Das Todes-Spiel der Milliardäre

Reich werden durch Leute umbringen

Autor: U. Gellermann
Datum: 29. Oktober 2018

Was macht denn der Milliardär nur mit seinen Milliarden? Noch ne Tasse Kaffee? Noch ne Yacht? Der hat es schwer, der Milliardär. Allein in Deutschland gibt es 124 von dieser Sorte. Laut einer neuen Studie der Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Bank UBS, und die wissen wovon sie reden. Wovon sie nicht reden, ist das Elend des Milliardärs, einen rechten Zeitvertreib zu finden. Denn auch der Milliardär muss die Zeit vertreiben, er könnte ja sonst auf Gedanken kommen, der Milliardär. Da käme dann ein Gedanke zum anderen, und dann wäre er wie alle anderen auch. Das will er natürlich keinesfalls. Und damit dieser schreckliche Fall nie und nimmer eintritt, sollte der Milliardär seine freie Zeit doch so verbringen, wie er seine unfreie Zeit auch verbringt. Mit dem schönsten Hobby, das man sich vorstellen kann: Mit Leute umbringen.

Zum Beispiel könnte er seinen schönen, großen Swimming Pool mit Leichen füllen. Er könnte sie sich frisch aus dem Mittelmeer liefern lassen. Wo jede Menge von den armen Wasserschluckern rumtreiben, die auf der Flucht vor jener Armut im Ergebnis ausbeuterischer Handelsbeziehungen in die reicheren Ländern fliehen. Eine Armut, an der sich der Milliardär fett und stinkend verdient hat. Natürlich kann man das Erlebnis am Pool zusätzlich inszenieren. Wenn auf der einen Seite der 100-Meter-Bahn ein reich gedeckter Tisch aufgebaut würde, zu dem die überlebenden Wasserschlucker hinschwimmen müssten: Nur die Schnellsten bekämen natürlich ein Plätzchen am Tisch. Punkte könnte es für den Sieger geben, wenn das Baby der Familie beim Wettschwimmen überlebt. Der Rest: Ab ins Mittelmeer.

Auch das beliebte Därme-Platzen-Gewinn-Spiel wäre im Milliardärs-Park an den Start zu bringen: Eine beliebig große Zahl von diesen ohnehin dem Tod geweihten Überflüssigen – man könnte sie für ein kleines Geld in den Slums der großen Städte rekrutieren – müsste mit verbundenen Augen durch ein Minenfeld laufen. Und "platz" fliegen die Därme der Todes-Figuren lustig durch die Luft. Unsere Milliardäre dürften auf die Rücken-Nummern der Überflüssigen wetten und wessen Minen die meisten Därme sprengen, der bekommt den nächsten Auftrag vom Rüstungsministerium zugeschanzt, wie im wirklichen Leben. Natürlich sind unsere Großverdiener keine Unmenschen: Wer den Wettauf überlebt, der bekommt den Wett-Einsatz geschenkt. Auch Arbeitsplätze schafft das lustige Spiel: Irgendjemand muss ja den Park säubern.

Bisher finden sich nur wenige Teilnehmer aus den Milliardärs-Clubs für das Krebs-Mobil. Bei diesem heiteren Spiel würde eine Zahl von Probanden in einen geschlossenen LKW eingesperrt – ähnlich den mobilen Mordfabriken, in denen die Nazis jede Menge "Untermenschen" umgebracht haben – und mit Diesel-Abgasen behandelt. Wer überlebt, bekäme dann ein Hardware-Umrüstungspaket geschenkt. Susanne Klatten aus der MBW-Eigner-Familie (Quandt-Klatten, 34 Milliarden Euro geschätztes Vermögen) soll protestiert haben: Es daure manchmal Monate oder Jahre bis der Krebs festgestellt würde. Da seien die laufenden Feldversuche an den Bewohnern deutscher Städte doch viel billiger und effektiver. Auch wolle sie mit den Nazi-Gaswagen keine Erinnerung an die Herkunft der geerbten Quandt- Milliarden aus dem Nazi-Blutgeld wecken.

Gegen die Weltmeisterschaft im Burger-Essen gab es entschiedene Einwände aus Kreisen der Lebensmittel-Industrie: Zum einen gäbe es diese Veranstaltung bereits und außerdem sei die Zahl der Todes-Opfer durch Umweltschäden – wie die Abholzung der Regenwälder für die Burger-Produktion – viel geringer als die der Opfer im Ergebnis der Kohle-Verstromung. Schließlich konnten sich die Eigner von Pharma-Konzernen mit ihrem Tabletten-Roulette durchsetzen, bei dem die Unterschichten-Versuchsmenschen sich aus einem Topf unterschiedlicher Tabletten mit unterschiedlichen Nebenwirkungen bedienen durften. Überlebenden winke ein komfortabler Rollstuhl.

Auch wenn es für Milliardäre wirklich spannende und profitable Gewinnspiele gibt, ist auch für sie die wirklich reine Luft seltener geworden: "Wenn Sie auf der Suche nach der reinsten Luft auf dieser Erde sind, steigen Sie in
einen Eisbrecher und steuern Sie die Arktis, 87° Nord, an. Verbringen Sie eine Woche im Sommer auf einer Eisscholle und warten Sie auf den richtigen Wind. Die Arktis ist das Gebiet in der nördlichen Hemisphäre, wo die reinste und am wenigsten verschmutzte Luft zu finden ist." Das kann man in einer Broschüre über Luftfilter lesen. Und selbst für Milliardäre mag diese Arktis-Reise umständlich sein, aber so eine Eisschollen-Reise ist für den Milliardär Andreas Heeschen, den Besitzer der Todes-Produktion Heckler und Koch jederzeit erschwinglich. Auch Bleivergiftungen müsste er auf seiner Privatscholle nicht fürchten.

Die Deutsche Düngemittel-Industrie hat ihre Umsätze in den letzten Jahren auf die Milliarden-Ebene steigern können. Das ist jene Branche, die munter an der Vergiftung des Grundwassers durch Nitrate beteiligt ist. Für deren Eigner und Vorstände dürfte es kein Problem sein, sich wann immer sie wollen, ein Schlückchen Rokko No Mizu zu gönnen. Das japanische Rokko No Mizu Wasser gilt als besonders rein und kostet pro Flasche nur 124 Euro. Prost. – Verbrechen lohnt sich nicht – behauptet der Volksmund. Falsch.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 07. November 2018 schrieb Ursula Schleier:

Kommentar zu Herrn Freudhammer :
Es ist billiger und einfacher, sich über den Boten des Unheils lustig zu machen, als auf die Verursacher hinzuweisen. Auch muss man dazu bestimmt kein Paradiesvogel sein, höchstens Wasserträger der Milliardäre.


Am 02. November 2018 schrieb Andreas Johannes Albertus Berchtold:

Bester Ullrich Gellermann,

alle Achtung für diesen Beitrag!

Sie wissen, dass das verbreiten von Wahrheit und auch als Verteidigung gegen Faschismus eingesetzt zu politisch verdeckt faschistisch verfolgend juristisch verschleierten Umkehrung zur Beleidigung umkonstruiert wird.

Weil Sie das wissen und trotzdem die Wahhrheit verbreiten meinen allergrößten öffentlich ausgesprochenen Respekt!

Grundsätzlich Faschismus ist sein eigener Untergang!

Krieg desFaschismus gegen das Volk kann nicht ohne Schäden beseitigt werde; dies muss überwunden werden, dann ist Ruhe.

Besten Dank und weiter so!

Siehe auch https://www.facebook.com/johannes.berchtold.900 und 'Menschheit gegen Krieg', http://www.freudenschaft.net, Beiträge Teil 14 BREAK... Teil 15 BREAK... und Teil 16 BREAK... vom 06. August 18, 12. September 18 und 29. Oktober 18


Am 02. November 2018 schrieb Jan Dark:

Es leuchtet ohne Weiteres ein: Monströser Reichtum erschafft monströse Bedürfnisse und erlaubt deren monströse Befriedigung.

Aber kommt die Erkenntnis nicht reichlich spät, nach 10 Jahre dauernder Finanzkrise, unter deren Vorwand öffentliche Schulden vor allem privaten Reichtum finanzieren?

Es liegt nahe, diesem neuen Feudalismus Einhalt zu gebieten, bevor auch das letzte Badeufer privatisiert und eingezäunt und die letzte trinkbare Flasche unbezahlbar geworden ist.

Bloß: Wer glaubt, dass Leute, die für ihren Reichtum über Leichen gegangen sind und täglich weiter gehen, sich diesen Reichtum kampflos wegnehmen lassen würden?

Und darf man darauf hoffen, dass sie es kampflos hinnehmen würden, wenn ihre willigen Vollstrecker in Politik, Verwaltung und Gerichten in demokratischen Wahlen durch integres Personal ersetzt werden?

Man sollte mit diesem Versuch jedenfalls nicht warten, bis sich der Neofeudalismus endgültig und absolut durchgesetzt hat und alles Politische korrumpiert. Vor Merz also!


Am 01. November 2018 schrieb Michael Kohle:

Das Todesspiel der Milliardäre - Reich werden die Leute durch umbringen, so konstatiert Gellermann, nur ein paar Tage bevor der Welt größter Vermögensverwalter ins Rampenlicht der nationalen Aufmerksamkeit geschubst wurde. Blackrock - der schwarze Fels in der Brandung, derzeit wohl so kurz vor knapp sieben Billionen von was auch immer im Auftragsportefeuille, das wären eigentlich umgerechnet nur schlappe 7.000 Milliardäre. Eher wohl Abermillionen von Millionären als „Kunden“ weltweit, denn Milliardäre brauchen diesen Service bestimmt nicht, die können es gewiss selbst, ihren Nutzen zu mehren und Schaden von sich zu wenden.

Zurück zu Gellermanns Feststellungen! Die Vorstellungen vom Leben eines Milliardärs, insbesondere „vom Elend des Milliardärs, einen rechten Zeitvertreib zu finden“, sollten wir nicht alle einen Seufzer der Erleichterung von uns geben, dass solch ein mehr als bedrückendes Leben uns allen erspart bleibt bzw. bisher erspart geblieben ist? Also ehrlich, mir tun die nur leid und da muß ich nicht mal an Susanne Klatten denken, gut Informierte ahnen was ich meinen könnte. Und wer erinnert sich nicht mit Grausen daran, dass eine Milliardärin zu Beginn dieses Jahrtausends hierzulande nur knapp dem Erfrierungstod entrinnen konnte, weil ihr nur noch ein Nerz über geblieben war, nach halsbrecherischen unternehmerischen Roulette-Spielen? Zwischenzeitlich geht es ihr aber schon wieder besser und mit fünfundzwanzig Milliarden steht ihre firmeneigene Gruppe in der nationalen Startaufstellung in der Formel Dagobert auf Platz 3.

Reich werden die Leute durch umbringen? Sie können auch anders. Schon wieder vergessen, wie der hochgeschätzte Milliardär aus der Pharma-Branche Adolf M., lt. Spiegel besonders bescheiden, sparsam und öffentlichkeitsscheu, zu Beginn des Jahres 2009 dann doch noch den umtriebigen Lehmann-Brüdern indirekt aber final zum Opfer fallen mußte? Als der Bummelzug der schwäbischen Eisenbahn mal ausnahmsweise keine Verspätung hatte. Wirklich nicht, Milliardär zu sein ist anscheinend doch nicht so leicht. Mal abgesehen vom Vorgenannten fällt doch auf, dass die bei Gellermann im Fadenkreuz stehenden Milliardäre auch sonst gute Gene zu haben scheinen. Alt werden sie meistens, so wie Mister Sor(genl)os beispielsweise. Der hat seinen Zeitvertreib und ist dabei - wie man uns immer noch weiszumachen versucht - sogar stein US-Philanthrop. Müßte eigentlich wie einst Saulus zum Paulus mutierte, Poros heißen. Wo er doch fast nur noch Bürgerrechtsorganisationen und politische Aktivisten mit seinem Klimpergeld vom 23. Platz auf der Forbes-Liste der Reichen der Welt aus spendiert. Kaum ein Tag vergeht doch, wo wir nicht bei Gniffke&Co. an seine Spendierhosen erinnert werden. Nicht nur die tollen Gummiboote mit leistungsstarken Außenbordern, die Premiumsschwimmwesten, die Goldfolien gegen den Erfrierungstod (nein, dieses Mal kein Nerz), die wir immer öfters von seinen Regatten zwischen Libyen und Sizilien zu sehen bekommen. Der Gute muß wohl zur Schulzeit im ollen Ungarn zu oft Schiffchenversenken gespielt haben. Wieso hat das eigentlich Gellermann nicht erwähnt, wo er doch den Swimmingpool anderer Dagoberts nicht mit Dukaten sondern mit Leichen aus dem Mittelmeer vollpacken wollte?

Mit dem „beliebten Därme-Platzen-Gewinn-Spiel“ schiesst der Galerist dann doch übers Ziel hinaus. Wo es doch dafür keines Spieles, schon gar keines neuen Gewinn-Spieles bedarf. Das ist nämlich längst mit bestem Erfolg im Einsatz. Wenn nämlich beispielsweise so manchem unter der kaum zu leugnenden Armutsgrenze darbenden deutschen Bürger bei solcher Frühstückslektüre der Brocken im Halse stecken bleibt, so stammt dieser Brocken womöglich ausgerechnet von jenen Kaufmannsfamilien, die seit Jahren wenn nicht Jahrzehnten die ersten Startreihen auf der deutschen Milliardärsliste besetzen. Gewiß, den einen oder anderen Unter- oder Mittelschichtler mag es schon gegeben haben, der seine Därme per Aldi-oder-Lidl-Abusus zum platzen gebracht hat. Aber umgebracht haben dürften sich die meisten Selbstmörder hierzulande mit den per Zucker-, Fett- und Alkoholsucht durch übertriebenen Konsum von Albrecht und Schwartz'ens verursachten Volkskrankheiten. Jetzt ausgerechnet die Milliardäre dafür verantwortlich machen, nur weil die sich „fett und stinkend“ daran verdienen?

Mit Verlaub, Gellermann doktort mir da allzu sehr an Symptomen herum. Selbst wenn die nächsten Lehman-Brüder alle Milliardäre hinraffen würden, was wäre denn dann? Wäre ein einzigs Problem gelöst? Bestimmt nicht! Das „System“ hat sich immer noch behauptet. Vor zehn Jahren beim bis dato letzten Lehman-brothers-Festival soll es hierzulande dreiunddreißig Milliardäre dabei gekostet haben. Und, was war die Folge? Längst ist die Zahl weit über den damals vorigen Stand wieder hinaus. Dabei hat die Verklappung der dreißig Nasen seinerzeit verdammt viel gekostet hinterher. Und alles aus der staatseigenen Kriegskasse, gefüllt vom Steuerzahler. Nicht mal das hat gelangt, es bedurfte noch eines zusätzlichen Bonus per cum-ex, 700 + 50 also. Schadenersatzabfindungen ohne Ende also. Nochmal eine Lehmann-Neuauflage um nochmal ein paar Dutzend von diesen Gesellen loszuwerden können wir uns doch gar nicht mehr leisten. Da sollten wir doch lieber den Bock zum Gärtner machen, den Fritze Merz. Vielleicht kann der Schaden von uns wenden. Versprechen würde er es jedenfalls, mit dem Kanzler-Eid!


Am 29. Oktober 2018 schrieb Alfred Matejka:

Lieber Uli,
vielen Dank für den treffenden Kommentar.Er beschreibt nichts anderes,als die Wirklichkeit. Nicht der Kommentar ist furchtbar,sondern die Wirklichkeit.
Ich weiß ja ,wie es ist, wenn man eine idealistische Weltanschauung hat,wahrscheinlich wie die Leute wie Hartmann und Freudhammer. Ihnen empfehle ich sich die Bilder bei infosperber zu den Folgen des verbrecherischen Krieges im Jemen anzuschauen. Jetzt gleich. Weiterhin empfehle ich, falls es nicht schon zu spät ist, sich mit dem dialektischen und historischen Materialismus zu befassen. Kann für die geistige Entwicklung nicht schaden. Vielleicht fällt dann bei dem einen und anderen der Groschen und stellt fest, dass man selbst einen Vogel hat, in besonders schlimmen Fällen einen Kopfschuss ohne Wunde. Nichts für ungut. Mach weiter so, Uli-aber du weißt ja selbst, die Dummheit der Menschheit ist unendlich.


Am 29. Oktober 2018 schrieb Guenther Mann:

Da hat Uri nicht ausreichend recherchiert: die Milliardäre haben in Sachen Mineralwasser noch die Möglichkeit auf eine Flasche Aqua di Cristalo Tributo a Modigliani (750 ml) zu 60.000$ die Flasche, nicht der Kasten, auszuweichen.

Das ärmste land Europas bleibt da natürlich weit abgeschlagen zurück: jämmerliche 25 Euro für eine Flasche Aur'a verlangen die Rumänen und das für 1000 ml. Ein Schnäppchen, und die Flasche ist noch nicht mal aus Gold.

Finde ich total unfair die Schuld an dem ganzen Gemorde in der Welt einseitig den Superreichen zuzuschieben: die lassen einen Teil der Freude an der Belustigung doch auch den Armen zukommen: die Freude am Morden und schiessen wird Kindersoldaten nicht verwehrt, die Ärmsten sind sowieso meist schwarz und haben doch sonst kaum Speilzeug.


Am 29. Oktober 2018 schrieb Bernd Kulawik:

Und nun aber auch etwas Unterhaltung für die restlichen 99,99%, z.B:
Mein Vorschlag für die Verwendung von Bildern zur Illustration von Artikeln

Wenn es in Artikeln um Aussagen führender Politiker oder, wie hier, um deren Auftraggeber geht, werden sie meist mit einem mehr oder weniger aktuellen und zur Meldung passenden Foto dieser Personen illustriert, was keinerlei Informationswert hat, weil jeder längst weiß, wie diese Damen und Herren aussehen ? oder sie, im Falle der Milliardäre so publikumsscheu sind (könnte sie ja jemand mit der Mistgabel besuchen oder Schlimmeres), dass es gar kein Bild gibt.

Wie wäre es also, wenn man den verfügbaren Platz für Bilder verwendet, mit welchen die Politik dieser Herrschaften und deren Folgen dargestellt wird? Für die Leserinnen und Leser entstünde damit zugleich ein informativer „Mehrwert", weil ihnen damit ins Bewusstsein gerückt wird, WELCHE Politik man unterstützt, wenn man diese Personen wählt oder Personen, die mit denen aus der jeweilgen Nachricht gute Kontakte pflegen.

So könnte man bspw. statt wenig aussagekräftiger Bilder des saudischen Kronprinzen solche von zerfetzten Kinderleichen aus dem Jemen zeigen. Dasselbe Bild würde sich auch gut eignen, um jene (nicht nur deutschen) Politiker zu charakterisieren, die dem saudischen Regime Waffen liefern ? im Zweifelsfall sogar dieselben Waffen, mit denen diese Kinder ermordet wurden.
Und in ähnlicher Weise könnte man nicht nur die führenden Politikerinnen und Politiker der westlichen Staaten charakterisieren - bspw. durch ähnliche Bilder von Kindern und Kriegsversehrten aus Afghanistan, dem Irak, Syrien, Libyen, Somalia oder von Massengräbern aus Lateinamerika, die von dortigen Todesschwadronen und Militärregierungen hinterlassen, die der demokratische Westen unterstützt hat, sondern auch wenn es um (noch) weniger bekannte Politiker geht, deren Gesichter man sich ohnehin nicht merken muss, also z.B. solche aller Parteien, die im deutschen Bundestag die Einsätze der Bundeswehrmacht im Ausland unterstützen und somit z.B. auch für das Massaker des damaligen deutschen Oberst und heutigen Brigadegenerals Klein in Kunduz verantwortlich sind - ja, das Prinzip Maaßen gibt es schon lange, und es sollte eigentlich „Prinzip Klein" heißen.

Eigentlich ließe sich das hier vorgeschlagene Prinzip des Bildersatzes der immer wieder selben Gesichter durch die Bilder der Folgen ihrer Politik auch noch auf die Wähler in Umfragen anwenden ? was jetzt allerdings eher TV-Nachrichten u.ä. beträfe: Statt Person X, die sich in der Fussgängerzone positiv und unterstützend zu Partei Y ausspricht, einfach ein verstörendes Bild eines Kriegsopfers einblenden, das ohne die Politik dieser Partei und die Unterstützung dieser Person vielleicht noch unbeschwert leben könnte.

Wie lange würde eine solche Bildpolitik, konsequent in allen führenden Medien angewandt, wohl andauern müssen, bis sich Grundlegendes ändert? 2-3 Monate? 1 Jahr? ? oder würden die Nachrichtenkonsumenten genauso abstumpfen wie die Raucher, denen die Ekelbilder auf den Zigarettenschachteln auch egal sind??

Aktuell könnte man Berichte über die "Sieger" der Wahl in Hessen, Bouffier und diesen Oliv-"Grünen" und ihrer Parteien, z.B. mit einem Bild des ermordeten Halit Yozgat illustrieren, dessen Ermordung dank der Politik dieser Herren nicht aufgeklärt werden kann ? vielleicht, weil sie vermutlich den oder die Mörder decken? Warum sonst sind die entsprechenden Untersuchungsakten 120 Jahre gesperrt?

WER wählt solche "Menschen" eigentlich? Leben wir wirklich inmitten von Mitbürgern, denen Massenmord und -verstümmelung ebenso gefällt wie die Verseuchung von Menschen und Gegenden mit Uranmunition, auf dass dort noch in Jahrhunderten verkrüppelte und tote Kinder geboren werden? Die Freude daran haben, Verhungernden beim qualvollen Hungertod in den Nachrichten zuzusehen ? obwohl sie längst wissen, dass es genug zu Fressen auf diesem Planeten gibt, um jeden satt zu machen, und dass also jeder verhungerte Mensch ein ermordeter Mensch ist? Ermordet im Dienste "unserer" Milliardäre, aber auch, damit wir weiterhin über 30% unserer Nahrungsmittel getrost wegwerfen können?

Sie ekeln mich alle an: Die Reichen, ihre Politiker und die "Schäfchen", die eigentlich blutsaufende Monster sind. Ihnen allen sollte man tagtäglich in Bildern die Folgen ihres Tuns vor Augen stellen. Das ist immer noch weit harmloser, als sie selbst dasselbe durchleiden zu lassen, indem man sie mal in einem Slum in Nairobi aussetzt, statt in einem Robinson-Club, oder in einem absaufenden Schlauchboot im Mittelmeer statt auf einem Kreuzfahrtschiff?


Am 29. Oktober 2018 schrieb Heiner Werthmann:

Ein schönes Stück politischer Literatur. Danke.


Am 29. Oktober 2018 schrieb Lutz Jahoda:

GEGENWARTSBETRACHTUNG
UND VERGANGENHEITSSICHT
METRISCH ZWIEGENÄHT

Spezialfaden I:

Adel schoss einst eiskalt mit dem Drilling,
Schmiedete Gegner auch gern an die Wand.
Heut läuft das gut unter Drohnen-Killing.
Vergessen sind Taler, Krone und Schilling.
Reich bleibt weit weg und kassiert elegant.

Spezialfaden II:

Rara sunt cara. Seltnes ist teuer.
Darum trinkt Reichtum nicht erst seit heuer
Japanwasser.
Es sei nicht nur rein, sondern auch nasser.
An diesem Beispiel, gegenwartszeitig,
wird sichtbar das Fangziel, klar und unstreitig:
Reich betrügt Reich gern gegenseitig.

Zwecks Haltbarkeit
Schusterpech über die Nähte.
Punkt III:

Betrug fördert Reichtum,
Krieg auch das Scheichtum.
Der Ursprung des Übels liegt klar auf der Hand:

Politikerköpfe stecken im Sand
Und leider wie überhaupt intrigant
Im Griff der verteufelten Großfinanz.

Die Welt steckt in höchst gefährlicher Lage
Drum brennend berechtigt die Menschheitsfrage:
Wer oder was
Beendet den Hass
und die Gier möglichst ganz,
Und damit den schwelenden Totentanz?

Der Verstand sagt: Tut dies noch heut vehement!
Die Nutznießer sagen: "We love open End!°


Am 29. Oktober 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Freudhammer
dann hat ihnen der Kommentar gefallen.
Das freut mich, denn sie haben ihn gelesen.
Ich mag "Paradiesvögel," besonders wenn sie Gellermann heißen.


Am 29. Oktober 2018 schrieb SIERA:

@Sven Hartmann

Allzu viel Phantasie ist gar nicht nötig, wenn mensch sich entsprechend informiert : wenn Menschen auf der Flucht vor Krieg und Armut fliehen und im Mittelmeer ertrinken – wenn sie nicht schon vorher in z.B. libyschen Flüchtlingslagern festgehalten und dort vergewaltigt, geschlagen, ermordet wurden -, dann sollte sich jedeR die Frage nach den Hintergründen stellen! Vor dem Ausmaß der Wahrheit darüber kann mensch die Augen verschließen -mensch kann sie aber auch öffnen, was bedeutet, unerträgliche Tatsachen zur Kenntnis nehmen zu müssen. Die Satire ist eine Form, auf Ungeheuerliches aufmerksam zu machen; erschreckend ist immer wieder, dass nicht die Fakten aufregen, sondern die Satire, die sie zum Thema macht.- Der nächste Schritt wäre zu handeln! Es gibt verschiedene Gruppen , die mensch finanziell unterstützen kann -wenn er nicht selbst aktiv werden will -, wie „See-Watch e.V.“,“Lifeline“,etc. Auch das eigene Wahlverhalten könnte überdacht werden.- Ebenso das eigene Konsumverhalten: mal den ökologischen Fußabdruck ( https://www.fussabdruck.de/) checken. Pestizide vermeiden! Alles sinnvoller , als den Rufer in der Wüste anzugreifen. Bon appètit !


Am 29. Oktober 2018 schrieb Alles nur Satire:

Die Armen dieser Welt können sich die Reichen nicht mehr leisten.

Es muss etwas passieren....

Lieber Herr Gellermann, gut getroffene und genutzte Sprache. Notwendig geworden, für diesen Text allemal und für den Versucher der Aufklärung mittlerweile unabdingbar.

Egal, was die Hartmänner u.a. so vor sich hinmurmeln.


Am 29. Oktober 2018 schrieb Franz Freudhammer:

Dass Uli Gellermann gelegentlich einen Vogel hat, haben seine treuen Leser schon öfter bemerkt. Nur Ulrike Spurgat hält die Meise für einen Paradiesvogel.

Antwort von U. Gellermann:

Diese Zuschrift ist sehr frei: Frei von jedem Argument.


Am 29. Oktober 2018 schrieb Sven Hartmann:

Selbst wenn Sie Recht hätten ist Ihre Phantasie doch abstoßend!


Am 29. Oktober 2018 schrieb der Pragmatiker:

Kleine Korrektur: mit Dieselabgasen kann man keine Leute umbringen, zuwenig Kohlenmonoxid. Mit Benzinabgasen funktionierts.

Antwort von U. Gellermann:

Nicht sofort, aber:

"Aus dem Auspuff von Fahrzeugen, die mit Diesel statt Benzin laufen, kommen Stickoxide. Sie reagieren mit Sauerstoff zu Stickstoffdioxid. Das Gas reizt Augen und Atemwege, dringt tief in die Lunge ein, verengt Bronchien und Blutgefäße und kann Entzündungen auslösen. „Abgase des Straßenverkehrs, insbesondere von Dieseltreibstoff, können die Blutplättchen von Herz-Kreislauf-Patienten aktivieren und so deren Neigung erhöhen zu verklumpen. Die Pumpfunktion des Herzens verschlechtert sich nachweislich, der Blutdruck steigt und der Prozess der Arteriosklerose wird deutlich gesteigert. Das befördert die Entstehung eines Herzinfarkts“, erklärt Thomas Münzel vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Kardiologie I der Universitätsmedizin Mainz.“


Am 29. Oktober 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

......eh die moralin und Empörungskeule die GALERIE mit dem Galeristen erreicht, will ich, bevor der Galerist attackiert werden wird ihm für seinen Mut, die Sprache, ein scharfes Schwert , wenn sie, wie hier geschehen, gezielt, quälend, fast unerträglich dafür einsetzt, dass das Erkennen der Wirklichkeit am Ende des Nachdenkens stehen muss.
Ein harter, richtiger und notwendiger Artikel, in Zeiten, wo der MMS und die Politik alles dafür tuen, dass " Sprache und Denken, untrennbar miteinander verbunden ist" (Teplow, sowjetischer Psychologe) die Bedeutung der Inhalte, der Begriffe, beliebig, frech, dreist im Sinne der herrschenden Klasse umdeutet. Es ist der Kampf gegen das Volk, um Bewusstsein zu verhindern und die Klasseninteressen des Kapitals zu verteidigen, um jeden Preis. Manchmal muss genau so provoziert werden, dass nicht vergessen wird, wie Milliardäre zu Milliardären werden.
Ein Artikel, der ausspricht, was viele sich nicht mal mehr zu denken trauen, weil der innere und äußerer Zensur, befördert von Politik und Medien, die den Zeitgeist bestimmen und kontrollieren auch bei angeblich "fortschrittlichen" Kräften im Land verinnerlicht ist.
Der deutsche Philologe Victor Klemperer hat sich in seinem berühmten Buch LTI - "Lingua tertii imperti" mit lügenhaften Begriffen der Nazizeit (Faschismus) befasst. Diese Begriffe werden heute noch von den Vertretern der herrschenden Kapitalistenklasse verwendet.
Victor Klemperer schrieb: "Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung da."


Am 29. Oktober 2018 schrieb Karin Winkelmann:

Zwar entsetzlich aber sprachlich brillant und wahrhaftig wahr!

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