Hände weg von Syrien!

Kramp Karrenbauer will Karriere-Krieg

Autor: U. Gellermann
Datum: 22. Oktober 2019

Die Kriegsministerin Kramp-Karrenbauer ist schon lange im politischen Abseits. Keiner will mehr mit ihr Politik spielen: Im CDU-Vorsitz versagend, sieht sie auch die mögliche Kanzlerkandidatur wegschwimmen. Das Ende der Karriere naht. Da liegt es für das Püttlinger CDU-Parteigewächs nahe, zum letzten Mittel von Politikern im Untergang zu greifen: Krieg. Zwar verkauft die Dame ihren jüngsten Vorschlag als „Internationale Sicherheitszone in Nordsyrien“. Aber natürlich sollen auch deutsche Truppen die angebliche Sicherheit dort betreiben.

Neben der wankenden Karriere sehen die Karrenbauer und Hintermänner einen weiteren wichtigen Grund, deutsche Soldaten in den schwärenden Krieg nach Syrien zu senden: Die Russen! Die Russen könnten ihre Rolle als Partner der syrischen Regierung ausbauen, sie könnten an Einfluß gewinnen und sie könnten letztlich einen Frieden in Syrien erreichen, der den syrischen Präsidenten Assad in seinem Amt bestätigen würde.

"Das neue Syrien kommt aus Wilmersdorf" schrieb die Zeit, als die "Stiftung Wissenschaft und Politik", der Denktank der Bundesregierung, im Januar 2012 im Zuge des geheimen Projekts mit dem Namen "Day After", die syrische Opposition in Berlin-Wilmersdorf zusammentrommelte. Das Ziel: Assad muß weg! Die Spur dieser klaren Einmischung in einen Krieg, der von Beginn an von den USA gewollt und von ihrem arabischen Handlanger Katar mit drei Milliarden Dollar und Waffen aktiv unterstützt wurde, ist bis heute erkennbar.

Während in Berlin-Wilmersdorf und den einschlägig bekannten Medien noch ein Nebelvorhang von "Freiheit & Demokratie" über den mörderischen Syrien-Krieg gehängt wurde, ging es die ganze Zeit um Erdgas & Profit: Nach der Entdeckung riesiger Erdgasfelder im östlichen Mittelmeer, als deren potenzielle Ausbeuter Zypern, Libanon, Israel und Syrien in Frage kamen, wurde der Krieg exekutiert. "Erstmals schien es möglich, die geplante Nabucco-Erdgaspipeline, die die EU mit den Erdgasvorkommen im Kaspischen Meer verbinden sollte, ausreichend auszulasten und deren Umsetzung auch zu realisieren", notierte die "Wirtschafts-Woche".

Katar sah Chancen, seine gigantischen Erdgasvorräte zu kommerzialisieren. Der Staat verfügt über die weltweit drittgrößten Erdgasreserven. Syriens Staatspräsident Baschar al-Assad lehnte den erpresserischen Vorschlag von Katar und der Türkei für eine Pipeline von syrischem Boden unter türkischer Kontrolle ab. Deshalb begann das Geschrei "Assad muss weg". Katar, Saudi-Arabien und die Türkei begannen, den syrischen al-Qaida-Ableger Jabhat al-Nusra sowie die Kämpfer der Terrorgruppe ISIS zu finanzieren und mit Waffen auszustatten.

Schon in ihrer jüngsten Regierungserklärung warnte Kanzlerin Merkel: "Mit dem Rückzug der USA (aus Syrien) würden der Einfluss Russlands und des Iran massiv steigen." Und die Karrenbauer stieß nach. Im Zusammenhang mit ihrem Vorschlag einer "Sicherheitszone" drohte sie: "Die Bundeswehr wird immer das zur Verfügung stellen, was die Politik von ihr verlangt". Es riecht nach Erdgas und nach Geld, viel Geld.

Die verlangte Sicherheitszone soll nur der Brückenkopf für die westliche Einmischung in Syrien sein. Das alte Ziel des Westens ist, nach mehr als einer halben Million Toter und 5,7 Millionen Flüchtlingen, nicht beiseite gelegt: Assad muss weg, koste es, was es wolle!


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. Oktober 2019 schrieb antares56:

Ich habe gerade den "Presseclub" bei tagesschau24 gesehen und ich bin entsetzt wie dort über Syrien gesprochen wird. Kampf-Knarrenbauer macht natürlich alles richtig und warum sollte man Syriens Präsident einbeziehen? Von den anwesenden "Journalisten" üblicher Blättchen wie Spiegel, Handelsblatt etc wurde der syrische Präsident für Verhandlungen über Syrien nicht EINMAL erwähnt! Das zeigt doch die Ausrichtung unserer Massenmedien!
Weder die Türkei noch die BRD, Frankreich, USA etc haben in Syrien etwas zu suchen, es sei denn sie werden von Assad gebeten. Und so ist es mit Russland.


Am 24. Oktober 2019 schrieb Alexander Kocks:

@ Markus Schmitz
Eine weitgehende Autonomie der Kurden in
Syrien ist m.E. schwer durchführbar. Die Kurden
stellen in den Siedlungsgebieten in Nordsyrien
ca. 30 % der Bevölkerung, innerhalb ganz Syriens sind es ca 9 %. Hinzu kommt, dass ein
Teil der in Nordsyrien lebenden Kurden in den 90iger Jahren aus dem Irak nach Syrien einwanderte als Saddam Hussein die Kurden mittels vom Westen gelieferten Giftgas
dezimierte. Syrien hat damals die Kurden aus humanitären Gründen aufgenommen und damit den Anteil der Kurden an der Bevölkerung in Nordsyrien erhöht.
Syrien ist ein Flickenteppich aus vielen verschiedenen Ethnien und Religionen. Wenn jede dieser Gruppen Autonomie forderte, dann kommen man zu dem Ergebnis, dass 30 % Kurden z,B. in Nordsyrien über 70 % Nichtkurden gebieten und das werden sich die arabischen Stämme die dort seit tausenden Jahren leben nicht bieten lassen. Das würde neue Probleme bringen. Man müsste dann von Dorf zu Dorf und Ortschaft zu Ortschaft Autonomiebereiche zulassen was m.E. nicht durchführbar ist. Die verschiedenen Ethnien und Religionen haben über Jahrhunderte friedlich zusammen gelebt.

Mir ist schleierhaft was die Kurden dazu profiliert als einzige ethnische Gruppe in Syrien Autonomie zu fordern. Ich halte das für einen Trick des Westens Syrien und andere Staaten zu destabilisieren indem man die Kurden ermuntert Autonomie zu fordern. Die Probleme entstanden erst mit der Kolonialherrschaft Frankreichs und Großbritanniens, die
Immigration nach Palästina und Syrien förderten und das Land mit dem Sykes/Picot Abkommen mit einer "Linie im Sand" unter sich aufteilten und später am Ende der Kolonialzeit in Staaten die es vorher nie geben hatte. Die Sache mit der Autonomie verlangt von der Syrischen Regierung die Quadratur des Kreises.

Antwort von U. Gellermann:

Assad senior bot der kurdisch-türkischen PKK-Guerilla nach dem Militärputsch in der Türkei von 1980 ein sicheres Exil. Im syrisch kontrollierten Bekaa-Tal im Libanon befand sich die größte PKK-Basis der 80er und 90er Jahre.


Am 24. Oktober 2019 schrieb Michael Kohle:

Nimmt man die vor Wut und Kriegsgeilheit blutunterlaufenen Augen zur Kenntnis, wenn veritable Friedensmissionare wie ein Schattenkanzler Roettgen oder der selbsternannte Führer des globalen MIK Ischinger wie neulich bei Will ihre offenen Hasstiraden hinausplärren, müsste eigentlich jedem klar werden, dass der Massenmörder, der Schlächter und was weiß ich sonst noch alles Bashar Assad der wahre Grund nicht sein kann. Die von der höchst ehrenwerten Wertegemeinschaft als unbedingt notwendig erachtete Entsorgung von einem einzigen, zwischenzeitlich ziemlich dürren Männlein soll es also wert sein, „koste es, was es wolle“? Dieser Haderlump aus Damaskus weigert sich doch tatsächlich stur wie ein Esel, bei dem ihm zugedachten Triumvirat mitzumachen. Er denkt nicht daran, Schillers leicht verändertem Ratschlag „Gewährt mir die Bitte in eurem Bunde der Dritte“ zu folgen. Um nicht am Strick der Amerikaner zu landen, wie einst Sadam oder ersatzweise mit einem Bajonett im After bei Gaddafi, kann er sich bestimmt Lustigeres vorstellen. Spätestens die Youtube-belegten Lachanfälle Hillarys über das Ableben vom Freund aus Libyen dürften ihn bestimmt gewarnt haben und dazu verleitet, ausgerechnet bei Wlad dem Schrecklichen - der nächste zur Verklappung anstehende Höllenhund - um Hilfe zu rufen.

Glück hat er gehabt, der Bashar. Hat er mit dem Kremlfürst doch flugs einen an der Hand gehabt, der selbst allen Grund hatte, hat und haben wird, sich wieder zurückzumelden auf der Weltbühne. Hatte doch der Welt größte Marine - die vom ach so freundlich gesinnten Uncle Sam - erst neulich bereits vor der Krim im Schwarzen Meer lauernd gedümpelt, bereit zur Übernahme der Mietanlegestelle vom dortigen neuen Vermieter, soeben selbst vom Mietinteressenten ausgewählt. Nicht ganz so üppig wie die Flottenverbände des real existierenden Imperiums, die auf schlappe fast tausend Bootsländen weltweit zurückzugreifen vermögen, muß sich dieser Putin ernsthaft darum sorgen, dass er für seine lebenserhaltende Flotte überhaupt noch eine einzige findet. Gut, Sewastopol hat er fürs Erste mal sicher, und Wladiwostok auch, aber das ist weit weg. Der erste und einzige eisfreie Hafen im Norden - Kaliningrad - dürfte dem „Iwan“ nicht ganz so sicher sein, da lecken sich schon immer ein paar Nachbarzwergstaaten begierig die Lippen danach. Etwas spärlich für geopolitische Überlebensängste, zumal wenn man bedenkt, dass seine „Schaluppen“ aus der Badewanne namens Schwarzes Meer erstmal am NATO-Derwisch vorbeikommen müssen. Mit dem Sultan dort muß sich der Zar tunlichst gut stellen. Und hinter dem Bosporus und den Dardanellen, wo mal leicht die Durchfahrt etwas schwieriger gestaltet werden kann, gab und gibt es noch die weltweit einzige exterritoriale russische Marinebasis, Tartus in - genau - Bahsars Hinterhof. Damit das auch so bleibt, dürften dem Schachgroßmeisteter Putin seine Berater geflüstert haben, solltest du ein paar Bauern da runter schicken. Wenn Bruder Assad dich schon ruft.

Dumm gelaufen, gewiß. Wähnten sich doch die transatlantischen Satrapen und Diadochen mitsamt ihrem Vorturner aus dem Fünfeck schon am Ziel, anno 2015 Ende September. Von da an ging’s bergab und zwar gewaltig, auch wenn von Langley allerlei Spezereien bis hin zum Kalifat ausbaldowert wurden. In den vier Jahren seither ist gar vieles - Unappetitliches zumeist - abgegangen. Wer erinnert ich denn noch bspw, an den 17. September 2016? Wie auch, von den Schandtaten der Koalition der allzu willigen braucht ja niemand was zu erfahren. An besagtem Tag hat doch tatsächlich die US-Air Force, die da völkerrechtlich eigentlich gar nichts zu suchen hatte, doch glatt mal an die hundert Soldaten der völkerrechtlich zuständigen Armee Assads platt gemacht. In Deir ez-zor, genau dort, wo seither sich abwechselnd die angebliche Rebellenarmee SDF, vor allem aber der IS und zufälligerweise auch paar versprengte US-boys die Klinke in die Hand geben, Auge in Auge mit den „Schergen“ Assad’s , die sich nur dank russischer Unterstützung halten können. Muss man mehr dazu sagen, wer da unten gegen wen zugange ist? Anti-IS-Koalition, das ich nicht lache.

Deir ez-zor, was hat das jetzt genau mit dem Thema „Sicherheitszone“ von heute zu tun? Überraschung! Eine Twitter-Meldung vom 24. Oktober diesen Jahres gefällig? „An official of the Deir ez Zour military council has told Deir ez Zour 24 news agency: “We will face Assad forces with all our strength if they approach our territory, Deir ez Zour is a red line”. Durchgesickert ist auch, dass die USA wohl angekündigt haben, dass sie ihre Besetzung der Ölfelder von Deir ez Zor fortsetzen werden. Frei nach Goethe: das also ist des Pudels Kern. Oel oder Erdgas? Ist doch wurscht! Einen weiteren Brückenkopf braucht der globale Interessenverband für eine neue Weltordnung jedenfalls nicht. Das ganze Sicherheitszonen-Gewichse - auch das was Frau Mutig-Karrenbauer glaubt beitragen zu müssen - wie auch das herzzerreissende Gemähre um die armen Kurden ist doch nur ein letzter Versuch, einen längst abgefahrenen Zug aufzuhalten. Und das angeblich so dilettantische Vorpreschen unserer Jeanne d’Arc alias Annegret von Püttlingen? Glaubt die Gute wirklich, mit ihren lütten Patschehändchen in die großen Speichen des Weltgeschehens steuernd eingreifen zu können? Quasi als Meisterstück für’s Kanzleramt? Den treibenden Atem vom Friederich im Genick? Ist wahrscheinlich doch nur eine Ouvertüre aus einer dringend erforderlichen konzertierten Aktion zu einer anstehenden Scheidung und der Versuch, von Abstiegsplätzen runter zu kommen. Aber dafür solch ein Feuerwerk zünden? Früher, als es noch Negerküsse und Zigeunerschnitzel geben durfte, gab es auch „Judenfürzchen“, deren Größe würde stimmen. Heute traut man sich fast nicht mehr, sowas hinzuschreiben, um keinesfalls das SEK der vereinten Antisemitismusbeauftragten einzubestellen. Vielleicht kann mir jemand helfen mit der heute politisch korrekten Bezeichnung. „Ladykracher“ würde zwar prima passen in diesem Fall, aber nee, das wurde wohl schon in der gleichnamigen Sendung verworfen.


Am 24. Oktober 2019 schrieb Marc Britz:

@ Markus Schmitz

"Weitere logische Schritte wären der Rückzug der Türken aus Syrien und der Verzicht der Kurden auf einen eigenen Staat an der Grenze zur Türkei und entsprechende Sicherheitsgarantien Syriens und der kurdischen Minderheit in Syrien. Anschließend könnten die Kurden mit weitgehender Autonomie innerhalb Syriens vom Assad Regime „belohnt" werden."

Das Schicksal vom kurdisch-sozialistischen Experiment Rojava ist sowieso der Elephant im Raum dieser Diskussion. Von allen am Syrien-Krieg beteiligten ist die YPG mit Abstand emanzipatorischste Kraft. Da kann Assad-Syrien im Vergleich zu anderen Staaten im Raum noch so gut dastehen. Klar, auch die Kurden haben versucht den Vorteil aus dem völkrrechtswiedrigen Zerschlagen Syriens durch die NATO zu ziehen. Und gerade weil sie unter Assad vor dem Krieg einigermassen Autonomie besassen kann man ihnen dies durchaus als Verrat auslegen. Rein ideologisch gesehen sind sie allerdings trotzdem als emanzipatorische Anti-Kapitalisten nicht nur den westlichen Kriegstreibern vorzuziehen, sondern auch der immerhin rechtmässigen Assad-Regierung und ihrer genauso rechtmässigen russischen Beschützern.


Am 24. Oktober 2019 schrieb Markus Schmitz:

@ Kocks @ Heiducoff

was A. Kocks im letzten Post schreibt teile ich zu 100%. Heiducoff sieht m.E. nicht hinter die Fassade. Der Deal zw. Putin und Erdogan soll letztendlich Assads Macht festigen und die territoriale Integrität Syriens wieder sicherstellen. Die logische Konsequenz des Putin/Erdogan Deals müsste nun der Einmarsch syrischer Streitkräfte in Idlib sein und die Zerschlagung der dort verbliebenen Terrorkräfte und die vollständige Wiedereingliederung Idlibs in das syrische Staatsgebiet. Weitere logische Schritte wären der Rückzug der Türken aus Syrien und der Verzicht der Kurden auf einen eigenen Staat an der Grenze zur Türkei und entsprechende Sicherheitsgarantien Syriens und der kurdischen Minderheit in Syrien. Anschließend könnten die Kurden mit weitgehender Autonomie innerhalb Syriens vom Assad Regime "belohnt" werden. Der Status Quo wäre dann wie vor diesem unsäglichen Abenteuer wieder hergestellt und der Wiederaufbau Syriens könnte beginnen. Zu Krampf-Knarrenbauers Weltsicht fehlen mir die Worte, denn die deutsche Politik ist dermaßen weltfremd und surreal geworden, dass Sie einfach nicht mehr ernst genommen werden kann. Da klaffen Anspruch und Wirklichkeit dermaßen auseinander, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Erklärbar nur mit dem alten Soldatenspruch:"Operative Hektik, bei totaler Ahnungslosigkeit!"



Am 24. Oktober 2019 schrieb Alexander Kocks:

Herr Gellermann,

zu Ihrem Kommentar zu Herrn Heiducoff möchte ich folgendes hinzufügen:

Ohne die russische Partnerschaft wäre Syrien heute ein balkanisiertes Land in welchem Wahabisten und Salafisten ein Blutbad angerichtet hätten und eine Terrorherrschaft der schlimmste Art führen würden. Das Motto dieser Terrorbanden war:
Christen nach Beirut, Schiieten ins Grab.
Obwohl in der Realität die Christen wohl auch im Grab geendet wären. Diese sunnitische Sekte, der Wahabismus, ist in Saudi Arabien Staatsreligion. Wahabisten sind im Grunde keine Muslime im Sinne des Koran, sondern das ist eine Terrorideologie, die dazu dient, dem König von Saudi Arabien feudalistische Macht zu geben und jeden Staatsbürger Saudi Arabiens zum Leibeigenen zu degradieren. Wie der Machthaber Saudi Arabiens mit abtrünnigen Untergebenen umgeht kann man am Fall Kashoggi sehen, den Kronprinz Knochensäge in seine Einzelteile zerlegen ließ Mit der Unterstützung dieser Terrorbanden hat die westlichen Wertegemeinschaft für lange Zeit jede moralische Autorität verloren.


Am 24. Oktober 2019 schrieb Edgar Schneider:

Lieber Uli,

deine Wortkreation "Denktank" ist neu. Besser passen würde die wörtliche Übersetzung "Denkpanzer". Das trifft die Arbeit dieses kriegsvorbereitenden Gesindels wesentlich besser. Bitte einführen! Und schauen, wie wir den Terminus weiterverbreiten. Stiftung oder Denkfabrik ist genauso irreführend wie das schöne, verniedlichende Wort "Königshaus" für die schlimmste Kopf-abschneider-Diktatur und Terrorismusunterstützer Nummer 1 an der Seite der westlichen Wertegemeinschaft, Saudi Arabien.


Am 24. Oktober 2019 schrieb Jürgen Heiducoff:

Schön, dass mein Kommentar zu Hanna Fleiss weitere Meinungen heraus forderte und so die Diskussion belebte.
Und noch schöner ist es, dass wir uns einig darüber sind, dass die militärische Option (wer auch immer sie durchführt) immer die schlechteste ist.
Die politische Forderung der Türkei, Russlands und nun auch einer deutschen Ministerin nach Einrichtung einer Schutz-, Sicherheits- oder Besatzungszone ist aber leider nur durch Militär zu bewerkstelligen. Polizeikräfte und NGOs wären damit überfordert.
Ein Teufelskreis, denn die Politik und Diplomatie der verschiedenen Seiten läuft leider wieder auf eine militärische Intervention hinaus.
Damit dürfte sich der Traum von einem Wiederaufbau des Landes in weite Ferne begeben, weil sich kaum Investoren dafür finden werden.
Ich halte von einer wie auch immer definierten und durch wen auch immer implementierten Zone auf syrischem Territorium nichts, denn es wird erneut dazu führen, dass Menschen aus ihrer angestammten Heimat vertrieben werden.
Militär produziert und provoziert Krieg, auch wenn es auf angeforderte Bitte und „Einladung" eines Präsidenten, der nur einen kleinen Teil des Landes beherrscht und repräsentiert, entsandt wird.
Ähnlich wie in Afghanistan wird durch eine heterogene Schutztruppe außer weiterem Leid und Flüchtlingen nichts produziert.

Antwort von U. Gellermann:

Syrien war vor dem Krieg - im Vergleich - eines der fortschrittlichsten arabischen Länder. Ohne die Partnerschaft zu Russland wäre dieser Staat längst ein Vasall von Saudi-Arabien. Katar und den USA.


Am 23. Oktober 2019 schrieb Hanna Fleiss:

@ Jürgen Heiducoff

Wer erwartet denn in einem Krieg einen Engel? Und natürlich ist Krieg immer die schlechteste Lösung.
Putin versucht zuerst immer, mit Hilfe der Diplomatie Streitigkeiten zu schlichten. Und es ist ihm sehr oft gelungen. Natürlich ist er kein Engel, wer von allen Regierenden der Welt ist es denn? Das müssen Sie doch nicht betonen, wir wissen doch, was wir von den Regierungen zu erwarten haben.


Am 23. Oktober 2019 schrieb Matthias Brendel:

Die Dame die jetzt Kriegsministerin ist lässt uns Bürger dieses Landes beschämt zur Seite schauen.
Sie spricht von Mission und meint Stützpunkt.
Es wird immer mehr offenbar, dass die wahren Kriegstreiber aus unserem eigenen Land stammen.
Sie ist absolut inakzeptabel und hoffentlich bald Geschichte.


Am 23. Oktober 2019 schrieb Lutz Jahoda:

RES INTER ALIOS ACTA
ist in der Rechtswissenschaft
ein Grundsatz römischer Vertragslehre,
der besagt, dass eine zwischen Anderen ausgeführte Sache einen Dritten weder verpflichten noch berechtigen, was aber hoheitlich dennoch möglich sein kann.

Nach Deutschlands sündiger Waffensitte,
Im Wunschtraumtreiben von Siegen und Bleiben,
Sieht sich Frau KK als wehrhafte Dritte,
Zwischen zwei Staatsführern stolz in der Mitte,
Profitbeteiligt, zumindest in Scheiben.

Der Karren quietscht, der Karren ächzt,
Bevor er angeschoben.
Wer wissen will, wonach er lechzt:
Gellermann erklärt es oben.


Am 23. Oktober 2019 schrieb Karola Schramm:

Irgendwie wussten wir ja seit Schröder/Fischer, dass mit unseren Regierungen seit Langem nichts mehr so richtig stimmt. An allen Ecken, wo man politisch hinschaut, brennt es. Politik des "Schock und Entsetzens" und keine Feuerwehr in der Nähe, die löschen könnte! .

Und nun wieder Syrien. Gerade kommt das Land zur Ruhe, da fällt dem Scheindemokraten Erdogan ein, dass er doch jetzt mal eben schnell die Kurden im nördlichen Syrien jagen könnte! Er braucht innenpolitisch Erfolge, die Teuerung grassiert, die Bevölkerung wird unruhig. Seit er den "Krieg" gegen die Kurden ausgerufen hat, steigt seine Beliebtheit.

Und siehe da! "Krank-Knarrenbauer" steht auch das Wasser bis zum Hals und da in der BW und auch außerhalb es immer noch oder schon wieder kriegsbegeiserte Generäle gibt - Orden tun dem Ego immer gut - wird dann eine "Sicherheitszone" erfunden und natürlich sollen da auch deutsche Soldaten sein. Was ist denn ein Soldatenleben nur in der heimischen Kaserne?!

Ex-Generäle wie der ehemalige Nato-Befehlshaber Domröse spricht sich im Handelsblatt für eine europäische Schutztruppe in Nord-Syrien aus; eine Strategie hat er auch zur Hand.

Auf der Site von www.imi-onlie.de Informationsstelle Militarisierung ist zu lesen:
Nordsyrien: EU-Schutzzone?

Eine ?"nteressante" Variante das Problem zu umgehen, dass es für die von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer vorgeschlagene militärische Schutzzone in Syrien wohl kein UN-Mandat geben dürfte, brachte das CDU-Bundestagsmitglied Markus Grübel gegenüber der Welt ins Spiel. Warum nicht einfach allein auf EU-Ticket ein völkerrechtskonformes Vorgehen vorgaukeln: "Eine Blauhelmmission wäre das Ideale. Die Hürden dafür sind aber sehr hoch, weil wir einen Beschluss des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen bräuchten. Ich kann mir in Nordsyrien gut eine EU-Schutzzone vorstellen."

So sieht das aus! Kriege bringen doch den Nervenkitzel, den unbefriedigte, unzufriedene, unterbelichtete, übersatte Menschen brauchen um zu wissen, dass sie leben.
Menschenrechte, Verbote und Gebote, Moral oder politischen Anstand gab es bei kriegs-geilen Menschen NIE!

Dass diese ganze erbärmliche Kriegspielerei auch noch von drei Frauen (Merkel, v.d.Leyen, Knarrenbauer) ausgeführt wird, ist ein Hohn und ein Schlag ins Gesicht der emanzipatorischen Frauenpolitik. Sie outen sich als billige, willige, untertänige Marionetten der internationalen Kriegswirschaft: "Hart wie Kruppstahl", "Flink wie Windhunde" und "zäh wie Leder." Pfui!


Am 23. Oktober 2019 schrieb Markus Schmitz:

@Heiducoff

...vergessen wir auch nicht, dass Russland als einzige militärische und politische Macht auf Bitten und Einladung der syrischen Regierung in Syrien ist. Mit anderen Worten als die einzige Macht, neben Syrien selbst, rechtmäßig in Syrien ist und der gwählten syrischen Regierung Beistand leistet. Wie man sieht machen die Russen das überhaupt nicht schlecht, ganz im Gegenteil die Russen sind es, die Stabilität, Sicherheit und Ruhe nach Syrien zurück bringen und damit die Pläne des schäbigen, nach purem Profit strebenden Westen gründlich durchkreutzt haben. Allein dafür verdient Putin den Friedensnobelpreis. Wenn wir weiter an den Tschetschenienkrieg zurückdenken, dann war es auch hier Putin, der diesen letztendlich beendet hat. Ich stimme mit Heiducoff dahingegen überein, dass die militärische Option grundsätzlich immer die Schlechteste ist. Daher brauchen wir in diesem Zusammenhang auch nicht über Kriegsopfer zu diskutieren. Der Westen dürfte hier leider ohnehin die Spitze der Opfer-Tabelle anführen.


Am 23. Oktober 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

@ Jürgen Heiducoff,

Rußland hat jedes Recht der Welt sich und an deren Länder Seite sie stehen, weil sie gefragt wurden, nicht nur sich, sondern auch Syrien zu verteidigen sich zu verteidigen. Sie sind nicht ungefragt in Länder eingefallen, haben gebrandschatzt, gemordet, gefoltert wie beispielsweise der größte Kriegsberbrecher aller Zeiten ,die USA.
Dass sie Interessen, auch das ist ihr gutes Recht !
Als "Engel" würde Präsident Putin auch keine gute Figur abgeben. Diplomatie ist und bleibt die Stärke Putins und seinem Ausnahmediplomaten Lawrow.
Ob es einem gefällt oder auch nicht.


Am 23. Oktober 2019 schrieb Jürgen Heiducoff:

@ Hanna Fleiss

„wenn die Welt diesen Putin nicht hätte ...".
Bitte Vorsicht mit solchen Wertschätzungen. Ein russischer Präsident ist kein Friedensengel, sondern verfolgt glasklar die Interessen der herrschenden Eliten seines Landes. Und dies auch mit brutalen militärischen Mitteln.
Die russische Luftwaffe setzt die Operationsziele ebenso durch wie jede andere militärische Organisation, auch mit Bomben und Raketen und auch mit zivilen Opfern.

Bitte vergessen wir den Krieg gegen Tschetschenien nicht. Ich war als OSZE -Beobachter über acht Monate vor Ort dabei und musste die „Handschrift" der russischen Truppen erleben.
Wahr ist, dass die Lösung des vielschichtigen Konfliktes in Syrien nicht mit dem Einsatz militärischer Mittel zu lösen ist. Gleich welcher Nationalität Militär ist - es ist ungeeignet, die Rechte und die Würde der Bevölkerung in Konfliktregionen zu schützen.
Die militärische Option ist immer die schlechteste.
Militär hat die Eigenschaft unter extremen Bedingungen in Brutalität auszuarten.

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich verfolgen die Russen auch eigene Interesse. Aber ohne sie als Partner der syrischen Regierung wäre das Land längst unter den interessierten Mächten aufgeteilt.


Am 23. Oktober 2019 schrieb Marc Britz:

Die NATO bleibt trotz Trump-Ermüdungsanzeichen eben doch die gute alte Bekannte, besonders wenns um deutsch-türkische Kontinuitäten in mit-östlicher Interessenspolitik geht. Es reicht hier die Baghdad-Bahn für Osmanen und Kaiserreich, bzw. Hitlers reichstägliche Schwärmereien über den mit Hilfe deutscher Militärberater durchgeführten kemalistischen Völkermord an Armeniern und Griechen zu erwähnen. Im jetzigen Fall geht es halt so: NATO-Bad-Cop Erdogan macht den Überfall damit NATO-Good-Cop Kramp-Karrenbauer das eroberte Gebiet ?schützen? kann.

AKK will also eine Art „Deutsch-Nord-Syrien“ haben. Aus ihrer Sicht verständlich, mehrere Fliegen könnten doch mit einer Klappe geschlagen werden: Deutsche Waffenhersteller könnten dort ihre Fabriken aufstellen, die Lieferwege ins Konfliktgebiet wären kürzer und nicht von umständlichen Menschenrechtskonventionen verstellt, und die im Konflikt erzeugten Flüchtlinge könnten gleich im „Schutzgebiet" bleiben um als Billiglöhner weitere Waffen herzustellen anstatt uns hier im Reich den Raum und die Kultur wegzunehmen.

Das einzige was mich beruhigt schlafen lässt, ist der phantastische Charakter dieses Ansinnens, da es ja jeglicher militärisch-realistischen Grundlage entbehrt. Wie soll das Gebiet denn dem Türken abgenommen werden? Soll unsere berittene Gebirgsmarine zuschlagen? Die Zebra-Kavallerie aus dem kolonialen Kaiserreich wieder aufgebaut werden? Oder soll man gar ganz pragmatisch den Erdogan vom Unterdrücker wieder zum Sicherheitsgaranten umpropaganieren und direkte Zusammenarbeit anbieten? Klappt mit Saudi-Arabien ja auch. Und die Waffen hatte man ja schon vor dem Überfall bzw. der Errichtung geliefert...


Am 23. Oktober 2019 schrieb Luigi No No:

Ein Blick von aussen auf die sich Deutschland nennende Bundesrepublik lehrt einen neben dem Ekeln auch noch das Fürchten. Der gefürchtete "Hässliche Deutsche" war nie weg, der alte faschistische Ungeist hat untergründig weitergewirkt und bricht sich nun in Gestalt fragwürdigen politischen Personals wieder Bahn. Die alten Grossmachtträume sollen im alten revanchistisch-rassistischen Geist realisiert werden. Welche Begehrlichkeiten hinter dem Gefasel von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten sich verbergen, sollte selbst der Dümmste mittlerweile durchschaut haben. Es ist beschämend, dass eine Kulturnation wie die deutsche sich von provinziellen Kleingeistern, den Instrumenten des nimmersatten Kapitals, dermassen im Griff halten lässt. Frau Karrenbauer mag reden, was sie will, es wird nichts daraus. Was der Normaldeutsche nicht mitkriegt ist, dass das Ausland, und nicht nur das europäische, mehr oder weniger rasant von DE sich zu distanzieren begonnen hat. Der Karren ist an die Wand gefahren. Wie sehr, erfährt man aus Ihren Zustandsberichten, Herr Gellermann.
Vielen Dank dafür.


Am 23. Oktober 2019 schrieb Hanna Fleiss:

Heute wird gemeldet, dass Russland und die Türkei gemeinsam die militärische Kontrolle über das vorgesehene Gebiet der Schutzzone übernehmen werden. Damit ist die Türkei erst einmal gestoppt in ihren Großmachtplänen. Ich will ja hier keinen Personenkult treiben, aber wenn die Welt diesen Putin nicht hätte ... Zu oft musste er eingreifen, um die westlichen Politiker zu Verstand zu bringen. German Foreign Policy meldet auch, dass sich Moskau und Berlin darauf geeinigt haben, dass Berlin draußen bleibt. Damit ist hoffentlich der Plan vom Tisch, dass die BRD groß in Syrien einsteigt und sich so neue Einflussgebiete schafft. Schölzel weist in der Jungen Welt darauf hin, dass "fast auf den Tag genau 30 Jahre nach der Grenzöffnung", die BRD erstmals eine (selbstständige) militärische Intervention außerhalb der NATO vorhat. Gut, dass Putin diesen ersten deutschen Alleingang vorerst verhindert hat. Das deutsche Kapital hat nichts gelernt aus seinen Niederlagen! Kramp-Karrenbauer soll ihren Vorschlag angeblich ohne Absprache in die Öffentlichkeit gebracht haben, die Frau, die lediglich an den Fäden des deutschen Kapitals zappelt! Nein, es ist lediglich zu offensichtlich für die Weltöffentlichkeit, dass die BRD zu einem aggressiven Kriegsstaat gediehen ist! Und die Linke, die sogenannte Antikriegspartei, hat nichts Besseres zu tun, als Begeisterung darüber auszudrücken. Auch sie hat nichts gelernt! So langsam bedaure ich mich selbst, dass ich gezwungen bin, in diesem Staat leben zu müssen.

Antwort von U. Gellermann:

Noch ist nichts verhindert.


Am 23. Oktober 2019 schrieb Klaus Madersbacher:

@Manfred Caesar

Lieber Herr Caesar,

das ist ein großes Problem, das am ehesten dadurch gelöst werden kann, dass die einigermaßen Vernünftigen im Land hergehen und herauszufinden versuchen, was da eigentlich abgelaufen ist und ob man nicht schon wieder auf dem Weg ist, der in die Katastrophe führt. Zum Beispiel indem man bei Angriffskriegen mitmacht ...


Am 22. Oktober 2019 schrieb Rüdiger Becker:

Eigentlich muss man bei jedem neuen Krieg in Nahost und Umgebung, zu dem unsere Volksvertreter rufen, oder den sie bedingungslos gutheißen, nur
fragen: "Und wo sollte die neue Pipeline entlang laufen?"
Man wird sehen, wo die glücklose Kriegsministerin nach ihrerm drohenden
Karriereende wirtschaftlich höchst komfortabel abgefedert wird - für
ihre Verdienste um Volk und Vaterland.

Antwort von U. Gellermann:

Die RWE ist ein Teilhaber der bisher gescheiterten Nabucco-Pipeline. Berater war der ehemalige Bundesaußenminister Joschka. Der war immer schon mal für einen Krieg gut.


Am 22. Oktober 2019 schrieb Manfred Caesar:

@Klaus Madersbacher::
Lieber Herr Maderspacher ,
Verbrechen hat immer nur der Verlierer begangen.Der Sieger ist immer der Gute, schließlich schreibt er die Geschichte. Das ist Naturgesetz, der Stärkere hat immer Recht. In Iessen Diensten die Nazis standen ist dadurch nicht realistisch untersuchbar. In wessen Diensten Frau Krampf-Karrenbauer steht ist dagegen eindeutig.

Antwort von U. Gellermann:

Spätestens seit Hitlers Rede im Düsseldorfer Industrieclub 1934 (jede Menge Beifall von der Großindustrie) und der Gründung des „Freundeskreis Heinrich Himmler“ (jede Menge Spenden der Hochfinanz und der Schwerindustrie) für die Nazis, weiß man in wessen Dienst die Nazis standen.


Am 22. Oktober 2019 schrieb Klaus Madersbacher:

Wegen Verbrechen gegen den Frieden - Planung, Vorbereitung und Durchführung eines Angriffskriegs - wurden am 16. Oktober 1946 die führenden Mitglieder der deutschen Regierung aufgehängt, nachdem sie Deutschland und den größten Teil Europas in den Dreck gefahren hatten.
Das Verbrechen gegen den Frieden ist mittlerweile scheinbar zum Kavaliersdelikt und zur gängigen Praxis mutiert, aber es ist noch nicht aller Tage Abend und die Siege in den zur Zeit auch mit deutscher Beteiligung geführten Angriffskriegen lassen auf sich warten. Die damals Aufgehängten hatten natürlich mit Sieg gerechnet - nicht viel anders als die Führer, die sich heute geopolitisch "engagieren" und dadurch die Weichen in einen neuerlichen Untergang Deutschlands stellen, dieses Mal im Dienste Washingtons.


Am 22. Oktober 2019 schrieb Alexander Kocks:

In Syrien geht es meiner Meinung nur vordergründig um Gas, Öl und Pipelines. In erster Linie geht es um Globalpolitik der USA und seiner westlichen Vasallen, also um die
Weltherrschaft. Ich verweise nochmals auf
die Studie des englischen Geographen Harold Mackinder aus dem Jahr 1904 in der dieser die Herrschaft über das Kernland, also Eurasien
von Lissabon bis Vladivostok wegen seiner riesigen Bodenschätze und Anbauflächen für Nahrungsmittel als Voraussetzung zur Erlangung der Weltherrschaft bezeichnet. Seither ist diese Studie Grundlage der Anglo-Amerikanische Globalpolitik. Die Gebiete vom Atlantik bis zur Westgrenze Russland sind bereits unter Kontrolle der Nato.

Wer sich auf der Landkarte ansieht in welchen Ländern der Westen in den letzten 30 Jahren Kriege geführt hat wird einen Bogen von Syrien/Libanon über den Irak, bis Afghanistan feststellen Es fehlt noch der Iran, der jetzt gerade ernsthaft ins Visier genommen wird. Falls es den NATO-Kriegern gelungen wäre Syrien und damit Irak sowie Afghanistan zu Balkanisieren und dort Terroristen von IS und Al Kaida die Macht übernommen hätten, wären diese früher oder später als Bodentruppen der Nato gen Norden gezogen um in die muslimischen Gebiete Russlands einzusickern um dort das gleiche Chaos zu schaffen was man bereits im Bogen Syrien bis Afghanistan geschaffen hätte. Russland wäre damit in ernsten Problemen, die Globalisten des Westens wären ihrem Ziel der Weltherrschaft näher. Fällt Russland ist China nur noch eine Frage der Zeit denn die Herrschaften denken langfristig. Die Initiative von Frau AKK ist eine groteske Schau von Arroganz und Überheblichkeit die kaum zu überbieten ist und die jegliche Rücksicht auf nationales und internationales Recht vermissen lässt, Wer glaubt, dass die syrische Führung nach 8 Jahren Krieg mit ca 600.000 Toten gegen eine Allianz von Nato-Staaten sowie Saudi Arabien und Katar zustimmt sich ein trojanisches Pferd der NATO unter dem Vorwand einer Sicherheitszone ins eigene Territorium pflanzen zu lassen muss die Syrer für geistig völlig Umnachtet halten. Damit wäre der 8-jährige Kampf der Syrer für ihre Souveränität und ihr Überleben umsonst gewesen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Russland und der Iran nach 4-jährigem Kampf in Syrien einer solchen Zumutung zustimmen werden. Hätte der Westen Syrien nicht destabilisiert wäre das Problem und die Flüchtlingsströme erst gar nicht entstanden.


Am 22. Oktober 2019 schrieb Marianne Linke:

Am 22.Oktober 2019 sandte uns Marianne Linke ein Zitat, das sie im Nachrichtenmagazin „Hintergrund“ am 18.12.2012 gefunden hatte.

"Der Syrien-Aufruf von Adopt a Revolution

Politiker von SPD, Grünen und der Linken, aber auch Friedensaktivisten unterstützen einen Aufruf, der von Propagandisten des blutigen Bürgerkriegs und einer militärischen Offensive des Westens gegen Assad mit getragen wird. . .

Rot-rot-grüne Eintracht gegen Assad
Kein Wunder, dass so ein Syrien-Beistandsaufruf von einer beachtlichen Zahl von Politikern der SPD und Grünen, Andrea Nahles, Sascha Vogt, Claudia Roth, Tom Koenigs, Frieder Otto Wolf, unterstützt wird – zwei Parteien, die seit Ende der 1990er Jahre NATO- Angriffskriege und Militärinterventionen verschiedener Art mit zu verantworten haben.

Aber auch die Friedenspartei Die Linke ist mit von der Partie, sogar mit ihrer Chefin KATJA KIPPING Kipping, die offenbar nicht nur im Vorwahlkampf zur Bundestagswahl, sondern auch gegen Assad nach rot-rot-grüner Eintracht strebt. 2011 hatte Kipping die gewaltfreien Aktionen der „Free-Gaza!“-Kampagne gegen die israelische Blockadepolitik mit scharfen Worten angeprangert. Ihre damalige Begründung: „Free Gaza!“ sei von „islamistischen Kräften“ dominiert und die 2010 entsendete Flotte bei ihrem Versuch, Hilfsgüter zu den eingeschlossenen Palästinensern zu transportieren, von „antisemitischen Gesängen“ angefeuert worden (bevor neun Passagiere von einem Spezialkommando der israelischen Marine getötet und mindestens 48 weitere angeschossen wurden) – beide Behauptungen sind bis heute nicht nur nicht belegt, sondern höchst umstritten.

Dennoch attackierte Kipping die Unterstützer der Gaza-Flotte, darunter ihre Parteigenossen Norman Paech, Annette Groth und Inge Höger: „Wer sich nun in Bündnisse mit Kräften begibt, die Gewalt aktiv betreiben, die auf Raketen und Bomben setzen, gefährdet die Glaubwürdigkeit der LINKEN“. Wenn es allerdings darum geht, die syrische Regierung aus dem Weg zu räumen, scheint Kipping weder Berührungsängste gegenüber islamistischen und anderen „Kräften“ zu haben, die ausschließlich „auf Raketen und Bomben“ setzen, noch zu zögern, „die Glaubwürdigkeit der LINKEN“ zu „gefährden“. Gleiches gilt für ihren Parteigenossen und stellvertretenden -vorsitzenden Jan van Aken, der den AaR-Appell ebenfalls unterzeichnet hat."

Antwort von U. Gellermann:

Die Namen der Unterzeichner sollte man sich merken. Der von Frau Kipping sollte allerdings schnell in den düsteren, stinkenden Klüften der Geschichte des Verrats in Vergessenheit geraten.


Am 22. Oktober 2019 schrieb Johannes M. Becker, Privatdozent Dr., Friedensforscher:

So richtig weiß ich noch nicht, wie mir geschah, aber: Die FR druckte am Samstag meinen folgenden Leserbrief ab:
Ich erlaube mir nach jahrzehntelangem universitärem und außeruniversitärem Forschen und Lehren zum Fakt der Interventionskriege der Nachwendezeit eine kurze Überlegung. Wie wäre folgendes Szenario: Alle InterventionsaktivistInnen ziehen sich zurück aus Syrien. Das Land wird der mehrfach legitim gewählten (ohne Zweifel: diktatorischen) Regierung überlassen. Die Kriegskosten werden von den VerursacherInnen der Zerstörungen übernommen. In zwei, drei Jahren würde das Land in essenziellen Strukturen wiederaufgebaut, in einem Jahr würden wieder alle Mädchen wie Jungen die Schulen besuchen, Wasser und Elektrizität würden fließen. Millionen Flüchtende würden in ihr Heimat-Land zurückkehren. Die EU bräuchte den schlimmen Deal mit dem Erdogan-Regime nicht mehr. Das geschundene Völkerrecht hätte die Chance auf partielle Gesundung. Die Desaster, die die westlichen Interventionskriege im Kosovo, in Afghanistan, Irak, Libyen (und im Gefolge in Mali) und jetzt in Syrien hinterlassen, sollten Anlass genug sein, einen grundlegenden Politikwechsel anzugehen.


Am 22. Oktober 2019 schrieb Otto Bismark:

"Im Westen nichts Neues"

Antwort von U. Gellermann:

Auch der alte Imperialismus kann neue Kriege.


Am 22. Oktober 2019 schrieb Peter Lutz :

Sehr geehrter Herr Gellermann,

Danke für Ihren erstklassigen Artikel und die saubere Analyse der geopolitischen Hintergründe zu diesem verlogenen, verbrecherischen Krieg gegen Syrien um billiges Öl und Gas.

Eine Frage an Sie. Darf ich Ihnen Artikel auf meiner Facebooskseite posten?

Mit besten Grüßen aus München!

PS.: Anbei noch ein paar Anmerkungen von mir.

Deutschland hat in Syrien nichts verloren! Wenn ehemalige Brandstifter Feuerwehr spielen wollen, ist das völlig verlogen. Von Anfang an war klar, wie dieser Krieg geführt werden soll. Man sollte noch hinzufügen, dass bei diesem Krieg der IS bewusst aufgebaut und und mit Waffen versorgt wurde, um die zuvor gehirngewaschenen Gotteskrieger als Bodentruppen gegen die syrische Regierungsarme missbrauchen zu können. Als der IS selbst zu gefährlich wurde, musste er wieder weg geräumt werden. Eine uralte perfide Kriegstaktik der Strippenzieher dieses Krieges im Hintergrund. Ähnliches machte man mit den Kurden, jetzt lässt man sie fallen. Merkel sagte Assad muss weg und schickte Tornados in die Türkei, von wo aus sie "Aufklärungsflüge" über Syrien fliegen. Damit ist heute Deutschland Kriegspartei in einem illegalen verbrecherischen Angriffskrieg. Man stelle sich mal vor, Assad hätte gesagt Merkel muss weg und hätte Terrorbanden bei uns bewaffnet, welche die Regierung Merkel mit Waffengewalt stürzen wollten. Zudem würden syrische Kampfjets über Deutschland kreisen! Todenhöfer benennt es richtig als "Die Große Heuchelei" der NATO-Staaten, welche heute illegale verbrecherische Angriffskriege führen für billiges Öl und Gas. Der Neffe von Kennedy hat es auch sehr klar formuliert in einem Beitrag bei Politico. https://www.politico.eu/article/why-the-arabs-dont-want-us-in-syria-mideast-conflict-oil-intervention/

Antwort von U. Gellermann:

Bitte posten: Der Artikel soll von so vielen wie möglich gelesen werden.


Am 22. Oktober 2019 schrieb Ullrike Spurgat:

Da hat in der Schreibstube des Galeristen aber lange das Licht gebrannt.
Solidarität nennt sich das, was der Artikel auf den Punkt bringt:
"Hände weg von Syrien" Dem Artikel stimme ich in jeder Hinsicht zu !
Merkel beim DGB mit rotem Sieger Jöppchen, Knarrenbauer im roten Jöppchen bei den Tagesthemen. Wo der Westen werkelt kommen Kriege, Menschenrechtsverletzungen, Hegemonie Ansprüche und Unterdrückung raus. Und nun geht der Frau Knarrenbauer der Arsch auf Grundeis. Rette sich wer kann vor solch hohlen Nüssen. Dass es sich immer um den Besitz um den Reichtum, die Bodenschätze anderer Länder handelt die man haben will, weil man meint, dass er einem zusteht liegt in der Natur des Systems. Natürlich geht es um die Öl- und Gasvorkommen die 2012 dort entdeckt wurden. Worum denn auch sonst ? Sie hinterlassen Bomben, Blut und Tränen. Auf dem Rücken des Volkes, dass am Boden liegt führen sie ihre ach so "wir sind die Guten" Kämpfe bis zum Äußersten.

Trump brauchte einen Erfolg in den USA, deswegen der so in Szene gesetzte Abzug. Er sprach selbst von ca. 50 Soldaten. Dass bleibt ne Nullnummer und ist der Innenpolitik und seinen Wahlversprechen geschuldet. Dass die Völkermörder USA Syrien niemals ganz verlassen werden, weil es dort Ölfelder gibt, die ja eigentlich den USA gehören munkelt man......sollte man sich erlauben zu denken.
Was die USA in der Welt für sich beansprucht, versucht die deutsche Politik in der EU, versagt meist kläglich, lässt aber nicht locker. Und nun Frau Knarrenbauer, die nichts auf der Naht hat, aber sich zu Merkels Lieblingen zählen darf, was sich aber schnell ändern kann.

Meine tiefe Dankbarkeit geht an Russlands Präsidenten mit seinem Spitzendiplomaten Lawrow der nie die Würde, den Stil und die die Weitsicht verliert. Hut ab vor diesen Männern die wirklich etwas von Politik, von Diplomatie und Akzeptanz unterschiedlichsten Interessen verstehen. Die Welt wäre um einiges unsicherer, ärmer und noch näher am letzten aller Kriege würde es Russland nicht immer wieder gelingen unterschiedlichste Politiker an einen Tisch zu bringen, obwohl auch Russland klare und eindeutige Interessen hat und auch vertritt ist wahrlich ein Kunststück.
Und klar ist aber auch, dass der Kapitalismus in Rußland sein Unwesen treibt und die Probleme des Volkes die denen anderer Völker sehr ähneln. Die eigene Geschichte zwingt Rußland seine Toten und seine Lebenden in dieser Tradition befindet sich Rußland, dem Frieden verpflichtet zu bleiben und alles dafür zu tun.
Abschließen will ich mit dem Aufruf: Solidarität mit Venezuela, mit Katalonien, mit dem palästinensischen Volk und dem kurdischen Volk, sowie allen Völkern in der Welt. Raus aus der NATO! Solidarität mit dem mutigen Julian Assange, mit dem bekümmerten Vater von Julian und allen, die hier nicht genannt werden können, aber unvergessen bleiben.

Keine deutschen Soldaten an weiteren kriegerischen Einsätze. Knarrenbauer soll zurücktreten.


Am 22. Oktober 2019 schrieb Gert Wegner:

Wo sind sie nur, die großmäuligen Unterstützee von "adopt a revolution"? Stellen sie Empfangskomitees für de Bundeswehr zusammen? Auch von der LINKEN zum neuesten Coup der Karrenbauer.


Am 22. Oktober 2019 schrieb joe bildstein:

Nach fast 20 Jahre Bundeswehrmacht in Afghanistan ist das ein echter AKK Kracher. Man kann nicht soviel essen wir man gerne kotzen würde, geht einfach nicht. Für den Bürger bleibt nur der komatöse Vollsuff mit Helene Fischer und dem FCB um diese Elend zu ertragen.
Es ist nicht Syrien um das es hier geht, das Land ist schon kaputt und wertewestengerecht zugerichtet worden. AKK schiesst sich warm für die Befreiung des Iran und bringt sich unterwürfigst in Stellung um DABEI zu sein.


Am 22. Oktober 2019 schrieb John Werding:

Es stimmt: Karriere und Profit sind der Hintergrund für die Blutspur, die sich bis heute in Syrien sehen lässt.


Am 22. Oktober 2019 schrieb Petra Renger:

Sie sind ja irre schnell. Danke. Dem syrischen Volk muss geholfen werden, und das deutsche vor den Verberchern gewarnt.

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