Der Grüne Schwindel

Grüne Mehrheit, Grüner Kanzler, Grüne Fassade

Autor: U. Gellermann
Datum: 24. Juni 2019

Die GRÜNEN können schwindelerregende Wahlergebnisse verzeichnen: Allein bei den EU-Wahlen erreichte die einstige Alternativpartei mit 20,5 Prozent etwa eine Verdoppelung gegenüber der Europawahl vor fünf Jahren und verwies die SPD auf Platz drei in der Gunst jener, die immer noch glauben, dass Wahlen was ändern könnten. Selbst von der CDU-CSU wanderten 1.240.000 ehemalige CDU- oder CSU-Wähler zur vorgeblichen Öko-Partei. Bei den unter 30-Jährigen, den Wählern der Zukunft, erzielten die GRÜNEN 33 Prozent. Da sehen alle andern Parteien alt aus.

Die wie üblich Mehrheiten erschnüffelnden Medien nahmen in der K-Frage Witterung auf: Der "Stern" brachte Robert Habeck, den Bundesvorsitzenden der Grünen, mit der Schlagzeile "Unser nächster Kanzler?" auf die Titelseite, und die Frau des grünen Spitzenduos bekam bei der "Welt" diesen Leitartikel: "Die nächste Kanzlerin heißt Annalena Baerbock". Waren die GRÜNEN nicht einst die ungeliebten Schmuddelkinder des Medien-Stroms? Doch, klar. Als sie konsequent für die Abrüstung der Republik ein- und noch konsequenter gegen Atomkraft auf-traten. Geboren wurde die grüne Partei in der außerparlamentarischen Opposition, auf den großen Demonstrationen gegen den NATO-Doppelbeschluss und in den vielen Kämpfen gegen AKW´s, vom Schleswig-Holsteinischen Brokdorf bis zum badischen Wyhl.

Spätestens seitdem der ehemalige Obergrüne Joschka Fischer, durch eine Menschenrechtslüge getarnt, an der Bombardierung Jugoslawiens führend beteiligt war, sollte der Friedenslack der grünen Partei eigentlich ab sein. Aber die vermeintliche Alternativpartei lernte die Regeln des üblichen Parlamentsbetriebs schnell: Bei Kriegseinsätzen wie dem in Afghanistan reichte häufig ein halbes Nein oder eine stumme Enthaltung zur Wahrung des Scheins. Man war zwar irgendwie dagegen, aber auch ein bisschen dafür, man wollte zwar Wähler und Parteibasis nicht verärgern, aber auch nicht die mächtige USA und deren Platzhalter in den deutschen Medien. Hat geklappt: Immer noch gelten die GRÜNEN als Friedenspartei, irgendwie.

Aber vor allem klappt das grüne Marketing in der Umweltfrage. Erst recht jetzt, wo die Bedrohung durch den Klimawandel jede Menge auch und gerade junge Menschen auf die Straßen treibt, ist das grüne Label bei Wahlen einfach Gold wert. Geradezu vehement erinnert die "Fridays for Future"-Bewegung an die außerparlamentarische Herkunft der GRÜNEN, und während den üblichen Parteien, zu denen inzwischen auch die LINKEN zählen, der Ruf der Sitzungsakrobaten und Tagesordnungs-Jongleure vorausschallt, gelten die GRÜNEN immer noch als ziemlich unverbraucht. Und sogar als jung. Was angesichts solcher Jogging-Ruinen wie Joschka Fisher geradezu bizarr komisch wirkt. Nicht nur der aufgeschwemmte Fischer und der saturierte, grüne Ministerpräsident und Daimler-Fahrer Winfried Kretschmann strafen das Etikett des Alternativen, das den GRÜNEN anklebt wie altes Kaugummi, augenscheinlich Lügen.

Eine Art blinder Gläubigkeit an das Umweltbewusstsein grüner Mandatsträger prägt das Wahlverhalten ökologisch orientierter Wähler. Der Verrat der Grünen an ihrer pazifistischen Herkunft mag sich herumgesprochen haben, dass auch ihre ökologischen Wurzeln längst angefault sind, scheint weniger bekannt. Als wäre ihr einst in Hessen beschworener Widerstand gegen den Bau eines dritten Terminals am Frankfurter Flughafen nicht längst auf dem Altar der lukrativen Koalition mit der CDU geopfert. Es waren die GRÜNEN, die als Mitglied der NRW-Landesregierung keinen Finger gegen die Abholzung des Hambacher Forsts gekrümmt haben: Es fährt sich so schön in Dienstwagen. Es kopulierte sich gut im weichen Koalitionsbett mit der SPD.

Doch der wahre Prüfstein ist die Suche nach einem Atommüll-Endlager. Man kann zwar die einstigen Kämpfer gegen die Gefahren der Atomkraftwerke nicht für den Müll der Kernenergie-Industrie verantwortlich machen. Doch längst sitzen die GRÜNEN in einer Reihe von Landesregierungen an den Schalthebeln parlamentarischer Macht. Seit Jahr und Tag werden Endlagerstätten für die hochgiftigen Hinterlassenschaften der Atom-Industrie benötigt. Und seit Jahr und Tag zeigen die möglichen Lager-Regionen mit dem Finger auf andere Gegenden. Zwar herrscht unter Geowissenschaftlern in Deutschland Konsens, dass die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle nur in Salz- oder Tongesteinen erfolgen sollte. Und die Tongesteine der Schwäbischen Alb und Oberschwabens kämen schon infrage. Aber davon will die grün geführte Regierung Baden-Württembergs nichts wissen.

Seit dem Januar 2019 regiert in Hessen eine schwarz-grüne Landesregierung. Die einstigen Feinde Volker Bouffier (CDU) und Tarek Al-Wazir (GRÜNE) knutschen seitdem in Frankfurt bis zum Atem- und Politikstillstand. Zwar lagern im hessischen Biblis seit dem 18. 05. 2006 rund 1.400 Tonnen atomaren Mülls. Zwischnlager, kein Endlager. Aber die Koalitionsregierung schweigt: Keine Alternative, keine Initiative. Der smarte Robert Habeck ist seit dem 28. Juni 2017 stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in einem Kabinett der Jamaika-Koalition des Landes Schleswig-Holstein. In diesem Bundesland liegt der Atommüll-Standort Brokdorf. Doch weder von der CDU, der FDP noch den GRÜNEN erfährt man Produktives über die Endlagersuche.

Erbgut-Veränderungen, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Alles Folgen, die im Atom-Müll lauern. Seit Beginn der Kernspaltung im ersten deutschen Atomreaktor FRM I im Jahr 1957 wurden bis Ende 2007 rund 12.500.000 Kilogramm tödlich strahlender Brennelementmüll erzeugt. Noch kein Kilo Kernbrennstoff wurde entsorgt. Manche radioaktiven Abfälle zerfallen innerhalb weniger Jahre, z.B. Krypton-85: Halbwertszeit 10,76 Jahre. Andere radioaktive Gifte hingegen weisen extrem lange Halbwertszeiten auf: zum Beispiel Jod-129: Halbwertszeit 17.000.000 Jahre. Ins Endlager käme ein Cocktail aus vielen verschiedenen radioaktiven Abfallstoffen. Ein atomares Endlager muss also Sicherheit über viele Halbwertszeiten geben, über Zeiträume, die unser Vorstellungsvermögen sprengen. Es wäre dringend an der Zeit, aktiv gegen die gefährlichen Folgen der Atomindustrie zu werden. Doch wie schon bei der Sicherung des Friedens: Die GRÜNEN verraten ihre eigenen ursprünglichen Ziele durch Wegsehen, Nichtstun und Mitmachen.

Längst im Parlamentarismus angekommen und eingerichtet, wollen die GRÜNEN nicht an ihre außerparlamentarische Herkunft erinnert werden. So wie es von ihnen keine Initiative aus den Regierungen, in denen sie vertreten sind, für sichere Endlager gibt, so wenig gibt es Impulse für Kämpfe außerhalb der Parlamente. Die grüne Partei hat ihr bequemes Zwischenlager in den Parlamenten gefunden. Die GRÜNEN haben sich als Schwindel herausgestellt, als Fassaden-Ökologen, als Betrug am Wähler.

Israel-Iran-USA: Ein gefährliches Dreieck

Moderation: Uli Gellermann
Am Dienstag
 25. Juni 20.30 Uhr

10623 BERLIN-CHARLOTTENBURG 
CARMERSTRASSE 1, PARTERRE


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 29. Juni 2019 schrieb Heinz Schneider:

@Jenny Westphal
Sie haben Recht, die Redewendung stammt von Benjamin. Heiner Müller gebrauchte sie häufig im Zusammenhang mit der Industriegesellschaft, von der er sich fragt, ob ihr "nicht überhaupt der Todestrieb...zu Grunde liegt". Müllers Interpretationen machen Spaß, z.b. wenn er Flaubert mit "Der Individualismus ist die Barbarei" zitiert.

Was Deutschen und die Notbremse betrifft: Ich hoffe noch.

Heiner Müller war eher bei Ihnen: "Die Crux war immer die Ökonomie, das Dilemma ist, dass sie aus der Tiefe kommt, ihr Treibstoff ist Neid und Rache. Was den Schluss nahelegt, dass nicht der Kommunismus, sondern der Kapitalismus das Schicksal der Menschheit ist, und die für ihren privilegierten Teil bequemste Form ihres ökologischen Selbstmords"

(Für alle reicht es nicht, Suhrkamp 2017, 76)

@Ulrike Spurgat

Selbstverständlich haben Sie Recht mit dem Fracking Gas, die Klimabilanz ist schlechter als die der Braunkohle.

"Die Flucht in die Zukunft antreiben": wohin denn sonst?

Dass niemand den Hinweis auf die notwendige Veränderung der Lebensweise gern hört, weiß ich wohl. Nur: auch die trefflichste Kritik an Gegenwart und Vergangenheit ersetzt die Suche nach einer besseren Zukunft nicht. Es hat Gründe, dass Grün gewählt wird und nicht Links. Was ändern Sie daran, wenn Sie sich auf die Kritik der Grünen beschränken?


Am 28. Juni 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Heinz Schneider,

was sagen sie denn dazu, dass die GRÜNEN die Fracking Verordnung im Bundesrat abgesegnet hat.

Was sind das nur für elende Heuchler und Lügenbolde.

Den jungen Leuten Sand in die Augen streuen, ihnen Versprechungen machen, die Flucht in die Zukunft antreiben, bessere Zeiten in Aussicht stellen, obwohl Heute mit den Stimmen der GRÜNEN die Fracking Verordnung abgesegnet wurde, dem Ami "Freiheitsgas" die Türe mit geöffnet, wo sie vor nicht allzu langer Sturm gegen gelaufen sind. Na, wenn das mal nicht kapitalistische Freiheit ist.

Soviel zu ihrer Kritik in diesem Forum, die irgendnwie nicht zu greifen scheint.


Am 28. Juni 2019 schrieb Peter Steinweg:

Das ist bisher beste Analyse des grünen Verrats im Netz.


Am 28. Juni 2019 schrieb Jenny Westphal :

@Heinz Schneider

Sie zitieren m. E. nicht Heiner Müller sondern Walter Benjamin: „Marx sagt, die Revolutionen sind die Lokomotiven der Weltgeschichte. Aber vielleicht ist dem gänzlich anders. Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zug reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse.“ Im Zusammenhang mit der drohenden Klima-Katastrophe halte ich einen solche Notbremse für notwendig sehe sie aber nicht in Deutschland. Denn noch können die die da oben ganz gut und die da unten machen durchweg gute Miene zum bösen Herrschafts-Spiel.


Am 28. Juni 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Karola Schramm,

1977 gibt der VVN-Bund der Antifaschisten eine Dokumentation "Die Verbrechen der Waffen-SS heraus. Dort werden enge, ganz enge Verbindungen zur Bundeswehr aufgedeckt. Offizielle bundesdeutsche Stellen dulden diese Pflege antidemokratischer, terroristischer Tradition. Aber schlimmer noch: Die Kontakte zwischen Bundeswehr und HIAG werden zur Dauereinrichtung. Offiziere der Bundeswehr sind Gäste bei Veranstaltungen der HIAG und tauschen mit Leuten der Waffen SS Erfahrungen aus. Die Waffen SS wird somit wieder salonfähig gemacht, eine Organisation, die im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß mit all ihren Formationen als verbrecherische Organisation verurteilt wurde.
Namen wie: "Leibstandarte Adolf Hitler," Namen, die Terror, Krieg, Leid und unermesslichen Schmerz über Europa gebracht haben, wie "Das Reich," "Hitlerjugend," und "Totenkopf." Sie sollten rehabilitiert werden, wie der Faschismus als solcher. Mit Hans Globkes Ernennung zum Staatssekrtär in Adenauers Republik hat man den Faschismus rehabilitiert.
Ich lass mal die Zahlen und tiefere Einblicke weg.
Es ist grauenvoll was ich lese, wie die Mörderbande in der Bundeswehr hofiert wurde und macht einmal mehr fassungslos.

Es gab Demokraten bei der Bundeswehr, wie z.B. Oberstleutnant Hanspeter Zimmermann, Kommandeur des Panzerbataillon, der eine klare Position bezog, als der "Wehrpolitische Arbeitskreis" der CDU sich Anfang 1976 für die beiden inhaftierten Kriegsverbrecher Reeder und Keppler in Italien sich einsetzte in einem offenen Brief an die Amberger Zeitung und dort Stellung bezog, wie: "....Ich verbitte es mir als Offizier der Bundeswehr, in die Nähe dieser beiden Leute gerückt zu werden....."
Von den "Zimmermanns" gab es nicht allzuviele.

Es waren und sind die faschistischen Strukturen.

Man kann das nicht immer aushalten, was man da liest, denn hinter jeder der unendlich langen Zahlenreihen steht ein Mensch mit seinen Träumen, seiner Freude, seinen Geschichten und nicht zuletzt seinen Wünschen und seinen Hoffnungen, ausradiert von Leuten, die einer Ideologie folgten, die die Welt in Angst und Schrecken versetzt hat und überall verbrannte Erde, Leid und Elend hinterlassen hat.
Eine Schande für die deutsche Politik !!!

HIAG ist die Nachfolgeorganisation der SS.


Am 28. Juni 2019 schrieb Karola Schramm:

An "Der vom Helmholztplatz" vom 25.6.2019
"Soldaten sind Mörder."

Nein. Sind sie nicht. Das zeigt sehr deutlich das Interview auf KenFM das Ken Jebsen mit dem Oberst a.D. Scholz vor einigen Tagen auf seinem Kanal geführt hat. Kann man sich immer noch anhören!

Als die Bundeswehr noch strikt eine Verteidigungsarmee war, gab es eine Ethik und Moral in der BW von der heute gar keine Rede mehr ist. Es ist ein Unterschied, ob Soldaten ihr Land mit Waffen verteidigen und dabei grundsätzlich keine Kriegsverbrechen begehen, weil sie bleiben im Land, oder ob sie, wie es heute der Fall ist, unter dem Schirm der Nato an völkerrechtswidrigen Eroberungskriegen teilenehmen.

Das heißt, die Soldaten marschieren in Länder ein, die unserem Land nichts getan haben, lediglich und das ist der Hauptgrund - über seltene Erden oder/und Öl verfügen, was denen dann kriegerisch gestohlen wird. Bei so was werden Soldaten zu Mördern, sogar zu Massenmördern mit Genehmigung und auf Befehl der Bundesregierung!

Diesen Unterschied muss man sich mal wirklich "auf der Zunge zergehen lassen" dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass NATO und unsere Bundesregierung unsere jungen Männer und FRAuen anstiften zum Massenmord und somit zu Mördern werden.

Nur wei die NATO unter dem Primat der USA sagen"wir dürfen das" und deutsche Politiker sich dem unterwerfen, sind sie moralisch und auch völkerrechtlicht trotzdem nicht entschuldigt, bzw. sie bleiben Mörder/Massenmörder.


Am 28. Juni 2019 schrieb Albrecht Storz:

Am 27. Juni 2019 schrieb Hanna Fleiss:

"wenn wir nicht endlich nein sagen zum Krieg!"

Kann man nicht oft genug erwähnen:

Demonstration gegen Drohnenmord, Krieg und US-Airbase in Ramstein morgen am 29.06.19.

https://www.ramstein-kampagne.eu/stopp-air-base-ramstein-2019/

Es könnte heiß werden, nicht nur im Wettersinn. Man fühlt sich inzwischen auf der politischen Ebene doch durch diesen anhaltenden, dauerhaften und konsequenten Protest gestört.


Am 27. Juni 2019 schrieb Hanna Fleiss:

Die Tagesschau als Sprachrohr der Regierungspolitik, die Regierung als Sprachrohr und Handlanger der Konzerne, und im Falle von Rüstungsmaterialien des militärisch-industriellen Komplexes. Unübersehbar der Auftrag an die Tagesschau, die deutsche Bevölkerung nicht nur an die Sprachregelungen des Militärs zu gewöhnen, sondern sie im Falle des geplanten US-Krieges gegen den Iran und Russland zu infantilisieren. Wir sollen das Maul halten, wir verstehen nichts von Kriegen, das ist Expertensache, wird uns so gesagt.
Die militärische Propaganda der Tagesschau reiht sich ein in die Propaganda für die Bundeswehr, die krampfhaft um Kanonenfutter bemüht ist. Ganz so unerfahren aber sind wir nicht, wir wissen, was Kriege bedeuten, nicht nur für die angeblichen Feinde, sondern auch für uns selbst. Der frühere Bundespräsident (!) Gauck sprach es aus: Wir sollen uns ans Sterben gewöhnen. Und was den militärisch-industriellen Komplex angeht, dem geht es in erster Linie um den Profit, er setzt sich über die Folgen des Einsatzes seiner todbringenden Waffen skrupellos hinweg. Denn Kriege bringen nicht nur Tod und Elend hervor, sondern auch Kriegsgewinnler.
Und Rüstungsmaterial bringt in unsicheren Zeiten wie unseren den Maximalprofit! Und wie Hohn klingt es den Russen in den Ohren, wenn sie von der NATO aufgefordert werden, ihre Marschflugkörper zu verschrotten.

Aber zurück zu den Medien und ihrem "Flaggschiff", der Tagesschau.
Sie soll uns "reif machen" für den Krieg. Zu deutlich sei die "Kriegsmüdigkeit" der Deutschen. Deshalb und aus keinem anderen Grunde werden wir täglich von den Medien mit Filmen und versteckten Nachrichten über die "guten und heldenhaften Taten" der Bundeswehr im Fernsehen geradezu eingeschläfert. Und Ihr Vorschlag, Ulli Gellermann, die Fanfare der Tagesschau durch den Begrüßungsmarsch der Bundeswehr
zu ersetzen, ist nicht zu weit hergeholt, eines Tages, nämlich dann, wenn die NATO-Vorbereitungen für den Krieg gegen Russland beendet sind, werden wir ihn hören: den "Siegesmarsch" als Fanfare der Tagesschau - wenn wir nicht endlich nein sagen zum Krieg!


Am 27. Juni 2019 schrieb Heinz Schneider:

Die Grünen gewinnen an Zustimmung, weil sie die Themen adressieren, die gerade die jungen Menschen bewegen. Denen geht es nicht um Jugoslawien oder die hessische Landeregierung, sondern um ihre Zukunft. Der Kurs der Grünen spiegelt also Erwartungen, er ist ein Vorschuss auf deren Erfüllung.

Die einfache Erwartung ist der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Das Forum findet dazu kaum Worte, sondern gefällt sich in einem Glaubensstreit um die Vergangenheit, der bestenfalls bis in die Gegenwart reicht.

Karola Schramms Hinweis auf das erstarken eines neuen, moralischen Verantwortungsbewusstseins ist eine positive Ausnahme und passt zum Wahlplakat der PARTEI, das vor dem Hintergrund eines startenden Flugzeugs postuliert: "Alle reden vom Klima, wir machen es".

Richtig ist jede Kritik an den Parteien, auch an den Grünen, die auf die Inkonsequenzen eines altbacken paternalistischen "Bleibt mal ruhig, wir machen das schon" verweist.

Denn ohne eine Veränderung des Lebensstils in den reichen Ländern ist nichts zu lösen. Es ist feige und verantwortungslos, dies nicht in aller Klarheit zu benennen.

Klar ist Greta Thunberg mit der Forderung nach Systemveränderung und der Notbremse als einzige Alternative. Sie ist damit bei Heiner Müller, der sagte: ?Marx sagt, die Revolutionen sind die Lokomotive der Weltgeschichte. Aber vielleicht ist dem gänzlich anders. Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zuge reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse?
Es geht um weniger Verbrauch an Natur. Fossile und atomare Energien sind unverantwortlich. Streit um Windräder ist OK, wenn klar ist: weniger Windräder gleich weniger Verbrauch. Folgenabwägung in Verantwortung.
Ulrike Spurgats soziale Kritik der Ökologie des gehobenen Mittelstands allerdings, die sitzt!!! Sie stellt die Fragen, die zu beantworten Aufgabe der Linken wäre und zwar nicht gegen grünes Ideengut, sondern im Sinne der "Boni Patres". Wer mit alten Klapperkisten zu Arbeit fährt, hat sich weder ökologisch noch verantwortungsethisch etwas vorzuwerfen. Der/die kann nicht wählen, hat aber mit seinem Altwagen eine bessere Ökobilanz als derjenige, der mit einem neuen E-SUV den Transfer zum Flughafen abwickelt.

Eine linke Ökologie wäre eine der befreiten Arbeit, die nicht nur die Basis für das gute Leben bis ins Pflegeheim ist, sondern das Medium eines bewussten Stoffwechsels der Menschen mit der Natur. Die notbremsende Revolution macht dem besinnungslosen Konsumismus und der industriellen Verschwendung den Garaus, und den sich darum rankenden Ressourcenkriegen. Ohne dies ist das menschliche Überleben auf diesem schönen Planeten nicht zu haben.

Abschluss und Rückblick mit Heiner Müller: "Der Sozialismus war eine Notbremse. Solche Versuche wird man heute wohl positiv bewerten: die totale Beschleunigung führt in den Nullpunkt, in die Vernichtung."


Am 26. Juni 2019 schrieb Alexander Kocks:

Zum Schwindel der GRÜNEN noch ein Hinweis auf die Tatsache, dass die GRÜNEN 2 Wochen nach der Europa-Wahl der Subventionierung des Aufbaus von LNG-Terminals in der BRD zugestimmt haben. So plant man den subventionierten Import der dreckigsten und teuersten aller Energien aus den USA ( Fracking Gas, genannt FREEDOM GAS) nach Deutschland möglich zu machen.


Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen soll das LNG- Terminal in Brunsbüttel gebaut werden, also in der Nähe des AKW. Wer alt genug ist kann sich noch an den Unfall eines mit Gasflaschen beladenen LKW erinnern, der direkt vor einem Campingplatz in Spanien explodierte. Der Transport von Gas ist immer sehr gefährlich, auch per Schiff. Wenn ein Unfall im LNG Terminal geschieht, geht das AKW dann gleich mit in die Luft.
Artikel zu finden:
blauerbote.com/2019/06/24/das-freiheitsgas


Am 26. Juni 2019 schrieb Sigrid Krings:

Antwort an Max L.
Seit wann verlangt die AfD die Verstaatlichung der Stromkonzerne, wie in meinem Kommentar geschehen? Ich beziehe viele meiner Informationen aus Frankreich, die Ihnen vielleicht gar nicht zugänglich sind.
Auf den europäischen Stromverbund sind Sie nicht eingegangen. Ohne die frz. AKWs wäre die deutsche "Energiewende" nicht möglich gewesen.
Nennt man das dann 'Atomausstieg' ?
Bezüglich der 'Qualität' dieser Energiewende verweise ich auf den Spiegel-Artikel von Anfang Mai "Murks made in Germany " sowie auf zahlreiche Artikel bei Flassbeck economics.
Schonmal was von Kampagnen-Journalismus gehört ? Mit Fukushima fing das an, und jetzt ist man entweder grün oder AfD in Deutschland. Noch nie gehört, dass in anderen Ländern die Kernkraft auch für Linke zum Energiemix gehört ?

Lieber Herr Gellermann, bitte veröffentlichen Sie meinen Kommentar noch. Die AfD-Bemerkung ist einfach ungeheuerlich.

Antwort von U. Gellermann:

Da sich die Diskussion vom Thema weg bewegt, ist sie an diesem Strang beendet.


Am 26. Juni 2019 schrieb Des Illusionierter:

@Sigrid Krings, v.25.6.19

Von einer Lasertherapie zur „Neutralisierung" von radiologischem Material konnte ich erwartungsgemäß nichts finden, wohl aber unter dem Begriff Transmutation ein Projekt - im Labormaßstab bis jetzt - zur Kernumwandlung durch Neutronenbeschuss. Das ist nun alles Andere als neu. Seit ewigen Zeiten schon wird in Brutreaktoren auf diese Weise für die Nuklearmedizin künstlich radioaktives Material in kleinen Mengen (mg) erbrütet.
Und jetzt auf einmal werden bald zig-tausende Tonnen Reaktormüll auf ähnliche Weise „neutralisiert", wobei die anfallende Energie bei der Umwandlung instabiler - in stabile Nuklide sogar noch zur Energiegewinnung in Form von Elektrizität zur Kostensenkung beitragen soll. Es waren genau solche feuchten Träume von Betriebswirtschaftlern, die uns den Schnellen Brüter als „eierlegende Wollmilchsau" der Energiekonzerne bescheren wollten.

Ich bin jedenfalls sicher, dass aus diesem Projekt nicht mehr wird als eine steuerfinanzierte Forschungsruine. Aber der WELT ist es natürlich eine Meldung wert, hat sie doch keinen Ruf zu verlieren.

Antwort von U. Gellermann:

Die Diskussion ist an diesem Strang beendet.


Am 25. Juni 2019 schrieb Max L.:

@ Steffen Thomas (von meiner Seite der letzte Kommentar zum Thema Kernenergie):

Die meisten meiner Argumente (und alle hatte ich noch gar nicht genannt, etwa die Möglichkeit der "Fremdnutzung" anfallender Elemente wie Protactinium) können Sie nicht widerlegen und versuchen es gar nicht. Also zu den drei Aspekten:

Auch eine geschrumpfte Menge ist noch eine Menge, in diesem Fall eine Menge von ganz üblem Zeug. Welches bei einem Wiedereinstieg bzw. weiteren Ausbau ja nicht kleiner, sondern immer größer wird. Dass es auch Giftmülldeponien gibt, relativiert diesen Umstand nicht - es zeigt nur, dass es auch noch andere gewaltige Probleme gibt. Ich lehne diese Haltung - "ist doch kein Problem, es gibt ja noch Schlimmeres" - strikt ab.

Und die Bekundungen, alles sei ganz und gar sicher, selbst die Rente, rufen nur noch Gähnen hervor. Die Propaganda bleibt immer ähnlich, von den "lustigen" Werbefilmchen der 50er Jahre, die alles verniedlichen sollten, bis zu immer höheren Typennummern, die suggerieren sollen, das hätte alles gar nichts mehr mit der Technologie von früher zu tun. Klar, alles ist "sicher" (mit "Restrisiko"), so lange, bis etwas passiert. "Flüssigsalzreaktoren" haben andere Probleme als herkömmliche, sind aber keineswegs "sicher", z.B. vor Sabotage. Und die diversen technischen Probleme sind längst nicht gelöst - im Moment gibt es mehr Sprücheklopferei als Ergebnisse.

Die Statistik über Todesfälle kann man getrost in die Tonne treten. Die mittel- und langfristigen Folgen sind überhaupt nicht bekannt, genauso wenig wie die Zahl der häufig tödlich verlaufenden Krebserkrankungen im Umfeld von Reaktoren und so weiter. Hier wird seit jeher auf Ignoranz gemacht - die Zusammenhänge etwa von Erkrankungen mit der Radioaktivität in der Umgebung sind nunmal nicht beweisbar oder gar messbar. Da kann man sich schön zurücklehnen. Wir erleben jetzt schon Ähnliches (und werden es noch verstärkt erleben) in Sachen Mobilfunk (und zwar nicht nur, was 5G betrifft).

Die Kernenergie ist für mich kein Feindbild, sondern ein Irrweg. Die "sichere Kernkraft" ist und bleibt ebenso ein Märchen wie der "billige Atomstrom". Oder anders ausgedrückt: "Atomkraft ohne Risiko" gibt es nicht. Bei all den Problemen, die es darüber hinaus bezüglich der Abfälle oder der auf die Allgemeinheit umgewälzten Kosten gibt, darf man sich schon fragen, warum man darüber überhaupt noch nachdenken sollte.

Den Aspekt, dass die Befürworter überdurchschnittlich häufig im Umfeld von AfD und anderen Ewigvorgestrigen zu finden sind (wie ich aus eigener Erfahrung und vielen Diskussionen nicht einfach behaupte, sondern weiß), möchte ich wenigstens auch noch angerissen haben.

Antwort von U. Gellermann:

Da sich die Diskussion vom Thema weg bewegt, wird sie an diesem Strang beendet.


Am 25. Juni 2019 schrieb Steffen Thomas:

@Max L
Ich habe mir schon oft und lange die Finger wund geschrieben. Daher nur ganz kurz ein paar Stichpunkte:
Ein atomares Endlager ist eigentlich gar nicht nötig, da abgebrannt Brennelemente noch zu über 90% in Reaktoren wie dem russischen BN-800 weiter verwendet werden können. Damit schrumpft die zu lagernde Menge erheblich.
Auch scheint die Langzeitlagerung gefährlicher Gift ansonsten in Deutschland kein Problem zu sein, denn in Herfa- Neurode gibt es eine der größten Giftmülldeponien weltweit. Und die Stoffe bleiben tatsächlich bis an das Ende aller Tage giftig.
Und was die Gefahren betrifft, zum einen sind aktuelle Reaktortypen und erst recht die in Planung befindliche Generation 4 inherent sicher. Das heisst bei steigender Temperatur sinkt die Kritikalität. Die Kettenreaktion bricht ab.
Und in den Statistiken (Tote pro Terawattstunde Strom) liegt die Kernenergie verglichen mit allen anderen Verfahren auf dem Platz mit den geringsten Opfern.
Die Angst vor der Kernenergie ist eigentlich irrational, nur wer will schon ein so lange gepflegtes Feindbild gerne aufgeben?


Am 25. Juni 2019 schrieb Albrecht Storz:

Ich habe den Aufschrei der Grünen angesichts des US-Terrors gegen den Iran noch nicht vernommen. Komisch. Ist Krieg nicht umweltschädlich? Oder haben Grüne keinen Sinn für Menschenleben (außer es sind Migranten und/oder Menschenmaterial für die Kapitalismus-Verwertung)?

Krieg ist die größte, denkbare Umweltsauerei. Aber die Grünen halten sich zum Thema Iran und der US-Aggression bedeckt. Oder habe ich nur nichts mitgekriegt?

Die USA hat (wieder einmal, eigentlich machen die das laufend) das Völkerrecht mit Füßen getreten indem es den UN-Vertrag mit dem Iran gebrochen hat, und alle Parlamentsparteien (außer ein bisschen die Linken?) schweigen dazu.

Korrigiert mich, wenn ich mich irre.

Was ist an den Grünen anders/besser als an der sPD? Jugendliches Image, mehr nicht. F.D.P. für Müsli-Fans.


Am 25. Juni 2019 schrieb Hans Rat-Ion:

Auf den Umstand hin, dass ich wieder zensiert werde frage ich den scharfsinnigen Herrn Gellermann: Welcher Partei trauen Sie ein friedliches, gerechtes, neutrales, pazifistisches Deutschland zu? Die Linken an der Macht haben Marx voll verraten, die SPD hat ebenfalls längst die Arbeiterklasse an die Bosse verraten, die CDU/CSU hat ihr >C< nicht verdient und Jesus würde mit Lichtgeschwindigkeit rotieren wenn er
diese Partei kennen würde, die GRÜNEN
haben Sie treffsicher als Lügner entlarvt!
Wer oder was also wäre die >ALTERNATIVE< für Deutschland nach Ihrer Meinung? Stimmt es doch, dass MACHT den Charakter verdirbt ? oder ist es genau umgekehrt!?

Antwort von U. Gellermann:

Keine Leserzuschrift wird zensiert. Aber diese wäre normalerweise nicht veröffentlicht worden, weil sie vom Thema abweicht. Wenn sie doch hier lesbar ist dann nur, weil sie ein gutes Beispiel dafür ist, welche Leserpost vom Thema abweicht. Zwar berührt der rationierte Hans auch die angesprochene Wandlung der GRÜNEN, aber nur, um ein Allerwelts-Thema zu Sprache zu bringen. Hans Rat-Ion: Fühlen Sie sich zensiert, umgehend!


Am 25. Juni 2019 schrieb Max L.:

@ Sigrid Krings (ich versuche es so kurz wie möglich, was schwierig ist bei der Thematik, und ich werde nicht über Sie herfallen, sondern hoffentlich sachlich argumentieren):

"Klimafreundlich" lässt sich nicht ausschließlich auf CO2-Emissionen reduzieren. Aber selbst, wenn man AKW als "klimafreundlich" bezeichnen könnte, wären all die anderen Probleme dieses absoluten Irrwegs nicht aus der Welt. Die "größtmögliche Sicherheit", wie Sie das nennen, erinnert an die "Restrisiko"-Diskussionen der 70er und 80er Jahre.

Der Sicherheitsaspekt der Kernenergie geht weit über die Gefahr einer Kernschmelze hinaus. Ein "geeignetes Endlager" gibt es eben nicht - weltweit. Selbst stillgelegte AKW bilden ein immenses Problem, kein Land hat damit richtige Erfahrungen.

Die zentrale Technik ist - und das unterscheidet sie eben diametral von der Solar- oder Windenergie - weit anfälliger gegen z.B. terroristische Anschläge.

Ich könnte noch eine Menge weiterer Aspekte anführen, aber die Hauptfrage ist, wer das eigentlich alles bezahlt - von den ja nur mit "Restrisiko" behafteten "Super-GAUs", die angeblich nur einmal in einer Million Jahren auftreten können, in meinem Leben aber schon zweimal passiert sind (und weitere Male beinahe), über die Suche nach irgendwelchen irgendwie geeigneten Lagerstätten und deren Betrieb, über gesundheitliche Folgen, die kaum untersucht sind, über die Frage des Abrisses u.v.m., bis hin zu der Verseuchung der Meere und anderer Umweltschäden. Für all das kommen am wenigsten die Betreiber auf, das meiste bezahlt die Allgemeinheit. Die Einnahmen sind privatisiert, die Kosten sozialisiert. So herum wird ein Schuh daraus. Es gibt keine Versicherung, die die Betreiber gegen große Unfälle absichert, weil keine Versicherung dieser Welt dieses Risiko tragen will.

Und zum Schluss noch ein ganz entscheidender, aber gerne vergessener Aspekt: Wenn die Betreiber für all das aufkommen müssten, was diese Technologie zunächst bei der Erforschung und später durch den Betrieb an Kosten verursacht hat, dann wäre der Atomstrom der mit Abstand teuerste Strom überhaupt. Den könnte sich kein Mensch leisten, wir beide jedenfalls garantiert nicht. Und deshalb ist und bleibt das ein Irrweg, egal was manche Länder jetzt tun. Dass es auch andere Risiko-Technologien gibt (Sie erwähnen die Chemieindustrie), ist doch kein Argument für die Kernenergie, nach dem Motto "wir machen ja eh schon viel Blödsinn, dann kommt es auf einen ganz großen Blödsinn mehr oder weniger auch nicht mehr an". Das kann es doch nicht sein!?


Am 25. Juni 2019 schrieb Info für Karola Schramm:

Der Begriff der "Schwarzen Pädagogik" bestimmte in den fünfziger bis weit in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts die Heimzeit, die für unermessliches Leid, welches den Heimkindern- und Jugendlichen mit Hilfe von Politik und den Kirchen angetan wurde. An die GRÜNEN hat da noch kein Mensch gedacht, die waren in weiter Ferne.
Ulrike Meinhof, Journalistin bei der Zeitschrift "Konkret" gewesen hat für die KInder- und Jugendlichen gekämpft, die faschistischen Strukturen in den Heimen aufgedeckt und mit ihrem Drehbuch "Bambule" ein erschütterndes Zeitdokument erarbeitet, der Film war verboten und erst 1972 zu sehen. Er bezieht Stellung, er deckt auf, er bringt den Stein ins Rollen der 2012 endlich bei der Politik und den sich schwer schuldig gemachten Kirchenträgern landet. Der Versuch der Politik und den Kirchen das nächste dunkle Kapitel deutscher Geschichte im Nachkriegsdeutschland "aufzuarbeiten" spricht Bände. Zögerlich und langatmig wurden die Anträge auf Entschädigugszahlungen bearbeitet.
Über 800 000 Kinder und Jugendliche wurden weggesperrt, meist die Kinder der Arbeiterklasse, die man "verwahrlost" und "asozial" nannte, wenn sie sich nicht dem beugten, was dem Zeitgeist entsprach. Da das nicht zum Thema gehört habe ich versucht mich kurz zu fassen.


Am 25. Juni 2019 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

"Soldaten sind Mörder" (K. Tucholsky)
Sie wollen Mörder sein.

https://deutsch.rt.com/meinung/89275-die-gruenen-werden-noch-olivgruener/

Wann wird man je vertseh'n
Wo sind sie geblieben


Am 25. Juni 2019 schrieb Sigrid Krings:

Die Einschätzung der Grünen teile ich. Jedoch auf die Gefahr hin, dass jetzt alle über mich herfallen, möchte ich noch etwas zum grünen Spezial- Thema "Ausstieg aus der Atomenergie" sagen, denn anscheinend bin ich eine der wenigen Deutschen, die die seinerzeit vor allem durch die Grünen erzeugte Fukushima-Hysterie kritisch sehen. Wenn dann auch noch FAZ und Mainstream für diesen Ausstieg trommeln, musste man sich doch fragen, was da eigentlich gespielt wird. Vor allen Dingen aber hätte man auch 2011 schon über den deutschen Tellerrand schauen sollen.
Was in diesem Land so gut wie nie erwähnt wird - es gibt einen europäischen Stromverbund, d.h. die Haupttrassen gehen von Skandinavien bis Spanien durch. Jedes Land speist ein, wir haben also im Prinzip alle den gleichen Strom in den Leitungen. Ein Land kann sich gar nicht in dem Maße ausklinken, wie es den Bürgern in Deutschland immer vorgespiegelt wird.

Wenn die erneuerbaren Energien wetterbedingt nicht funktionieren, speist vor allen Dingen Frankreich Atomstrom ein, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die EDF ist der größte Exporteur von Strom in Europa. Deutschland hat sich den "Atomausstieg" auch durch intensivere Nutzung der Kohlekraftwerke erkauft, denn Sonnen- und Windenergie brauchen ein konventionelles Kraftwerk im Rücken, falls diese Naturkräfte wegfallen.

Laut UNO gehört die Kernenergie zu den
klimafreundlichen Energien, sie hat kaum CO2-Emissionen. Schweden z.B. setzt auf Kernkraft und Wasserkraft - mit Unterstützung von Teilen der Grünen. "Fukushima" war meiner Meinung nach der Anfang der heutigen Grünen-Hype mit der Durchsetzung der Geschäftemacherei des grünen Kapitalismus. Sachliche Berichte wie das völlige Vernachlässigen von Sicherheitsvorkehrungen durch die Firma Tepco kamen damals überhaupt nicht durch. Eine größtmögliche Sicherheit der AKWs - und die deutschen galten als sicher - kann mit entsprechender Technik und Investitionen eingebaut werden, und die Forschung daran geht weiter. Selbstredend hätte ein geeignetes Endlager zur Verfügung gestellt werden müssen, ggf. durch Enteignung. Außerdem - was die radioaktiven Abfälle anbetrifft, wird inzwischen an einem Laserverfahren gearbeitet, mit dem man diese in kurzer Zeit neutralisieren kann.
Was ist denn mit dem Sicherheitsrisiko bei Chemieunfällen ? Der Unfall in Bhopal forderte mehr Tote als alle Atomunfälle zusammen. Industrieanlagen vom Typ Seveso gibt es reichlich auf deutschem Boden. Schwermetalle, die überhaupt nicht abbaubar sind, fordern jährlich tausende Tote. Wieso wurde ausgerechnet die Kernenergie herausgegriffen, wohlgemerkt nur die zivile ?

Die richtige Konsequenz aus 'Fukushima' hätte die Forderung sein müssen, die Stromwirtschaft mitsamt der Kraftwerke zurückzuführen in die öffentliche Hand.
Kollektive Systeme sind volkswirtschaftlich sinnvoller als jedem seine Solarzelle aufs Dach. Mit letzterem werden die Umweltprobleme individualisiert, d.h. die Bürger sollen dafür aufkommen und die Industrie bleibt mal wieder außen vor.

Antwort von U. Gellermann:

Die unterschiedlichen Gefahren für die Umwelt gegeneinander auszuspielen ist wenig sinnvoll.


Am 25. Juni 2019 schrieb Ulrich Erich:

Die Grünen, als Friedenspartei gestartet haben sich mittlerweile selbst ad absurdum geführt. Meine Großmutter hat einmal im Alter von 87 Jahren den Spruch raus gehauen: " Im Alter werden die Nutten Fromm". Besser kann man es nicht beschreiben. Wer braucht diese Partei? Das einzige was mir einfällt: Nachdem sich die älteste Partei Deutschlands selbst zerlegt hat, eignen sich die Olivgrünen vorübergehend wunderbar als Mehrheitsbeschaffer für die CDU, bevor die blaunen in der Gesellschaft soweit akzeptiert sind, dass man auch mit ihnen koalieren kann, egal was Annegret " die sieben Plagen" Karrenbauer auch dazu sagt...


Am 25. Juni 2019 schrieb Uschi Peter:

Wieder sehr gute Analyse! Die Grünen sind mir schon lange suspekt wegen ihrer Doppelzüngigkeit. Sie sind für alternative Energieerzeugung, töten aber mit den scheußlichen Windrädern Tiere und vernichten die Vegetation unter den mit über hunderte Meter zugepflasterten Sonnenkollektoren. Traurig ist nur, als die Grünen noch echt waren, wurden sie kaum für voll genommen. Heute, mit nur einem Slogan, laufen ihnen die Wähler nach. Falls die Grünen und ihre Wähler sich noch gegen Atomkraft engagieren, sollten sie sich überlegen, woher wir den Strom bekommen? Das bisschen Wind- und Sonenenergie reicht für uns nicht aus. Und wodurch der importierte Strom erzeugt wird, kann möglicherweise durch Atom- oder Kohlekraftwerke geschehen sein. Was mit dem tonnenweise gelagerten Atommüll geschieht , fragt keiner mehr. Der ist ja weg.
"Längst im Parlamentarismus angekommen und eingerichtet, wollen die GRÜNEN nicht an ihre außerparlamentarische Herkunft erinnert werden."
So sehe ich das auch bei Der Linken. Die haben sich schon an das Establishment angepasst. Auch die AfD wird eines Tages wohlgelitten sein, wenn sie sich die Hörner abgstoßen hat.


Am 24. Juni 2019 schrieb antares56:

Allein der Name "Die Grünen" ist schon Verarschung! Heute sind sie Nato-Oliv! Und sie gieren heutzutage mehr nach Macht und Posten als alle anderen zusammen. Da nimmt man auch den einen oder anderen Krieg mit - sie sind ja inzwischen Transatlantiker.Siehe den alten abgehalfterten Taxi-Joschi.


Am 24. Juni 2019 schrieb Gideon Rugai:

Nimmt man alles zusammen, was seit dem Ausrufen des Klimawahnsinns (Der Rinderwahnsinn ist schon zu abgelutscht um noch für brauchbare Paranoia an den Wahlurnen zu sorgen), die Go-Green Agenda, Soros, NGOs aller Länder, die sich statt den Arbeitern vereingt haben, das Freitags-Gretchen das- so supported- für die Zukunft kämpft - das "You Tube" Manifest jenes "Quasi-Influencers", dessen Name mir gerade entfallen ist als Sahnehäubchen obendrauf - bis hin zu diesem mirakulösen EU-Wahergebnis: Seit mir nicht böse Leute - das riecht doch schon fast nach einem grün-verdeckten Staatsstreich auf EU-Ebene und hat mit einer plötzlichen Läuterung des Wählers nichts aber auch garnix zu tun. Denn der ist nach wie vor nur an den drei grossen F's des Lebens interessiert, mal grün oder rot, mal braun oder tiefschwarz angehaucht, ein bisschen pazifistisch, ein bisschen millitaristisch. Neu: Heuer mit Klimaweltrettungs-Note.Nach rund hundert Jahren Erfahrung mit zu stürzenden Weltordnungen (Monarchien, Faschismus, Kommunismus/Sozialismus der "real-existierenden" Art, dem Turbokapitalismus der "Technologischen Revolutionen" usw. ) hat man sich jetzt das perfekte, multimediale Manipulations-Paket frei nach LeBons "Psychologie der Massen" draufgeschafft - aber hey -ist ja nur Aluhut-VT-Spinnerei, nicht ? Es wird langsam eng. Der Faschismus/Totalitarismus im (Boss-) Gewand der Schönen Neuen Grünen Hightech-Welt rast auf den Kopfbahnhof zu. Kann man mir glauben muss man aber nicht - es gibt ja immer noch genug vornehmlich intellektuelle Beschwichtiger (z.B. der Lesch), die aus ihren Elfenbeintürmchen heraus liebedienerisch relativieren und verifizieren, dass das ja alles gar nicht sein kann und nur "Prekariatsängste" von Nicht-Wissenschaftlern ("Experten") beschworen werden....oder so ähnlich.


Am 24. Juni 2019 schrieb Karola Schramm:

Bravo lieber Uli Gellermann! Ganz besonders dieser Satz:"Es kopulierte sich gut im weichen Koaltionsbett mit der SPD" aber:"Zwei in einem Bett müssen nicht den gleichen Taum träumen."
Denn es hat ein Rattenrennen geben um die Gunst der Kanzlerin, der CDU und der Wirtschaaft zu bekommen. Die Grünen sind aufgestiegen weil sie nur ein kleines Programm und nichts zu verlieren hatten - und die SPD ist abgestiegen, weil sie ALLES riskiert hat.

So. Und warum schnallen das diese" grünen Wähler", nicht oder wollen sie willentlich das "Grün" hinter ihren Ohren bei sich und anderen nicht sehen?!

Ist diese Gesellschaft inzwischen so taub, blind und verspiel infantil, dass sie nicht merkt, wie ganz besonders die Grünen dazu neigen, aus Deutschland einen Oberlehrer-Bestrafungs-Staat zu machen der leicht auch in eine Öko-Diktatur umkippen kann?
Man sehe sich nur einmal die Bilder auf den Zigaretttenpackungen an! Schwarze Pädagogik! Mit der Tendenz zu Diktatur und Faschismus. Alles unter dem Label:Öko!

Habe mir gerade ein Video "jung und naiv" mit A.Baerbock - leider nur bis zur Mitte - angeschaut. Es ist anstrengend diese vielen Meinungen von einer einzigen Person anzuhören, die so diffus sind, dass man einen roten Faden, an dem sich alle politischen Themen orientieren müssen, beim besten Willen nicht erkennen kann. Wie etwa die Haltung zum Krieg. Entweder wird er grundsätzlich geächtet oder man hält sich nach allen Seiten offen und führt ihn nach Bedarf, wie Baerbock das sieht. Das ist keine Haltung, sondern Opportunismus.

Die Grünen nutzen Vorteile, die sich JungwählerInnen von dieser neuen, jugendlich wirkenden Politikgeneration erhoffen. Dass diese nämlich speziell für sie schon dafür sorgen würden, dass die Klimakatatrosphe nicht stattfindet.

Das Blickfeld ist eingeengt auf Klima. Zum Klima zählt unbedingt auch das gesellschaftliche Klima - aber das, können diese Grünen nicht nachvollziehen.
Sie haben ihre Ideologie, auch von Europa und wollen - wie die Grüne Claudia Roth und viel zu viele andere - Deutschland als Staat abschaffen.
Das muss immer wieder laut und deutlich gesagt werden: Wer Grün wählt, wählt Opportunisten, die alles machen, was die Wirtschaft sich freundlich erbittet und mit schönen Pöstchen winkt.
Horst Eberhard Richter schreibt in seinem Buch:"Moral in Zeiten der Krise"Kein anderer Weg kann uns aus den Krisen herausführen, als das Erstarken eines neuen, moralischen Verantwortungsbewusstseins."

Dieses kann nicht allein von Politikern eigefordert werden, sondern von der gesamten Gesellschaft. Und die braucht Aufklärung.
Von daher lieber Uli Gellermann, nochmals Dankeschön für beherztes fleißiges Schreiben.


Am 24. Juni 2019 schrieb Cornelia Praetorius:

Danke für das nochmalige Voraugenhalten des Einsatzes der Grünen in Regierungsverantwortung und außerhalb.
Zum letzten Kommentar: was kommt, wenn die Grünenwähler erkennen müssen, dass mit diesen auch kein anderer Staat zu machen ist! Nun, dann kommt wahrscheinlich nicht sondern ist schon da, die Abschaffung der Rest-Demokratie, sprich der nächste Faschismus, auf den ja mächtig hingearbeitet wird. Wir waren schon mal revolutionärer - 1919. Dabei wissen eigentlich fast alle Bürger, was und wie es anders gemacht werden muss. Bloß, wenn die Macht (Oktober 2005) einfach von der Regierung an die Konzerne und ihre Verbände abgegeben wird - es wird schwierig. Leider sind wir anders gestrickt als die Gelbwesten und viele andere Völker, die gerade im Aufbruch sind ....

Antwort von U. Gellermann:

Den Faschismus sollte man nicht vorzeitig an die Wand malen. Zumal es sich hinter der Fassade einer parlamentarischen Demokratie elegant diktieren lässt.


Am 24. Juni 2019 schrieb Michael Kohle:

Seit dem Januar 2019 regiert in Hessen eine schwarz-grüne Landesregierung. Die einstigen Feinde Volker Bouffier (CDU) und Tarek Al-Wazir (GRÜNE) knutschen seitdem in Frankfurt bis zum Atem- und Politikstillstand.“

Die Herrschaften kuscheln leider schon etliche Jahre länger, nämlich seit 2014. Wer sich noch an die aggressiven Derwisch-Tänze eines Tarek von zuvor erinnert, müßte es eigentlich gehörig würgen, diesen schwarzen Wurmfortsatz jemals gewählt zu haben. Überhaupt Hessen, seit jeher ein Sumpf für höchstdemokratische Vorkommnisse, brutalstmögliche Korruption und manch andere Schandtaten. In Hessen begann es, das ganze Elend. Dem für die Sozis z.B., die diesem Bazillen-Nährboden einst per Dachlatten gedroht und dann doch dem Turnschuh-Mann zum Sprungbrett verholfen hatten. Letzterer konnte sich damals im eigentlich roten Mainhattan und später annerswo so gut wie alles leisten, von der Panscherei von Cocktails der besonderen Art, über blutige Bullenkeilerei bis hin zum Verunglimpfen - Gellermann aufgepasst - des zweiten Mannes im Staate später mit einem veritablen „A****loch“. Aus heutigem Blickwinkel - à la „Hase du bleibst hier“ - schon seltsam, dass aus diesem Taxifahrer jemals noch was werden konnte. Aber damals gab es ja auch noch kein HartzIV. Mann, hat der Bursche auch ein Glück gehabt. Was wäre wohl aus ihm geworden, hätte eine gewisse Petra K. nicht auf eine seltsame Art und Weise die von ihr besetzte pole position für ihn freigeräumt. Von da an ging es - frei nach Knef - bergab.

Neulich auf den Nachdenkseiten gab es eine rührende Geschichte darüber, wie dieses „Konglomerat“ aus sich ankeifenden „Fundis und Realos“ sich wie mit „management by Dübel“ zu einer Partei entwickeln konnte. Reinquetschen und breitmachen, die allermeisten Gründungsfunktionäre spritzten doch nur so wg. der neuen Füllmasse - vornehmlich aus der KBW-Tüte - aus dem Mauerwerk, verglühten zügig in der Umlaufbahn und sind längst vergessen. Nur Jutta D. pfust immer noch hie und da, wahrscheinlich ob des Leids, das ihr einst angetan wurde. Und der ein oder andere hier in der Galerie kennt auch noch Gründungsmitglied Schily, das seinerseits dann doch zu den Sozen flüchtete, nachdem er vergebens versucht hatte, einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit maoistischen K-Gruppen herbeizuführen. Übrigens, mindestens ein KBW-ler der ersten grünen Stunden ist immer noch aktiv, der einstige „Grundsatzreferent im ersten grünen Umweltministerium in Hessen bei Minister Fischer“ nämlich. Der heutige „Nestor“ einer schwarz-grünen (eher wohl grün-schwarzen, wie es derzeit droht) Regierung - Opa Kretschmann aus Schdurgrd- war dann auch der erste, der 2011 gerade erster grüner MP geworden als ersten grünen Kanzler seinen Joschka auslobte.

Gott bewahre! Aber da gibt es zwischenzeitlich ja auch den neuen „Heiland“ am Himmel für, von Null auf Hundert, der „deus ex machina“. Gellermann schreibt dann auch „Der smarte Robert Habeck ist seit dem 28. Juni 2017 stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in einem Kabinett der Jamaika-Koalition des Landes Schleswig-Holstein.“ Alle Influencer-Magnete auf einem Haufen, in einem Verantwortungsbereich, wenn das kein Grund ist, diesem Herrn aus Hameln zu folgen. Mit Verlaub, diese hehren Ämter hat der Strahlemann der von blauer Tolle beschallten friday-for-future-Fraktion und der Liebling aller Schwiegermütter aus dem Elite-Dunstkreis seit letzten September nicht mehr inne. Wie auch, wo er doch darum besorgt sein muß, dass das ihm aufgepropfte Tandem, diese gnadenlos kreischende Schreckschraube Annalena - Name bürgt für Qualität - Baerbock ihn nicht ganz bei den Greta-Teenies in den Schatten stellt. Pardon, ich vergaß. Für die Elterngeneration, die vermögenden Rentner, auch für die ganzen Vertreter aus dem Elgebeteh brauchts ja auch was. Angewandte Physik, ein Vakuum füllt sich sich bekanntlich von alleine. Wo sonst sollen sie denn alle hin, wo es doch bei den Sozen bis auf Weiteres nichts zu holen gibt und eine AKK sich auch nicht gerade als ein Zugpferd andient. Die Grünen - die letzte Rettung vor den Blauen?


Am 24. Juni 2019 schrieb Marc Britz:

Wie immer ein sprachliches und inhaltliches Meisterstück. Dazu zwei Ergänzungen:

Die Grünen wollten ja auch einmal die Vorzeigepartei der Basisdemokratie sein. Seit den den ersten politischen Erfolgen bei Kommunalwahlen im Jahre 1978 sollte darum das vermeindlich basisdemokratische Rotationsprinzip angewendet werden. Nach diesem Prinzip sollten alle Parteiämter turnusmäßig neu besetzt werden, um Ämterhäufung, Machtmissbrauch und der Bildung des Berufspolitikertums entgegenzuwirken. Man muss nicht erst auf den maoistisch geschulten Bomber-Fischer zeigen, um die sofort einsetzende Korruption der Machthungrigen zu illustrieren: Schon beim ersten Einzug der Grünen in den deutschen Bundestag weigerte sich ausgerechnet die friedenstechnische Parteiheilige Petra Kelly zu rotieren.

Neben der Einführung der Basisdemokratie wollten die Grünen auch die Geschlechterverhältnisse egalisieren. Wie das ausging, kann an den massiv wachsenden Zahlen an der Unsicherheit der eigenen Geschlechteridentität depressiv gewordener Jugendlicher abgelesen werden. Der Wandel von der Partei der legalen und sozialen Emanzipation von geschlechtlich Benachteiligten zur Partei der gesetzlich verordneten Geschlechterquoten, des einerseits postulierten Femi-Biologismus (Frauen sind von Natur aus was Besseres) und des paradoxerweise angeblich gleichzeitig geltenden Gender-Dogmas (Geschlechter werden quasi minütlich konstruiert), verlief ähnlich katastrophal wie der von grün zu tarn-grün.


Am 24. Juni 2019 schrieb Lutz Jahoda:

SCHERZO IN GRÜN
(mit beigegebener Dirigentenempfehlung)

Auf zum Accelerando mutando!
Schneller werdend veränderbar!
Kühn im Wegwischruck-Glissando.
Kontrapunktierend umsetzbar.

Noch ist das Tonstück charakterlich heiter,
Springt über alle Erinnerungslücken,
Nach Art spontaner Hindernisreiter,
Missachtend lauernder Stolpertücken.

Empfehle darum, noch vorm Dirigieren,
Gründlich die Partitur zu studieren!


Am 24. Juni 2019 schrieb Charlotte Charlotte Ullmann:

Ja, die Grünen?

Einst große Hoffnung im Linken Milieu (68iger Studentenbewegung), sogar ich war mit von der Partie als Apo-Mitstreiterin, obwohl vehement gegen Parlamentarismus.

Immerhin wählte ich sie bis 2004, trotz Jugoslawien, trotz der Erkenntnis, dass die Grünen keine Friedenspartei mehr waren.

Aber als sie die Agenda 2010, dieses unsozialste Reformprojekt aller Zeiten, mitsamt Hartz IV, in der rot-grünen Koalition mitexekutierten, da gab es für mich kein Halten mehr. Meinen Vorbehalt gegen Parlamentarismus über Bord werfend, dachte ich, jetzt muss gleichzeitig an allen Hebeln angesetzt werden, es muss schnellstens eine neue Partei her. Also war ich mit von der Partie, erst die WASG, dann die Linke mitaufzubauen, als Alternative, die man wieder wählen konnte.

Mein ursprünglicher Vorbehalt, als Partei im Parlamentarismus nur aufgerieben zu werden, Kompromisse eingehen, sich anpassen zu müssen, deshalb Gefahr zu laufen, zu einer "stinknormalen" Partei zu mutieren, was die Grünen in erschreckender Weise unter Beweis gestellt haben und was den Linken noch bevorsteht, erschien mir angesichts diesen sozialen Steinbruchs durch die Agenda 2010 marginal.

Dort, wo die Grünen in den Regierungen sitzen, sind sie mittlerweile schwärzer als schwarz. So erlebt im Ortsparlament Frankfurt am Main, so im Hessischen Parlament seit 2014.

Zwar legen sie immer noch Wert auf einen grünen (ökologischen) Anstrich, jedoch gestaltet der sich dermaßen unsozial, dass sich mittlerweile die Profiteure im Kapitalismus die Hände reiben und sagen, ja die Grünen, das ist jetzt unsere Partei!

In der Tat: Die Stellvertreter der Herrschenden und des Kapitals (wie sich einst Rudi Dutschke, ehemaliger APO-Sprecher und Mitbegründer der Grünen, kritisch ausgedrückt hätte) nämlich die etablierten Medien, tragen derweil die Grünen auf Händen, machen Werbung für sie vor Wahlen, sogar die FAZ.

Und der Wähler?

Der gehört zu den dümmsten der Kälber, die sich ihre Schlächter selber wählen (frei nach Berthold Brecht)!


Am 24. Juni 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

Wer Freund der Faschisten in der Ukraine ist hat seinen Kompass vor langer Zeit verloren. Letztendlich zählen die Taten. Grüne Punkte auf kapitalistischen Kleidchen aus Bio Baumwolle mögen der Annalena Baerbock gut stehen, mit der Lebenswirklichkeit vieler Menschen im Land, die keine Zeit finden, weil sie von einem Mini Job zum nächsten hecheln sich mit den wichtigen gesamtgesellschaftlichen Fragen, die mehr als Klima und Umweltschutz sind zu beschäftigen hat das nichts zu tun. Die Vereinzelung von Themen sind Teile der "großen, sozialen Frage". Und gerne wiederhole ich: Man kann nicht das eine tun und das andere unterlassen !
Geschätzte 1,2 Millionen obdachlose Menschen, Hartz IV, Aufstocker, katastrophale Zustände in den Pflegeheimen, schlechte Bezahlung, Privat vor Staat und alles was fürs Volk wichtig ist geht über die Wupper. Deutschland mit dem größten Niedriglohnsektor in der EU. Wie Millionen knüppeln müssen, davon habt ihr nicht die geringste Vorstellung. Das grüne Mäntelchen aus Bio Schaffswolle wird darüber gelegt, nur wie hoch bzw. niedrig ist der Lohn derer, die die Schafe scheren ?

Mit der arbeitenden Bevölkerung habt ihr euch immer schwer getan und das bis Heute. Bei GRÜNEN Wählern hat es nie nach Klo und Kappes gestunken..... Ihr ward nie meine Partei !!!
Luxus-Linke-Bourgeoise-Boheme Wählerschaft in meist kernsanierten Altbauten mit Wärmedämmung Häusern und allem was der umweltbewusste Grünen-Wähler so alles käuflich erwerben kann, oder aber bewußt eine Entscheidung weil er es ich leisten kann zu treffen zu "entschleunigen" (was für ein Wort) und Fahrrad zu fahren. Ganz sicher leben dort keine geflüchteten Menschen in der Nachbarschaft.
Die Leute, mit denen ich zu tuen habe fahren mit alten Klapperkisten und Umweltsündern, um von einem Job zum nächsten zu kommen, weil alleine aus Zeitmangel und der Entfernung wäre es mit dem Fahrrad einfach nicht zu schaffen.

Den Becks, den Özdemirs, den Cohn-Bendits, Pfui Teufel für dessen Eintreten Kindern an die Wäsche gehen zu können....., sitzt im Europäischen Parlament, glüht für die EU, versprüht moralin der Eintänzer aus der Fischbratküche. Was für eine Schande !
Heute spazieren die Grünen als Moralapostel durch die Republik. Man mag es nicht glauben, dass die knalldurchgeknallte Roth tatsächlich bei "Ton, Steine, Scherben" Managerin war und wer die Texte von denen kennt reibt sich die "grünen" Äuglein.
Für jede Kriegsbeteiligung wo ihr eure Hand in den Parlamenten gehoben habt um zuzustimmen, "liebe" Grünen sollen euch die zerfetzten Körper der ermordeten Menschen in euren schlimmsten Träumen begegnen und jeder dieser toten und ermordeten Menschen hat und ist ein Wert an sich, einzigartig mit dem Recht auf Leben. Was bildet ihr euch ein, dass ihr Richter und Henker sein könnt ? Teile des Volkes haben euch in der Hoffnung gewählt hatten, dass ihr helft den Frieden zu sichern und euch für die Freundschaft mit allen Völkern in der Welt, auch mit Rußland, nicht nur Lippenbekenntnisse und Absichterklärungen schwadroniert, sondern aktiv und zielgerichtet daran arbeitet war irgendwann die Hoffnung von Grünen-Wählern.
Das war einmal....... Heute ist der Hass auf Rußland eingetütet als Teil des Grünen Geschäftsmodells und die, die da nicht mitmachen wollen sind "Demokratie Gegner." Tofu Würstchen auf dem Teller genügt um sich "links" zuordnen. Was machen da schon die Millionen, die täglich in der Republik und in der EU ums Überleben kämpfen, denen das Geld nicht reicht bei den Zuzahlungen für Medikamente bei chronischen Erkrankungen, wo das Geld fehlt, dass die Kinder nicht ausgegrenzt werden bei Klassenfahrten, was meist die Alleinerziehenden hart trifft.

Was für eine Armutserklärung an eine Partei, die einmal ein ganz wichtiger Teil in der Friedensbewegung gewesen ist. Ich erinnere gerne an Gert Bastian und Petra Kelly und an viele grüne Mitstreiter, mit denen wir gemeinsam Arm in Arm für ein gemeinsames Ziel auf die Straßen gegangen sind: für Frieden, Freundschaft, im anderen den Mitmenschen zu erkennen und dafür mit zu sorgen, dass keine Frau, kein Mann, kein Kind wieder für "Kapital und Vaterland" sein eimaliges Leben lassen muß.
"Kämpft gegen den Kapitalismus,
dann kämpft ihr gegen jeden Krieg!"
(Ernst Friedrich, 1924, Krieg dem Kriege)
DANKE. lieber Uli, für deinen unermüdlichen, unverzichtbaren und konsequenten Einsatz für den Frieden mit den Völkern der Welt, insbesondere mit Rußland, der unser unmittelbarer Nachbar ist und uns immer wieder die Hand reicht und es ist beschämend, wie die Politik mit Rußland immer noch umgeht. Sie haben nichts aus der Geschichte gelernt.


Am 24. Juni 2019 schrieb joe bildstein:

GRÜN = CDU Light

>90% der G Waehler kommen aus der Stadt also der Betonwueste. Wir auf dem Land fuerchten die Schreibtischtaeter der Gruenen, weil es bei uns schon gruen ist und wir nicht die Millionen von Naturschutz Schildern und Anweisungen brauchen. Das resultiert dann in Obstwiesen auf voellig ungeignetem Boden... ohne die Einheimischen zu fragen. Vierfachkontrolle der Dreikammerklaeranlage usw.

3/4 sind Blender u Trittbrettfahrer. Joschka ist wohl das Paradebeispiel, heute im schniecken Anzug bei Madam Albright.

Sehr lesenswert um "GRUEN" zu verstehen

https://blog.fdik.org/2017-09/dittfurt_gruene.pdf


Am 24. Juni 2019 schrieb Guenther Mann:

Lieber Uli Gellermann,

hat lange gedauert, aber jetzt ist es klar: die grünen sind auch bloss eine schwindelpartei.
die CDu und CSU sind keine union und christlich schon gar nicht
die f.d.p. ist keine partei sodern der politische arm der freiberufler und apotheker
die spd ist ein verein für berufstätige die sich mit einer einzigen reihenhaushälfte und einem einzigen zweitwagen begnügen müssen.
das problem ist, dass der deutsche volksmann und die deutsche volksfrau mit diesen verwaltern zufrieden ist.
und der deutsche moralgebeutelte journalist sucht genau in diesem conglomerat von aparatschiks das heil der nation.
ist nicht. deutschland ging es nur gut, wenn ausländische verwalter zu werke waren: römer, napoleon, die alliierten.
demokratie und selbstbestimmung sind weder von noch für deutsche erfunden worden.

Antwort von U. Gellermann:

Weder die römische noch die französische Besatzung hat den Unterdrückten Vergnügen bereitet.


Am 24. Juni 2019 schrieb Eckhard Dietz:

Den Weg bzw. den Absturz in den politischen Mainstream gehen alle Parteien mehr oder weniger schnell. Das ist nicht neu. Wenn das hier am Beispiel der GRÜNEN gezeigt wird, muss man nicht fordern, dass dies in analoger Weise für die LINKE an derselben Stelle passieren muss.
Wenn das so ist, stellt sich die Frage nach der Veränderung unserer Form der demokratischen Politikorganisation. Mit dem Zitat "..in der Gunst jener, die immer noch glauben, dass Wahlen was ändern könnten?" wird ja angedeutet, dass unsere Demokratie verbesserungs-, veränderungswürdig bis -nötig ist. In welcher Weise und wie man dies voran bringen kann ? das würde mich schon interessieren.
Ist keine einfache Frage. Diese zu behandeln fände ich lukrativer als das Dauerfeuer auf die Parteiendemokratie und ihre Defizite. Mit Blick auf die Zeit und Politik der versteinerten CDU-Mehrheiten mit eingebauter SPD-Opposition kann man eigentlich nicht von Verfall und Rückschritt sprechen.

Antwort von U. Gellermann:

Mit der Kritik beginnt die Aufklärung, mit der Aufklärung beginnt die Veränderung, das Dauerfeuer auf die Demokratie, die nicht die „unsere“ ist, kommt aus den Läufen etablierter Parteien und Medien.


Am 24. Juni 2019 schrieb Reinhard Ziegler:

Hallo Uli,
schöne Abrechnung mit der "Müsli FDP"
War mir ein Vergnügen.


Am 24. Juni 2019 schrieb Hanna Fleiss:

Diese Entlarvung der Grünen war unbedingt nötig. Nicht nur im Jugoslawienkrieg haben sie gezeigt, wo sie stehen, sondern auch in ihrer Zustimmung zur NATO, ihrer absoluten Abstinenz hinsichtlich des Sozialen und ihrem Antikommunismus, dem vor allem. Dass sie aber sich so anpasserisch an den konservativen Mainstream bei ihren ureigenen grünen Belangen verhalten, hätte ich nicht gedacht. Gut, dass Sie, Ulli Gellermann, mal aufgeschrieben haben.


Am 24. Juni 2019 schrieb Alexander Kocks:

Sie hätten auch darauf hinweisen dürfen Herr Gellermann, dass die Grünen maßgeblich an der Einführung von Hartz IV beteiligt waren, immer noch als "Linke Partei" gelten und sich immer noch einen sozialen Anstrich geben.

Hartz IV ist heute größtenteils ein Problem der SPD und wird dieser Partei angelastet, obwohl DIE GRÜNEN in der Regierung mit Schröder saßen und Hartz IV mit zu verantworten haben. Dass Hartz IV heute kein Problem für DIE GRÜNEN darstellt ist ein Hinweis darauf, dass die potentiellen Wähler der Grünen eher im gehobenen sozialen Niveau der Republik - nahe der FDP - zu verorten sind.

Für mich sind DIE GRÜNEN eine substanzlose Aktionspartei, die je nach Interesse eine andere Sau durchs Dorf treibt und ihre Meinung öfter und schneller wechselt als die Unterwäsche Momentan heißt die Sau Klimawandel.


Am 24. Juni 2019 schrieb Jonas Gärtner:

Das ist ja eine brutale Abrechnung mit den GRÜNEN. Und er kommt aus der linken Konkurrenzecke. Als ob man die selbe Rechnung nicht auch für die LINKEN aufmachen könnte. Die Partei zerfällt in Flügel, "Aufstehen" ist auf dem Bauch gelandet, die Führungsfiguren führen nicht. Das Land braucht ein neues Projekt.


Am 24. Juni 2019 schrieb Jana Dorfner:

Der grüne Traum ist ausgeträumt. Aber wer schreibt den neuen Traum?


Am 24. Juni 2019 schrieb Ronald Wolf:

Die Gründergrünen sind wohl in der Mehrzahl nicht mit der jetzigen Partei einverstanden. Das kann man nachvollziehen, sind doch viele Ideale auf den Altären der Macht geopfert worden.

Am schlimmsten war die Zustimmung zur Bombardierung Jugoslawiens. Das ist für ehrliche Pazifisten ein Schlag ins Gesicht gewesen. Der eitle Joschka hat im Grunde die Ausrichtung der Grünen verändert. Radikal und rücksichtslos.
Dank Rezos Abrechnung mit der CDU haben die Grünen jetzt ein absolutes Standing bei den jungen Leuten. Was wird wohl passieren, wenn diese merken, wie die grüne Partei wirklich tickt ?

Danke für den starken Beitrag, Uli .

Dran bleiben...

Schlagzeilen

Wenn Sie sich für die Artikel der Rationalgalerie interessieren und immer erfahren wollen, wenn es Neuigkeiten gibt, können Sie unseren RSS-Feed abonnieren:
RSS-Feed abonnieren

Kürzlich...

22. Oktober 2019

Hände weg von Syrien!

Kramp Karrenbauer will Karriere-Krieg
Artikel lesen

21. Oktober 2019

EURO-Balkan

EU zerbricht und will doch größer werden
Artikel lesen

16. Oktober 2019

Endlich echte Nachrichten

Hilfe für die Tagesschau-Redaktion
Artikel lesen

14. Oktober 2019

Scheuer verarscht Parlament

Höfische Opposition kann sich abmelden
Artikel lesen

07. Oktober 2019

Prima Betriebsklima

Greta ist total ferngesteuert
Artikel lesen

PDF dieses Artikels

Diesen Artikel herunterladen

Wenn Sie möchten, können Sie sich diesen Artikel auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF-Datei laden

Artikel kommentieren

Brillant? Schwachsinn? Mehr davon?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir überprüfen Leserbriefe, bevor wir sie online stellen – nicht um sie zu zensieren, sondern um unsere Leser vor SPAM und Werbung zu bewahren. Über Kritik freuen wir uns!
Kommentar verfassen

Spenden für Medienvielfalt

Die Autoren dieser Seite verwenden viel Zeit und Sorgfalt bei der Recherche und beim Schreiben der Artikel. Wenn Sie die Rationalgalerie in ihrem Bestreben, zur Vielfalt unserer Medienlandschaft beizutragen, unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende. Jeder Beitrag hilft uns weiter: