So geht Manipulations-Macht

Die Tagesschau - ganz vorne im Medien-Ranking

Autor: U. Gellermann
Datum: 24. Juli 2019

Jede Menge Zuschauer der MACHT-UM ACHT, der alternativen, kritischen Sendung zur Tagesschau, fragen: Warum treibt Ihr diesen Aufwand? Ich sehe ohnehin keine Tagesschau. Ich habe mein TV-Gerät schon lange abgeschafft. Und vor der Glotze hängen doch nur Rentner rum. Die MACHT-UM ACHT antwortet:

Bei den Einschaltquoten von Nachrichtensendungen liegt die „Tagesschau“ immer noch deutlich an der Spitze. Im Schnitt schalten 9,6 Millionen Zuschauer die 20-Uhr-Nachrichten der ARD ein. Erst auf Platz zwei des Nachrichten-Rankings liegt „Heute“ vom ZDF mit 4,1 Millionen Zuschauern. Mit „RTL Aktuell“ erreicht die erste Nachrichtensendung eines Privatsenders den dritten Platz. Die Nachrichten um 18.45 Uhr wurden im Durchschnitt von drei Millionen Menschen gesehen. Und unter den 14- bis 29-Jährigen liegt die „Tagesschau“ auch auf Platz eins: 270.000 junge Zuschauer. Von wegen nur Rentner. Unter den Print-Medien, die ja auch Nachrichten verbreiten, verkauft die sattsam bekannte BILD-Zeitung zwar mehr als 1,49 Millionen Exemplare, befindet sich aber immer noch weit hinter der Tagesschau.

Hinzu kommt: Die Tagesschau ist ein Leitmedium für fast alle anderen in Deutschland. Ob der Redakteur bei "Die Glocke", Gütersloh, oder "Die Harke" Nienburg, oder der "Märkische Oderzeitung" in Frankfurt/Oder arbeitet: Für alle ist die "Tagesschau" die Richtschnur des Schreibens. Keiner kann "gegen" die "Tagesschau schreiben. Wer die wesentlichen Schlagzeilen der ARD-Nachrichten-Schau mit denen des jeweiligen Tages in seinem Heimatblatt vergleicht, wird feststellen, dass die Ähnlichkeit verblüffend ist. Diese Ähnlichkeit geht bis zur "Apotheken-Umschau" mit einer verbreiteten Auflage von 9.168.618 Exemplaren. Besonders dann, wenn die Tagesschau mit dieser Überschrift hantiert: "Rabattverbot für Online-Handel - Spahn will Apotheken vor Ort stärken". Da freut sich doch die Apothekerin, soll sie doch die lästige Rabattierung der Konkurrenz loswerden. Zahlen die Apotheken das Gehalt der Tagesschau-Redakteure? Bekommen sie ihr Gehalt vom Gesundheitsminister? Fragen, über Fragen.

Immerhin stellt die "Tagesschau" auch diese Frage: "Russland - Was bringen die Sanktionen?". Scheint sinnvoll gefragt zu sein. Doch schon mit der nächsten Überlegung der Redaktion "Wie sinnvoll sind die Strafmaßnahmen?" wird der Sinn dünner. Als ob die Russen Kleinkinder wären, denen man mit Strafen kommen muss, damit sie schön artig sind. Dieses arrogant-dümmliche Wording setzt sich fort, wenn die Tagesschau von einem "aggressiven Verhalten Russlands" textet und die angeblichen Experten Janis Kluge und Sabine Fischer von der Stiftung für Wissenschaft und Politik zu Wort kommen lässt. Natürlich belegt die Tagesschau das angeblich "aggressive Verhalten Russlands" mit nichts, und sie mag uns auch nicht darüber informieren, dass die Experten auf der Lohnliste des Außenministers stehen. Der Zuschauer könnte ja die Meldung als schiere Propaganda begreifen, wenn er das wüsste.

Doch es geht noch dümmer: "Verteidigungshaushalt - Kramp-Karrenbauer für mehr Rüstungsausgaben" lässt die Tagesschau ihre Zuschauer wissen, als ob die im Dienst der Regierung und der CDU stünde. Das widerspricht zwar fundamental den Staatsverträgen der ARD-Sender, aber es nützt doch der braven Frau Kramp-Karrenbauer, denn die will Kanzler werden. Und das geht in der Bundesrepublik vorläufig nur, wenn man der Rüstungsindustrie, der NATO und den USA das erzählt, was die hören wollen. Das fällt den angeblichen Journalisten der "Tagesschau" nicht auf. Deshalb zitieren sie zwar die Dame korrekt mit diesem Satz "Die Nato ist und bleibt der Eckstein unserer Sicherheitsarchitektur", fragen aber nicht warum sie so ein toller Eckpfeiler ist.

So muss Uli Gellemann, der Moderator der MACHT-UM-ACHT mal wieder ein Warndreieck hochhalten, und damit diese und andere Meldungen markieren. Denn "Nachrichtenlöcher führen zu Löchern im Kopf". Unter der folgenden Mailadresse DIE-MACHT-UM-ACHT@KENFM-DE können die Zuschauer weitere Vorschläge für Warndreiecke einsenden. Die Mannschaft der MACHT-UM-ACHT bedankt sich herzlich bei den vielen Zuschauern, die mit ihrer kritischen Beobachtung der "Tagesschau" an der Alternative zu den ARD-Nachrichten mitarbeiten.

Hier geht es zum Video:
kenfm.de/die-macht-um-acht-31


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 29. Juli 2019 schrieb Paul Paulousek:

Ich muss leider zugeben, dass mein erster Kommentar sicher nicht "infam" war - wie ein Nachkommentator ihn hier bezeichnet hat - er war aber dennoch falsch.
Eine kurze Überlegung hätte mich darauf bringen können, dass die Meinungsmanipulation in unserem neo-feudalen und neo-liberalen System viel zu wichtig ist, als dass man sie "dem Markt" überlassen könnte (von Regelungen in Staatsverträgen ganz zu schweigen).
Der Galerist wird daher auch dann noch ein Objekt seiner Kritik finden, wenn es dereinst nicht mehr "die Macht um Acht" sein sollte.


Am 28. Juli 2019 schrieb antares56:

Ich sehe zwar oft die 20:00 Uhr Tagesschau, aber nicht wegen den Falschinformationen, sondern wegen des Versuchs, die Manipulation der BRD-Bürger durch die Tagesschau genauer zu erkennen. Und sie werden dort immer dreister! Vor allem das weglassen bzw Unterdrücken wichtiger Meldungen und Nachrichten zeigt doch oft die Manipulation der Nachrichten! Und der Russland-Hass bzw das Russland-Bashing findet bei der Tagesschau oft Höhepunkte - beweislose dumme Behauptungen, aber eine Merkel, AKK oder eine VdL geben oft solche Texte im Namen der Regierung (nicht des Volkes) vor! Und die "Grünen" bzw Nato-Oliven bis braunen stimmen gerne in das vorgegebene Russland-Bashing durch Tagesschau und Regierung ein!


Am 25. Juli 2019 schrieb Harald Risch:

Sehr geehrter Herr Paulousek,

Ihre Unterstellung, dass Herr Gellermann sich um seiner selbst Willen kritisch mit den Medien (und hier nimmt eben die Tagesschau als reichweitenstärkstes Medium den Hauptplatz ein und wird entsprechend von Herrn Gellermann zurecht entsprechend "gewürdigt") auseinandersetzt, hat schon Infames. Ich denke, dass Herr Gellermann mit seiner Zeit (und seinem Geld) durchaus auch Anderes anfangen könnte. Ich jedenfalls bin dankbardafür, dass es solche - leider in der Medienlandschaft in Unterzahl befindlichen - kritischen Geister gibt, die sich bemühen, den Dunstnebel der Verschleierung durch herrschende Politik und Medien zu lichten!


Am 25. Juli 2019 schrieb Paul Paulousek:

In allen Ehren - aber nehmen wir mal an, es gäbe keine Tagesschau mehr, sondern nur noch eine dystopische Medienvielfalt (aka "social media") - an welchem Gegner könnten Sie sich dann noch reiben? In sehr indirekter und antipodischer Manier profitieren Sie von dem Objekt Ihrer - meist nur allzu berechtigten - Kritik. Das könnte man allerdings auch "Metakritik" nennen...

Antwort von U. Gellermann:

Die Tagesschau ist nun mal das Über-Medium.

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