Greta for Parliament

Politischer Suizid einer Bewegungs-Ikone

Autor: U. Gellermann
Datum: 22. April 2019

Irgendwie ist sie doch unsere Greta, die 16-jährige Greta Thunberg, die nette Greta mit den lustigen Zöpfen, die mit dem von ihr initiierten Schülerstreik der Umweltbewegung neue Akzente verschaffte. Immer mehr junge Leute beteiligen sich inzwischen an den Fridays for Future, an jener Bewegung, die am 15.3.2019 eine Million Menschen in über 2.000 Städten, in 125 Ländern, auf allen Kontinenten vereinte. Der SPIEGEL sah sie heroisch: "Greta Thunberg erobert Rom". Der Deutschlandfunk sieht sie als "Allheilsbotschafterin". Die Bildzeitung schreibt wohlwollend über die "Die große Greta-Show in Berlin". Eins ist sicher: Greta ist bewegend, die kann bewegen und bisher fand diese Bewegung unter freiem Himmel statt, auf Straßen und Plätzen. Greta war das sympathische Gesicht einer neuen außerparlamentarischen Opposition.

Nun rief Greta den Wählern in der Europäischen Union zu: "Sie sollen für Leute wie mich wählen, die von der Krise betroffen sein werden". Diesen Wahlaufruf verkündete jene Klima-Ikone, die ihre Generation gerade in das politische Handeln geführt hatte. Sie ruft zur Wahl zu einem Parlament auf, das von Lobby-Organisationen geradezu umzingelt ist: Rund 25.000 Lobbyisten mit einem Jahresbudget von 1,5 Milliarden Euro nehmen in Brüssel Einfluss auf die EU-Institutionen. Unter ihnen jede Menge Energiekonzerne. Großkonzerne – die Hauptverursacher der Klima-Katastrophe – zahlen fast nirgends in der EU die gesetzlich vorgeschriebenen Steuern. Der gesetzliche Unternehmenssteuersatz in der EU beträgt durchschnittlich 23 Prozent, doch die Firmen zahlen im Schnitt nur 15 Prozent. Und Steuern sind das wesentliche Steuermittel zur Lenkung der Emissionen. Immerhin stammen 56,8 % der Treibhausgasemissionen in der EU aus der Energiegewinnung. Der Weg zum EU-Parlament ist der Weg in den Suizid einer außerparlamentarischen Bewegung. m

Wahrscheinlich ist es zu viel verlangt von einer 16-Jährigen – die immerhin mit Erfolg jede Menge Menschen weit über ihre Generation hinaus für ein wichtiges Menschheitsziel bewegt hat – einen kritischen Blick auf den Parlamentarismus zu erlangen. Aber was ist mit den erwachsenen Oppositionellen? Die LINKE will "Europa anders denken" und geht mit einer Reihe respektabler Forderungen ins Wahlgefecht. Na, ist man versucht zu sagen: Dann denkt mal schön. Oder in der Abwandlung eines Opa-Spruchs: Der Mensch denkt und der Konzern lenkt. Gleich um die Ecke, leicht links, die GRÜNEN. Die wollen "Europas Versprechen erneuern". Wer ist eigentlich der Herr Europa? Und was hat er versprochen? Und wenn er mal was versprochen haben sollte, dann hat er es längst mehrfach gebrochen. Zum Erbrechen blöd, wer auf ein parlamentarisches Konstrukt setzt, das sich als NATO-Partner versteht und als Gründung gegen die Sowjetunion bis heute im blinden, ahistorischen Reflex gegen Russland agiert.

Doch wer denkt, der EU-Illusionen seien nun genug, der findet die größte Seifenblase in einer Aktion, die sich "Europa für alle" nennt. Da rufen jede Menge Organisationen – unter ihnen auch die GRÜNEN und die LINKE zur EU-Wahl vom 23. bis 26. Mai 2019 auf. Zentrale Begründung: Die EU sei gegen Nationalismus! Als ob es in der EU nicht ein nationales Sonderbündnis zwischen Deutschland und Frankreich gäbe. Als ob die Deutschen nicht der Hauptprofiteur der EU wäre. Aber das Einseifen geht weiter im Text des Flyers: "Unser Europa der Zukunft verteidigt Humanität und Menschenrechte; steht für Demokratie, Vielfalt und Meinungsfreiheit; garantiert soziale Gerechtigkeit und treibt einen grundlegenden ökologischen Wandel und die Lösung der Klimakrise voran." Als gäbe es kein EU-Militär. Als habe sich die EU, zum Beispiel im Fall der Ukraine, nie als Vorfeld-Organisation der NATO verstanden. Dafür sollen, nach dem Willen der Initiatoren, am 19. Mai europaweit "zehntausende Menschen gleichzeitig auf die Straße gehen". Und natürlich ist unter den Unterstützern des Aufrufes auch AVAAZ wieder dabei, jene Truppe, die in Syrien die sogenannte Opposition unterstützt hat und damit Partner der ausländischen Interventen war. Eine Organisation, die auch gern Geld vom Multi-Milliardär George Soros annahm.

Das Impressum des EU-ist-total-gut-Flyers weist Uwe Hiksch als Verantwortlichen und Chef des "Demobüro" aus. Hiksch ist ein Hans-Krampf in allen Gassen. Er war mal in der SPD. Zur Zeit soll er einer der Sprecher des bundesweiten Arbeitskreises Europäische Integration der Linkspartei sein. Hiksch ist immer zu sehen, wenn eine Bühne und ein Mikro in der Nähe sind. Nun arbeitet er als Promoter parlamentarischer Visionen. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung zur EU-Wahl europaweit bei historisch niedrigen 42,6 Prozent. Da muss mobilisiert werden. Mit allen Mitteln. Auch mit dem außerparlamentarischen Sektor. Da sind sogar Demonstrationen recht. Jene Formen demokratischer Artikulation, für die in den Mitglied-Staaten der EU primär die Polizei zuständig ist. Die französischen Gelbwesten können ein Lied davon singen. Doch davon im Hiksch-Flyer keine Rede.

Dass Greta – die außerparlamentarische Ikone –  mit einem Wahlaufruf von der Bühne der direkten Aktion abtritt, ist bedauerlich. Denn in den Aktionen kann man all das lernen, was bei Wahlen ausgeblendet ist: Mißtrauen gegenüber den politischen Instanzen, Vertrauen in die eigene Kraft. Denn die Parlamente sind verführerisch. Sie sind Orte der Korruption: Sei es durch die aktiven, materiellen Zuwendungen der Lobbyisten. Sei es durch den wunderbaren Glauben, man könne im Parlament tatsächlich etwas bewegen. Diese Selbsttäuschung ist die billigste Korruption. Wahlen zum EU-Parlament gibt es seit 1979. Sein Hauptzweck ist von Beginn an die Stabilisierung der Finanzherrschaft. Bestes Beispiel: Der Euro-Coup. Wer seine Stimme dort abgibt, bekommt sie nie wieder.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 29. April 2019 schrieb Karola Schramm:

Zum Thema: Wahl des EU-Parlaments, was mich richtig unruhig nervös macht, habe ich noch zwei Artikel gefunden, die eher vor das "Wählen gehen" warnen sollten, als ermuntern.
Nicht immer ist „das kleinere Übel wählen" die beste Wahl, erst recht,wenn es um so was wie diese EU geht.


1. Artikel auf www.imi-online.de Informationsstelle Militarisierung mit dem Titel: "Strategische Kommunikation. Die Aufrechterhaltung europäischer Deutungshoheit" in dem bewiesen wird, dass auch hier mit der NATO zusammen gearbeitet wird und es darum geht, andere Länder massiv zu beeinflussen. Das geht, so wie ich das jetzt sehe, auch unsere Medien an, die sich konsequent nach diesen Vorgaben richten.

2. Artikel ist am 23.April auf den NDS erschienen: "USA - ein NIedergang? - Aber in der EU so mächtig wie nie." von Werner Rügemer. In diesem wird ebenfalls deutlich beschrieben, wie sehr sich die USA in tatsächlich allen Bereichen der EU eingenistet hat und dominant mitbestimmt.

Nach der Lektüre beider Artikel kann ich wieder nur sagen: Hände weg von dieser EU. Sie ist ein diktatorisches Monster und schleicht sich so heimtückisch ein in die Belange anderer Staaten, dass es erst gemerkt wird, wenn es zu spät ist.
Das ist wie mit den Fröschen, die langsam heiß gekocht werden müssen. Wenn sie es dann merken, ist es zu spät.

Ich melde mich jetzt nochmal zu Wort, weil ich in der Stadt war und die massive Wahlwerbung gesehen habe, vor der man sich, wenn man sie jeden Tag sieht, evt. schwer schützen kann.


Am 29. April 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

Ohne die "große, soziale Frage" zu stellen wird es auch bei diesem Thema nicht klappen können, wenn es um "Krieg und Frieden," wenn es um "Sozialismus oder Barberei" geht. Es sind existentielle Fragen, auch die Umwelt-Frage, allerdings nicht zu trennen, die Umwelt-Frage, die Klima-Frage ist keine Einzelfrage, sondern muß im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang gesehen und auch bewertet werden und somit zur "großen, sozialen Frage" gehört.
Ich tu mich sehr schwer, wenn ich im Alltag die Lebenswirklichkeit der Alten, der Hartz 4 und Almosenempfänger, der Obdachlosen, der Angehörigen, die um ihre Eltern und Großeltern bangen, weil sie nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden können, aus Personalmangel, wie erkennbar ist, dieses dann hier nicht ausreichend berücksichtigt zu sehen. Die gesamtgesellschaftlichen Belange müssen gesamtgesellschaftlich gelöst werden, denn hier vor Ort spielt die Musik.
Keiner der Betroffenen, weder die, die von nem Apel und nem Ei überleben müssen, noch die, die sich den Wolf schuften mit oftmals mehr als zwei Jobs und dabei ist nicht einmal dadurhc das Überleben gesichert und meist folgt die Erniedrigung beim Job-Center, wo sie ihre Hosen runterlassen müssen vor Sachbearbeitern denen eine ungeheuere Macht in ihre miesen Hände gegeben wurde und die Betroffenen sind den Launen und Nickeligkeiten ausgesetzt, wenn sie nicht parieren und spuren.
ES liegt ganz sicher nicht daran, dass diese Menschen keine Verantwortung in der Lage sind zu übernehmen: Sie übernehmen täglich die Verantwortung für ihre Eltern, für ihre Kinder, kämpfen um den Erhalt ihrer, wenn auch noch so unsicheren und schlecht bezahlten Arbeit, tragen Sorge für ihre Nachbarn, in den Vierteln, wo einem nicht die Folgen einer neoliberalen Politik um die Ohren fliegen, zumal hier von Millionen von Menschen gesprochen wird.
Bedauerlicherweise ist dieses nicht das Haupthema der Menschen, mit denen ich zu tun habe und in deren Kühlschränken oftmals nicht einmal das nötigste zu finden ist.
Man kann nicht das Eine vernachlässigen um das Andere zu tun.
Ich kann dieses Wertegeschwätz einfach nicht mehr hören !!!
Friedrich Engels spricht am Grab von Karl Marx am 17. März 1883 folgende Worte, die am 22.3.1883 im "Sozialdemokrat" veröffentlicht wurden: "..........dass die Menschen vor allen Dingen zuerst essen, trinken und sich kleiden müssen......"


Am 28. April 2019 schrieb Heinz Schneider:

@Altes Fachbuch
Was ist an Frau Thunbergs Aufruf, für die nicht Wahberechtigten jungen Menschen, und für die noch nicht Geborenen zu wählen, auszusetzen? Das wäre eine pure Selbstverständlichkeit, wenn Kants Werte etwas gälten und nicht kurzfristige egoistische Sichtweisen das Wahlverhalten bestimmten. Es steht das Prinzip Verantwortung gegen das Prinzip: Ich geb Gas ich will Spaß, nach mir die Sintflut.
(Deutsche Fassung: Ich geb Gas, damit ich Gas geben kann).
Aber wen wählen? Wer steht für den Ausstieg aus dem Komsumismus, dem Freihandelswahn, dem Heilsglauben an die Digitalisierung?
Ihr Verantwortungsbewusstsein hat sicher eine Antwort.
Über den unsäglichen Stumpfsinn des "Europa ist die Lösung" Lagers bin ich, wie wohl Alle hier, einig. Ein bisschen Einstein braucht der Mensch: Krisen lassen sich nicht mit den Methoden lösen, die sie geschaffen haben.
Konsequenz auch: Wir müssen wohl Sozialismus noch mal neu denken. Vielleicht sogar jenseits der Industriegesellschaft?


Am 28. April 2019 schrieb Emmi Menzel:

Einige Äußerungen und Kommentare finde ich sehr überheblich. Unser Friedensbündnis in München hat sich sehr gefreut, daß Vertreter der FfF-Bewegung unserer Stadt an unserem Ostermarsch teilgenommen und gesprochen haben. Jede und Jeder hat seinen ganz besonderen Einstieg bei der Erkenntnis in die gesellschaftlichen Verhältnisse. Bei mir führten der Krieg, den ich noch bewußt erlebte, und die aus dem KZ Dachau heimgekehrten Verfolgten dazu, daß ich mich ein Leben lang für Frieden, Antifaschismus und Antirassismus engagierte. Und das Umwelt-Thema ist nicht das schlechteste, um Macht, Profit und Menschenverachtung durchschauen zu lernen.


Am 27. April 2019 schrieb altes Fachbuch:

ich hatte 'ne harte woche und bemühe mich, mich durch fragen zu erhellen und mich zu positionieren:
- die greta und die von ihr beklagte umwelt sind beide produkt und opfer einer auf privatwirtschaftlichen gewinn gedrillten produktionsweise!! DIESE ursache wird nicht von greta oder umweltaktivisten erkannt geschweige denn bekämpft!!
- ihre mediale omnipräsenz bspw. im vergleich zu #aufstehen, lässt ihre embeddedheit von beginn an vermuten!! aber das ist sicher verschwörungstheorie:) du darfst den aufstand probieren, und beugst dich dann aber der marktkonformen demokratie:(
- greta will kopien (edel sei der mensch, hilfreich und gut) von sich wählen lassen und dann wird alles besser;) kant war auch so ein "naivling": verkünde die EINE moral, ethik, vernunft - und wenn alle sich dran halten, ist die welt ein friedlicher ort!?
- dennoch ist "friday for future" eine gute sache. möge irgend wann quantität (verelendung durch SOZIALE marktwirtschaft, umwelt-konsequenzen, migration - alles materialistisch, die unzufriedenheit bis zweifel am politischen system, siehe umfragen und misserfolge der APO - ideell;) in qualität umschlagen!!! die erlösung dann wird keine parlamentarische entscheidung sein;)
- letztendlich ist greta der versuch, dem könig ein neues kleid zu verpassen, wo jeder dessen nacktheit sieht!

die europa-wahl:
- noch ist der parlamentarismus ja nicht tot!! also macht es keinen sinn, die künftige zusammensetzung des herrschaftsmonopols zu boykottieren!! ergo ist wählen pflicht!!! die nichtwählerstimmen werden dem "weiter-so" zugeschlagen!!
- wenn die bewerber von EUROPA faseln, meinen die dann alle das gleiche?? das groko-establishment, die afd und die pdl?? never, und desto differenzierter und inhaltlicher sollte man kritisieren!!


Am 26. April 2019 schrieb Albrecht Storz:

Kann man die allgemeine Verblödung besser sichtbar machen als durch die flächendeckende Verwechslung eines politischen Konstruktes "EU" mit einer Landmasse "Europa"?

Was ist eigentlich mit den übrigen Europäern, zB die europäischen Russen westlich des Urals, die bei diesem ganzen "Europa, Europa"-Gebrülle gewiss nicht mitgemeint sind? Etwa 77% der in Russland lebenden Russen leben westlich des Urals, also in Europa.

Ich frage mich, wieso EUidiotismus auch nur einen Deut besser sein soll als Nationalismus. Wann werden sie singen "Europa, Europa, über alles, über alles in der Welt" und damit in die absehbaren Kriege ziehen?


Am 25. April 2019 schrieb Heinz Schneider:

@Ulrike Spurgat
Ihre Haltung gefällt mir sehr, weil Sie ja wissen, dass Marx mit seinem kategorischen Imperativ viel mehr verlangt als Kant: Alle Verhältnisse umzustürzen, unter denen der Mensch ein geknechtetes, verächtliches, verlassenes Wesen ist!

Kant verlangt dagegen "nur", sein eigenes Handeln weltverantwortlich auszurichten.

Es könnten ja beide Haltungen zu ähnlichen Ergebnissen führen. Die Flucht in die freiwillige Unmündigkeit führt dagegen nur in die Barbarei. Der Weg dahin ist begleitet von phantasiereichen und wohlformulierten Ausreden. Dummheit sehe ich nicht am Werk, jedenfalls nicht in diesem Forum.


Am 25. April 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Heinz Schneider
Kant ist sicherlich nicht unbekannt, hat aus meiner Sicht nicht die Bedeutung für mich, wie Marx, Engels, Lenin und Clara Zetkin.......,damit muß man leben.
Ein dummes Volk ist leichter zu manipulieren als ein gebildetes. Wohl wahr.
Nach Kant ist die Unmündigkeit selbst verschuldet. Feigheit und Faulheit sind die Ursachen, dass der Mensch auf Dauer unmündig bleiben will....."Es ist so bequem unmüdig zu sein." Was für ein Menschenbild ? Da bleibe ich doch sehr gerne bei den Müttern und Vätern, wie o.g.
Aus: Immanuel Kant,Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung ? Kleine Schriften, Heft 24, Verlag von Felix Meiner in Leipzig, 1949, Seite 1-


Am 25. April 2019 schrieb Heinz Schneider:

Extrem frustriert lese ich Beitrag um Beitrag und stelle fest: Kant ist unbekannt.
Nicht den Hauch von Autonomie, von Bereitschaft zur Veränderung des Selbst, von Verantwortung für die Welt.
"Händle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden ändern jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest?"
Für den, derselben kürzer mag, hat Hans Jonas den kategorischen Imperativ des Alten aus Königsberg zugespitzt: "Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf der Erde."

Die Greta will im teuflischen Bund mit den Kapitalisten den Armen Verbrauchern ein schlechtes Gewissen einreden, soll sie sich doch mit dem Finanzmob anlegen, aber doch von mir nichts verlangen usw.

Greta fordert mit vollem Recht die Notbremse fürs Klima. Sollen die Kapitalisten bremsen, während der Verbraucher munter weiter immer kauft, Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe stürmt und die Appelle, mal zu Fuß zu gehen, mit einem kindischen Run auf Elektroroller kontert?

Nur wer Verantwortung für sich und die Welt übernimmt, ist für Kant autonom. Die anderen sind unmündig. Wir haben es mit dem Phänomen einer freiwilligen Regression Erwachsener in die Unmündigkeit zu tun.

Damit ich nicht missverstanden werden: Jeder einzelne ist nur so weit verantwortlich, wie sein Entscheidungsspielraum reicht! Wer seine Verantwortung aber verweigert, weil andere mehr Spielraum haben, hat Kant nicht verstanden.




Am 24. April 2019 schrieb Matthias Brendel:

Es ist ein Europa der Finanzmärkte, das hier gewählt werden soll.
Die geben nix zurück!
Viele Menschen dagegen würden gern ein Europa wählen, das gegen Krieg eintritt und abrüstet, das Banken reguliert, das Kriegsverbrecher verfolgt, das sich um weniger vergiftete Recourcen bemüht.

Ich habe gerade so ein deutliches Gefühl, dass auch Greta durch sein könnte.
Das wäre dann sehr schade.

Es bleibt dabei:
Solange nicht weltweit Millionen von Leuten auf die Strasse gehen, wird der Finanzmedienmob immer wieder alles unter den Tisch kehren können.


Am 24. April 2019 schrieb Eva Günther:

Erneu erweist sich die Rationalgalerie als Hort der Vernunft. Dean Aufrufe gegen den Nationalismus hören sich gut an, sollen aber in diesem Fall nur der EU-Bürokratie den Rücken stärken.Für Linke eher peinilich.


Am 24. April 2019 schrieb Otto Bismark:

Lieber Uli Gellermann,

auch der Vorgang Greta Thunberg kann meines Erachtens nicht anders beurteilt werden als jeder andere, der Massensuggestion dienende Vorgang. Ich weiß, es klingt hart, aber nichtsdestotrotz, es ist so. Denn es erübrigt sich der Versuch, hinter die Kulissen zu schauen, wieso plötzlich ein sechszehnjähriges Mädchen allerorten gehypt wird, Papstaudienz, Friedensnobelpreis und so weiter. Nein, das versuche ich gar nicht erst, sondern wie immer hilft die Frage "Cui bono?" Sicher wäre es, isoliert betrachtet gut, wenn sich die heranwachsende Generation tiefgründig mit politischen Zusammanhängen befassen würde, aber tut sie das denn hier? Fragt sie nach den Ursachen der Erscheinungen, nach den Hintergründen und vor allem danach, wer von allem den größten Nutzen hat? Tut sie nicht und soll sie auch nicht!

Denn worum geht es bei "friday for future"? Geht es darum, das große Kapital von der Profitmaximierung abzuhalten? Geht es darum, den verheerenden Einfluß der Interessenverbände zurückzudrängen? Nein, es geht zweifelsfrei allein darum, dem "Verbraucher" ein schlechtes Gewissen zu machen, um ihm sogenannte Erneuerbare Energien verkaufen zu können. Der Betrug geht schon beim Begriff los, erneuerbare Energie statt Energie aus erneuerbaren Quellen, kein offensichtlicher , aber ein wesentlicher, wichtiger Unterschied! Eine genialische Idee war es allerdings, die Jugend vor diesen Karren zu spannen. denn daß die jungen Menschen benutzt werden ergibt sich für mich aus dem plötzlichen medialen und poitischen Hype, der um die Angelegenheit gemacht wird. Nun ist es sicher etwas gewagt, eine Parallele zu dem historische entstandenen Begriff der Kinderkreuzzüge zu ziehen, aber letztere, die nach einigermaßen seriösen Quellen eine Art Massenmoblisierung für Ziele des Klerus darstellten lassen zumindest daran denken, daß hier eben eine besondere Form der Benutzung berechtigter Forderungen für die Durchsetzung egoistische Zwecke bestimmter Schichten vorliegt. Denn wenn man nun schon der Theorie der menschengemachten Klimaerwärmung anhängt, dann ist die Politik gefordert, Weichenstellungen vorzunehmen. Und eigentlich hindert doch niemand Herrn Trump, Frau Merkel, die Parlamente oder sonstwen, Entscheidungen für eine vernünftige Verkehrspolitik, für die Reduzierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs und dergleichen zu treffen. Oder vielleicht doch? Dann müßte bei denen angesetzt werden und nicht beim Schulunterricht am Freitag!

Antwort von U. Gellermann:

Die Abwendung der Klimakatastrophe ist keine „Durchsetzung egoistischer Ziele bestimmter Schichten“.


Am 23. April 2019 schrieb SIERA:

Lehrstück

Vielleicht wenigstens ein Lehrstück für alle Fridays for Future begeisterten Schüler: paßt auf , dass ihr nicht vereinnahmt werdet! Denn "sie" werden es versuchen, wie sie es jetzt bei Greta geschafft haben! Greta konnte das offenbar nicht übersehen -ihre Ratgeber auch nicht...? Ihr Schüler bekommt hier ein Lehrstück vorgeführt, wie Bewegungen durch Vereinnahmung von Parteien und/oder anderen Gruppierungen unwirksam gemacht werden. Seid mißtrauisch, wenn euch Parteien unterstützen, denn hier geht es meistens um Postenerhalt-oder deren Erweiterung; nicht um euer Anliegen! Seid wachsam!
Zum o.g. Text ein immer noch aktueller Song:

https://www.youtube.com/watch?v=-om1Vl-916Q


Am 23. April 2019 schrieb Michael Riecke:

Sage mir wer Dich lobt. Ich sage Dir was Du falsch gemacht hast..


Am 23. April 2019 schrieb Gideon Rugai:

Was ist es eigentlich, was mich an Greta Langstrumpf so ärgert ? An ihr persönlich nichts, sie ist sicher schlau, selbstbewusst, hartnäckig und kann sich prima vertreten, ist doch noch halb Kind !?
Wie kann ich ihr da böse sein, weiß ich noch sehr genau von dem hehren Gefühl des aufsteigenden,
Testosteron-/Östrogen-gestränkten Teenagers, die Welt, die nur auf mich gewartet hat vor dem Untergang zu bewahren ??
Aber genau das ist der Punkt : Was ich damals noch nicht wusste und Greta in ihrem zarten Alter auch noch nicht wirklich wissen kann, ist, dass die Aasgeier sofort zu kreisen beginnen um sich erst im hellen Glanz eines jungen Beutetieres zu baden. Und wird der Glanz allmählich matt, die Geier halt das Fleisch von den Knochen picken.

Sie stehen Gretchen womöglich schon jetzt voll in der Sonne - selbst in Gestalt der eigenen Eltern und in allen Ablenkungen und Einflüssen begründet,, die einen jungen Menschen davon abbringen an das zu glauben was er im Herzen fühlt (statt z.B. in wütendem Bauch) und danach zu leben.
Natürlich behaupten sie stets (die Aasgeier) nur zum deinem Schutz über dir Patrouille zu fliegen: Du wirst schliesslich gebraucht, bist ein "aufsteigender Stern" - aber eigentlich nur gut konservierte
Frischfleischlieferung und Quasi-Instant Energieriegel für gierige Märkte aller Art- Energie die vielfältigen Zwecken zugeführt werden kann.
Vor rund zehn Jahren gab es übrigens schon mal ein junges Mädchen mit eindrucksvollen Reden vor gewichtigen Versammlungen: Hatte aber langfristig wohl nicht so den durchschlagenden Effekt.
Nun also "Operation Greta"....
Da selbst Erwachsene oft nicht glauben wollen, stets von patroullierenden Aasgeiern überflogen & sondiert zu werden, glauben sie statt dessen lieber an Märchen, die auch der Disney Konzern mit seinem gewaltigen Erfahrungsschatz in Sachen Kind (in dir) nicht besser hätte inszenieren können : Von der kleinen schwedischen Jean D'Arc, die auszog um das richtige Klima zu lehren und den Mächti....den Kleinen Mann noch mehr diffuse Empörungs-Ängste einzujagen, die er ohnehin schon hat und diese (na sowas !) dann an seine kleinen Gretas und Gustavs weitergibt, die diese dann wiederum fröhlich weiter in die Welt projizieren -,von sonstigen Sozialisations-Defiziten mal ganz abgesehen.
Viel Emotional Content & und überwiegend ideologische Reaktion also, aber wenig Grundlage für saubere (analytische ,journalistische, kritische. menschliche ) Betrachtung, die durch solche Hypes natürlich auch erschwert wird - wenn man mittlerweile nicht gleich als Ketzer gelten will.
Und von all diesen Projektionen können sich wiederum die ganzen Aasgeier bestens ernähren , die in den letzten 25 Jahren den Himmel zunehmend verdunkeln.
Was für ein kranker Reigen.
"Greta, Schätzchen, zieh dich da ganz schnell raus und mach dein ganz eigenes Ding, ohne auf Politik & Lobyismus zu vertrauen !" wäre ebenso mein Rat. Denn sonst geht Greta den von Uli vorgezeichneten Weg durch die Instanzen, wird deligiert und glattgebügelt .Danach wird aus der kleinen schwedischen Jean D'Arc und Freitags-Rebellin mit Zöpfen die uns alle zu begeisterten Haltungs- Rittern und Ritterinnen der Klima-Kokosnuss machen will allmähglich eine verbissene (EU/UNO) Klimaaktivistin (womöglich eine Klima-Kahane!) mit straffer Karriere und verhärteter Miene. Und je einem Aasgeier auf den Schultern sitzend.


Am 23. April 2019 schrieb Hella-Maria Schier:

Irgendwo in all den Kommentaren und Artikeln über Fridays for Future stand zu lesen, die Bewegung sei nicht so eigenständig, wie sie sich darstelle, sondern werde vom Club of Rome gefördert oder gehöre ihm sogar an. Wie dem auch sei, es ist schon seltsam, dass gerade diesem Mädchen alle zuhören, während hunderte andere, die sich schon jahrzehntelang für die gleichen Ziele einsetzen, aber auch für andere, wie etwa Abrüstung, kaum Beachtung finden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Greta das nicht alles aus eigener Kraft geschafft haben kann. Zu dieser Publicity wird ihr verholfen, von wem auch immer.

Die 12 jährige Victoria aus Kanada erklärt öffentlich und sehr kompetent nicht nur das Finanzsystem und den Betrug, den es bedeutet, sondern auch einen Ausweg daraus. Wäre doch nett, wenn es um sie auch so einen Hype gäbe, wie um Greta Thunberg!
Aber wer kennt sie?
Oder was würde passieren, wenn sich Greta plötzlich ebenso sehr für Abrüstung und Frieden mit Russland einsetzen würde? Würden die Medien sie dann auch noch so feiern?
Das Klima, in der Art wie es betrachtet wird, ist eben alles im allem ein politisch korrektes Thema, bei dem man nicht viel fürchten muss.

Irritierend finde ich mal wieder, wie die Linken gemeinsam mit dem Mainstream jede Reserviertheit gegenüber der EU als "Nationalismus" brandmarken.
Also isr man entweder pro-EU oder Nationalist - warum schreien hier nicht mal ein paar mehr denkfähige Leute auf? Das ist doch nicht logisch.
Nationalstaaten sind nicht per se nationalistisch, man ist doch auch kein Evangelist, nur weil man der evangelischen Kirche angehört und kein Islamist, weil man dem Islam angehört. Dass es fahnenschwenkenden Patriotismus bedeuten würde, wenn ein Staat die EU oder die politische Union abl ehnt, ist ein PR-Konstrukt der Brüsseler Lobbies, um jeden Widerstand in die rechte Ecke zu diffamieren. Es wurde systematisch betrieben, ist gut gelungen und hat nicht unwesentlich zum Rechtsruck Europas beigetragen, da es wie eine Selffulfilling Prophesy funktioniert: Wenn EU-Skepsis als rechts gilt, halten die meisten Linken den Mund, was genau diese Behauptung erst wahr werden lässt!

Wäre es mehr üblich, Europa von links zu kritisieren und sich linke Nationalstaaten vorzustellen, gäbe es kein solches "Gespenst des Nationalismus."
Aber wenn die Linken sich auf Globalisierung und dogmatischen Internationalismus fixieren, wird es als Gegenpol eben jede Menge Rechtspopulisten geben. Aber man tut immer als ob die aus den Wolken gefallen wären oder es nur soziale Ursachen gäbe.


Am 22. April 2019 schrieb Uschi Peter:

"Denn die Parlamente sind verführerisch. Sie sind Orte der Korruption: Sei es durch die aktiven, materiellen Zuwendungen der Lobbyisten. Sei es durch den wunderbaren Glauben, man könne im Parlament tatsächlich etwas bewegen. Diese Selbsttäuschung ist die billigste Korruption."
So ist es! Mit der Orientierung der Kinder /Jugendlichen auf die Umwelt hat man sie schön beschäftigt für eine "gute Sache" und von der Beschäftigung mit den brisantenThemen wie Kriege des Westens gegen die renitenten Völker der Welt und die brennenden Probleme des eigenen Volkes abgelenkt. Dass das Bildungswesen erneuerungsbedürftig ist, bei der Infrastruktur vieles im Argen liegt - kein Problem. Zum Dank ( für die SPD?) dürfen 16jährige nun auch schon wählen. Sonst sind sie aber noch unmündig. PS: die meisten Umweltzerstörungen werden durch die Kriege verursacht: neben den ermordeten Menschen getötete Tiere, verbrannte Wälder, vernichtete Unterkünfte/Zufluchtsorte für Mensch und Tier. Und dafür sollen wir noch mehr Milliarden für Rüstung ausgeben?!


Am 22. April 2019 schrieb Pete Gschwendner:

Das trifft es: "Hiksch ist ein Hans-Krampf in allen Gassen". Der Mann taucht überall auf und macht die Querfront-Tröte. Er tut so als ob er helfen wollte. In Wahrheit schadet er der Friedensbewegung.


Am 22. April 2019 schrieb Karola Schramm:

Klasse Artikel, passend zum 2. Ostertag. "Auferstehen von den Toten" heißt es. Im übertragenen Sinn auch "von dem Totem im Geiste" wach werden - und aufstehen und ganz neu sehen, was da so schief und schlecht läuft in der großen, weiten Welt - nicht nur vor unserer Haustür.
Greta ist gut. Erst wurde sie verlacht und plötzlich ist der "Groschen bei vielen Jugendlichen gefallen." Na klar, es geht ja um uns!!!

Natürlich werden maßgelbliche Leute, die Greta nun promoten, auch ihren Einfluss auf sie haben. Eltern, Verwandte, Freunde/Freundinnen und diverse andere, die ein großes, starkes Europa wollen mit allem Drum und Dran. Groß und stark wird man durch die Kriege, Kaltschnäuzigkeit und Hartherzigkeit. Kann Greta das durchschauen? Können das die Jugendlichen durchschauen, wenn schon an vielen Orten und
in den Medien die Umzingelung oder Einhegung stattfindet? So wie Christian LIndner von der FDP gewarnt hat, dass Politik was für Erwachsene sei und nichts für Schülerinnen und Schüler., Schulschwänzer?

Auch das "Klima" kann man auf zwei verschiedenen Ebenen sehen. Die eine ist die materielle, also Autos, Benzin, Massentierhaltung etc., dann die Kriege, die aus diesem klimaschädlichen Raster immer rausfallen und nicht erwähnt werden.

Auf der höheren, moralischen Ebene hat der Klima-Wandel eben auch eine Bedeutung. Völkerrechtswidrige Kriege und Drohnemorde, zeigen, dass es keine Ethik mehr gibt und keine guten Ideale. Der willkürlich erzeugte Konkurrrenzkampf zwischen den Staaten und innerhalb der Gesellschaft, Arbeitslosigkeit und Hartz 4 Gesetze. sowie die gesamte neoliberale Politik haben das Klima zum Negativen verändert. Ist es da ein Wunder, wenn auch das "Wetter-Klima" verrückt spielt!?
Dass die EU an diesem doppelten Klima-Wandel direkt mitbeteiligt ist kann nicht geleugnet werden. Insofern rate ich jedem ab, diese EU freiwillig durch Wahlen auch noch zu bestätigen. Mein Aufruf heißt: Nein zu dieser EU. Sie gehört abgeschafft, denn veränderbar ist sie nicht. Sie ist eine Goldgrube für alle faulen Goldgräber, aber das hat U. Gellermann ja schon so treffend beschrieben. Vielen Dank!


Am 22. April 2019 schrieb Werner Fröhlich:

Ich hoffe deine Deutung liegt falsch, lieber U. Gellermann. Das sich die von dir benannten schlimmen Finger um die Adaption von Greta bewerben, ist nicht anders erwartbar.
Das sich die Bewegung adoptieren lässt, bezweifle ich stark. Die aktuelle Kooperation mit ExtinctionRebellion, Greta wirbt dafür, deutet in die Gegenrichtung.


Am 22. April 2019 schrieb Klaus-Jürgen Bruder:

Lieber Uli,

mit großer Sympathie beschrieben und mit klarem Verstand. Vielen Dank!
Ebenso klar sagst Du: Es ist nicht das Versagen einer 16-Jährigen, keinen kritischen Blick auf den Parlamentarismus zu werfen, sondern der Linken, die selbst diesen Blick aufgegeben hat.


Am 22. April 2019 schrieb Lutz Jahoda:

EUROPAWAHLFRAGE
BITTE UM ANTWORT

Die Hebel der Macht sind sicher besetzt.
Das Stellwerk Europa ist längst okkupiert.
Die Feinde der Völker sind bestens vernetzt.
Fest steht schon heut, wer gewinnt, wer verliert.

Fett gedruckt steht nun die Frage im Raum:
Was tun, wenn die Plage sich weiter vermehrt?
Erhellende Worte helfen da kaum.
Auch Alexa zu fragen, wäre verkehrt.


Am 22. April 2019 schrieb Max L.:

Ich verweise in diesem Zusammenhang an einen Tagesschau-Artikel vom 12. April 2019:

https://www.tagesschau.de/inland/neue-jugendbewegungen-101.html

Überschrieben ist der Artikel mit "Von der Straße an die Wahlurne". Nach dem üblichen Blabla, mit dem die Redakteurin das Feld für das bereitet, worauf Sie hinaus will (und was wir gleich sehen werden), wird eine deutsche Schülerin als Kronzeugin herangezogen:

"Carlotta Petersen ist 15 Jahre alt und seit Anfang 2019 bei "Fridays for Future" aktiv. Für sie ist es das erste Mal, dass sie sich politisch engagiert."

Dann wird der unvermeidliche "Experte" bemüht:

"Der Einstieg in politische Zusammenhänge über spezifische Themen sei einfacher für die Jugendlichen, die eine Frustration über den traditionellen Politikbetrieb verbinde, so (Wolfgang) Kühnel (Professor für Soziologie an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin).

Und jetzt kommt der entscheidende Spin:

"Für Schülerin Petersen hat die Arbeit für "Fridays for Future" einen Prozess in Gang gesetzt. In Mecklenburg-Vorpommern sind Ende Mai Kommunalwahlen - das Wahlalter liegt bei 16 Jahren. ... Petersen setzt darauf, dass viele ihrer Altersgenossen wählen gehen."

Jetzt ist Autorin Lena Klimpel da, wo sie hin wollte:

"Immerhin macht seit einiger Zeit im Zusammenhang mit "SaveYourInternet" auch der Hashtag "#GehtWählen" die Runde, der zur Teilnahme an der Europawahl aufruft."

Und damit ergibt auch die Überschrift "Von der Straße an die Wahlurne" Sinn.Genau so, wie sie die meisten von uns wahrscheinlich schon beim ersten Lesen verstehen - weg von der Straße, hin zur Wahlurne, weg von der Rebellion, hinein ins System -, ist sie auch gemeint. Und natürlich ist das ganz im Sinne der Regierungen. Mit ganz viel Blabla und "Expertentum" wird die Botschaft nicht direkt an uns herangetragen, sondern vermeintlich subtil. Vermutlich wird das - leider - wieder einmal funktionieren. Der "Experte" beschwört die Kurzlebigkeit solcher Bewegungen ja geradezu herauf. "Man kann nur durch Politik etwas verändern" lautet daher auch seine Botschaft. Was übersetzt bedeutet: Lasst also mal schön die Politiker machen, aber wählt sie auch gefälligst!


Am 22. April 2019 schrieb Jörg Köhler:

Lieber Uli Gellermann,

ich unterschreibe Deinen Kommentar zu Greta und Europa.

Mein Problem ist nur die Alternative. Nicht wählen, was bedeuten würde und wird, die Rechtspopulisten übernehmen den Laden und führen ihn in den Abgrund.
Ich bin hin und her gerissen, dennoch gehe ich zur Wahl und mache mein Kreuz, auch wenn es ein Kreuz ist damit.

Man kann natürlich auch sagen: dann lassen wir eben den rechten Block Europa übernehmen und gegen die Wand fahren. OK, manchmal muss es weh tun, schmerzen. Aber eigentlich will ich keine Schmerzen mehr. Ja, was schmerzt mehr... ist OK, das zu sagen.

Kurzum: Zerrissen bis zum geht nicht mehr.


Am 22. April 2019 schrieb Der Linke:

Der Schwachsinn fast aller Parteien-Wahlslogans geht schon mit einer Begrifflichkeit los. Sie meinen die „Europäische Union“ als neoliberale Wirtschafts- und Finanzvereinigung und quaken aber etwas von „Europa“. Europa hat 50 Staaten und in der sogenannten „EU“ der Finanzoligarchen und des Kapitals sind nur 28 Staaten. Die Europäische Union ist zweifellos eine Vereinigung von europäischen Staaten, aber vornehmlich Ihrer Finanz- und neoliberalen Wirtschaftsstrukturen (Stichwort: „marktkonforme Demokratie“). Warum sonst haben wir in der EU einen „Euro“, aber keine sozialen Mindestregelungen für die Ärmsten der vielen Armen in der EU. Ein friedliches Europa für alle Staaten in Europa ist notwendig. Doch wer unterhält die größte Militärmaschine der Welt, es sind fast alle Mitgliedsstaaten der EU. Wer schließt große und mächtig europäische Staaten aus dem Europarat aus (besteht seit 05.05.1949 mit 47 Staaten), das sind faschistoide, nationalistische und russophobe Politiker der EU. Sie haben Kraft Ihrer Mehrheit in den Europarats-Gremien Russland das Stimmrecht entzogen, fordern aber den jährlichen Beitrag von der russischen Föderation. Russland wird austreten und ein geeintes, friedliches Europa rückt in noch weitere Ferne. Welche Staaten konzentrieren ihr Militär an der russischen Staatsgrenze. Es sind ausschließlich EU-Staaten und immer NATO-Mitgliedsstaaten. Welche Staaten führen Krieg im Nahen Osten, Jemen und Afghanistan? Es sind EU-Staaten und immer NATO-Mitgliedsstaaten. Wer unterstützt die kopfabhackenden Terroristen in Syrien? Es sind auch EU-Staaten und immer NATO-Mitgliedsstaaten. Wer unterstützt mörderische Sanktionen gegen das Volk von Syrien und Venezuela? Es sind auch EU-Staaten und immer NATO-Mitgliedsstaaten. Wer die Parteien der Konservativen, der Nationalisten, der „Christen“, der Sozialdemokraten, der Liberalen und der Grünen für die „Europäische Union“ wählt, wählt offensichtlich den Fortbestand Nato, der wählt Krieg und die Verelendung der einfachen Menschen in der „EU“. Mit Hilfe der EU hat es die Ukraine in nur 4 Jahren „geschafft“ zum ärmsten Land Europas zu werden und das Straßen und Plätze nach Faschisten benannt werden…auch dieser „Erfolg“ der EU wird vornehm von dieser neoliberalen Institution verschwiegen.


Am 22. April 2019 schrieb R. R. :

Kinder werbewirksam vorzuführen ist nichts Neues. Dieses Kind macht Werbung für eine Europäische Union die Kriege führt, Klimakatastrophen verursacht und Schuld am ganzen Elend dieser Welt ist. Das ist einfach nur widerlich, Pfui Teufel!


Am 22. April 2019 schrieb Verena Schreiber:

Grüne, SPD und LINKE rufen zur EU-Wahl auf, erbärmlicher geht es kaum. Kein gemeinsamer Aufruf zur Enteignung der Wohnungskonzerne, kein Aufruf gegen die Erhöhung des Rüstungsetats oder zur Abschaffung von Hartz IV! Nein. Für die korrupte EU. Das wird die AfD freuen.


Am 22. April 2019 schrieb Heinz Schneider:

Die Rede Greta Thunbergs in Katowice enthielt folgende Forderungen:

Wir dürfen uns nicht an die Illusion ewigen Wachstums klammern, und nicht mit den gleichen Ideen weitermachen, die uns in die Klimakrise geführt haben

Es ist die einzig vernünftige Entscheidung, die Notbremse zu ziehen

Wir müssen die fossilen Energien im Boden lassen

Sind die Klimaziele nicht in der Logik des Systems erreichbar, müssen wir seine Überwindung ins Auge fassen

Ich sehe keinen politischen Suizid in der Aufforderung, dies bei künftigen Wahlen zum Maßstab zu nehmen.

Oder beim künftigen Verhalten.

Je mehr Menschen sich entschließen, wo auch immer, anstelle einer Verlängerung der Vergangenheit Zukunft zu wählen, desto besser.

Zur Orientierung reicht Kant. Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes ohne Anleitung eines Anderen zu bedienen. Wäre Kant im EU - Parlament präsent, würden 25.000 Büros frei. Wie war das mit den europäischen Werten?

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