Tagesschau: Setzen, sechs!

Über acht Milliarden Euro jährlich für die ARD

Autor: U. Gellermann
Datum: 10. Januar 2019

In der ersten Ausgabe der MACHT UM ACHT des Jahres 2019 kontrolliert der Journalist Uli Gellermann, ob die Redaktion der Tagesschau aus den bisherigen Folgen der Tagesschau-Kritik im Format von KenFM etwas gelernt hat. Das Lernziel, so Gellermann, wären saubere, objektive Nachrichten. Und nach den 16 Folgen, die das MACHT-UM-Acht-Team bisher als Beispiele hergestellt hat, hatte sich Gellermann eigentlich gewisse Fortschritte versprochen

Doch schon bei der ersten untersuchten Meldung musste Gellermann im Wording, in der Sprachgestaltung, eine manipulative Einfärbung feststellen. Unter der durchaus positiven Überschrift "Japans Pazifismus geht in die Offensive" erzählt die Tagesschau in Wahrheit Negatives: Die japanische Regierung will mehr Geld fürs Militär ausgeben und mehr offensive Waffen anschaffen. Obwohl der Artikel 9 der japanischen Verfassung von 1946 kriegerische Aktivitäten sowie den Unterhalt von Streitkräften verbietet. Das verschweigt die Tagesschau-Redaktion. Stattdessen verkauft sie die neue Militarisierung als „Offensive des Pazifismus“. Da muss Gellermann die Redaktion einfach schlecht benoten.

Noch schlechter – Setzen sechs! – gerät der Tagesschau eine Nachricht über Libyen: In der kann die Redaktion – nach einem Anschlag auf das libysche Außenministerium – zwar Chaos in dem nordafrikanischen Land erkennen, mag aber nicht erzählen woher das Chaos kommt. Dabei hätte sie einfach in ihr eigenes Archiv schauen sollen. Da gibt es vom 20.10. 2011 die folgende Meldung: „Eine Koalition unter Führung von Frankreich, Großbritannien und den USA bereiten Luftangriffe auf Libyen vor." Diese internationale Einmischung in die inneren Angelegenheiten Libyens hatte ein bis heute kaputtes Land und rund 50.000 Tote zur Folge. Hier verschweigt die Tagesschau offenkundig den Anlass und die Verantwortlichen für das "Chaos“.

Nach dieser Meldung sucht man bei der Tagesschau vergebens: „ARD-Chef Ulrich Wilhelm will vor das Verfassungsgericht ziehen. Für einen höheren Rundfunkbeitrag." Eine Information, die man in anderen Medien mühelos erfahren kann. Obwohl die ARD, das Mutterschiff der Tagesschau, jährlich über acht Milliarden Euro einsammelt, will ihr Chef mal wieder mehr Geld. Gellermann fragt die Zuschauer, ob man denn für diese gigantische Summe nicht auch bessere Leistungen, zum Beispiel objektive, professionelle Nachrichten, verlangen dürfe. Für Gellermann ist es typisch, dass eine solche Nachricht unter den Tisch der Nachrichtensendung fällt: Die ARD will einfach mit den Zuschauern nicht über das Preis-Leistungs-Verhältnis reden. Gellermann ist sich allerdings sicher, dass die Redaktion durch Verschweigen keine Fortschritte machen kann.

Hier geht es zum Video:
https://kenfm.de/die-macht-um-acht-17/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 13. Januar 2019 schrieb Hans-Jürgen Witt:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

ich wende mich auf diesem Weg an Sie, um Ihnen zunächst meinen Dank dafür aussprechen, dass Sie regelmäßig versuchen, die manipulativen Intentionen der Nachrichtensendung Tagesschau offenzulegen.

In der Sendung vom 12.01. wird diese Absicht, Information mit Manipulation bzw. Suggestion zu verbinden, aus meiner Sicht sehr deutlich. Zunächst wird über ein ein Mädchen berichtet, das in Kanada Asyl gewährt wird. Ohne Anmoderation wird im Anschluss 20 Sekunden über die Gelbwesten berichtet. 10 Sekunden wird angeblich gewalttätigen Ausschreitungen gewidmet, wobei lediglich der Einsatz von Wasserwerfern der Polizei im Bild gezeigt wird. 'Tatort' Paris.

Nächstes Thema, jetzt mit Anmoderation: Gasexplosion in Paris. Länge des Berichts 60 Sekunden (!). Es gibt Tote und Verletzte. Optisch gleichen die Bilder dieses Szenarios denen, die im Bericht zuvor über die Gelbwesten abgeliefert wurde. Chaotische Zustände, Bilder der Zerstörung werden gezeigt und dies gefühlt sehr lange.

Beide Themen haben eigentlich wirklich nichts miteinander zu tun. Das eine Thema gehört zum Bereich der Politik, das andere zum Thema 'Unfälle aus dem Alltag'. Unfall bzw. Unglück und Politik werden aber so eng miteinander verknüpft, dass das Chaos des Unfalls, nicht zuletzt wegen ähnlicher Bilder, den politischen Protest der Gelbwesten unterbewusst ebenfalls als Unglück erscheinen lässt. Aus meiner Sicht wird hier mit suggestiven Methoden gearbeitet. An eine unabsichtliche Aneinanderreihung der Beiträge mag ich nicht glauben.


Am 12. Januar 2019 schrieb Bernhard Moser:

Lieber Herr Gellermann,

letzes Jahr ging es bei Ihrer "Macht um Acht" auch mal um einen Beitrag über Afghanistan von einem Christian Thiels.
Der hat seinen Job anscheinend ja wirklich "ausgezeichnet" gemacht.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ursula-von-der-leyen-rekrutiert-ard-journalisten-christian-thiels-als-berater-a-1247586.html

Herzlich


Am 12. Januar 2019 schrieb Michael Kohle:

Gellermann „glaubt“ anscheinend immer noch und weiterhin an das Gute im Menschen, hat wie er offen zugibt, die Hoffnung noch nicht verloren. Schlimmer noch, er „glaubt“ sogar noch, darauf einwirken zu können, dass die „MachtumAcht“ ablässt von ihrem schändlichen Tun. O-Ton: „Und nach den 16 Folgen, die das MACHT-UM-Acht-Team bisher als Beispiele hergestellt hat, hatte sich Gellermann eigentlich gewisse Fortschritte versprochen.“ Dem ist, wie er gleich selbst feststellen muß, natürlich, selbstverständlich und offensichtlich nicht so. Und so fallen die mit Tätä-Tröten und Barbarossa-Fanfarenklängen aufgemotzten Traktate durchaus bittersüß vergnüglich für Unsereins aus.

Doch halt! Dieses Mal redet er sich - für seine Verhältnisse jedenfallls - gegen Ende so richtig in Rage. Na also, geht doch! Er gibt doch tatsächlich preis, dass Gniffke - Dr. Gniffke, so viel Zeit muß sein - das alles nicht ihm zu Leide macht. Pure, schiere Propaganda und nichts als Propaganda ist das, was uns da für viel Geld - unser Geld - und ewig und drei Tage übergebürstet wird. Klar, jede Kraft ist endlich. Kein Wunder also, dass Gellermann sich nur auf einen „Propaganda-Hotspot“ fokussieren kann. Wenn es denn nur die Tagesschau wäre, es wäre verkraftbar. Sollen sie doch machen, wenn sie meinen. Nur leider, dem ist nicht so. Wer mir das nicht abnehmen will, dem empfehle ich, doch mal einen Tag nicht nur ein paar Stunden Dauerzappen im ÖR, im TV - auch und gerade Spartenkanäle, im Radio - von Pop- bis Oma- Sender. Egal zu welcher Stunde, von frühmorgens bis spätnachts. Da sei Wegknacken angesagt? Mitnichten! Gehirnwäsche funktioniert bei Probanden sogar im Schlaf. Propaganda ist allgegenwärtig in Transatlantika, nicht nur im heiligen transatlantischen Reichsprotektorat deutscher Nation, aber ihre Qualität hierzulande ist kaum noch zu unterbieten.

Aufklärung - wäre sie denn noch erlaubt - wäre angesagt. Aufklärung über die allgegenwärtige imperial ge- und betriebene, transatlantische Propaganda, über die perfide, die subtile, die absolut hinterfotzige, von Superhirnen für uns vorbereitet. Mit seinen Philippika gegen die MachtumAcht weist uns und sich selbst der Galerist sicherlich den richtigen Weg. Es gibt auch noch andere Widerständler, man muß sie nur aufzuspüren wissen. Und wer will das schon?

Einem mehr als lesenswerten Artikel mit dem Titel „Western Imperialism and the use of propaganda“ eines kanadischen Juristen namens Christopher Black habe ich folgende Zeilen entnommen (bitte um Nachsicht bzgl. Übersetzungsqualität): „Die US-NATO-Militärallianz ist eine die Welt umspannende Bedrohung ... Vernichtung ist das Los, das jede Nation der Erde zu erwarten hat, wenn sie nicht diesen neo-feudalen Overlords huldigen und sich ihnen beugen. Schutz versprechend im Tausch gegen Knechtschaft, Aufgabe freier Selbstbestimmung des Volkes verlangend, aller natürlichen Ressourcen - falls vorhanden - noch dazu, nur um der Steigerung des Profits willen, für jenes Kapital, das den NATO-Militärapparat steuert...
Starker Tobak für einen Richter vom International Criminal Court, oder?. Und er fährt fort:

„Und ihr primäres Anlegen, das sie haben um ihre Macht zu sichern, ist die Bewahrung und Verbreitung ihrer selbst geschaffenen Mythologie: dass die Welt ein gefährlicher Platz sei, dass sie die Beschützer sind, dass die Gefahr allgegenwärtig ist, ewig und allseitig, von drinnen wie von draußen. Diese Sagenwelt ist durchkonstruiert und wird über alle Medien hinweg in Permanenz präsentiert, über Zeitungen und Zeitschriften, Filme, TV, Radio, Werbung, Bücher, im Internet auf alle erdenklichen Arten. Alle vorhandenen Informationssysteme werden verwendet um Szenarien und Dramen zu kreieren und aufrechtzuerhalten, um das Volk davon zu überzeugen, dass sie, die Beschützer, die einzig Guten sind und alle anderen die Bösen.“

Dieser etwas anderen Erderwärmung, diesem mentalen Klimawandel zu entrinnen ist nicht so einfach, wenn überhaupt noch möglich. Da ist es geradezu eine Labsal, gelegentlich auf sowas wie der Galerie mal Frischluft schnuppern zu können. Aber solcherlei Eisplanken für uns darbenden Eisbären schwanken und schwappen schon immer öfters mehr als bedenklich, selten genug sind sie ja schon geworden. Die Welt retten werden wir nicht mehr, aus unserer stetig enger werdenden, fast schalldicht abgeschotteten Blase heraus. Ob diese uns noch lange zum Verweilen zugestanden wird? Irritiert zurückgelassen bin ich - zugegeben - nach der Lektüre von Houllebecqs jüngstem Werk. Dass hätte ich nun doch nicht von ihm erwartet. Ob gewollt oder nicht, allzu viel verbleibende Lenze des Glücks räumt er jedenfalls unseren nachrückenden Jahrgängen nicht mehr ein. Wer zum Lemming erzogen, sollte auch handeln wie ein solcher. Hinweis: Bitte beachten! Schneller geht es - wenn auch am Nasenring - über die Steilküste.


Am 11. Januar 2019 schrieb Reyes Carrillo :

Ein spätes Wort generell zu deiner „Macht um Acht“-Serie, lieber Uli: Großartig! Es ist ungeheuer wichtig, die Kritik an diesem Nachrichten-Monopolisten auch im persiflierenden Bewegtbild zu äußern. KenFM zieht viele junge Leute an, was das Ganze noch wertvoller macht. Und auch ganz ohne deine liebenswerte Eitelkeit streicheln zu wollen: Du bist der richtige Mann für diesen Job: Sprache, Präsenz, Überzeugungskraft! Und dann ist es auch egal, dass Herr Jebsen manchmal oder immer noch nicht so richtig weiß, wie er mit einem gewissen Anteil der rechtsoffenen Volksseele umgehen soll.


Am 10. Januar 2019 schrieb job brauerhoch:

Das Schlime ist: die Tagesschau hat einfach keine Qualität. Das zeigt sich sogar im "Unpplitischen" wie zur Zeit dem sog- SCHNEECHAOS. Gute Reportagen bringt das Schweizer Fernsehen und das arte JOURNAL, die garnicht unmittebar betroffen sind.
ARD + ZDF nur Läppisches, auch schlecht gemachtes. Zum Schämen.


Am 10. Januar 2019 schrieb Lutz Jahoda:

In homöopathischer Dosierung wird den TAGESSCHAU-Nachrichten abwechselnd Falsches beigegeben und gleichzeitig Richtiges entzogen, was die Mehrheit schlucken soll.
Gerade im Falle Libyen gewährte der "böse Diktator Gaddafi" dem libyschen Volk soziale Vorzüge und Landesfrieden. Der mit kranken Werten beschwerte Westen gewährte den Libyern hingegen Bombentod, ein Leben in Trümmern, Ungewissheit und Armut.
Dies alles verschweigt die TAGESSCHAU.
Auch im Fall Syrien wird verschwiegen, dass Unruhe und Zerstörung in ein Land hineingetragen wurde, weil sozialistische Vorzüge störten und Teilhabe des Westens am Öl zugunsten des syrischen Volkes der Weltfinanz entzogen blieb.
Wie gut, dass es Stimmen gibt, die Aufklärung geben und damit Beruhigendes dem Magen, wenn Abend für Abend sauer aufstößt, was dem Gebührenzahler teils entzogen und teils eingeträufelt wird.
Dank an die RATIONALGALERIE und Dank dem PODIUM Ken FM für diese wöchentlichen Klarstellungen.


Am 10. Januar 2019 schrieb Des Illusionierter:

Die T.Sch. anzusehen ist bei mir eine Rarität. Schon seit Jahren ertrage ich diesen vergifteten Mix nicht mehr, und mir graust beim Gedanken an die Millionen Zuschauer, die sich dieses Format Tag für Tag reinziehen und sich damit ins Hirn sch? lassen.
Umso bewundernswerter sind kritische Journalisten, so wie unser Galeriebetreiber, die nicht müde werden, immer wieder auf eine Nachrichtensendung hinzuweisen, die in Wirklichkeit überwiegend propagandistisch gefärbte Meinungen anstelle von Tatsachen bringt, um mächtigen Interessen zu Gefallen zu sein.


Am 10. Januar 2019 schrieb Felix Obermeyer:

Bemerkenswert ist ja auch, dass die Tagesschau die Vorgänge in unserem Nachbarland Frankreich, die Aufstände nach Kräften ignoriert. Offenbar hat man doch sehr Angst, der Deutsche könnte sich hier ein Beispiel nehmen. Seit immerhin über 8 Wochen verschaffen sich die Bürger in Frankreich Gehör. Die Tagesschau berichtet darüber einfach nicht!

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