Gündogan vom Platz

Erdogan vor ein Menschen-Recht-Gericht

Autor: U. Gellermann
Datum: 11. Juni 2018

Fußball-Fans gelten nicht als politisch sehr sensibel. Meist denken sie: Unsere Mannschaft ist gut, also gehen wir mit ihr durch dick und dünn. Erst recht wenn mal wieder Fußball-Weltmeisterschaft ist. Aber manchmal haben selbst die treuesten Fans die Faxen dicke: Ilkay Gündogan (Gelsenkirchen) spielte am Freitag beim letzten WM-Test der deutschen Fußballer gegen Saudi Arabien unter Pfiffen. Schon beim Auswärtsspiel in Österreich begleiteten ihn Pifffe - bei fast jeder Aktion. Ilkay Gündogan und Mesut Özil sind die beiden Schlaumeier, die sich grinsend neben Recep Tayyip Erdogan für dessen Wahlkampf fotografieren ließen und ihm ein Trikot mit der Aufschrift "Mit großem Respekt für meinen Präsidenten" überreichten. Nur zur Erinnerung: Erdogan ist der aktuelle Diktator der Türkei.

Vom "Deutschen Fußball-Bund (DFB)" ist man viele reaktionäre Geschmacklosigkeiten gewöhnt. Schon der legendäre Fußball-Bundestrainer Sepp Herberger war vorher, bei den Nazis, Reichstrainer. Das hatte niemanden der neuen Obrigkeit gestört. Schwamm drüber. Denn mit Herberger stiegen die Deutschen bei der Weltmeisterschaft in Bern immerhin wieder zu einem achtbaren Mitglied der Völkerfamilie auf. Weltkrieg und Judenmord hin oder her. Wer darüber geschwiegen hatte, der mochte auch jetzt nicht die Frage stellen, wie viel Nähe zur Diktatur denn in Deutschland möglich ist.

Und weil deutsche Medien nur selten besser sind als der DFB haben manchen von ihnen die Pfiffe eifertig umgedeutet. Einen Höhepunkt lieferte der SPIEGEL, zu den Pfiffe fiel ihm ein: "Der Kern des würdelosen Spektakels ist Rassismus.". Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG verfiel dem schweren Mitleid und hörte "Pfiffe, die auch die Mitspieler treffen". Doch den echten Höhepunkt lieferte der West-Berliner TAGESSPIEGEL". Der behauptete glatt: "Deutschland pfeift sich aus". Selbst jene Medien, die eine leise Kritik am Treffen von der beiden Nationalspieler mit Erdogan äußern mochten, brachten es nicht über sich, das Treffen mit dem Diktator, das den natürlich aufwertete, als falsch, als undemokratisch und verwerflich zu bezeichnen. Zugegeben: Wenn die Kanzlerin sich mit dem Mann trifft, warum nicht auch Özil und Gündogan, wird sich mancher Chefredakteur gefragt haben.

Dabei wäre es, nähme man das grundgesetzliche Sonntagsgeschwätz ernst, so einfach: Gündogan muß vom Platz, Özil erst gar nicht drauf und Erdogan vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 15. Juni 2018 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

Der Ball rollt. Ob Erdolf-Gündogan Özil spielt ist noch nicht raus, der türkische/kurdische Kollege in Köln-Deutz stimmt so ab wie er will, die Russen gewinnen im Schach und 5:0 gegen die Kicker aus dem wahabitischen Kopfabschneiderstaat und stellen mit 5:0 auch auf'm Platz ein Ergebnis wie im Syrienkrieg her.
Diese Wahabiten und Moslembrüder wie Erdolf sollen mit der BRD, also mit unseren Regenten sabbelt der Seibert, gut befreundet und bei unseren Regenten und denen von verdi/bsirske90/dieguten auch guter Kunde sein; es wurde gerade vermeldet das Heckler&Koch seinen Umsatz durch die Lizenzverkäufe von ganz kleinen und noch viel kleineren Kleinstwaffen aus der Lizenzproduktion in Wahabitistan erneut steigern konnte. Das Geschäft brummt dort, also auch hier, oder wie der Fabrikarbeiter zu sagen pflegt die Luft brennt, auch im Jemen, ganz doll sogar! Denn im Jemen scheint nicht nur die Sonne, da strahlt auch das abgereicherte Uran der US-Amerikanischen DU-Bomben.
Hoffentlich haben die Banderas, die Asovs, der Biden und die Schokoporos in Kiew das 5:0 aus Moskau gegen Saudi Arabien auch gehört und gesehen. Kiew ist für einen Russen nicht weit weg. Vice versa leider schon.
Das hat alles nichts mit Demokratie zu tun, das hat mit Fußball und Kriegen zu tun. Und für den Sieg da müssen die Bälle rollen oder die Räder, die Kettenräder vom Sherman-Tank z. B. oder die Ketten vom Leopard 2.
Also die rollenden Leoparden, das sind nicht die Leos aus der BRD die da rollen. Die BRD-Leos haben keine Kleider und rollen nicht, die sind ja alle kaputt sagt die Flintenuschi. Und die Uschi muss es ja wissen. Hat Fr. Albrecht doch 2013 das Unter-nehmen-Sberatungs-klau-Institut McKindings (das könnten, dem Namen nach, Schotten sein) für ca. 250 Mio EURO beauftragt einmal zu schauen warum denn die vielen Leos nicht so richtig rollen. Der Sherman rollt Tag täglich über die kaputte deutsche Autobahn gen Osten. Der schafft das. Und Mr. Sherman fährt auch gerne mit seinem Ford Mustang mit Vollgas über the-german-autobahn. Vollgas kann er ja zu Hause nicht, Sherman-Mensch-Tank ist Offizier und Gentleman.

Ja, 2006, da war der Leo noch gut dabei, nicht als Waffe sondern als Maskotchen ohne Hose während des damaligen WM-Sommermärchens. Damals wurde die Märchensteuer erhöht. Und wie im Märchen, so ist es heute fast wieder. Im Deutschen Bundestag ist zum Beispiel Alarm im Märchenwald. Pah, Parteispende, das haben wir hinter uns gelassen (bis auf Fr. Ministerin Weinkönigin), im Bundestag wird gerade die Geldschatulle geöffnet. Zweite und dritte Lesung, pah, alles in einem Aufwasch und mit Persilscheinabwasch. Mit Verlaub sie Bürgerarschloch. Der gute alte Joschka, was hat er doch gelacht selbiges. Für sich selbst nie, niemals. Es handelt sich ja um Steuergeld. Für die Parteien ist das viele Geld. Einmal noch alternativlos sein, das ist es.

Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit und brauchen dafür Geld. Und wenn sich alle über, und unter auch, an der WM erfreuen dann sollen, können und müssen, dann darf sich der deutsche, der bescheidene Bundestagsabgeordnete jeder Fraktion auch einmal erfreuen. Freude mit ARD und ZDF zu teilen, in der ersten Reihe und mit zwei Augen am Buffet auf dem Oberdeck der Titanic. Ach ist das schön hier, herrlich! Sich freuen für seine Partei, herrlich.
Tor, äh Prost!

P.S. Die Sportsender residieren ja gar nicht an der Moskwa. Die sind am Tegernsee in ihrer Wolfsschanze oder im Adlerhorst, bei Lahm, Beckenbauer und Strauss? Ein Schalk-Golodkowski wer Böses dabei denkt. Wo ist die Knete Gregor?





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Am 14. Juni 2018 schrieb altes Fachbuch:

@jens humml

der mann, den sie suchen, spielt beim vfb und in der russ. auswahl: nennen sie ihn andreas beck;)

@u.gellermann
hier beteiligung und abstimmungsergebnisse der auslandstürken beim referendum:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-referendum-so-stimmten-die-auslandstuerken-ab-a-1143662.html

darunter werden auch ford-mitarbeiter sein.

Antwort von U. Gellermann:

Es soll sogar Ford-Kollegen geben, die Diesel montieren.


Am 14. Juni 2018 schrieb M. Schmidt:

"Keiner hat die beiden gezwungen!"
...stimmt...
aber viel zu kurz gegriffen.
Es macht scheinbar größten Spaß auf 2 Fußballern rumzutreten um seinen persönlichen Frust loszuwerden!?

Man stelle sich nur vor, die versemmeln die WM ...oder treten das Siegtor....!?

Das ist doch "Streit in der Badstaße"...ohne jede Bedeutung ....totale Nebensache!

Im weltpolischen Monopoly herrschen ganz andere Akteure und auf die sollte man sich konzentrieren.

Antwort von U. Gellermann:

Wie die Mainstream-Medien auch vermeiden Sie peinlich den Begriff „Diktator“.


Am 13. Juni 2018 schrieb Sebastian Gondolatsch:

Ich verstehe nicht, warum jetzt auf diesen beiden so rumgehackt wird. Sicher: ich hätte mich einem Erdogan nicht zur Verfügung gestellt. Allerdings auch nicht einer Angela Merkel (die war doch sogar bei der Mannschaft in der Kabine! Ich habe niemanden gesehen, der da seinem Unmut Ausdruck verliehen hätte..), einem Folterfreund Steinmeier, Drohnenmördern oder sonstigen Kriegstreibern und-verbrechern. Das wird alles nur hochsterilisiert (frei nach Bruno Labadia, glaube ich): Fußballer sind allgemein nicht die hellsten Kerzen am Baum.

Antwort von U. Gellermann:

Keiner hat die beiden gezwungen.


Am 13. Juni 2018 schrieb Hagen Kühn:

Lieber Herr Gellermann,
Es ist immer schlecht, Tyrannen aufzuwerten. Darüber muss man nicht streiten. Aber die geschürte Aufregung gegen die beiden Fußballprofis Gündogan und Özil ist reine Propaganda: einerseits ist es ist verwerflich, wenn Fußballer sich mit Erdogan ablichten lassen andererseits ist es selbstverständlich, dass die deutsche Regierung demselben Erdogan Panzer liefert, mit denen er völkerrechtswidrig in ein Nachbarland eindringt und Menschen mordet und es wird ebenso fraglos hingenommen, dass die Kanzlerin eine Woche vor den türkischen Wahlen denselben Erdogan mit einem offiziellen Besuch geadelt hat (und sich mit ihm ablichten ließ). Man weiß nicht, was man mehr fürchten und verachten soll: den Zynismus der Propagandajournalisten oder die Blödheit des pfeifenden Mobs.
Viele Grüße und Dank für Ihre Arbeit

Antwort von U. Gellermann:

Mir würde nie einfallen Fußball-Fans als Mob zu bezeichnen: Auch unter denen gibt es Gegner der Diktatur. Zudem: In der Nähe des Austragungsortes des Pfeif-Spieles liegen die Ford-Werke. Dort arbeiten jede Menge linke Türken/Kurden. Wenn die pfeifen ist das alles andere als blöd. Es ist Teil ihres politischen Kampfes.


Am 13. Juni 2018 schrieb Reyes Carrillo:

Altes Fachbuch schreibt:
„…ist es nicht eher so, dass dieser stetig unsensible mob, aufgehetzt von unseren werteMM, ein kommando "fass" bekommen haben, und nun diesem hündisch folgen? den pfeifen politische sensiblität oder demokratische rechtschaffenheit zu bescheinigen, erscheint mir abwegig!!“

Dieser Beobachtung schließe ich mich - natürlich! - an. Die Projektion, dass sich da auf den Rängen eine politische Haltung aus der empörten Seele pfeift, ist abenteuerlich. Solch Adelung tiefer gelegter Mob-Schwarm-Emotionalisierung halte ich für kontraproduktiv. Den im Kern grundsätzlich aus sich selbst heraus offenen oder nur halbwegs übertünchten Nationalismus des gemeinen Fußball-Mobs zum Testimonial politischer Feinfühligkeit zu küren, lässt mich frösteln. Und ja, auch da hat oben zitierter Kommentator Recht: Das hat schon arg was von Gesinnungs-Polizeilichem, was du da aufgeschrieben hast.

Deine Erdogan-Empörung ist natürlich völlig berechtigt. In den von dir aufgemachten Kontexten dieses Artikels erleidet diese aber einen unnötigen, geradezu peinlichen Schwächeanfall.

Antwort von U. Gellermann:

Joachim Löw: "Ich frage mich allmählich, was soll Ilkay nun tun? Er hat sich der Presse gestellt, er hat gesagt, es war kein politisches Statement. Was soll er denn noch machen?“ So oder so ähnlich hat der DFB reagiert. So oder so ähnlich war auch der Tenor des MedienMainstream. Steinmeier, meldet der SPIEGEL "Heimat gibt es auch im Plural“. Der Treff mit einem Diktator wird kaum thematisiert. Natürlich werden im Stadion auch deutsche Nationalisten gepfiffen haben. Aber was ist mit den Türken/Kurden, die in Leverkusen die Gelegenheit zum Protest gegen die Diktator-Liebchen genutzt haben? Alle „hündisch“? In der Nähe des Austragungsortes liegen die Ford-Werke. Dort arbeiten jede Menge linke Türken/Kurden. Meine Information sagt: Die wollten mal Gesinnungspolizei machen. Prima


Am 13. Juni 2018 schrieb Michael Schmidt:

Hallo Herr Gellermann,
das ist der schwächste Artikel den ich je von Ihnen gelesen habe. Kurzsichtig, überheblich, voller Vorurteile und sogar Sozialneid scheint da durch. "Fußball-Fans gelten nicht als politisch sehr sensibel." kommentiere ich lieber gar nicht....Anmaßung und Überheblichkeit in höchster Vollendung.
Die Begegnung der beiden Fußballer mit Erdogan war deren private Sache, völligst nebensächlich und uninteressant, wurde und wird medial aber aufgeblasen und so hoch gehängt zum Zwecke der Stimmungsmache gegen die WM, insbesondere gegen die Russen und ihren Präsidenten und Ausländerbashing gibt es gratis dazu. Und Sie springen genau auf diesen Zug auf!?
Das ist zumindest mein Eindruck und ich bin ziemlich entäuscht!

Den Kommentar können, müssen Sie aber nicht veröffentlichen, denn diesen habe ich speziell an Sie persönlich verfaßt.

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich werden Diskussion um Artikel der RATIONALGALERIE immer öffentlich geführt.
„Privat“ ist an diesem Fall gar nichts: Die beiden jungen Millionäre haben hoch bezahlte PR-Berater, sie kümmern sich schon um die passende Öffentlichkeit. Ihre Zuschrift scheint weniger öffentlich zu sein: Genau wir die Mainstream-Medien tun Sie so, als wäre es Treffen der beiden mit ihrem Onkel gewesen. Der Onkel Erdogan ist aber nicht nur Präsident sondern auch verantwortlich für Massenverhaftungen, für Folter und brutale Unterdrückung.


Am 12. Juni 2018 schrieb Hartmut Barth-Engelbart:

Hat sich das deutsche Basketball-Wunder Dirk Novitzky jemals mit Schröder oder Merkel oder sonstigen Angriffskriegern fotografieren lassen? Oder mit dem Freidesnobelpreis-Drohnenmörder Obama und dessen Außenministerin Killary Clinton ? An den Händen dieser werten Damen und Herren klebt mehr blut als an denen Erdogans und zumindest die US-Amerikanischen Keller sind genauso wenig wirklich demokratisch legitimiert wie Emir Erdogan.

Welxche Fußballstars haben denn damals mit unseren Oberhäupters vor den Kamera posiert, als Richard von Weizsäcker Saddam Hussein via Bosch-Stiftung gegen die Kurden und die Iraner aufrüstete. als noch unter Kohl die türkische Armee mit ausrangierten NVA-Panzerfahrzeugen gegen die Kurden ausstaffiert wurde?
Und nun zum Sepp Herberger: der war Trainer des VFL Neckarau, eines proletarischen Fußballvereins in der Mannheimer Vorstadt. In der Vereins-Stammkneipe tagte 1962/63/64/65/66 die DFU und damit der örtliche Grundstock für die danach gegründete DKP - hier habe ich nach gescheiterten erste Störversuchen von rechts meine ersten linken Nachhilfestunden erhalten, mit dem Ergebniss, dass ich wegen meiner Unterstützung des Metaller-Streiks für die Lohnfortzahlung bei Krankheit und gegen die dann folgende Aussperrung - von der Schule flog und meine Wiederaufnahme und mein Abitur genau denen mitzuverdanken habe, die als kommunistische Metaller öffentlich Druck gemacht haben für die Rücknahme meines Schulverweises und mich wegen meines Einsatzes: Flugblätter und Lieder für den Streik, als Ehrenmitglied in die IG-Metall aufgenommen haben. Der Kneipenwirt war ex-VFLer, beinamputiert-kriegsversehrt, ein Linker und trotzdem ein Herberger-Fan. "Der Sepp hat sich halt bestechen lassen. Aber er hat geglaubt, damit auch viele unserer Spieler retten zu können, wenn er seinen Einfluss nutzt! Ihm isses halt immer um die Menschen und den Fußball gegangen!" das haben mir viele Neckarauer so gesagt. Übrigens hat unser Gründauer KPD-Widerstandskämpfer im Strafbataillon 999 in Griechenland und dann in Jugoslawien von 1942 bis 1944 Wehrmachts-Fußball-Spiele organisiert - bis er Ende 1944 desertiert ist.
Kann n gut sein dass ihn das alles bis zur Unkenntlichkeit verbogen hat. nd dass die Gröfaz-Nachfolger da kräftig mit Finanzspritzen weiter gebogen haben. Aber zu diesem Thema wäre doch eine etwas differenzierte Betrachtung nötig. Beim Coco-Cola Deutschland Monopolist und verhindertem Kreta-Fallschirmjäger Max Schmeling liegen die Dinge schon erheblich klarer. Aber auch der ist eher ein kleiner Bei-Raub- Fisch. Da sollte man sich doch lieber an die Kollektivschuldprediger und Kriegsgewinnler, Kommissarsbefehlsvollstrecker, Judensäuberer und Herrenreiter im Regiment GRAF bis 35 Kilometer vor Moskau halten, die sich sicher in die Etappe zurückzogen, während der Schütze Arsch in Stalingrad dann das MG rein- und Kopf und Arsch hinhalten musste. Oder nehmen wir meinen Onkel, den Quartiermeister des Nordatlantikwalles in Norwegen, Oberstleutnant Gaethgens, der Ex-Verbindungsoffizier zwischen Mussolini und dem "Führer-Hauptquartier", der u.a. für die Vernichtung von 20.000 sowjetischen Kriegsgefangenen verantwortlich war und die davon zunächst 5.000 Überlebenden der Todt-Baustellen der unterirdischen U-Boothäfen und Flugzeughangars in den Felsenmassiven beim Rückzug der Wehrmacht liquidieren ließ.


Am 12. Juni 2018 schrieb Jens Humml:

Es ist eigentlich richtig schade, daß die Russen keinen besonders guten Fußball zu spielen scheinen.

Es wäre doch zu schön, wenn ein derartiger Spitzenmann aus dem finsteren Reiche des Ostens sein Ansehen in der Bundesliga erspielen könnte. Wie wir wissen, genügte in der Vergangenheit eine hohe Qualifikation in einem Bereich des Leistungssportes völlig, um eine solche Spitzenkraft dem Deutschen Volke zugerhörig zu erklären. (Gut, im konkreten Falle wäre vielleicht noch die eine oder andere, die Verachtung des Herkunftslandes ausdrückende, Bekundung eine zusätzliche „Einstellungsvoraussetzung".)
Gesetzt den Fall, einer solchen Größe gelänge dann auch die Aufnahme in die Nationalmannschaft - wir würden wirklich zu gern wissen, was geschähe, wenn selbiger sich, entgegen „aller" Annahmen, in gleicher Weise mit demjenigen, "dessen Namen nicht genannt werden darf", zeigen würde.
(Obwohl - eigentlich wissen wir das schon.)


Am 12. Juni 2018 schrieb Karola Schramm:

Ich merke wieder einmal, bei Gellermann in der Rationalgalerie lernt man nie aus. So z.B. habe ich nicht gewusst, dass der Sepp, der Herberger, schon bei den Nazis aktiv war. Nur - war er es gerne? Ich weiß, ich weiß, Opa und Uropa - sie alle waren keine Nazis, sagen sie, wenn sie noch leben oder als sie noch lebten. Nichs zu machen. Heil haben wohl andere gerufen.

Man könnte vermuten, dass, wenn die Widmung für den Herrn Erdogan, in türkisch geschrieben worden wäre, beide es nicht lesen konnten. Aber in Deutsch?
Da kann man sich wirklich fragen, was sich die beiden dabei gedacht haben oder ob sie überhaupt nicht gedacht haben. Dann bleibt die Frage, was ihnen den Verstand so ausgeschaltet hat. Haben sie keinen oder steckt der nur in den Füßen?
Hin oder her. Es bleibt nur eines: "Gündogan vom Platz, Özil erst gar nicht drauf und Erdogan vor den Europäischen Gerichtshof," doch da vermute ich, wird nichts draus werden, weil dann nämlich auch mit Sicherheit von Bestechung oder Erpressung die Rede sein wird, da Erdogan sich verteidigen muss. Und dann? Wird mit gleicher Sicherheit der Name Merkel fallen. Und wer will das denn? Also dann ist es besser "toter Mann" oder "tote Männer" spielen. Oder noch besser: Wie die drei Affen: Nichs hören, nichts sehen, nichts sagen. Auch ein schönes Gesellschaftsspiel. Wir alle können dann raten und mit den Medien spekulieren - vielleicht sogar Wetten abschließen, wie die Abmachungen zwischen Erdogan, Merkel und der EU waren und was das Alles gekostet hat. "Ohne Moos ist eben auch in der Politik nix los."


Am 12. Juni 2018 schrieb altes Fachbuch:

der lieblingsfeind - erdogan

"Fußball-Fans gelten nicht als politisch sehr sensibel.... Aber manchmal haben selbst die treuesten Fans die Faxen dicke.."

ist es nicht eher so, dass dieser stetig unsensible mob, aufgehetzt von unseren werteMM, ein kommando "fass" bekommen haben, und nun diesem hündisch folgen? den pfeifen politische sensiblität oder demokratische rechtschaffenheit zu bescheinigen, erscheint mir abwegig!! viele von denen würden lieber eine DEUTSCHE NATIONALmannschaft sehen, als eine gecastete "die mannschaft"! rassistische ausfälle in stadien sind allgegenwärtig.

und was ist passiert?
- in london (nicht GER)
- treffen mehrere (nicht nur özil und gündogan) türk. sportler
- am rande eines pr-termins bei einer türk. stiftung (also nicht vorder gründlich, aber dennoch...
- das türkische staatsoberhaupt, also des landes, in dem teile ihrer familien noch leben
- und übergeben club-trikots (keine vom dfb!!)

sie erklären das so:
https://www.sport1.de/internationaler-fussball/2018/05/ilkay-guendogan-erklaerung-zum-treffen-mit-recep-tayyip-erdogan-im-wortlaut

punkt!!!
es hat schon was von meinungs- und gesinnungsterror, wenn die zwei sich erklären MÜSSEN!
die lassen sich auch mit merkel und steinmeier, oder rasierern und selterwasser ablichten!! vielleicht haben die einfach auch nur geld für das bild genommen!?

regen sich die fankurven der beiden in london oder mancity über die sache auf, oder sind die weniger sensibel, sprich undemokratischer bis politisch dümmer??
wenn es als politisch korrekt gilt, 2 dt. nationalspieler so anzugehen, was machen wir dann mit den wm-teilnehmern iran oder saudi-arabien??

erdogan habe ich nicht erwähnt, weil ich ihn nicht kritisieren MUSS!!
ein "fass" kann ich nämlich auch nicht akzeptieren

Antwort von U. Gellermann:

Erdogan ist sicher kein Liebling. Ganz sicher ist der Feind derer, die gegen Diktaturen sind.
Der arme Özil: Mehrfacher Millionär, Besitzer einer Luxusvilla in London und einer Garage voller Luxus-Schlitten.
Eine Gesinnung besitzt er allerdings erkennbar nicht.


Am 12. Juni 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Tja, einige schreien noch immer: Raus aus der Nationalmanschaft, mit zwei n ?.
Eigentlich müssten sie, wenn man es konsequent zum Ende denkt, geteert und gefedert werden, wie im Mittelalter. Was wird da für ein Film von gemacht. Sie haben einen Fehler gemacht. Ja, den hätten sie besser nicht gemacht. Haben sie aber. Ja und ? Solch ein Fehler wird sich nicht wiederholen, denn dann weiß man, was einem in diesem Land blüht. Wieviel erhobene Zeigefinger, und wieviel politisch korrekt verträgt die Republik ? Da wird mir angst und bange, wenn es schwerwiegendere Fehler gibt. Und wer entscheidet, was darf oder nicht sein darf ? ich hatte vergessen: Der MM ist es, und diese Aufgabe nimmt er verdammt ernst, wie wir soeben konkret erleben dürfen. S. Startseite
Wer schreit denn raus aus der Nationalmannschaft ? Sicherlich regen die sich am meisten auf, denen wohl eine deutsche Nationalmannschaft vor dem geistigen Auge schwebt. Deutsche Spieler.
Erdogan der Despot, der die Kurden abschlachten lässt, der in Afrin wütet, der Demokratie und Menschenrechte verachtet, der von der Bundesrepublik mit Waffen und Ersatzteilen für den Leopard beliefert wird, der manipuliert, der Journalisten wegsperrt, der Mesale Tolu immer noch in der Türkei festhält, und mit dem die Bundesregierung hinter den Kulissen zusammen arbeitet macht doch, was er will, und die Politik und der MM halten sich an zwei jungen Männern auf, die nicht nachgedacht haben.
Diese elenden Heuchler, die mit dem Despoten in den Hinterzimmern Tee schlürfen, dass sind die, die vom "Platz" müssen, wie der Galerist schreibt.


Am 11. Juni 2018 schrieb Paulo H. Bruder:

Erstaunlich, dass unsere Qualitätsjournaille noch nicht auf die Idee gekommen ist, zu behaupten, dass das Foto eine Fälschung ist, veranlasst vom Oberschlawiner Putin, um "den Deutschen" die WM und der Mannschaft den WM-Titel zu versauen.


Am 11. Juni 2018 schrieb Spargel Tarzan:

Der Nationalspieler Emre Can, ebenfalls türkischer Abstammung, hat das gleiche Treffen abgelehnt, weil er sich nicht instrumentalisieren lassen wollte. Er hatte es verstanden.
Gündogan dagegen hat gar nichts verstanden, er hat ja auch nur einen Paß und nicht 2 wie der Herr Özil.
Und der DFB hat überhaupt nichts begriffen und sein unrühmliches Verhalten vor Jahrzehnten in Argentinien, zu Zeiten der Militärdiktatur, als eine Deutsche Staatsbürgerin dort verschleppt und ermordet wurde, brav Fußball gespielt. Der DFB wußte davon und Herr Genscher auch aber der Ball ist eben rund...
In D pflegte man schon immer besondere Verhältnisse zu Diktatoren und in den zeiten des kalten Krieges gab es eben auch Flüchtlinge in 2 Klassen geteilt. Flüchtlinge aus dem Osten wurden mit offenen Armen aufgenommen, Flüchtlinge aus dem Westen, z.B. Chile, sah man lieber von hinten. Als Flüchtling muß man hier nur den richtigen Paß haben oder besser noch, gar keinen.

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