Rubikon macht Trump-Reklame

Blauer Dunst statt harter Fakten

Autor: U. Gellermann
Datum: 09. Juli 2018

Rubikon? RUBIKON ist ein gut gestaltetes Web-Magazin, das sich wesentlich durch einen Beirat voll honoriger und unterschiedlich linker Leute auszeichnet. Das Produkt ist auch Ergebnis eines Streites, den sein Herausgeber Jens Wernicke vor geraumer Zeit mit Albrecht Müller hatte, als Wernicke noch bei den NACHDENKSEITEN publizierte.

Im RUBIKON fand sich jüngst ein Artikel, der Reklame für Donald Trump macht: „Panik auf der Titanic – Die Ankündigung des Trump-Putin-Gipfeltreffens verbreitet Angst und Schrecken unter Transatlantikern.“ Tatsächlich sorgen sich die Atlantiker schon lange über eine mögliche Verständigung zwischen Trump und Putin. Trumps bisher nicht eingelösten dunklen Andeutungen haben allerdings, wie viele seiner Twitter-Gewitter, zu nichts geführt. Tatsächlich wäre eine echte Entspannung zwischen den USA und Russland ein wesentlicher Schritt zur Sicherung eines fragilen Friedens der beiden Mächte. Diese nebulöse Hoffnung führt Doris Pumphrey, die Autorin des Artikels, zu folgenden Einlassungen:

„Gleichzeitig fordert der Chef, endlich die 2014 eingegangene Verpflichtung zur Erhöhung der Militärausgaben einzulösen, um die Lasten in der NATO gerechter zu verteilen.
Jetzt aber mal ehrlich: Hat der nicht Recht? Warum sollen die USA eigentlich mehr für die ‚Verteidigung‘ der europäischen Verbündeten gegen die ‚russische Gefahr‘ zahlen als diese selbst? Der Russe sitzt doch schließlich vor deren Haustür. – Es heißt, der Chef verliere die Geduld vor allem mit dem deutschen Büttel. Der versucht nämlich, die geforderte Gesamterhöhung des Mitgliedsbeitrags im Verein noch etwas hinauszuschieben.“

Der „Chef“? Das ist Trump. Der „Chef“ hat fast zeitgleich zum RUBIKON-Artikel im Vorfeld des NATO-Gipfels an Angela Merkel einen blauen Brief geschrieben und gemahnt: „Wie wir bei Ihrem letzten Besuch im April diskutiert haben, gibt es eine wachsende Frustration in den Vereinigten Staaten, dass einige Alliierte ihre Anstrengungen nicht so erhöht haben, wie es versprochen wurde“. Wie man in dieser Lage zu der Folgerung „Hat der nicht Recht?“ kommen kann, erfüllt, mal ehrlich, den Tatbestand der Trump-Reklame.

Donald Trump ist ein US-Oligarch an der Spitze einer der US-Oligarchen-Fraktionen. Weder seine tiefe Neigung zu Saudi-Arabien noch seine brachiale Unterstützung des Jerusalem-Hauptstadt-Projektes geben ihm den Glanz des Friedensfürsten, den die Autorin mit diesem Satz bedenkt: „Internationale Entspannung stört das so penetrant gepflegte Feindbild.“ Wann und wo mag denn bisher diese „internationale Entspannung“ stattgefunden haben? Für einen fleißigen Vertreter der US-Rüstungsindustrie wie Trump, der dringlich die NATO-Etats erhöhen will, ist das Entspannungs-Etikett ein seltsamer Aufkleber.

Wenn die Freunde der Trump-Illusion doch einen Beleg für Ihre Hoffnungen hätten. Eine ökonomisch-politische Analyse der Trump-Fraktion zum Beispiel. So bleibt Reklame eben nur Reklame: Ein Versprechen darauf, dass blauer Dunst eines Tages zu harten Fakten führen wird.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 13. Juli 2018 schrieb Ernst Blutig:

Reklamation und Reklame

Ob es da eine Zusammenhang gibt? ;D

Jedenfalls scheint Trumps Gegengeschrei, einer Aufforderung zur Gewährleistung, zwanghaft eine Dienstleistung ausgelöst zu haben, "auch auf eine sehr aufdringliche Art" wie es im Wiktionary steht ^^.
Wie man in den Wald reinruft so schallt es zurück, auch wenn man diesen vor lauter Bäumen nicht mehr sieht/sehen will.
In diesem Fall gilt das für die Seite, die im Wald steht und zurückruft. Und vor allem: Woher kommt dieses Zwanghafte?


Am 13. Juli 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Der Kotau vor Trump ist perfekt gelungen.
Stoltenberg, Merkel, Macron haben sich vor der ganzen Welt lächerlich gemacht.
Trump zeigt wo es lang geht zu den Mördern die Waffen herstellen und verkaufen: Das sind die Freunde von Trump. Bei der Pressekonferenz wo er klar gemacht hat wer Koch und wer Kellner ist, war es mehr als deutlich. 3-4% müssen die Staaten auf Dauer latzen. Was das heißt dürfte jedem der bis Drei zählen kann klar sein.
Aufrüstung bedeutet Krieg und Trump bedeutet Krieg, er steht innenpolitisch s unter Druck was ihn rücksichtslos und gefährlich macht.
Die USA sind arm wie die Kirchenmäuse, die Steuersenkung, die Trump vor einiger Zeit durchgesetzt hat macht sich bemerkbar. Irgendwer wird bezahlen müssen. "Den letzten beißen die Hunde." Die Armen dürfen die dünne Suppe auslöffeln während sich die Rüstungsindustrie ins Fäustchen lacht und Trump unverhohlen die Arbeit für die Mörder macht, die Blut an ihren Händen haben: Die Waffenindustrie. Merkel kriecht wie eine meiner schleimigen, ekligen Nacktschnecken im heimischen Garten
und die Abhängigkeit an die USA macht sie zum Deppen. Das Flüssiggas soll nach Europa bzw. in die ganze Welt verhökert werden und Russland soll wirtschaftlich vernichtet werden, wie immer. Sie kämpfen immer noch gegen die Sowjetunion.
Alles was den USA im Weg steht muss weg. USA um jeden Preis an erster Stelle. Egal wie viele völkerrechtswidrige Kriege dafür geführt werden müssen, wie viele Menschen dafür ermordet werden.
Die sogenannte "freie Welt" springt nach Trumps Pfeife und fragt nur: "Wie hoch sollen wir springen ?" Völkerrecht, Selbstbestimmung der Völker ?
Was sind das für Politiker ?
Sie gehen auf die Knie vor jemandem, der zu den 1% gehört, der deren Interessen vertritt und seine eigenen Unternehmen und Immobilien schützt, und die seiner Familie, nach Gutsherrenart. Wie im Feudalismus und alle stehen stramm. Die Grünen sind nur noch geistig beschränkt, sind natürlich auch gegen Nord Stream wie Trump.
Die Souveränität der Ukraine steht auf dem Spiel heißt es. Die Faschisten in der Ukraine wird das freuen. Die LInken beschließen auf ihrem Parteitag, dass sie mit Russland keinen Frieden wollen.
Die sollten sich wirklich mehr als schämen. Es reicht, dass die sPD zur Verräter Partei geworden ist.
In der Geschichte ist die Zeit nach 1945 bis jetzt ein Wimpern Schlag und die Welt steht wieder einmal mehr am Abgrund. "Stabiles Genie" nennt er sich selbst, der "mächtigste Mann der Welt." Wie gut, dass es die Macht des Wortes gibt. Danke, Uli Gellermann


Am 12. Juli 2018 schrieb Otto Bismark:

Zweierlei erscheint mir bei dem Thema wichtig.Erstens verfolgt Trump mit seiner Forderung nach Erhöhung der Militärausgaben vorrangig lobbyistische Ziele, denn wie die Begrifflichkeit schon andeutet, geht es nur um die Ausgabenerhöhung, wofür konkret ist offensichtlich zweitrangig und anscheinend weniger von militärischen Erwägungen bestimmt. Was damit einhergeht, daß Trump von seinem Wesen her ein Geldverdiener ist, kein augenfälliger Kriegstreiber. Und seine wie auch immer geartete Verständigungspolitik gegenüber Putin, den er offensichtlich als gleichrangig einschätzt gefällt den Kalten bzw. Heißen Kriegern nicht so recht. Was meines Erachtens damit zusammenhängt, daß diese nicht folgen können oder wollen. Denn man kann Trump wohl nicht berechnen, jedenfalls nicht mit den gewohnten Maßstäben, daür ist er zu unkonventionell. Und paßt, wenn der Ausdruck mal so erlaubt ist, insoweit ganz gut zu Putin. Letztendlich scheinen sich Trumps Berater nicht im Klaren zu sein, was bei Gesprächen zwischen diesen beiden "Alphatieren" herauskommt. Was natürlich nicht zwangsläufig bedeutet, daß diese Situation gut für die Menschheit ist.

Antwort von U. Gellermann:

Wer Waffen kauft und verkauft will sie auch einsetzen. Krieg macht Umsatz. Zur Zeit mit Trump in Afghanistan, ein noch von früheren Präsidenten geerbtes Umsatzgebiet. Inzwischen hat Trump schon einen eigene Absatzmarkt kreiert: Den Nahen Nahen Osten. In Kooperation mit dem saudischen Geschäftspartner wird im Jemen durch Verschleiß der Umsatz erhöht. Doch auch die israelische Filiale verspricht rund um Jerusalem neue Profite. Neue Geschäftsfelder werden folgen. Trump ist viel vorzuwerfen. Aber fleißig ist er.


Am 11. Juli 2018 schrieb Uta Mader:

Lieber Uli Gellermann,

Doris P. schreibt:
"Warum so umständlich? Die NATO ist doch kein Zwangsverein. Austritt genügt und spart viel Geld."
Diesen Vorschlag halten wir für großartig!
Und an dieser Stelle für richtig, weil dadurch der vorherige Sarkasmus deutlich wird.

Uta und Eduard Mader

Antwort von U. Gellermann:

Liebe Uta Mader, lieber Edi Mader,

danke für die Zuschrift.

"Sarkasmus ist „beißender, verletzender Spott, Hohn, der jemanden, etwas lächerlich machen will“ sagt das Lexikon und hat Recht. Untersuchen wir also den Pumphrey-Text auf Sarkasmus:

„Trump will ein weiteres Wahlversprechen einlösen und sich nun endlich mit Putin zum Gipfel treffen. Die US-amerikanische Anti-Trump-Querfront – von den republikanischen Falken über demokratische Kriegshetzer und Regime-Changer bis hin zu Kreisen sogenannter Progressiver oder gar „Linker” – hat seit seiner Wahl versucht dies mit ihrem Russia-Gate und anti-russischer Hetze zu verhindern.“ – Diese Einleitung ist völlig ernst und lädt den folgenden Text mit der Hoffnung auf die Einlösung eines Versprechens auf und positioniert Trump zum Kämpfer gegen antirussische Hetzer. Hohn? Spott? Null. Auch die diffusen „Linken“ werden nicht benannt. Diese Stelle nenne ich eher diffamierend als sarkastisch.

Weiter im Text: Trump „will persönlich prüfen, ob Russland nicht doch Freund sein könnte“. Das ist eine positive Unterstellung. Beißend? Verletzend? Nö, wohlwollend, applaudierend.

Pumphrey-Text: „Ausgerechnet deren Chef droht das Feindbild Russland zu zertrumpeln,“ Gemeint ist der NATO-Chef. Was der „Chef“ von dieser Interpretation hält sagt der „Chef“ in diesen Tagen selbst: „Deutschland wird komplett von Russland kontrolliert.“

Auch der Rest des Textes ist an keiner Stelle sarkastisch (spöttisch, höhnisch) er ist eine 1-zu-1 Übernahme von Zitaten des „Chef“.

Liebe Uta Mader, lieber Edi Mader,

ich weiß um Ihre aktive, positive Rolle in der Friedensbewegung. Für kaum jemanden sonst hätte ich mich der Mühe einer semantischen Kritik unterzogen. Da ich weder Zeit noch Lust habe, mich weiter mit diesem epigonalen RUBIKON-Artikel auseinanderzusetzen wird die Diskussion über den Stil des Artikels jetzt beendet.

Beste Grüße, Uli Gellermann


Am 11. Juli 2018 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

Ich hatte mich auch über die angesprochenen Passagen gewundert. Leider vernebelt die orwelsche Vernebelungspropaganda viele Gehirne. Niemand ist dagegen gefeit. Das ist ein Ziel der Herrschenden. Und somit fällt bei der 2%-Debatte hinten völlig herunter das die US-NATO eben nur US-Ziele verfolgt und die anderen NATO-Mitglieder (in unterschiedlicher Rangordnung 5-Eyes z.B. Deutschland ist da nur 3. Wahl) diese Verbrechen zu bezahlen haben mit Menschenleben und eben Monetär. Nun ist NATO-Gipfelzeit in Brüssel und das Imperium fordert seinen Tribut. Früher rollten Wagenladungen voll mit feinsten Gütern durch die Straßen der Dörfer und Städte um dem Fürsten seinen Zehnten zu bringen. Heute steht die Kampfmaschine Theodor Roosevelt vor den Toren Europas, nicht als Kulisse sondern als reale Drohung. For a new deal? So ist das wenn man sich bei der Mafia anbiedert und sich mit ihr einlässt. Fr Merkel war an diesem Punkt besonders fleißig, befürwortete sie doch den Irakkrieg von G.W. Bush, wurde dann zum Dank dafür auch Bundeskanzlerin einer nun marktkonformen Demokratie und die Bundesrepublik mischte alsbald an fast allen Kriegsverbrechen der USA fleißig mit. Z.B. Mali (Uran für den franz. Atomkonzern), Libyen (Regimechange, absaugen der finanz. und Rohstoffresourcen, Westerwelle hat nur den Einsatz deutscher Kampfverbände verhindert), Syrien (Regimechange und Sicherung der Ölresourcen für US-Ölkonzerne) etc. .
Zu Syrien hat die PdL ein Gutachten des Bundestages eingeholt.
https://www.bundestag.de/blob/563850/05f6dec762a939978c22a132ee680b9a/wd-2-029-18-pdf-data.pdf
Wir werden von Kriegsverbrechern, von Hitleristen und anderm Gesocks regiert. Nun werden in Brüssel, wenn Trump seinen Tribut fordert, die anderen NATO-Mitglieder nicht aufstehen und dem Imperator Paroli bieten und sagen du hast uns mit Märchen und Lügen ein ums andere mal in verbrecherische Kriege und Kriegsverbechen hineigezogen, wir riskieren als Kriegsverbrecher angeklagt und verurteilt zu werden, wir sind Komplizen bei Massenmorden, wir haben Verluste an Menschenleben und Geld, alles um dich bei deiner Weltmachtpolitik zu unterstützen und du kommst hier an und zeigst mit dem Finger auf uns. Das wird nicht geschehen. Was geschehen wird ist, das die Propaganda für den Rüstungswahnsinn und somit auch das Aufrüsten weiter gehen werden. Ein pfiffiger Geschäftsmann von Siemens mit Namen Gabriel hat da schon mal vorgearbeitet, https://www.tagesspiegel.de/politik/vor-dem-nato-gipfel-wir-brauchen-ein-europaeisches-investitionsprogramm-fuer-verteidigung/22776444.html


Am 10. Juli 2018 schrieb Susanne Hofmann:

Schade, dass Sie Doris Pumphrey offensichtlich missverstehen wollten. Absurd, ihr zu unterstellen, sie mache Trump-Reklame. Schade, dass Sie auch bei dem beliebten Spiel der Linken mitmachen, einander schlecht zu machen, statt sich auf den gemeinsamen Kampf zu konzentrieren. Was ist denn dadurch gewonnen?

Antwort von U. Gellermann:

Leider kann ich bei Ihnen kein Argument erkennen. Nach wie vor finde ich es der gemeinsamen Sache nicht zuträglich wenn Frau Pumphrey mit Trump fordert „endlich (!) die Verpflichtung zur Erhöhung der Militärausgaben einzulösen“, wegen der „Gerechtigkeit“. Und der „Lastenverteilung“.


Am 10. Juli 2018 schrieb Ullrike Spurgat:

Die Qualität der Galerie, die Unbestechlichkeit des Herausgebers der ohne Rücksicht und ohne Seilschaften dem politischen Journalismus in echt verpflichtet ist. Sauber recheriert sind die Artikel, die ich nun seit mehr als 3,5 Jahren zum Lesen bekomme. Der Leser wird ernst genommen und herausgefordert sich weiter auf den Weg der Erkenntnis zu machen. Sicherlich kann es ärgerlich sein, wenn man sich an dem politischen Jornalisten und "Schwergewicht" Gellermann messen lassen muss.
Seltsam dünn und inhaltsleer, mehr wie eine Auflistung mehrerer Quellen und Anmerkungen liest sich der knapp einseitige Text mit dem Titel: "Panik auf der Titanic"
Ein lustlos geschriebener Text macht lustlos näher darauf eingehen zu wollen.


Am 10. Juli 2018 schrieb Petra Hammesfahr:

Immerhin muss man Frau Pumphrey eine gewisse Kontinuität bescheinigen. Schon unmittelbar nach der Wahl von Trump hatte sie in der Galerie-Debatte zum Thema prophezeit, dass der Rüstungsindustrie angesichts von Trumps Worten „der kalte Schauer den Rücken runtergelaufen“ sei. Heute schreibt sie „fordert der Chef, endlich die 2014 eingegangene Verpflichtung zur Erhöhung der Militärausgaben einzulösen, um die Lasten in der NATO gerechter zu verteilen“. Bis heute reibt sich die Rüstungsindustrie die Hände angesichts von Trumps Forderung, die Rüstungs-Etats in den NATO-Ländern zu erhöhen. Keine kalte Schauer, nur eine warmer Regen aus Steuergeldern für die Todes-Industrie. Aber Frau Pumphrey fordert mit Trump „endlich (!) die Verpflichtung zur Erhöhung der Militärausgaben einzulösen“, wegen der „Gerechtigkeit“. Und der „Lastenverteilung“. Seltsame Gläubigkeit, sonderbarer Starrsinn. Aber wenn es um den „Chef“ geht ist die Dame unbelehrbar.


Am 10. Juli 2018 schrieb Helene+Ansgar Klein:

Lieber Uli Gellermann. Wir schätzen Ihre Rationalgalerie-Artikel sehr. Um so erstaunter sind wir, dass Sie den Artikel von Doris Pumphrey im 'Rubikon' offensichtlich missverstanden haben. Wir schließen uns dem Lesebrief der Autorin Doris Pumphrey voll und ganz an.


Am 09. Juli 2018 schrieb Sigrid Krings:

Wie wär's denn mit einer umfassenderen Sicht der Dinge?
Wie sagte Lenin? Die Ökonomie ist die Grundlage der Politik.
Es gibt zur Zeit nicht nur Aufrüstung und Nato, sondern auch einen massiven Handelskrieg seitens der USA, und der betrifft vor allem China und - Deutschland.
Wie wär's denn, wenn Trump Putin trifft, um ihm einen 'Deal' bezüglich Nordstream ll anzubieten? Oder um einen Keil zwischen Russland und China zu treiben?
Ein Treffen als solches ist für mich noch keine Friedensinitiative, das kommt auf die Absichten an, die jeweils dahinter stecken.
Alles andere ist show business.
Wie heißt das alte Sprichwort? Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.


Am 09. Juli 2018 schrieb Elke Zwinge-Makamizile:

Die von Doris Pumphrey angehängten Fußnoten finde ich ebenfalls wichtig, lesenswert!
Ich lese in ihrem Artikel garnichts von einem aufgesetzten Friedensfürsten-Schimmer oder etwa Propaganda für Trump. Allerdings sehe ich eine "Propaganda" für erst mal überhaupt Gespräche zwichen Trump und Putin.
Illusionen? sind nirgends geschürt.
Die eindeutigen Forderungen nach Austritt aus der Nato teilen die Kontrahenten!?
Uli Gellermann macht sich u.a. sehr verdient in der wichtigen Zurückweisung von Feindbild Russland.
Sein neues Nachrichten-Format bei Ken Jebsen finde ich da ganz prima.
Manchmal geht es 1 Schritt vorwärts, dann wieder 2 Schritte zurück, oder 2 Schritte vorwärts und... Das geringste Positive sollte beleuchtet werden, auch bei einer niederschmetternden Gesamtanalyse des Charakters des herrschenden Kapitals.

Antwort von U. Gellermann:

Was lesenswert an Pumphreys Anmerkungen sein soll – ich würde unterstellen und Wesentliches weglassen weglassen – erschließt sich mir nicht. Denn beides sind unbewiesene Behauptungen.


Am 09. Juli 2018 schrieb Karin Jansen:

"Gleichzeitig fordert der Chef, endlich die 2014 eingegangene Verpflichtung zur Erhöhung der Militärausgaben einzulösen, um die Lasten in der NATO gerechter zu verteilen." So schreibt die Rubikon-Autorin. Endlich! Gerechter verteilen! Endlich erwähnt mal jemand den gerechten Kampf des "Chefs".

Und dann ist sie empört wenn jemand sich darüber mokiert. Und als jemand diesen Unsinn kritisiert erklärt sie diese Sätze zu "Sarkasmus". Peinlich.


Am 09. Juli 2018 schrieb Christian Harde:

Lieber Herr Gellermann,

sehr schade, daß die "Rationalgalerie" diesmal heftig in die -- im weitesten Sinne -- eigenen Reihen ausgeteilt hat und den ironisch-sarkastischen Ton des inkriminierten "Rubikon"-Artikels (https://www.rubikon.news/artikel/panik-auf-der-titanic) nicht bemerkt zu haben scheint. Um des Effekts willen wurden u.a. Sätze wie "Die NATO ist doch kein Zwangsverein. Austritt genügt und spart viel Geld." mal eben weggelassen und so der Sinn des Artikels von Doris Pumphrey in sein Gegenteil verdreht. Halten jetzt Methoden, wie wir sie von der "Macht um Acht" leider kennen, in der "Rationalgalerie" Einzug?

Mir scheint, die Rationalgalerie war schon mal stärker, und ich hoffe, sie findet zu alter Präzision zurück.

Antwort von U. Gellermann:

Der komplette Satz im RUBIKON-Artikel lautet: „Es heißt, der Chef verliere die Geduld vor allem mit dem deutschen Büttel. Der versucht nämlich, die geforderte Gesamterhöhung des Mitgliedsbeitrags im Verein noch etwas hinauszuschieben. Warum so umständlich? Die NATO ist doch kein Zwangsverein. Austritt genügt und spart viel Geld.“ Folge ich Ihnen und den Erklärungen von Frau Pumphrey soll Trump durch seie Finanzforderungen also Deutschland beim Austritt aus der NATO helfen? Und es handele sich um Sarkasmus. Auf semantische Diskussionen will ich mich nicht einlassen. Aber Tatsächlich habe ich Trump noch nie als Hilfe bei Austritt aus der NATO begriffen. Und ich bin sicher, dass auch Trump selbst sich nicht so begreift.


Am 09. Juli 2018 schrieb Doris Pumphrey:

Lieber Uli,
schade, dass du anderen nicht auch ein wenig Sarkasmus zugestehst, den du dir selbst manchmal so vortrefflich in deinen Kommentaren erlaubst. Und schade, dass du hier zwei Methoden benutzt, die du sonst zu Recht an den transatlantischen Medien kritisierst:
1. Weglassen und damit Entstellung: Der Chef Trump hat natürlich recht – von seiner Warte aus. Aber warum sollte man sich denn über seine wiederholte Forderung nach Erhöhung des Militärbudgets aufregen oder mit ihm darüber feilschen? Leider hast du hier nämlich von meinem Text den kleinen aber entscheidenden Nachsatz – unser Land betreffend – weggelassen: „Warum so umständlich? Die NATO ist doch kein Zwangsverein. Austritt genügt und spart viel Geld.“ Ich plädiere für den Austritt aus der NATO und fordere nicht eine „gerechte Lastenverteilung“ in der NATO, wie du nun auch noch in einer Antwort auf einen Leserbrief zu deinem Artikel behauptest.
2. Unterstellung: Weder Saudi-Arabien, noch Jerusalem noch sonst irgendein Aspekt der gefährlichen Politik Trumps spielt in meinem Kommentar irgendeine Rolle. Er kommt weder als „Friedensfürst“ noch als jemand vor, der für internationale Entspannung gesorgt hat. In meinem Kommentar geht es allein um die Panik in der NATO und in den USA, weil Trump nun nicht, wie du schreibst, irgendwelche „dunklen Andeutungen“ einlösen will, sondern sein ganz offenes Wahlversprechen: ein Gipfeltreffen mit Putin. Das seit seiner Wahl die US-Medien beherrschende Russia-Gate gegen „Putins Marionette“ zielte und zielt darauf ab, dies zu verhindern.
Wäre es denn besser, der US-Präsident würde dem Druck nachgeben und den russischen Präsidenten nicht treffen? Welcher US-Präsident sich mit dem russischen trifft, können wir uns nicht aussuchen. Von der einzigen Alternative, die in den USA zur Wahl stand, der Russia-Gate-Fanatikerin und Kriegsfurie Hillary, die Putin als Hitler bezeichnete hätte man nicht einmal diesen Schritt erwarten können.
Ob das Treffen wenigstens den Beginn einer Verständigung einleiten kann – keiner kann das voraussagen. Nur gibt es eben keinen anderen Weg als das Gespräch. Falls es nicht doch noch durch eine organisierte Provokation sabotiert wird, wäre allein schon der Fakt seines Stattfindens ein erster Erfolg gegen die Front der Anti-Russland Hetzer und Entspannungsgegner. Genau das zeigen die panischen Reaktionen der heuchlerischen Transatlantiker auf die Ankündigung eines Treffens. Machen wir also weiter Reklame für Entspannung: nicht nur für den Beginn einer Verständigung zwischen den beiden größten Atommächten sondern auch zwischen Berlin und Moskau.

Antwort von U. Gellermann:

Tatsächlich zitiere ich Dich korrekt. Auch und gerade mit diesem Satz "Gleichzeitig fordert der Chef, endlich die 2014 eingegangene Verpflichtung zur Erhöhung der Militärausgaben einzulösen, um die Lasten in der NATO gerechter zu verteilen.“ Wenn man die Redlichkeit von Trumps Friedenswillen einschätzt müssen Jerusalem und Saudi Arabien eine Rolle spielen. Dein Vorschlag zum Austritt aus der NATO bezieht sich eindeutig auf den „deutschen Büttel." Deinen nachgeschobenen Erklärungen folgend soll ich jetzt also Trumps Finanzforderungen an die NATO-Alliierten als Hilfe zum Austritt deuten?


Am 09. Juli 2018 schrieb Stanislaus Becker:

Der Beitrag erinnert mich an die 70er Jahre, als linke Splittergruppen vor allem mit Besserwisserei glänzten. Lieber Uli G., Note 5, setzen.

Antwort von U. Gellermann:

Kein Argument, nirgends. Sitzen bleiben.


Am 09. Juli 2018 schrieb Jenny Westphal:

Ich habe den Artikel von Frau Pumphrey selbst gelesen und folgenden Satz entdeckt: "Vertreter der 'westlichen Wertegemeinschaft' haben sich selbst die Blöße gegeben und ihre Heuchelei gründlich vorgeführt. Das allein ist schon viel wert." Wann und wo hat denn die Entblößung stattgefunden? Ist echt an mir vorbeigegangen. Ich kann Herrn Gellermann nur zustimmen: Der RUBIKON-Artikel ist Trump-Reklame.


Am 09. Juli 2018 schrieb Andreas Schell:

Andreas Schell
Na, da ist die Galerie-Überschrift aber weit über das Ziel hinaus geschossen.

Prof. Mausfeld empfahl in seinem Vortrag Juni 2018 in München, die Einschränkung des öffentlichen Debattenraumes nicht hinzunehmen. Die Themen dieser Zeit müssen auf den Tisch und die gewählten Akteure müssen sprechen und handeln, ohne sofort dämonisiert zu werden. Das gilt auch für Trump (der ein Trottel ist), die AfD (der sich gerade, mir noch unverständlich, der Lindauer Russland-Freund und Friedensaktivist Rainer Rothfuß, bisher CSU, angeschlossen hat), die Grünen und die SPD (die die Chance erhalten müssen, sich als neoliberale Kartellparteien zu outen und endgültig aus der öffentlichen Akzeptanz zu schießen) und die Linke, die es systematisch (geplant?) nicht schafft, zur Bewegung zu werden.

Ich sehe den zitierten Rubikon-Artikel in diesem Licht. Er plädiert im Kern für eine amerikanisch-russische Verständigung und stellt fest, dass Trump damit ein Wahlversprechen einlöst - gegen weltweiten (transatlantischen) Protest. Das soll er tun! Trump soll sich mit Putin treffen! Man mag von beiden halten, was man will, aber das ist ein richtiger Schritt. Wenn dabei nichts heraus kommt, können wir das anschließend kritisieren, zum Beispiel im Rubikon, in den Nachdenkseiten und in der Rationalgalerie. Weil der Mainstream komplett versagt hat und weg vom Fenster ist.

Wenn nun die Rationalgalerie dem Rubikon bescheinigt, dort würde Trump-Werbung stattfinden, gefährdet eine junge Pflanze, die uns Kopf-Nahrung für die nächsten Jahre sichert. Ich muss andernorts auch lesen, der Rubikon sei eine Querfront-Veranstaltung, was mit Blick auf die Autorenseite nicht sein kann.
Was dort stattfindet, ist nichts anderes als linker Pluralismus, die Sammlungsbewegung, über die andere nur schwätzen.

Trump wegen des Artikels zu lieben fällt mir nicht ein, und den Rest des Texts empfinde ich höchstens als Nebengeräusch. Auch halte ich wenig davon, den Misserfolg schon vorweg zu nehmen.

Antwort von U. Gellermann:

Zur Entwicklung von Politik gehört Diskussion. Genau das ist „ linker Pluralismus“. Falls sich Trump und Putin treffen würden und dann mehr raus käme als Twitter-Gewitter wäre das ein wichtiger Schritt in Richtung Entspannung. Bisher kann man solche Hoffnungen nicht an Trump festmachen. Für eine linke Position finde ich auch eine Forderung aus dem RUBIKON-Artikel zumindest befremdlich: „die Lasten in der NATO gerechter zu verteilen.“


Am 09. Juli 2018 schrieb Frieder Lindner:

Die die Rationalgalerie hat schon zu Beginn Beginn der TRUMP-Präsidentschaft eine Debatte über die Illusionen über Trump geführt. Damals hat ein Teil er Leser heftig auf Hoffnungen aller Art gesetzt. Nichts davon wurde eingelöst. Wie im Artikel steht: "Donald Trump ist ein US-Oligarch an der Spitze einer der US-Oligarchen-Fraktionen." Wie man auf diese Figur Hoffnungen haben kann ist mit unverständlich.

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