Seppuku der SPD

Nicht wehrlos, einfach nur ehrlos

Autor: U. Gellermann
Datum: 05. März 2018

„Seppuku“ (Harakiri) nannte die japanische Adelskaste, die Samurai, den rituellen Selbstmord. Die Samurai führten das Seppuku hauptsächlich aus vier Gründen aus: Zum einen vermied es Schande, wenn man während einer Schlacht dem Gegner in die Hände fiel und Kriegsgefangener wurde. Des Weiteren konnte es beim Tod des Herren (Daimyō) ausgeführt werden, oder man protestierte mithilfe des Seppuku gegen einen irrenden Vorgesetzten. Dass die Sozialdemokraten mit ihrer satten Mehrheit für die GroKo Selbstmord begangen haben, steht außer Frage: Nach dieser Entscheidung wird kaum ein Wähler noch ein Stück Brot von der SPD annehmen. Und da der sozialdemokratische Wahlverein nur bestehen bleibt, wenn er sich über eine ausreichende Zahl von Posten legitimiert – Inhalte hatte man schon lange nicht mehr anzubieten – war es das: Die SPD wird verschwinden.

Ist die SPD einem Gegner in die Hände gefallen? Keineswegs. Sie hat sich mit der Agenda 20/10 dem ehemaligen Gegner selbst ausgeliefert. Genüßlich suhlte sie sich in Vokabeln wie Reform oder Modernisierung, und der dumme Spruch von 'Privat geht vor Staat' galt den Genossen als der Gipfel ökonomischer Weisheit. Der Tod eines Herren war von der SPD auch nicht zu beklagen: Wechselnde Vorsitzende hatten die Partei zwar in die Sümpfe der Korruption geführt, schwammen aber selbst immer oben. Auf ihre Sesselkissen ließen sie deshalb gern den Spruch 'Mit vollen Hosen ist gut stinken' sticken, und lehnten sich in den bequemen Sitzgelegenheiten ihrer neuen Jobs gern lässig zurück. Ein Protest ist im jüngsten Suizid der SPD auch nicht zu erkennen: Jene, die gegen eine erneute GroKo protestierten, bekamen keine Mehrheit. Gegen wen hätten sie protestieren sollen? Gegen sich selbst?

Als am 23. März 1933 der Deutsche Reichstag das sogenannte Ermächtigungsgesetz beschloss, das die Weimarer Verfassung außer Kraft setzte und Hitlers Diktatur endgültig festigte, stimmten alle 94 anwesenden Abgeordneten der SPD gegen das Gesetz. Der Abgeordnete Otto Wels begann seine Rede zur Ablehnung mit diesem Satz: "Wir sind wehrlos, wehrlos ist aber nicht ehrlos." Ein Satz, den die heutige SPD nur mit Scham erinnern kann. Denn natürlich ist ihr JA zur GroKo zugleich ein NEIN zu Neuwahlen. Und natürlich wären in einer Situation, in der die rechten Kräfte immer mehr Stimmen erobern, Neuwahlen eine angemessen Alternative zum Weiter-So gewesen.

Natürlich nicht irgendwelche Neuwahlen. Sondern solche, in deren Vorbereitung ein Bündnis gegen Rechts an seinen Inhalten erkennbar gewesen wäre. Eine Wahlplattform, die neben der Ablehnung der Agenda-Politik auch Schritte gegen Mietwucher und Obdachlosigkeit hätte enthalten müssen. Mit einem Programm, das den Auslandseinsätzen der Bundeswehr eine klare Absage erteilt hätte. Ein Programm, das mit diesen Punkten nicht nur GRÜNE und LINKE erreicht, sondern auch durchaus dem aus Umfragen erkennbaren Wählerwillen entsprochen hätte. Das wäre eine Kampfansage gegen CDU, CSU und AfD gewesen. Und in Vorbereitung auf diesen Schritt nach vorn hätte die SPD im eigenen Programm sogar diesen Satz finden können: "Der demokratische Sozialismus bleibt für uns die Vision einer freien, gerechten und solidarischen Gesellschaft, deren Verwirklichung für uns eine dauernde Aufgabe ist". So hätte man sich wehren können.

Doch statt um und für die Partei und ihre einstigen Ziele zu kämpfen, erklären sich Nahles, Scholz und Co. lieber gleich als ehrlos: Selbstmord aus Angst vor dem Tod in der offenen Schlacht um Inhalte, um Mehrheiten für eine soziale und friedliche Politik.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 19. März 2018 schrieb Thomas Fricke:

EsPeDecula, die Untote

Sie starb von eigner Hand vor hundert Jahren,
Getötet im Bewilligungsverfahren
Für Kriegskredite, Massenmord und Not.
Die Kampfpartei verblich, war nicht mehr rot.

Doch seltsam, die bei Kriegsbeginn verblichen,
Aus der war aller Kampfesgeist entwichen,
Sie regte sich, bewegte sich, trank das Blut
Der einstigen Genossen, das schmeckt' ihr gut.

Sie soff das Blut der Räterepublikaner,
Der ihr verhassten Roten, der Spartakianer.
Im Bunde mit dem braunen Freikorps-Mopp
Erledigte sie ihren blutigen Job.

EsPeDecula durfte nun regieren,
Im Auftrag von Konzern-Finanz-Vampiren,
Und legte sich mit diesen gern ins Bett,
Die Untote, sie tat auch noch kokett.

Dann war für'n Dutzend Jahre sie entbehrlich,
Dem Schickelgruber wurd sie nicht gefährlich.
Doch nach dem Großgemetzel brauchte man sie
Für die neualte Staatsmaschinerie;

Für Aufschwung, Industrie und Wirtschaftswunder,
Für den Sozialpartnerschaft-Gefasel-Plunder,
Für die Koalitionen mit Gelb und Schwarz,
Und für die große Radikalen-Hatz.

Als der gepriesne "Sozialstaat" dann ging unter,
Da schwand EsPeDeculas Einfluss, o Wunder.
Sie zog zurück sich, in die GroKo-Gruft,
Aus dieser steigt ein übl Verwesungs-Duft.

Sie greint von der Erneu'rung in vier Jährchen,
Erzählt, wie immer, noch andere Märchen;
Sie hat das Volk verraten tausendmal
Und kann nicht sterben - bis zur nächsten Wahl.

www.fricke-th.de


Am 08. März 2018 schrieb Heinrich Triebstein:

@Uli
Das scheint mir ein Merkmal einer Volkspartei zu sein: Die SPD hat auch Thilo Sarrazin nicht ausgeschlossen. Statt "reintegrieren" hätte ich eher sagen sollen, die Schröderkritiker sollten ihren Frieden mit ihm machen, seine Verdienste in den Vordergrund rücken und ihn zu guten Taten anstiften.


Am 08. März 2018 schrieb antares56:

Mit den neuen Personalien in der SPD ist unter der Führung von Scholz und Nahles ein weiterer Rechtsruck der SPD eingeleitet worden!
Es gibt viele Gründe gerade jetzt aus der SPD auszutreten.


Am 08. März 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

"Auf gar keine Fall ist dem zuzustimmen, dass die sPD in den ewigen Jagdgründen verschwindet ,oder verschwinden soll: Nein, wenn ich mich meines Verstandes unvoreingenommen bediene, und schonungslos analysiere bleibt die Verbindung mit all denen, die gekämpft, gelitten, ermordet und gefoltert wurden, und da haben aufrechte Sozialdemokraten ihren festen Platz, und der steht ihnen auch in der Geschichte zu.
Durchgesetzt bis zum heutigen Tag haben sich immer, letztendlich auch in abgemilderter, dem damaligen Zeitgeist geschuldet, die Brandt Ära, (Berufsverbote unter Brandt) durchgesetzt.
Die Gründung der sPD ist wohl allgemein bekannt, und so ist der Blick in die Geschichte auf Otto Wels, dem damaligen sPD Vorsitzenden gerichtet:
1897 trat Wels in die Gewerkschaft der Maler, Tapezierer und Innendekorateure, und in die sPD ein.
1900 wurde er in den Verbandsvorstand gewählt, und 1905 wurde er hauptamtlicher Gewerkschaftsfunktionär.
1918 bewährte er sich als Eberts Gehilfe und als Berliner Stadtkommandant eine klare MSPD Mehrheit der Delegierten zum Rätekongress zu organisieren, die Volksmarinedivision zu neutralisieren, und zu einer der sPD loyalen Sicht aus Armeeverbänden zu formieren.
Ausschließlich waren seine Parteifreunde und Förderer dem rechten Flügel zuzuordnen. Namen, wie Ebert, Hans Vogel, Philipp Scheidemann, Ollenhauer, um nur einige zu nennen stehen in den Büchern.
Seine große Stunde schlug, als Ebert, der Verräter der Arbeiterklasse, Reichspräsident wurde, und Wels Weichen waren bereits mit der Ernennung zum Berichterstatter des Weimarer Parteitages 1919.
In seinen Reden war viel von Freiheit, Demokratie, tatsächlich von Sozialismus, aber vor allem von Verantwortung als Regierungspartei zu lesen.
Das Credo der Poltik war, wie heute, nur eben im Jahr 1933:" Bedenkt, dass wir gezwungen sind, die Demokratie mehr gegen links zu verteidigen, als gegen rechts zu verteidigen."
Die Kriegspolitik , und das Bündnis mit der alten Militärmacht, sowie mit den bürgerlichen Parteien war reichte um links auf jeden Fall zu verhindern. An den folgenden Parteitagen wurden oppositionelle Anträge abgelehnt und nieder geschmettert.
Die KPD erklärte am 30.Januar, dass dies "die brutalste, unverhüllteste Kriegerklärung an die Werktätigen, an die deutsche Arbeiterklasse sei.
Mit Hilfe der Polizei konnte die SA ungehindert Antifaschisten, Kommunisten, Sozialdemokraten jagen.
Die KPD war verboten, die Mitglieder, auf der Flucht, im Konzentrationslager, oder ermordet.Die Kampfverbände der SPD wurden am 6. März, und am 10. März durften keine sozialdemokratischen Zeitungen mehr erscheinen. Abgeordnete der SPD verschwanden in Konzentrationslagern, waren auf der Flucht ins Ausland, oder haben sich krank gemeldet.
Einwände, der noch anwesenden Abgeordneten fanden keinerlei Gehör, und Wels war von höchster Stelle geschützt, weil Hitler großen Wert darauf legte, dass die SPD Fraktin bei der Abstimmung anwesend war.
Man hat versäumt Tacheles zu reden, denn der Schutz für Wels war gewährleistet.
So gib es im Jahr 2018 über 900 Suppenküchen, und manchmal finden sich Antworten in der Geschichte:
25 Jahre Suppenküchen. Die Folgen der neoliberalen AGENDA Schröder/Fischer Politik, und da liebe sPD liegt der Hase, sehr abgemagert im Pfeffer.
Diese Wunde wird nicht heilen, solange ihr eure Poltik nicht ändert. Da könnt ihr machen, was ihr wollt.
Ihr habt, was den Atem der Parteien ausmacht vor langer Zeit verloren. Ihr seid nicht mehr in der Bevölkerung verankert, und damit ist die Gefahr wirklich gegeben, dass ihr wie in einigen Ländern in der EU einfach von der Bildfläche verschwindet. Ein Trauerspiel und eine Tragödie, im Erinnern an die, die an euch geglaubt haben, die euch unterstützt haben, und die ihr verraten habt, und an die, die immer noch auf Veränderung hoffen:
"Bürgerliche Wohltätigkeit" Kurt Tucholsky
Sieh! Da steht das Erholungsheim einer Aktiengesellschaftsgruppe; morgens gibt es Haferschleim, und abends Gerstensuppe. Und die Arbeiter dürfen auch in den Park.... Gut, dass ist der Pfennig. Aber wo ist die Mark.-?
Sie reichen euch manche Almosen hin unter christlichen, frommen Gebeten; sie pflegen die leidende Wöchnerin, denn sie brauchen ja die Proleten. Sie liefern auch einen Armensarg...... Das ist der Pfennig. Aber wo ist die Mark -?
Die Mark ist tausendfach-und tausenfach in fremde Taschen geflossen; die Dividende hat mit viel Krach der Aufsichtsrat beschlossen. Für euch die Brühe. Für sie das Mark. Für euch den Pfennig. Für sie die Mark.
Proleten ! Fallt nicht auf den Schwindel rein! Sie schulden euch mehr, als sie geben. Sie schulden euch alles!
Die Länderein, die Bergwerke und die Wollfärberein....... Nimm, was du kriegst. Aber pfeif auf den Quark.
Denk an deine Klasse! Und die mach stark! Für dich den Pfennig! Für dich die Mark!
(Arbeiter Illustrierte Zeitung. 1928)


Am 07. März 2018 schrieb Ralph Höpfner:

Die Nürnberger Prozesse, besonders der Folgeprozess gegen die Wirtschaft, belegen es, B.Brecht in seinem "Der Aufhaltsame Aufstieg des Arturo UI" dramatisiert es, E.Czichon weist es nach -Parteien fallen nicht vom Himmel. Und sie kosten Geld. Viel Geld. Um 'linke' Politik zu verhindern, wird 'rechts' abgelenkt. Heute im 'flotten Businesslook'. - Mehr LINKS!


Am 06. März 2018 schrieb Hella-Maria Schier:

In meinen Augen ist die einzige effektive Politik gegen rechts mutige und konsequente linke Politik. Mehr F ü r L i n k s als gegen Rechts, denn letzteres scheint mir als Agenda eher eine Falle zu sein. Den Herrschenden ist es offensichtlich am liebsten, wenn Linke sich im Kampf gegen alle und alles irgendwie Rechte deren Freunde, Kinder, Lieblingsgewohnheiten und und ... so aufreiben, dass ihnen für Linke Politik überhaupt keine Zeit mehr bleibt und auch keine Aufmerksamkeit für die Rechten an der Macht, die sich nicht so nennen, aber so ganz nebenbei im Hintergrund deutsche militärische Großmachtpläne verfolgen, während die wackeren Kämpfer "gegen rechts" demokratieabträglich gegen kleine Wutbürger und "das völkische Volk" da unten wettern, in jeder elitenkritischen Äusserung den Rassismus "entlarven" und überlegen welchen aufgeweckten Journalisten oder Künstler man als nächstes schmähen und mit Auftrittsverboten belegen kann. Der "Kampf gegen Rechts ist die linksverträgliche Strategie zur Abschaffung der Meinungsfreiheit und in Wirklichkeit ein Kampf gegen L i n k s. Es ist eine Masche: die PR des Mainstream klebt substanziellen linken Inhalten, mit denen es nicht mehr genervt werden will, eine der Varianten des Etiketts "rechts" auf, wie etwa bei Bankenkritik, Anti-Imperialismus, EU-Kritik ... Und dann kommen die linken Kreuzritter gegen Rechts und schieben all diese Standpunkte und ihre Vertreter ins politische Abseits, zu AFD und anderen Rechten, woraufhin diese (scheinbar) Inhalte und Wähler gewinnen und dick werden, während die Linken aus phobischer Angst vor Kontamination durch Gemeinsamkeit immer dünner werden, und schließlich aus Selbstablehnung dahin schwinden. wie die SPD. Und die Eliten stoßen dann mit Champagner an und lachen sich kaputt, wie einfach es war, die Linken zu besiegen. Mit Etikettenschwindel und auf die linke Psyche zugeschnittener Propaganda. Das sind eigentlich Strategien des Marketing und man kann vermuten, dass die Vertreter der Märkte diese beherrschen und natürlich anwenden. Nicht so jedoch die aufrechten "Kämpfer gegen Rechts", für die ist dergleichen "Verschwörungstheorie". Der sog. "Kampf gegen Rechts" steht mir bis hier und die Blödiane - oder Schlimmeres - die ihn betreiben bzw. auf ihn abfahren und das selbst. Denken anscheinend willig verlernt haben, nicht minder. Von diesen inqisitorischen, lauernden Korrektheitsfreaks und ihrem perfiden Gesinnungsterror wird mir übel. Daher nenne ich einen wirklichen Kampf gegen Rechts, wie eine neue Linke Sammelbewegung, die ich begrüssen würde, nicht so. Die Linken sollten sich auch nicht so auf die AFD fixieren, die ihnen dauernd zum Fraß vorgeworfen wird. Es war z.B. dumm, eine Antidemo anlässlich deren Demo gegen die Unterdrückung muslimischer Frauen zu inszenieren und es sich so mit den modernen muslimischen Frauen, das sind vielfach eingebürgerte Wählerinnen, zu verscherzen, von denen viele über die in ihren Augen falsch verstandene Toleranz der Linken verärgert sind. Womöglich wählt da jetzt manche die AFD, und der konservative islamische Patriarch entdeckt sein Herz für die Antifa? Geht links nicht andersrum? Sicher war die Demo auch ein PR- Trick der AFD. Aber eine gute Reaktion der Linken wäre dann gewesen, eine eigene Demo für die Rechte a l l e r Frauen und gegen ihre Benachteiligung überall zu veranstalten. So langsam werden, wie gesagt, alle linken Inhalte mal so mal so den Rechten überlassen. Warum merken die Linken das nicht und reissen diesen gefährlichen Ideologieverdrehern vom Scheinlinken und denkbefreiten Mitläufern endlich die Maske vom Gesicht und schauen mal nach, woher sie kommen und wer sie unterstützt?

Antwort von U. Gellermann:

Dieser nachdenklichen Zuschrift kann ich weitgehend zustimmen. Da ich annehme, dass sie sich auch auf das im Artikel erwähnte „Bündnis gegen Rechts“ bezieht will ich das erläutern: Die Wahlergebnisse für CDU-CSU und AfD zeigen einen Rechtsruck in der Bevölkerung an. Dieser andauernden Entwicklung muss die Linke (im und außerhalb des Parlamentes) Rechnung tragen. Dazu gehört auch, dass man die herrenlosen, enttäuschten Wähler der SPD auf die neue Rechtsgefahr aufmerksam macht und alternative Angebote aufzeigt.


Am 06. März 2018 schrieb Ernst Blutig:

Interessant war auch zu beobachten, wie sämtliche sPDler, als die neuesten Umfrageergebnisse (15%) schon längst "auf dem Tisch lagen" (sozialdemokratisch für: "unter den Teppich gekehrt"?...) sich noch verschämt realistisch in Interviews gebend von den 20% (der letzten Bundestagswahl) sprachen. Die Gefälligkeitsgutachter der Medien taten es ihnen nach, schliesslich muss das Produkt "GroKo"verkauft werden.

Ich hege aber die Befürchtung, daß der Michl und die Michline nachdem wieder "geordnete Verhältnisse" im Land herrschen, die spD mit erneuten 20% belohnen werden.
Mit Speck fängt man Mäuse., sagt man.
Beim Deutschen brauchts keinen Speck mehr. Da genügt ein Zettel auf dem "SPECK" draufsteht.
Die AfD schreibt sogar "SPECK* HEIL" drauf. (und um sicher zu gehen auf der Rückseite noch ein gestempeltes *"aus Deutschland", weils so schön amtlich aussieht).
Mit dem Zettel bekommt man dann Freiheit und Speck bei die Partei.. Die Freiheit können se jleich haben, den Speck jibbt et später...hat mir jedenfalls ein kleiner leicht besoffener Herr so gesagt.


Am 06. März 2018 schrieb Helene+Ansgar Klein:

Ihr Plädoyer, Uli Gellermann, für ein "Bündnis gegen Rechts" ist eine prima Steilvorlage für Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine für deren Idee einer neuer 'Bewegung', sprich Volkspartei! Dafür haben wir jetzt etwas mehr Zeit als wenn nach einer SPD-Abstimmung gegen die GroKo direkt Neuwahlen angestanden hätten. Packen wir's an!


Am 05. März 2018 schrieb Ralph Höpfner:

Angesichts der Aufführung seit der Bundestagswahl im September 2017 – SPD, Herold Schulz, GROKO-Abstimmung – fragt man sich verzweifelt, ob denn nun alle verrückt geworden seien oder nur die eigene Wahrnehmung verwirrt.

Da fährt am Sonntag, den 04.03.2018, ein gelbes Postauto von DHL – unter Polizeischutz (??) – bei der Berliner SPD-Zentrale vor und liefert stapelweise die Abstimmungszettel ab, als ginge es um die Ziehung der Lottozahlen: Gerät überprüft, Protokollanten vereidigt.
Stunden später, nach der Auszählung, das Atrium ist bis in die letzte Etage gefüllt, verkündet der Schatzmeister der SPD das Ergebnis: 66% pro GROKO, 33% dagegen.
Von den Etagensimsen, dort, wo in den Kirchen die bösen Geister hervorlugen, blickt Nahles in den Innenhof der SPD-Zentrale, als gäbe es was zu sehen – ausser sich selbst.

Doch wo ist Martin Schulz? Wo quakt Sigmar Gabriel? Wo grinsen die Seeheimer?

Fast Sekunden nach dem Schatzmeister und Olaf Scholz melden die Sozialen Medien Befriedigung bei der CDU/CSU, Seufzer der Erleichterung bei der Wirtschaft, die auch gleich ihre Wünsche hinterher schicken.

Was war das jetzt für eine Veranstaltung seit dem ‚Aufbruch Schulz‘ bis heute?

Man wird den Verdacht nicht los, dass es sich dabei um eine riesengroße Aufführung gehandelt hat: Wie implantiere ich dennoch eine Regierung, die eigentlich so niemand mehr haben wollte?
Um ein Bild von Steinbrück aufzugreifen: Unter südamerikanischen Umständen würden jetzt Horden von Caballeros durch die Stadt reiten und wie wild in die Luft schießen. – Bei der SPD in Berlin kommt der gelbe DHL-Transporter vorgefahren und die Afficionados geben sich hanseatisch kühl. – Castigado!


Am 05. März 2018 schrieb Heinrich Triebstein:

Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie längst abgeschafft. Nach Sanders, Corbyn und dem Drittel der SPD-Mitglieder, die diese Groko abgelehnt haben, ist es an der Zeit, die uns umgebende Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen: Das Finanzkapital macht weltweit, was es will. Und die Einzelstaaten haben keine Chance. George Soros hat 1993 das britische Pfund kaputt spekuliert. Mario Draghi stellt sicher, dass Spekulanten gegen den Euro keine Chance haben. Immerhin!
Die von Heinz Schneider genannte Mitte-Unten-Koalition in der Zivilgesellschaft ist es, die das Oben bändigen wird. Das Eine Prozent und seine willigen Helfer sind NICHTS ohne die Arbeit derer in der Mitte und Unten. Die hessische SPD hat 2008 gezeigt, wie sie aus der Opposition heraus auf über 36 Prozent Zustimmung gekommen ist.
Und wir haben gesehen, wie die Meute von BILD bis Zeit zugebissen hat. Martin Schulz hat mit dem Wort Gerechtigkeit Begeisterungsstürme ausgelöst. Da musste der Urheber der Agenda-20/10-Politik selber her, um die Träume der Vielen zunichte zu machen.
Gerhard Schröder kann mehr. Seine von ihm dezimierte Partei sollte ihn reintegrieren. Wer sich der Teilnahme am Irak-Krieg verweigert hat und sich in seiner Haltung gegenüber dem "lupenreinen Demokraten" nicht irre machen lässt, kann sich durchaus in die Tradition von Willy Brandt stellen, der keine Probleme hatte, mit den Verantwortlichen in der Sowjetunion ins Gespräch zu gehen.
Zum Beispiel zu dem Thema Umstieg vom VERbrauch endlicher und das Klima ruinierender Energierohstoffe auf den GEbrauch von Wind (66%), nahrungsmittelneutraler Biomasse (17%) , Wasser (15%) und Sonne (2%) durch einen Stromverbund, der Nordafrika und Sibirien miteinander kombiniert, um Europa und seine Nachbarn mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Die dazu notwendigen seltenen Erden lagern zu über 90 Prozent in China. Womit ein weiterer Faktor ins Blickfeld rückt, der die postwestliche Weltordnung mitbestimmen wird. Dass das Kapital auf den Trump gekommen ist, sehe ich als ein Positivum. Nach ihm kann es nur aufwärts gehen.

Antwort von U. Gellermann:

Warum die SPD ausgerechnet den Agenda-Schröder integrieren soll ist mir unverständlich.


Am 05. März 2018 schrieb Marc Britz:

Ein im Jahr 2005 geborenes Kind wird dank der SPD bis zum Erreichen der Volljaehrigkeit nie eine andere Regierungschefin als Angela Merkel kennengelernt haben. Ich kann mir schon denken was diese Art von Alternativlosigkeit und die mit ihr einhergehende Vertiefung der Merkelschen Medienmacht im Demokratieverstaendnis der lieben Kleinen anrichten wird: Sie werden Merkel dann "beim ersten Mal" - wie das beim Wal-o-Mat immer so ekelhaft anzueglich heisst - auch die fuer sie ewige Kanzlerin waehlen: Natuerlich (genau wie die 66% SPD-Mitglieder) rein aus nationaler Verantwortung heraus. Allerdings wird dann auch aus nationaler Verantwortung die CDU-AfD Koalition kommen. Denn die SPD hat sich selbst erledigt. Dass diesbezuglich Spott leider fehl am Platz ist, wird klar, wenn mal etwas genauer ueber die Nebenwirkungen von Harakiri nachdacht wird: Vor dem Tod wird da naemlich erst noch jede Menge Darminhalt ueber den Rest der Welt verteilt.


Am 05. März 2018 schrieb Karola Schramm:

Tja, lieber Uli Gellermann, ähnlich dachte ich heute morgen, als ich die Augen aufschlug. Allerdings nicht so dezidiert und gut wie Sie das hier jetzt beschreiben.

Angst vor dem Tod den Selbstmord begehen ist bekannt und auch, was mit diesen Selbstmördern geschah. Sie wurden nochmals getötet, indem man sie so lange schlug bis man annehmen konnte, dass sie tot sind. In England, sollen Selbstmörder auch deshalb nochmal getötet worden sein, weil sie sich dem König und seiner Macht entzogen haben und in der kath. Kirche wurden und werden (?) Selbstmörder die kath. Beerdigung vorenthalten und nicht auf dem normalen Friedhof begraben, sondern hinter einer Mauer verscharrt.

Das wird der SPD jetzt zwar so nicht passieren, aber sie wird, dafür wird Mekel mit ihrer Art, Menschen und Parteien zu eliminieren, schon sorgen, in so viel politische Kleinkriege und Abhängigkeiten gezogen, dass sie in der Bedeutungslosigkeit einfach verschwinden wird.

Das ist das Gute an Merkel: Wir sehen, wie sie es fertig bringt uns allen zu zeigen, was für schlappe, ängstliche, charakterlose, gierige Politiker und Politikerinnen sich in Regierung und Parlament tummeln, von denen wir annahmen, bzw. ich, dass dort Menschen mit Charakter sitzen, die die Demokratie wunderbar finden und Werte und Normen verinnerlicht haben, die unsere Gesellschaft adeln und bisher zusammen gehalten haben.

Es lohnt sich also nicht, ihr, der alten Tante SPD hinterher zu weinen. Auch alte Tanten müssen sterben, wenn ihre Zeit gekommen ist.

Vorerst jedenfalls wird sie noch im Handpuppen-Kabinett von Merkel und im Parlament herum hampeln - aber auch das wird sich legen, weil weder Wiederbelegung, Sauerstoff und Bluttransfusionen diesen gegen alles immunen Körper SPD nicht heilen kann. So nimmt das Schicksal seinen Lauf...


Am 05. März 2018 schrieb Lutz Jahoda:

VORBEI, DAS FRAU-NAHLES-GEHOPPEL-VIVACE!
SOZIALE PARTEI? REQUIESCAT IN PACE!

Wer auf halbem Weg umkehrt,
der geht nicht ganz irre.
Das hat uns die Sprichwortfibel gelehrt.
Nun steckt die Partei erneut in der Wirre;
denn wie wir sehen, ist sie längst kirre.
Sie weiß es noch nicht? Sie wird es bald wissen.
Oder ahnt sie schon, was über ihr schwebt?
Denn von der Kanzlerin gebissen,
das hat noch keiner, wie wir wissen,
überlebt.


Am 05. März 2018 schrieb Gerhard Müller:

Wieder mal ein richtiger Artikel zur rechten Zeit. Bliebe noch zu ergänzen, dass sowohl bei der SPD-Basis als auch beim gemeinen Wahlvolk Springer und Co.nicht ohne immensen Einfluß sind.Wozu verblöden wir denn das Volk sonst ?


Am 05. März 2018 schrieb Benny Thomas Olieni:

Nun also die Grottliche Komödie...

Maasvolle Zensur.

Insolventes Spaßbad.

A. Nahles am Ausgang.

Realsatire pur.


Am 05. März 2018 schrieb Des Illusionierter:

Wären die SPD-ler einfach nur dumm, könnte man mit ihnen Mitleid haben. Aber die Führungsclique dieses Postenschachervereins ist einfach nur gierig und verantwortungslos. Ehrlos natürlich auch, aber welches Führungspersonal handelt heute noch ehrenhaft? (Die wenigen Ausnahmen bestätigen eher die Berechtigung meiner resignierten Frage, als dass sie sie widerlegen.)
Die Bevölkerung ist diesen „Eliten" längst egal, außer als zahlendes Publikum im Wahlzirkus.

Somit ist die Sozialdemokratie überflüssig durch eigenes Verschulden, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie aus einem Parlament nach dem anderen herausfliegt und als Splittergruppe in der Wahlstatistik landet.

Leider ist "Die Linke“ auf demselben Weg - so ist mein Eindruck. Offenbar sehen sämtliche politischen Kräfte keine andere Möglichkeit mehr, als sich dem Finanzkapital vor die Füße zu werfen, um sich persönlichen Wohlstand zu erschleimen.

Der Großteil der Bevölkerung versorgt sich zunehmend auf der Müllhalde, die in Deutschland bis jetzt noch ein gewisses Auskommen bietet. Was wird passieren, wenn das in absehbarer Zukunft nicht mehr so ist?


Am 05. März 2018 schrieb Christine Full:

Der Wähler wird auch kein Stück Brot von dieser spd angeboten kriegen. Die Wähler werden gleich weiter zur nächsten Tafel geschickt.


Am 05. März 2018 schrieb Heinz Schneider:

Die SPD ist trotz großer Nachfrage nach Sozialdemokratie politisch insolvent.

Das Insolvenzrecht hätte in dieser Lage die Sanierung des Unternehmens zum Ziel.

Die Sanierung wird dazu einem Insolvenzverwalter übertragen, konsequenterweise wird nämlich zunächst die für die Insolvenz verantwortliche Geschäftsführung abgesetzt.

Der Insolvenzplan liegt schon vor, er stammt von Willy Brandt: Die Sozialdemokratie ist nur dann mehrheitsfähig, wenn sie die Interessen des mittleren und des unteren Drittels der Gesellschaft verbindet


Am 05. März 2018 schrieb Frieder Lehmann:

Seppuku war auch die ehrenvolle Art des Todesurteils; Samurais konnte dieser Tod aber auch verboten werden, wenn ihr Verbrechen gegen den Samuraicode verstiess.


Am 05. März 2018 schrieb Klaus Madersbacher:

"Wehrlos, weil ehrlos" muss es eigentlich heißen. Aber das trifft nicht nur für die Sozis zu ...

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