Unerbittlich kommt Weihnachten näher. Während die Christenheit Geschenke verpackt, rüsten sich in den Straßen Jerusalems palästinensische Marschkapellen: Sie werden bald wieder mit Trommeln und Dudelsäcken die Weihnachtsprozession in Jerusalem begleiten. Wer Zimtsterne oder Spekulatius erwartet, der kann sich in den nächsten Tagen auf dem Weihnachtsbasar in der deutsch-lutherischen Erlöserkirche in Jerusalems Altstadt bedienen. „Heilig Abend“ wird im Heiligen Land gleich drei Mal gefeiert, am 24. Dezember, am 6. Januar bei den orthodoxen Christen und dann am 18. Januar schließlich bei den Armeniern.

Australiens Premier Morrison knallt in diesen Tagen ein besonderes Geschenk auf den Gabentisch: Australien erkennt West-Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Seit Präsident Donald Trump die Verlegung der US-Vertretung in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem im vergangenen Dezember beschlossen hat, mehrt sich die Zahl der Follower. Jede weitere internationale Anerkennung des israelischen Anspruchs auf Jerusalem verschärft die ohnehin angespannte Konfliktlage zwischen Israel und den Palästinensern.

Seit 1947 sollte die UN-Resolution 181 gelten, die Jerusalem unter internationale Treuhandschaft stellen wollte. Als Hauptstadt für jeweils einen jüdischen und einen arabischen Staat auf dem britischen Mandatsgebiet Palästina. Bis heute beanspruchen Israel und die Palästinenser den historischen Ort als ihre Hauptstadt. Wer hier einseitig eine der streitenden Parteien begünstigt, der legt einen Brandsatz auf den Gabentisch. Einer der wichtigsten Attentäter auf das bisschen Frieden, das in dieser Gegend nur in den Atempausen der Kämpfe existiert, ist Jared Kushner. Der Trump-Schwiegersohn ist der Sonderbeauftragte des Präsidenten für den Nahen Osten. Der junge, schwer reiche Immobilien-Dealer gilt als treibende Kraft bei den Israel-First-Plänen Trumps.

Kurz bevor Kushner seinen Schwiegervater bei dessen ersten Präsidentenbesuch in Israel begleitete, konnte seine Immobilienfirma eine 30-Millionen-Dollar-Investition von "Menora Mivtachim" verzeichnen – einem Versicherer und eine der größten Finanzinstitutionen Israels. Über die Kushner-Familienstiftung, die Charles und Seryl Kushner Foundation, fließen seit Jahren Zehntausende Dollar an Organisationen und Institutionen in jüdischen Siedlungen im Westjordanland. An jene Siedler, die sich als aggressive Kämpfer gegen die palästinensische Bevölkerung hervortun. Zwischen 2011 und 2013 spendete die Familienstiftung auch noch insgesamt 315.000 Dollar an die Friends of the IDF – eine US-amerikanische Organisation, die Geldmittel für die israelische Armee sammelt.

Geld fließt in viele Richtungen. Wohl deshalb hatten die Saudis einen dicken roten Teppich ausgerollt, als Jared Kushner mit Ehefrau Ivanka im Mai 2017 seinen guten Freund Mohammed bin Salman, den künftigen König von Saudi-Arabien, in Riad besuchte. Es war der Monat, in dem Washington und Riad einen lukrativen Waffendeal unterzeichnet hatten, der auf 110 Milliarden Dollar geschätzt wird. Klar, die Saudis brauchen neues Gerät, um die Hungerblockade gegen den Jemen abzusichern. "We need to sell them as much as possible," erzählte Kushner seinen Kollegen auf einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats über den Waffendeal mit den Saudis. Und in der "New York Times" war zu lesen, dass Kushner dem saudischen Kronprinz angeboten hat, ihn in der Khashoggi-Affäre zu beraten. Ermordete Kinder im Jemen, zersägte Journalisten in der Botschaft: Es gibt immer wieder Gemetzel an denen die Saudis und die Trump-Familie munter gemeinsam beteiligt sind.

Es gab Zeiten, in denen die Israelis und die Saudis als Erzfeinde galten. Aber seit beide mit dem Iran einen neuen Hauptfeind gefunden haben, bildet sich eine ziemlich widerliche Allianz heraus, die selbstverständlich ihren Segen aus Washington bekommen hat. Dort wird auf eine Schwächung des Irans als Regionalmacht und auf einen Regime-Change hingearbeitet. Dann müssten nicht mal die geschenkten deutschen U-Boote aus ihren israelischen Häfen auslaufen, um ihre Atomraketen gegen Teheran einzusetzen. Das alte Ziel der USA – seit das 1953 vom CIA an die Macht geputschte Schah-Regime gestürzt wurde – mit dem Iran wieder einen Verbündeten gegen Russland zu rekrutieren, könnte so Wirklichkeit werden. Zugleich würde auch die immer noch offene Frage nach einem Staat für die Palästinenser beantwortet: Letal.

Es ist ein Tödliches Machtspiel, das zur Zeit von einem Trio Infernal gespielt wird. Aber Israelis, Saudis und die USA hoffen, dass die Kämpfe im Ergebnis eines Regime-Changes im Iran sie nicht in Mitleidenschaft ziehen würde. Das ist zumindest für das dem Iran geografisch nahe Israel ein leicht erkennbarer Irrtum.

Die Trump-Family tritt offenkundig das Erbe der Bush-Family an: Man will zugunsten der US-Dominanz im Nahen Osten jede Menge Krieg riskieren. Der Irak liegt im Ergebnis des letzten US-Kriegs noch heute sterbend am Boden. Ein sterbender Iran würde in seinem Todeskampf allerdings einen Weltenbrand auslösen. Welch ein mörderisches Geschenk für die Region und die Welt.

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Lieber Uli, Dein Artikel "die unheilige Familie Trump ist wieder einmal first class. Wobei die anderen natürlich nicht weniger gut sind. Du kannst es halt und als Kollege, ich gebe es ja zu, bin ich schon ein wenig neidisch über Dein...

Lieber Uli, Dein Artikel "die unheilige Familie Trump ist wieder einmal first class. Wobei die anderen natürlich nicht weniger gut sind. Du kannst es halt und als Kollege, ich gebe es ja zu, bin ich schon ein wenig neidisch über Dein umfangreiches Wissen resp. Deine Superrecherchen! Da gehört schon etwas dazu.
Wenn ich mir den Rest der Presse anschaue, gibt es nur einen Begriff: Armes Deutschland! Ich denke grad mal an die "Klimakatastrophe" -mehr als lächerlich. Dafür aber Milliardenschwer. Vor einigen Tausend Jahren gab es halt noch keine Zeitungen etc.
Mach weiter so, lass' Dich nicht entmutigen! In der Hoffnung, dass Du wieder ganz genesen bist - herzlich aus Heidelberg, Claus Beckenbach

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Claus Beckenbach
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Herzlichen Dank für das freundliche Lob.

Uli Gellermann
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Das nenne ich Antisemitismus: Den orthodox-jüdisch lebende Kushner als Agenten Israels zu denunzieren. Das ist ekelhaft!

Reuben Berner
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Das nenne ich antisemitisch: An den Lebens-Gewohnheiten eines Menschen zu schnüffeln und ihn als Juden zu definieren.

Uli Gellermann
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Uli Gellermann ruft in einen mit Styroporflocken weihnachtlich dekorierten Wald hinein. Keinen am Wühltisch kümmert's. Häufigstes Wort aus der Beschallung ist "Christmas", stets gefolgt von einer infantilen Durtonleiter Glocken-Dingdong. Das ist...

Uli Gellermann ruft in einen mit Styroporflocken weihnachtlich dekorierten Wald hinein. Keinen am Wühltisch kümmert's. Häufigstes Wort aus der Beschallung ist "Christmas", stets gefolgt von einer infantilen Durtonleiter Glocken-Dingdong. Das ist es, was wir hören *wollen*.

Als heuer Duma von Amis, Franzosen und Briten bombardiert wurde, gab es in Deutschland Empörung über die absolut! total! skandalöse! Echo-Verleihung.

Während Israel unter amerikanischer Schirmherrschaft die, im Gegensatz zur Krim tatsächlich völkerrechtswidrig annektierten Golan-Höhen gegen die bösen Iraner verteidigte, erging sich hier bei uns Lindner in Rechtspopulismus, Stichwort Bäckerei-Warteschlange.

Israel gewann dann noch ganz zufällig mit einer verhaltensauffälligen und übergewichtigen Interpretin den Chanson-Contest - ohne dass jemand ein Transparent hoch gehalten hätte.

Als medial die bemerkenswerte Einigkeit darüber hergestellt war, dass ein 20jähriger Vollidiot mit einem Messer ein ganz gefährlicher Terrorist vom IS ist, dessen Tat jedes militärische Vorgehen im nahen Osten bis zum Einmarsch ins Öl-Paradies rechtfertigt, alle seine nicht kriminellen Landsleute hier weiterhin willkommen sind, lief anschließend Bachelor in Paradise.

Wir sind dabei, den Beginn des dritten Weltkriegs zu versäumen. Der wird irgendwo zwischen schwarzem Meer und Golanhöhen vom Zaun gebrochen. Von denen, die nun einmal einen eigenen, kostengünstigen Transportweg für Öl und Gas brauchen.

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Andreas Schell
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- Das nenne ich Antisemitismus: Den orthodox-jüdisch lebende Kushner als Agenten Israels zu denunzieren. Das ist ekelhaft! -

Oh je!

Solche Geschäftemacher wie der Trump-Clan: die sind ekelhaft!

Man muss schon völlig verbrodert sein, um nicht zu...

- Das nenne ich Antisemitismus: Den orthodox-jüdisch lebende Kushner als Agenten Israels zu denunzieren. Das ist ekelhaft! -

Oh je!

Solche Geschäftemacher wie der Trump-Clan: die sind ekelhaft!

Man muss schon völlig verbrodert sein, um nicht zu merken, wie dreckig die Antisemitismus-Keule mittlerweile geworden ist, die man da anfasst.

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Des Illusionierter
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... und unsere Regierung aus Firmenschild-Christlichen und absaufenden Spezialdemokraten macht sich auf den unter den Nazis erworbenen Lorbeeren der deutschen Holocaust-Schuld breit, liefert kostenfrei U-Boote, kooft Drohnen, kooperiert an der...

... und unsere Regierung aus Firmenschild-Christlichen und absaufenden Spezialdemokraten macht sich auf den unter den Nazis erworbenen Lorbeeren der deutschen Holocaust-Schuld breit, liefert kostenfrei U-Boote, kooft Drohnen, kooperiert an der Waffe und betrachtet staatsräsonal hinter dem Paravant der brav beschlossenen IHRA-Definition das mörderische Treiben der US-Israel-Saudi-Connection. Alles den Unfrieden Störende bekommt den Antisemitismusschein ausgestellt, als hätten wir aus der Geschichte gelernt. Man kann zu Weihnachten gar nicht so viel Spekulatius fressen, wie man kotzen möchte. Frohes Fest!

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Paulo H. Bruder
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Ich war Weihnachten 2002 in Jerusalem und ich kann Euch sagen: Die Israelis haben für den Irakkrieg gebetet, der dann im März begann.

Und wer waren in Amerika die Cheerleader der US Invasion? Die Israel Lobby.

Und der größte dieser Cheerleader...

Ich war Weihnachten 2002 in Jerusalem und ich kann Euch sagen: Die Israelis haben für den Irakkrieg gebetet, der dann im März begann.

Und wer waren in Amerika die Cheerleader der US Invasion? Die Israel Lobby.

Und der größte dieser Cheerleader - John Bolten - ist nun Trumps Sicherheitsberater, der die Bombardierung des Iran fordert.

Und was Deutschland anbetrifft, werden israelkritische Gruppen wie BDS in ihrer Meinungs- und Versammlungsfreiheit beschnitten. (Sie werden noch mehr diskriminiert als die AfD :-)

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Klaus Bloemker
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NATO-Unterstützer wie die Vogelschiss-AfD sollten diskriminiert werden wo man sie trifft. Auch weil sie im Bundestag der Installation des Antisemitismus-Beauftragte zugestimmt hat.

Uli Gellermann
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Ein Kriegstreiber, wie all seine Vorgänger. Einige waren weniger deutlich und ohne den offensichtlichen Familien Clan, die ihren Patriarchen umsorgen, ummänteln um ihn so bei Laune zu halten, diesen brutalen und abgestumpften Kerl. Wahrscheinlich...

Ein Kriegstreiber, wie all seine Vorgänger. Einige waren weniger deutlich und ohne den offensichtlichen Familien Clan, die ihren Patriarchen umsorgen, ummänteln um ihn so bei Laune zu halten, diesen brutalen und abgestumpften Kerl. Wahrscheinlich wird ihm noch der Klodeckel angewärmt, damit die Semmel keinen Schaden nimmt. ER will der Herrscher der Welt werden, dass allerdings wollten andere vor ihm auch.
Ohne den Blick in die Geschichte geht es nicht aus meiner Sicht. An einiges scheinen sich die kriechenden, oftmals nutzlosen Politiker, die ohne ihre hochbezahlen nutzlosen Berater genauso schlau wären, oder so doof, wie vorher gewöhnt haben, könnte man annehmen.
Es geht einzig und allein der verotteten und verkommenen Trump Familie um eines, nämlich um ihre persönliche Bereicherung. Mit den Saudis klappt es hervorragend, die mischen fleißig mit in den Firman, Unternehmen der Trumps. Ob da jemandem der Kopf verlorengeht, ob Frauen gesteinigt werden, immerhin dürfen sie nun Fahrrad fahren, ob alles menschenfeindliche durchgesetzt wird, dass interssiert Trump einen feuchten Kehricht. Menschenrechte ? Was ist das denn, fragt er seinen dämlichen Berater. Man stelle sich einen Moment vor, dass alles hätte sich Präsident Putin geleistet ? Na dann, Prost Mahlzeit, der MMS würde Gift und Galle spucken.
Von wegen, Amerika zuerst, zuerst Mister Präsidents Interessen und die seiner Wasserträger.
Was riskiert der immer eine dicke Lippe.
Mangelndes Mitgefühl, mangelnder Respekt vor den Menschen und dem Leben an sich.

Die Wunden, die die Kriege der USA verursacht haben und weiterhin verursachen, mit ihrer vom Blut der Völker besudelten CIA treibt, die in die Geschichte eingehen, als Organisation, die für Terror, Mord und Krieg steht.
"Es gibt eine Sache, die von den Amerikanern sogar noch höher, als der Frieden bewertet wird. Das ist Freiheit, Glaubensfreiheit, Redefreiheit - unternehmerische Freiheit." (Harry S. Truman, 6. März, 1947)
"Die erste und wichtigste Aufgabe der künftigen Strategie Amerikas im weiten Sinne des Wortes ist die Erhaltung und Festigung unseres politischen Systems und diese Aufgabe ich wichtiger, als die Erhaltung des Friedens.........Wir können nicht zulassen, dass das dem unseren entgegengesetztem System am Leben bliebt." (R.Strausz-Hupe/W.Kintner/St.T. Possony, "A Forward Strategy for America", New York, 1961, S. 402)

"Es gibt bedeutendere Dinge, als im Frieden zu sein." (US Außenminister Haig vor dem amerikanischen Senat, 9.1.1981) Dieser Mistkerl !
Das palästinensische, gequälte und erniedrigte Volk liegt lange Zeit am Boden und wer hilft diesem Volk, wer reicht ihm die Hand, dass es wieder aufstehen kann um menschenwürdig zu leben? Mich beschämt, dass Deutschland eine Regierung hat, die mit Trump kungelt, obwohl es offensichtlich ist, dass die USA, die Macht- und Kräfteverhältnisse in der Welt zu ihren Gunsten verändern wollen. Sie werden aus jedem Vertrag aussteigen, ohne zu fragen, ohne über die Konsequenzen nachzudenken, weil sie es eben können. Die Kriegstreiber brauchen sich an keine Regeln zu halten. Für sie gilt: "Friß oder stirb !" Und Merkel steht zu Israels reaktionärer Politik und dackelt Trump hinterher mit ihrem unterwürfigen Getue, was die Amis angeht. Ihr größter Wunsch war zu DDR Zeiten, endlich einen Pass in Händen zu halten, der den Weg in die USA möglich macht. Von mir aus hätte sie doch besser die Gelegenheit beim Schopfe gepackt um dahin auszuwandern, dann wäre sie uns erspart geblieben, die hohle Nuss.

Dank dem Galeristen, der eine leuchtende Kerze für den Frieden anzündet und dem MMS einmal mehr, mit diesem Artikel zeigt, wie echter humaner Journalismus geht und Carl von Ossietzky und Tucholsky weit weg und doch so nah sind immer eine Erinnerung wert.

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Ulrike Spurgat
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Man kann den Galerie-Autoren nur nachdrücklich danken: Beständig werden hier politische Verbindungen und wirtschaftliche Zusammenhänge aufgezeigt, die in der Nachrichtengebung der öffentlich-rechtlichen wie privaten Medien mangels...

Man kann den Galerie-Autoren nur nachdrücklich danken: Beständig werden hier politische Verbindungen und wirtschaftliche Zusammenhänge aufgezeigt, die in der Nachrichtengebung der öffentlich-rechtlichen wie privaten Medien mangels Recherchefleißes oder/und absichtsvoll verborgen bleiben, aber für das Verständnis komplizierter politischer Sachverhalte unabdingbar scheinen. Das ist Volksbildung im besten Sinne des Wortes.

Zur Jerusalem-Thematik eine Ergänzung: Die Australier haben durchaus differenziert gehandelt, es wurde medial nur wieder israelfreundlich verkürzt dargestellt: Den Umzug ihrer Botschaft aus Tel-Aviv haben die Aussis für die Zeit nach einer vertraglich basierten Konfliktkösung angekündigt - an der Israel bekanntlich keinerlei Interesse zeigt. Sie haben zudem nur den WEST-Teil Jerusalems als israelische Hauptstadt anerkannt. Den Ostteil dagegen betrachtet die australische Regierung als künftige Haupstadt eines zu gründenden palästinensischen Staates. Soweit ist die Bundesrepublik m.W. nie gegangen. Die hat statt dessen vor einiger Zeit die vormalige Palästinensische Botschaft in Berlin formal zu einer "Mission" herabgestuft...

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Klaus-Jürgen Schmidt
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Danke, lieber Uli Gellermann, für diesen 'weihnachtlichen Augenöffner', der
den ' oh Fröhliche, oh Selige, gnadenbringende Weihnachtszeit-Gesang ' doch sehr anders hören und sehen läßt.
Vielleicht sieht @Reuben Berner den Beitrag hier als sog....

Danke, lieber Uli Gellermann, für diesen 'weihnachtlichen Augenöffner', der
den ' oh Fröhliche, oh Selige, gnadenbringende Weihnachtszeit-Gesang ' doch sehr anders hören und sehen läßt.
Vielleicht sieht @Reuben Berner den Beitrag hier als sog. "verkürzte Kapitalismuskritik", die ja auch als 'antisemitisch' definiert wird.
Mehr über diese Absurditäten hier: https://www.nachdenkseiten.de/?p=47830

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Ute Plass
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Ich lebe in einem Land, dass durch die Geldpolitik der EZB quasi den Status einer Kolonie hat. Das griechische Volk lebt in finanzieller Sklaverei dank dieser Politik.
Und was schreibt eine Frankfurter Rabbinerin in der jüdischen Allgemeinen zur...

Ich lebe in einem Land, dass durch die Geldpolitik der EZB quasi den Status einer Kolonie hat. Das griechische Volk lebt in finanzieller Sklaverei dank dieser Politik.
Und was schreibt eine Frankfurter Rabbinerin in der jüdischen Allgemeinen zur EZB?

"In den Anfängen der jüdischen Tradition hat man geglaubt, die Seele sei im Blut. Aber nicht das Blut selbst, jener schnell trocknende Körpersaft, galt als heilig. Nie ging es um einen Götzendienst des Blutes. Es ging um die Zirkulation! Das Blut im Fluss. Auch andere Flüssigkeiten, vor allem das majim chajim (»lebendiges Wasser« für das rituelle Tauchbad), sind nur dann heilig, wenn sie Teil des Kreislaufes sind.“

Dass die Heiligkeit des Kreislaufes auch auf das Geld bezogen werden kann, war den Rabbinen im Talmud bewusst. Der Tempel hatte schon in der Tora die Funktion einer Bank: Am »heiligen Schekel« wurden alle anderen Werte gemessen. Aufgrund des Silbermangels herrschte jedoch Geldknappheit. Bedrohlich wurde es für die Wirtschaft, wenn Waren zwar vorhanden waren, aber wegen Mangel an Münzen nicht gekauft werden konnten. Das wurde auch im Talmud diskutiert. Mit der Erfindung des Papiergelds war dieses Problem behoben.

Inzwischen gehört es zur Konjunkturpolitik einer Europäischen Zentralbank (EZB), die Gelddruckmaschine anzuwerfen und Geld in die Märkte zu pumpen. Solche Geldvermehrung muss natürlich von der Wirtschaftsleistung in spe gedeckt sein. Aber mit dem messianischen Denken des Judentums kam auch das Wissen um die machbare bessere Zukunft in die Welt - und damit die Investition in die Zukunft.

Offenbar befähigt die jüdische Tradition mit solchen religiösen Motiven zu einem wohlfahrtsfördernden Wirtschaftsdenken. Als Frankfurter Jüdin erfüllt mich der Anblick des neuen EZB?Gebäudes mit einem gewissen Stolz ? nicht zuletzt, weil die EZB Lehren beherzigt, die auch in der jüdischen Auseinandersetzung mit den Gesetzen der Märkte verstanden wurden.
Dem gegenüber stand unlängst ein mobartiger »Schwarzer Block«, der durch die Straßen Frankfurts zog und um das neue EZB?Gebäude herum eine pogromähnliche Stimmung verbreitete. Dass sich die anderen Globalisierungsgegner nur halbherzig von solcher Gewalt, nicht aber inhaltlich distanzierten, beweist ein moralisch nebulöses Weltbild. Ihre Demonstrationen gegen das neue EZB-Gebäude richteten sich symbolisch gegen das »Herz« des Euro-Systems.

Damit bewiesen sie, dass sie nicht verstehen, wogegen sie demonstrieren. Ohne es zu ahnen, reden sie einem Rückfall in eine nationalistische Geldpolitik das Wort, der zu einer Reduzierung der Märkte und der sozialen Wohlfahrt führen würde. Genau dagegen richteten sich bereits die Rabbinen im Talmud.“

Sehr geehrter Herr Berner, wenn Sie das gleiche unter jüdischer Orthodoxie verstehen wie diese Dame, und wie ich glaube Herr Kushner auch, dann können sie mich gerne einen Antisemiten nennen. Ich weiss, was die wahren Orthodoxen vom weltlichen Israel halten: Sie nennen es eine Sünde vor dem Herrn. Diesen gilt meine Sympathie!

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Marc Britz
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