Doktor Gniffke: Wir sind so frei!

Redaktions-Konferenz bei ARD-aktuell

Autor: U. Gellermann
Datum: 19. Februar 2018

Wer ist denn dieser Buttkereit?“, ruft der Chefredakteur der „Tagesschau“, Dr. Kai Gniffke, wutschnaubend in den Raum. „Da haben wir Monat für Monat die bewaffneten Gegner Assads in Syrien zu Rebellen veredelt, da kommt doch dieser Schnösel vom SWE, dieser Buttkereit, daher und lässt unsere besten Kämpfer eiskalt Salafisten nennen! Dabei war die „Freie Syrische Armee“ immer der Garant für gute Nachrichten, für den heldenhaften Kampf für eine westliche Demokratie in Syrien.“ Meldet sich ein Kollege: „Der Buttkereit kennt sich in der Gegend wirklich aus, der wird schon wissen, wen er zitiert.“ Dr. Gniffke: „Die FSA nennt sich ‚freie Armee‘, und wer für die Freiheit ist, der ist auch für uns. Immerhin zitiert der junge Mann auch den türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan: ‚Wir sind Zeugen davon, mit welcher Opferbereitschaft die Freie Syrische Armee während der Operation Euphrat-Schild gekämpft hat.“ Meldet sich der namenlose Kollege erneut mit einem Zwischenruf: „Und Erdogan ist ein lupenreiner Demokrat, oder?“ In das leise Lachen einiger Redakteure ruft Gniffke: „Ich verbitte mir solche Zwischenrufe. So frei sind wir nun wieder auch nicht. Und Namenlose können sich bei mir keinen guten Name machen. Klar?!“


Eingabe
Chlorgas - Sarakeb

https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-24023.html

Sehr geehrte Rundfunkräte,

wir mochten unseren Augen kaum trauen, als wir am 2. Februar auf Tagesschau.de lasen:
"Die Freie Syrische Armee wird unserem Staat noch einmal zum Verhängnis werden, ihm größte Probleme bereiten. Ich sehe mich gezwungen, die Wahrheit zu sagen. Die setzen sich aus Gruppen zusammen, die seit Jahren in Syrien Hass verbreiten. Mit diesen dschihadistischen, radikalen Gruppen kann man nichts gewinnen. Diese Gruppen sind mit allen Volksgruppen dort verfeindet; ob Türken, Kurden, Araber, Jesiden oder Armenier. Die kommen aus einer salafistischen Tradition“, zitierte Korrespondent Christian Buttkereit einen kurdischen Abgeordneten, ohne diese Aussage abzuschwächen und kommentierend zu beeinflussen. Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/freie-syrische-armee-101.html

War bei ARD-aktuell nun endlich Schluss mit der Schwenck-Propaganda über die "Rebellen", "Aktivisten" oder „bewaffneten Opponenten" in Syrien? Schwencks Versetzung ins Berliner ARD-Hauptstadt-Studio zum Atlantikbrücke-Mitglied Tina Hassel ließ auf eine Abkehr von der Terrorismus verharmlosenden jahrelangen Berichterstattung hoffen. Der Hörfunk-Journalist Buttkereit (Istanbul) hatte im Zusammenhang mit dem türkischen Überfall auf Nordsyrien hinterfragt, wer hinter der Freien Syrischen Armee und den Terroristen in Nordwestsyrien steht bzw. stehen könnte. Ein Qualitätssprung nach oben, keine Frage...
Aber der neue Studio-Kairo-Chef Hechler, Schwencks Nachfolger, zeigte drei Tage später in der Hauptausgabe der Tagesschau, dass er getreulich in die Fußsstapfen seines Vorgängers tritt. Dessen Nachfolge wurde linientreu transatlantisch geregelt, was allerdings mit Blick auf die verantwortlichen Intendanten Boudghoust (SWR) und Marmor (NDR) kaum überrascht.
Hechler erlitt prompt einen Giftgasfieber-Anfall zum Auftakt seiner Syrien-Berichterstattung. Zu dem jüngsten Zwischenfall bei Idlib stellte er nicht etwa die sich sofort aufdrängende Frage: Wem nützt dieses Verbrechen (sofern ein solches überhaupt vorliegt)? Riskiert die ohnehin siegreiche syrische Armee einen militärisch sinnlosen und politisch äußerst schädlichen Giftgaseinsatz - oder handelt es sich nicht weit eher um eine verzweifelte Psy-Operation der Terroristen, die damit die USA zum Eingreifen nötigen wollen, ehe sie selbst von Russen und Syrern endgültig plattgemacht werden?
Nein, ARD-Mann Hechler strengt sich nicht lange an. Ohne ausdrücklich hervorzuheben, dass der "Chlorgas-Vorfall" sich in einem von Terroristen beherrschten Gebiet ereignete, beginnt er seine Meldung damit, "Rettungskräfte" und "Aktivisten" würfen der syrischen Regierung erneut den Einsatz von Giftgas vor. Als Quellen nennt er die mittlerweile für ihre propagandistischen Show-Aktivitäten berüchtigten "Weisshelme“ (diese vom Westen finanzierte „Rettungseinheit" ist bei jedem Mord der Dschiadisten sofort zur Stelle und schafft auch emsig Leichen und abgeschnittene Köpfe beiseite) und die "Beobachtungstelle für Menschenrechte“ (die bekannte, vom Westen bezahlte Ein-Mann-Organisation mit Sitz in Coventry, Groß-Britannien). Seriöser, auf reichen Quellenbezug, Logik und Fakten gebauter ARD-Journalismus vom Allerfeinsten....
Zwar wird angemerkt, dass es eine unabhängige Bestätigung der Meldung nicht gebe. Es fragt sich aber gerade deshalb, warum eine so nicht-qualifizierbare Meldung dann auf Position zwei gleich nach dem Aufmacher in die Top-Nachrichten des Tages bei ARD-aktuell gehebelt wurde. Eine sachbezogene, rationale Antwort darauf ist weit und breit nicht zu erkennen. Schlussfolgerung: Die Meldung ist als Beitrag zum ständigen Versuch der ARD zu sehen, den erfolgreichen Kampf der Russen und Syrer gegen die terroristischen Kopfabschneider zu delegitimieren und die vom Westen und von der Türkei organisierten, ausgerüsteten und bezahlten Terrorbanden als Opfer hinzustellen.
Über das dschiadistische Verbrechersyndikat, das nach wie vor von den ARD-Intendanten gedeckt und von Chefredakteur Dr. Gniffke liebevoll gepflegt, von Korrespondent Hechler verschleiernd "Aktivisten" und "Rebellen“ genannt wird, hat das oberste deutsche Strafgericht demgegenüber in wünschenswerter Klarheit festgestellt:
"Die Teilnahme an Kämpfen gegen syrische Regierungstruppen und die damit verbundenen Tötungen von Angehörigen dieser Streitkräfte ist nicht gerechtfertigt. Ein UN-Mandat für den bewaffneten Kampf gegen das Assad-Regime in Syrien besteht nicht. Eine völkergewohnheitsrechtliche Überzeugung der Staatengemeinschaft, dass ein derartiges Regime angesichts seines eigenen Vorgehens gegen Teile der Bevölkerung Syriens und im Rahmen des dort herrschenden bewaffneten Konflikts, von bewaffneten, zu großen Teilen im Ausland rekrutierten paramilitärischen Gruppierungen mit kriegerischen Mitteln bekämpft werden darf, vermag der Senat nicht zu erkennen. Nichts anderes ergibt sich daraus, dass die Regierung der Bundesrepublik Deutschland das Assad-Regime für sein Vorgehen in dem bewaffneten Konflikt in Syrien und insbesondere gegen die Zivilbevölkerung kritisiert sowie selbst gemäßigte, gegen das Assad-Regime kämpfende Oppositionsgruppen unterstützt. Nach der Konzeption des § 89a StGB kommt es für die Strafbarkeit des Täters nicht auf das Endziel seines Tuns an. Strafbar macht sich daher auch, wer nach seiner Ausreise nach und Ausbildung in Syrien einer gegen das Assad-Regime kämpfenden Oppositionsgruppe anschließen will, die von der Bundesregierung unterstützt wurde oder wird."(BGH vom 6.4.2017 – BGH 3 StR 326/16)
Aber das kratzt die skrupellosen Rechtsnihilisten und Biedermänner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht. Sie machen weiter wie bisher. Und Sie, die Rundfunkräte, die diesem propagandistischen Rummel zugunsten von Massenmördern längst hätten Einhalt gebieten müssen, benehmen sich wie kopfnickende Spätkonfirmanden beim Nachmittagstee und leiern Ihr Mantra „kein Verstoß gegen den Staatsvertrag erkennbar“ herunter.
Um den Verdächtigungen und Vorurteilen den Charakter des Faktischem zu geben, verwendet Studioleiter Hechler in seiner Reportage ein Video, dessen Authentizität nur die Terroristen selbst bestätigen können. So sieht es aus, das ARD-Verständnis von um Objektivität und Wahrhaftigkeit bemühter (Film-)Berichterstattung: Ein Videoclip zeigt ein Gewusel von Personen, das nicht die geringste Beweiskraft hat, jederzeit auch gestellt und getürkt sein konnte. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass hier Menschen bei einem Giftgasangriff verletzt wurden. Nur wirres Zeug von "Aktivisten": Angeblich waren kurz zuvor Hubschrauber und dann eine leichte Explosion zu hören gewesen. "Wir haben gerochen, dass es Giftgas (Chlor) ist und sind aufs Dach gestiegen, zwei Jugendliche haben kaum noch Luft bekommen, wir haben sie dann mit Wasser bespritzt.“ Auf der Basis solcher Äußerungen baut ARD-aktuell die Weltnachricht von einem Giftgas-Kriegsverbrechen in Syrien auf. Märchenstunde von Qualitätsjournalisten: Dschihadistische Kameraleute sind wie immer rein zufällig bei einem "Angriff" präsent, die Leitung zum Hechler-Studio steht schon. Mit anderen Worten: Es braucht nur irgend ein terroristischer „Weißhelm“ die Düse an einem Gartenschlauch aufdrehen und „Giftgas“ blöken, schon setzt bei ARD-aktuell der Pawlowsche Reflex ein. Für wie blöd muss man als ARD-aktuell-Qualitätsjournalist das Publikum halten, um so etwas für bare Münze auszugeben?
Damit der Verdacht einer Inszenierung sich nicht festsetzt, folgt prompt der Bezug auf das Sarin-Attentat in Chan Scheichun im April 2017, denn ein guter Propagandist weiß: Ein Verdacht unter Bezugnahme auf Historisches wirkt auf das Publikum glaubwürdigkeitsstärkend. Besagtes Verbrechen werde ja "ebenfalls vom Assad-Regime" bestritten, hebt Hechler hervor. "Nach einem UN-Bericht war die Syrische Luftwaffe verantwortlich. Russland wies das aber im Sicherheitsrat zurück und blockierte weitere Untersuchungen". Letzteres ist nun allerdings objektiv falsch.
Richtig ist vielmehr: Russland lehnte den UN-Bericht ab, weil er „logische Fehler, dubiose Zeugenaussagen und unqualifizierte Beweise“ enthalte. Die UN-Untersuchungskommission sei gar nicht vor Ort gewesen. In dem von Terroristen beherrschten Chan Scheichun sei keine ordnungsgemäße Beweiserhebung erfolgt. Es habe keine Beweismittelsicherung gegeben, keine Probe sei vor Manipulationen geschützt, Zeugen seien nicht auf ihre Glaubwürdigkeit überprüft und nur telefonisch befragt worden, das ganze Untersuchungsverfahren sei irregulär gelaufen. Russland hatte deshalb vorgeschlagen, eine kriminologisch und prozessrechtlich einwandfreie Untersuchung unter neutraler internationaler Aufsicht durchzuführen. Die USA lehnten den Vorschlag ab. Der Grund für die US-Machthaber: Russland hatte sich geweigert, eine vorwegnehmende Resolution gegen Assad mitzutragen.
Solche Feinheiten sachgerecht zu berücksichtigen obliegt einem Kairo-Korrespondenten offenkundig nicht. Der darf, vergleichbar den terroristischen Weißhelmen am Gartenschlauch, einfach die Spritzdrüse öffnen und loslegen, auf dass sich beim deutschen Publikum der Pawlowsche Reflex einstelle.
Diletantisch ist der Bericht auch deshalb, weil Hechler wesentlichen Fragen nicht nachgeht. Siehe oben: Die syrische Armee hat kein Motiv, Giftgas einzusetzen, sie ist mit völker- und kriegsrechtlich einwandfreiem Kampf bereits äußerst erfolgreich. Ein Giftgas-Einsatz könnte hingegen den Sieg Präsident Assads noch ernsthaft gefährden; ein objektiv nachweisliches Kriegsverbrechen dieser Kategorie wäre ein willkommener Invasionsgrund für die USA („rote Linie überschritten“). Genau das versuchen Russen und Syrer jedoch mit äußerster Umsicht auszuschließen, die US-amerikanische Einmischung in Nordost-Syrien (16 Stützpunkte, davon 12 Militärflughäfen völkerrechtswidrig auf syrischem Boden eingerichtet, mehr als 8000 Mann Bodentruppen stationiert!) gehen ihnen bereits weit genug.
Zum anderen wird die zeitliche Nähe der „erneuten Giftgas-Attacken“ zu anderen Vorkommnissen nicht bedacht, wie guter Journalismus es verlangt hätte. So hatte US-Verteidigungsminister James Mattis erst am Donnerstag Syriens Führung beschuldigt, weiterhin Chemiewaffen zu produzieren und einzusetzen. Und für diesen Montag war eine Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen anberaumt. Die sollte den „Einsatz von Chemiewaffen in Syrien“ zum Thema haben. Wer bei solchen Zusammentreffen an Zufälle glaubt, muss ARD-Korrespondent sein.
Auch die Anmoderation zu Hechlers Reportage, vorgetragen vom Studiosprecher in Hamburg, verstößt nach unserer Ansicht klar gegen das Wahrheits- und Objektivitätsgebot des Staatsvertrages.

Mit freundlichen Grüßen

F. Klinkhammer V. Bräutigam


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 22. Februar 2018 schrieb Michael Kohle:

Nicht nur die Tagesschau um Acht auch die Tagesthemen vier Stunden später erwecken entsprechende Aufmerksamkeit.

Wir. Dienen. Deutschland.

21. Februar 2018 - Tagesthemen mit Carmen Miosga :

Thema 1: Fussball. Damit ist die Volksseele immer auf Siedetemperatur zu bringen. Aber dann ab Minute Sechs für geschlagene sechs Minuten das Thema Bundeswehr. Man stellt sich den armen Redaktionsassistenten geradezu vor, wie er vom Chefredakteur gehörig zusammengebügelt wird: „Wenn sie das auch noch versemmeln ….!“ Er müht sich redlich! Zwangsprostitution par excellence. Erhellendes gibt es von mir zum Ende.

Der Film zum Auftrag! Eine Gruppe von Rekruten der Bundeswehr wird befragt, warum sie sich für die Bundeswehr entschieden haben. Der Gniffke-Aussendienst hat sich mit ihnen am Ende der Grundausbildung ins Gelände gewagt und berichtet von vor Ort, total authentisch. Gleich zu Anfang geht es los, Bahn frei Kartoffelbrei, wie auf dem Abenteuerspielplatz, tief im dunklen Tann, ist das lustig, macht das Spass, heissa aber auch. Der erste Rekrut taucht auf, ein ehemaliger Dachdecker, der hochbetagt (33 oder 43 ?) als Weihnachtsbaum kamoufliert losplappert, er habe sich entschieden zur Bundeswehr zu gehen, O-Ton „Ich bin gerne Deutscher, ich diene gerne Deutschland … das Zusammenspiel von Sport und Miliär … ist schon faszinierend, das zu erleben.“

Jedem, der jemals in seiner Kjndheit und frühen Jugend Indianer gespielt hat, dem wird bei den dann gelieferten Bildchen gewiß warm ums Herz. Rekrut Dominik S. - 18 Jahre - hat seinen Auftritt. Gerade durchs Unterholz robbend die Stimme aus dem Off: er kann sich vorstellen, Berufssoldat zu werden. Was würde er gerne ändern in dem Land das er verteidigen will? Dominik S.redet Tacheles: Die Geldverteilung auf Arme und Reiche …dass sie nicht immer so am Limit leben müssen (Die Frage wer, die Armen oder die Reichen, bleibt offfen)… das ist so das Wichtigste … dass die Finanzen stimmen … das jeder Mensch Spass am Leben haben kann.“ Ob unser aller Dominik das wohl auch in Kabul, in Mali oder sonstwo im großen Erdenrund, z.B. demnächst in der Suwalki-Lücke oder in Simferopol umsetzen darf?

Weiter gehts. Es folgt lustiges, vor allem heftiges Geballere mit jenen toys, die jüngst auch gerade dazu beitragen durften, die Menge 18-jähriger aus Florida um ein saftiges Quantum zu reduzieren. „Was …“ so tönt es dazu von der sympathisch flötenden Stimme „…wenn das jetzt keine Übung wäre?“ Doch, doch, so ein bisschen Muffe hat Dominik schon „…es ist halt doch ab und zu die Angst da, dass man irgendwann mal einen Menschen erschießen muss….ja, es ist nicht so leicht … seufz … aber wenn man es will, kommt man damit schon klar“.

Dann kommt der Kompanieführer, 34 Jahre alt. Erste Frage aus Dr. Gniffkes to-do-liste „Was würden sie denn ändern?“ Erstaunlich, wo es doch zur Zeit wahrlich genug gäbe was verbesserungsdürftig wäre, kommt stattdessen: „weniger Bürokratie, auch bei der Bundeswehr!“ Er will mehr Freiheit in der Ausbildung. Gut, das Ganze spielt im hessischen Forst und nicht in Pfullendorf. Die derzeitigen Probleme kommen dann doch noch aufs tapet. Rekrutin Ronja, nach einer durchfroreren Nacht, bekommt untergeschoben: „und doch sagen fast alle, die Ausrüstung bei der Bundeswehr sei okay.“ Der parallel ablaufende Akt der Kriegsbemalung der weiblichen Rekruten erinnert eher an eine Schminksession bei Kardeshian. Kai’s Volontär weiß noch ergänzend zu berichten „Ronja …wollte nach der Schule etwas Robustes machen … nun ist sie hier bei der Bundeswehr … und wünscht sich, dass draußen nicht hinter jeder Soldatin oder jedem Soldaten ein Nazi vermutet wird“.

Gniffkes Truppenbetreuung kommt dann doch irgendwann zum Ende. Und da taucht er auf, der Bundeswehr-Bulli mit dem Sinnspruch auf der Seitentür aufgepinselt: Wir. Dienen. Deutschland. „Das Motto, das sich die Bundeswehr gegegeben hat. Für die meisten Rekruten hier ist das nicht nur ein Spruch.“ Das wollen wir doch wirklich hoffen. An wievielen Orten ist man und frau derzeit auf der ganzen Erdkugel nordatlantisch-imperial tätig? Egal, das Dienen und gelegentlich auch das Sterben für Deutschland, diese Leistung wird sich irgendwann mal wieder lohnen, hoffentlich.

Und wozu nun das Ganze? Vermute mal, ich weiß oder wenigstens ahne da mehr als selbst die ARD-Mediathek. begriffen hat. Hatte ich mir doch das bedrückende (ich meine es ernst) und abendfüllende Machwerk zuvor im Rahmen des Film-Mittwochs bei der ARD reingezogen Fremder Feind! schimpfte sich das Auftragswerk. Was die Mediathek dazu zum Besten gibt, ist allerdings wenig sachdienlich und vermag auch nicht im Ansatz über das Niveau der üblichen Lockangebote für den täglichen Krimi hinauszukommen. Da heißt es nämlich : „Arnold Stein zieht sich mit seinem Hund in die Einsamkeit einer abgelegenen Berghütte zurück. Doch hier findet er keinen Frieden. Als ein Fremder beginnt ihn zu terrorisieren, nimmt er zum ersten Mal selbst den Kampf auf.“

Na sowas! Ein Thriller mal wieder, einer der auch bei der ARD ganz, ganz seltenen? Wo kein Frieden zu finden ist, da kann doch nur … genau … Krieg herrschen. So habe ich den Film auch aufgenommen, ohne zu wissen, dass es in dem zugrundeliegenden Roman (Titel: Krieg) genau darum ging. Da muss wohl jemandem bei der ARD gehörig die Muffe gegangen sein, dass da dem ein oder anderen Zuschauer der Sinn der ganzen Abhandlung in die falsche Gurgel kommen könnte. Wo doch selbst der Feuilletonist der FAZ fast auf die richtige Spur zu kommen vermochte, aber eben nur fast. Der tiefe Fall des Pazifisten, raus aus der heimeligen Familie im Merkelland, wo man doch gut&gerne leben konnte, wenn nicht der Sohnemann sich nicht auch noch den Sirenenklängen von Frau Baronin von der Leyen ergeben hätte. Und so passiert, was passieren musste. Die Ahnungen der Mutter, ihre Ängste, irgendwann bewahrheiten sie sich. Der alles niedermähende Dienst am Tod holt sich den Sohn, die Frau, zuletzt auch noch den Hund. Das wars dann aber mit dem Pazifismus. Da hilft natürlich nur noch der selbst erklärte eigene Krieg, gegen einen fremden, nie zu identifizierenden Feind. Der, am Ende auch noch erlegt, lässt den Protagonisten - zufrieden glucksend oder nicht - ins Abendrot davon reiten.

Da war es natürlich unbedingt angebracht, dass unser Gniffke direkt in den folgenden Tagesthemen jeglichem Verdacht, der Dienst in der Bundeswehr könnte so toll auch wieder nicht sein und schlimme Gefahren bergen entgegenwirkt. Eventuelle Missverständnisse - wie z.B. dass der Krieg, der Tod, das Elend, das Ende bei jedem um die Ecke lauern könnte, besser wohl: lauert - müssen wirklich nicht sein. Chapeau, Herr Chefredakteur!


Am 21. Februar 2018 schrieb K. Gutplatz:

@ Melanie Gatzke: Aber echt.
Ein ganz wunderbares Beispiel leistete sich die genannte Qulitätssendung am 20.2. Erst Beitrag über das tatsächliche vermutete? biologische Alter des jungen Mannes der spät im letzten Dezember seine Ex-Freundin ersticht. Trö-Rö.ö.ö.ö
Und dann noch einen feinen Programmhinweis auf die Tagesthemen einschieben, bezüglich 'pöbelpolitischer Druck wird in den Sozialen Medien aufgebaut. Wie begründete ARD aktuell noch das Einknicken und Liefern von nachgeschobenen Berichten zu dem Vorfall, obwohl er objektiv nicht in eine Sendung mit bundesweiter Ausstrahlung gehöhrt? Hören die sich eigentlich selber zu? Ist doch Grund Know How.


Am 20. Februar 2018 schrieb Anke Zimmermann:

Oh, man findet medial Beachtung wenn man wütend ist: MeToo! Ich bin wütend! Weil ich begegne jeden Tag Familien am Ende, müde und überarbeitet scheitern Beziehungen und Erziehung. Da soll ich helfen mit gutem ZuReden? Ich sage der Aufstockerfamilie, es tut mir sehr leid, das ihnen im Januar das Gas abgestellt wird, ich kann ihnen, wenn es um das Jobcenter geht, nicht helfen. Sie brauchen einen Anwalt, es tut mir leid das sie das so überfordert. Aber sie müssen ihrer Tochter wirklich mehr bei den Hausaufgaben helfen.


Am 19. Februar 2018 schrieb Anne Willnich:

Die Herren Gellermann, Bräutigam und Klinkhammer verdienen höchsten Respekt: Hartnäckig und pointiert kämpfen sie ihren und unseren Kampf gegen die Manipulation der Tagesschau. Das machen sie mit langem Atem und einer klaren Sprache. Dass um sie herum nicht wesentlich mehr Leute für ihr Recht auf sauberen Journalismus kämpfen ist schade. Aber was nicht ist kann ja noch werden.


Am 19. Februar 2018 schrieb Andreas Schell:

Zum Schmock "Doktor Gniffke: Wir sind so frei!"

Speziell zu Chlor darf ich noch als Chemiker meinen Senf (nicht Senfgas) hinzu geben, genauer zu seiner irrigen Einordnung als chemischer Kampfstoff.

Chlor ist, gemessen am MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) ca. halb so giftig wie die in der Diskussion befindlichen Diesel-Abgase NO und NO2. Einem Arbeitnehmer darf man, platt gesagt, doppelt so viel Chlor dauerhaft am Arbeitsplatz zumuten wie die genannten Stickoxide. Das finden Sie alles in Wikipedia unter den entsprechenden Stoffen. Unter https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_chemischer_Kampfstoffe fehlt Chlor völlig zu Recht. In etlichen Metropolen dieser Welt, nicht nur Mexico und Rio, sondern u.a. auch München und Stuttgart, überschreitet man nicht nur als Arbeitgeber dahingegen den MAK-Wert von Stickoxid teilweise schon dadurch um ein Mehrfaches, dass man das Fenster zur Straße öffnet!

Chlor ist zwar ekelhaft, aber kein guter Kampfstoff. Da müsste man es schon tonnenweise einsetzen - ein völliger Blödsinn, den es leider in der Tat auch schon gab, bevor man sich bei der IG Farben schon seinerzeit viel Effektiveres einfallen ließ. Chemiewaffen sind ja schließlich eine deutsche Erfindung.

Es ist in dieser Tradition also so, dass unsere tollen Konzernvertreter von VW-BMW-Audi-Mercedes uns bei Millionengehalt in allen Metropolen der Welt mit Stickoxiden vergiften *dürfen* und die Lügen, die zur Verharmlosung dieses Tatbestandes verbreitet werden, nicht automatisch zu Lynchjustiz führen. Dreht aber in Syrien irgendwer das Ventil einer handelsüblichen Flasche Chlor auf, dann marschiert sofort der Erdogan ein, der Macron erklärt dem "Machthaber Assad" (der von nichts gewusst haben dürfte) den Krieg, und in den USA laufen die Aktien der Rüstungskonzerne mal wieder in rekordverdächtige Höhen.

Man ist offenbar einfach weiterhin in animalischer Weise geil auf die Vernichtung Syriens und darauf, Assad ähnlich gerecht hinzurichten, wie man es schon mit Muammar al-Gaddafi und Saddam Hussein gemacht hat - mit den bekannten Folgen. Vorherrschaft im nahen Osten und so weiter - blablabla. Die Tranatlantiker und die Gniffke-Truppe sind bei diesem widerlichen Treiben weitab jeglicher humanistischen und naturwissenschaftlichen Bildung voll dabei. Eine schäumende, primitive Horde, die einfachste Zusammenhänge nicht zu erkennen vermag.

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