Obama der Lügner

Der Imperialismus war nie weg

Autor: U. Gellermann
Datum: 31. Oktober 2013

Nun reisen sie zur Wahrheitsfindung in die USA: Delegationen der EU und der Bundesrepublik Deutschland. Bittstellend fragen sie diverse US-Militärs und Politiker, ob denn ihre langen Leitungen abgehört wurden, wer in ihren Computern sitzt und warum Obama so große Ohren hat. Sie alle hätten jüngst nach Deveselu fahren sollen. Deveselu liegt in der Walachei, in jenem Teil Rumäniens, der für seine Weltferne ebenso bekannt ist wie für die Herkunft Draculas. Aber die dort abgehaltene feierliche Zeremonie galt völlig anderen Flugobjekten. In Anwesenheit des rumänischen Präsidenten Traian Basescu, des stellvertretenden NATO-Generalsekretärs Alexander Vershbow und einer Reihe führender US-Politiker begannen die Arbeiten an jenem US-Raketenschild, der angeblich die Europäer vor Raketen aus dem Iran schützen soll. Obwohl jeder weiß, dass der Iran über solche Raketen nicht verfügt. Und obwohl keiner, der bei Verstand ist, dem Iran Angriffspläne gegen Europa unterstellt.

In Deveselu hätten die versammelten Delegationen eine der vielen Obama-Lügen besichtigen können. Denn der US-Präsident hatte 2009 lächelnden Gesichts den protestierenden Russen versichert: Niemand hat die Absicht in Europa einen Raketenschild zu bauen. Den Russen war von Beginn an klar, dass nicht die Iraner mit dem Raketenabfang-System gemeint waren sondern sie. Und dass mit dem Raketen-Schild der US-gesteuerten NATO nur deren Erstschlagsfähigkeit erhöht werden sollte. Ein Schritt, der das Rüsten weiter anheizen und die Hegemonie der USA ausbauen würde. Trotz Obamas damaliger Zusicherung, in Deveselu beginnt der Militärbau. Den Polen sind Patriot-Raketen fest versprochen. Im spanischen Hafen Rota sind schwimmende Raketenabschussbasen stationiert. Der offiziell abgesagte Raketenschild wird also munter ausgebaut.

Als sich vor mehr als zwanzig Jahren die früheren sozialistischen Länder zum Kapitalismus bekehrten, wurde das "Ende der Geschichte" ausgerufen: Die weltpolitischen Widersprüche sollten ein Ende gefunden haben und mit ihnen auch der militärische Wettkampf der Nationen. Flugs machten sich die USA auf, die Widersprüche in ihrer eigenen, imperialen Art zu beseitigen. Erst wurden 1999 Polen und Ungarn, ehemals Länder des Warschauer Paktes in die NATO aufgenommen. Das Territorium der DDR verkam stillschweigend zum NATO-Kommando-Gebiet. Die Ost-Paktländer Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien und die Slovakei folgten dann 2004 dem Lockruf des westlichen Militärbündnisses. Deutsche Mainstream-Medien fanden das gut und richtig. Dass es sich bei dieser Strategie um die klassische Einkreisungspolitik gegen Russland handelte, fiel kaum jemandem auf. Und wenn doch, dann funktionierte der alte Anti-Russenreflex, der seine Wurzeln in der Nazi-Theorie vom Untermenschen hat: Der Russe ist immer der Feind.

Obwohl die NATO ein Militärbündnis gegen den Sozialismus war, und der nun schon länger verschwunden ist, wird es weiter ausgebaut. So wie das Spionage-Netz der USA immer größer und dichter wird, so breiten sich die NATO-Stützpunkte immer mehr aus. Mit einem einzigen Ziel: Dem US-Imperium die Kontrolle über die Welt zu sichern. Dafür befiehlt Obama die Drohnen-Morde, dafür lügt und betrügt er. Und die europäischen Politiker, unter ihnen auch die deutschen, beugen die Knie vor der Supermacht.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 07. November 2013 schrieb Wolfgang Blaschka:

Uli Gellermanns Kritik ist so klar wie seine Sprache. Wie sollte jemand seine Sprache nicht mögen bei gleichzeitiger Akzeptanz seiner Kritik? Besser, weil treffender formuliert findet sich solche kaum irgendwo. Das nur, weil wir gerade beim Thema Lügen sind. Oder sollen wir sagen: Schummeln? Manche Wahrheiten müssen wohl solange in Watte gepackt werden, bis sie nicht mehr erkennbar sind als solche, damit sie akzeptabel erscheinen und nicht mehr weh tun. Die nackte Wahrheit ist: Obama wurde von vielen verkannt und verklärt, nur weil er keine Cowboystiefel trug. Die Ent-Täuschung muss sehr schmerzlich sein.

Aber dafür sollte nicht der "Bote" der schlechten Nachricht "geköpft" werden, sondern man sollte sich an den eigenen Kopf fassen, auch wenn der Schädel angesichts der Tatsachen schwirrt und brummt. Desillusionierung funktioniert nur mit klarer, pointierter Sprache, die nichts verschwiemelt und kunstvoll umschreibt. Ich will hoffen, Sie lesen hin und wieder "heimlich" die RATIONALGALERIE weiter, schon um sich gelegentlich aufzuregen. Das bekommt dem Blutkreislauf, und lässt (wie in Ihrem Fall) Menschen über konsumierendes Lesen hinaus aktiv werden, und sei es nur, um empört ihr "Abonnement" abzubestellen. Haben Sie sich je so dezidiert den TV-Nachrichten oder der Lektüre der Mainstream-Presse entzogen? Hand aufs Herz!


Am 05. November 2013 schrieb Hans Speck:

Die Zusicherung, daß die NATO nicht osterweitert wird, war, wenn ich mich recht erinnere, die Bedingung für Gorbatschows Zustimmung zur Zusammenlegung von DDR und BRD 1990, samt Abzug der Westgruppe.

Aber mal ganz unter uns:
wen wollen Sie denn als den bösen Weltfeind Nr. 1 darstellen, wenn demnächst der VSA-Imperialismus zusammenbrechen wird, weil er seine Wirtschaftsunternehmen (bis auf die Wehrtechnik) schon längst nach Asien exportiert hat?

Mein Tipp:
das internationale Finanzkapital hat längst alle nationalen Grenzen gesprengt und sich in exterritorialen Zonen angesíedelt (BIZ in Basel, CoL in London, District of Columbia) - von dort aus wird die Welt gelenkt - durch eben diese 300 (Coleman, Rathenau) Finanzoligarchen.


Am 03. November 2013 schrieb Jochen Scholz:

Das stimmt nicht, denn Gregor Gysi hat vor ungefähr drei, vier Jahren anlässlich einer Konferenz in der RLS klipp und klar dem antiimperialistischen Kampf die Grundlage mit der Begründung entzogen, dass es keinen Imperialismus mehr gebe. Wie kommt Uli Gellermann dazu, ihm zu widersprechen!

Antwort von U. Gellermann:

Tja, wenn Gysi den Kampf eingestellt hat, dann wird der Imperialismus gerade auf Urlaub sein.


Am 01. November 2013 schrieb Armin Gröpler:

Der George W. , dieser Leichenzährer,
der war Obamas Zeichenlehrer.


Am 01. November 2013 schrieb Gisela Pietrzak:

Vielleicht bin ich eigentlich nicht sauer auf Obama an sich, sondern eher auf mich, die die Rolle des Präsidenten in den USA nicht richtig eingeschätzt hatte.
Er hat doch gar nichts zu sagen, Bush jun. auch nicht, die reinste Marionette in den Händen seines Vaters und dessen Freunden aus dem „militärisch-industriellen Komplex“. Alles nur Demokratiefassade.

Was mich so „ärgert“, warum haben die in Amerika das geglaubt, das ist beängstigend, denn sie müssten ja besser wissen, wie das bei ihnen funktioniert. Nun ja, bin ich jetzt "demokratieverdrossen"? Eigentlich nicht. Aber: der Staat ist das Machtinstrument der jeweils herrschenden Klasse: no illusions anymore.

Man will es immer optimistisch sehen, aber es ist wie es ist. WARUM hat er sich dafür hergegeben…? Hat er vielleicht gedacht, er könnte was bewirken…vielleicht haben ihn "seine Freunde“ von den Demokraten …missbraucht…?


Am 31. Oktober 2013 schrieb Heidi Schmid:

Die Delegationen der EU und BRD werden bestimmt mit Obama & Co Erklärungen finden, mit denen der Rest der interessierten Welt zur NSA-Affäre abgespeist wird.


Am 31. Oktober 2013 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Obama mit seinen großen Lauschern ist doch bloß "dasselbe in Grün" genau wie seine Vorgänger - mitnichten eine Lichtgestalt - wie wir es in der Anfangszeit gern gesehen hätten, besonders nach der unsäglichen Bush-Ära.

Verantwortlich ist heute Obama - für Lauschangriffe, Folter, Drohneneinsätze - und für GUANTÀNAMO, dem aus den USA ausgelagerten Folter-Camp, das bis heute Menschen festhält, die niemals einen fairen Prozeß erhalten haben. Und, wie
offiziell bekannt, viele davon unschuldig dort gefangen gehalten werden! Eine grauenhafte Vorstellung. Dabei war es doch Obamas allererstes Anliegen,Versprechen, dieses Guantánamo zu schließen! Das jedoch ist läängst kein Thema mehr und vergessen. Kurz: Obama i s t ein Lügner!

So gesehen trägt auch er persönlich dazu bei, daß sich der Hass auf die USA automatisch reproduziert - wen wundert das? "Terrorismus" ist ja weltweit eh ein super einträgliches Geschäft - und immer gern auch ein wunderbar "plausibles" Motiv, die Abhörpraktiken gegen seine Verbündeten zu rechtfertigen und zu verschärfen.. (Wen wundert es da noch, daß die Auslieferung E. SNOWDENS mit solch leidenschaftlicher Intensität betrieben wird, um diesen Kerl - mittels Folter? mittels Todesstrafe? - endlich mundtot zu kriegen.....)

Die USA sind pleite. Sie haben - nicht grundlos - 4.000 M i l l i a r d e n Dollar (viertausend Milliarden! / lt. Pelzig) allein in den Irak-Krieg gebuttert. Wieder so eine "Zukunftsinvestition", von der sie sich einiges versprechen. Wie auch vom Krieg in Afghanistan, wo sich leicht Menschen mit Hilfe von Drohnen töten lassen - ohne eigene Verluste, Collateralschäden incl., eben halt Kinder, Männer, Frauen - seis drum), und wo hinein sie aber auch liebend gerne ihre "Verbündeten" involvieren: wohl um hinterher nicht allein in der Kritik zu stehen. Statt daß sie mit diesem vielen Geld Positives finanzieren ("Schwerter zu Pflugscharen" - zB. Obama-Care).

Die Kette von US-angeführten Kriegen - stets a u ß e r h a l b des eigenen Territoriums - wird immer länger... genau wie die Liste der von ihm Enttäuschten .
Nein, auch unter Obama erwächst nichts Besseres als gehabt. Er wäre sonst ja auch nicht in dieser Position, wetten?.

Mir jedenfalls gefällt die klare (unverwässerte, undiplomatische) U.Gellermann-Sprache, sie ist nämlich echt und bietet Orientierung !


Am 31. Oktober 2013 schrieb Reinhard Blomert:

Erschreckend wahr...
Die NSA gewinnt ein staatlich geschütztes Eigenleben, wie schon der "militärisch-industrielle Komplex", vor dem Präsident Eisenhower gewarnt hatte. Das wird "böse enden", um es mit Werner Enke zu sagen.

Es tun sich auch praktische Fragen auf: Da die Amerikaner kyrillische Buchstaben nicht lesen können, werden sie das vermutlich Outsourcen an eine russische Firma, die ihnen alles übersetzt...

Antwort von U. Gellermann:

Die Überlegung zum Outsourcen gefällt mir außerordentlich: Wenn nun die NSA alles zum Übersetzen an den russischen Auslandsgeheimdienst (Sluschba wneschnei raswedki, SWR, Dienst der Außenaufklärung) weitergeben würde, wäre viel Arbeit und Kosten gespart.


Am 31. Oktober 2013 schrieb John Schacher:

Zum Leserbrief von Antje Sorgenfrey:

Antje, mir graut vor Dir!
Wie höflich Du sein könntest, ...


Am 31. Oktober 2013 schrieb Rainald Irmscher:

Zitat Robert Neumeier:
Gegen diesen Staat muss man sich im Zweifelsfall verteidigen. Deshalb ist die NATO-Ausweitung bitter nötig.

Zitat Mohandas Karamchand Gandhi, genannt Mahatma:
Die Freiheit stirbt an ihrer Verteidigung.

Und noch einmal Gandhi:
Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.

Mohandas Gandhi wurde von einem Reporter gefragt: "Mr. Gandhi, was halten Sie von der Zivilisation des Westens?" Gandhis Antwort war: "Ich denke das wäre eine gute Idee."

Solange wir in dem Denkmuster von Krieg und Verteidigung verharren, (. . . und Strafen und Vergeltung . . .) bleiben wir Teil dieses Systems, dessen Auswüchse wir beklagen.


Am 31. Oktober 2013 schrieb Fred Bernau :

Sie schreiben: "Obwohl die NATO ein Militärbündnis gegen den Sozialismus war, und der nun schon länger verschwunden ist, wird es weiter ausgebaut." Wo ist denn der weitere Ausbau?

Antwort von U. Gellermann:

Im Jahr 2009 sind noch Kroatien und Albanien in die NATO aufgenommen worden, zu gern hätte man auch Georgien in der NATO gesehen, im Kosovo ist nach wie vor eine NATO-geführte Schutztruppe stationiert. Und wenn Griechenland nicht dagegen wäre, wäre Mazedonien längst in der NATO. Der grüne Bellizist Ralf Fücks hat, unter Preisgabe seines bisschen Verstandes, gefordert Israel in die NATO aufzunehmen und ein israelischer Botschafter in Deutschland auch schon den Wunsch geäußert.


Am 31. Oktober 2013 schrieb Karl Heinz Winkler:

Dass der Sozialismus "schon länger verschwunden ist", ist wohl ein bisschen schwammig.

Die NATO-Terroristen blicken da jedenfalls klarer durch.


Am 31. Oktober 2013 schrieb Ines Roppel:

Ich hab weiß Gott nichts für Russland übrig. Aber die von Ihnen erwähnte "Einkreisungs-Strategie" scheint hinreichend belegt und durch nichts gerechtfertigt.


Am 31. Oktober 2013 schrieb Robert Neumeier:

In Ihrem Artikel über die NATO-Ausweitung vergleichen Sie Äpfel mit Birnen: Die USA ist ein demokratischer Staat, während das Putin-Russland einer Diktatur ziemlich ähnlich sieht. Gegen diesen Staat muss man sich im Zweifelsfall verteidigen. Deshalb ist die NATO-Ausweitung bitter nötig.

Antwort von U. Gellermann:

Im Zweifelsfall hat das Putin-Russland weder den Irak überfallen noch die libysche Katastrophe ausgelöst. Im Zweifelsfall unterscheiden sich die beiden in den USA konkurrierenden Partei weniger von einandern als jene, die in Russland zur Wahl antreten. Im Zweifelsfall scheint mir der Überwachungsstaat in den USA effektiver als der in Russland.


Am 31. Oktober 2013 schrieb Johannes M. Becker:

....wohl: WAHR!


Am 31. Oktober 2013 schrieb Antje Sorgenfrey:

Hiermit bitte ich Sie eindringlich, mich aus Ihrem Verteiler zu streichen!
Ihre Sprache (wohl gemerkt nicht die Kritik) gefällt mir nicht!

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