Der Fußball-Idiot Beckenbauer

"Die Merkel ist eine wie der Franz"

Autor: U. Gellermann
Datum: 25. November 2013

Es war Wolfgang Niersbach der jetzige DFB-Präsident, der in einem Interview über die Kanzlerin gesagt hat: "Die Merkel ist eine wie der Franz". Gemeint war der Beckenbauer. Und Niersbach - der Mann aus Rommerskirchen-Nettesheim, der nicht gerade als Erfinder des heißen Wassers bekannt ist - hat versehentlich den Nagel in den richtigen Kopf geschlagen: Beckenbauer und Merkel, einer wie die andere, verkörpern das Fett-Schwimmt-Oben-Deutschland, die Gesellschaft der Nichtwisser und Allesbestimmer. Das ist das Land, wo die Idioten blüh´n.

Erst neulich wurde der "Franz", wie ihn die servilen Medienhanseln gern nennen, mal wieder verhaltensauffällig: Er war selbst in Katar, in dem Land, in dem für die Fußballweltmeisterschaft 2018, die Sklaven bei 50 Grad im Schatten schuften, mal für wenig, mal für keinen Lohn, mal mit wenig Trinkwasser, mal ohne Trinkwasser. Aber der Fußball-Idiot hat keine Ketten gesehen, auch keine Kugeln an den Füßen. Mit den Arbeitern gesprochen hat er nicht. Warum auch: Die hätten ihn nicht verstanden, selbst wenn sie Deutsch gekonnt hätten. Und es hätte nicht an Beckenbauers Akzent gelegen, sondern an seinem Weltverständnis: "Ja gut, es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage", hat er schon mal gesagt und auch: "Die Schweden sind keine Holländer, das hat man ganz genau gesehen."

Dass so einer, der nichts konnte als Fußballspielen und Sekretärinnen schwängern, in Deutschland ganz groß raus kommt, sagt weniger etwas über den Mann, als ganz viel über das Land: Natürlich hat Beckenbauer das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, selbstverständlich wurde ihm die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold verliehen. Wahrscheinlich dafür, dass der Steuervermeider Beckenbauer sein bisschen Steuern in Österreich zahlt. Und dass ihn der Burda-Konzern mit fünf Bambis überschüttet hat, versteht sich von selbst: Immerhin soll er die BUNTE sogar selbst lesen können. Das ZDF mochte sich nicht entblöden, dem Fußballer eine Gala zum 60. Geburtstag auszurichten. Wenn er 80 wird, könnten wegen der dann geplanten Beckenbauer-Festwochen im TV gut die Rundfunkgebüren erhöht werden.

Solche "Lichtgestalten" wie der Beckenbauer sind natürlich parteiübergreifende Spezis: Gemeinsam mit Merkel und Steinbrück durfte er die Sonderbriefmarken zur Fußball-WM vorstellen und ob SPD oder CDU: Man sonnt sich auf Empfängen oder Tribünen im Glanz eines Mannes, der sich selbst als "Gelegenheitsarbeiter" bezeichnet aber immerhin schon mal "In einem Jahr . . . 15 Monate durchgespielt" hat. Der Mann, der Willy Brandt, den einzig herausragenden Kanzler der Bundesrepublik als "eine Art nationales Unglück" bezeichnet hat, wird versuchen, im Verein mit der durch und durch verrotteten FIFA, eine Fußball-WM auf dem Rücken von Sklaven auszutragen. Es sieht nicht danach aus, dass sich die Großkoalitionäre dem entgegen stellen wollen. Warum auch? Immer noch passt der von Walter Jens auf Beckenbauer formulierte Satz: Er sei das "Symbol des Kapitalismus im Zeitalter der Refeudalisierung".


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 03. Dezember 2013 schrieb Wolfgang Blaschka:

Ihro Schlichtgestalt haben mal wieder verbalen Kaiserschmarrn abgesondert: “Ich habe noch nicht einen einzigen Sklaven in Katar gesehen, also die laufen alle frei rum, weder in Ketten gefesselt und auch mit irgendwelcher Büßerkappe am Kopf, also das habe ich noch nicht gesehen.“ Auch vom Hunger in der Welt kann er kein Lied singen. Wo er auch hingefahren sei, nirgends habe er hungernde Menschen gesehen: „In meinen Hotels – egal, in welchem Land – war immer für alle etwas zu essen da. Diese ganze Panikmache mit dem Welthunger ist für mich völlig aus der Luft gegriffen.“ Sack und Asche über die letzen Bröckelchen kopfball-gebeutelten Intellekts, und ein Ei drüber! Vergesst sie einfach, diese Beckers und Beckenbauers!


Am 26. November 2013 schrieb Emscher Genosse:


... der Beckenbauer - ja/nee - is´ klaah!

Ich wünsch´ ihm, diesem Beckenbauer, ein tiefes Profil, wenn er das nächste Mal in Hundescheisse tritt - ob seines primitiv-dämlichen Verbaldesasters hinsichtlich: Stichwort KATAR. Ich will ansonsten nicht näher drauf eingehen, wobei mich eines interessiert, was Merkel dazu meint. Die ist ja nicht blöd und mag Wagner und kennt Goethe. Oder auch Netzer - einer der intelligentesten `postmortalen´ Fussballer - was der zu "Kaiser Franz´ abstrakter Verbalerotik zu sagen hat. Ich meine, das ist längst überfällig, dass sich mal einer aus dem Ball-Lager äussert.

Ich frage mich heute immer noch, welches mutmassliche Arschloch diesem im Geiste eines 7-Klässlers Steckengebliebenem das Attribut "Kaiser" angehängt hat - menschenskinder aber auch! Die Medien verbreiten das auch noch... - da fällt mir nur noch Hannes Waders Arschkriecher-Ballade ein, so schön, wie sie dem Fussball-`Idiom´ tun.

Und Glückwunsch zu den wohlfeilen Worten des Artiklers!!!
 


Am 26. November 2013 schrieb Johannes M. Becker, Privatdozent Dr.:

Klasse!
Sprachgenie, Du!


Am 25. November 2013 schrieb Michael Buchwald:

Ein vorzüglicher Schnitt durch unsere Mainsteam- Medienlandschaft.
Diese deutschen Ferbsehgötter die unsere Medien so vorzüglich mit ihren Phrasen füllen sind des Fernsehsüchtigen Opium fürs Volk
Brot und Spiele dahinsiechenden Michel das Liebste.Die wachen erst auf wenn die Realität in der Tagesschau gesendet wird.
Toi,Toi,Toi und weiter diesen Leuten zuschauen.Wenn dieses Niveau für die Leute alles ist dann gute Nacht Bananenrepublik.


Am 25. November 2013 schrieb Ein Hamburger:

Sans froh, daß Gotteslästerung auch in Bayern heutzutage nicht mehr mit umgehender thermischer Verwertung bestraft wird - dem Draxler, Josef, dem wäre das sicherlich eine Mordsgaudi.
Schön der Bezug von Merkel und Beckenbauer zur Verfassung einer Nation, die den Aufstieg solcher Charakter erst ermöglicht (erzwingt?) . Daneben wäre übrigens auch B. Becker als herausragender Protagonist dieser deutschen "Denkschule" zu nennen.
Aber seien Sie bitten nicht zu hart: Nachdem schon Herr Rummenigge vorbestraft ist und Herr Hoeneß es auch bald sein wird, und nachdem Herr Müller-Wohlfahrt den Ausstieg rechtzeitig geschafft hat, wäre Herr Beckenbauer der letzte unvorbestrafte prominente Vertreter seines Vereins. Das hat auch seinen Wert!




Am 25. November 2013 schrieb Lockez Balla:

Ein deutlicher und wahrer Artikel von Herrn Gellermann !
Das ist absolut kein Neid, sondern Realität !


Am 25. November 2013 schrieb Peter Wieland:

Ist ja klar, dass Kommentatoren, die offensichtlich auch nur Ballverständnis haben, den Angriff auf ihr Idol nicht gutheissen. Aber es gibt halt nicht nur Fussball Versessene, sondern auch noch normale Mitmenschen. Und diesen tun diese unsäglichen Ergüsse dieses hochgejubelten Nichtwissers richtig gut. Deswegen wird sich daran aber nichts ändern, weil zuviele Schwachmaten Fussball als das einzige Weltziel ansehen. Deshalb haben ja Merkel und Co. so leichtes Spiel, weil deren schlimme Handlungen von diesen Kleingeistern nicht erkannt werden. Brot und Spiele, und sonst nichts.


Am 25. November 2013 schrieb Gideon Rugay:

Zerreisst man Kaiser Franz, die alte Made,
steigt Draxler Josef auf die Barrikade.
Warum´s so ist ?
Das ist nicht schwer.
Es kommt ja nicht von ungefähr:
Denn sitzt die Scheisse noch so locker,
nichts geht durch die Knickerbocker !


Am 25. November 2013 schrieb Josef Draxler:

Das ist doch der pure Neid, der aus Ihnen spricht. Sie widerlicher Verleumder!


Am 25. November 2013 schrieb Hans Dampf:

Manchmal macht´s richtig Spaß, gell?

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