junge Welt

Lügen wie gedruckt?
Ein offener Brief an die Redaktion von jW

Autor: Rainer Rupp
Datum: 15. April 2015

Der langjährige Mitarbeiter der JUNGEN WELT, Rainer Rupp, hat der Redaktion am 9.4. 2015 den folgenden Brief mit der Bitte um Stellungnahme geschickt. Die Redaktion hat bis heute nicht reagiert. Deshalb macht Rupp diesen Brief nun öffentlich.

In der Wochenendausgabe vom 21./22. März 2015 lancierte die Tageszeitung junge Welt den bisher massivsten Angriff gegen die sogenannte „neue“ Friedensbewegung. Diesmal durfte Monty Schädel, seines Zeichens seit 2007 politischer Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), um sich schlagen und alle Friedensbewegten aus den von ihm nicht gebilligten Gruppen, wie z.B. die „Montagsmahnwachen für den Frieden“, als verkappte Rechte oder noch Schlimmeres denunzieren.

Das unter dem Titel »Der › Friedenswinter‹ macht die Friedensbewegung kaputt« https://www.jungewelt.de/2015/03-21/005.php veröffentlichte Interview wurde von Stefan Huth (stellvertretender Chefredakteur) und Sebastian Carlens (Redakteur Ressort Innenpolitik) geführt und durch die „Doppelpack-Formel“ entsprechend aufgewertet. Zugleich flankierte der jW-Redakteur Carlens den Angriff Schädels mit einem eigenen Beitrag. In einem für Laien sicherlich sehr wissenschaftlich klingenden, aber dennoch genauso manipulativen wie wirren Traktat erklärt Carlens die "alte" Friedensbewegung kurzum für tot und die "neue" für „rechts“. Als Schlussfolgerung daraus empfiehlt er allen Friedensbewegten im Land, nichts zu tun und auf die Konsolidierung und das Gegenangebot der „organisierten, revolutionären Linken“ zu warten. (Siehe „Formierte Gegenaufklärung“, https://www.jungewelt.de/2015/03-21/010.php )

In Sorge um den weiteren Weg der jungen Welt hat die erneute Attacke auf die "neue" Friedensbewegung inzwischen weite Kreise gezogen. Sowohl für organisierte als nicht organisierte Linke und Friedensbewegte ist die jW viel zu wichtig, um über die oben erwähnten beiden Beiträge schweigend hinwegzusehen, zumal die Redaktion der Zeitung – wenig souverän – verhindert hat, dass eine Debatte darüber in der jW stattfinden kann. Deshalb muss dies nun über andere Kanäle geschehen. Dessen ungeachtet versteht es sich von selbst, dass die nachfolgende Kritik als eine mit der Zeitung solidarische ist.

Zu anderen Zeiten wäre man womöglich geneigt, das Ganze als Sturm im Wasserglas abzutun. Aber heute geschieht all dies vor dem Hintergrund weltweit sich zuspitzender Kriegsgefahren, vor allem zwei Flugstunden entfernt in der Ukraine. Zugleich hat die Friedensbewegung große Schwierigkeiten, das große Antikriegspotential in unserem Land auf die Straße zu bringen. Noch unlängst hatte Ex-CDU Minister Norbert Röttgen, seit 2014 Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses des Bundestags, in einer vom Deutschlandfunk übertragenen Diskussion über Auslandseinsätze der Bundeswehr heftig beklagt, dass alle Umfragen bestätigen, dass stabile 60 Prozent der Bevölkerung bewaffnete Interventionen im Ausland strikt ablehnen.

Angriffe auf die Friedensbewegung

Aufgabe der Friedensbewegung müsste es daher sein, mit allen alten und neuen Kräften wenigstens Teile dieses in der Bevölkerung vorhandenen Potentials zu mobilisieren. Statt sich aber auf diese Aufgabe zu konzentrieren, haben sich Monty Schädel und seine Anhänger mit medialer Unterstützung von taz aber auch von der jW vorrangig damit beschäftigt, die bereits erzielten Achtungserfolge einer Aktionseinheit der "alten" und "neuen" Friedensbewegung (z.B. im Friedenswinter) ohne konkreten Nachweis als rechtslastig und rassistisch zu denunzieren, auszugrenzen, Gräben zu vertiefen und weiter zu spalten.

In der aktuellen „Zeitung gegen den Krieg“ (Nr. 39), spricht Schädel sogar allen Gruppen, die „außerhalb“ der ‚alten’ Friedensbewegung stehen „und nicht zum linken Lager zu rechnen sind“ jegliche ernsthafte Sorge um den Frieden ab. Denn wenn diese Gruppen Themen wie ‚Widerstand gegen den Krieg’ und ‚Frieden’ aufgreifen, dann „geht es ihnen dabei oft nicht wirklich um humanistische Ziele, sondern darum, mit Forderungen und Formulierungen aus unserer Bewegung Menschen anzusprechen und unsere Strukturen zu nutzen“, um auf diese Weise „Positionen zu verbreiten, die als geschichtsverklärend, nationalistisch, antisemitisch, rassistisch oder esoterisch bezeichnet werden müssen. Diese Gruppe treffen wir überwiegend in den sogenannten „Mahnwachen für den Frieden“, so der DFG-VK Geschäftsführer.

In derselben Ausgabe der Zeitung gegen den Krieg bezeichnet Schädel Menschen aus dem bürgerlichen Lager, die um den Frieden besorgt sind, als „Querfrontler“. Diese verfolgten „eine Strategie der Gleichmacherei politischer Unterschiede“ und „der angeblichen Gleichheit von rechter und linker Kapitalismus- und Gesellschaftskritik“. Auch mit solchen Leuten darf man sich laut Schädel nicht einlassen, um gemeinsam gegen Kriegsvorbereitungen zu demonstrieren. Im Umkehrschluss bedeutet das: lieber mit einer kleinen, erlesenen Gruppe von linken Gerechten zur Selbstbefriedigung 'Flagge zeigen' als gemeinsam mit bürgerlichen und anderen, nicht-linken Friedensbewegten in einer großen Menge aufzutreten um den notwendigen politischen Druck zu erzeugen.

Immerhin räumt Schädel auf den Vorhalt der jW-Interviewer ein gewisses eigenes Versagen ein, erstens, weil im vergangenen Jahr die traditionelle Friedensbewegung nicht so viele Menschen zu den Ostermärschen angezogen hat wie die Montagsmahnwachen, und zweitens, weil sie sich „über den Krieg in der Ukraine in Schweigen gehüllt oder Äquidistanz geübt“ hat. „Wir haben auf die Eskalation in der Ukraine nicht reagiert, wir haben in dieser Situation als Friedensbewegung in der Bundesrepublik versagt“, so Schädel. Der damit indirekt erhobene Anspruch auf Alleinvertretung der gesamten traditionellen Friedensbewegung blieb jedoch nicht ohne Widerspruch des Deutschen Freidenker-Verbands, einer der ältesten deutschen Friedensorganisationen, die in der Ukraine-Krise das Notwendige und Mögliche getan hat.

Für sein eigenes Unvermögen macht Schädel allerdings mit bestechender Logik nicht sich selbst sondern die „neue“ Friedensbewegung verantwortlich: „Wir müssen uns ständig gegen alles Mögliche, gegen Pegida und Endgame, gegen Elsässer und andere Rechte [gemeint sind Mahnwachen, Friedenswinter, usw.] abgrenzen, das blockiert uns in unserer Arbeit.“ … „Wir haben einfach keine Leute mobilisieren können, das haben andere für sich genutzt. … Der »Friedenswinter« macht so die Friedensbewegung kaputt“. Schädels hilflose Argumentation erinnert an einen Schüler, der die Schuld für seine Fünf in der Klassenarbeit dem Mitschüler gibt, der eine Zwei geschrieben hat.

Seine „alte“ Friedensbewegung habe sich sogar „selbst blockiert“, so Schädel, weil man sich in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder darüber auseinandersetzen musste, „was Faschismus ist, was rechts bedeutet“. „Und das in einer Phase, wo die Kriegsgefahr wächst?“, fragte die jW. „Richtig“, antwortet Schädel, „ohne deutliche Abgrenzung nach rechts geht Friedensbewegung nicht!“

Abgrenzung nach rechts ist also wichtiger als gegen den Krieg zu mobilisieren, eine sektiererische Position, die von den jW- Interviewern nicht hinterfragt wird. Und was „rechts“ ist bestimmt Schädel natürlich selbst. Aber darüber reden, was rechts ist, will er nicht. Beim Berliner Ostermarsch 2015 sagte er gegenüber der taz (http://www.taz.de/!157667/ ): „Ich will nicht öffentlich diskutieren, was rechts ist, was Faschismus ist. Das sind nicht meine Diskussionen, und sie sind einer Friedensbewegung unwürdig.“ Aber offensichtlich erscheint es Schädel der Friedensbewegung würdig, öffentlich andere Friedensaktivisten sogar namentlich als rechts zu denunzieren, was inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden ist.

Sehen Schädel, seine Anhänger und seine medialen Unterstützer nicht, welche Wirkung der Rufmord an bekannten Protagonisten der Montagsmahnwachen auf junge, gewaltbereite Hitzköpfe aus linkssektiererischen und/oder antideutschen Gruppen hat? Die Folgen dieser sträflichen Anstiftungen hat der zum Erz-Bösewicht aufgebaute Ken Jebsen inzwischen am eigenen Leib zu spüren bekommen. In den letzten Monaten und Wochen wurde er wiederholt und mit zunehmender Häufigkeit von kleinen Gruppen „linker“ Gewaltextremisten als Nazi beschimpft und mit abgeschlagenen Flaschenhälsen und Baseballschläger physisch bedroht, nicht nur bei Demos und Kundgebungen, sondern auch beim Einkaufen mit Ehefrau und Kindern.

Vollkommen unverständlich sind die jüngsten jW-Attacken gegen Ken Jebsen vor dem Hintergrund der Tatsache, dass auf Vermittlung des Autors dieser Zeilen am 16. Februar d.J. in seinem Beisein ein fast vier Stunden langes Gespräch zwischen Jebsen und dem Chefredakteur der jW, Arnold Schölzel, stattgefunden hatte. Dabei wurden so gut wie alle relevanten Themenkomplexe besprochen. Am Ende gab Arnold Schölzel der Meinung Ausdruck, dass Ken Jebsen zwar kein Marxist, aber bestimmt auch kein Rechter sei und er kein Gegner sondern ein potentieller Partner im Kampf für den Frieden und gegen soziale Ausbeutung sein könnte. Daher lud er ihn zu einem weiterführenden Gespräch mit anderen Kollegen in die jW-Redaktion ein. Zu diesem Treffen ist es dann jedoch nicht gekommen. Stattdessen eröffnete die jW am 21/22 März die hier diskutierte neue Schlammschlacht gegen die „neue“ Friedensbewegung und gegen Ken Jebsen. Gegen Letzteren hat sich jW-Redakteur Carlens besonders hervorgetan, indem er durch eine geschickte Text-Manipulation Jebsen in die Nähe von Hitler rückte.

Manipulation statt Aufklärung

Durch eine unbedachte Bemerkung bei einer Rede habe sich Jebsen „selbst demaskiert“, so Carlens. Mit seiner Bezugnahme auf den französischen Ethnologen und Soziologen Gustave Le Bon habe Jebsen seine „Verachtung der Massen, damit auch die seines eigenen Publikums … und die Manipulierbarkeit der Straße“ zum Ausdruck gebracht. In der Jebsen zugeschriebenen Passage heißt es, dass Gustave le Bon schon vor über 100 Jahren „verdammt richtig“ lag, als er schrieb: „Die Massen urteilen gar nicht oder falsch. Die Urteile, die die Massen annehmen, sind nur aufgedrängte, niemals geprüfte Urteile“. Und dann setzt Carlens zum Todesstoß an, indem er schreibt, dass Gustave le Bon noch „ganz anderen Leuten als Stichwortgeber“ gedient habe. Dafür präsentiert er ein Zitat aus Hitlers „Mein Kampf“ und folgert daraus, dass es „kein Zufall ist, dass dieser heute vergessene Schriftsteller [Gustave le Bon] bei Jebsen seinen späten Widerhall findet“. Dass Gustave le Bon zum Thema Massenpsychologie ein zeitgenössisches Standardwerk geschrieben hatte aus dem auch bekannte Persönlichkeiten wie Max Weber zitierten, lässt Carlens dezent unter den Tisch fallen.

Das ist hinterhältigste Manipulation. Es sind die Konzerne, ihre Politiker und ihre Mainstreammedien, die – von Gustave le Bon abgeleitet – die Massen verachten und an die „Manipulierbarkeit der Straße“ glauben. Es war dieser Zusammenhang, in dem Jebsen Gustave le Bon erwähnt hatte. Dagegen besteht Jebsens eigene Hauptbotschaft bei all seinen Auftritten in dem Aufruf an seine Zuhörer: „Lasst euch nicht manipulieren! Informiert Euch selbst! Denkt für euch selbst! Widersprecht!“

„Sie lügen wie gedruckt. Wir drucken wie sie lügen.“ Diese selbst gestellte Handlungsmaxime hat die junge Welt immer wieder mit Bravour erfüllt, wenn es darum geht, mit fundierten Recherchen und Belegen die oft raffinierten Nachrichtenmanipulationen der selbsternannten Eliten in Politik und Wirtschaft und deren medialen Wasserträger zu entlarven. Was jW-Redakteur Carlens jedoch hier präsentiert hat, ist unzweifelhaft der perfideste Teil der jW-Schmähschrift gegen die „neue“ Friedensbewegung. Damit konterkariert er die Handlungsmaxime der Zeitung. (Eine umfassendere Einschätzung des Carlens-Artikels von Andreas Wehr vom Marx-Engels-Zentrum Berlin, ebenfalls langjähriger Autor der jW, ist hier zu finden: http://www.andreas-wehr.eu/anmerkungen-zu-dem-artikel-formierte-gegenaufklaerung-in-der-zeitung-junge-welt-vom-2122-maerz-2015.html)

Wie erklärt sich dieser Ausfall? Ist es ein einmaliger redaktioneller Ausrutscher? Keineswegs. Laut Aussage des Geschäftsführers der jungen Welt, Dietmar Koschmieder, auf einer Veranstaltung des Marx-Engels-Zentrums Berlin am 26.03.15 gibt der Beitrag von Sebastian Carlens die Meinung der gesamten Redaktion wieder. Allerdings hat Koschmieder dies später in einem Schreiben an Andreas Wehr dahingehend relativiert, dass der Carlens-Text das spiegelt, „was wir hier in der [jW] Redaktion diskutiert haben und auch das, was hier klarer Konsens ist“. Allerdings räumt er dann ein, dass es unter den 60 Leuten in Verlag und Redaktion auch „vereinzelt andere Auffassungen“ gibt.

Vielfalt macht die Friedensbewegung stark

Zusammenfassend ist folgendes festzustellen: Wenn sich Anfang der 1980er Jahre die Organisatoren der damaligen Friedensbewegung gegen die nukleare Aufrüstung der NATO so verhalten hätten wie heute DFG-VK-Chef Schädel, dann wäre es nie zu Massendemonstrationen wie im Bonner Hofgarten mit fast einer halben Million Menschen gekommen. Offensichtlich haben weder Schädel und seine Anhänger, noch seine medialen Unterstützer von der Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Friedensbewegung, die Massen auf die Strasse bringt, eine Ahnung.

Die große Stärke der Organisatoren der erfolgreichen Friedensbewegung Anfang der 1980er Jahre lag darin, dass sie die friedensbewegten Menschen unterschiedlichster Sozialisierung und Weltanschauungen, von links außen bis streng konservativ, aus diversen Organisationen, Gruppen, Parteigliederungen, Kirchen, usw. punktuell zur Sicherung des Friedens zusammengebracht haben. Dagegen versteigen sich heute Monty Schädel, seine Anhänger und seine medialen Helfer darauf, die traditionelle Friedensbewegung ausschließlich eng „links“ zu definieren und zugleich alle anderen auszugrenzen. Zugleich maßen sie sich an, für die gesamte „alte“ Friedensbewegung zu sprechen und zu bestimmen, was diese zu tun und zu lassen hat.

Die von den sogenannten Antideutschen und anderen nützlichen Idioten der Kriegstreiber mit Hilfe von Leuten wie Monty Schädel und Sebastian Carlens in die Friedensbewegung hineingebrachten Auseinandersetzungen um die Mahnwachen und um den „Friedenswinter“ sollen „alte“ und „neue“ Friedensbewegung voneinander trennen und Letztere marginalisieren. Wenn jemand den Auftrag gehabt hätte, das Zustandekommen einer wirkungsvollen Friedensbewegung als politische Kraft in unserem Land zu verhindern, hätte er sicherlich keine bessere Arbeit leisten können. Niemandem der hier namentlich Genannten soll unterstellt werden, bewusst für dieses Ziel zu arbeiten. Aber das ändert nichts am Nettoergebnis der Spaltungs- und Ausgrenzungspolitik.

Wie weiter?

Der Autor dieser Zeilen hat jahrelang bis in die jüngste Vergangenheit regelmäßig und viel in der jW veröffentlicht. Nach Lektüre der beiden oben kritisierten Artikel hatte er die Redaktion um Platz in der Zeitung gebeten, um etliche der von Schädel und Carlens gemachten Aussagen und Behauptungen zu kommentieren. Die Absage der Redaktion war unmissverständlich: „Nach den Beiträgen vom vergangenen Wochenende haben wir sehr viele Zuschriften erhalten – mit Argumenten, die in verschiedenste Richtungen gehen. Eine Debatte wollten wir zum Thema nicht organisieren“, gezeichnet Stefan (Huth)
Die jW hat offensichtlich einen auch in der eigenen Leserschaft sehr kontrovers empfundenen Angriff gegen die neue Friedensbewegung geführt, aber eine Debatte darüber will sie nicht zulassen. Dies dürfte von der Leserschaft „nicht gerade als souverän empfunden werden“, schrieb ich in meiner Mail zurück, zumal „die Debatte trotzdem stattfinden wird, wenn auch woanders.“

Ich will mit diesem Brief an die Redaktion appellieren, der Diskussion über die kontroversen Sichtweisen Raum in der Zeitung einzuräumen, damit sie dort stattfinden kann, wo sie hingehört. Dies ist im Sinne eines letzten Appells zu verstehen, da die Debatte andernfalls tatsächlich an anderer Stelle geführt wird. Aber dann wird sie sich nicht mehr nur alleine auf die Aussagen von Schädel oder Carlens beziehen, sondern zwangsläufig auch die Rolle der jW als ex-cathedra-Verkünderin der Positionen dieser beiden ins Visier der Kritik rücken.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 28. April 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

@Paul-Wilhelm Hermsen

"Die etwa 60 Gleichgesinnten aus der Redaktion der jW scheinen nun offenbar vom neoliberalen Virus befallen zu sein, von dem Jean Ziegler sagt: Es ist wie AIDS. Erst zerstört es Dein Immunsystem, dann dich selbst."
Auf welche Weise wird dieses agressive Virus, der Vergleich passt außerordentlich gut, denn vorzugsweise übertragen und was macht die Erkrankten so empfänglich dafür?
Ich kann ihm so gar nichts Verführerisches abgewinnen. Das erste Symptom wäre also vielleicht eine Art Erblindung. - Hier müsste man ja wohl die körpereigene und seelische Abwehr stärken, sonst hilft bekanntlich nichts gegen ein Virus. Schon die bakteriellen Sekundärinfektionen wie Verblödung, Machtgier und Kriegslust scheinen multiresistent - oder sind sie das Virus? Wie bei allen wesentlichen Fragen des menschlichen Zusammenlebens auf diesem Planeten, halten sich die Psychologen
auch hier beschämend heraus und entziehen sich jeglicher Verantwortung. Lieber sprechen sie mit dem 1000sten Klienten in ihrer Praxis über Ehescheidung, Depression, burnout und Agressionsprobleme, ehe sie sich mit deren gesellschaftlichen Ursachen und Folgen auch nur ansatzweise befassen mögen. Und lieber verkaufen sie ihr Wissen um Manipulierbarkeit und Triebe an Produktwerbung und Mitarbeiterbeeinflussung der Industrie und an die PR der politischen Parteien, als es .
der Demokratie zwecks rechtzeitiger Entlarvung von Machtbestrebungen und Vermeidung von Kriegen zur Verfügung zu stellen. Ein großes Pfui. Dabei könnten sie viel sowohl zur Völkerverständigung, als auch zur Entwicklung einer menschengerechten Gesellschaft beitragen. Diese besteht schließlich aus einzelnen Menschen. Die Verständigungsschwierigkeiten auf persönlichen Beziehungsebenen spiegeln sich in größerem Maßstab auf gesellschaftlicher und internationaler Ebene wieder. Mit solchem Wissen hätte man z.B. nicht aus dem Auge verloren, dass Russland sich durch die Nato eingekreist fühlt, man wüsste, dass man eigene alte Schuld nicht gutmachen kann, in dem man neue des einstigen Opfers leugnet (Israel) und würde so manche Propaganda viel schneller durchschauen. Sowie eigene infantile Sehnsüchte erkennen, z.B. nach Mama Merkel, Papa Gauck und dem lieben Onkel Sam.


Am 20. April 2015 schrieb Manfred Ebel:

Sehr geehrter Herr Eard Wulf,
ich bin mir nicht sicher, ob ich Sie richtig verstehe. Im Sinne des Themas hier meine ich, dass es ein gutes, ermutigendes Beispiel dafür ist, wie Menschen wirklich unterschiedlichster Ansichten gegen oder für etwas gemeinsam auf die Straßen gehen. Hier war es mehr gegen (!) etwas, nämlich TTIP, CETA u.ä. Schädlichst wäre, hier jemanden ausschließen oder die Aktion für sich vereinnahmen zu wollen.
Ganz sicher gehen die Teilnehmer bei den Ansichten, wofür (!) wir eintreten, weit bis unvereinbar auseinander. Jetzt gilt es aber erst einmal, drohendes Übel abzuwenden. Insofern fand ich die Demo über Erwarten gut und habe sie persönlich als bestärkend empfunden.


Am 19. April 2015 schrieb Elke Zwinge-Makamizile:

Danke, dass Sie den Offenen Brief von Rainer Rupp an die junge Welt aufgenommen haben.
Ich habe einen Leserbrief dazu geschrieben (und andere dazu animiert, das gleiche zu tun)


LESERBRIEF ZU EINEM IN DER JUNGEN WELT NICHT ABGEDRUCKTEN ARTIKEL von Rainer Rupp.

Ich hoffe, die junge Welt tut alles, um den seit Jahren in der jungen Welt publizierenden, bestens recherchierenden und durch seine Analysen hoch geschätzten Journalisten Rainer Rupp den ihm gebührenden Raum zu geben und alles zu unterlassen, was eine einseitige Beeinflussung des Lesers in Hinblick auf Ken Jebsen und die Montagsmahnwachen als Teil einer breiten und nötigen Friedensbewegung ausmacht! Stünden nicht Rainer Rupp und Andreas Wehr mit ihren Analysen zur Verfügung, hätte die junge Welt, d.h. ihre Leser, ein unbedingtes Manko zu verzeichnen. Ich erwarte einen entsprechenden Raum für Debatten, der nicht vorneweg durch die Redaktion einseitig und durch ausgesuchte Interviewpartner gesteuert wird. Es ist längst an der Zeit, verkrustetes , verharrendes Denken bei Redakteuren wie Dieter Koschmieder und Peter Borak (soweit ich es persönlich überprüfen konnte) aufzubrechen!

Mit solidarischen Grüßen
Elke Zwinge-Makamizile
Genossenschafterin


Am 19. April 2015 schrieb Frank Scholz:

Lieber Ulli Gellermann,

ich gehöre zu den eher stillen Lesern der Rationalgalerie, aber nach
diesem unsäglichen Griff ins Klo der Jungen Welt, mit dem Artikel über
die Friedensbewegung und den Umgang mit Rainer Rupp, wollte ich mal zu
dem Schmierfink von Autor, Namens Stefan Huth, der ja nun auch
stellvertretender Chefredakteur ist anmerken, dass man sich ja nicht
wundern muss, wenn man sein sonstiges Betätigungsfeld beachtet.

Dieser stellvertretender Chefredakteur, hat offensichtlich von Politik
und Friedensbewegung null Ahnung. Seine Interessen liegen
offensichtlich auf anderem Gebiet. Siehe:

http://thalia.de/shop/musikgeschichte-322/mehr-von-suche/BUCH/sa/stefan_huth.html

Besonders ärgert mich der Sachverhalt, weil ich einer von den
Noch-Abonnenten der Jungen Welt bin.

Die Rationalgalerie ist aber eine gute Alternative, wenn die Junge Welt
sich zukünftig selbst zerlegen sollte. Meinen Dank für die vielen
guten, mutigen und erhellenden Beiträge.


Am 19. April 2015 schrieb Eard Wulf:

@Manfred Ebel,

rund 10.000 waren anwesend, selbst der Katholiken-Verein(ups, dürfte man das sagen?) Pegida hatte mehr Zuläufer. Lauter Trauerweiden. Es hätte anders werden können, hätte man sich der breiten Masse zugewandt und nicht (n)irgendwo einen Newsletter platziert. - Man könnte von "nicht wollen" sprechen.


Am 17. April 2015 schrieb Manfred Ebel:

Weltweit konzertierte Protestaktion gegen TTIP, CETA, TISA
RT deutsch:
"In Berlin ist eine Menschenkette geplant, die nach einer Auftaktkundgebung (18.4., M.E.) um 16.00 Uhr am Potsdamer Platz vorbei an der Botschaft Kanadas, der US-amerikanischen Botschaft durch das Brandenburger Tor, bis zur Vertretung der EU-Kommission führen soll. Zu der Berliner Aktion rufen unter anderem die NaturFreunde Berlin, Greenpeace Berlin, BUND Berlin, Attac Berlin, der Berliner Wassertisch, Anti Atom Berlin, Power Shift und viele andere Organisationen und Aktivisten auf."
http://www.rtdeutsch.com/17007/inland/mensch-oder-konzern-wer-regiert-die-welt-globales-anti-ttip-buendnis-plant-weltweiten-aktionstag-am-18-april/


Am 16. April 2015 schrieb Georg Moritz:

Warum ist dieser Artikel unter "Schmock des Monats" einsortiert und nicht unter "Gelesen.Gesehen.Gehört" ? Versehen? Oder ist Schädel der "Schmock des Monats"? Oder Rupp? oder die jW? Ein Vorspann würde helfen.

Antwort von U. Gellermann:

Da Grass schon unter „Gelesen“ eingeordnet war blieb nur der „Schmock“. Da finde ich die aktuelle Linie der JW zur Friedensbewegung gut einsortiert: Verschmockt.


Am 16. April 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Den Übereifrigen ins Stammbuch:
Ich bin noch der Alte, mit Lutz und mit Liebe,
und lese mit Schrecken: Sand im Getriebe!
Das wäre das Letzte, was wir jetzt brauchen,
wo doch die Schornsteine grad so gut rauchen.
Uneins, das gab ´s schon vor rund hundert Jahren.
Wollt Ihr erneut so unklug verfahren?
Das wäre gewiss dann der Anfang vom Ende.
Der Geldadel lacht schon und reibt sich die Hände.


Am 16. April 2015 schrieb Detlev Matthias Daniel:

Menschen haben halt einen Hang zur Bequemlichkeit, davon sind auch linke Intellektuelle nicht ausgenommen. Mit Überschreitung einer gewissen Altergrenze (die bei einigen freilich schon weit vor den Dreißigern einsetzt) hören sie einfach auf, ihre Hausaufgaben zu machen, die da heißen: Selbstkritik (vorgebliche Grundeigenschaft des Intellektuellen).

Hätten sie sie gemacht, so könnten sie auch glaubhaft darstellen und diskutieren, was politisch "rechts" und "links" bedeuten soll: Toleranz, die Haltung zu Herrschaft, Macht, hierarchisch-elitären Welt- und Menschenbildern etc.

Eine alte Erfahrung besagt, daß Gegner einander im Laufe ihres Kampfes immer ähnlicher werden. So fällt ihnen nicht auf, wenn sie selbst zu dem geworden sind, was sie eigentlich überwinden wollten. Verbissen in einen ritualisierten Kampf und Feind, wirken sie im wahrsten Sinne konservativ - die vorhandenen Konflikte erhärtend und konservierend. Und sie reproduzieren ad infinitum den uralten Irrtum:

Es geht nicht darum, Macht und Herrschaft für die "Richtigen", die "Guten" zu erringen, Macht und Herrschaft an sich sind das Problem!


Am 16. April 2015 schrieb André Burguete:

@Manfred Ebel



Ihre Kritik an der `Orientierungslosigkeit´ heutiger Friedensfreunde und deren Mangel an revolutionärer Geschlossenheit scheint plausibel. Ich würde ihr - als Evolutionär - jedoch gern etwas entgegenhalten: Fehlentwicklungen in Ökonomie und Politik werden meines Erachtens nicht dadurch nachhaltig korrigiert, dass eine kleine Gruppe zunächst den fertigen Gegenentwurf ersinnt und diesen dann unter Bruch des geltenden Rechts zum neuen Ordnungsprinzip erhebt. Die unerfreulichen Ergebnisse solcher Putsche, Staatsstreiche oder fremdfinanzierter Revolutionen wie der russischen konnten wir in Europa im vergangenen Jahrhundert zur Genüge erleben. Gewöhnlich bildet sich bei gesellschaftlichen Fehlentwicklungen zunächst eine Art Konsens heraus, dass es so nicht mehr weitergeht. Der nächste Schritt ist eine - in Demokratien zum Glück mögliche - Diskussion über Alternativen, in die natürlich jeder seine ganz persönlichen Erfahrungen, ethischen Maßstäbe und die bisherige politische Orientierung einbringt. Für das Erzielen eines brauchbaren Ergebnisses hängt in dieser, auf den ersten Blick `orientierungslos´ scheinenden Phase alles von der Bereitschaft ab, Anderen zuzuhören und ihre Sichtweisen zu respektieren. Wer in dieser Periode einer noch gar nicht formierte Front der Veränderungswilligen diese zu dominieren sucht, indem er seine Beteiligung an einer Allianz von der Anerkennung vermeintlich ausgereifter Konzepte abhängig macht, behindert nicht nur den Prozess einer demokratischen Konsensbildung sondern beraubt sich selbst möglicher, neuer Sichtweisen auf die Ursachen der Probleme seiner Zeit. Aus diesem Grund halte ich in der gegenwärtigen Situation jedes allzu starre Festhalten an überkommenen Erklärungsmodellen und `erprobten´ Rezepten zur Gesellschaftsveränderung für kontraproduktiv, auch wenn neuere Vorschläge Anderer nicht immer ganz durchdacht und ihr Suchen unbeholfen scheinen mag. 


Antwort von U. Gellermann:

Zu glauben, die russische Revolution sei "fremdfinanziert" gewesen, ist nur möglich, wenn man annimmt, dass der Zarismus, in dessen Diktatur der wesentlich Grund für die Revolution lag, "fremdfinanziert" gewesen sei.


Am 16. April 2015 schrieb gaby weber:

Sehr gut, dass ihr diesen brief von rainer rupp veroeffentlicht habt. vielleicht gibt es ja jetzt eine auseinandersetzung.


Am 16. April 2015 schrieb Manfred Ebel:

Es überschneiden sich regelhafte sozio-ökonomische Strömungen:

a.) Bünde, Vereine, Denkrichtungen, Parteien mit etwa der Lebensdauer eines aktiven Menschenlebens laufen in ihrer Niedergangsphase ins leere und kämpfen mit ihren Auflösungserscheinungen.
b.) Neue Strömungen sägen für den Preis des eigenen Establishments am Stuhl der Alten, obwohl sie in aller Regel keine klareren Ideen haben.
c.) Zu den westlichen "Werten" zählt das vergötterte Individuelle, krampfiges Anderssein, die Selbstvermarktung mit all seinen Abstrusitäten und nachhaltiger Schädigung alles Gesellschaftlichen, damit das die Individuen und die Gesellschaft Stabilisierende und Erhaltende.
d.) "Wenn jemand den Auftrag gehabt hätte, ..." - Natürlich gibt es diese Jemande! Trittbrettfahrer und Steigbügelhalter - und Erfolge sind ihnen nicht abzusprechen.
e.) Materielle und geistige Orientierungslosigkeit im Spätkapitalismus. Der kapitalistische Lebenssinn sind selbstverständlich die Lohnarbeit und der Konsum, nicht die Arbeit oder Tätigkeit überhaupt. Lohnarbeit wird immer weniger gebraucht, Lohnarbeiter (-sklaven) halten um der nackten Existenz willen an Lohnarbeit fest.
f.) Dekandenz als Massenerscheinungen in allen Bereichen gesellschaftlichen Lebens - besonders Massenkommunikationsmittel, Bildungswesen und Allgemeinbildung, Kultur, Kunst, Geschmack, Wissenschaft, Konsum.

So ist wenig verwunderlich, wenn wie auch in dieser Kontroverse gezeigt, Orientierungslosigkeit die Oberhand gewinnt und Wesentliches nicht mehr als solches erkannt wird.
Produktives Neues Denken ist vonnöten. Dazu ist Frieden eine, die Voraussetzung.


Am 16. April 2015 schrieb André Burguete:

Wäre ich Junge-Welt-Chefredakteur würde ich mich bemühen, Warren Buffett für eine Kolumne zu gewinnen. Schwer dürfte das nicht sein, denn schon ein kurzer Blick auf das aktuelle Gezänk sollte diesem Mann ausreichen, um sich aufs Wunderbarste in seiner Zuversicht bestätigt zu finden, dass seine Klasse erneut den Sieg davon tragen wird. Für einen Einprozenter ist der Unterhaltungswert solcher Balgereien unter den Schlachtschafen mit Sicherheit enorm und wer weiss - vielleicht steigt er zwecks Auflagensteigerung des Ergötzens sogar als Teilhaber ein?


Am 16. April 2015 schrieb Hans Jon:

"FRIEDEN" ist nur ein WORT der SEHN-SUCHT!
"FRIEDENS-"KAMPF" ist KRIEG!
Alle "RELIGIÖSEN" und "IDEOLOGEN" kämpfen seit 10T.J. "für i h r e n (!) FRIEDEN"!

Im März 1982 notierte ich die folgenden "alten" FRIEDENS-ZEILEN, die die DDR-STASI fand bei der Hausdurchsuchung ... und gar nicht "gut" fand, denn es gibt ja den "guten" und den "bösen" FRIEDENS-KAMPF"!:

"Bewaffneter Friedenskampf!", wie?,
nun auch mit ATOM-Energie?
Bringt keine Wende der Not,
nur den sicheren Völker-Tod!
Drum!, ohne den Mord-Einsatz von Waffen,
durch allseitige Ent-Rüstung den Frieden schaffen!
Gemahnt seit 2-Tausend Jahren:
"Schwerter zu Pflugscharen?!
(JON)
FRIEDENS-FAKTEN:
In 10T.J. gab es 250 Jahre "FRIEDEN" zwischen 14.400 KRIEGEN mit 3,5 Mrd. TOTEN! Die 250 Jahre "FRIEDEN" waren allerdings "KALTER KRIEG" mit "WETT-RÜSTEN" --- "auf zum LETZTEN GEFECHT"!!!


Am 16. April 2015 schrieb Tor Habita:

"Es ist nicht gut, sein Leben lang zerrissen zu sein ..." aus Herr der Ringe von Tolkien.

@ Heinrich Triebstein zur französsischen Karikatur aus den 1960er Jahren: 
Ich hoffe ihr denkst nicht, das Jesus rechts steht - das war mal eine revolutionäre, emanzipatorische und antikapitalistische Friedensbewegung. Jesus sprach sogar mit Frauen - die hatten damals weniger zu sagen als Sklaven. Und um Marx zu zitieren: Wenn das Marxismus sein soll, bin ich kein Marxist! in Godesberg [wenn ich mich nicht irre dazu, das Personen den Verlauf des Kapitalismus beherrschen und eben nicht abstrakte Zwangsmechanismen, denen jeder sowohl Kapitalist*in als auch Arbeiter*in unterworfen ist.] 



@ Paul-Wilhelm Hermsen: 
versenke deine Stimme - erhebe sie aber auch (gut wie hier) - dividere = teilen | trennen | verteilen ... 

Zuerst sagt `monty´: "Habe das ganze verschlafen" und merkt nicht, dass er nach einem Jahr "dividiert" -?- der DFG-VK war schon besser aufgestellt, wohin soll das also führen? Zum Geld, oder zur "organisierten revolutionären Bewegung"? Ich möchte mich der Frage von Andreas Wehr anschließen: Wer und wo ist bitte schön diese "organisierte revolutionäre Bewegung"? 

Danke Uli, danke Rainer, dank an die, die selber Denken ...
 


Am 16. April 2015 schrieb Rob terMeer:

@Verena Gärtner

Ebenso wie Verena Gärtner habe ich den betreffenden Artikel von einem Carlchen in der JW gelesen: "Es gibt keine alte Friedensbewegung mehr, ihre Zeit war in den 80er Jahren, unter dem Eindruck der Blockkonfrontation und der NATO-Nachrüstung", schreibt der blinde Analytiker dort und tritt mal eben die immer noch X-tausend, die von der "alten Friedensbewegung" bewegt werden, in die Tonne. Als Redakteur bei einem Blatt, das kaum 15.000 Exemplare unter die Leute bringt sollte er mal nicht das Maul so voll nehmen.

Tut er aber: "„Es wird sich zeigen, ob die organisierte revolutionäre Bewegung wenigstens einen Kern an Wissen, Personal und Erfahrung retten und konsolidieren kann." Wer wird das sein, die beschworene rrrrrrevolutionäre Bewegung? Carlchen und die 60 Zwerge von der Jungen Welt? Erbarmen! Wenn diese Sektierertruppe die neue RRR-Bewegung ist, dann möchte ich nicht der Kern sein, den die JW offenkundig feindlich übernehmen will.


Am 16. April 2015 schrieb Thomas Immanuel Steinberg:

Verlag und Redaktion der jungen Welt sollten verraten, wer bei ihnen das Sagen hat: Dieter Koschmieder allein - oder dürfen die übrigen Mitglieder der Genossenschaft auch mitreden? Offenbar ist doch dem Polit-Kommentator Ken Jebsen das Betreten der Berliner Urania während der Rosa-Luxemburg-Konferenz Anfang 2015 auf Wunsch von Koschmieder verboten worden. Und die Redaktion hat sich gebeugt, weil Genossenschaftsmitglieder wie ich eh kein Gewicht haben. Was aber macht die Redaktion, wenn ich meinen Genossenschaftsanteil zurückfordere, mein Online-Abo kündige und andere es mir gleich tun? Dann kann sie im Mauerpark spazieren gehen.


Am 16. April 2015 schrieb Heinrich Triebstein:

Die Linke, die Rechte. Was ist das? Angesichts der Gefährdungen, die der unregulierte Kapitalismus mit seinen Systemen der "organisierten Unverantworlichkeit" zu verantworten hat.
Ein französicher Karikaturist aus den 1960er Jahren hat es auf diesen Punkt gebracht: Links Marx, rechts Jesus, in der Mtte der Kapitalist. In seiner Sprechblase zwei Worte: "BATTEZ-VOUS" (Haut euch!).
Joseph Stiglitz 2011 in seinem Artikel "Of the 1%, for the 1%, by the 1%" bietet den Aktiven von Occupy die Schlussfolgerung: "Also sind wir die 99 Prozent".
Diese sind aber politisch nicht handhabbar. Dieses Problem lösen Antonio Negri und Michael Hardt in ihrem schmalen Bändchen "Demokratie!", indem sie eine Differenzierung vorschlagen: Unter den gegebenen Verhältnissen leiden vier Gruppen: die Verschuldeten, die z.B.25 Jahre lang zu schuften haben, um den Kredit zurückzuzahlen, den ihr Bankberater mit einem Klick und drei Stunden Papierarbeit aus dem Nichts geschöpft hat; die Vernetzten, die vor lauter Erreichbarkeit an jedem Ort und zu jeder Zeit nicht mehr zu sich selber kommen; die Verwahrten, die in den Gefängnissen, Krankenhäusern, psychiatrischen Anstalten fremde Hilfe benötigen; die Vertretenen, die wählen können wen sie wollen und doch nichts dagegen ausrichten können, dass die Gewählten ihre vom Souverän auf Zeit verliehene Macht in den Dienst von Herrschaft stellen. Herrschaft ist das, was über Leichen geht. Herrschaft üben diejenigen aus, die nach einem Liedtext von Kurt Marti im Gesangbuch der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (und anderen unierten Landeskirchen) "mit dem Tod uns regieren".
Wo bleibt das Positive?
Ich habe es bei Vater Robert (Keyneskenner) und Sohn Edward (Philosoph) Skidelsky in "Wie viel ist genug - Vom Wachtumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens" gefunden:
Sieben Basisgüter: Gesundheit, Sicherheit, Respekt, Persönlichkeit, Harmonie mit der Natur, Freundschaft, Muße.
Oh hätten doch die -gidas das "I" in ihrem Namen für "Idiotisierung" gesetzt. Dann hätten sie sich und all ihren Mitmenschen die Chance eröffnet, sich gegen den Satz des Gründers von BILD und anderen Organen zur Wehr zu setzen: "Ich war mir seit Kriegsende darüber klar, dass der deustche Leser eines auf keinen Fall wollte, nämlich nachdenken. Darauf habe ich meine Zeitungen eingerichtet."


Am 16. April 2015 schrieb Verena Gärtner:

Ich hatte die beiden von Rupp zitierten Artikel in der JW gelesen und dachte: Jetzt haben die Trolle die JW gekapert. Schon an der gestelzten Sprache war die Geistesarmut zu erkennen. Da wagt es ein unterbelichteter Schreiber uns die Schimäre einer „organisierten, revolutionären Linken“ als Alternative zur politisch breiten Friedensbewegung anzubieten! Diese engbrüstige Vorstellung vom Widerstand gegen die immer noch aktuelle Kriegsgefahr kann nur das Ergebnis einer gigantischen Selbstüberschätzung sein: Man hält sich selbst für die "revolutionäre Linke". Das ist peinliches Sektierertum. Schade um die JW, war mal eine gute Zeitung.


Am 16. April 2015 schrieb Aleksander von Korty:

RAINER W. RUPP,
nach wie vor ein herausragender und aktiver "KURIER des FRIEDENS"! ! !
Seinem gesamten, bisherigen Lebenswerk zolle ich meine uneingeschränkte Anerkennung.
Mach weiter so Genosse !!!


Am 16. April 2015 schrieb Paul-Wilhelm Hermsen:

Donnerwetter - erst blieb mir die Spucke weg. Mit ein wenig Tee habe ich dann meine Zunge wieder lösen können, um mich selber beim Lesen murmeln zu hören: "Das kann doch alles nicht war sein?" Im Nachhinein erahne ich, warum ich instinktiv die jW nicht in den Kreis meiner Favoriten aufgenommen habe. Die Lachnummer aus Montys Schädel, bei dem es sich um einen Schläfer handelt, als Schmiede für ein Schwert zu nutzen, mit dem man dann Montagsmahnwachen und Friedenswinter zwischen die Schulterblätter stößt, ist für mich jedenfalls eine Aktion jenseits jeglicher Vernunft und vor allem Moral. Eie eta 60 Gleichgesinnten aus der Redaktion der jW scheinen nun offenbar vom neoliberalen Virus befallen zu sein, von dem Jean Ziegler sagt: "Es ist wie AIDS. Erst zerstört es Dein Immunsystem, dannn dich selbst." Genau das ist, wogegen z.B. Ken Jebsen u.a. kämpft, indem er ständig ermahnt: "Lasst Euch nicht auseinander dividieren!"

Erschütternd, was ich hier zur Bedrohung von Person und Familie dieses außergewöhnlichen Intelektuellen lesen muss! Ich sage an dieser Stelle ausdrücklich noch einmal: "Mir ist es völlig egal, ob ich mit Rechten oder Linken gemeinsam für den Frieden und für die Befreiung von unserer Besatzungsmacht USA eintrete!" Das ist genau einer der Gründe, warum ich seit über 20 Jahren meine Stimme eben nicht in irgendeiner Urne versenke und abgedroschene Begriffe wie rechts und links meide wie der Teufel das Weihwasser.
Respekt, Herr Rupp - Respekt, Uli!

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