Auf Platz fünf der Länder mit den größten Ölvorkommen liegt der Iran: Mit ungefähr 155 Milliarden Barrel verfügt der Iran über beträchtliche Reserven. Die innenpolitischen Verhältnisse im Iran sind zur Zeit von erheblichen Protesten gegen das Regime geprägt. In dieser Lage bietet Donald Trump „Hilfe“ an. Am Sonntagabend verschärfte er seine Drohungen noch einmal. Die Amerikaner erwägen "sehr starke Optionen" für ein Eingreifen. "Das Militär prüft das“.
Trump will die Gunst der Stunde nutzen
Was Donald Trump unter „Hilfe“ versteht, kennt man aus Venezuela und Grönland. Trumps „Hilfe“ gilt mit Sicherheit dem Öl. Und wenn er, an das iranische Regime gewandt, hinzufügt: "Sie werden einen hohen Preis zahlen“, dann darf man sicher sein, dass er den aktuellen Öl-Preis im Hinterkopf hat. Trump will die Gunst der Stunde nutzen und sich unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe in die inneren Angelegenheiten Irans einmischen.
22. Juni 2025: Angriff auf den Iran
Zwar verweigert die UN-Charta im Artikel 2 eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Völker, aber mit Sicherheit lässt sich medial eine Situation herstellen, in denen diese Einmischung plausibel erscheint. In der Nacht auf den 22. Juni 2025 griffen US-Flugzeuge ohne Kriegserklärung und ohne jede Rechtfertigung den Iran an. Den aggressiven USA ist jeder Vorwand Recht, dem Iran zu schaden und einen wichtigen Konkurrenten auf dem Ölmarkt auszuschalten.
Schah Junior
In diesen Tagen geistert "Schah Junior" durch die Medien. Es ist Reza Pahlavi (II.), der älteste Sohn des 1979 gestürzten Schah Mohammad Reza Pahlavi; er lebt im US-Exil und tritt als Symbolfigur der Opposition auf und fordert einen Regimewechsel. Dass der Iran in der Zeit des Schah Mohammad Reza Pahlavi bekannt für Folterungen und die blutige Niederschlagung der Opposition war, wird aktuell gern „vergessen“. Dass der damalige Schah zudem eine Marionette der USA war, macht seinen Erben als „Hoffnungsträger“ zu einem Treppenwitz der Geschichte.
Opposition kann nur auf sich selbst zählen
Man darf ohne jede Sympathie für das Mullah-Regime feststellen, dass Trump und der Schah-Abkömmling den Iranern keine Zukunft zu bieten haben. Was Trump zu bieten hat, kennt man aus Venezuela. Was man von der Wiederauflage des Schah-Regimes erwarten darf, ist aus der Geschichte bekannt: Das berüchtigte Evin-Folter-Gefängnis und andere Haftanstalten des Geheimdienstes SAVAK. Die Opposition kann nur auf sich selbst zählen.
Deutschland neutral
Kanzler Merz meint in diesen Tagen zum Iran: „Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen“. Wenn hinter diesen hellseherischen Fähigkeiten die Kumpanei mit den USA lauert, dann muss an Jugoslawien erinnert werden: Die Einmischung Deutschlands in den Krieg hat nur Tote gekostet. Die Spannungen zwischen Serbien und Kosovo dauern an. Deutschland wäre gut beraten, wenn es neutral bliebe.