Tagesschau säuselt

Von Substanz keine Spur

Autor: U. Gellermann
Datum: 12. Juni 2019

"Menschen warten viel zu lange auf Frieden", zitiert die Tagesschau
Außenminister Heiko Maas und verbirgt hinter diesem Säusel-Ton die
harten Fakten. Denn die ukrainische Regierung, die der Herr
Außenminister besucht hatte, will immer noch nicht das Minsker Abkommen
erfüllen, das sie selbst unterzeichnet hat. Auch an das Abkommen, das
den Zugang zum Asowschen Meer durch die Straße von Kertsch regelt,
hatte die ukrainische Regierung nicht eingehalten. Deshalb sind ein paar
ukrainische Matrosen inhaftiert, deren Freilassung von Maas gefordert
wurde. Aber mit den harten völkerrechtlichen Fakten will sich die
Tagesschau nicht aufhalten, da zwitschert sie lieber von Freiheit.

Auch die andauernden SPD-Trauerspiele, der unansehnliche Tod der alten
sozialdemokratischen Partei findet bei der Tagesschau keine saubere
Berichterstattung: Statt über Inhalte schwätzt die wichtigste deutsche
Nachrichtensendung lieber über das permanente Personalkarussell der
SPD. Von der Agenda 20/10, dem Abbau sozialer Gerechtigkeit in Programm
und Handeln der SPD, kein Wort. Obwohl wirklich jeder weiß, dass es die
Änderung der SPD-Inhalte waren, die deren Absturz in der Wählergunst
verursacht haben. Wer das verschweigt, bringt keine Nachrichten, der
zwitschert dummes Zeug in den Äther und durch die Kabel.

Einen Höhepunkt leistete sich die ARD-Redaktion mit dieser Überschrift:
"75 Jahre D-Day - Ein Geschenk der Geschichte". Statt Gebrauchslyrik
abzuliefern, hätte die Tagesschau Nachrichten bringen müssen. Zwar
wurde von den Feiern zum D-Day berichtet, aber dass von den vier
Alliierten der Anti-Hitlerkoalition nur drei in Portsmouth, dem Ort von
dem aus die Invasion in die Normandie damals gestartet war, anwesend
waren, erwähnt die Tagesschau nicht: Die Russen waren nicht eingeladen. Obwohl sie in den großen Schlachten rund um Moskau und am Kursker Bogen mit riesigen Verlusten den Erfolg der "zweiten" Front erst ermöglicht hatten.

Zwar mochte die Tagesschau noch berichten, dass die deutsche
Bundeskanzlerin als neue vierte Alliierte in England auftrat, aber
Zusammenhänge wollte sie mal wieder nicht vermitteln. Weder stellte die
ARD die Frage, warum denn die Russen nicht eingeladen wurden, noch mochte
sie die echten deutschen Alliierten gegen Hitler, den deutschen
Widerstand, erwähnen. Zwar war der nur klein und sicher nicht
entscheidend für den Sieg gegen die Nazis, aber allein seine moralische
Größe wäre schon eine Erwähnung wert gewesen. Im Beitrag der
"Macht-um-Acht" werden einige wenige jener tapferen Frauen und
Männer namentlich erwähnt, die ähnlich wie die jungen Soldaten der
Alliierten im Kampf gegen Hitler ihr Leben riskiert haben.

Wer einer schrecklichen Wiederholung der Geschichte vorbeugen will, der
kann sich nicht mit Gesäusel begnügen. Erkenntnisse verlangen
Hintergründe und Zusammenhänge. Die liefert die Hamburger
Nachrichtensendung nur ungenügend. Die "Macht-um-Acht", die Alternative
zur Tagesschau bringt sie.

Hier geht es zum Video:
https://kenfm.de/die-macht-um-acht-28/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 17. Juni 2019 schrieb Karola Schramm:

Man kann die Tagesschau und auch die ZDF-Nachrichten nicht mal mehr als Trauerspiel betrachten, sondern nur noch entsetzt feststellen, dass es sich bei beiden um dicke die Wirklichkeit verzerrende vom Staat organisierte Nachrichtensendungen sind wie es in jeder Diktatur üblich ist.

Das Zwitschern, lieber Uli Gellermann ist ein vergiftetes, getäuschtes, das einlullen soll, wobei im Hintergrund schon die Säbel rasseln und das Militär auf Krieg gebürstet wird.

Wir befinden uns, ohne es richtig zu merken, mitten in einer Diktatur, die danach ringt, die Menschen über die Medien gleichzuschalten und mundtot zu machen.

Das konnte man sehr deutlich an dem Affen-Aufstand sehen, den die Parteien, insbesondere CDU und AKK, sowie die Leitmedien über das Youtube Video von Rezo, veranstaltet haben. Sofort wurde nach Kontrollen und Gesetzen gerufen, die die freie Meinungsäußerung im Netz verbieten sollen.

Wir und die EU befinden uns in einer Wirtschaftsdikatur, die sich immer stärker milirarisiert. Und die Wahlen sind nur ein Feigenblatt, das diesen Zustand schamhaft verdecken soll.

Darum ist Putin auch nicht eingeladen worden, denn der Krieg der EU ist gegen ihn und sein Land gerichtet. Er erinnert doch alle, die an diesen Feierlichkeiten teilnahmen, an die Stärke Russlands, das ganz allein von Osten her diesem hinterhältigen Krieg den Nazi- Deutschland begonnen hat, zu beenden. Einen Präsidenten eines solchen tapferen, heldenhaften Landes wie Russland, kann man einfach nicht dabei haben, zumal bei der Schlacht gegen Nazi-Deutschland in der Normandie drei große Länder beteiligt waren, um Nazi-Deutschland den Rest zu geben.

Diese EU ist schmutzig und dreckig geworden und kennt weder Moral noch Anstand. Ehrlich war sie jedoch, Putin nicht einzuladen. Das hätte ja den ganzen medialen Feindbildaufbau und militärischen Aufwand unglaubwürdig gemacht. Putin weiß nun, woran er ist und wir wissen, dass die Hatz und der Hass von unserer Regierung und den Medien gegen Russland weitergehen wird.


Am 14. Juni 2019 schrieb Uschi Peter:

Erst jetzt erlebe ich, wie wir Ostbürger vom Westen belogen wurden. Nicht nur , dass uns ein völlig falsches Bild vom Westen vorgegaukelt wurde. Auch die heißgeliebten "Brüder und Schwestern" waren nach 1990 nur noch "Stasi-Täter oder -opfer", mehr Täter als Opfer und auf jeden Fall minderwertig. Es gab nichts Positives im Osten, nur unsägliche Zustände.Ich könnte stundenlang darüber reden wie uns die Tagesschau zur Übergabe "reif geschossen" hat. Diese Nachrichten der "freien" Welt sind die schlimmste Hetzpropaganda, die ich erlebe. Von der Aktuellen Kamera wussten wir, was zu halten ist. Die Tagesschau ist subtiler und darum schwerer zu durchschauen. Ihre Propaganda wirkt glaubhaft und darum ist sie so menschenverachtend. Seit Jahren schaue ich keine Nachrichten mehr, aber sie dringen doch in Millionen Herzen und Hirne. "Menschen seid wachsam!"


Am 13. Juni 2019 schrieb joe bildstein:

"Who Controls The Media Controls our Minds"

Eine kleine Rechnung:
75 Jahre Lebenserwartung
Ab 18 Schaut "man" Tagesschau
57 Jahre Tageschau
5475 Minuten im Jahre Tageschau
312075 Minuten im Leben;
Das sind 216.7 Tage verschwendete Lebens- Zeit mit billigster Propaganda.

Lasst uns die Dinge aendern die wir konnen, die Tageschau gehoert nicht dazu.
Ich habe noch nie ein TV Geraet besessen und wird mir auch nie eines ins Haus kommen.
Wenn ich Muttern besuch tue ich mir das immer an, ihr zuliebe.

Antwort von U. Gellermann:

Die Tagesschau ist mit ihren 10 Millionen Zuschauern pro Sendung der wichtigste Taktgeber der deutschen Medien. Meine Video-Serie hat auf YouTube pro Video 40.000 Zugriffe (d. H. Zuschauer) und bis zu 400 Zuschauer-Posts. Sie lernen was bei und mit mir, das kann man lesen. Das ist meine Beitrag zur Medien-Aufklärung.


Am 13. Juni 2019 schrieb Matthias Brendel:

Über das Schicksal des Whistleblowers Julian Assange wird ebenfalls nicht mehr berichtet.
Ich erinnere mich eine geradezu überbordende, beinahe stündliche Berichterstattung über diesen Welt Journalisten, der bei Erdogan inhaftiert war, gesehen zu haben.
Über Assange, der in einer äusserst gefährlichen Isolier Haft in den USA sitzt und ein weitaus bedeutenderer Journalist ist, wird kein Wort verloren.
Ein durch ihn an die Öffentlichkeit gekommenes Video kann sich zum Glück heute noch jeder bei youtube ansehen, da wird einem schlecht, wie die auch noch den Krankenwagen füsilieren, in dem Kinder sitzen.
Dazu der Kommentar: "Selbst dran schuld, wenn sie ihre Kinder mit in den Krieg nehmen, ha, ha, ha"
Da wäre noch viel Info Bedarf für unser grösstes Qualitäts Nachrichten Magazin.


Am 13. Juni 2019 schrieb Guenther Mann:

jetzt schon wieder so ein hammer: die alliierten sollen für die verteidigung ihre länder gekämpft haben? Ich bin verwirrt: hat das reich etwa südafrika angegriffen? Oder indien? Oder neuseeland? oder costa rica, guatemala, cuba? Inwiefern mussten sich chile, saudi arabien und paraguay vom reich bedroht fühlen? Uli, sag endlich die wahrheit: die alliierten wollten nix als die zerstörung des bolschwismus durch deutsche hand,
Hat nicht geklappt, dank stalin.

Antwort von U. Gellermann:

Wer bestreitet, dass die Franzosen, Engländer, Polen oder Sowjetbürger ihre Länder verteidigt haben, der darf sich getrost als Geschichtsrevisionist einordnen.
Der Sieg über Nazi-Deutschland ist vorrangig – das verkleinert nicht den Beitrag andere Völker, setzt ihn nur ins Verhältnis – den Millionen Sowjetmenschen zu verdanken, die ihre Heimat verteidigt haben. Stalin war einer von den Vielen.


Am 13. Juni 2019 schrieb Jan Schmidt:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

hatte heute das Bedürfnis, einen Ihrer wie immer pointiert und informiert geschriebenen Artikel zu kommentieren. Ich habe aber leider das entsprechende Feld nicht gefunden.

Sinngemäß wollte ich schreiben

(1) A. H. war ein ganz schlimmer Finger
(2) „Wer die Gegenwart beherrscht, beherrscht die Geschichte. Wer die Geschichte beherrscht, beherrscht die Zukunft“ (Orwell)
(3) Zeitgleich mit dem D-Day fand die Operation Bagration der Roten Armee statt, wo auf Seiten der Roten Armee 1.500 000 Soldaten mit 31.000 Geschützen, 5200 Panzern und 5300 Flugzeugen gegen 850.000 Deutsche / Verbündete (heute wären das vermutlich multinationale Streitkräfte einer Koalition der Willigen) mit 3200 Geschützen, 570 Panzern und 602 Flugzeugen zum Einsatz kamen. Das Ergebnis war der Komplettverlust der Heeresgruppe Mitte, somit war der Weg nach Berlin für die Rote Armee frei, auch wenn er noch zäh erfochten werden mußte. 50.000 Mann mehr auf deutscher Seite hätten am Ergebnis vermutlich wenig geändert.
(4) Die Motivation der Alliierten war weder Befreiung, noch Erlösung für die armen Bürger jüdischen Glaubens. Kann man an vielen historischen Quellen klar erkennen. Es sei denn, es ist die Befreiung vom Eigentum gemeint.
(5) Das Grundgesetz wurde von den Alliierten mehrfach geändert. Die KZs blieben mit anderen Insassen in Betrieb, natürlich nicht mit Kriegsgefangen, sondern mit DP, das sind displaced persons, die unterstehen nicht der Haager Landkriegsordnung. Dummerweise haben die Westalliierten kaumGefangene gemacht… Die Russen waren da wenigstens ehrlicher.

Was die Wiederaufrüstung der BRD, später auch der DDR anbetrifft, gehe ich mit Ihnen vollkommen konform, deshalb mußte die Befreiungsgeschichte dann auch etwas modifiziert werden. Spezialisten auf beiden Seiten fanden Arbeit in ihrem alten Broterwerb, z.B. General Heusinger, Oberst Adam, auch Generalfeldmarschall (für 2 Tage) Paulus war in der NVA beratend tätig.

Nach Punkt 2 kann aber heute eben nur der D-Day gefeiert werden. In Kino- und Dokumentarfilmen sieht man deshalb auch immer nur, wie die ruhmreichen angelsächsischen Befreier erst die 4. Siegermacht befreiten, dann die besten und stärksten deutschen Truppen den Garaus machten. Es ist einfach lächerlich.

Antwort von U. Gellermann:

Der militärische Sieg über das Hitler-Regime war objektiv eine Befreiung Deutschlands von eben diesem Regime. Was die Deutschen und die Siegermächte aus diesem historischen Moment gemacht haben ist ein anderes Kapitel.


Am 13. Juni 2019 schrieb Hanne Wegener:

Danke für die unermüdliche Analyse, meine Spende ist unterwegs.


Am 13. Juni 2019 schrieb Jochen Scholz:

Der amerikanische Journalist Eric Margolis schreibt zum D-Day u. a.

"The most important point of the great invasion is that without it, the Red Army would have reached Paris and the Channel Ports by the end of 1944, making Stalin the master of all Europe except Spain. Of course, the Allies could have reached a peace agreement with Germany in 1944, which Hitler was seeking and Gen. George Patton was rumored to be advocating. But the German-hating Churchill and left-leaning Roosevelt were too bloody-minded to consider a peace that would have kept Stalin out of at least some of Eastern Europe."

https://ericmargolis.com/2019/06/germany-was-defeated-on-the-eastern-front-not-normandy-originally-published-june-9-2018/

Das kann man von unseren beitragssatten Öffentlich-Retchlichen nicht erwarten


Am 13. Juni 2019 schrieb Hans Informat-Ion:

FRIEDEN?, seit 10 T.J.gibt es ca. 14.400 Kriege mit 3,5 Mrd. Toten! Kriege kommen infolge des "Kriegen"-Wollens, das ist weder
durch Verträge, Friedens-Gesäusel und Regime-Wechsel aus der Welt zu schaffen, besonders nicht aus der Welt der Herrschenden!

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