Erdogan der osmanische Tiger

Laue Luft aus dem EU-Parlament

Autor: U. Gellermann
Datum: 28. November 2016

Es trumpt aus allen Medien: Als könne man die US-Wahlen rückgängig machen, so bäumen sich deutsche Medien gegen das amerikanische Wahlergebnis auf. Als könne man die blutige Hillary doch noch auf den Stuhl des amerikanischen Präsidenten setzen, so bläst es aus Lautsprechern und Zeitungsspalten. Dort, wo der westeuropäische Einfluss nahe Null tendiert, da macht man sich wichtig. Für den Nachbarn Türkei hat man kaum ein Auge. Zwar redete das Europäische Parlament jüngst von einem "Einfrieren" der Beitrittsgespräche mit der Türkei. Aber für die EU-Kommission ist diese Entscheidung nicht bindend, sie hat nur symbolische Bedeutung. Das Einfrieren ist dem Herrscher vom Bosporus laue Luft: Die Massenverhaftungen und Massenentlassungen gehen gnadenlos weiter. Und weiter geht auch die sogenannte IS-Koalition, in der Staaten der EU gemeinsam mit der Türkei gestisch gegen den IS kämpfen. Und weiter sind deutsche Tornados von der türkischen Militärbasis Incirlik unterwegs und liefern auch der türkischen Armee Daten für ihre Bombardements in jenen Gebieten, die Sultan Erdogan als osmanisch definiert, auf die er seinen größenwahnsinnigen Blick geworfen hat: "Wir können keine Grenzen für unsere Herzen setzen", sagt der gefährliche Mann in Ankara und zugleich auch worum es geht: "Wir waren in der Geschichte Mossuls präsent".

Mossul? Mehr als 1.700 Kilometer von Istanbul entfernt liegt diese irakische Stadt. Einst von Arabern, Kurden und Assyrern bewohnt, bis vor kurzem Sitz mehrerer Erzbischöfe von christlichen Kirchen, ist sie heute noch in der Hand des IS. An Mossuls Erdölraffinerien und den umliegenden Erdölfeldern ist die irakische Zentralregierung ebenso interessiert wie die Regierung der Autonomen Region Kurdistan. Und eben Erdogan, der gern an mehrere Jahrhunderte osmanisch-türkischer Herrschaft in dieser Region erinnert. Rund 700 türkische Soldaten sind bereits auf irakischem Boden stationiert und der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim erzählt mit stolz geschwellter Brust über den angeblichen Kampf gegen den IS: "Wir liefern Unterstützung mit Artillerie, Panzern und Haubitzen." Eine Unterstützung, die sich die irakische Regierung nachdrücklich verbeten hat. Und sie nennt die türkischen Truppen "Besatzer". – Im Ergebnis des Ersten Weltkrieges hatte das Osmanische Reich, der Vorgänger der modernen Türkei, jene Gebiete verloren, die heute in den Grenzen des Iraks und Syriens liegen. Alles Gegenden, auf die sich heute der Appetit des neuen Sultans richtet. Ein Hunger, der durch die Zerstörung staatlicher Strukturen in diesem Raum durch die USA kräftig angeregt wird: Ankara hofft in einem Machtvakuum auf Gebietsgewinne und will vor allem ein neues Kurdistan verhindern. Jenes Gebiet, das vielen Kurden ein unerfülltes Versprechen ist, und von dem sich diese häufig verfolgte Ethnie einen Schutzraum verspricht.

Auch um seine inneren Ziele, den Ausbau der Diktatur, besser verfolgen zu können, mobilisiert Erdogan Sehnsüchte nach osmanischer Größe: Jüngst erst hat er den internationalen Vertrag von Lausanne öffentlich in Frage gestellt. Einen Vertrag, der nach dem Ersten Weltkrieg den Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei ebenso regelte wie den Besitz jener heute griechischen Inseln, von denen Erdogan behauptet: "Das waren unsere Inseln. Dort sind unsere Moscheen." Gemeint sind die küstennahen Ägäisinseln des Dodekanes, darunter Rhodos, Kos, Karpathos und Kalymnos. – Niemand aus dem NATO-Militärbündnis, dem die Türkei ebenso angehört wie Griechenland, mag bisher den osmanischen Tiger an Bündnispflichten erinnern. Im Gegenteil: Einträchtig hocken die Militärs der NATO-Hautmacht USA mit den türkischen Streitkräften und deutschen Tornados in der "Incirlik Air Base" zusammen. Dort, wo nicht nur 90 Atomwaffen vom Typ B61 auf ihren verheerenden Einsatz warten, sondern von dem auch wesentliche Teile der Operation "Inherent Resolve" gesteuert werden. Jenem Militärbündnis, zu dem die USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland, Bahrain, Jordanien, Polen, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur, Marokko, Katar, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, die Niederlande, Schweden und eben die Türkei gehören, das den IS bekämpfen soll. Eine wunderbare Gemeinschaft, die mit den USA, dem faktische Erfinder des IS, und mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar auch die Glaubensbrüder des IS umfasst. Die Türkei, wichtig für die Logistik des IS, hat ihren Nutzen für den islamistischen Terror lange Zeit durch das Verhökern von geraubtem Öl unter Beweis gestellt.

Eine Regierung, die sich ernsthaft von der neo-osmanischen Türkei distanzieren wollte, würde als ersten Schritt ihre Flugzeuge von der Militärbasis Incirlik zurückziehen. Doch "Im Augenblick läuft in Incirlik alles richtig und gut", sagte Kanzlerin Merkel neulich auf einer CDU-Regionalveranstaltung in Neumünster: "Ich will ausdrücklich hier noch einmal sagen: Incirlik steht nicht zur Debatte."

Am 13. 12. 2016 um 20.30 Uhr:
Sevim Dagdelen liest aus
ihrem Buch "Der Fall Erdogan“
Im Berliner Buchhändlerkeller
Carmerstr.1, 10623 Berlin-Charlottenburg

Es moderiert: Uli Gellermann


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 02. Dezember 2016 schrieb altes Fachbuch:

laue luft aus dem eu-parlament??

wie immer wenn fußball oder großes spektakel läuft, muss man hellwach sein:)
und siehe da, türkei ist überall:
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/12/02/gefaehrliche-eu-richtlinie-jeder-kritische-buerger-kann-ein-terrorist-sein/

ich verstehe jegliche solidarisierung mit den opfern von repressalien im ausland, und kritisiere aber mehr, dass gleiche tendenzen sich im eigenen land durchsetzen. nicht so subtil, so brutal, eher schleichend und nicht verbietend - aber existenzbedrohend!!


Am 30. November 2016 schrieb altes Fachbuch:

es merkelt: "Incirlik steht nicht zur Debatte."

mit ähnlichen worten wurde dem paulus der ausbruch aus dem stalingrader kessel verwehrt, und damit erkennt man vielleicht die dimension von der auseinandersetzung, die da unten in stellvertreterkriegen sich austobt! für mich ist der türkisch-kurdische konflikt nur teil und opfer übergeordneter interessen.
außerdem bohren mich fragen, bevor ich mich positioniere:
- viele/alle schimpfen auf erdogans reaktion nach dem putsch. war es einer?? was ist da passiert? wer oder was ist dieser gülen, der im vorderen orient und mit der CIA gut vernetzt scheint? und dessen tun sich insbesondere auf jetzt verfolgte berufsgruppen orientierte, die man eben auch für einen putsch/umsturz braucht? und ist die reaktion dann nicht legitim?
- ich erinnere daran, dass die jetzt klageführende BRD im wieder"vereinigungs"prozess bis zu 2 mill. DDR-führungskräfte "entsorgt" hat, und da hat es auch keinen gejuckt.
- es irritiert mich, dass vor, während und nach dem putsch kein NATOland dem mitgliedsland türkei beistand, und nun soll ich die betroffenheitspille der MSM schlucken wegen menschenrechte, die die gleichen länder keine 100km weiter in die tonne treten?
- ja, "die solidarität ist die zärtlichkeit der völker" (che)!! muss, kann oder darf man sich als staat deshalb in innere angelegenheiten einmischen?? gibt es bereits einen kreuzzug angeblich für menschenrechte mit dem sendungs- oder durchsetzungsprivileg bei der NATO?
- wäre es nicht die größere hilfe für die kurden, wir misten unseren eigenen saustall aus? aufoktroyierte lösungen sind alle gescheitert bzw. ursachen für spätere konflikte!!
- wie viel macht die türkei aus eigenem antrieb unabhängig von der NATO-befehlskette? und wer mit den wölfen heult, will auch was von der beute! das muss ich nicht gut finden, aber vielleicht kommt daher der stress im rudel.
- erdogan mag sich als sultan?? so heißen kanzler eben dort.
- kann man ausschließen, dass einheimische eliten interesse haben, den konflikt nach D zu holen? gleiwitz lässt grüßen

viel zu viele offene fragen

Antwort von U. Gellermann:

Es geht mir ganz sicher nicht um die Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Türkei. Im Gegenteil. Zur Zeit stützt die Bundesrepublik die innere Entwicklung der Türkei zur Diktatur durch ihre militärische Kumpanei in Incirlik. - Massenverhaftungen und Zeitungsschließungen sind ebenso Zeichen von Diktatur wie der neue aufflammende Krieg gegen die kurdische Minderheit. Ich empfehle keine Lösungen in der Türkei. Sondern die Lösung vom NATO-Partner Türkei. Und ich empfehle dringend in UNSEREM Land die Verfolgung der Kurden (sie als angebliche Terroristen vor Gericht zu stellen) zu stoppen und nicht als verlängerter Arm Erdogans zu agieren.- Gülen ist ein alter guter Freund von Erdogan, sein langjähriger Partner im Kampf gegen den laizistischen Staat. Was schert mich/uns Gülen? Und Kanzler hießen in der Türkei vor Erdogan „Ministerpräsident“.


Am 30. November 2016 schrieb Reinhard Lerche:

Entschuldigung: Unwichtig!
Ein Figur wird nach vorne verschoben!
Turm schlägt Bauer!
Die nächste Figur wird nach vorne verschoben!
Springer schlägt Bauer!
Nochmals wird eine Figur nach vorne verschoben:
Bauer schlägt Bauer!
Was macht der Spieler am Bosporus?
Jedenfalls keinen Schach!
Der Herr Erdogan macht Räuberschach und hofft auf mehr als 8 Bauern!
Was ist dann Diese Darstellung?
Lieber Ulli, lese mal wieder "Das Kapital-1".
Das Interesse ist nicht bla, sondern Kohle!


Am 29. November 2016 schrieb Karl Heinz Bernhart:

Kritische Geister tun im Wesentlichen Eines, was ihnen von den journalistischen Nebelkerzenwerfern und deren Auftraggebern nicht verziehen wird: Sie bringen Dinge in Zusammenhang, zeigen Gründe und Konsequenzen und die Interessen dahinter und machen so den ganzen Informationswirrwarr übersichtlich, der uns von den "Qualitätsmedien" tagtäglich kontextfrei und in sich widersprüchlich vor die Füße gekippt wird. Dafür wird jeder kritische Journalist umgehend mit dem Attribut des Verschwörungstheoretikers geächtet.
Und doch denke ich, dass ganz langsam eine wachsende aufgeklärte Öffentlichkeit erwacht - etwas, das die oberste Wächterin unseres Schlafsaals verständlicherweise mit Sorge erfüllt.


Am 29. November 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Da kommt der "osmanische Tiger" und zeigt seine Krallen. Sein Größenwahn, der einer Figur unserer Geschichte ähnlich ist, sollte zum Handeln auffordern, und das Stillschweigen, eine Fähigkeit die allen Politikern zu eigen ist, wenn tragfähige Entscheidungen mit Konsequenzen gefordert sind, macht mehr als wütend.Deutschland lässt seit Jahren zu, dass ein Rechtsbruch des Grundgesetzes, dem nächsten folgt, und hat es nach 1945 nicht geschafft, wirklich selbständig und mit aufrechtem Gang die Demokratie zu bauen. Immer wieder sind sie den USA hörig und unterwürfig geblieben, und vergessen dabei, dass die USA mit dem Marshallplan in allererster Linie die Interessen der US Firmen bedient hat, und lange dafür von deutscher Seite zurückgezahlt wurde. Historisch betrachtet hat Deutschland den "Herren" gewechselt, nur ohne die Todesstrafe, die allerdings in den USA in einigen Staaten noch vollstreckt wird. -Na ja, eine kleine Provokation, doch was würden die USA denn tun, wenn die Macht der Konzerne in Frage gestellt würde, und es ihnen an den Kragen ginge ? Der Kurdenschlächter und Despot Erdogan wird von der deutschen Politik hofiert. Sicherlich gibt es hier und da leise Stimmen, die die Menschenrechte "anmahnen." Nur was soll das den Despoten denn kümmern ?
Seine Träume gehen in Richtungen, wo uns Angst und Bange werden müsste.
Merkel wird den anderen Ländern den deutschen Willen aufdrücken wollen, denn ihre Position im eigenen Land ist umstritten. Wer soll denn in Deutschland eine Regierung ernst nehmen können, die außer Lügen, Betrügen, Dampfplaudereien, Unterwürfigkeiten und die "Besitzstände" einiger weniger wahren ?
Erdogan kann machen was er will; und genau das macht er. Die Stimmen aus dem EU Parlament, es müsse nun endlich etwas passieren... Was denn ?
Konsequenzen müssen folgen, und der Steinmeier verhält sich wie Merkel.
Die politischen Leisetreter, die mehr schleichen, als Standpunkt und die Würde des Menschen vertreten; aller Menschen, sind zu verachten.
Deutschland wurstelt wieder überall mit, und auch die AGENDA 2010 war punktgenau ,als Vorreiter des sich ausbreitendem Neoliberalismus in Deutschland als erstes Land installiert wurde, um eben immer einen Schritt weiter, im schlechtesten Sinne gemeint, voraus zu sein, um andere Länder zwingen zu können ,nach oder mit zu laufen.Die EU hat eine Verfassung, die den Neoliberalismus festgelegt hat, und die Völker haben nichts mehr zu sagen.
Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich usw. sind in einer Zwangsjacke, der nur schwer zu entkommen ist.Und Erdogan tritt alles mit Füßen, was Recht, Menschenwürde, freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit und vieles mehr, und letztendlich lässt man ihn gewähren.
Mit unserer Geschichte sind wir verpflichtet für alle Zeiten, und bis ans Ende der Welt, aufzustehen, wo Unrecht geschieht, wo Menschen unterdrückt, gefoltert, weggesperrt und verachtet werden, weil sie eine menschlichere Gesellschaft wollen, und mutig und konsequent geblieben sind. Unangenehme Gedanken gehen einem durch den Kopf, und die bittere Erkenntnis, dass Menschenrechte in der deutschen Politik keinen Pfifferling wert sind, wenn Deutschland nicht bestimmen kann, was, und für wen denn nun Menschenrechte gelten sollen? Ein erbärmlicher Haufen von hochbezahlten Versagern und hohlen Nüssen. Passend zur Weihnachtszeit.


Am 29. November 2016 schrieb Ernst Blutig:

Journalismus/Berichterstattungen und ScriptedRealty/DokuSoap nähern sich schon an. Der Übergang zur SoapOpera wird dann nur noch Formsache sein.

Das Ausblenden von Realitäten, auch Teilrealitäten (wenn man Realität überhaupt teilen kann), ist ein untrügliches Anzeichen totalitärer Systeme oder deren Vorform, der autoritäre Überwachungsstaat.


Am 29. November 2016 schrieb Hella-Maria Schier:

"Der Großteil der Deutschen scheint die Vorhaben ihrer Regierung (Aufrüstung) aber zu goutieren."
schreibt Gideon Rugai.
Ich mache nicht die Erfahrung, dass die Deutschen besonders kriegsbegeistert wären, eher sind sie fatalistisch, haben keinen Bock auf die Politik und gehen auf den Weihnachtsmarkt.
Patriotische Töne höre ich in dem Zusammenhang bisher selten. -
Aber warum sollte die Leute das neue imperiale Gehabe (und der Umgang mit Südeuropa) unserer Regierung auch an braune Zeiten erinnern?
Das würden die Medien doch sagen - und die reden nur von der AFD (nein, nein, ich liebe sie nicht) und Wutbürgern.
"Deutschlands Neue Verantwortung" kommt doch von unseren diesbezüglich völlig unverdächtigen, wertegelenkten Spitzenpolitikern von CDU, SPD und Grünen. Die tun doch nichts. Die wollen doch nur ein bisschen Globalisierung mitspielen, Europa dominieren, wieder wer sein. - Die sind nett, was immer die tun, man kann sicher sein, sie meinen es gut!
Die Rechten nicht. Wer die braune Gefahr ist, da brauchen die Bürger nicht lange zu überlegen, das sieht man immer genau! Da haben die Medien ein Angebot zu dem man nicht Nein sagen kann: die AfD!
"Hier dürft ihr gegen rechts sein!" sagt der Mainstream, und schaut auch auf all die Querfrontler, bekämpft Fremdenfeindlichkeit soviel ihr wollt...
Hauptsache ihr schaut nach innen!
Wir erwecken unterdessen ungestört und unverdächtig die a u ß e n politische Tradition des deutschen Reichs.
Dabei sind wir nicht unbedingt ganz nett zu all den Ausländern, die wir bombardieren werden und den Afrikanern, die wir ausbeuten - aber das meinen wir ja nicht so!
Umso netter müsst i h r sein, wenn deren Brüder oder Söhne dann zu euch fliehen, die dürfen nicht böse auf uns sein, und ihr auch nicht - wir wollen keine mürrisch-besorgte Miene sehen! Küsschen und Lächeln, tut ihr eure Pflicht und lasst uns unsere Kriege führen - dann ergänzt sich alles ganz wunderbar. Und noch ein dickes Weihnachts-Dankeschön vom Engel Merkel......tut ihr ja leid, dass es für euch wieder nichts unter dem Weihnachtsbaum gibt, außer ein bisschen Geschenkpapier. Aber es ist alles gut gemeint. Und in der Zukunft, Kinder wird's was geben..
eijeijeijeijei, bin ich jetzt etwa bräunlich angehaucht...ne, der Sommerurlaub ist schon zu lange vorbei.


Am 28. November 2016 schrieb Hans Rebell-Ion:

" ...die Militärs der NATO-Hautmacht USA..."
Ja ULI!, das ist k e i n Tipp-Fehler, sondern es trifft den Kern! ... die äussere "Haut" und die inneren Schweinereien der NATO sind seit Gründung der NATO gegen RUSSIA gerichtet!


Am 28. November 2016 schrieb Heinz Reinhoffer:

Immer mehr politische Flüchtlinge aus der Türkei. Beitrittsverhandlungen sofort beenden! Vielleicht sollten wir mal über Sanktionen nachdenken. Wären gegenüber der Türkei eher angebracht als gegen Russland.


Am 28. November 2016 schrieb Anke Zimmermann:

Der Sultan am Bosporus will sein osmanisches Reich zurück und das "Werte"-Europa lässt seine dünnen Teenagermuskeln zucken.
Die Nato, seltsam stumm in diesen Tagen der politischen Säuberungen, Journalisten ohne Grenzen, ich hör so gar nichts von euch?
So sieht es wohl aus, wenn man seinen Oberhäuptling verliert. Schulz verlässt schon mal vorsorglich Europa und kümmert sich jetzt lieber national. Daheim ist doch am schönsten und die Medien haben ihren Messias gefunden.
Junker hat auch schon angekündigt, wenn Schulz geht, ducke ich mich lieber auch weg, demnächst. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.


Am 28. November 2016 schrieb Lutz Jahoda:

WAHLKAMPF EINLEITEN!
STÄRKE ZEIGEN!

Erdogan peitscht, und die Kanzlerin kreiselt,
nicht grade lustvoll, doch lässt sie geschehn,
dass Sultan Recep am Sprengloch meißelt.
Zündschnur und Streichhölzer sind schon zu sehn.

Bereit steht auch längst schon der Schierlingsbecher,
die tödliche Mischung ist auch schon gemixt.
Triumphapplaus der Untergrundrächer:
Die Demokratie wurde ausgetrickst.

Ein neuer Adolf wurde geboren,
vom Bundestag abgenickt, wenn auch verschämt.
Ankara droht, diktatorisch verschworen.
Und wieder einmal zeigt Berlin sich gelähmt.

Auch nach dreiundachtzig Jahren
zeigt sich Deutschland nicht immun
gegen Diktaturgefahren.
Ausverkauf mit Haut und Haaren?
Deutschland wieder nicht im Klaren?
Wählt DIE LINKE! Stärkt ihr Tun!


Am 28. November 2016 schrieb Andreas Buntrock:

Was nützt es noch, sich über den "Sultan vom Bosporus" und dessen bösartigen Großmachtphantasien zu mokieren,
wenn wir zur selben Zeit in Deutschland mit "Merkel der Unersetzlichen" unsere eigene "Kaiserin deutscher Stupidität" erneut zur Apologetin eines bedingungslosen "weiter so bis in den Abgrund" wählen?

Die braunen Horden der AfD wittern schon Blut, wenn durch dieses "weiter so" die Ränder unserer politischen Landschaft noch weiter ausfransen und sich der deutsche Hauptstadt-Journalismus weiter darin ergeht, salbungsvolle Hofberichterstattung zu betreiben, statt ihren Job zu erledigen.

Allein wenn ich mir die duckmäuserische um nicht zu sagen kriecherische Haltung eines Thomas Baumann(Bericht aus Berlin) ansehe, wenn er einem Regierungsmitglied gegenübersteht, läßt in mir den Gedanken aufkommen, daß Erdogan solch einen Huckeduck gerne in seinem Sultanat willkommen heißen würde, um so dem türkischen Journalismus deutsches "Format" zu verleihen - sprich ihm den Todesstoß zu versetzen.
http://www.ardmediathek.de/tv/Bericht-aus-Berlin/bericht-aus-berlin/Das-Erste/Video?bcastId=340982&documentId=39192044


Am 28. November 2016 schrieb Günther Mann:

Es Ist mir vollkommen unverständlich, wieso immer wieder gegen die weise Politik unserer Alternativlosen aus aufgemuckt wird? Ja merkelt denn wirklich niemand, das ist Friedenspolitik vom Feinsten, weiß jeder Physiker:
1.-wir (BRD) sind die ziemlich besten Freunde des Sultans Erdogan
2.-wir sind die ziemlich besten Freunde des Saudis
3.-wir waren bis vor ein paar Tagen die ziemlich besten Freunde von Killary
erkennt denn niemad den Sinn dahinter? Das Geheimnis deutsche Aussenpolitik beruht wie schon immer seit 1871 auf dem Grundsatz: zerstöre deinen Freund, dann werden Dich die Feinde umso mehr fürchten.
Noch nie hat ein Allierter Deutschlands seit Hohenzollerns Zeiten eine solche Freundschaft überlebt: die Habsburger sind weg, Mussolini ist weg, Honecker hat den offiziellen Empfang in Bonn nur ganz kurz überlebt, Bundesverdienstkreuzträger Ceausescu ist weg, die Sultane (die wirklichen) wurden als Deutschlands Verbündete verjagt, vom allseits geliebten Sha-in-Shah des Iran mal ganz zu schweigen: indem unsere Erlauchte den einen oder anderen Warlord scheinbar unterstützt, führt sie diese Herrschaften und Frauschaften langsam aber sicher ihrem Schicksal zu, ich bin stolz auf dies Frau. Dabei verkauft sie denen noch Flugzeuge die nicht fligen und Schießgewehre die nur unter 0!°C funktionieren. Das ist genial.
Im Gegensatz dazu, geht es allen, die mit Deutschland mal Konflikte hatten oder immer noch haben, blendend: Schweiz, Frankreich, Russland, Tschechien, Holland, ... also alle unsere Nachbarn eben und Russland


Am 28. November 2016 schrieb Günther Cieslak:

Danke für die sachkundige Erdogan-Story! - Zu Lesung des Buches von Frau Dagdelen: Sie ist einer der wenigen Lichtblicke in der Linkspartei.


Am 28. November 2016 schrieb Marc Britz:

Die bloße Existenz Ihrer Seite ist für mich bereits seit geraumer Zeit einer der wenigen Gründe nicht vollends am menschlichen Intellekt zu verzweifeln. Ich möchte mich daher zunächst einmal herzlich für Ihre Arbeit bedanken.
Ich schreibe allerdings in erster Linie, weil ich mich als in Athen lebender Deutscher darüber freue endlich einmal in einem ernstzunehmenden Zusammenhang über Erdogans Expansionsgelüste in Richtung Westen lesen zu können. Erdogan beansprucht ja nicht nur die von Ihnen genannten Inseln sondern auch das griechische Gebiet Thrakien und Griechenlands zweitgrößte Stadt Tessaloniki (um von anderen europäischen Landstrichen und Metropolen zu schweigen). Das geht soweit, dass Erdogan unter anderem kürzlich einforderte im bereits massiv von türkischen NGOs unter dem Deckmantel religiöser Freiheit bearbeiteten griechischen Thrakien ein nationales Zugehörigkeitsreferendum abzuhalten. Er will also, so scheint es, eine geplante Annexion bereits jetzt "demokratisch" legitimieren.
Es wundert mich allerdings keineswegs, dass diese Unerträglichkeiten keine Reaktion von Seiten unserer Regierungen oder auch nur ein Echo in der gleichgeschalteten deutschen Presse hervorrufen: zum einen betrachtet man Griechenland in Berlin und Brüssel ohnehin nicht mehr als Partner sondern längst nur noch als nach Gutdünken zu plünderndes Protektorat (siehe Deutsche Bank, Fraport u. Telekom), und zum anderen verdient man seit Jahrzehnten prächtig an der Hochrüstung beider Länder (siehe H&K und Rheinmetall). Noch eklatanter ist diese Situation im Hinblick auf die von der Türkei völkerrechtswidrig teilweise besetzten Insel Zypern. Man wird noch sehen welche aberwitzigen Zugeständnisse "der Westen" im Zuge der Verhandlungen um die Zugänge zu den in der Ägäis kürzlich entdeckten Gasvorkommen an die Erdogan-Türkei machen wird. Ihre Meinung zu diesen Zusammenhängen würde mich sehr interessieren, verstehe aber, dass Ihre Zeit knapp ist.
Noch einmal vielen Dank und freundliche Grüße!


Am 28. November 2016 schrieb Gideon Rugai:

"Der Großteil der Deutschen scheint die Vorhaben ihrer Regierung (Aufrüstung) aber zu goutieren."

Ein Großteil der Deutschen hat sich auch erfolgreich aufhetzen und spalten lassen und fällt in seiner mit Ohnmacht gekoppelten Wut dann gern in die "Wir-sind-wieder-wer (Papst oder auch der Führer)" -Schiene zurück und befüllt die zornige Leere mit hübsch geschürten pseudo-patriotischen Emotionen - kaum zu glauben, dass "Der Deutsche" nach Jahrzehnten der Entnazifizierungs-Aufklärungs-Indoktrination (zumindest in Westdeutschland) über die Anfänge die es zu wehren gilt, wie unerfahrenes Freiwild in die deutlich sichtbaren Fallstricke latscht....
Und eifrig überall da mitgröhlt wo die Fahne geschwenkt wird...

Zum Kotzen - zumal ich mich als Querdenker (der grundsätzlich nicht gern mit den Wölfen egal welcher Art heult) dann u.U. von diesem Ausschuss anpöbeln lassen muss....


Am 28. November 2016 schrieb Andreas Schell:

Die politische Klasse drückt sich im Wahlkrampf um die großen Fragen: was ist denn jetzt mit Erdogan? Schon 'nen Plan gemacht, was zu tun ist, wenn das Bärtchen des Bosporus-Führers schmäler, die Gefangenenlager größer, der Umgang mit den inhaftierten Menschenmassen gewalttätiger und die militärische Aggression außerhalb der Landesgrenzen größer wird?

Wieso will die NATO, deren zweitgrößte Armee die türkische ist, eigentlich zwei Prozent des deutschen BIP für Rüstung und Krieg? Heute kostet unsere Verteidigung gegen den nicht vorhandenen Angreifer genau so viel wie Hartz IV und morgen dann fast so viel wie die Rente? Die ist die bislang größte Einzelposition des Bundeshaushalts! Nicht mehr paar-und-dreißig, sondern über 70 Milliarden Euro will die NATO bzw. das korrupte Kartell, das dahinter steckt! Wenn mangels Killery keiner einen Streit vom Zaun bricht, fehlt glatt der passende Krieg zu diesem vollkommen perversen Budget! Was ist eigentlich mit der Rente? Mit dem Betrag wäre die erst mal locker weiter finanzierbar! Wir müssten nur aus der NATO austreten und mit dem Irrsinn aufhören. Klar: an der Stelle winselt der Chor der bezahlten Bordsteinschwalben: das geeeht nicht das geeeht nicht das ist undenkbaaaar ... Nein, deswegen marschiert keiner bei uns ein. Deutschland ist völlig uninteressant, denn es hat keine Rohstoffe. Aber was genau macht denn die Bundeswehr eigentlich in Incirlik? Wer soll denn eigentlich die Sturmgewehre bedienen, die die Bundeswehr bei H&K beschafft, wenn klar bekennend weder Frau v.d. Leyens viele noch meine wenigen Kinder für den Häuserkampf und das Zerfetzen von Menschen, also den Einsatz dieser Waffen, zur Verfügung stehen?

Verunsichert nachgefragt: Ist die Grafik zum Bundeshaushalt auf https://www.bundeshaushalt-info.de/ oder Stoltenbergs zwei-Prozent-vom-BIP-Ansage Fake News? Stimmt doch, dass das BIP die Gesamt-Wirtschftsleistung eines Staats ist, in Deutschland 3,5 Billionen Euro? Davon sind zwei Prozent doch ziemlich viel Geld, auch wenn's sich harmlos anhört? Ist angesichts solcher Verschleierung tief Luft holen und laut Scheiße schreien Populismus oder gar schon Hate Speech?

Ich wähle keine Partei, die sich nicht klar gegen die NATO bekennt. Erdogans Türkei repräsentiert viel mehr die NATO als unser kleiner Binnenstaat ohne Wehrpflicht. Das wird schwer. Bei den wirklich essentiellen Themen sind sich die üblichen Verdächtigen nämlich von rechts bis links einig.


Am 28. November 2016 schrieb Alles nur Satire:

Erdogans Absichten und sein unerträgliches Handeln passen zu den EU- und NATO-Plänen.

Den Konjunktiv, den Herr Gellermann im letzten Absatz bemühen musste, besteht für friedliebende Menschen zurecht. Denn in diesem Lager besteht seit wenigstens 1998 Fassungslosigkeit, Wut, Zorn und Ohnmacht ob der Taten der immer wieder gewählten Polit-Hasardeure und deren Auftraggeber.

Der Großteil der Deutschen scheint die Vorhaben ihrer Regierung aber zu goutieren.

Bis jetzt 14 bewaffnete Auslandseinsätze Deutschlands, es werden noch mehr, nach der >>Wahl<<. Hand drauf. Ich schreibe extra nicht >>Bundeswehr<<, denn ich vermute, der Großteil der >>Aufträge<< werden durch teuer bezahlte externe Dienstleister ausgeführt. Profite!

Vermuten Sie keine Zusammenhänge zwischen Staatssekretärin Dr. Katrin Suder im BMVg, McKinsey und deren vielfältigen Kontakten zu externen Kriegs-Dienstleistern.

Kontakte sind eines der umsatzträchtigsten Geschäftsfelder von >>Beratern<
Wer den Fahrplan Deutschlands in Sachen >>Frieden auf der Welt<< lesen will, dem sei das Weißbuch 2016 als Lektüre empfohlen.

Könnten CxU, spd, Grüne, FDP und AfD-Wähler mehr als nur Werbeflyer lesen, würden sie >>schwarz-auf-weiß<< der näheren Zukunft bereits schon jetzt teilhaftig werden.

Aber in diesen Kreisen der Bevölkerung lässt man sich lieber überraschen. Ein bisschen wie Weihnachten, welche Farbe haben die diesjährigen Socken? Auf Youtube gibt es dazu auch kein Video, für die gegenwärtig unter 30-Jährigen.

Es ist für die Gemütsverfassung der Bevölkerung auch besser, das Incirlik nicht zur Debatte steht. Die Kanzlerin nimmt Rücksicht auf ihr Volk.

Wo ist der Unterschied zwischen Erdogans Wüten unter tatsächlichen und vermuteten Oppositionellen in der Türkei und den Absichten der EU in Sachen Strategische Kommunikation der EU, um gegen sie gerichteter Propaganda von Dritten entgegenzuwirken?

Erdogans Vorgehen ist kriminell, Menschenrechte mißachtend, eben derb anatolisch, direkt und unmissverständlich brutal. Ein Fall für den internationalen Gerichtshof. Und es passiert jetzt.

Was die EU, Deutschland vorhaben, zielt in die gleiche Richtung, Opposition mundtot machen. Wie das durch- und umgesetzt werden soll? Vermutlich dezenter, aber genauso verheerend in der Wirkung. Und grundgesetzwidrig. Stört aber niemanden, selbst ein BVerfGer nicht.

Ohne Opposition und Toleranz stirbt jede Demokratie, egal wie gut oder schlecht sie gestaltet ist. Egal, wie schlecht sie gelebt wird.

Wollen die Deutschen sich das auch noch wegnehmen lassen?


Am 28. November 2016 schrieb Aische Doğan:

Muss man sich für die Veranstaltung mit Sevim Dagdelen anmelden?

Antwort von U. Gellermann:

Es reicht pünktlich zu kommen.


Am 28. November 2016 schrieb Gerd Häring:

"Es trumpt aus allen Medien" schreiben Sie. Aber bei Ihnen trumpt gar nichts. Warum schreiben Sie nichts zum neuen US-Präsident?

Antwort von U. Gellermann:

Donald Trump sagt viel wenn der Tag lang ist. Aber noch macht er nichts. Über heiße Luft schreibe ich ungern.

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