Schmutz-Zulage für Tagesschau

Hunderttausende Euros für Intendanten

Autor: U. Gellermann
Datum: 17. April 2019

Süßer die Kassen nie klingeln: Der Tom Buhrow, Intendant des WDR, eine der Anstalten der ARD und Lieferant für die Tagesschau, steckt 33.333 Euro monatlich ein. Lutz Marmor, Intendant des NDR, der Heimat-Anstalt der Tagesschau, schleppt 348.000 Euro Jahresgehalt nach Hause. Claus Kleber zockt für die Moderation des ZDF heute-journals, auch ein öffentlich-rechtlicher Sender, zockt 600.000 Euro im Jahr ab. Alles Gebühren-Gelder. Wenn die Damen und Herren dafür wenigstens sauber arbeiten würden. Nein. Sie verbreiten nicht selten Dreck. Dafür bekommen sie Schmutzzulage.

Beispiel 1: Die Tagesschau feiert den 70. Geburtstag der NATO mit der Überschrift "70 Jahre NATO - Die NATO ist unentbehrlich". Wird die ARD für Nato-Reklame bezahlt? Ist die NATO Teil des Grundgesetzes oder der Staatsverträge der öffentlich-rechtlichen Anstalten? Um die NATO untertänigst zu feiern, behauptet die Tagesschau ein "aggressives Auftreten Russlands". Beweis? Null. Kriegspropaganda 100 Prozent.

Beispiel 2: Im Gefolge eines NATO-Überfalls auf Libyen vor bald acht Jahren tobt dort ein blutiger Krieg. Über den Verursacher? Kein Wort in der Tagesschau. Stattdessen wird über die Rolle des Warlords General Chalifa Haftar spekuliert. Dass der Mann zur Zeit des Sturz von Muammar al-Gaddafi, Premierminister von Libyen, schon CIA-Agent war und es wahrscheinlich immer noch ist: Kein Wort. Damals, als das relativ friedliche und ziemlich wohlhabende Libyen von NATO-Truppen unter Führung der USA in den Krieg gebombt worden war, hatte die Tagesschau auch eine bemerkenswerte Schlagzeile: "Libyen an historischem Wendepunkt - Gaddafi ist tot, Libyen feiert die Freiheit". Man klatschte dem Mord an Gaddafi Beifall. Davon kein Ton, keine Erinnerung an die üble Rolle der deutschen Medien, was aus der libyschen "Freiheit" geworden ist? Kein Denken an Reue, Richtigstellung oder Bedauern. Statt dessen: Müll im Gewand von Nachrichten.

Der nächste Dreck wird auf Julian Assange, den Gründer von WIKI-Leaks geworfen: "Nach Festnahme in London - Was die USA an Assange interessiert". Statt Solidarität der Journalisten der Tagesschau mit dem Enthüllungs-Journalisten Assange der Versuch, ihn als russischen Agenten zu diffamieren. Mit einem Rückgriff auf eine Meldung vom 22.08.2018: "Dealte Assange mit russischen Agenten?". Hier ist das Fragezeichen nur ein Absicherung, ein Feigenblatt. Die zu gut bezahlten Redakteure der Tagesschau werfen mit Verdächtigungen auf einen ehrlichen, mutigen Berufskollegen. Eklig. Niedrig. Hinterhältig. Wie in der Reihe der anderen Meldungen: Propaganda zur Vermittlung eines Feindbildes. Wer Feindbilder sendet, will Krieg vorbereiten. Genau dafür gibt es die üppige Schmutzzulage.

Hier geht es zum Video:
https://kenfm.de/die-macht-um-acht-24/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 18. April 2019 schrieb Ute Fürst:

@Willy Blaser
vielleicht hilft das weiter
https://swprs.org/netzwerk-medien-schweiz/


Am 18. April 2019 schrieb Matthias Brendel:

Danke Uli,

das war wieder mal sehr gut getroffen!

Hier an dieser Stelle und zum Osterfest sollte auch ruhig noch mal die Aufklärungsarbeit von Wikileaks gewürdigt werden, damit man mal so eine Vorstellung gewinnen kann, was Assange zur Veröffentlichung gebracht hat und was die Tagesschau leider verpasst hat:

https://www.youtube.com/watch?v=ffCxukIE4OU


Am 18. April 2019 schrieb Hans-Heiko Schlottke:

Danke, Uli Gellermann. Erschreckend, wie öffentlich-rechtliche und private Medien Anti-Journalismus betreiben und sich gleichzeitig krampfhaft als der seriösen Information verpflichtet darzustellen versuchen. Und ein Hohn, dass etwa die ARD nun neben höheren Gebühren auch noch einen Inflationsausgleich fordert, da anders "die Qualität" nicht erhalten werden könne. Sollen sie doch die sicherlich dicken Etats von NATO, EU und Bundesregierung für Öffentlichkeitsarbeit noch beherzter anzapfen.
Bitte, U.G., weiter so! Frohe Ostern


Am 18. April 2019 schrieb Willy Blaser::

Die Macbt um Macht
Ihre Nachricht: Werter Herr Gellermann,
Absolut fantastisch was Sie da machen. Bravo. Leider gibt es niemand der das gleiche mit der Schweizer Tagesschau resp. dem SRG-Nachrichtenportal macht. Ich möchte gerne ausfindig machen, wer von unseren Präsentatoren Mitglied der Atlantik-Brücke ist. Wie könnte ich diese ausfindig machen? Können Sie mir einen Rat geben?

Antwort von U. Gellermann:

Meine Kenntnisse über die SRG sind leider gering. Sollte ich mehr wissen und Ihre Frage beantworten können melde ich mich.


Am 18. April 2019 schrieb Christa Meixner:

Hallo Herr Gellermann !
Wieder einmal eine klasse Analyse.
Sie schleudern diesem Lügenpack Ihre ganze Verachtung entgegen.
Ich möchte mich da gerne anschließen !
Danke und frohe Ostern !
Herzliche Grüße, Christa Meixner.


Am 18. April 2019 schrieb Georg Moritz:

Gibt es denn keine Möglichkeit, diesen miesen Haufen zu verklagen? Immerhin gibt es doch Verträge, gegen welche diese schäbigen Gestalten verstoßen? Wenn's auch Geld kostet - ich würde mich mit einem Beitrag an den Kosten beteiligen, der die Unfunk-Gebühren mehrfach übersteigt.


Am 18. April 2019 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Müll - im Gewand von "Nachrichten", die immer BEWUSST an der Wahrheit vorbeischrammen! Das Beschriebene - am Beispiel von Libyen - ist mir jetzt
wieder mal so richtig klar geworden. Hauptsache dem US-BIG BROTHER die Füße geküsst!

Wie sehr wir von den "Nachrichten-Erzählern" doch verscheißert werden, und die Protagonisten - ohne rot zu werden - dafür auch noch so einen Haufen Geld einsacken!, das schreit nach einem Neubeginn!

Uli Gellermann - kannst DU nicht Angela Merkel beerben??

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