Ein Fake namens Trump

Aggressiv von Afghanistan bis Ukraine

Autor: U. Gellermann
Datum: 09. März 2018

Bis in die Köpfe friedensbewegter Leute hatte sich ein Fake namens Trump gebohrt: Ein paar nette Worte in Richtung Russland gaben der verzweifelten Hoffnung Nahrung, mit Trump würden die USA ihren aggressiven außenpolitischen Kurs ändern. Und Verzweiflung war angebracht. Hatten die USA doch mit ihrem Versuch, die Ukraine als xten Staat der NATO zu rekrutieren, beinahe einen Krieg in Europa losgetreten. Wohlgemerkt: Einen Verteidigungskrieg Russlands, das längst, gegen jede Absprache, von NATO-Staaten eingekreist war und dem man auch noch die Flottenbasis auf der Krim nehmen wollte und die Transportwege seiner Energie-Exporte bedrohte. Es gab jede Menge kluger Köpfe, die warnten: Noch ein Schritt weiter und die Russen würden militärisch antworten, um sich als souveräner Staat zu behaupten. Und eine solche Antwort hätte in Europa den atomaren Krieg bedeuten können.

Tatsächlich hatten die Hasardeure rund um den US-Senator McCain sogar einen Putsch in der Ukraine riskiert. Ein gefährliches Manöver, das die Rechte der Russisch sprechenden Ukrainer mit Füßen trat, fraglos antisemitische Züge trug und an die widerliche Kollaboration mancher Ukrainer mit den deutschen Nazis anknüpfte. Geschichtsblind folgte die deutsche Regierung diesem Kurs. Obwohl man die gespenstische Abenteuerlust der amerikanischen Imperial-Fraktion um Clinton und Obama schon in Libyen hätte beobachten können: Ungezählte Tote, noch mehr Flüchtlinge und ein total zerstörtes Land waren die Folgen der US-Intervention. Da schien Aufatmen durchaus angebracht, als man von Trump ein paar entspannende Töne hörte.

Aus der traditionell kniefälligen "Tagesschau" war vor ein paar Tagen unter der Zwischen-Überschrift ‘Sicherheit in der Ukraine' zu erfahren, das US-Außenministerium wolle jede Menge Waffen an die ukrainischen Streitkräfte liefern. Aber, zitierte die Redaktion, ohne die Einblendung höhnischen Gelächters, "Die Waffenlieferung werde die militärische Balance in der Region nicht verändern." So geht Sicherheit, wie die "Tagesschau" sie versteht: Denn mehr Waffen für gefährliche Verrückte wie die Poroschenko-Truppe ermuntern in dieser Region dazu, die Balance zu ändern. Vom Chef des Weißen Hauses gab es kein Veto.

Der nicht sehr begabte Hausherr wusste noch im Januar zum Thema Afghanistan zu sagen: "Wir wollen nicht mit den Taliban reden. Sie töten unschuldige Menschen." Auf solche Ideen kämen die US-Truppen natürlich nie. Die brechen lieber Rekorde: In der ersten Februar-Woche dieses Jahres hat ein B-52-Bomber der US Air Force 24 präzisionsgelenkte Sprengkörper in Afghanistan abgeworfen. Noch nie habe ein Langstreckenflieger so viele Bomben bei einem einzelnen Einsatz eingesetzt, meldete das Pentagon. Sicher immer um Menschen drumherum. Und wenn doch welche getroffen wurden, dann nur Schuldige, von der Trump-Administration ordentlich zum vorzeitigen Lebensende verurteilt.

Wie immer, wenn in Washington mit den Fingern geschnipst wird, springt man in Berlin: Frau von der Leyen warb zeitgleich für die geplante Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes mit diesem Satz: "Wir brauchen Geduld und einen langen Atem." Geduld bis ins nächste Jahrtausend? Beatmung bis zum Exitus von Arzt und Patient? – Als die "Tagesschau" jüngst unter der Überschrift 'Sechs Missionen werden verlängert' über die Missionierung diverser Eingeborener durch die Bundeswehr berichtete, musste sie ganz schnell diesen Satz auf ihrer Website nachschieben: "Liebe User, wegen der hohen Anzahl der Kommentare ist unsere Moderation derzeit überlastet. Deshalb kann diese Meldung im Moment nicht kommentiert werden." Offenkundig ist die Zahl der Medienkonsumenten, die nichts von der tödlichen Bekehrung Andersgläubiger hält, unverändert hoch.

Kaum jemand mag noch an das vorgeschobene Brunnenbohren oder die angeblich erkämpften Frauenrechte in Afghanistan glauben. Immer mehr Menschen wissen: Es geht um die Rohstoffe des Landes. Lithium, Gold, Niob, Kobalt, Molybdän und seltene Erden. Und natürlich um die exzellente militärstrategische Lage: Gleich nebenan liegt das atomar bewaffnete Pakistan. Im Westen findet sich der ölreiche Iran. Im Osten die konkurrierende Weltmacht China. Nördlich schließen sich die zentralasiatischen Republiken mit ihren gigantischen Gas- und Ölvorkommen an, die durch Afghanistan zum Indischen Ozean und zum Arabischen Meer geleitet werden könnten. Und während dem Geostrategen beim Nachdenken über die Ukraine das Wasser im Mund zusammenläuft, gerät er in heftiges Sabbern, wenn ihm Afghanistan in den Sinn kommt. Da muß "Amerika zuerst“ kommen.

Immerhin redet Donald Trump Klartext, wenn es um den Zusammenhang von Ökonomie und Krieg geht. Denn er bekennt, dass Handel und Militär "bis zu einem gewissen Grad Hand in Hand" gehen. Deshalb jammert er auch darüber, dass die USA einen deutlich höheren Anteil ihres Bruttoinlandsprodukts für Rüstung ausgäben als Deutschland. Das sei "nicht fair". Da muss er schon mit Strafzöllen winken. So rutscht dem Fake doch glatt die Friedensmaske vom Gesicht.


Zum Antisemitismus in Deutschland
Eine Dialog-Veranstaltung mit Wolfgang Gehrcke und Uli Gellermann

In den letzten Wochen und Monaten waren die deutschen Medien voll von Meldungen über „Antisemitismus in Deutschland“. Eine Reaktion im Bundestag konnte nicht ausbleiben:
Das Parlament beschloss, einen Antisemitismus-Beauftragten zu installieren.

Gab es in den letzten Jahren ausschließlich oder primär antisemitischen Rassismus in Deutschland? Welche Rolle spielt die Merkelsche „Staatsräson“, das besondere Verhältnis der Bundesrepublik zu Israel in dieser Debatte? Was kann, was soll der Antisemitismusbeauftragte für eine Rolle spielen?


Zu diesen Fragen wollen Wolfgang Gehrcke und Uli Gellermann ein öffentliches Gespräch führen.

Wolfgang Gehrcke, geboren 1943 in Reichau, aufgewachsen in Hamburg. Er war Mitbegründer und später Bundesvorsitzender der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ). Nach Beteiligung an den ersten Ostermärschen wurde er 1961 aus der SPD ausgeschlossen. Mitbegründer der DKP, der PDS, der Linken und der Europäischen Linkspartei. Von 1998 bis 2017 war er Mitglied des Bundestages und Stellvertretender Fraktionsvorsitzender mit Schwerpunkt Internationale Politik.

Uli Gellermann, geboren 1945, ist in Düsseldorf aufgewachsen. Der gelernte Industriekaufmann ist Journalist und Filmemacher. Er hat als Creative Director gearbeitet. Lange Zeit war er für die Bewerbung des Bauens in Berlin zuständig. Seit Jahren begleitet er die Berlinale als Filmkritiker. Er verantwortet die Website rationalgalerie.de

Am 20. März 2018 um 20.30 Uhr
Im Buchhändlerkeller-Berlin. Carmerstr. 1, 

10623 Berlin (nahe Savignyplatz)


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 14. März 2018 schrieb Dr.Dr. Guido Schneider:

Sehr geehrter Herr Gellermann,
ehrlich gesagt, verstehe ich Sie nicht.
Wäre Hillary als Präsidentin besser gewesen? Meiner Meinung nach wäre der US-Krieg gegen Russland dann schon längst da.
Die Amis hatten ja nur die Wahl zwischen zwei Milliardären: Pest oder Cholera. Es geht den Amis aber schlecht. Deshalb wählten sie Trump.

Trump hat in diesem teuflischen US-Kriegsumfeld immer noch keinen neuen Krieg begonnen! Es mehren sich sogar die Zeichen, dass er sich aus Syrien zurückziehen wird.
Glauben Sie wirklich, dass Trump über Nacht aus dem Drohnenprogramm aussteigen könnte? Wie lange hätte er dann noch zu leben?
Welche Stellgröße hat Trump als US-Präsdent überhaupt? Schauen Sie auf seine permanent üble Presse. Das muss mal jemand erst einmal aushalten. Dann macht er doch wohl etwas richtig, finden Sie nicht? Wollen Sie jetzt in den Kanon der Mainstreampresse mit einstimmen: Trump=Fake? Selbst die Russen haben längst erkannt, dass Trump nicht viel zu sagen hat. Ist er deshalb "Fake"?

Wie 1930 setzt Trump aber jetzt auf Zölle. Diesen Spielraum hat er anscheinend. Deshalb kommen wir in "neue 30er" (O-Ton Bannon in Zürich).
Allein die Darstellung von Zöllen ist eine Revolution gegen den zerstörerischen Globalismus, den Putin ja ablehnt. Putin steht für den Erhalt seiner Nation- in welchem System auch immer. Putin ist aber inzwischen kapitalistischer eingestimmt als unsere Eliten, denen es immer mehr um Enteignung geht.

Mit den US-Zöllen gegen Deutschland kommen wir auf Dauer in eine Rezession. Der Brexit kommt dazu. Dann kommt es zum radikalen Sozialabbau und zu Steuererhöhungen. Dies wird auch angesichts der Massenimmigration Unruhen in Deutschland auslösen, da der Staat seinen Verpfilchtungen nicht mehr nachkommen kann. Aus Parallelgesellschaften werden Gegengesellschaften.

Diese Entwicklung wird die AfD und Linkspartei radikal nach oben katapultieren. Also sind wir doch viel näher an einem Bürgerkrieg als an einem Krieg mit Russland, Herr Gellermann.

Sollte es zu einem konventionellen internationalen Schlagabtausch kommen, ist doch das derzeit wahrscheinlichste Szenario, dass Putin prophylaktisch nach Berlin greift. Denn angelogen hat man ihn genug. Ich würde das an Putins Stelle in Erwägung ziehen, wenn die Aggesssion der NATO so weiterläuft.

Inzwischen finde ich es sehr gut, dass Merkel weitermacht. Denn in den kommenden zwei Jahren wird sie das selbst auszulöffeln haben, was sie uns hierzulande eingerührt hat.
Denn die Krise kommt, Herr Gellermann. So klar wie das Amen in der Kirche.

Sie werden es erleben!

Antwort von U. Gellermann:

Mit Trumps Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels hat Trump die bewaffneten Konflikte im Nahen Osten verschärft. Woher Sie Zeichen für einen Rückzug aus Syrien nehmen weiß ich nicht. Wovon ich weiß, und auch in meinem Artikel schreibe, ist die Verschärfung der Rüstungsspirale durch Trump. Von der geforderten NATO-Hochrüstung bis hin zu den neuen „kleinen“ Atombomben der USA, die einen Atomkrieg führbar erscheinen lassen. Trumps enge Freundschaft mit den Saudis treibt das Morden im Jemen weiter an. Verstehen Sie jetzt, was ich meine?


Am 13. März 2018 schrieb antares56:

Mit dem Einsetzen des CIA-Direktors zum neuen Aussenminister schaltet Trump endgültig in den Kriegszustand bzw die Vorbereitung eines Krieges!
Und unsere "Medien" jubeln uns gerade unter, dass sowohl Putin als auch Assad so dümmlich sind gerade jetzt Anschläge mit Giftgas auszuüben. Für wie doof halten die ihre Leser/Zuschauer eigentlich? Hier findet die Vorbereitung eines Krieges statt!


Am 13. März 2018 schrieb Ronald Strittmatter:

Ich hoffe zutiefst, dass dieses und ähnliche blogs die Wirkung entfalten, die es braucht, um die so dringend notwendige gesellschaftliche Sinnesschärfung zu erreichen.
Es scheint ein sehr langer Weg zu sein.
Bitte weiter machen und mich in den Verteiler aufnehmen.
Lieben Dank

Antwort von U. Gellermann:

Ihr Name ist im jetzt Verteiler.


Am 12. März 2018 schrieb Krysztof Daletski:

@Marc Britz: "Globalisierung ist lediglich ein anderes Wort für US-Imperialismus"

Das ist ein berechtigter Einwand, der aber nicht auf die USA beschränkt werden kann. Laut Yash Tandon, der in "Handel ist Krieg" (Quadriga, 2016) aus afrikanischer Sicht das Vorgehen der EU in WTO und EPA-Verhandlungen (EPA = European Partnership Agreement) beschreibt, ist die EU ein noch aggressiverer imperialistischer Akteur. Natürlich geht das Vorgehen von EU und USA in WTO und WIPO Hand in Hand, die dort quasi eine Beutegemeinschaft bilden und, wie der Galerist im Artikel auch hervorhebt, gilt das auch für die militiärische Komponente. Das sagt übrigens nicht nur Trump ganz offen, sondern z.B. auch P. Keller von der Konrad-Adenauer-Stiftung, der die NATO als "Schutzmacht der Globalisierung" bezeichnet (Research Paper of the NTAO Defense College 43, 2008).

Während die Steuersenkung noch eine Maßnahme ganz im Rahmen des von wirtschaftsliberaler Seite bejubelten "Steuerwettbewerbs" war (die damit auch den von dieser Seite vertretenen Interessengruppen nützt, wie Sie richtig anmerken), sind Handelsbehinderungen um Ungleichgewichte zu kompensieren das nicht. Klar greift auch die EU insbesondere gegenüber Afrika zu protektionistischen Maßnahmen (vom "Box-Shifting" zur Verschleierung von Subventionen/Dumpingpreisen bis hin zu weit über TRIPS hinausgehende Ansprüche bzgl. "Geistigen Eigentums", die Entwicklung verhindern sollen), aber offiziell wird "Freihandel" gepredigt. Und wenn protektionistische Maßnahmen ("Protektion" = Schutz) für regionale Besonderheiten wieder salonfähig gemacht werden, legitimiert das das nach meiner Einschätzung wieder einen etwas größeren wirtschaftspolitischen Handlungsspielraum von Regierungen.

Zumindest argumentativ. Sie haben recht, dass es damit nicht automatisch politisch möglich wird aufgrund der militärischen Drohungen und Interventionen, die der Galerist beschreibt.


Am 12. März 2018 schrieb Marc Britz:

Herr Daletski:

Es ist Ihnen vielleicht noch nicht aufgefallen, aber Globalisierung ist lediglich ein anderes Wort für US-Imperialsimus. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Hausmacht des Imperiums im Gegensatz zu den Vasallen mehr "Spielraum" in der eigenen nationalen Politik hat. Ungefähr so wie ein König mehr "Spielraum" gegenüber seinen Lehnsherren hatte.
Übrigens ist der Handlungsspielraum von dem Sie sprechen dank Trumps immensen Steuersenkungen für Superreiche hauptsächlich an den gestiegenen Kontoständen von Buffet, Sorros und Co. ablesbar. Bei den US-Arbeitern kommt ausser heisser Luft nichts an. (Vom Rest der Welt wollen wir mal vornehm schweigen.) Was also genau ist so bemerkenswert an Trump?


Am 11. März 2018 schrieb Hella-Maria Schier:

Zitat Ulrike Spurgat: "Das Selbstbestimmungsrecht der Völker hat man in die Tonnen getreten," Um dem Selbstbestimmungsrecht vieler vereinzelter Individuen der "einen Welt" gegenüber mächtigen Kartellen dürfte es noch viel schwieriger bestellt sein, vielleicht auch ein Motiv hinter der eifrigen Stimmungsmache gegen Grenzen und Nationen? Sich mit den Strukturen von Staaten auseinandersetzen, zu müssen ist immer noch um einiges aufwändiger als wenn es diese Staaten erst gar nicht gäbe.

Antwort von U. Gellermann:

Kleine Anmerkung: Ohne Nationen keine Inter-Nationalismus.


Am 11. März 2018 schrieb altes Fachbuch:


@k.bloemker

wieso abstrahieren sie ihren gedanken nicht konsequent bis zum ende?

"Handel und Militär ... Hand in Hand" ist doch keine erfindung ihres/eines "traditionellen Imperialismus".
schon seit den sklavenhaltern, den feudalisten und den kapitalisten mit ihren gesellschaftsordnungen ist das so, das hat sich doch mit dem imperialismus nicht geändert!!
clausewitz ist zu seinem "krieg ist die fortsetzung der politik mit anderen mitteln" gekommen, da gabs kein deutschland und keinen kapitalismus im lande. allerdings hat er die "politik" auch nicht als erfüllungsgehilfe der wirtschaft erkannt!

"Der moderne Kapitalismus, die multinationalen Konzerne, schießt eigentlich nicht mehr."
ist da ein bissel aktuelle geschichte an ihnen vorbei gegangen?? nach meinen beobachtungen nehmen sowohl der grad der monopolisierung und globalisiserung UND die kriegshäufigkeit und -intensität zu!

der handel an sich ist erst mal keine ausbeutung!
ausbeutung (in allen o.g. ordnungen) definiert sich über die privatwirtschaftliche aneignung gesellschaftlich/kollektiv erwirtschafteten mehrwerts!
für diese enteignung gibt es keine grenzen, da sie in jedem solcher systeme hauptziel des wirtschaften an sich ist!!
und so gibt es eben krieg, sollten "fairer handel" und "liberale politik" nicht reichen!

sie fallen also nicht "wieder zurück in den traditionellen Imperialismus", sondern verharren in ihm, weil sie die ausbeutung und damit die ursache von krieg nicht beseitigen wollen!!


Am 11. März 2018 schrieb Krysztof Daletski:

Wer sich über Trump Illusionen gemacht hat, hätte eigentlich schon durch seinen Vorvorgänger G.W. Bush gewarnt sein müssen. Der wollte bei Amtsantritt auch den Fokus auf die inneren Angelegenheiten legen, aber dann kamen Rice, Rumsfeld und Wolfowitz und haben ihn vom Gegenteil überzeugt (oder er hat sie einfach machen lassen). Und das wurde dann so schlimm, dass sein Nachfolger sogar den Friedensnobelpreis bekam, nur weil er nicht Bush war.

Es gibt aber einen anderen Aspekt der Trumpschen Präsidentschaft, der nach meinem Eindruck bisher kaum beachtet wurde: jahrelang wurde erzählt, dass nationale Politik gar keinen Spielraum habe, weil Länder nur noch Wirtschaftsstandorte seien, und eine optimale Anpassung an die Erfordernisse der Globalisierung die einzig mögliche Politik sei. Deshalb brauche man auch keine Politiker mit Gestaltungswillen mehr.
Es ist doch bemerkenswert, dass ein Politiker, der bestimmt nicht sozialistischer Umtriebe verdächtigt werden kann, plötzlich zeigt, dass es sehr wohl Handlungsspielraum gibt in wirtschaftspolitischen Fragen.


Am 10. März 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Debatten über Weltanschauungen lassen sich schwerlich in der Galerie führen, dass würde sicherlich den Rahmen sprengen.
@ Klaus Blömker
Mit Carl von Ossietzky möchte ich ihnen antworten: Herausgeber der Weltbühne, politischer Journalist, Friedennobelpreisträger 1936, Politischer Häftling mit der Nr. 562 im Konzentrationslager Esterwegen:
"Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte.
Die beutegierige Canaille hat von eh auf Krieg spekuliert."
Waffen werden gebaut um sie bei passender Gelegenheit zu nutzen, und
Aufrüstung, und das ist wohl eine Tatsache bedeutet Krieg, und wenn es sein muss, auch gegen die eigene Bevölkerung. Dass eine Weiterentwicklung, besonders bei den Waffensystemen stattgefunden hat ist völlig klar, und das die Macht- und Kräfteverhältnisse sich nach 1989 in der Welt verändert haben, liegt doch seitdem auf dem Tisch des Hauses.
Konkurrenz, Wettbewerb, globaler Kapitalismus wo um Marktanteile mit harten Bandagen gekämpft wird,
wenn erforderlich mit Waffengewalt. Wofür sonst sollten Waffen gebraucht werden. Im übrigen ging und geht es immer auch darum die Bestrebungen nach Fortschritt bei den Völkern auch mit Waffengewalt zu unterdrücken.
(Katalonien z. B.)


Am 10. März 2018 schrieb Klaus Bloemker:


"Handel und Militär ... Hand in Hand"

- Eigentlich war das die Phase des traditionellen Imperialismus. Mit Kanonenboten Handelsbedingungen zu erzwingen.

- Der moderne Kapitalismus, die multinationalen Konzerne, schießt eigentlich nicht mehr. Der Handel - wenn man so will die 'Ausbeutung' - läuft anders.

Der kapitalistische Westen braucht ein Land nicht militärisch zu besetzten, um günstige 'terms of trade' zu bekommen. Es ist die technologische Überlegenheit, die das ermöglicht.

Aber fallen wir wieder zurück in den traditionellen Imperialismus?

Antwort von U. Gellermann:

Geändert hat sich maximal die Verkleidung: Im Fall des Irak, Libyens oder Syriens wurden natürlich Wortfetzen wie "Kampf gegen den Terrorismus“, „Demokratie“ oder „Freiheit“ zur Bedeckung politischer Blößen genutzt. Und doch schimmern die ökonomischen Interessen immer durch.


Am 10. März 2018 schrieb Ole Bienkopp:

Antwort an Karola Schramm:

Sie irren, wenn Sie sagen, daß Trump seinen Wahlkampf selber finanziert hätte. Das hat er natürlich nicht, auch wenn er es zur eigenen Propaganda damals ständig behauptet hat. Soviel Geld hat nämlich niemand in den USA!

Noch nicht mal die von Clinton und Trump selbst genannten Summen von einigen hundert Millionen Dollar konnten diese selbst aufbringen - sie trieben sie stattdessen über Spenden ein, wobei Clinton erheblich mehr Geld einsammelte und ausgab als Trump. Aber das kratzt noch nicht mal die Oberfläche! Die tatsächlichen Kosten für den Präsidentschaftswahlkampf inklusive der Parteienwerbung für die gleichzeitig stattfindenden Congresswahlen erreichte 2016 fast die Marke von 7 Milliarden Dollar!:

http://www.pflichtlektuere.com/11/11/2016/wahlkampfkosten-in-den-usa-eine-grenze-gibt-es-nicht/

Das kann eine einelne Person überhaupt nicht mehr finanzieren!


Am 10. März 2018 schrieb altes Fachbuch:

ein kleiner verein, nennen wir ihn südwind e.v. macht eine studie zum thema "nachhaltige rohstoffe für den deutschen automobilsektor".
und ooops, im inhalt erfährt man:
- dass dieser sektor wächst und die rohstoffnot größer wird
- wie viel von welchem metall man in einem auto braucht
- dass 10% aller energien für die rohstoffgewinnung verCO2 oder - NOXt werden!!
- dass es bei der rohstoff"beschaffung" soziale und ökologische "risiken" gibt
- dass die rohstoffförderung in bisherigen stätten zu teuer wird bis ausgelutscht ist oder technologisch veraltet
- dass china 45% aller relevanter rohstoffe importiert (ohne krieg!!)
- dass lediglich 150 unternehmen 80% der rohstoffe besitzen!!! (nicht die zerstörten länder)
- dass massenhaft ngo's und int. organisationen aller art sich um schadensbegrenzung im schneckentempo bemühen, und wie sie scheitern (sollen/werden)
- und dass auch in dieser studie KEIN WORT VON BESCHAFFUNGSKRIEGEN steht!!

lasst mich in ruhe mit trump und anderen affen!!
ein auto braucht keine blaue plakette: da muss mal ein intellektueller her (gern aus dem westen:), der mal ausrechnet, wie viel kriegstote und umweltleichen im ausland, sowie zucker- und asthmatote im inland jedes auto kostet!!

namen sind schall und rauch, die profitsucht und die indoktrinierte konsumsucht sind das zerstörerische gift!!!
ostermarsch??? macht mal

https://suedwind-institut.de/files/Suedwind/Publikationen/2014/2014-13%20Nachhaltige%20Rohstoffe%20fuer%20den%20deutschen%20Automobilsektor.pdf

nachher bin plötzlich verteidigungs- oder bildungsminister im kompetenzland nr. 1;)

wenn vw-müller sinngemäß formuliert, "wenn DE e-mobilität will, dann brauchen wir "freien" zugang zu den seltenen erden", dann ist das mehr marschbefehl für die bundeswehr, als struck's freiheitsgesäusel am hindukusch!!


Am 10. März 2018 schrieb antares56:

Danke wieder einmal! Ihre Artikel sollten zur Pflichtlektüre im Kabinett werden - aber das ist wohl eine grundlose Hoffnung beim "neuen" Merkel-Regime. Merkel wird immer alles machen was die USA wollen, schliesslich haben die USA Merkels Stasiakten "in Sicherheit" vor dem deutschen Bürger gebracht.


Am 10. März 2018 schrieb Hans Informat-Ion:

"Jedes Volk hat den Führer, der den Zustand des Volkes spiegelt!" Wenn dieser Satz stimmt, dann ist die USA als "Führende Weltmacht" am Ende, ist innerlich gespalten und - wie bei allen "Hoch"-Kulturen - sehr gefährlich, explosiv und kriegerisch! Dass viele Deutsche seit 1945 auf das "Wohlstandsland USA" schauten erklärt den deutschen (Irr-)Weg seit 1945 mit den (ver-)irrten BRD-Regierungen! Leider folgt aus diesem Irrweg: Mitgegangen, mitgefangen, mit Pleite gegangen!
PS: "Führt niemals Krieg gegen Russland!" (Bismarck).


Am 10. März 2018 schrieb Beate Hermann:

Kann ich mich zum newsletter anmelden ?

Antwort von U. Gellermann:

Und schon sind Sie im Verteiler.


Am 09. März 2018 schrieb Karola Schramm:

Danke wieder einmal für diesen glasklaren, faktenbasierten Artikel, der zum Weiterdenken anregt.

Ich denke nicht, dass Trump ein Fake ist.
Er ist der einzige Präsident bisher, der seinen Wahlkampf selber finanziert und zum Entsetzen seiner politischen Gegegner, diesen auch noch gewonnen hat.
Visionen hatte er allemal, wie er sie anfangs Amerika und dem Rest der mitteilte.
Doch wer Vision hat, gehört scheinbar nicht nur nach Helmut Schmidts Meinung in ärztliche Behandlung, sondern auch den Neocons, die bisher die amerikanische Politik dominierten deren Fäden und Seile bis ins "Weiße Haus" reichen. Hinzu kommt der "Militärisch-Industrielle Komplex" der auch viele Fäden in der Hand hat, die den Präsidenten tanzen lassen.
(www.contra-magazin.de Die Neocons - Amerikas gefährliche Eliten, oder andere Webseiten googeln.)

Dass sich die deutsche Politik diesen Neocons angeschlossen hat, steht außer Frage. Man merkt es an der Verhöhung der demokratischen Regeln durch Merkel. Man merkt es an der Verteidigungsminsterien, die nur noch auf Krieg aus ist und die Rekrutierung Jugendlicher, auch gegen das Jugendschutzgesetz in Kauf nimmt. Zudem, so ihr Ansinnen, auch Flüchtlinge langfristig in die BW aufzunehmen, damit sie als Deutsche gegen eigene Landsleute kämpfen können. Tote spielen keine Rolle, sie sind in Kriegszeiten erlaubt. Es wäre also kein Mord an Brüdern und Schwestern. Ein schlechtes Gewissen muss dann auch keiner haben. Schön ausgedacht hat sich das die Gesetzgebung.

Die afghanische Bevölkerung lebt auf Billionen schweren Bodenschätzen. Das schafft Begehrlichkeiten bei denen, die nicht so viel oder gar nichts davon haben. Also wird es per Krieg - nein nicht so - per friedlicher Besatzung genommen, weil ja die Terroristen dort sind und bekämpft werden müssen und Afghanistan das nicht allein kann. So ist die Story stimmig und kann gut an die Bevölkerung verkauft werden. Dass die deutsche BW dort für die ansässigen großen deutschen Unternehmen für Sicherheit sorgt, geht das Volk nichts an. Ähnlich ist es ja am Horn von Afrika. Auch hier werden große Fischfangflotten von deutschen Soldaten vor Überfällen geschützt. Wobei man wissen muss, dass die Überfaller meistens arbeitslos gewordene Fischer sind, die sich radikalisierten.

Was die Strafzölle angeht, die Trump nun einsetzen will... Ich finde das nicht schlimm. Er hat es angekündigt und schreitet jetzt zur Tat. Dabei muss man wissen, dass auch DE derzeit gegen China 50 und 24 andere Länder Strafzölle verhängt hat. Die USA ist auch dabei. Man nennt sie nur anders: Dumping-Strafzölle, die sind abgesprochen mit der WHO. Trump stört das nicht.
Die deusche Liste ist lang. Sie geht über Bügelbretter und Fahrräder, Keramikfliesen und Stahlrohre bis hin zu Zitrusfrüchten. E-Bikes sollen hinzukommen.
Mich wundert, warum es nicht auch Strafen gegen Lohndumping gibt.

Lächerlich macht sich auch Juncker und die gesamte aufschreiende Politikerkaste. Wer kann sich hier denn schon eine Harley-Davidson leisten ? Ich weiß, es ist ein wunderschönes Motorrad, ich bewundere es immer. Oder trinkt täglich Boubon-Wiskey ? Gut - Levis Jeans könnten teurer werden...da wäre ich dann betroffen.:-((

Also ich sehe keine Maske, die bei Trump und auch den anderen fallen könnte. Sie sind alle echt - sie glauben an das, was sie tun und wenn es noch so schlecht ist. Das ist verbissene Ideologie, Sektierertum.


Am 09. März 2018 schrieb Ute Plass:

"Offenkundig ist die Zahl der Medienkonsumenten, die nichts von der tödlichen Bekehrung Andersgläubiger hält, unverändert hoch."

Ein Hoffnungsmoment, von dem ich mir erhoffe, dass sich die vielen
friedensbewegten Andersgläubigen auch auf der Straße zeigen. :-)
Die nahenden Ostermärsche bieten sich an aber auch folgende
Aktionen wie z.B.

https://www.frieden-geht.de/

https://www.ramstein-kampagne.eu/category/aktionswoche-2018/


Am 09. März 2018 schrieb Bernd Kulawik:

"Geschichtsblind folgte die deutsche Regierung diesem Kurs." ? Nein. Man kann den führende Politik-Marionetten Deutschlands sicher nicht vorwerfen, "geschichtsblind" oder "--vergessen" zu sein. Sie tun alles mit Absicht. Sie kennen die Geschichte gut genug, um genau zu wissen, wo der "Feind" des deutschen und US-Kapitals steht und wie und warum man sich dessen Wünschen unterzuordnen hat. Für einige völlig debile Gestalten mag man noch annehmen können, dass sie bewusst den Blick abwenden ? aber "geschichtsblind" ist niemand von denen. Und deshalb sind sie alle Kriegsverbrecher: Alle, die spätestens seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf Jugoslawien (bzw. genauer: auf das schon von der deutschen SS und den kroatischen faschistischen Ustascha verwüstete Serbien) 1999 und für alle Kriege seither - inzwischen, "Muttis" ursprünglichem Wunsch von 2003 gemäss, sogar im Irak - als Politiker und Abgeordnete diese Kriegspolitik betrieben und als Wähler geduldet und also unterstützt haben, haben das Blut Millionen Unschuldiger an den Händen ? nein: Sie waten darin bis zum Hals! Und sie geniessen es. Anders ist das inzwischen gar nicht mehr erklärbar.


Am 09. März 2018 schrieb Albrecht Storz:

"Bis in die Köpfe friedensbewegter Leute hatte sich ein Fake namens Trump gebohrt: Ein paar nette Worte in Richtung Russland gaben der verzweifelten Hoffnung Nahrung, mit Trump würden die USA ihren aggressiven außenpolitischen Kurs ändern."
Sollte es solche, evtl. sogar friedensbewegte, Menschen tatsächlich geben? Hoffnung durch Trump? Nee, die einzige "Hoffnung" war dadurch geboren, dass nicht die Killary ans Ruder kam. Und ich bin nach wie vor sicher, dass mit der alles viel schlimmer gekommen wäre. Denn mit H. Clinton wäre das, was jetzt gerade etwas holpert, gelaufen wie geschmiert.

Mehr Hoffnung als die, dass die Mächtigen sich zeitweise gegenseitig im Weg stehen, können wir heute doch kaum noch haben.
Oder sehen Sie irgendwo irgendwelche anderen wirksamen Einflusskräfte?

Nachdem durch die "Refugee Wellcome"-Merkel-Querfront, Antideutsche, Soros, Friedensdemowatch und Co. die deutsche Friedensbewegung ad acta gelegt wurde, gibt es schlicht nichts mehr.
Ostern wird kommen - und gehen. Mangels Integrationsfiguren, mangels klarer Linien, mangels Konzentration auf Wesentliches werden die Ostermärsche selbst bei regster Beteiligung wirkungslos bleiben.
Alles, was nicht geldgetrieben ist zeigt heute maximale Zersplitterung. Noch nie war der MIK so wirkungsvoll wie heute.


Am 09. März 2018 schrieb Lutz Jahoda:

RUF NACH EINSICHT UND UMKEHR

Nicht nur der Konzerne liebstes Kindel,
auch GROKO NEU folgt heiß dieser Spur,
Profitsteigerung im Schub von Schwindel,
Verdummung dem sozialen Gesindel,
statt den Reichen und Satten die Schlankheitskur.

Vernunft fehlt der Welt an Kanten und Ecken.
Unser Blauer Planet, das Prachtunikat,
geschuldet der Gier, auf dem Weg zu verrecken.
Da hilft kein Verleugnen, auch kein Verstecken.
Daran beteiligt ist auch unser Staat.


Am 09. März 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Die Galerie mit ihrem Herausgeber warnte bereits zu Beginn der Präsidentschaft des Profitgeiers Trump, vor dem, was auf uns zukommen kann, wenn Trump der rücksichtslose Profitgeier als amerikanischer Präsident sein Unwesen treiben kann. Der Zahn, der eine Verbesserung der Beziehungen, insbesondere mit Russland wurde ihm allerdings von denen gezogen, die ihre wirtschaftlichen Interessen bedroht sahen: Friede mit Russland würde weniger Rüstung bedeuten, und die Welt wäre etwas friedlicher, und das schmeckt den Kapitalisten überhaupt nicht.
Ich habe mich dieser Einschätzung anschließen können, da nur eine kritische Analyse, unabhängig von agierenden Personen die Macht- und Kräfteverhältnisse das System erklären kann, und das Absichtserklärungen, egal von wem, einen Dreck wert sind, wenn dem keine konkreten Taten folgen, liegt in der Natur dessen.
Die Widersprüche zwischen den Regierungen einiger Länder verschärfen sich, und auch in der heutigen Situation wird die Krise des Kapitalismus widergespiegelt. Es mag heute andere Schwerpunkte geben als 1948, wo der Stand der Industrieproduktion in den USA innerhalb einen Jahres um 22 % zurückging, als Folge der Krise im System, die nie bewältigt werden konnte, weil es im Kapitalismus Gesetzmäßigkeiten gibt, und die zeigen sich insbesondere in der sich zuspitzenden heutigen globalen Krise. Untereinander wird um Absatzmärkte, Rohstoffe und Kapitalausfuhren gekämpft. Es entstehen Abhängigkeiten, die natürlich zur Erpressung und Unterdrückung benutzt werden, denn jeder will das meiste, und das dickste Stück vom Kuchen, derer haben, denen es gehört: Den Völkern der Welt gehören die Rohstoffe, die Bodenschätze, und sie müssen bestimmen, wie sie leben wollen. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker hat man in die Tonnen getreten, und der USA Imperialismus, nach Art des Hauses Trump zeigt nun die Fratze und bestätigt, dass die USA die größten Kriegstreiber und Kriegsverbrecher aller Zeiten sind und bleiben, Es bleibt eine Krise, für die es nur eine Lösung geben kann: Das System auf den Müllhaufen der Geschichte zu schmeißen, davon sind wir aber weit entfernt, trotz Zuspitzung, Kriegen, Krisen und Unruhen in der Welt
Um ihre Interessen verfolgen zu können, müssen sie einen wütenden Angriff auf die Lebenshaltung der Völker immer wieder erneuern, denn wehe, die Völker werden sich ihrer Macht und ihrer Kraft bewusst, dann wär mit dem schönen Leben auf Kosten anderer ein für allemal Schluss. Davon sind wir sehr weit entfernt.
Vor hundert Jahren versank die Welt im Ersten Weltkrieg. Erst nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges konnten die USA ihren Anspruch in die Tat umsetzen, nachdem dem Atombombenabwurf auf Japan. Die USA schwächeln, und das macht ihre Politik gefährlicher denn je, und ob der Trump oder Obama, oder was weiß ich heißt, ist in diesem Zusammenhang völlig wurscht. Es geht nicht um Fehler, die gemacht werden oder gemachrt worden sind, auszubügeln, es geht darum, die Vorherrschaft der USA um jeden Preis, auch mit militärischen Mitteln zu verteidigen und seines wirtschaftlichen Niedergang zu stoppen.
Die Trump Administration ist der drastische Ausdruck der kapitalistischen Krise als Ganzes.
Die globale Krise bringt ähnliche Probleme, wie 1930 hervor, was die Wirtschaftskrise, und den Zweiten Weltkrieg zur Folge hatte: Not, Elend, Verzweiflung, hohe Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger, auf der einen Seite, und auf der anderen Seite, die ewigen Kriegsgewinnler: Die Rüstungsindustrie, die sich die Hände heute wieder reiben kann, weil die Auftragsbücher wieder dick und prall gefüllt sind, mit der Herstellung beauftragt, dass der Mensch den Menschen tötet, und Deutschland (eine Schande) rührt mit der schrecklichen von der Leichen die Kriegstrommel mit. Sie lügen, verdrehen, behaupten, und kriechen Trump natürlich in den Arsch, etwas langsamer, mit Unterbrechungen, aber klar doch, denn Deutschland kann nicht selbständig, erwachsen, und aus der todtraurigen Geschichte gelernt, agieren; also hängt man auf Gedeih und Verderb am Rockzipfel des unberechenbaren, um sich selber drehenden Trump, und wie Deutschland nun sein Verhältnis zu Russland gestalten will, außer mit unbelegten Beschuldigungen, und dem immer wieder kehrendem Hass, der sich nur durch die unbewältigte und unreflektierte Geschichte erklären lässt, werden wir sehen, und ehrlich gesagt: Ich sehe da eher schwarz, und weniger rot.

Lenin gab 1919 folgenden Hinweis:

.......nirgends äußert sich so wie in diesem Lande...... die Macht des Kapitals, die Macht eines kleinen Häufleins Milliardären über die ganze Gesellschaft so brutal, mit so unverhüllter Bestechung wie gerade in Amerika."
W.I. Lenin, Über den Staat, S. 23
Für die Recherche, für den unermüdlichen Einsatz, für die viele Arbeit, die wieder ein Ergebnis mit dem Artikel hat, was sich sehen lassen kann. Ein schwieriges Thema, so bearbeitet, dass es gut verständlich bleibt, und dem Nachdenken und reflektieren, und einordnen die Türe öffnet.
Spitze Feder, elegant, und auf den Punkt gebracht.
Vielen Dank.


Am 09. März 2018 schrieb Marc Britz:

Sehr geehrter Herr Ische,

Ich schreibe an Sie lediglich als Stellvertreter fuer all jene, die hier im Forum Trump und die anderen US-amerikanischen Praesidenten immer wieder als Marionetten bezeichnen und damit etwas wie eine Passivitaet dieser Position suggerieren. Nach dem Motto: "Der koennte - was auch immer - wenn DIE ihn nur liessen..."

Der Amerikanische Praesident ist aber der Oberbefehlshaber der US- und damit der NATO- Streitkraefte. Er ist somit der erste Taeter. Ausserdem muss man, um ueberhaupt erst amerikanischer Praesident werden zu koennen, mindestens Multimillionaer sein. Als Turbokapitalist ist man also auch in dieser Hinsicht "Gleicher unter Gleichen." Die Praesidenten sind keine Marionetten sondern Puppenspieler. (Auch wenn Sie manchmal von ihren Puppenspieler-Kumpels wegen internen Unstimmingkeiten ueber die Verteilung des Theatergewinns kalt gemacht werden.)


Am 09. März 2018 schrieb Helmut Ische:

D. Trump ist Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. In diese Position wird keine(r) gewählt, die/der nicht dem "MIK" - militärisch/industriellen Komplex - hörig ist. Das ist kein Fake, das ist Tatsache. Kann der Genosse Gellermann einen US-Amerikanischen Präsidenten nennen, der nicht Kriege vom Zaun gebrochen, den Rüstungsetat erhöht und das sog. Regime Chance in anderen Ländern forciert hat? Sich an Trump abzuarbeiten ist mir zu einfach. Die USA - das mächtigste imperialistische Land - militärisch wie ökonomisch (noch) - hat nun die Marionette Trump im weißen Haus - bis 2016 war die Marionette Obama, davor Clinton...usw. In der Bundesrepublik heißt dies Püppchen Merkel. Die Fäden ziehen ganz andere. Jetzt ist dieser blondgelockte Herr etwas mehr als ein Jahr im Amt. Die Wall Street frohlockt, die Rüstungsindustrie hat riesige Zuwächse, überall haben die Jankees weiterhin ihre blutigen Finger im Spiel und dem gemeinen Volk wird suggeriert mit diesem Präsidenten wird auch dein Interesse genügend berücksichtigt. Das Spiel läuft nun schon seit Jahrzehnten so. Also, Trump führt Befehle aus. Sollte er aus dem Ruder - sprich dem Imperialismus zuwider - laufen, ist der arme Kerl die längste Zeit Präsident gewesen.

Antwort von U. Gellermann:

Warum sollte Uli Gellermann etwas nennen was es nicht gibt? Ist das eine Examensfrage?


Am 09. März 2018 schrieb Alexander Kocks:

Wie Herr Gellermann hieß eigentlich nochmal der amerikanische Präsident und Nobelpreisträger, der die letzten 8 Jahre vor Trump die USA regiert hat und all diese Konflikte ins Rollen gebracht hat. Von dem Mann lese ich kein Wort in Ihrem Artikel. Da ich kein US-Amerikaner bin und nicht in den USA lebe ist es mit im Grunde genommen egal was der amerikanische Präsident so alles anstellt weil ich eh nichts ändern kann. Ich bin in 1.Linie daran interessiert was unsere Truppe in Berlin so alles veranstaltet und wenn ich mich recht erinnere war die gesamte Truppe incl. unserer Kanzlerin beim Umsturz in der Ukraine an vorderster Front dabei. Zeitweise hatte ich den Eindruck in 2013/2014 dass Frau Timoschenko und der bekannte Boxer auf Kiew im Kanzleramt wohnten. Nach einem Jahr stellt sich heraus das Herr Trump eine Flasche leer ist, die um das politische und vielleicht sogar physische Überleben kämpfen muss. Die Neocons lassen ihm keine Chance irgend etwas zu ändern. Aus dem 1. Jahr Trump ziehe ich den Schluss, dass die Macht in den USA nicht beim Präsidenten oder der Regierung liegt, sondern bei einer Bande die im Hintergrund aus der Deckung operiert und die wahren Machthaber sind. Trump ist vom Congress
außenpolitisch entmachtet worden und ist das
was man in den USA eine Lame Duck nennt.
Zumindest bin ich schon froh dass Herr Trump weitere militärische Engagements z.b. in Korea oder Venezuela bisher vermieden hat.

Antwort von U. Gellermann:

Mit diesem Satz zu Senator McCain "der amerikanischen Imperial-Fraktion um Clinton und Obama“ hätten Sie das Ihnen fehlende Wort im Artikel finden können.


Am 09. März 2018 schrieb joe bildstein:

"Germans have the honour to be
tributable vassals to the USA"

Zbigniew Brzezinski


Am 09. März 2018 schrieb Rita Sprenger:

Pünktlich vor den Ostermärschen läut Gellermann zu großer Form auf. Danke!


Am 09. März 2018 schrieb Matthias Brendel:

Kleiner Tipp:

Die Einblendung höhnischen Gelächters, während des Ablesens der Tagesschau kann man sich heimwerkertechnisch leicht selbst herstellen, indem man in der Nähe des Fernsehers einen Lachsack aufbewahrt, den man nach politischen extrem einseitigen Nachrichten schnell drücken kann.
Dies ist eine Möglichkeit für Bluthochdruckpatienten, sich weniger aufzuregen, über das vorgetragene Elend.


Am 09. März 2018 schrieb Sonja Winter:

Danke für die Zerstörung von Illusionen über den Herrn Trump. Wie immer ist ihr Text auch sprachlich eine Wohltat.


Am 09. März 2018 schrieb Werner Schmidthuber:

Ihr Trump-Artikel ist eindeutig Rechthaberei. Denn als ihre erste Trump-Einschätzung erschien, unmittelbar nach dessen Wahl, hätte sie vor lauter Leser-Protest beinahe ihre Galerie schließen können.

Antwort von U. Gellermann:

Ich habe gern Recht.

Dran bleiben...

Schlagzeilen

Wenn Sie sich für die Artikel der Rationalgalerie interessieren und immer erfahren wollen, wenn es Neuigkeiten gibt, können Sie unseren RSS-Feed abonnieren:
RSS-Feed abonnieren

Kürzlich...

17. September 2018

TAGESSCHAU-Mobilmachung

Trittbrett-Imperialismus in Syrien
Artikel lesen

12. September 2018

AUFSTEHEN-Debatte

Schattenboxen ohne Bewegung
Artikel lesen

10. September 2018

Angriff auf die Verfassung

Geheimdienst-Maaßen will mehr Macht
Artikel lesen

07. September 2018

Jagdszenen in Chemnitz

Medienkonzern und Verfassungsschutz pro Chemnitz
Artikel lesen

04. September 2018

#Bescherung

Keine große Überraschung von AUFSTEHEN
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen