Tagesschau: Der Käse-Mond

USA entdecken die Mc-Cheese-Affäre

Autor: U. Gellermann
Datum: 22. Januar 2018

Der Mond ist aus Käse!“ sagte Dr. Gniffke der Chef der Tagesschau jüngst in einer Redaktionskonferenz. „Und der Beweis liegt auf der Hand: Die USA haben ihre Botschaft auf dem Mond wegen Geruchsbelästigung geschlossen. Das US-Außenministerium spricht sogar von einer Mc-Cheese-Affäre. In Diplomatenkreisen hört man von einer schweren Limburger-Attacke. Und das US-Verteidigungsministerium soll davon ausgehen, dass die Löcher im Mond willkürlich von Kubanern im Auftrag der Russen in den Käse geschossen wurden. US-Quellen weisen darauf hin, dass auch die Käsefüße der ARD-aktuell-Mitarbeiter durch den Mann vom Mond verursacht worden seien. Erste Verkäsungen der Hinrinde von Tagesschau-Kollegen werden von der NSA ebenfalls auf den Mond und sein subversives Potential zurückgeführt.“

Wer jetzt glaubt, die obige Skizze sei doch zu viel der satirische Übertreibung der Tagesschau-Wirklichkeit, der muss sich nur die weiter unten stehende Tagesschau-Meldung ansehen. Gern darf man anschließend feststellen, dass der dort verwandte Konjunktiv offensichtlich mit dem Paragraph 20 des Strafgesetzbuches (Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen) verwechselt wird. Eine gründliche klinische Untersuchung ist allerdings die Untergrenze der erforderlichen Maßnahmen zur Wahrung der Reaktions-Hygiene.

Eingabe
Schall-Attacke Kuba

https://www.tagesschau.de/ausland/kuba-usa-107.html

Sehr geehrte Rundfunkräte,

wie immer, wenn es gegen nicht den USA gefügige Länder wie Russland, China, Venezuela oder Kuba zu hetzen gilt, ist ARD-aktuell dabei: Mit Fakes und Verschwörungstheorien, so auch am 29.9.2017. Was damals über angeblich von geheimen kubanischen Ultraschallwaffen verusachte Verletzungen bei einigen Angehörigen der US-Botschaft in Havanna zusammengesponnen wurde, brachte auch die Tagesschau so, als handle es sich um erwiesene Fakten.

„Fehler muss man eingestehen“, lautet ein häufig zitiertes Credo des ARD-aktuell-Chefredakteurs Dr. Gniffke. Dass er diesen Glaubenssatz auch praktiziert, ist bisher allerdings nicht aufgefallen. Zudem fehlt der zweite Teil der Moral: Fehlerhaftes muss man auch richtigstellen. Und zwar, wenn man eine Nachrichtensendung für ein Millionenpublikum zu leiten hat, auch öffentlich, so dass das Eingeständnis vernünftige Konsequenzen haben kann. Zur seriösen Informationsarbeit gehört, dass Irrmeinungen im Publikum mit korrekten Angaben entgegengewirkt wird, ganz besonders, wenn man selbst verantwortlich für das Erratische war. Auch das ist unter Befolgung „journalistischer Grundsätze“ zu verstehen, wie im Staatsvertrag für den NDR vorgegeben.

Die Gniffke-Mannschaft veröffentlichte am 29.9.2017 folgende Lüge:

"Wer ist für die Schallattacken auf US-Diplomaten in Kuba verantwortlich? Die Frage ist weiter offen. Die US-Regierung zieht nun mehr als die Hälfte ihres Botschaftspersonals ab. Zudem gab sie eine Reisewarnung heraus.

Nach einer Reihe mysteriöser Attacken auf US-Diplomaten in Kuba zieht die Regierung in Washington laut Medienberichten rund 60 Prozent ihres Personals von der Insel ab. Zudem werde eine Reisewarnung für alle US-Bürger ausgegeben, meldet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf informierte Kreise. CNN berichtet, es gehe um Familienangehörige und solche Mitarbeiter, deren Anwesenheit nicht notwendig sei.

US-Diplomaten hatten in den vergangenen Monaten auf dem Gelände der US-Botschaft in Havanna durch laute Geräusche Hörschäden und Gehirnerschütterungen erlitten. Es wurden Vorwürfe laut, Kuba habe die Diplomaten mit einer akustischen Waffe attackiert. Präsident Raúl Castro wies das zurück."

In dem Text werden faktenfreie und verleumderische Behauptungen als erwiesene Tatsachen dargestellt, denn ARD-aktuell behauptet ohne die geringste Einschränkung, dass es auf Kuba "mysteriöse Schall-Attacken" auf US-Diplomaten gegeben habe, einen gezielten Angriff auf die körperliche Integrität von US-Bürgern. Rein physikalisch betrachtet war das bereits als schwachsinnge Geheimdienst-Propaganda vom Kaliber der „Brutkastenlüge“ erkennbar; es gibt zwar hochentwickelte Schallkanonen, die von den USA im Irakkrieg versuchsweise auch eingesetzt wurden(Quelle: http://wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=1556#fntxt10). Doch wirken sie selbstverständlich auf alle Menschen, die damit angegriffen werden, ohne sie vorher höflich nach ihrer Nationalität gefragt zu haben. Wäre eine solche Waffe in Havanna eingesetzt worden, dann hätte sie auf die gesamte Botschaft und deren Umgebung eingewirkt. Eine glatte Falschmeldung also, ein dummdreister AgitProp-Hype auf durchschnittlichem US-amerikanischem Bildungsniveau, wohl auch hauptsächlich von Washingtoner Giftküchen fürs heimische Publikum zusammengemixt, um die gewünschte neuerliche Abkühlung im Verhältnis der USA zu Kuba zu „erklären“. Eine blödsinnige Geschichte, aber nicht zu dummdreist, um nicht auch von ARD-aktuell kritiklos verbreitet worden zu sein. Was erneut deutlich werden lässt, wie schlampig (oder sogar vorsätzlich?) das "ARD-Flaggschiff" mit der Wahrheit umgeht, insbesondere, wenn es um Kommunisten auf der einen und die transatlantischen US-Freunde auf der anderen Seite geht. Jetzt wurde bekannt:

"Der für Außenpolitik zuständige republikanische US-Senator Jeff Flake berichtete nun, das kubanische Innenministerium habe ihn davon in Kenntnis gesetzt, dass das FBI nach ausführlichen Recherchen keinerlei Hinweise für eine Schallattacke gefunden habe – gleichwohl würde dieser Begriff weiterhin verwendet. Weiter sagte er: „Es gibt keine Beweise dafür, dass jemand absichtlich versucht hat, Personen zu schaden. Niemand sagt, dass diese Leute kein Ereignis erlebt haben, aber es gibt keine Beweise dafür, dass dies ein vorsätzlicher Angriff von irgendjemandem war, weder von den Kubanern oder von irgendjemand anderem.“ Flake berichtete der Associated Press (AP) am Wochenende, dass auch geheime Briefings von US-Beamten ihm keinen Grund gegeben hätten, am kubanischen Bericht zu zweifeln. Den Inhalt dieser Briefings mochte bzw. durfte er nicht diskutieren. Die US-Nachrichtenagentur AP hatte Zugang zu einem internen Bericht der Abteilung für Technologische Operationen des FBI, der auf Juni 2017 datiert ist und noch nicht veröffentlicht wurde…. (Quelle: amerika21)

Dass ARD-aktuell trotz der Verbreitung der Fake-News keine Richtigstellung gegenüber den deutschen Zuschauern und Zuschauerinnen für angebracht hält, zeigt ihre fehlende Seriosität.

Der Beitrag vom 29.9.17 verstößt gegen die Programmrichtlinien. Das Unterlassen einer Richtigstellung ebenfalls.

Mit freundlichen Grüßen

F. Klinkhammer V. Bräutigam


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 26. Januar 2018 schrieb Karl-Heinz Flacke:

Die ganze Medienlandschaft in Deutschland ist ein einziger politischer Filz.Da macht das Plattoo "tagesschau.de" keine Ausnahme. Kritisiert man die von Sender vertretene ideologische Linie zu starkt, fällt man der Zensur zum Opfer, was anderes ist das nicht: Eine die freie Meinungsäußerung beschneidende Zensur, was bei Zeit Onlineoder wo auch immer nichts anderes ist. Es gibt keine objektive Presse und auch keine objektive Berichterstattung in den Medien. Da machen auch die Moderatoren und Moderatorinnen, wie Plasberg, Ville, Maischberger in ihren Talkshows keine Ausnahme. Will man z. B. Armut in Deutschland anprangern, wird irgendein zahnloses "Opfer" präsentiert, das nichts zu essen hat, aber 150 Kg wiegt und einen großen LED-Bildschirm in der Ecke stehen hat. Versucht an dann, z. B. bei tageschau.de das zu relativieren, die Absurdität des Berichts mit Fakten, rechterfahrenem Fachwissen anzugehen, greift die Zensur und der Kommentar, obwohl man sich an die Regeln hält, wird nicht veröffentlicht. Das ist alles eine Farce, auf diese Scheinheiligkeit kann und sollte man verzichten. Talksendungen schaue ich mir nicht mehr an; Kommentare können andere schreiben, wenn das nicht vielleicht sogar Redaktionskommmentare sind.




Am 23. Januar 2018 schrieb Karola Schramm:

Ich kenne noch den Witz oder flotten Spruch: " Wer hat denn den Käse zum Bahnhof gerollt ?" Doch wer bringt es fertig, ihn auf den Mond zu rollen ?

Die "Tagesschau" als Regierungssender und -sprecher kann gar nicht anders. Sie überträgt 1:1 den Käse der Kanzlerin und die hat doch gesagt: "Alle Öffentlichen informieren nach meinen Vorstellungen."
Sehen Sie sich den Bundestag an. Einige Wenige verweigern sich dem Käse und werden ausgegrenzt, die anderen feiern den Gehorsam bei einem leckeren Fondue. Natürlich gesponsert von der Kanzlerin.


Am 22. Januar 2018 schrieb Michael Kohle:

Dass die Methode "Haltet den Dieb" immer häufiger zum Einsatz kommt im Erdenrund der transatlantischen Langfinger ist ja wahrlich nichts neues. Was da so alles der selbst bestimmten Achse der Pöhsen an Hinterfotzigem untergehubelt wird muß schließlich nicht mal "ausgebrütet" werden. Es reicht völlig, im Handbuch, besser im Katechismus der Centralen Intelligenz Agentur nachzuschlagen. Dort steht alles drin.

Nehmen wir doch einfach mal die Schall-Attacke. Wie auch den gewöhnlich weniger Aufmerksamen in diesem Lande nicht immer aber immer öfters auffällt, zeigen von Tag zu Tag mehr der in der Verantwortung für unser Wohl Stehenden selbstsame Symptome. Sinnesverwirrung, Vergesslichkeit bis hin zur End-Demenz, Verfolgungswahn, Rachsucht, eigentlich so gut wie alles aus stetig erweiterten Handbuch für psychische Deviationen DSM 5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders). Dieses letztgenannte Lexikon mit seiner geradezu inflationären Entwicklung gibt zu denken. Ist es doch geradezu zuarbeitend bzw. abhängig vom erstgenannten Sammelband für Strategien, Taktiken und Handlungsanweisungen aus Langley.

Seit 17 Jahren gibt es jetzt schon das "Institute for advanced psychological studies" - auch unter der Kurzbezeichnung "Guantanamo" bekannt. Und wo liegt das? Genau, auf Kuba! Ist das dann eine Überraschung?

Längst werden offensichtlich die Erkenntnisse von dort in einer breit angelegten Flächenstudie der Nutzbarmachung zugeführt. Wie häufig Verlautbarungen von Probanden leicht erkennen lassen, lassen die noch geheimgehaltenen Versuche mit Schall-Attacken große Hoffnung bei den Experten aufkeimen. Insbesondere die Möglichkeit der Eliminierung jeglichen alternativen Denkens, die sogenannnte "finale Alternativlosigkeit" kommt bereits zu erfolgreichen Einsätzen. Genannt seien nur die Praxiseinsatzfelder Austerität, Schuldenbremse, Nordatlantikerweiterung bis zum Hindukusch im Osten und demnächst Caracas im Südwesten. Nicht zu vergessen Eretz Israel und die Entsorgung von allem, was dem entgegensteht. Auch da ist schon viel erreicht, auch wenn da derzeit ... aber das wird sich auch wieder geben.

Wie das alles funktioniert? Ganz einfach und wie bereits erwähnt: per Schall-Attacke! Für was sollen denn diese taubengrauen Blechkabinen - wie z.B. auf dem Dach der US-Botschaft neben dem Brandenbuger Tor, dem Reichstag und dem Kanzeramt - von Nutze sein? Besenkammern sind es jedenfalls nicht. Oder jene überdimensionalen Golfbälle auf Gelände, die dem Weltenherrscher freiwilligst vom souveränen deutschen Staat zur Verfügung gestellt sind. In der Nähe von Frankfurt bspw., Mainhattan mit der ganzen Konkurrenz von Goldman-Sachs ist da nicht weit. Bevor die Dummheiten macht, muss man doch ...

Schluss jetzt! Bleibt nur noch eine Frage: was war jetzt die wahre Verschwörungstheorie? Die Schall-Attacke von Havanna oder die von Berlin, von Frankfurt a.M. etc.?


Am 22. Januar 2018 schrieb Lutz Jahoda:

FERNDIAGNOSE

Die moderne Welt ist voll dieser Macken,
seit es die wattstarken Lautsprecher gibt.
Wummernde, dröhnende Bassattacken:
Kein Wunder, dass sich im Ohr was verschiebt!
Kommt Whisky hinzu, fällt das Urteil nicht schwer:
Näheres unter: Morbus Menière!


Am 22. Januar 2018 schrieb Anke Zimmermann:

Sich interessant machen

(für einen großen Backfisch)

Du kannst doch schweigen? Du bist doch kein Kind
Mehr! - Die Lederbände im Bücherspind
Haben, wenn du die umgeschlagenen Deckel hältst,
Hinten eine kleine Höhlung im Rücken.
Dort hinein mußt du weichen Käse drücken.
Außerdem kannst du Käsepfropfen
Tief zwischen die Sofapolster stopfen:

Lasse ruhig eine Woche verstreichen.
Dann mußt du immer traurig herumschleichen.
Bis die Eltern nach der Ursache fragen.
Dann tu erst, als wolltest du ausweichen,
Und zuletzt mußt du so stammeln und sagen:
"Ich weiß nicht, - ich rieche überall Leichen - ."

Deine Eltern werden furchtbar erschrecken
Und überall rumschnüffeln nach Leichengestank,
Und dich mit Schokolade ins Bett stecken.
Und zum Arzt sage dann: "Ich bin seelenkrank."

Nur laß dich ja nicht zum Lachen verleiten.
Deine Eltern - wie die Eltern so sind -
Werden bald überall verbreiten:
Du wärst so ein merkwürdiges, interessantes Kind.

Joachim Ringelnatz

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