Rubikon schlaumeiert vor sich hin

Arrogante Verurteilung von Evo Morales

Autor: U. Gellermann
Datum: 25. November 2019

Mit einer scheinbar eleganten Anglizyste beginnt im jüngsten RUBIKON ein Artikel über die Lage in Bolivien: „Neoliberalismus reloaded“. Zwei Autoren erklären aus der sicheren Berliner Schreibtisch-Lage, wie man die Niederlage der sozialistischen Regierung in Bolivien hätte verhindern müssen. Über die Macht und Kräfteverhältnisse im lateinamerikanischen Land erfährt der Leser kein Wort. Als habe der sozialistische Versuch des Evo Morales im Reagenzglas stattgefunden, als gäbe es kein internationales Kräfte-Verhältnis, als habe nicht die Liquidierung des Real-Sozialismus rund um die Sowjetunion dem US-Imperialismus und seinen Epigonen in der Welt der Konterrevolution jede Menge neue Räume im tödlichen Spiel um die Macht eröffnet.

Die beiden Autoren des RUBIKON gehören wie auch immer zur deutschen Friedensbewegung. Von der ist aktuell leider auch kein Sieg zu vermelden: Die Zahl der Aktivisten stagniert. Die NATO-Propaganda hat sich so weit durchsetzen können, dass Erscheinungen wie Frau Kramp-Karrenbauer und Heiko Maas ihren Neo-Imperialismus über die Mehrheits-Medien nahezu unwidersprochen verbreiten dürfen, und aus der alternden Bewegung wird gern beklagt, dass eine junge Bewegung sich dem Thema Umweltschutz widmet.

Der Name RUBIKON selbst ist ein Musterbeispiel für großsprecherische Fehlleistung: Er spielt programmatisch auf Cäsars Marsch gen Rom an und dessen Eroberung der Macht. Diese Anspielung ist analytisch so einfältig wie möglich: Die deutsche Linke ist nicht mal in der Nähe der Macht, geschweige, dass sie den Hebel gefunden hätte, sie zu erobern. Auch der Untertitel "das Magazin für die kritische Masse", der mit einem Begriff aus der Kernphysik tändelt, ist so verblasen wie möglich: Die Massen in Deutschland sind fest im Griff der unkritischen Massenmedien und von einer Kettenreaktion zur eigenen Befreiung so weit entfernt, wie der RUBIKON von Cäsars alea iacta est, seinem Satz kurz vor der Machtergreifung. Dass im RUBIKON jede Menge kluger Autoren schreiben, mindert seinen aufgeblasenen Ansatz, beseitigt ihn aber leider nicht, wie in „Neoliberalismus reloaded“ zu lesen.

Wollte man die Methode des ebenso ahnungslosen wie wichtigtuerischen Ratschlags auf die beiden Autoren selbst und ihre Bewegung anwenden, käme Folgendes heraus: Beendet die spalterischen Tendenzen in der Friedensbewegung, bekämpft die parlamentarischen Illusionen in der deutschen Linken, hört mit dem Überfliegen auf - lernt erst mal fliegen.

Erst jüngst beglückte Jens Wernicke, der Geschäftsführer der Trägergesellschaft des RUBIKON, die Welt mit einer Marketing-Mail, in der er einen baldigen Krieg mit Russland weissagte und zu dessen Abwehr empfahl, den Newsletter seines Magazins zu abonnieren. Dicke Backen wo man auch hinliest, Bezüge zur Wirklichkeit eher gering.

Nach der Methode RUBIKON sollte man dringend die schweren Fehler von Nelson Mandela untersuchen, dessen Arbeit in Südafrika bis heute nicht zu einer wirklichen Revolution geführt hat. Auf dem Zettel der Schein-Analysten stehen sicher auch schon Liebknecht und Luxemburg, denen nach dieser Methode die verlorene deutsche Revolution anzukreiden wäre.

Ganz sicher würde ein echter Aufschwung der deutschen Friedensbewegung dem Todfeind des Fortschritts in Lateinamerika, den USA, sehr schaden. Denn wenn die Bewegung die sicheren Basen der US-Armee so verunsichern würde, dass diese USA nicht mehr weltweit jede auch nur denkbare Alternative zum Kapitalismus mit Geld und militärischer Macht liquidieren könnte, dann hätten die Latinos sicher mehr Platz zum Atmen. Doch wo die Besserwisserei zur Tugend erklärt wird, sinkt das intellektuelle Niveau weit unter das der Solidarität: So wird Räsonieren zum preiswerten Ersatz für die revolutionäre Theorie.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 01. Dezember 2019 schrieb Joshi Steinbeck :

Im Rubikon-Artikel kommt das z. B. nirgendwo vor: "Lithium war ein wichtiger Faktor beim Staatsstreich" (Evo Morales). Die Autoren und das Medium sollten sich schämen.


Am 29. November 2019 schrieb Jana Wendland:

Die bolivianische Revolution liegt am Boden und der Rubikon trampelt darauf rum. Eklig.


Am 29. November 2019 schrieb Albrecht Storz:

Meiner bescheidenen Meinung nach zeichnete sich Rubikon bisher durch Vielfalt aus. Es wurden durchaus auch zu einander kontroverse Artikel veröffentlicht. Und genau das ist doch das große Manko, das in den Hauptmedien zu beklagen ist: Einseitigkeit.

Warum hier Gellermann so auf den Rubikon und Wernicke eindrischt ist mir ein Rätsel. Wernicke ist vielleicht menschlich nicht ganz einfach. Ja und? Aber Gellermann betreibt hier doch genau das, was er anderen worwirft: "spalterische Tendenzen"! Dieser ganze Angriff gegen den Rubikon als Ganzes wegen einem Artikel darin?

Antwort von U. Gellermann:

Nicht schlecht wäre ein Argument und ein konkreter Bezug zum Artikel gewesen.


Am 28. November 2019 schrieb Sigrid Krings:

Friedensbewegung ?
Was in Bolivien passiert , ist eine direkte Folge der seit Monaten geschürten Klimahysterie - das bolivianische Volk bezahlt als erstes den Preis für Elektroautos, Sonnenkollektoren usw. usf. Die multinationalen Konzerne werden die Profiteure dieses Putsches sein -
am Tag danach stiegen die Tesla-Aktien um ein Vielfaches.
Mögen die Klimabewegten endlich begreifen, welchen Verhältnissen sie da Vorschub leisten. Das bolivianische Volk ist vielleicht nicht das letzte.


Am 27. November 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

@Fleiss

Wie theoretisch darf es denn sein, angesicht einer solchen dramatischen Lebenssituation vieler Menschen in Bolivien.
Wie schnell man sich bei Marx, Engels und Lenin unterm Rock verstecken kann sieht man an einigen Beiträgen. In einer solchen Situation sich in der Theorie zu verlaufen ist an Ignoranz und Härte den Mitmenschen in Bolivien gegenüber kaum noch zu überbieten.

Solidarität ist das Zauberwort, was einigen wohl eher fremd ist.

Die "revolutionäre Theorie," von der Lenin in "Was tun?" schreibt sagt etwas ganz grundsätzliches:
"Ohne revolutionäre Theorie auch keine revolutionäre Bewegung."
Dem stimme ich voll und ganz zu !

Nun ist es aber wie es ist und damit hat man konkret umzugehen. Jetzt muss gehandelt werden, dass muss unsere Erkenntnis sein.
Man kann doch nicht so tuen, als ob es 1989/91 nicht gegeben hat und das es reicht, wenn man munter mit der Theorie um die Ecke kommt ?
Es ist müßig vom Schreibtisch aus den Kämpfern sagen zu wollen, was sie falsch gemacht haben und ich lehne das ab ! Eine marxistische Analyse ist immer richtig, wenn sie denn so einordnet, dass sie der aktuellen und vorgefundenen Situation Boliviens gerecht wird.

Mich erinnert das an Diskussionen in unserem Arbeiterhaushalt wo man den kämpfenden Genossen im Faschismus erklären wollte, was sie "falsch" gemacht haben. Und das von Leuten, die nicht einen Finger krumm gemacht haben, als es um Standpunkt und Haltung ging. Diese Leute gab es eben auch in der Arbeitersiedlung. Den Vater hat das stinkensauer gemacht und mehr als einmal hat er sie vor die Türe gesetzt ohne Stuhl.

"Ein allumfassendes ein für allemal abschließendes System der Erkenntnis von Natur und Geschichte steht im Widerspruch mit den Grundgesetzen des dialektischen Denkens."
(Friedrich Engels; Marx-Engels Werke, Band 20. S. 24: "Anti-Dühring")


Am 27. November 2019 schrieb Hanna Fleiss:

Ja, das ist richtig, da habe ich nicht aufgepasst, weil ich mich auf den Inhalt konzentrieren musste. Es schreibt sich hier in diesem kleinen Kästchen etwas unübersichtlich. Natürlich muss es "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" nicht "des 20. Jahrhunderts" heißen, hatte ich nach dem Absenden erst bemerkt. Korrekturen sind hier ja nicht mehr möglich.

Aber ich habe ein wirkliches Problem nicht nur mit dem Beitrag selbst, sondern auch mit den Kommentaren.

Der Tenor lautet: Der Rubikon-Artikel sei "überheblich". Das ist er keinesfalls, sondern er versucht eine erste Verständigung darüber, was wirklich in Bolivien geschehen ist, und das aus marxistischer Sicht. Die bürgerlichen Medien stehen auf Seiten der Putschisten in Bolivien, und so sieht die Berichterstattung auch aus. Es war also dringend nötig, diesen Beitrag aus marxistischer Sicht zu schreiben.
Allgemein halten sich ja die linken Medien gerade beim Thema Bolivien derzeit zurück. Die Junge Welt hat allerdings aktuell berichtet.

Bei den 11 Punkten geht es nicht um "Ratschläge", sondern um grundlegende Erkenntnisse zur sozialistischen Revolution. Man wird mir zugeben, dass auch der kapitalistische Staat BRD gelernt hat im Fall DDR: Alle wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Errungenschaften der DDR wurden restlos beseitigt. Warum hat er es begriffen, dass er die Grundlagen des sozialistischen Gesellschaftssystems beseitigen muss, wenn er eine kapitalistische Gesellschaftsordnung einführen will?

Die Revolutionäre aber haben nicht begriffen, dass sie die Grundlagen des kapitalistischen Gesellschaftssystems beseitigen müssen. Und das nicht nur in Bolivien, sondern das zieht sich durch alle Revolutionen in Lateinamerika, das war der grundlegende Fehler nicht nur von Chavez, sondern eben auch von Morales, und in Bolivien hat die Konterrevolution bereits gesiegt, in Venezuela wird noch gekämpft, aber mit wenig Aussicht auf Erfolg.

Wer nun erwartet hatte, dass die beiden
diesen Fehler noch loben sollten, ist natürlich enttäuscht und kommt zu kurzsichtigen Schlussfolgerungen.
Ich lese hier Töne, die mir in einem linken Blog nicht verständlich sind, ich würde annehmen, sie kämen von Feinden der bolivianischen Revolution.
Und das ist für mich der Beweis, dass es ganz dringend war, eine marxistische Sicht auf die Geschehnisse in Bolivien zu veröffentlichen, um Klarheit in den Köpfen der Linken zu schaffen. Vergessen wir nicht: Die Medien der Herrschenden veröffentlichen die Meinung der Herrschenden.

Antwort von U. Gellermann:

Leider wiederholen Sie die arroganten Handlungsanweisungen des Rubikon-Artikels ohne ein einziges neues Argument. Typisch für Ihre Zuschrift: „Die Revolutionäre aber haben nicht begriffen, dass sie die Grundlagen des kapitalistischen Gesellschaftssystems beseitigen müssen.“ Kein Beleg, keine Analyse, kein Denken daran, dass eine linke Haltung jetzt Solidarität gegenüber den Opfern eines Putsches sein muß – ähnlich wie im Rubikon kommt das Wort „Putsch“ bei Ihnen nicht vor. Sie verlängern die RUBIKON-Schlaumeierei in die Lageweile. Was bei Ihnen wie im betreffenden Artikel als „Marxismus“ ausgeben wird ist Geschwafel, wie in diesem Artikel-Satz unschwer erkennbar: „Wenn kapitalistische Machtstrukturen angegriffen werden, wird dies für die politische und gesellschaftliche Linke eine herausfordernde Situation“. Oder wie hier zitiert: „500 Jahre Kolonialismus wurden in ihren umfassenden und langfristigen Auswirkungen politisch nicht genug erkannt, so dass oft die Werte des globalen Nordens wichtiger, bedeutender und einflussreicher waren“. Eine lässige Behauptung ohne Beleg ohne Beweis und damit ohne Sinn und Verstand.


Am 26. November 2019 schrieb Elke zwinge-Makamizile:

Eine auf eine 11 Punkte erfolgte Sammlung von Ratschlägen aus deutlicher Distanz zu den Kämpfen der Bevölkerung zum Erhalt ihrer Errungenschaften kann in meinen Augen per se nichts Erhellendes für den Fortbestand der linken Bewegungen und Regierungen bringen.

Die Abstraktheit der „Analyse", dabei immer wieder Behauptungen geschickt relativierend, lässt mich fragen, warum dieser Artikel von zwei Personen aus der Friedensbewegung in der Hauptsache eine Aussage über die vielen gemachten Fehler der bolivarischen Revolution zum Inhalt hat?

Um einer Absage an den Sozialismus des 21. Jahrhunderts subtil den Weg zu bereiten??

Wenn man den Prozess der grundlegenden gesellschaftspolitischen Veränderungen in LA und Karibik seit der cubanischen Revolution und mit der Wahl von Hugo Chavez die Umwandlung der Gesellschaft durch die neue Verfassung Venezuelas wirklich würdigt, die bolivarische Revolution in allen Etappen aus linker Sicht begleitet hat, kann beispielsweise nicht den Irrtum begehen vom Sozialismus des 20. Jahrhunderts zu schreiben.

Da Reiner Braun und Kristine Karch in ihrem Artikel einen wesentlichen Fehler in der nicht gelösten Eigentumsfrage sehen - übrigens auch in dieser Hinsicht in ungenauen Behauptungen - möchte ich darauf hinweisen, dass der Kampf gerade gegen das Eigentum der USA hinsichtlich seiner weltweiten Militärstützpunkte seit Jahren ein wichtiger Kampf für die internationale und nationale Friedensbewegung ist.

In Lateinamerika und der Karibik gibt es über 70 US- und Nato-Militärstützpunkte. Dies hätte ein nicht zu mißachtender Faktor in dieser Analyse sein sollen.

In Deutschland gibt es außer Ramstein noch viele weitere US-Militärstützpunkte, auch mit dort gelagerten Atomwaffen.
Eine in Ramstein dieses Jahr verabschiedete Resolution fordert deshalb folgerichtig die Kündigung des Truppenstationierungsvertrages der USA mit Deutschland. Reiner Braun und Kristine Karch haben diesen wichtigen Appell unter der weitergehenden Forderung "raus aus der Nato-Nato raus" zwar unterschrieben, stehen aber außerhalb des laufenden kooperierenden Einsatzes für diese Forderung. Bedauerlich.

Ich frage mich: Können soche persönlichen Ratschläge an Kämpfende in Lateinamerika, die durch den Putsch ihr Leben lassen oder um ihr Leben fürchten müssen, überhaupt überzeugen?

Konnten sie Rubikon überzeugen?? Offensichtlich! aber das lässt mich Fragen stellen. Der Galerist hat das gemacht. Gut so!

Ich empfinde den Artikel als sehr überheblich, insbesondere gemessen an den hiesigen friedenspolitischen Mindererfolgen und dem persönlich reduzierten Einsatz der Autoren in o.g. Fall.

Ich baue auf den zukünftigen Widerstand gegen das Nato Großmanöver „Defender 2020" nächstes Jahr. Er wird gut reflektiert und solidarisch sein müssen. Und gemeinsam sich gegenseitig stärkend. So jedenfalls wünschte ich es mir. Grundsätzlich.


Am 26. November 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

Liebe Nörgler und Besserwisser,

so richtig geht mir gegen den Strich hier zu verteilen weil einigen, dass was der Galerist schreibt nicht ins eigene Weltbild passt. Einfach lächerlich, der Galerie ankreiden zu wollen, dass sie nicht flugs genug auf Bolivien reagiert hat. Irgendwie frech und unverschämt. Macht ihr es es doch besser......
Des Menschen Kräfte sind nun einmal begrenzt, dass ist doch wohl unbestritten und die Prioritäten setzt in dem Fall der Hausherr.
Dann wird auch noch munter durcheinander geworfen, was man tunlichst differenzieren sollte.

Es geht um Inhalte..., egal wo sie veröffentlicht werden. So interessant ist der Rubikon wahrlich nicht !
Der Rubikon ist doch nur ein Spiegelbild inmitten alternativer Medien. Viele sind eben auf ihre Art genauso angepasst, geschmeidig und geländegängig wie die, denen man doch allzugerne ans Bein pinkelt. Dreht euch nicht um, denn der Zeitgeist geht herum.
Was soll denn das Aufplustern ?
Umso wichtiger ist und bleibt die Analyse des Galeristen, die sich wohltuend abhebt von vielen anderen Artikeln denen leider oftmals die Tiefe des zu bearbeitenden Gegenstandes fehlt.

Antwort von U. Gellermann:

Die Zuschrift entfernt sich vom eigentlichen Artikel und kommentiert die Debatte. Dieser Strang der Diskussion ist hier beendet.


Am 26. November 2019 schrieb Hanne Cieslak:

Warum ausgerechnet zu Rubikon? Gibt es keine andere Medien mit denen man sich beschäftigen kann und muß? Mit sieht das doch eher nach Futterneid aus.

Antwort von U. Gellermann:

In der RATIONALGALERIE gab und gibt es Artikel zur JUNGEN WELT, zum ND und immer wieder zur TAGESSCHAU. Alles Futterneid?


Am 26. November 2019 schrieb Vera Stegemann:

Leider habe ich den Rubikon-Artikel gelesen. Ein Text voller Überheblichkeit und Unkenntnis.


Am 26. November 2019 schrieb Thomas Pelte:

Es gibt Wichtigeres zu tun, als einen Rubikon- Veriss zum Putsch in Bolivien zu publizieren. Sowohl Rubikon als auch Rationalgalerie waren absolut nicht in der Lage, spontan, sofort und entsetzt auf die Machtergreifung der finstersten Reaktion in Bolivien mit Kommentaren und Berichten zu reagieren. Es dauerte mehr als geschlagene 8 Tage nach Morales` Sturz, blutiger Repression, Sieg der Konterrevolution und des Neolibe-ralismus bis der Rationalgalerist überhaupt mit der Rubikon-Artikel-Kritik hier eine erste Reaktion zeigte: fiel den Lesern offensichtlich überhaupt nicht auf. Als ich vor einigen Tagen nachfragte, wo denn der überfällige Rationalgalerie- Kommentar zu den Putschereignissen in Bolivien sei, erhielt ich die Antwort, dass die die Kräfte des Rationalgaleristen leider sehr begrenzt seien (Nachfrage und Antwort nicht veröffentlicht). Wenn kritische Journalisten auf das wichtigste Ereignis des Jahres derartig verpennt reagieren, dann sieht es nicht "besonders rosig" mit der antiimperia-listischen Berichterstattung aus; etwas Selbstkritik stände hier Gellermann gut an.

Antwort von U. Gellermann:

Es fehlten auch Artikel zu Brasilien und zu Argentinien.


Am 25. November 2019 schrieb joe bildstein:

In Bolivien geht es wohl fuer UNS auch um Lithium, daher der schnelle Schuss von Herrn Seibert. Die Batteriebetriebe im Osten brauchen das weisse Gold. Der weisse Mann pluendert wieder in Bolivien, wie damals in den Minen von Potosi.
Die Fratze des weissen Neu-Kolonialismus kommt wieder durch, und die Soozen sind voll mit dabei. Der kleine Heiko sagt nix.


Am 25. November 2019 schrieb John Weber:

Das ist ein brillanter Verriss des Rubikon-Artikels und eine böse, aber treffende Skizze des Herrn Wernicke.


Am 25. November 2019 schrieb Karl-Heinz Peil:

Lieber Uli Gellermann,

bei Ihrer Kritik müssen zwei völlig verschiedene Dinge auseinander gehalten werden:

1. Die Bewertung der Inhalte in dem Rubikon-Artikel
Man kann vielleicht kritisieren, dass manches in dem Beitrag einen problematischen Zungenschlag hat. Tatsächlich ist es aber so, dass es in den zurück liegenden Jahren bereits mehrere qualifizierte Beiträge dazu gabe, warum Lulu in Brasilien letztlich nicht erfolgreich war und ebenso Chavez allenfalls halbwegs. Nachdem zwischenzeitlich auch in Equador die Entwicklung nach Correa recht schnell wieder gedreht werden konnte und nun Morales durch einen Militärputsch aus dem Amt gejagt wurde, ist die zusammenfassende Analyse des Rubikon-Artikels sicher ein wichtiger Diskussionsbeitrag.

2. Das Gebaren von Jens Wernicke
Hierzu muss ich anmerken, dass ich selbst dort mit fünf Artikelbeiträgen vertreten bin. Irgendwann musste ich aber Jens Wernicke die Freundschaft aufkündigen, weil er sehr selbstherrlich Überschriften ändert und in den redaktionellen Vorspann Dinge einfügt, die nicht von den Autoren selbst kommen, aber als solche nicht klar gekennzeichnet sind. Diesbezüglich sollte er sich mal ein Beispiel an den Nachdenkseiten nehmen, wo er ja früher gearbeitet hat.

Nur das letzte Beispiel dafür:
Bei mir hieß es in der Überschrift:
"Mobilisieren für Humanismus oder Kriegsangst?
Eine Antwort auf den Rubikon-Artikel von Klaus von Raussendorff: 'Der große Krieg ? Frieden mit Russland ist unsere einzige Chance'?
Bei Rubikon erschien der Beitrag dann mit "Falsche Selbstbeschränkung
Die Friedensbewegung muss sich an mehr als einer Front engagieren!"
und im redaktionellen Vorspann war der Satz eingefügt:
"Eine Friedensbewegung, die erfolgreich sein will, muss ein größeres Portfolio globalpolitischer und gesellschaftlicher Entwicklung aufgreifen!"
Rubikon-Leser konnten die Überschrift und den Vorspann damit durchaus als großkotzig empfinden. Auf meine Beschwerde hin, erhielt ich von Jens Wernicke die Antwort: "Die Titel müssen zu Rubikon passen. Dein Titel war unpassend ...."

Antwort von U. Gellermann:

Im zitierten Rubikon-Bolivien-Artikel kann ich beim besten Willen keine Analyse erkennen. Schlichte Fragen wie: Wo wurden Armee und Polizei in den Jahrzehnten ausgebildet - werden nicht gestellt. Das Wort „Putsch“ kommt im Artikel nicht vor. Statt dessen diese Weisheit: „Wenn kapitalistische Machtstrukturen angegriffen werden, wird dies für die politische und gesellschaftliche Linke eine herausfordernde Situation“. Wer hätte das gedacht.


Am 25. November 2019 schrieb Hanna Fleiss:

Ich kann Ihrer Einschätzung des Rubikon-Artikels "Neoliberalismus reloaded" nicht in allen Aussagen folgen.

Die beiden Autoren beziehen sich in ihrer Einschätzung auf Lenin zu Erkenntnissen aus Problemen der Revolution. Sicher, da haben Sie recht, sie tun das, ohne in Lateinamerika anwesend gewesen zu sein und vor Ort die Schwierigkeiten beim Kampf um den "Sozialismus des 20. Jahrhunderts" mit eigenen Augen zu sehen. Das ist für mich aber kein Argument, ihnen Überheblichkeit vorzuwerfen. Auch Sie, Ulli Gellermann, waren zur Zeit des Putsches gegen Evo Morales nicht in Bolivien.

Aus den Erfahrungen der russischen Revolution und der Konterrevolution in Chile 1973 wissen wir, dass eine Revolution nur dann siegreich ist, wenn die Grundlagen der alten Ordnung restlos beseitigt sind. Das geschah weder in Venezuela noch in Bolivien. Dies festzustellen hat absolut nichts mit Überheblichkeit zu tun. Es ist eine wichtige Erkenntnis für jede künftige revolutionäre Bewegung. Und das machen Sie den beiden Autoren zum Vorwurf?

Die beiden Autoren stellen ihrem Artikel im Rubikon ja nicht umsonst das Marx-Wort voran, dass einer halben Revolution eine ganze Konterrevolution folgt. Der "Sozialismus des 20. Jahrhunderts" ist eine Abweichung vom Marxismus-Leninismus. Nach der Niederlage des europäischen Sozialismus (ich vermeide den Begriff des realen Sozialismus) glaubte man, sich implizit von diesem Sozialismus distanzieren zu müssen, weil er durch seine Niederlage beschädigt worden war und an Beispielwirkung bei den anderen Völkern verloren hatte. Aber jede Abweichung vom Marxismus-Leninismus birgt die Konterrevolution in sich. Dass sowohl Chavez als auch Morales mit diesem "Sozialismus des 20. Jahrhunderts" im Kopf Schiffbruch erleiden könnten, hätte ihnen klar sein müssen. Ich will beiden nicht absprechen, dass sie wirklich eine Verbesserung der Lebenslage der Bevölkerung erreichen wollten - aber unter kapitalistischen Bedingungen, lediglich durch Reformen.
Das musste schiefgehen, das konnte jeder sehen, er musste dazu kein Marxist sein. Nach der Konterrevolution in Chile hätte es jeder wissen können, noch dazu in Lateinamerika.

Nun den beiden Autoren einen Vorwurf zu machen, dass sie ausgesprochen haben, welche Fehler gemacht wurden, halte ich meinerseits für besserwisserisch und überflüssig. Natürlich wäre es besser gewesen, diese Kritik der beiden Autoren wäre aus Lateinamerika selbst gekommen. Aber kam sie? Soll sie deshalb unausgesprochen bleiben, damit es ganz bestimmt beim nächsten Mal wieder schiefgeht und die Konterrevolution wieder siegt? Es müssen doch Lehren aus Niederlagen gezogen werden! Die Völker Lateinamerikas haben bis heute einen sehr hohen Blutzoll bezahlen müssen, wenn sie sich gegen den nordamerikanischen Imperialismus wehrten und einen eigenen Weg gehen wollten. Außer in Kuba siegte jedesmal die Konterrevolution.

Dass der Rubikon-Artikel nicht detailgenau auf alle Schwierigkeiten eingehen konnte, hat sicher Platzgründe, und so mussten sich die Autoren auf das Wesentliche beschränken. Eine tiefgründige Analyse der gegenwärtigen Ereignisse in Lateinamerika ist also noch offen. Die beiden Autoren haben nur erste Gedanken äußern können. Und man kann nur hoffen, dass sie in Lateinamerika auf einen fruchtbaren Boden fallen. Mit Besserwisserei hat der Rubikon-Beitrag absolut nichts zu tun.

Ich hoffe, dass Sie meine Kritik an Ihrem Beitrag veröffentlichen.

Natürlich ist es unbedingt nötig, wenn ein errungener Sieg verlorengegangen ist, herauszufinden, warum er verlorengegangen ist. Das ist nichts Verwerfliches, das ist Grundlage für einen neuen Anfang - unter Vermeidung der Fehler. Das weiß man im privaten Verhältnis, und das ist auch in der Politik so.

In einem gebe ich Ihnen recht: Mit dem Rubikon bin ich auch nicht immer einverstanden, da schwirrt zuviel sozialdemokratisches Gedankengut durch die Zeilen. Ich lese den Rubikon sowieso nur unter Vorbehalt.

Aber nun Ihre Kritik, da wo der Rubikon mal recht hat, Ulli Gellermann. Es fällt mir schwer, diesen Ihren Artikel noch als linken zu lesen.

Antwort von U. Gellermann:

Natürlich dürfen auch Fehler von Freunden kritisiert werden. Aber die politische Lage in einem Land zu beurteilen ohne die Kräfte-Verhältnisse mit einem Wort zu analysieren ist zumindest unseriös.


Am 25. November 2019 schrieb Cornelia Praetorius:

Herzlichen Dank für die glasklare Stellungnahme und Solidarität mit Bolivien und Morales.
Die Kommentatoren waren auch schon mal besser "aufgestellt" ...


Am 25. November 2019 schrieb Rosalinde R.:

Lieber Herr Gellermann,

ich kann Ihr Unbehagen gegenüber dem Portal Rubikon nachvollziehen. Allein die Selbstbeschreibung des Magazins empfinde ich in ihrem distanzlosen Weihrauchschwenken irgendwie abstoßend. Die imponierende Galerie des Beirats verstärkt diesen Eindruck immens.

Nichts gegen ein gesundes Selbstvertrauen und Selbstbild, aber die aufdringliche Demonstration seiner Andersartigkeit, also Besserartigkeit im Zusammengehen mit diesen Star-Schnitten des Who-is-Who der deutschsprachigen linken „Gegenöffentlichkeit“ wirkt auf mich unangenehm überzogen. Ich fühle mich einfach nicht wohl, wenn ich diese Seite besuche. Wenn dann noch so ein Stuss wie in dem von Ihnen angesprochenen Artikel steht, ist das zum Fremdschämen.

Viele werden Ihnen, wie schon zu lesen, vorwerfen, Sie seien bloß neidisch auf den Erfolg des akademischen Herausgebers Wernicke. Oder, besser noch, daran gemahnen, dass sich die linken Portale untereinander doch solidarisieren sollten statt Kritik aneinander zu üben. Ich finde, dass beides möglich sein muss – Kritik und Solidarität.

Man kann kaum behaupten, dass beispielsweise das Portal KenFM von jemandem betrieben werden würde, der seinen großartigen Erfolg tiefstapelnd von sich weisen würde. Nein, Jebsen weiß, was er da geschaffen hat – und wirkt trotzdem nie überheblich, akademisch und selbstbeweihräuchernd. Das Gleiche bei den NachDenkSeiten: Niemand wird ernsthaft Urgestein und Patriarch Albrecht Müller mangelndes Selbstbewusstsein attestieren wollen. Und trotzdem fühlt man sich auch auf dieser Seite wohl, einfach dadurch, dass die Rahmenfassung der Seite eins zu eins mit ihrem Anspruch liiert ist.

Und Ihr Portal, lieber Herr Gellermann ist sowieso eine Ausnahme. Die Qualität Ihrer Artikel ist schlicht herausragend. Das Layout bescheiden und zweckmäßig. Ich möchte die Rationalgalerie als Überblick nicht missen, auch wenn ich nie kommentiere. Das können andere Leser besser als ich.


Am 25. November 2019 schrieb Ulrike Spugat:

Wohl wahr, was der Uli in seinem heutigen sehr guten Artikel schreibt.

Den Rubikon hab ich vor längerer Zeit abbestellt. Ein wüstes Sammelsurium von Artikeln, die mich meist inhaltlich nicht überzeugen konnten, Wernickes eingeschlossen !

Danke an den GALERISTEN für diesen klaren und eindeutigen Artikel, dem Leser die schwierige Lage in Bolivien und anderer lateinamerikanische Länder so näher zu bringen. Bolivien besitzt die größten Lithium Reserven der Welt und beabsichtigte mit China gemeinsam diese Lithium Vorräte zu erschließen. (Das musste u.a. verhindert werden)!
Unter Juan Evo Morales Ayma, seiner Nationalität nach ist Evo Morales ein Vertreter der amerikanischen Ureinwohner, der Aymaranakaja, die seit mehr als vierhundert Jahren, d.h. seit Beginn der spanischen Kolonialzeit unterdrückt wurden.
Unter Morales haben Armut, Arbeitslosigkeit und Analphabetentum bedeutsam abgenommen.
2005 wurde Evo Morales zum Präsidenten gewählt, zu dem Zeitpunkt betrug die Armut 38 %. In den darauffolgenden Jahren bis heute verringerte sich der Anteil der Armut auf 15 %.
Das Bruttosozialprodukt pro Kopf ist in diesem Zeitraum laut Angaben (Inter-American Development Bank) um das Vierfache gewachsen. Tatsächlich war Bolivien, gemäß einem Bericht der des Zentrums für den Wirtschafts- und Politikforschung (CEPR), die am schnellsten wachsende Wirtschaft in Südamerika , die seit einem viertelhundert, bevor Evo Präsident wurde, stagnierte.
Um aber so handeln zu können wurden klare Verhältnisse geschaffen: ...."hat die bolivianische Regierung 2006 alle IWF-Abmachungen für beendet erklärt" meldete derselbe Report.
Außerdem mussten sämtliche Militärbasen der Totbringer USA das Landes verlassen. Und wie immer bleibt der Kriegsverbrecher Mickey mouse mit Drohungen, Bedrohungen und Ängsten schüren erkennbar.
Über ALBA zu schreiben würde den Rahmen sprengen, soll aber nicht unerwähnt bleiben.
Nach 1989/91 haben sich die Macht- und Kräfteverhältnisse dramatisch zugunsten des Imperialismus in der Welt verändert und er greift nach der ganzen Welt, weil hemmungslos von Gier, Neid und Hass zerfressen.
1995 gründete sich mit Morales an ihrer Spitze die Partei "Bewegung zum Sozialismus" ("Movimiento al Socialismo"). 2005 erhielt sie von 130 Sitzen im Abgeordnetenhaus 72 Sitze. Sie vertritt boliviararische und antiimperialistische Positionen, setzt sich für Gleichheit und für das Recht der indianischen Minderheiten ein. Führte Bodenreformen durch , setzte Verfassungsreformen in Kraft und begann mit der Verstaatlichung der Schlüsselindustrien. (Alles braucht seine Zeit, sei den Ungeduldigen gesagt) "Den Fluss kann man nicht anschieben, denn Alles ist immer in ständiger Bewegung." Wer will denn von außen beurteilen können, welche Schritte als nächstes gegangen werden müssen um den weiteren Aufbau einer sozialisten Gesellschaft zu befördern ? Nur Besserwisser und Ignoranten die die historische Dimension nicht begriffen haben. Und nur der Mensch kann irren ! Fehler wurden und werden gemacht und gerade die bittersten Erfahrungen zwingen zur Korrektur wenn man weiter kommen will.
Dass die Feinde und die elenden Gestrigen längst im Hintergrund mit ihren mächtigen Kartellen an den Webstühlen der Macht mit blutigen Fäden Bolivien zurück in alte Verhältnisse zwingen wollen war und ist immer die Sorge aller Internationalisten in der Welt gewesen.
Es betrifft ja nicht nur Bolivien, wie man weiß. Der Innenminister Uruguays sagt sehr klar, dass die Mörderbande USA versucht überall in Südamerika ihren Einfluss zu erweitern.
Dass wir es in Deutschland mit einer Michel-Zipfelmützen- Regierung zu tuen haben bewahrheitet sich täglich.
Bolivien braucht unsere Hilfe und unsere Solidarität. Die deutsche Regierung ist ein Jammerlappen und eine Heulsuse, die immer wieder in die Arme der USA flüchtet, weil unfähig trotz Miliarden Beraterverträgen, Kommissionen, Arbeitsgruppen usw. Alle in Hartz 4 mit allen Konsequenzen....

Schweizer Parlamentarier sprechen von einem Staatsstreich.
81 Parlamentarier haben diesen auf das schärfste öffentlich verurteit.
Evo Morales und seine Famile wurden bedroht. Das Haus der Schwester des Präsidenten wurde abgefackelt und der Neffe des Bergbau-Ministers wurde entführt.
Zahlreiche Mitglieder der Regierung reichten unter Zwang ihren Rücktritt ein.
Die Fundamentalisten mit der Bibel in der Hand sahen ihre große Stunde kommen, als das Militär dem Präsidenten, der Regierung,öffentlichen Personen und Einrichtungen den Schutz verwehrte. Morales hat mit seiner Haltung ein Blutbad verhindert und ging auf die Forderungen der Putschisten ein.

Eine ähnliche Haltung ist undenkbar für eine deutsch-amerikanische Regierung. Was würde denn der heimliche Kanzler Grenell seinem Chef in den USA ins Twitter-Öhrchen flüstern ?

"Die Geschichter aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von KLASSENKÄMPFEN".
(Karl Marx)


Am 25. November 2019 schrieb Hartmut Barth-Engelbart:

Danke für den Artikel über den Rainer Braun -Artikel in Rubikon. Mit solchen Besserwissern habe ich hier in Hanau auch zu kämpfen


Am 25. November 2019 schrieb Sven Baumgartner:

Ist das linke Solidarität? Mussten sie unbedingt ein linkes Medien so scharf kritisieren?

Antwort von U. Gellermann:

Solidarität gegenüber den kämpfenden Menschen in Lateinamerika ist den Autoren offenkundig unbekannt. Womit hätten sie denn Solidarität verdient?


Am 25. November 2019 schrieb Rosa Perez:

Ich habe mir den Artikel auch angetan und fragte mich zunächst, was in eitlen Schriftsetzern vor sich geht, die sich ohne rosarot zu werden freiwillig der Lächerlichkeit preisgeben? Ein Phänomen, das so wie in diesem konkreten Fall eigentlich nur Linke fertig bringen können.

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Da sitzt ein Autorenpaar am warmen bundesdeutschen Kamin und spricht mal so eben Morales, Chávez, Mujica, Correa, Funes, Lula, Rousseff, Cristina Fernández jede weiterreichende Revolutionskompetenz ab und schlägt ihnen 11 Thesen in ihre dummen Hirne, auf dass sie es beim nächsten Mal besser machen. Und das wird gedruckt! Das allein macht fassungslos.


Da will Großintellekteller Braun „Muster“ erkannt haben, die er als gefährliche Defizite im Tun und vor allem im Nichttun der von ihm vigilierten, aber leider zu beschränkten Präsidenten-Doofies sieht.

Heraus kommen unterirdische „Analysen“, nichts weiter als staubtrockene Revolutionstheoreme, die mit der Realität dieser Länder, also der Chance auf die Umsetzung dieser revolutionären Selbstverständlichkeiten so gar nichts zu tun haben. Die wichtigsten Gründe dafür hat Uli ja genannt. Herzlichen Dank dafür!

Natürlich sind die Genannten nicht sakrosankt, selbstverständlich nicht! Da gäbe und gibt es im Einzelnen dies und jenes zu kritisieren und in Frage zu stellen. Aber mit einer derartig profilneurotisch anmutenden Verve diese mutigen Führer, allen voran Evo Morales, Hugo Chávez und Rafael Correa zu Deppen zu degradieren, das ist abenteuerlich. Dieser Artikel eines deutschen Autors in Deutschland, veröffentlicht auf jeweils linken Portalen in den von Braun aufgezählten Ländern, würde nichts anderes als wieherndes Hohngelächter zuzüglich immenser Verärgerung erzeugen. Garantiert. Fast juckt es mich, die abgestandene Chose zu übersetzen und genau das zu tun.


Am 24. November 2019 schrieb Angela Canzetti:

Rubicone? Ist en großer Campingplatz an der Adria. Da wären die Autoren besser aufgehoben als in einer intellektuellen Debatte.


Am 24. November 2019 schrieb Peter Petersen:

Aus diesen Zeilen spricht ja wohl der der pure Neid.

Antwort von U. Gellermann:

Neid auf ein ein schiefes Sprachbild?

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