/2012/08/26/uber-die-abschaffung-von-parteien/


Am 08. September 2016 schrieb Paulo H. Bruder:

Es ist zum Weinen, wie auch die "Linke" aus einem falsch verstandenen Antifaschismus unter den Mantel der Herrschenden (in Politik, Wirtschaft und Medien) schlüpft und es den Gauländern überlässt, mit rechten Melodien die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen, um auf diese Weise den Neoliberalismus zu konservieren. Die ökonomischen Verhältnisse und ihre Hilfstruppen (Parteien, Medien, Militär) sind das grundlegende Übel, nicht die nach Europa gebombten und als billige Arbeitskräfte, Steuerzahler und Konsumenten willkommen geheißen Flüchtlinge, Burkaträgerinnen und Islamgläubigen. Das über sie angestimmte Gezeter soll ablenken. Und tut es auch. Doch auch das durchaus gut begründete Zetern über "die AfD-Helfer" "von CDU bis LINKE" droht an der Oberfläche zu bleiben. Gellermann, schürf tiefer!
Gut finde ich den Hinweis, wie dreckig es den Leuten in M-V geht (eine Folge der Neolib-Politik) und dass keiner beispielsweis auf die deutsche Umfrage-Mehrheit gegen Auslandseinsätze hört (weil "wir" global Verantwortung tragen - für den "freien" Zugang zu Rohstoffen). Die Regierung ruiniert systematisch die Demokratie, und ihre Vertreter zeigen mit dem Stinkefinger und "antifaschistischer" Unschuldsmiene auf die Kleinbürger-Mafia AfD.


Am 08. September 2016 schrieb Hans Guckindieluft:

Ja, die AFD ist Scheiße. Da sind wir wohl alle einer Meinung.
Aber ist die AFD verantwortlich für irgend etwas, das uns heute das Leben so schwer macht? Für HartzIV mit all seinem Terror? Für ein zerschossenes Rentensystem mit garantierter Altersarmut? Trägt die AFD Verantwortung für die Kriege in Syrien, Afghanistan, Libyen, Irak, Jemen usw.? Für anlasslose Massenüberwachung und die Abschaffung der Privatsphäre?
Ich denke, ich kann aufhören mit dem rhetorischen Wichs: Der real existierende Faschismus ist eine Frucht der "etablierten Parteien"®, Duweißtschonwer.
Ich sehe hier Parallelen in der Diskussion von Rechten wie von Nichtrechten: In der rechten Einwanderungsdebatte werden allein die Migranten problematisiert, nicht die Ursachen der Migration. Beim Thema "AFD" wird ständig mit dem Finger auf diese Partei gezeigt: "Stoppen, Verhindern, Blockieren" steht in den Demo- bzw. Aktionsaufrufen. Irgendwie geht mir das an den eigentlichen Ursachen vorbei und bindet meine Aktivität weg vom Kern.
Klar, die Torte im Storchgesicht hatte echten Unterhaltungswert. Mehr aber auch nicht. Lieber hätte ich sie im Gesicht eines Verantwortlichen gesehen.


Am 08. September 2016 schrieb Karl Heinz Bernhart:

Jede der politischen Kräfte in diesem Land hat eine Rolle für und im Auftrag der Kapitalisten gespielt. Die "Traditionsparteien" der alten BRD waren mit der Pflege des antikommunistischen Idylls der Guten, Schaufenster der besseren Welt für die armen Brüder und Schwestern in den Klauen des Bösen Russen beauftragt. Auch die Gewerkschaften spielten dabei ihre Rolle ? immer stramm für die Mehrung des Wohlstands der "Kleinen Leute". Dass sie dabei einen faustischen Pakt mit dem eigentlichen Gegner eingegangen sind hat ihnen später das Genick gebrochen.

Dann die Wende ? die Abwende ? langsam und ganz vorsichtig leisere Töne. Schließlich der Paukenschlag: wirtschaftlicher Ruin der UDSSR. Übernahme der DDR. Zerfall der UDSSR. Und in Deutschland? Trara! Rot-Grün! Ende der Kohl-Lähmung. Und Padabumm: Die Abrissbirne des Sozialstaats. Niedriglöhne - in Davos 2005 stolz verkündet von der schusssicheren Fresse. So hat also Rot-Grün für den Kapitalismus gearbeitet, was jetzt plötzlich alle wussten und sahen.
Soweit das Bekannte.

Welche Aufgabe haben die Herren des Geldes wohl den Linken zugedacht? Immer "regierungsfähiger" werden doch die Damen und Herren der Linken. So allmählich sollten wir alle wissen, was das heißt. Aber was traut man der Linken zu, was die anderen Parteien sich nicht trauen? Ich rate mal: Ziel des Kapitals ist die Entmachtung der staatlichen Organe, soweit sie nicht zu Polizei, Militär und anderen waffentragenden Spezies gehören, die das Hab und Gut der Reichen bewachen. Aber da gibt es den Beamtenapparat. In großen Teilen sehr hinderlich für viele wichtige Interessen, denn man muss viel schmieren, und manche lassen sich gar nicht schmieren. Aber viele brave Deutschen haben von den Beamten eine schlechte Meinung, und rühre sie auch nur aus der missglückten Schulzeit her oder von schlechten Erfahrungen mit dem Finanzamt. Kurzum: Wer da die Axt anlegt, der hat erstmal was gut bei diesen Nichtsblickern, und zudem weiß man doch: Privat besser als Staat - immer! Niemand ist besser geeignet, diesen Bremsklotz des Fortschritts beiseite zu räumen, als eine Partei, in der viele auch ganz privat ein Hühnchen mit dem "Beamtenstaat" zu rupfen haben, z.B. wegen irgendwelcher "Nichtübernahmen" in den Beamtenstatus weshalb auch immer.

Nun ja. Vielleicht oder hoffentlich liege ich ja damit völlig daneben. Aber ich frage mich doch seit längerem, auf welche Weise sich dieses Land von dem Privatisierungshindernis "Beamtentum" befreien könnte und dabei gleichzeitig all denen eine Freude machen, denen die Beamtenversorgung ein Neidstachel im Fleisch ist -m wobei sie überhaupt nicht kapieren würden, dass sie selber gar nichts von dem abbekämen, was den Beamten genommen würde. Aber genug. wir werden vielleicht bald genug erleben, auf welche Weise die Linke dem Kapital dienen wird. Einzelne Beispiele im Osten der Republik gibt es ja bereits.


Am 08. September 2016 schrieb Lutz Jahoda:

SCHÖN IST SO EIN RINGELSPIEL ...

Aleksander von Korty hat Recht: Deutschland liebt den Kreis, hockt im "Auge der Ruhe" und schaut gelassen zu, wie rings um uns der Orkan des Maximal-Profits zerstörend wütet.
Die Erinnerung an den Düsseldorfer Industrieklub im Parkhotel, wo einst die "deutsche Industrie" Herrn Hitler einlud, um dessen Auferweckungsthesen zu lauschen, zeigt: Korty hat Geschichte verstanden: Erinnern hilft der Zukunft.
Über unser Parlament in Berlin hingegen hat sich herbstlich verfrüht Nebel herabgesenkt. Es ist der gefällig bequeme Amnesiedunst der in deutsche Watte Verpackten.
Wegen des Erfolges gestatte ich mir, ein Reimkonstrukt zu wiederholen:

ZUM GLEICHGEWICHT DER KRÄFTE
AN RUHENDEN KÖRPERN
(Angela und Sigmar zugeeignet)

CDU
reimt sich auf Schmu,
SPD
auf Ach und Weh.
Verdammt, wenn das nicht zündet!
Beide nennen sich Volkspartei,
regieren stramm am Volk vorbei.
Allein schon das verbindet.!

Da wird nicht lang herum gezankt,
sie tun, was das System verlangt,
sind Mammons höriges Pärchen.
Keinem gefällt es, wie zu sehen.
Muss schön sein, moralisch unterzugehen.
Schade, ist leider kein Märchen!


Am 08. September 2016 schrieb Manfred Ebel:

altes Fachbuch und Leser, jetzt reden wir also doch über die NSDAP und idealistischen Demokratiebegriff. Lieber von Korty, jetzt reden wir doch vom Gesetz der Negation der Negation in praktischer Wirkung.
Ich erinnere mich deutlich daran, was mir im sozialistischen Bildungswesen meiner sozialistischen Heimat vermittelt wurde über die Spaltung der Arbeiterbewegung, die Entwicklung der "national"-"sozialistischen" Bewegung, das Abwandern so manches Linken ins rechte Lager (manchen davon trafen wir dann ungeläutert in der "demokratischen" BRD wieder), den Händedruck vom Reichspräsidenten Hindenburg an den Reichskanzler Hitler, die "Wahlen" von '33.
Nichts und niemand ist doof genug, um nicht auch die "deutsche Nation" zu führen.
"Verordnung(en) zum Schutz von Volk und Staat" haben "wir" schon wieder die Menge.
Den immerbösen Russen haben "wir" auch wieder. Und diesmal muslimische Horden, die deutsches Blut und deutsches Überlegenheitswissen sowie westliche Werte verunreinigen.
Aber diesmal haben "wir" auch die Endsiegwaffen.
Nur gelernt aus der Geschichte haben "wir" nicht.
Und es wird ja uch nichts so heiß gegessen wie's gekocht ist, nicht wahr Herr Stoltenberg? Gewiss auch haben die AfD'ler bald abgewirtschaftet.


Am 08. September 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Viel "Futter" zur Auseinandersetzung mit genannter Themenvielfalt.
Ja, das Zauberwort Solidarität, war wo ich aufgewachsen bin eine Selbstverständlichkeit. Nachbarschaftshilfe, wenn jemand krank,oder die Arbeit vorübergehend verloren hatte. Alte waren Teil des Lebens, und regelmäßige Einkäufe für sie gehörten zum Alltag. Wer ins Krankenhaus musste, hatte die Sicherheit, dass die Familie unter die Fittiche genommen wurde, und für Teller mehr auf dem Tisch, war immer Platz.Es wurde zusammengerückt, und dass war das, was zur Solidarität gehörte. Extra Würste gabs nicht. Jeder musste etwas für die Gemeinschaft in der Arbeitersiedlung tun. Politik spielte eine außer ordentlich große Rolle im täglichen Leben. Zum Teil gab es wirklich heftige politische Auseinandersetzungen, die aber auch ausgefochten wurden. In der Gewerkschaft zu sein, war selbstverständlich.-----, da war die Rolle der Gewerkschaften aber auch eine andere, als das Heute oftmals der Fall ist.
"Die ZUsammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe war ein völlig richtiger Schritt."
LINKSPARTEI: H: HOLTER
Die ZUsammenlegung hat die Menschen ihrer eigenen Geschichte, beraubt. Keine Ausbildung, kein Studium, keine Beruf, keine Schulausbildung hatte noch irgendeine Bedeutung. Auf dem Arbeitsmarkt war der Mensch ein "Nichts". Jeder, und sei er noch so gut ausgebildet, musste jede, und sei es eine noch so schlecht bezahlte Arbeit, annehmen. Die Zumutbarkeit wurde flugs geändert.
Arbeit ist ein elementarer Bestandteil für die Menschen, und der menschlichen Entwicklung. Partizipieren, kooperieren, mit mischen, lernen, beteiligt sein und werden. Nützlich für andere Menschen, und die Gesellschaft zu sein, um nur einiges zu nennen, macht den Menschen zum Menschen.
Isolation hat entsetzliche Folgen, nicht nur für den Menschen, sondern für das Umfeld, für die Gesellschaft. Der Begriff der Arbeit muss neu definiert werden. Der Mensch ist ein soziales Wesen, und sinnstiftend leben, kann nur der, wo die Möglichkeiten gesellschaftlich gegeben werden.
Dafür einzutreten ist die LINKE irgendwann mal vor langer Zeit angetreten. Ist das peinlich für die LINKE: 16.000 Wähler zur AfD. Schlimmer gehts nimmer, sollte man meinen. Wer weiß....
Die vermögendsten 10% verfügen über 60% des gesamten Netto-Vermögens, die untere Hälfte der Haushalte (Menschen sind gemeint) 2,5% des deutschen Netto-Vermögens.
Die Frage der Umverteilung von oben nach unten, kann doch locker von den LINKEN gestellt werden ?!?.

"Man kann nicht kämpfen, wenn die Hosen voller sind, als das Herz."
Danke Uli, dass du in guter alter Tradition informierst, inhaltlich top Recherche machst, und immer wieder aufforderst selbständig zu denken.

Carl von Ossietzky, Chefredakteur der Weltbühne, Symbolfigur des Widerstandes gegen das NS Regime, Friedensnobelpreisträger 1935, 1938 im Konzentrationslager Esterwegen, ermordet.


Am 08. September 2016 schrieb Hans-Werner Stoltenberg:

Ihr Gemälde eines drohenden Faschismus ist durch keine gesellschaftliche Realität gedeckt. Nun lassen Sie mal die Kirche im Dorf. Oder wollen Sie uns Frau Merkel als neue Fürerin verkaufen? Das kann doch nur in homerischem Gelächter enden.i


Am 08. September 2016 schrieb Aleksander von Korty:

Geschichte wiederholt sich NICHT! ! ! Das ist eine Binsenweisheit. Das Leben ist kein Kreis, an dem mensch nach gewisser Zeit wieder an den gleichen Ausgangspunkt zurück kehrt, sondern eine Spirale mit wachsender Dynamik. Dennoch erinnert die aktuelle, politische Entwicklung der Bananen Republik stark an die Vor-Faschismus-Zeit zwischen 1930 und 1933. Woran liegt das? Nun ganz einfach, die Kapitalinteressen der wirklich Herrschenden haben sich NICHT verändert. Im Gegenteil: Die Gier nach Maximal-Profit und vollkommener Macht wird immer mehr ins Unendliche gesteigert. Was sollte diese Verbrecher daran hindern, den weiteren Aufstieg der neuen NSDAP, der AfD zu finanzieren. Der Düsseldorfer Industrie-Club im Park-Hotel existiert immer noch. Ein traditionsreicher Treffpunkt für entsprechende Vereinbarungen zwischen Kapital und der wild gewordenen Kleinbürgerpartei! Aber leider gibt es auch Unterschiede. Die LINKSpartei ist kein Ersatz für die damals starke KPD und längst im Lotterbett einer Prostituierten des Opportunismus versunken, bei wenigen Ausnahmen. Ansonsten ließen sich die damaliegen Fehler (Sozialfaschismustheorie) vielleicht vermeiden- Und die alte Tante SPD ist auch keine mehr nur opportunistische Partei, sondern längst (spätestens seit Schröder) eine klassisch-neoliberale Partei, also keine Geliebte, sondern längst Ehefrau des Kapitals. Also wie so viele Ehefrauen, nur eine feste Hure, die sich aushalten lässt.
Und da trotz all dieser Tatsachen, der deutsche Michel immer noch schläft, sind die kurzfristigen Perspektiven sehr düster. DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT, BIN ICH UM DEN SCHLAF GEBRACHT, schrieb einst mein Düsseldorfer Kumpel Heinz ! ! !


Am 08. September 2016 schrieb Rena Winter:

Sonst sind doch eher locker drauf. Ihr ernster Ton macht mir wirklich Sorgen.

Dran bleiben...

Schlagzeilen

Wenn Sie sich für die Artikel der Rationalgalerie interessieren und immer erfahren wollen, wenn es Neuigkeiten gibt, können Sie unseren RSS-Feed abonnieren:
RSS-Feed abonnieren

Kürzlich...

22. Juli 2019

Die Herrschaft des Matriarchats

Angela Merkel dreht noch eine Runde
Artikel lesen

15. Juli 2019

Spitzen-Job als Spitzel

Verfassungsschutz tut Gutes im Verborgenen
Artikel lesen

10. Juli 2019

Warndreieck für die Tagesschau

Nachrichtenlöcher führen zu Löchern im Kopf
Artikel lesen

08. Juli 2019

Wahlkampf ohne Wahl

Christine Lagarde - Der eiskalte Charme der Bourgeoisie
Artikel lesen

03. Juli 2019

Tödliches Schweigen in den Medien

Mumia Abu-Jamal - seit 37 Jahren in Haft
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen

Spenden für Medienvielfalt

Die Autoren dieser Seite verwenden viel Zeit und Sorgfalt bei der Recherche und beim Schreiben der Artikel. Wenn Sie die Rationalgalerie in ihrem Bestreben, zur Vielfalt unserer Medienlandschaft beizutragen, unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende. Jeder Beitrag hilft uns weiter: