USA organisierten Umsturz in Kiew

Als Reaktion auf Russlands Syrien-Politik

Autor: U. Gellermann
Datum: 22. Dezember 2014

Der aktuelle Anlass ist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK): Er hat vor Gefahren für die deutsche Wirtschaft durch die (von den EU-Sanktionen ausgelöste) Rezession in Russland gewarnt. Der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier: "Die Krise der russischen Wirtschaft hinterlässt immer tiefere Bremsspuren im Russlandgeschäft deutscher Unternehmen." Laut einer Umfrage der deutschen Auslandshandelskammer in Russland unter knapp 300 deutschen Unternehmen müsse fast jeder dritte deutsche Betrieb in Russland Mitarbeiter entlassen, sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort nicht verbessern. "36 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, Projekte stornieren zu müssen", sagte Treier. Zum Ukraine-Krieg äußerte sich auch George Friedman, der Chef der einflussreichen US-Denkfabrik "Strategic Forecasting, Inc (abgekürzt Stratfor)". Stratfor versorgt internationale Konzerne mit Analysen und Recherchen, insbesondere aus der Rohstoffbranche. Viele größere amerikanische Medien verwenden Stratfor für Hintergrundinformationen oder als Quelle. Der Thinktank steht nicht im Verdacht, der russischen Propaganda zu dienen. Wir veröffentlichen einen Artikel aus RIA NOVOSTI zum Thema:

<<Der US-Thinktank Stratfor sieht die USA hinter dem Februar-Umsturz in Kiew. Mit dem Machtwechsel in der Ukraine habe Amerika auf das russische Engagement in Syrien reagiert, sagte Stratfor-Chef George Friedman. Die private Denkfabrik Stratfor wird wegen ihrer nachrichtendienstlichen Aktivitäten oft als Schatten-CIA bezeichnet.

Für Russland seien die Ereignisse von Anfang 2014 in der Ukraine ein von den USA organisierter Staatsstreich, sagte Friedman der russischen Tageszeitung Kommersant. „Und in der Tat war das der unverhüllteste Staatsstreich in der Geschichte.“  Nach den Beweggründen Amerikas gefragt, verwies Friedman auf die gewachsene Aktivität Russland im Nahen Osten, einer für die USA sehr wichtigen Region. „Insbesondere in Syrien haben die Russen gezeigt, dass sie die Prozesse im Nahen Osten beeinflussen können (…) Die USA werteten dies als einen Versuch, ihnen zu schaden. In diesem Zusammenhang sind die Ereignisse in der Ukraine zu betrachten.“

Während Washington dabei war, den Aufstieg der potentiellen Regionalmächte Iran und Irak zu verhindern, „mischten sich die Russen in die Prozesse in Syrien ein“, führte Stratfor-Chef aus. „In Washington entstand daraufhin der Eindruck, dass die Russen die ohnehin instabile Position der USA in der für sie extrem wichtigen Region des Nahen Ostens ins Schwanken bringen wollten.“ „Diese Einmischung brachte viele in Washington zu dem Schluss, dass die Russen ein Problem seien... Man hat beschlossen, sie auf ein anderes Problem in einer anderen Region abzulenken“, so Friedman weiter. „Die Russen haben offenbar nicht damit gerechnet, dass die USA ihre Handlungen so ernst nehmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.“

Die USA standen 2013 kurz vor einem militärischen Eingreifen in Syrien. Russland verhinderte die Intervention, indem es entsprechende Resolutionen im UN-Sicherheitsrat mit Veto blockierte. Im Herbst 2013 stellte Syrien auf Drängen Russland seine Chemiewaffen unter internationale Kontrolle. Die Kampfstoffarsenale wurden außer Landes gebracht und vernichtet. Das US-Magazin Forbes kürte den russischen Staatschef Wladimir Putin wegen seines Syrien-Engagements zum mächtigsten Menschen der Welt. Kurz danach brachen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gewaltsame Proteste aus, die im Februar zu einem Umsturz führten. Die USA und die Europäische Union haben den Machtwechsel und die neue Führung in Kiew sofort anerkannt. >> (http://de.ria.ru/politics/20141219/270245142.html)

Warum die deutsche Regierung wirtschaftliche Schäden im Gefolge eines CIA-Putsches gern hinnimmt, ist nur als Ergebnis eines schweren Anfalls von Atlantismus zu erklären. Dass die deutschen Medien die Einschätzung des bedeutenden Analytikers und Stratfor-Chef George Friedman verschweigen, weist auf ihre Rolle als Kriegs-Partei.

Die Veranstaltung zum Thema:

DIE UKRAINE-FRONT
Deutsche Medien im Konflikt
Vortrag und Gespräch mit Uli Gellermann
Moderation: Cornelia Staudacher

Am Dienstag ,13. Januar, 20.30 Uhr

Im BUCHHÄNDLERKELLER BERLIN
CARMERSTRASSE 1, PARTERRE
10623 BERLIN-CHARLOTTENBURG


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 22. Dezember 2014 schrieb Manfred Ebel:

Im zitierten und kommentierten Artikel ist die unbestritten anerkannte Methodologie der Erkenntnis verletzt. Zur Erinnerung: Über Konkretes - Besonderes - Allgemeines zum Wesen von Erscheinungen und per gewonnener Erkenntnis von Regeln, Prinzipien und Gesetzen Bewertung ähnlicher konkreter Vorgänge. Schließt man von einem Konkreten auf ein anderes Konkretes, lässt man mindestens das Wesentliche außer Acht: Das expansive, aggressive und heimtückische Wesen des Kapitalismus. Beide genannte Vorgänge sind Ausgeburten dieses Wesens.
Im Übrigen hat der russische Kapitalismus das gleiche Wesen wie das des westlichen. Im Moment kann zwar die propagierte antihegemoniale und sozial ausgerichtete russische Strategie den Volksmassen weltweit nützen, aber ich bleibe wachsam.

Danke für die Einladung, Uli


Am 22. Dezember 2014 schrieb Benny Thomas Olieni:

An Hans-Werner Bastian:

Der Beitrag von Uli Gellermann stellt von ihm recherchierte Gesichtspunkte zusammen.

Jede(r) von uns könnte sich durch diese Gesichtspunkte angeregt fühlen, sie durch waches Zeitgenosse-Sein und durch aufmerksames Empfinden und Denken innerlich zu bewegen, sie mit den eigenen Wahrnehmungen, Informationen, Empfindungen in Beziehung zu setzen.
- Was soll da die Bemerkung, Sie könnten keinen "Beweis" entdecken? Was wäre denn ein "Beweis" per Internet-Artikel?
- Wer suchet, der findet! -
Und ist es etwa kritikwürdig, daß Uli Gellermann einen Beitrag zu einem brandaktuellen Thema verfaßt, das er bearbeitet - und dann auf eine Gesprächs-Veranstaltung zu diesem Thema hinweist?
- Ich frage mich, was wirklich Ihr Problem ist.


Am 22. Dezember 2014 schrieb Lutz Jahoda:

Je näher der Freund, je ärger der Teufel!
Brüssel fühlt sich wohl in dieser Freundschaftsrolle. Deutschland wälzt sich geradezu behaglich im freundschaftlichen Unrat weltweiter Einmischung durch die USA.
Was George Friedman nun erzählt, hören wir gern, ist aber ein alter Hut.
Dennoch herzlichen Dank, ihn neu aufpoliert zu sehen.
Die Regierungsbank in Berlin ist imaginär längst voll überdacht von so einem Exemplar, jedoch außerstande, aus der Eindrucksstärke dieser unwiderlegbaren Tatsachen zu lernen und zu handeln.
So bedarf es keiner seherischen Fähigkeiten, um festzustellen: Was sich heute nicht bessert, wird garantiert morgen ärger!
Keine guten Aussichten für 2015.


Am 22. Dezember 2014 schrieb curti curti:

Es mag sein das die USA den pro-amerikanischen Umsturz in der Ukraine forciert haben aufgrund ihrem "Debakel" in Syrien, grundlegend aber geht das für Rußland destruktive US-amerikanische Ukraine-Engagement auf die Zeit kurz nach Fall des eisernen Vorhangs zurück. Simply part of the game.

Heute "Freund", morgen Feind, je nach Kalkül, ins Gesicht lächeln und hinten zündeln, das ist das Credo mittels dem sie überzeugt sind ihre hehren "Werte" umsetzen zu können. FuckEU-Nuland hat in ihrem Telefonat und in ihrer 5Mrd.-Rede unmißverständlich deutlich gemacht, was man sich als selbstverständlich anmaßt und wer insoweit die Fäden im "Ukraine-game" in der Hand hält und das Drehbuch strickt. Mission accomplished Madame.

Wie sagte Gorbatschow vor kurzen sinngemäß in einem Interview - Man kann mit ihren reden, ihnen aber nicht vertrauen. Exakt so ist es, ein Egomane sucht immer und überall seinen Vorteil, im Regelfall hinterhältig und rücksichtslos!

Das die US-amerikanische Führungsclique emsig bemüht ist ihr Drehbuch umzusetzen ist eine Sache, die Art und Weise wie die europäischen Vasallen sich zwecks Umsetzung um Statistenrollen drängen (überdies zu Lasten ihrer Völker) eine andere. Und in letzter und durchaus entscheidender Konsequenz - das die Bevölkerung dermaßen stille hält wie aktuell ist geradezu ein Blankoscheck für die "Eliten", nach Belieben schalten und walten zu können. In all dem muten insbesondere die offiziellen Vertuschungen und kritische Grabesstille zu den Massakern vom Februar in Kiew, später in Odessa und zum Absturz der MH-17, der de facto Genozid in der Ostukraine geradezu pervers an. Dazu noch das fortwährende Trällern von der "Wertegemeinschaft", den "Guten" mit all ihren Segnungen. All das auszuhalten braucht es ein dickes Fell bzw. einen stabilen Intellekt.


Am 22. Dezember 2014 schrieb Christoph Pauli:

..."Dass die deutschen Medien die Einschätzung des bedeutenden Analytikers und Stratfor-Chef George Friedman verschweigen, weist auf ihre Rolle als Kriegs-Partei."
Die Liste des Schweigens, seitens deutscher Qualitätsjournalie, wird von Tag zu Tag länger.
Unerträglich länger.
Alles was in Banderastan wirklich passiert wird verschwiegen. Nur die Lügen finden ihren Weg in die Berichterstattung.
Als Ablenkungsmanöver werden dafür Journalistenpreise verhökert.
Was nicht passt wird passend gemacht.Durchhalten und Kurs halten scheint die Parole.
Mittlerweile Usus in fast allen deutschen Medien.


Am 22. Dezember 2014 schrieb Hans-Werner Bastian:

Der von Nowosti erwähnte US-Thinktank Stratfor mag ja recht haben. Abe einen Beweis kann ich in dem Artikel nirgends entdecken. Offensichtlich wollen Sie nur Werbung für Ihre Veranstaltung machen.


Am 22. Dezember 2014 schrieb Barbara Hingsen:

Auf Ihren Vortrag im Buchhändlerkeller bin ich sehr gespannt. Ich komme gern.

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