LINKE Spaltung

#Unheilbar - ein Aufruf zur Kipping-Sammlung

Autor: U. Gellermann
Datum: 29. September 2018

Schon häufig hatten sich Beobachter gefragt, wie lange es die linken Linken mit den rechten Linken in einer Partei aushalten würden. Bereits rund um die Wagenknecht-Lafontaine-Initiative AUFSTEHEN wurde vermutet, dass mit deren "Sammlungsbewegung" der Grundstein für eine auch parlamentarische Sammlung bewegter LINKEN über die Linkspartei hinaus gelegt werden könnte. Nun erscheint der neue Aufruf #Unteilbar, der mit den Unterschriften der Vorsitzenden der Linkspartei Katja Kipping und Bernd Riexinger geziert ist. Ergänzt wird dieses Duo durch den Berliner Zensur-Senator Klaus Lederer.

Dass mit der Überschrift "Unteilbar" ausgerechnet ein Slogan aus der alten Bundesrepublik reanimiert wurde, der die Einheit Deutschlands inklusive der verlorenen Ostgebiete beschwor, entbehrt nicht der Komik. Weniger komisch ist es, wenn in der Überschrift des Aufrufs für eine "Offene und freie Gesellschaft" geworben wird: Das sind genau jene sprachlichen Versatz-Stücke, mit denen seit Jahr und Tag der American Way of Live propagiert wurde und wird. Jener Weg, der Freiheit für US-Interventions-Truppen und Regime-Changes verspricht und im Freihandel seine Inkarnation findet.

Dieser schludrige und verschleiernde Umgang mit der Sprache findet sich auch in den Untertiteln des Pamphletes: "Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen." Vom wem wird der Angriff geführt und gegen wen richtet er sich? Ist mit der Religionsfreiheit die bayerische Kreuz-Indoktrination gemeint? Oder der neue Antisemitismus-Beauftragte, der als ideologische Institution für eine der Religionen in Deutschland die Israel-Politik der Bundesregierung zur Innenpolitik machen soll? Keine linke Kontur, nirgends.

Mit dem hochtrabenden Satz "Das Sterben von Menschen auf der Flucht nach Europa darf nicht Teil unserer Normalität werden“, entlarven sich die Autoren des Aufrufs als gewöhnliche Objektivierer: "Das Sterben" kennt im Text keinen Namen und vor allem keine Verursacher. Doch wer Krieg und ungleiche Handelsbeziehungen nicht nennt, der versucht mit dem Allgemein Menschlichen einen geblümten Vorhang über die nackten kapitalistischen Mechanismen zu ziehen, die hinter dem aktuellen “Sterben" das nächste Sterben vorbereiten.

Die Stoßrichtung der Kipping-Fraktion ist klar. Auch wenn der Name Wagenknecht nicht fällt: Wer über die Regelung der Fluchtbewegung im Land, über das WIE von Asyl und Heimat reden will, der sei nicht solidarisch, der wolle ausgrenzen, wird unterstellt. Dieser Versuch die Ursachen der Flucht zu vertuschen, setzt sich auch mit den vielen Namen unter dem Aufruf fort, die aus dem Lager der GRÜNEN stammen: Kein Wort zur Kriegspolitik der GRÜNEN, keine Distanzierung von denen, die für die Massenflucht politisch mitverantwortlich sind.

Sie wird fehlen die LINKE, wenn der Spaltungsversuch gelingt. Denn sie ist voller fleißiger Genossen, die sich durchaus antikapitalistisch begreifen. Menschen, die sich leider von den Kippings, Riexingers und Lederers am Nasenring des Parlamentarismus durch die Profitmanege ziehen lassen. Was deren linke Tarnung wert ist, kann man zum Beispiel im Land Berlin gut sehen, wo die Linkspartei durch den Verkauf städtischen Eigentums am Mieten-Wahnsinn aktiv beteiligt war und sich bis heute der Solidarität mit der Mieterbewegung verweigert.

"Solidarität statt Ausgrenzung!" heißt es in der Überschrift des Spalter-Aufrufs. Ausgegrenzt durch die konkrete Wohnungspolitik der Berliner LINKEN sind auch die Obdachlosen. Gerade hier entlarven sich die Worthülsen des Textes von #Unteilbar. Offenkundig un-heilbar sind jene Initiatoren, die wortreich versuchen, Anhänger für die nächste Legislatur zu sammeln. Um ihre eigenen Jobs im Parlament und ihre Dienstwagen zu sichern. Dass die Organisatoren der im Aufruf beworbenen Kundgebung aus der LINKEN-Fraktionskasse bezahlt werden, ist ein Beitrag zur Alterssicherung von Kipping & Co. So versteht #Unteilbar Solidartät.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 15. Oktober 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Im Ohr klingt noch "links von der cDU," Parteitag der PdL in Leipzig nach.
Dieses tat Frau Kipping ohne Not im Brustton der Überzeugung kund und der Beifall war ihr sicher. -
Da es sich bei dem Aufruf um einen Bündnisaufruf handelt ist es umso wichtiger den Wert und den Inhalt der Worte genauestens zu prüfen.
Es wird nicht möglich sein sämtliche Aussagen zu analysieren, deshalb beschränke ich mich auf die, die mir besonders wichtig im Kontext erscheinen.
Oberflächlich betrachtet wird wohl jeder dem zustimmen können, wenn windelweiche Sätze, wie der folgende aufgestellt werden:
"Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig."
Das ist aber mal ganz neues. Es gibt ein vor dem Aufruf, wo ganz schnell die Verachtung des Menschen, sowie struktureller Rassismus auf den Tisch des Hauses gelegt werden können:
Zusammenlegung von AlG II und der Sozialhilfe, ein Desaster für die Betroffenen, die verdonnerst wurden, egal welche berufliche Qualifikation zugrunde liegt jede Arbeit, aber wirklich jede annehmen zu müssen mit dem Hammer der unwürdigen und unerträglich kreisenden Sanktionen über sich. Schwere Erkrankungen waren die Folge, bei den Menschen, die im Hamsterrrad strampeln, bis sie nicht mehr können, nur ein Beispiel. Die knapp einer Million Obdachlose, wo bis zu 100 000 tatsächlich auf der Straße, in Hauseingängen, auf Parkbänken, unter der Brücke oder in Parks versuchen ihr Leben zu sichern. Die Kranken- und Altenpflege, die mich mehr als bekümmert, wenn ich die katastrophalen Zustände mit eigenen Augen sehe, dann fällt mir Spahn ein und danach nichts mehr.
An anderer Stelle lese ich "Für eine offene Gesellschaft-Solidarität statt Ausgrenzung. War da nicht der Vietnam Krieg und die Mc Carthy Ära, die mit "offen und frei" sicherlich etwas anderes aus dem Hut zaubern wollten. Was soll der Quark ? Für wen offen ? Zumal Solidarität kein Almosen ist, um es vereinfacht zu sagen.
Analysiere ich die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse bin ich ratz fatz ohne Schnörkel und Schnick schnack beim Verursacher von Krisen, die ja eigentlich nie aufgehört haben. Der Kapitalismus steckt immer in der Krise und die lange nicht gelöste Finankrise glotzt die Ecke rum.
Was sind das für Moralapostel, die schreiben: "Es ist ein Angriff, der uns allen gilt."
Nun reicht es. Dann sitzen wir also in einem Boot mit den Kapitalisten, den korrupten Politikern, den Nichtsnutzen und fassen und an den Händen und singen: "Piep, Piep, Piep, wir haben uns alle lieb!"
Was ist mit der NATO ? Mit dem Einkreisen Russlands ? Mit der exorbitanten Jugendarbeitslosigkeit in der EU ? Den griechischen Rentnern wurde kürzlich die 23. Rentenkürzung verordnet.
Die Faschisten in der Ukraine, die hofiert werden, weil sie nützliche Idioten für den Westen sind, gegen Russland, dass versteht sich von selbst und dann sind es plötzlich Demokraten.
Die Waffenlieferungen in Krisengebiete, wo ist der Aufschrei und bitte kein laues Lüftchen befördern. Der Jemen ist völlig vergessen bei den ÖR und wir vergessen mit.
Es geht so weiter: Sinnentleerte Aussagen, die jeder beliebig bedienen kann, wie es den gebraucht wird, doch man kann das Kind beim Namen nennen: Die mieseste Form des Kapitalismus, der Imperialismus,der mit Hilfe der korrupten Politik die Völker der Welt knebelt und unter ihre dreckigen Stiefel zwingt. Wo bleibt die fundierte Kritik an der Bundesregierung ?
Ich lass mal Popper, Smith, Keynes usw. weg und bleibe bei Marx.
Am Ende des "Manifest der kommunistischen Partei" schließt Marx mit , was ich statt "Alle Menschen werden Brüder," mich immer wieder berührt, der EU ans kalte Herz legen will:
"Proletarier aller Länder vereinigt euch."


Am 15. Oktober 2018 schrieb Albrecht Storz:

Dieser Aufruf von "unteilbar" lässt mich nicht mehr los aufgrund eines ganz seltsamen Gefühls das damit bei mir aufkommt.

Nun habe ich es endlich identifiziert:

In dem Text wird Flucht als etwas, wenn zwar vielleicht nicht unbedingt positives, aber doch zumindest als etwas neutrales, schlicht geschehendes, dargestellt, das für uns als nutzbringend anzusehen sei: denn dadurch würde ja unsere Gesellschaft bunter, offener, etc. werden.

Also pro Flucht, damit es uns hier besser geht?

Für mich ist das im Kern neoliberales, inhumanes Denken für das sich da gerade Zehntausende in Berlin herbeigelockt versammeln.


Am 13. Oktober 2018 schrieb Michael Riecke:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

# Unteilbar hat wohl den Ehrgeiz von solchen Erscheinungen wie Herrn George Soros gesponsert zu werden. Herr Soros gilt ja auch als "linksliberal" genau wie die nette Frau Clinton. Es wird leider immer schwieriger die richtige Partei zu wählen.


Am 13. Oktober 2018 schrieb Heinz Schneider:

Weil die Spaltung der Linken immer mit ihrer Schwächung verbunden war, währe ihre Spaltung in einen kosmopolitischen und einen kommunitaristischen Teil ein Fehler.

Führen wir die Debatte weiter. Beginnen wir bei Marx: "Wir müssen uns selbst emancipieren, ehe wir andere emancipieren können".

Emanzipation geht also der Befreiung voraus, die auch die "Zerstörung der Grenzen und Muster erzwungener Migration" (Hardt/Negri,Empire, 371) bedeutet. Bis dahin ist Migration immer auch ein Kampf um Befreiung.

Befreiung ist die Befreiung der Arbeit, die nur die Internationale erkämpfen kann.

Ich hoffe, dass sich die Demonstranten heute über die Begrenztheit des #unteilbar Aufrufs hinwegsetzen, der im zentralen Teil für eine "offene und solidarische Gesellschaft" eintritt, die Ökonomie aber ausklammert.


Am 13. Oktober 2018 schrieb altes Fachbuch:

"Vor allem aber möchten Sie uns nicht sagen wie offen die Grenzen denn sein sollen: Für eine weitere Million? Für drei, vier Millionen, alle? Davor drücken Sie sich genau wie die Unteilbaren. Schäbig. "

@herr gellermann
verständnisfragen!

- halten sie gerade ein plädoyer richtung "obergrenze"?
- taxiert #aufstehen, wie viele einlass finden dürfen und wäre es nicht auch SCHÄBIG, den rest in der sahara oder im mittelmeer verenden zu lassen?
- formuliert #aufstehen, welche realen chancen sie haben, die fluchtursachen so erfolgreich bekämpfen zu können, dass #unteilbar hinfällig wäre??
- hat #unteilbar jemals formuliert, dass jeder wanderer des weges automatisch konsument der dt. sozialgesetzgebung werden soll?
- wieso ist j.darks post unkommentiert?? weder #aufstehen noch #unteilbar haben sitze im eu-parlament? und am samstag in berlin marschiert nicht die linke, sondern #unteilbar + friends (auf geheiss ihrer ikone ohne das offizielle #aufstehen)
- wieso konstruiert r.bauer unkommentiert einen zusammenhang von DIE LINKE und einer "offenen-gesellschaft.de"?? die kennen sich nicht!!
- wenn das "fachkräfte"zuwanderungsgesetz (der plan b:) kommt, protestiert dann #aufstehen gegen die arbeitsmigration??
- wieso lassen sie die beiden bewegungen nicht einfach erstmal machen?? da es jenseits von personen grosse schnittmengen gibt, kann sich die sache doch eh schnell erledigen!? sind doch bewegungen - ihre logik;)

Antwort von U. Gellermann:

Heiko Maaß, der Außenminister für schönste Offenheit, hat der #Unheilbar-Aktion kurz vor Beginn noch seinen Segen erteilt: „Es ist ein großartiges Signal, dass so viele auf die Straße gehen und klare Haltung zeigen: Wir sind unteilbar“. Das ist der Mann, der sich gerade noch bei der saudischen Diktatur für seinen Vorgänger Gabriel entschuldigt hat. Denn der hatte dem Königshaus tatsächlich „Abenteurertum“ im Nahen Osten vorgeworfen. Dabei sorgen die saudischen Kriegsverbrecher nur für neue Flüchtlinge in um Jemen. Da braucht man natürlich offene Grenzen.


Am 13. Oktober 2018 schrieb Albrecht Storz:

FLUCHTURSACHEN!

Konnte man sich nicht darauf einigen, auch das als Thema aufzunehmen? Ist in den verantwortlichen Kreisen nicht bekannt, dass politisches Regierungshandeln in Deutschland einen Anteil an solchen Fluchtursachen haben?

Selbstbestimmte Lebensentwürfe müssten selbstverständlich sein, steht da. Wie selbstbestimmt sind jene, die vor deutschen Waffen fliehen? Oder vor den wirtschaftlichen Zerstörungen, die unser Wirtschaften in deren Heimatländern anrichten?

Wie seltsam einseitig ist dieses Pamphlet. Wie auffällig geht es nur um HIER, nur um Deutschland und Europa, um unsere Gesellschaft (in Wahrheit: um den kleinen Bürger) die etwas toleranter gegen das, was man ihnen von oben einbrockt, sein sollten.

Eine zynische Frage in die Runde: hat eigentlich schon mal jemand etwas von der Reichensteuer gehört, die die besonderen gesellschaftlichen Lasten unserer Zeit mittragen hilft? Ich nicht.

Der kleine Bürger soll alles schulter und alles aushalten. Auch das moralische Aufputschen der Besser-Linken, die die Zustimmung zu einer bunteren, etc. Gesellschaft als oberste Demokratenpflicht proklamieren?

Klar, da wird jeder hinter seiner Fahne herlaufen, und nicht jeder teilt alle Ziele der Veranstalter.

Aber die, die vielleicht für vernünftige und demokratische Ziele bei dieser Veranstaltung mitlaufen, sollten doch daran denken, dass in dem zentralen Aufruf Flucht nur als einen abzuhelfenden Zustand durch die deutsche bzw. europäische Bürgerschaft benannt wird, und nicht (wenigstens auch) durch Regierungen, Konzerne, Rüstungsfirmen, staatlich gesponserte Einflussorganisationen, Regierungsparteien, EU-Gremien abgeholfen werden müsste.

Komisch übrigens auch, dass zwar Kritikpunkte wie Sicherheitsgesetze, Wohnungsnot, Sozialabbau, Umverteilung (von unten nach oben) genannt werden. Aber nicht "dagegen gehalten" wird. Aber gegen eine Menge anti-Ismen, Diskriminierung, Feindlichkeit, etc. schon. Nur gegen Dinge, die den kleinen Bürger in seiner täglichen kleinen Welt betreffen.

Es hat auch einige andere Betrachtungen zu diesem Aufruf gegeben. Man könnte Dissertationen darüber schreiben, was an diesem Aufruf seltsam, unausgegoren, einseitig, matschig, gefühlsduselig, apolitisch ist.

Hier nochmal zum selber draufschauen:

https://www.unteilbar.org


Am 12. Oktober 2018 schrieb Jan Dark:

Lieber Marco Beyer,

wo waren die Initiatoren und Unterstützer von #unteilbar, als es um die Verlängerung der Sanktionen gegen Syrien ging. Wo der Protest gegen die Teilnahme Deutschlands an der sogenannten Small Group der Anti-Assad Kriegspartei. Warum stimmt die am Samstag in Berlin marschierende Linke im EU Parlament geschlossen für Sanktionen gegen Venezuela. Aus Antikommunismus, bloßer Dummheit oder um Fluchtursachen zu verschärfen? Bei dem gesellschaftlichen Konflikt zwischen oben und unten, rechts und links etc. ist es durchaus wichtig, an wessen Seite man aufsteht und marschiert.

Das wissen die Initiatoren des Aufrufs von der Solidarischen Moderne, das wissen die Kippings und Künasts und das wissen die zahlreichen zivilgesellschaftlichen NGO's von Robert Bosch und Bertelsmann etc. Wird Zeit, dass dieses Wissen auch bei den Kleinbürgern und Lifestyle-Kids ankommt.


Am 12. Oktober 2018 schrieb Albrecht Storz:

Vielen Dank dass hier noch andere gegen diese Leuteverdummung mittels Phrasen wie "offen statt geschlossen" anschreiben. Ich hatte schon Angst, ich wäre der einzige der die Hohlheit dieser Phrasendrescherei erkennt.
Der Begriff "offen" bzw. "offene Gesellschaft" ist kein konkreter politischer Begriff. Vielmehr ist das der reine Populismus da jeder ohne Nachzudenken "offen" erstmal besser findet als "geschlossen". Und was eine "Offene Gesellschaft" ganz konkret in einer durchführbaren politischen Ausgestaltung ist weiß natürlich jeder ganz genau, oder?

Eines muss mal ganz klar gesagt werden: "Offene Grenzen" sind der Todesstoß jeden organisierten Gemeinwesens. Wie man so etwas für das eigene Gemeinwesen ernsthaft fordern kann ist mir unbegreiflich. So etwas wie Todessehnsucht? "Nie wieder Deutschland"?

Die Rattenfänger sind heute nicht mit lieblichen Flötentönen sondern mit gefühligen Worten unterwegs. Und morgen werden die "Besser-Menschen" eine tolle Feier für Soros und Co. abziehen, wetten?


Am 12. Oktober 2018 schrieb Marco Beyer:

Ich bin zwar etwas spät mit meinem Beitrag aber die Demonstration unter dem Motto Unteilbar beginnt ja erst am Samstag. So langsam frage ich mich, welche Ziele Herr Gellermann mit der Rationalgalerie oder ein Albrecht Müller mit den Nachdenkseiten verfolgen?
Was soll denn dieses permanente Anschreiben gegen Menschen, welche sich für offene Grenzen einsetzen?
Ich sah gestern auf dem Sender ZDF Info die Sendung "Dirty Dollars: Menschenhandel" https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/dirty-dollars-menschenhandel-102.html In dem Beitrag wird sehr gut erläutert, wer von den sich immer mehr schließenden Grenzen profitiert. Ich sehen das Thema offene Grenzen nicht nur für Deutschland, sondern weltweit. Und im Vergleich zu anderen an Krisenherde grenzenden Ländern könnten wir noch viel mehr Menschen aufnehmen. Nur sehr wenige Menschen verlassen doch freiwillig ihre Heimat. Die meisten werden auf die eine oder andere Art gezwungen. Dabei sind Kriege nicht immer der einzige Grund zur Flucht. Zum Teil ist es unsere eigene Lebensart mit einem viel zu hohen Ressourcenverbrauch. Aber reduzieren wir unseren Energieverbrauch, wenn wir im Fernsehen das Leid anderer Menschen in Asien, Afrika oder Südamerika sehen? Ein gesellschaftliches Umdenken passiert in meinen Augen erst dann, wenn wir wirklich an die Grenzen unserer Solidarität kommen. Und damit meine ich nicht die von Flüchtlingen genutzte Turnhalle, die in dem Moment unseren Kinder nicht mehr zum Sport zu Verfügung steht. Denn da, wo die Flüchtlinge herkommen, gab es mitunter nicht einmal eine Schule.
Ich erwarte nicht, dass sich alle linksorientierten Menschen meiner Meinung anschließen und respektiere auch alle jene Menschen, die sich Gedanken machen und dann zum Entschluss kommen, dass offene Grenzen nicht der richtige Weg sind. Aber lasst uns dies doch auf der Straße während der Demo besprechen, statt sich gegenseitig zu boykottieren.
Endgültig gebrochen habe ich mit einer Frau Wagenknecht, welche eine Sammlung auf die Beine stellt, sich aber nicht als deren Anführerin sehen will. Dann aber nimmt sie sich heraus, für die über 100.000 Unterzeichner zu sprechen und denen die offizielle Teilnahme in Abrede zu stellen. Das Ganze macht sie erneut in der AfD-Postille "Welt-Online" publik. https://www.welt.de/politik/deutschland/article181882762/Migrationspolitik-Wenn-Gauland-Wagenknecht-als-Stimme-der-Vernunft-lobt.html

Damit provoziert sie doch förmlich das vergiftete Lob eines Herr Gauland. Für mich ist nicht eine Frau Kipping das "Problem". Für mich wird das Verhalten einer Frau Wagenknecht immer problematischer.

Herr Gellermann, weisen Sie weiterhin so wortgewandt auf Ungereimtheiten innerhalb der Linken hin aber versuchen Sie bitte, sich innerhalb der Rationalgalerie nicht von einer Seite vereinnahmen zu lassen.

Antwort von U. Gellermann:

Leider haben Sie nicht die Güte sich mit dem betreffenden Artikel argumentativ auseinanderzusetzen.

Vor allem aber möchten Sie uns nicht sagen wie offen die Grenzen den ein sollen: Für eine weitere Million? Für drei, vier Millionen, alle? Davor drücken Sie sich genau wie die Unteilbaren. Schäbig.

Die Überschrift von #Unteilbar lautet: „Für eine offene und freie Gesellschaft –
Solidarität statt Ausgrenzung!“. Das liest sich süffig. Die Verbindung von „offen“ und „Grenzung“ ist nicht unabsichtlich. Denn das ist das zwischen den unterschiedlichen Fraktionen von Wagenknecht und Kipping strittige Thema. Zumal die #Unteilbaren kein Wort zu den Fluchtursachen formulieren. Die aber genau sind das zentrale Thema. Wer darauf verzichtet, die zu erwähnen, der spielt das Spiel der Herrschenden.

Jenseits der EU-Grenzen warten noch ein paar Millionen Menschen, um sich aus ihrem Elend durch Flucht zu erlösen. Um ihren geraubten Rohstoffen hinterher zu reisen oder die Länder der Waffenlieferanten zu besuchen, die Quelle ihres Kriegselends sind. Um dort die Abfälle der Extraprofite in Form von Asyl zu finden.

Wie viele dürfen noch über die offenen Grenzen kommen? Zwei Millionen, drei, alle? Wer bei Verstand ist, weiß: Um den Bestand der Gastländer, aus denen das Elend der Fluchtländer kommt zu sichern, um Hilfe dauerhaft leisten zu können, muss man Regelungen für die Flucht finden. Wer das nicht sagt, der macht wohlfeile, haltlose Versprechen, um sich selbst als großzügig und weltoffen darzustellen und zugleich die „Begrenzer“ als nationalistisch Begrenzte aussehen zu lassen. Die Devise solcher Leute lautet: „Lasst uns über Moral reden, nur ja nicht über Geld.“

Solche unheilbaren Schlauberger denken: Unsere Moral kostet ja nix. Falsch. Erstens wird so der Druck aus dem Kampf gegen die Fluchtursachen rausgenommen. Zweitens kann auch ein relativ reicher Staat an die Grenzen seiner Mittel kommen. Und schließlich spielt man so den Rattenfängern der AfD in die Hände. Die man doch angeblich bekämpfen will.
Die neue Bewegung sollte sich schnellsten in #Scheinheilig umtaufen. Das musste mal gesagt werden. So leid mir das auch wegen der vielen anständigen Menschen tut, die unterzeichnet haben und von denen ich manchen kenne und schätze: Erkennt den miesen Kipping-Trick. Flieht aus der Moral-Falle. Erkennt die wirklichen sozialen Verhältnisse.


Am 11. Oktober 2018 schrieb Jan Dark:

Schöner Kommentar. Brilliante Analyse. Wie gewohnt. Nur eine Aussage finde ich deutlich zu schwach: Es ist kein schludriger und verschleiernder Umgang mit Sprache, wenn demokratisch als nationalistisch, Kritik als Populismus, Populismus als rechts und Kritik an Institutionen und Ideologien als feindlich diffamiert und delegitimiert wird, sei es als demokratie-, europa- oder ausländer- feindlich. Es ist ein Angriff auf die Sprache und Begriffe, der noch vor dem Kampf um die Köpfe ausgetragen wird. Diesem Angriff muss sich die Linke stellen, will sie den Kampf um die Köpfe nicht auf Dauer verlieren. Denn wenn Kritik keine Debatte mehr eröffnet, sondern illegitim ist und eine linke Mehrheit national-sozial, gehen die Worte aus, um die Köpfe (und Herzen) zu erreichen und sich gegen Hetze zu wehren.

Will sich die Linke also dem Klassenkampf von oben stellen, was sie zu lange versäumt hat, wird sie dem Sprachdiktat widerstehen und lernen müssen, Konflikte auszuhalten. Oder mit Wolfgang Neuss: Wir können hier deutsch sprechen, wir haben Verbandszeug im Haus. Die Sachsen mit dem Slogan sind da vielleicht schon weiter, als die linke Sammlungsbewegung #aufstehen.

Bitter auch, dass die Solidarische Moderne der linken Sammlungsbewegung zeigt, wie man Bewegungen einsammelt und sich als Sammlungsbewegung aufstellt. Bitter, weil viele der Unterzeichner die antisolidarische Richtung der Initiatoren nicht durschauen werden aber dennoch für die Mobilisierung für ein linkes Sammlungsprojekt ausfallen. Was für eine kranke Zeit, in der Merkel als Ikone der liberalen Linken aufgebaut wird.


Am 11. Oktober 2018 schrieb Rudolph Bauer:

die anti-#aufstehen-demo der pseudo-liberalen, sozis, linkis, zivilgesellen und regierungsschlüpfer umfasst laut ankündigung eine reihe von "thematischen blöcken"; siehe: https://www.unteilbar.org/demonstration/

darunter DIE LINKE und der pseudoliberale Block "Die offene Gesellschaft"; siehe:https://www.die-offene-gesellschaft.de/about#partner
zu dieser frontgroup unserer schönen neuen 'offenen' gesellschaft gehören u. a. die Bertelsmann Stiftung, die Vodafone Stiftung, die Robert-Bosch-Stiftung, Scholz & Friends...

da kommt (bunt und vielfältig) zusammen, was zusammengehört (?). wird bereits angekündigt als die größte aller demos. prost mahlzeit!

auch IPPNW ist darunter und manch anderer ehrenwerte club: RAV, Aktion Sühnezeichen, die ILMR ...

gegen #aufstehen lassen sie sich alle einfangen und vor einen ochsenkarren spannen. hoffentlich merken sie es noch rechtzeitig.


Am 11. Oktober 2018 schrieb Hella-Maria Schier:

Immer wenn ich mal wieder der ätherischen Gesänge der heiligen Katja von Kipping und ihren Jüngern zuteil werde, fühle ich mich den erdgebundenen Realitäten dieser physischen Welt seltsam enthoben und möchte den, allerdings weit klügeren, Reinhard May zitieren: ''Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein''. Aber da oben versteht man vielleicht die Engel, nicht aber die Menschen und daher auch nicht ihre Politik.
In menschlichen Niederungen hingegen fährt man weit besser damit, abgesehen von den Geldströmen, die Erkenntnisse der Psychologie sowie allgemeiner Lebensweisheit zu befragen und da kann leider so manches, das man gegenwärtig für links hält, nicht bestehen. Die sagen mir nämlich:
Menschen haben Grenzen, Offenheit u n d Grenzen. Das physische Leben bewegt sich zwischen Gegensätzen. Ohne Grenzen
könnten wir uns überhaupt nicht wirklich näherkommen, denn Näherkommen bedeutet einander kennenlernen und man lernt sich kennen und kommt sich näher, in dem man sich die gegenseitigen Bedürfnisse u n d Grenzen offen und ehrlich mitteilt. Und zwar natürlich beide Seiten und immer auch bereit, gegebenenfalls ein Nein zu akzeptieren. Dieses Nein muss nicht endgültig sein, man kann verhandeln, versuchen zu überzeugen, soweit Aussicht besteht für das kämpfen was man will, das ist alles o.k. Aber erstmal muss das Nein des Gegenübers zu den eigenen Wünschen akzeptiert werden. Natürlich hat mein Gegenüber ein 'Recht auf ein gutes Leben', ich aber nicht die Pflicht, sein Recht darauf vor mein eigenes zu stellen, wie es besonders krass und auch entlarvend die Forderung zum Verzicht auf den Sozialstaat tut. Das kann ich freiwillig tun, wenn ich z.B. meine, damit früheres Unrecht wieder gut machen zu können, oder wenn ich eine fürsorgliche Haltung einnehme, was gegenüber Flüchtlingen solange sie hilfsbedürftig sind, begründet wäre, nicht aber gegenüber jedem Migranten, wie es etwa der Migrationspakt der UN vorsieht und zwar aus wirtschaftlichen Gründen im Interesse der Konzerne.
Auch darauf könnte man sich dennoch einigen, aber nur wenn alle Beteiligten, bzw. die Mehrheit, einverstanden sind. Alles andere wäre Vergewaltigung und die kann nicht zu guten Ergebnissen führen, auch nicht für die, in deren Interesse man sie angeblich begeht.
Mit moralisch-emotionaler Erpressung, Zwang und rigiden Rassismus-Beschuldigungen für jedes Stirnrunzeln und Zweifeln erzeugt man keinesfalls Harmonie, erreicht man niemals Zuneigung, Vertrauen und Beziehung, weder zwischen Individuen noch zwischen Einheimischen und Zuwanderern. Ebenso wenig wie wirklicher Sozialismus von oben durch Parteidiktatur erreicht werden kann, kann durch undemokratischen Zwang ein wirklicher fruchtbarer Multikulturalismus entstehen, zu dem ja schon mal Vorraussetzung wäre, auch die eigene Kultur zu würdigen, statt sie gar zu leugnen. Nur in offener, demokratischer Auseinandersetzung mit den kulturellen Unterschieden kann Verständnis und Annäherung passieren und ein Reifeprozess stattfinden.
Dieser ist also offenbar gar nicht gewünscht. Political correctness ist nämlich genau das Gegenteil davon, ein sehr wirksames und sehr zynisches Instrument der Unterdrückung, und das ist wahrscheinlich auch ihr wirklicher Zweck.
Die global orientierte Wirtschaft will beim Thema Massenmigration, wie beim Thema EU, ihr Eigeninteresse um jeden Preis durchsetzen, auch um den der Demokratie, sie ist nicht bereit, ein Nein zu akzeptieren. Angela Merkel hat sogar in einem Interview bezogen auf die EU ganz wörtlich gesagt, dass ein Nein der Bevölkerung sie nie von diesem Ziel abbringen würde. Das ist eine klare Abwendung von Demokratie und klar verfassungswidrig. Das Fatale dabei ist, dass Widerstand hier noch mehr als anderswo automatisch als ''rechts'' erscheint und, solange die Linken ihn nicht erlauben, den rechten Auftrieb und auch eine gewisse Legitimation erteilt.
Der Wille des Volkes zählt für die Mächtigen nicht, also wäre es für sie am besten, wenn es überhaupt kein Volk gäbe. Und wie erreicht man das? Man nennt es ''völkisch''. Für die entsprechende PR kann man niemanden so gut benutzen wie die Linken, die sich seit einigen Jahren in Volks- und Bürgerbeschimpfung gegenseitig überbieten. Zwar haben die Mächtigen das Volk vor allem in plebiszitärer Bedeutung im Visier während ''völkisch'' die ethnische Bedeutung meint, aber die Wortgleichheit ist sehr nützlich um die Linken mit ins Boot des Kapitals zu holen.
Wenn das Volk sich nun verständlicherweise dagegen wehrt, was ihm eigentlich sehr wohl einen Sinn für Demokratie bescheinigt, findet es sich, zumindest propagandamäßig, automatisch sofort in der rechten Ecke wieder, was die Wahrscheinlichkeit, dass es dann irgendwann auch tatsächlich dort landet, wenn es sonst nirgendwo Gehör findet und stattdessen beschimpft wird, beträchtlich erhöht.
Das Wort ''Widerstand'' hat, außer bei Umweltthemen, bereits eine rechte Schlagseite bekommen, wie auch das Wort ''Establishment''. Das ist sehr schlecht für die Demokratie, die damit diskreditiert wird.
Ausgerechnet Linke fördern derzeit das Misstrauen gegen 'das Volk' , gegen Unten, und behindern die gesunde Skepsis gegen Oben, die immer zu einer wirklichen Demokratie gehört. Sie dienen damit klar den Herrschenden und ihren Interessen. Opposition k a n n dann nominell, da links nicht mehr erlaubt, nur noch von rechts kommen und stellt den neuen Hauptgegner - für den Kampf gegen Rechts, einen Gegner, den man sich in diesem Ausmaß, s.o., s e l b s t geschaffen hat und es immer weiter tut. Der wirkliche Klassenfeind hat gewonnen und kann aufatmen.
Der ganze gegenwärtige angebliche Kampf gegen Rechts ist eigentlich ursprünglich ein Trick des Kapitals, eine gewollte Frontverlagerung, die den Gegner, ''das rechte Volk'', immer wieder selbst erzeugt. Ein Trick, ebenso wie die angebliche Verhinderung eines ''neuen Holocaust'' in Ex-Jugosslawien ein Trick war.
Aber der Trick ist, dank der Naivität, Dummheit und Denkfaulheit sehr vieler Linker, so einfach wie genial, da das Kapital damit auch noch nebenher die Linken als Gegner generell schachmatt setzt.
Hat nicht ein gewisser Brzezinski das Buch ''The Grand Chessbord'' geschrieben?
Nur würde jeder halbwegs mittelmäßige Schachspieler diesen und manche anderen Schachzüge inzwischen kennen und nicht mehr darauf hereinfallen, während die Linken es überaus bereitwillig immer wieder tun.
Sie sind ein sehr unwürdiger Gegner des Klassenfeindes - vielleicht weil sie gar kein Gegner sein wollen?


Am 07. Oktober 2018 schrieb Heinz Schneider:

Paul Mason schrieb vor einem Jahr im Guardian "Es ist ganz einfach, sich eine Zukunft vorzustellen, in dem der Staat die normalen Menschen und den Planeten verteidigt, nicht aber die finanzielle Elite"

Was den hier besprochenen Aufrufen fehlt, ist der Hinweis auf Konsequenzen!

Die einfachsten wären: Man kann den politischen Liberalismus nicht verteidigen, wenn man den ökonomischen Liberalismus nicht aufgibt.

Man kann den Globaliserungsverlierern ihre Verluste nur ersetzen, wenn man den Globalisierungsgewinnern ihre Gewinne nimmt.

Der Wille, mit den Folgen des westlich kapitalistischen Treibens in der Welt auf solidarische Weise umzugehen (Aufruf 2) erfordert zwingend die Aufgabe der politischen, ökonomischen und militärischen Vorherrschaft des Westens!

Und auch, Georg Moritz liegt vollkommen richtig, die Aufgabe der imperialen Lebensweise.

Also die Wiedereroberung der Fähigkeit zur Selbstbegrenzung.


Am 07. Oktober 2018 schrieb Otto Bismark:

Noch eine kleine Anmerkung zum Leserbrief von Georg Moritz und seinem Zitat aus Hagen Reders Text. Wir sind längst schlimmere Barbaren als unsere Vorgänger. Denn wir wissen mehr als diese. Haben nicht nur die Erfahrungen, die unsere Vorfahren erst mit Blut bezahlt haben, sondern wir haben, so wir wollen, das konzentrierte Wissen der Menschheit auf einen Klick. Wir haben keine Ausreden mehr, wir sind schuldig!


Am 06. Oktober 2018 schrieb Georg Moritz:

"Das Sterben von Menschen auf der Flucht nach Europa darf nicht Teil unserer Normalität werden" --

Der Satz hat's in sich, mehrfach. Ja nee is klar, Murat, Sterben ist schon scheiße an sich, daheim im Bett mag das ja noch edel sein, im Kreis der Familie, kann man nix machen, jeder stirbt mal. Aber auf der Flucht? geht ja gar nicht. Da müssen unbedingt sichere Fluchtkorridore her! betreutes Flüchten, auf daß mir nichts mangele im Angesicht meiner Feinde, und sei einer dieser die Meerhaftigkeit des Mittelmeeres, welches für diese seine Eigenschaft gar nix kann.

Und dann das "darf nicht Teil unserer Normalität werden". Ja Herrschaftsnein, das wußt' ich gar nicht, das passiert erst seit gestern und droht gerade jetzt zur Normalität zu werden?

Hagen Rether - den ich nicht unter den Unterzeichnern entdecken konnte, guter Mann - hat es schön auf den Punkt gebracht:

"(...) unsere Lebensweise ist deren Fluchtursache, von Klamotten bis Landwirschaft, vom Ehering bis zur Stereoanlage und zum Waffenhandel (...) Das ganze läuft ja auch schon mindestens seit 1444 so, seit die ersten Sklavenschiffe in Lissabon angekommen sind. Haben wir ernsthaft geglaubt, das geht jetzt nochmal 600 Jahre so? Haben wir gedacht, das merkt keiner? (...) Uns fliegen jetzt gerade 600 Jahre Kolonialismus um die Ohren, und wir müssen das irgendwie mit Anstand über die Bühne kriegen, ohne zu verrohen, ohne Barbaren zu werden wie unsere Vorfahren." ( https://www.youtube.com/watch?v=kDV29Kkc-LA )

Da ist 'ne Wohlfühldemo doch ein guter Ansatz, nicht wahr. Aber selten dämlich. Ich geh doch nicht auf die Straße und skandiere "ich bin ehrlich! gegen die Betrüger!" oder "ich habe nie meine Frau geschlagen" und "mein Hund ist immer gut gefüttert", "gegen die Frauendemolierer! gegen die Hundeverhungerer!"

Denn dadurch wird Grundsätzliches plötzlich verhandelbar durch Position und Gegenposition. Man handle aus der eigenen Integrität heraus und stelle sie nicht hin als Option in Konkurrenz zur Korruption.

Der Aufruf zur #unteilbar-Demo will vielleicht "ein Zeichen setzen" (haha) gegen #aufstehen, ein Spaltungsversuch der LINKEn ist er aber nicht - der Keil ist schon längst durch den Klotz getrieben worden.

Zum Abschluß "Vier ernste Gesänge" von Brahms - https://www.youtube.com/watch?v=9IFYlbn65dI - besonders den dritten (ab 9:07), denn: glaube keiner, die Flüchtenden hätten nicht den Tod vor Augen, aber der in der Heimat umgehende ist schrecklicher.
Und es geht nicht um das Sterben sonder ums nicht leben können, und darum, wer solches Elend verursacht. Keiner flieht nur so zum Spaß, und auch das ist eine Binse.


Am 06. Oktober 2018 schrieb Anke Zimmermann:

Lederhosen im Weltraum, wo das Söder auf dem Logo "Bavaria one" so grenzdebil grinst wie ein mittelalterlicher Mönch auf einem Weißbierflaschenetikett, auf den Mond schießen, was will er da finden? Bezahlbaren Wohnraum? Käse? Er ernennt einen Raumfahrtkoordinator. Das kann man sich doch nicht ausdenken.


#Unteilbar! der neue heiße Scheiß der Linken, Compact bedruckt schon mal Fahnen und lädt zur betreuten Demonstration. Jaa - Kipping hat die Haare schön, gilt auch für... ? wie hieß noch mal die Ex von der AfD?
Kipping! Wo holen die solche Leute her? Ledererrer?! Spaaahn, Maaas (im twitter-modus:

"Die Amerikaner haben die deutsche Einheit ermöglicht, das werden wir niemals vergessen. Wenn der Atlantik politisch breiter wird, müssen wir mehr und umso stabilere Brücken bauen." AM @HeikoMaas eröffnet in Washington das Deutschlandjahr USA #WunderbarTogether pic.twitter.com/tgBHosWC4P

Auswärtiges Amt (@AuswaertigesAmt) 5. Oktober 2018

Wo kommen diese hansis und heidis her? Äinschie nach der Wende, gleich oben ein wichtiger Fettfleck auf der trüben Wurstsuppe der CDU. Kohls Mädchen und wem war Kohl der Jung? Yep der Atlantik wird politisch breiter, ich muss mir noch einen drehen. Ist besser, denn so viel kann ich nicht trinken wie ich .....

P.S. Ich mache mir Sorgen um die Bewegung #aufstehen, sie setzen zu sehr auf die sozialen Medien, facebook. Ich habe früh, wie viele andere darauf hingewiesen, das ich für keine politische Bewegung einen Pakt mit facebook eingehen werden und was die Alternativen sind. Die Bewegung hat keine Ahnung von networking und sie scheinen beratungsresistent, andere und ich schreiben sich die Finger wund. Am 3. Okt. wäre viel mehr möglich gewesen, wenn sich die Bewegung eine eigene Plattform aufgebaut hätte. Ein kleiner Beitrag aus dem Vermögen der Initiatoren hätte ausgereicht. Schade.


Am 05. Oktober 2018 schrieb Heinz Schneider:

#Albrecht Storz
Soros bezeichnet in seinem im Jahr 2000 erschienen Buch "Die offene Gesellschaft" den Marktfundamentalismus und die unregulierten Finanzmärkte als Hauptgefahren für die offene Gesellschaft und fordert staatliche Regulierungen.

Das teile ich, egal wer das fordert. Oskar Lafontaine hat sich ein Jahr vorher mit seiner Forderung nach Regulierung der Finanzmärkte einer europaweiten Medienkampagne (heute hieße das shitstorm) ausgesetzt. Hatte aber Recht, alle Kritiker nicht!

Wem es im Sinne von Popper um konkrete Verbesserungen geht, der dürfte das auch so sehen. Eine Wende vom Marktfundamentalismus zu Keynes wäre schon viel. Oder wie soll Hegemonie errungen werden?

Ich würde allerdings auch eher "offene und solidarische Gesellschaft" schreiben, wie im Text des Aufrufes (1) auch geschehen.

#Uli Gellermann
Ihre Kritik an den Aufrufen teile ich, ihre Schlussfolgerungen zu den Motiven kann ich eher nicht nachvollziehen.

Meine Bewertung unterscheidet sich von Ihrer, weil ich den Zweck der Aufrufe (Mobilisierung für eine Demo) und die Adressaten (auch die für politische Argumente kaum, aber für Moralische schon empfänglichen Menschen) in Rechnung stelle.

Sie legen den Finger in die richtigen Wunden (folgenloser Moralismus, Geld, Kriege, Rohstoffraub, begrenzte Aufnahmekapazitäten). Wir dürften zum konkreteren und umfassenderen Gründungsaufruf "#aufstehen" einer Meinung sein.

Der richtet sich aber an politisch Denkende, er will Engagement erreichen.

Richtig ist auch: wer Offenheit proklamiert, ohne sich für politische, gesellschaftliche und persönliche Konsequenzen einzusetzen, ist scheinheilig!


Am 05. Oktober 2018 schrieb Alfred Matejka:

„Krieg des dritten Jahrtausends" vom Spiegel am 19.8.1991
„Schon US-Präsident Richard Nixon hatte 1972 bei einem Besuch in Peking den Unterschied zwischen praktischer und proklamierter Freizügigkeit von seinen Gastgebern vorgeführt bekommen. Auf seine forsche Aufforderung nun endlich mehr Reisefreiheit zu gewähren, antwortete Mao Tse-Dung“Gewiss doch, wie viele Millionen Chinesen darf ich ihnen nach New Yorck schicken?“ Noch Fragen?
Karl Marx:"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert,es kommt aber darauf an,sie zu verändern"


Am 04. Oktober 2018 schrieb altes Fachbuch:

@herr gellermann,
verständnisfragen:
1. würden sie bitte aus dem aufruf zu #aufstehen die passage zu den fluchtursachen und deren bekämpfung bzw. abgrenzung zu den GRÜNEN kopieren, die sie bei #unteilbar vermissen??

2. nehme ich nur die beiden aufrufe im wortlaut, fehlt bei beiden die positionierung zur zuwanderung?? ja? nein? begrenzt oder absolut offen?? ich verstehe auch nicht, wieso SIE die innerparteiliche diskussion beweislos auf eine angebliche konkurrenz dieser bewegungsinitiativen übertragen?? die süddeutsche zeitung dürfte das nicht!!

3. wäre es zulässig, dass in den findungsphasen beide bewegungen inhaltlich oder programmatisch sich bedeckt halten, eben weil sie sich aus den bewegungen heraus konstituieren w/sollen? so wie #unteilbar ein thema ausspart, kann es passieren, dass es bei #aufstehen die debatte nicht überlebt??

4. wer spricht noch von spaltung? die involvierten jedenfalls nicht. wird hier medial eine selbsterfüllende prophezeiung initiiert? ist ihre auseinandersetzung noch programmatisch, oder schon auf personen fixiert?

5. muss ich mich überhaupt pro oder contra entscheiden, wenn das hauptziel die initiierung einer APO ist?

im übrigen gehe ich mit frau kreutzer: "Das letzte und einzige, was wir nicht brauchen sind das unteilbare Aufstehen üben. Unheilbar dämlich. Alle beide."

Antwort von U. Gellermann:

Bei Aufstehen gibt es diese Passage nicht, aber es aber wird auch nicht von „offenen Grenzen“ geschwafelt. Das beantwortet auch Ihre Fragen 2 und 3.

Von einer (möglichen Spaltung) spreche ich: Wenn zwei Flügel einer Partei in einer fundamentalen Frage versuchen zwei unterschiedliche Bewegungen zu initiieren (und so Truppen außerhalb der Partei sammeln) ist die Spaltung nicht fern.


Am 04. Oktober 2018 schrieb Heinz Schneider:

@albrecht storz

Offen ist das Gegenteil von geschlossen.

Offen ist: offen für Veränderung

TINA ist das Gegenteil von offen.

Eine offene Gesellschaft wäre für mich: globaler Kommunismus.


Am 04. Oktober 2018 schrieb Albrecht Storz:

Herr Schneider,

"Das Befürworten einer "offenen und freien Gesellschaft" (1) kann nicht als Grund herhalten. Wer ist schon für das Gegenteil, außer den ganz Rechten?"

Was ist denn eine "offene Gesellschaft"? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass der Milliardär Herr Soros entsprechende Gedanken auf der Basis von Popper entwickelt hat, und viel Geld in diese Idee investiert.
"Offene Gesellschaft" ist mE ein freies Experimentieren an Gesellschaften nach wissenschaftlichen Methoden: und wenn die Ratte nichts mehr taugt wird sie entsorgt.

Was ist denn für sie konkret und verbindlich eine "offene Gesellschaft"?


Am 03. Oktober 2018 schrieb altes Fachbuch:

@ den galeristen:
nun haben sie ja am 16.10. eine illustre runde beisammen.
vielleicht können sie folgende fragen mitnehmen:

k. jotter spricht in diesem radiointerview aus, was ihre meinung zu frau lompscher etwas relativiert: nicht die regierung (also die gewählten) regieren, sondern die verwaltung!?? https://www.youtube.com/watch?v=sio_0AgMPz0 ab 10.minute
k.jotter steht für #aufstehen oder die #unteilbaren?

pedram shahyar steht für attac!! diese wiederum sind bei #unteilbar gelistet!

harri grünberg hat bei gründung von #aufstehen von dem langfristigen ziel gesprochen, das potenzial dieser bewegung in wählerstimmen FÜR die PdL umzumünzen!!! wenn grünberg konsequent IHRER argumentation folgen würde, müsste er jetzt nicht die PdL verlassen??
https://www.rationalgalerie.de/kritik/harri-gruenberg-fuer-eine-linke-sammlungsbewegung.html

werden sich shahyar und grünberg bei den von ihnen konstruierten widersprüchen überhaupt vertragen?? oder kommen die gar nicht mehr, wenn die von der hiesigen debatte wüssten?

gilt ihre antwort auf die 2.frage auch für die FRAKTIONSvorsitzende, denn DIE war kern meiner frage!?

was genau sammeln sie, wenn sie hundert(e) bewegungen gut heißen??

zu gern möchte ich die antworten ihrer gäste erfahren!

Antwort von U. Gellermann:

Sie sind argumentativ auf der Flucht: Hält man ihren Einwänden etwas entgegen springen Sie schnell zum nächsten Thema. Das ist für einen Dialog unproduktiv.

Die Überschrift von #Unteilbar lautet: „Für eine offene und freie Gesellschaft –
Solidarität statt Ausgrenzung!“ Liest sich süffig. Die Verbindung von „offen“ und „Grenzung“ ist nicht unabsichtlich. Denn das ist das zwischen den unterschiedlichen Fraktionen von Wagenknecht und Kipping strittige Thema. Zumal die #Unteilbaren kein Wort zu den Fluchtursachen formulieren. Die aber genau sind das zentrale Thema. Wer darauf verzichtet, die zu erwähnen, der spielt das Spiel der Herrschenden.
Jenseits der EU-Grenzen warten noch ein paar Millionen Menschen, um sich aus ihrem Elend durch Flucht zu erlösen. Um ihren geraubten Rohstoffen hinterher zu reisen oder die Länder der Waffenlieferanten zu besuchen, die Quelle ihres Kriegselends sind. Um dort die Abfälle der Extraprofite in Form von Asyl zu finden.
Wie viele dürfen noch über die offenen Grenzen kommen? Zwei Millionen, drei, alle? Wer bei Verstand ist, weiß: Um den Bestand der Gastländer, aus denen das Elend der Fluchtländer kommt zu sichern, um Hilfe dauerhaft leisten zu können, muss man Regelungen für die Flucht finden. Wer das nicht sagt, der macht wohlfeile, haltlose Versprechen, um sich selbst als großzügig und weltoffen darzustellen und zugleich die „Begrenzer“ als nationalistisch Begrenzte aussehen zu lassen. Die Devise solcher Leute lautet: „Lasst uns über Moral reden, nur ja nicht über Geld.“
Solche unheilbaren Schlauberger denken: Unsere Moral kostet ja nix. Falsch. Erstens wird so der Druck aus dem Kampf gegen die Fluchtursachen rausgenommen. Zweitens kann auch ein relativ reicher Staat an die Grenzen seiner Mittel kommen. Und schließlich spielt man so den Rattenfängern der AfD in die Hände. Die man doch angeblich bekämpfen will.
Die neue Bewegung sollte sich schnellsten in #Scheinheilig umtaufen. Das musste mal gesagt werden. So leid mir das auch wegen der vielen anständigen Menschen tut, die unterzeichnet haben und von denen ich manchen kenne und schätze: Erkennt den miesen Kipping-Trick. Flieht aus der Moral-Falle. Erkennt die wirklichen sozialen Verhältnisse.


Am 03. Oktober 2018 schrieb Heinz Schneider:

Die Frage des alten Fachbuchs ist berechtigt: Liegen die Verfasser und Unterzeichner der Aufrufe #unteilbar (1) und "Solidarität statt Heimat" (2) falsch?
Und wenn ja, warum?

Das Befürworten einer "offenen und freien Gesellschaft" (1) kann nicht als Grund herhalten. Wer ist schon für das Gegenteil, außer den ganz Rechten?

Richtig ist, dass mit diesen Versatzstücken für den "american way of life" geworben wird, also für die Lebensweise, die gern als "unsere" bezeichnet und als Vorbild für die Welt beworben wird, aber einen entscheidenden Makel hat: Sie ist, bei Strafe des Untergangs der Menschheit, nicht global verallgemeinerbar.
Mit Recht stellt sich doch Aufruf 2 den „Versuchen entgegen, die Schotten unserer Wohlstandsfestung dicht zu machen". Statt dessen sollen wir uns "den Folgen des westlich-kapitalistischen Treibens" stellen.

Halten wir fest: Wohlstandschauvinismus kann niemals links sein, er ist immer rechts.

Dann folgt das nächste Dilemma: Offen und frei ist der "american way of life" nicht. Diese Auffassung basiert auf der als Freiheit wahrgenommenen Verallgemeinerung des Massenkonsums. Der ist aber ohne Krieg und ungleiche Handelsbeziehungen unmöglich. Heute setzt seine Fortsetzung, wegen des Internets, auch die Schließung der Grenzen für die Armen voraus.

Ohne unsere Befreiung vom Konsumismus ist das Dilemma deshalb nicht lösbar, die Überwindung des Kapitalismus nicht möglich.

Pier Paolo Pasolini hat den Konsumismus als neuen Faschismus erkannt, anders als dieser habe es "der Zentralismus der Konsumgesellschaft geschafft, dass der Konsens zu den herrschenden Modellen bedingungslos und total ist". Die ZEIT fasste Pasolinis Haltung dazu am 5.1.79 so zusammen: Der alte Faschismus hat Menschen liquidiert, der neue Faschismus aber "liquidiert unaufhörlich und offenbar unaufhaltsam die Menschlichkeit".

Wie halten wir ihn noch auf, den neuen Faschismus? Mit geschlossenen oder mit offenen Grenzen?

Eine These: Mit geschlossenen Grenzen nur, wenn wir fähig sind, den Konsumismus schnellstens zu überwinden. Sind wir nicht dazu fähig, sollten wir die Grenzen öffnen.

Antwort von U. Gellermann:

Die Überschrift von #Unteilbar lautet: „Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!“ Liest sich süffig. Die Verbindung von „offen“ und „Grenzung“ ist nicht unabsichtlich. Denn das ist das zwischen den unterschiedlichen Fraktionen von Wagenknecht und Kipping strittige Thema. Zumal die #Unteilbaren kein Wort zu den Fluchtursachen formulieren. Die aber genau sind das zentrale Thema. Wer darauf verzichtet, die zu erwähnen, der spielt das Spiel der Herrschenden.
Jenseits der EU-Grenzen warten noch ein paar Millionen Menschen, um sich aus ihrem Elend durch Flucht zu erlösen. Um ihren geraubten Rohstoffen hinterher zu reisen oder die Länder der Waffenlieferanten zu besuchen, die Quelle ihres Kriegselends sind. Um dort die Abfälle der Extraprofite in Form von Asyl zu finden.
Wie viele dürfen noch über die offenen Grenzen kommen? Zwei Millionen, drei, alle? Wer bei Verstand ist, weiß: Um den Bestand der Gastländer, aus denen das Elend der Fluchtländer kommt zu sichern, um Hilfe dauerhaft leisten zu können, muss man Regelungen für die Flucht finden. Wer das nicht sagt, der macht wohlfeile, haltlose Versprechen, um sich selbst als großzügig und weltoffen darzustellen und zugleich die „Begrenzer“ als nationalistisch Begrenzte aussehen zu lassen. Die Devise solcher Leute lautet: „Lasst uns über Moral reden, nur ja nicht über Geld.“
Solche unheilbaren Schlauberger denken: Unsere Moral kostet ja nix. Falsch. Erstens wird so der Druck aus dem Kampf gegen die Fluchtursachen rausgenommen. Zweitens kann auch ein relativ reicher Staat an die Grenzen seiner Mittel kommen. Und schließlich spielt man so den Rattenfängern der AfD in die Hände. Die man doch angeblich bekämpfen will.
Die neue Bewegung sollte sich schnellsten in #Scheinheilig umtaufen. Das musste mal gesagt werden. So leid mir das auch wegen der vielen anständigen Menschen tut, die unterzeichnet haben und von denen ich manchen kenne und schätze: Erkennt den miesen Kipping-Trick. Flieht aus der Moral-Falle. Erkennt die wirklichen sozialen Verhältnisse.


Am 03. Oktober 2018 schrieb Viola Rühmann:

Sehr geehrter Herr Gellermann, ich lese schon seit langem Ihre Beiträge und finde sie größtenteils wirklich hervorragend. Heute habe ich mich endlich entschlossen, auch einen Kommentar zu schreiben - die les ich am liebsten, denn nirgends prallen unterschiedliche Meinungen so aufeinander.
Ich habe beide Aufrufe gelesen und aus meiner Sicht sind beide nicht geeignet, wirkliche Kräfte zu sammeln. Für beide sage ich, sie sind im System angekommen. Nicht mehr und nicht weniger. Auch der Aufruf von Frau Wagenknecht und Co. ist so schön allgemein gehalten, dass man auch diesen defacto mit gutem Gewissen unterschreiben kann. Das trifft den Kipping - Aufruf noch mehr. Da bin ich in der Bewertung ganz bei Ihnen. Ross und Reiter benennen beide nicht - will ich mich aber links platzieren oder als links angesehen werden, gibt es keinen Schonwaschgang, da muß die Klassenfrage gestellt werden. Was passiert, stelle ich diese Frage nicht, sieht man an der Partei Die Linke überall dort, wo sie mitregiert. Die beteiligten Personen haben im Postengeschachern gewonnen und dienen dem System, welches sie eigentlich bekämpfen wollen, mit einer Unterwürfigkeit, dass es einem schlecht werden kann. Insofern sehe ich beide scheitern, denn wer den Kapitalismus nur ein bisschen bunter machen will, hat die Lage komplett verkannt.
Noch eine Bitte, sofern möglich, nehmen Sie mich doch in Ihren Verteiler auf, damit ich nichts mehr verpasse - Danke.

Antwort von U. Gellermann:

Ab sofort sind Sie im Verteiler.


Am 03. Oktober 2018 schrieb Hans-Joachim Lösche:

Hallo Ulli,
da ich seit einiger Zeit an dem Gesprächskreis NachDenkSeiten teilnehme und am Dienstag den 2.10.18 dein Statement über unteilbar sehr gut fand bitte ich dich mich in den Verteiler aufzunehmen.
Selbstverständlich werde ich auch meinen Beitrag dazu leisten.

Antwort von U. Gellermann:

Danke auch für das freundliche Lob. Natürlich bist Du jetzt Im Verteiler.


Am 03. Oktober 2018 schrieb altes Fachbuch:

die ÄRZTE, v.pispers, böhmermann und tausende prof's und doc's, kultur- und medienschaffende, selbst ein geschasster a.holm liegen falsch!?

UND WER IST DIE OBJEKTIVE BEURTEILUNGSINSTANZ??
ein politischer analyst mit/ohne alte interessenkonflikte mit der PdL (??), und frau buchinger!? pluralistisch abgerichtet halte ich alles für möglich, mein verstand quält sich allerdings mit diesem input;)

deshalb sollten naive fragen erlaubt sein!!

wie tief ist eigentlich eine fraktionsvorsitzende mit ihrer partei verbunden, wenn sie #aufstehen los tritt, aber von der vorbereitung von #unteilbar nix mitbekommen haben will?? ich unbedarfter hirnloser meine, dass #unteilbar nicht in einer nacht und konspirativ zusammen gezimmert wurde, und #aufstehen's versprechen, die spaltung NICHT anzustreben, geradezu hauptantrieb dieser bewegung ist!!

wenn keine sammlungsbewegung eine zuwenig war, wieso sind dann zwei sammlungsbewegungen eine zuviel??

in 2017 hat der "zähneknirscher" noch die PdL zur wahl empfohlen!? was ist passiert? oooops, der lederer, die lompscher, äh..... und noch wer missliebiges will partout nicht vor der kritik der galerie weichen! grrrrrh. ich kann mich erinnern, dass die verlinkung zu wahlprogramminhalten NICHT gewollt war. ergo keine inhaltliche sondern eine persönliche auseinandersetzung??

bin ich froh, dass mir frau buchinger und der galerist die welt erklären!!

Antwort von U. Gellermann:

Ein Versuch Fragen zu beantworten:

1.
Die wichtigste Instanz ist Ihr Kopf.

2.
Falls die Parteivorsitzende der PdL von #Unheilbar nichts mitbekommen haben sollte, gibt es 3 Möglichkeiten:
a) Sie ist autistisch
b) Die Unheilbaren sind sehr geschickt
c) a + b

3.
Weitere 100 parallele und kontroverse Sammlungsbewegungen sind sicher besser als eine.

3.
Der Galerist empfiehlt den Wohnungsmarkt-Profiteuren dringend Frau Lompscher zu wählen. Freunden der Linkspartei-Spaltung ist Herr Lederer zu empfehlen.


Am 02. Oktober 2018 schrieb Eva Klein:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

wenn ich Ihren flotten und sarkastischen Ton in Ihrem Artikel LINKE Spaltung lese, muß ich anheben, dass Ihnen eine Spaltung der LINKEN regelrecht Spaß macht. Das finde ich ziemlich dämlich und unpolitisch.

Antwort von U. Gellermann:

Wenn das so wäre hätten Sie Recht. Denn im Ergebnis einer möglichen Spaltung der LINKEN wäre die politische Landschaft ärmer. Zumal die Positionen in der Partei, die mit Geld und Personal zusammen hängen, alle längst von den eher rechten LINKEN besetzt sind. Aber nicht ich spalte, ich analysiere nur.


Am 02. Oktober 2018 schrieb Hanne Schwerdtfeger::

@Gellermann

In Ihrer Antwort auf meine Frage nach dem Autor von #Unteilbar schreiben Sie: "Leider ja: Es war Dr. Thomas Seibert, der ist Vorstandssprecher des "Institut Solidarische Moderne". Dort ist er gemeinsam mit Katja Kipping im Vorstand."

Woher haben Sie denn diese Info?

Antwort von U. Gellermann:

Auch in diesem Fall gilt der journalistische Quellenschutz. Aber Dr. Seibert kann ja gerne widersprechen.


Am 02. Oktober 2018 schrieb Heinz Schneider:

#Uli Gellermann

Ich bin sicher, dass viele der Unterzeichner des Krefelder Appells auch parteitaktische Motive hatten.

Der DKP und den Grünen hat es sehr genutzt. Andererseits hat gerade die DKP maßgeblich zum Erfolg (im Sinne der Mobilisierung) beigetragen.

Zum Glück.

Antwort von U. Gellermann:

Der Unterschied: Der Krefelder Appel wurde nicht aus taktischen Motiven gegründet. #Unteilbar hat – hinter dem Anti-Rechts-Getöse – nur den Spaltungszweck. Das finde ich ziemlich eklig.


Am 02. Oktober 2018 schrieb Hanne Schwerdtfeger:

Bitte nehmen Sie mich unbedingt in Ihren Verteiler auf! Erneut erfährt man eine wichtige Info (LINKEN-Spaltung) nur von Ihnen und nirgendwo sonst. - Wissen Sie denn auch wer #Unteilbar formulierthat?

Antwort von U. Gellermann:

Leider ja: Es war Dr. Thomas Seibert, der ist Vorstandssprecher des "Institut Solidarische Moderne". Dort ist er gemeinsam mit Katja Kipping im Vorstand.

Natürlich habe ich Sie umgehend und gern in den Verteiler aufgenommen.


Am 02. Oktober 2018 schrieb Heinz Schneider:

Nachdem sich die meine Erinerung an den Krefelder Appell zu Wort gemeldet hat, habe ich den "Unteilbar" Aufruf nochmals gelesen, mit meinen damaligen Augen gewissermaßen.

Jetzt finde ich ihn vollkommen in Ordnung.

Meinen Beitrag vom 29.9. hätte ich jetzt nicht mehr geschrieben. Dieser Beitrag meint eigentlich Andere.

Diese Einsicht ist auch Christel Buchingers Verdienst.

Und: Nördlich und Südlich der Ruhrautobahn wird man Menschen mit unterschiedlichen Argumenten gegen den Neoliberalismus aktivieren müssen. Das sehe ich dann anders als Christel Buchinger.

Das Einfache: Im eigenen Interesse sollten klare Mehrheiten gegen den Neoliberalismus sein.
Das Schwierige: Viele von ihnen wissen mit dem Begriff nichts anzufangen.
Die Wahrheit: Ist also immer konkret.

Haben wir heute nur noch die Wahl zwischen einem rechten und einem linken Populismus, um zu mobilisieren?

Ich denke: Ja.

Antwort von U. Gellermann:

Der gravierende Unterschied zu Krefeld: Den konkurrierenden 2. Aufruf gibt es aus parteitaktischen Gründen und sein „Kampf“ gegen Rechts ist nur Maskerade. Gut erkennbar am Verschweigen der Fluchtgründe.


Am 02. Oktober 2018 schrieb Pia Hamacher:

Es begann mit dem Vorwurf der rechten Linken gegen Wagenknecht: Sie sei "nationalistisch" weil sie offen über eine Regelung des Flüchtlingselend nachdachte. Dann wurde ihr, vom rechen Flügel der Linkspartei und der "liberalen" Öffentlichkeit, gemeinsam AfD-Nähe vorgeworfen, schließlich fuhr Ulla Jelpke in der Jungen Welt einen Frontalangriff gegen #Aufstehe als noch gar kein Text bekannt war. So schließt sch der Kreis.


Am 02. Oktober 2018 schrieb Ernst Blutig:

Ich seh das gar nicht als Spaltungsprozess. Die neoliberalen Karrierekräfte in der Partei "Die Linke" geben sich zu erkennen. Jede Partei macht solche Filterungssprozesse durch. Fragt mal die sPD. :D

Die "young leaders" sitzen einfach überall drin. Fragt mal die Ditfurth. :D


Am 01. Oktober 2018 schrieb Artur Aschmoneit:

Da gibt es nun zwei größere linkssozialdemokratische Sammlungsbewegungen unter den Hashtags #aufstehen und #unteilbar. Berechtigt und lohnend ist es, sie anhand inhaltlicher Aussagen und der Initiatorinnen unter die Lupe zu nehmen.
Was in der rationalgalerie aber passiert, ist aufgeregtes Einsortieren in bereitstehende Körbchen mit der Aufschrift die Guten (linken? mit Wagenknecht) und die Bösen (rechten? mit Kipping).
Dabei werden zutreffend bedeutsame Leerstellen im Aufruf zu #unteilbar benannt: Akteure bleiben namenlos, ein merkwürdiges „Wir" wird beschworen, es gibt keine Distanzierung von der Verantwortung grüner und SPD-Politik. Doch auch im Aufruf von #aufstehen wird beklagt, daß „der Sozialstaat keine ausreichende Sicherheit mehr gibt“, wird das "gute Erbe der Friedens- und Entspannungspolitik Willy Brandts" beschworen.
Und ist vom Personal her #aufstehen (u.a. Antje Vollmer, Ludger Volmer, Oskar Lafontaine) wirklich glaubwürdiger für Linke als #unteilbar (u.a. Ulla Jelpke, Lutz Pfundner)? Ja, in beiden Bündnissen gibt es Personen, bei denen es schwerfällt, ehrliches Engagement für eine Bekämpfung der Ursachen der sozialen und politischen Misere zu erkennen, die aus konsequent linker Sicht nicht einfach nur „Globalisierung“ und „Neoliberalismus" lauten, sondern unterm Strich schlicht "Kapitalismus".
Das gilt es sauber zu analysieren, dabei aber nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten. Es ist gut, wenn #aufstehen Menschen mobilisieren will, die sich bislang, angewidert von Parteien und deren Machtspielchen, politisch zurückgezogen haben. Genauso richtig ist es, wenn #unteilbar am 13.10. hoffentlich zehntausende Menschen auf die Straße bringen wird, um der rechten Stimmungsmache etwas entgegenzusetzen - so wie die Demonstrantinnen im Hambacher Forst, bei den Seebrücke-Aktionen und nicht zuletzt die streikenden Pflegedienstkolleginnen.

Antwort von U. Gellermann:

Ein „Aufruf“ von AUFSTEHEN liegt noch nicht vor. Kommt er, dann wird in der RATIONALGALERIE dazu sicher ein Artikel erscheinen. Der #Unteilbar-Aufruf spielt mit den berechtigten Ängsten vor einer weiteren Rechtsentwicklung. Er spielt. Er ist widerlich konjunkturell, mehr nicht. Alles wesentliche dazu ist bereits in der klugen Zuschrift von Christel Buchinger (s. u.) formuliert.


Am 01. Oktober 2018 schrieb Christel Buchinger:

Dieser Aufruf reizt mit seiner Gutmenschelei wirklich zum Erbrechen! Aber die Kipping-Riexinger-Fraktion hat dieses breite Bündnis nicht zustande gebracht. Das ist eine Nummer zu groß für sie. Und schon gar nicht hätte sie es als Antwort auf "Aufstehen" hinbekommen. Nein, es ist eher so, dass das Schicksal ihnen in die Hände gespielt hat. Hinzu kommt: viele UnterzeichnerInnen haben des Wesen dieses Aufrufs sicher nicht durchschaut; sie wollen ein Zeichen gegen rechts setzen. In Wirklichkeit ist diese Veranstaltung aber dazu da, die Mehrheit wieder hinter das westliche Kapitalismusmodell zu versammeln. "Lasst uns den Kapitalismus verschönern!", das ist das Versprechen. Dazu braucht man Ruhe im Karton und keine Aufsteher. Für wen die Verschönerung? Für uns, den Mittelstand, die Bildungsbürgerlein, Beamten, Aufsteiger! Um die Hungerleider aus der Dritten Welt geht es nicht, sonst müsste man das System in Frage stellen und die Profiteure beim Namen nennen. Daher ist dieser Demo-Aufruf auch für was gut: er macht deutlich, wo dieser Teil der Linken hingehört: zum vom Neoliberalismus profitierenden Mittelstand, sonst würde man nicht gemeinsam mit Künast und Trittin unter einem Aufruf stehen.


Am 01. Oktober 2018 schrieb Karola Schramm:

Zu Herrn Schneider:
"Proletarier aller Länder vereinigt euch" hat Marx sehr diktatorisch durchgesetzt. Erst sollte es heißen, noch mit dem französischen Arbeiterverein "Bund der Gerechten" - "Alle Menschen sind Bründer" was von Marx und Engels strikt abgelehnt wurde. Quelle:www.marx200.org

Den letzten Satz nach dem Gedicht von Lutz Jagoda kann ich voll bestätigen. Den sollten sich die Linken an den Spiegel hängen. Aber leider ist es meistens so, dass die, die es nötig hätten, sich nicht angesprochen fühlen.

Antwort von U. Gellermann:

Marx begriff die Proletarier zur Recht als Mehrheit, war also sehr demokratisch.


Am 01. Oktober 2018 schrieb R. R.:

Noch was zu #unteilbar,

der Aufruf geht völlig am Thema vorbei. Rassismus, Antisemitismus und Religionsfreiheit werden thematisiert.

Das eigentliche Problem jedoch ist der Kapitalismus. Und der ist auch die Ursache für die o.g. Themen. Und auch alle Weiteren.


Am 01. Oktober 2018 schrieb Marc Britz:

Lieber Uli, bitte erlaube mir die Galerie zu nutzen, um angesichts der brutalen Spaltungsversuche durch Kipping und Co. einige Vorschläge an AUFSTEHEN loszuwerden. Per e-mail kommt man bei denen nämlich nicht durch...

Mit UNTEILBAR kommen alle Ur-Probleme von Aufstehen ans Tageslicht: Es war 1.) von vornherein zu erwarten dass die Neo-Liberalen Kräfte der Linkspartei das von Wagenknecht und Lafontaine unterbreitete Angebot aus den von Uli trefflich ausgeführten Gründen nicht annehmen würden. UNTEILBAR ist die unverholene Kampfansage. 2.) AUFSTEHEN hat keinen parlamentarischen ?Wirt? an den sie sich ausschliesslich und mit dem ausdrücklichen Ziel der Übernahme anhängen kann. AUFSTEHEN hat 3.) immer noch kein klares Programm und 4.) auch keine Führungskraft, die diese Rolle auch tatsächlich öffentlich und mit Nachdruck übernehmen will. Dazu kommt 5.) eine desaströse Medienpolitik.

Zu Punkten 1.) und 2.): Weil die Neo-Liberalen Kräfte in Wagenknechts und Lafontaines eigener Partei kein Interesse an der Mitarbeit zeigen und im Gegenteil sogar zur offenen Konfrontation übergehen, und weil die selben Kräfte in der SPD und bei den Grünen eine Einflussnahme höchstwahrscheinlich mit ähnlichen Mitteln zu vereiteln suchen werden, ist es dringend nötig schnellstmöglich eine EIGENE parlamentarische PARTEI zu gründen. Eile ist geboten, weil die derzeitige Regierung vor dem Kollaps steht und dann eine neue AUFSTEHEN-PARTEI zur Wahl stehen müsste. Wenn nicht, wissen wir an wen die nächste Runde geht.
Zu Punkten 3.) und 4.) AUFSTEHEN muss aufgrund der gebotenen Eile dringend aufhören da Basis-Demokratie zu spielen, wo keine nötig ist (Was nicht heissen soll, dass sie generell unnötig ist). Wagenknecht muss ihren Führungsanspruch klarmachen und endlich das Program vorstellen, welches ohnehin bereits in der Schublade liegt. Wagenknecht ist mehr als geeignet für diese Rolle. Sie ist eine der wenigen Politikerinnen, welche in der Bevölkerung aufgrund ihrer inhaltlichen Kompetenz über die Lager hinweg respektiert wird und als integer betrachtet wird.
Zu Punkt 5.) Dass die Website von UNTEILBAR rein funktional jene von AUFSTEHEN schlägt ist alleine ein Skandal. AUFSTEHEN braucht eine einfache, gut funktionierende, leicht zugängliche Medienmaschine mit grösstmöglicher Unabhängigkeit von den exklusiven, gewinnorientierten Datenkraken der US- Techgiganten. Website plus Abstimmungsapp. Fertig. Und einen limitierten Zugang. Allerdings keinen der auf der Technik beruht, sondern einen ideologisch bestimmten: Daher noch kurz etwas zum Programm: Mitgliedschaft in der Partei sollte eine eidesstattliche Erklärung zum Einverständnis über die Kernpunkte vorraussetzen. Das hat sich bei der Corbynschen Übernahme von Labour als äusserst wirksam herausgestellt. Zudem hat eine solche Erklärung eine Filterfunktion: Einflussnahme von Rechts wird zumindest ideell direkt unterbunden. Meiner Ansicht nach sollte diese Erklärung gleich die Gretchenfrage enthalten: Sag mir wie Du?s mit der NATO hältst.
Trotz aller gegenteiligen Anzeichen wünsche ich AUFSTEHEN weiterhin jenen Erfolg, den die gegenwärtige politische Situation in diesem Land eigentlich unbedingt erforderlich macht.

Antwort von U. Gellermann:

Zu befürchten ist, dass die AUFSTEHEN-Leute beratungsresistent sind. Bisher habe sie nicht nicht mal eine öffentliche Stellungnahme zu #Unteilbar abdrücken können. Mein alter Vorschlag ist: Eine Sammlungsbewegung sollte Bewegungen sammeln. Aber mit der außerparlamentarischen Opposition kennen sich leider weder Wagenknecht noch Lafontaine aus.


Am 01. Oktober 2018 schrieb Susanne Kreuzer:

# Heinz Schneider
Die SPD hat bisher auf Bundesebene jedes politisches Dealangebot mit der LINKEN nicht angenommen. Historisch gesehen sogar im Gegenteil. Aber lieber spät als nie, warten wir es ab.
Außerdem muss ich mich ein wenig korrigieren: Weder unter den Erstunterzeichnern UNTEILBAR noch unter den Gründungsmitgliedern ist DIE LINKE federführend dabei gewesen, die linken Politikern sind erst später (Weitere Unterzeichner) hinzu gekommen. Und natürlich sind auch so Trittbrettfahrer wie Klaus Lederer u.a. dabei. Traurig, wie wenig linke Politik in Berlin gemacht wird.

Antwort von U. Gellermann:

Rund 20 z. T. prominente Funktionsträger der Linkspartei haben bei #Unteilbar unterschrieben. Wer Parteien kennt, der weiß, dass so etwas nicht ohne Absprache geschieht. Der Tenor des Aufrufes entspricht der seit Monaten laufenden Attacke des Kipping-Flügels gegen Frau Wagenknecht: Deren Position sei eine unsolidarische (nationalistische) Ausgrenzung der Flüchtlinge. Zufall?


Am 01. Oktober 2018 schrieb Martin Messer:

@ Karin Cybulla:
Nicht nur die linken Sites sind in tiefes Schweugen zum Thema #Unteilbar verfallen. Weder Frau Wagenknecht noch Herr Lafontaine sagen ein Wort zur Konkurrenz-Initiative. Das ist geradezu unpolitisch.


Am 01. Oktober 2018 schrieb Heinz Schneider:

@Karola Schramm
Ohne dieses verkitschte platte"Proletarier aller Länder vereinigt euch" hätte ich mich nie politisch engagiert.
Und ich meine, dass die ganze Welt vom Neoliberalismus befreit werden muss.
Ohne die unbedingte Verteidigung der nationalen Sozialstaaten gelingt das nicht.

Einig könnte ich mit Ihnen über Wolfgang Streecks Satz werden: "zu den Lehren gehört, ...das Kosmopolitismus auf Kosten der kleinen Leute selbst mit neoliberalen Drohungen nicht durchsetzbar ist, und dass man den Nationalstaat nur mit seinen Bürgern öffnen kann und nicht gegen sie."

Lassen wir doch Lutz Jahodas phantastischem letzten Satz mal in Ruhe auf uns wirken.


Am 01. Oktober 2018 schrieb Ingrid Böhm-Duwe:

Da verteidigen Kipping und Co. ihre eigenen Schäfchen - sprich: Daseinsberechtigung als Etikettenschwindler - gegen die böse Sahra.

Die Zeit WIRD über kurz oder lang reif sein, dass eine neue Partei aus der Sammlungsbewegung mit und unter Wagenknecht entsteht. Denn unter Kipping und Riexinger ist die LINKE zu einem Päckchen verkommen, wo nicht drin ist, was draufsteht. Eben ein Tarnetikett!


Am 01. Oktober 2018 schrieb Heinz Schneider:

#Susanne Kreuzer
Ich stimme Ihnen als Kommunalpolitiker im Wesentlichen zu. Nur halte ich "Aufstehen" für die wohl letzte Chance, eine Linke Hegemonie wieder zu erringen. SPD und LINKE sind ja bislang gescheitert. Ohne linke Hegemonie aber keine linke Politik.
Ohne starke Vertretunegn in den Kommunen aber kann weder linke Hegemonie erhalten noch linke Politik umfassend gestaltet werden.
Dazu sollten SPD und LINKE sich zusammenschließen. Diese Partei wäre dann in den Kommunen Ost und West verankert wie keine Andere. Wir könnten gestalten -nach dem Ende des Neoliberalismus.

Die Auseinandersetzungen in beiden Parteien sind keine Kopfgeburten der Führungen, sondern Ausdruck vorhandener Strömungen. Das muss sich neu sortieren, es braucht auch eine klar antikapitalistische Partei.


Am 01. Oktober 2018 schrieb Hella-Maria Schier:


Offensichtlich ist der Flügel der Linken um Kipping und Riexinger schon seit längerem au dem Weg, den SPD und Grüne vor ihm gegangen sind. Bereits kurz nach dem Krieg begann das amerikanische und vor allem durch die CIA betriebene Projekt, die linken Kräfte Deutschlands durch Unterwanderung und gezielte Verlockungen als antikapitalistische Gefahr zu neutralisieren und sie möglichst ideologisch so umzuformen, dass sie letztendlich die transatlantischen Freiheitsvorstellungen transportieren. Nun feiert dieses Projekt gerade seinen erfolgreichen Abschluss.
Ich fand es interessant, zu beobachten wie nacheinander beinahe allen bislang als links verstandenen Inhalten in der einen oder anderen Variante das 'rechts' Etikett verpasst wurde, angefangen bei 'antisemitischer' Kritik am Finanzkapitalismus und 'nationalistischer' EU-Skepsis - inzwischen sind wir beim 'rassistischen' Sozialstaat angelangt. Wer diese Haltungen vertritt, kann die Linken also nicht mehr wählen, besagt das für den Wähler. - Wen dann, muss er sich fragen, die Rechten? Wo das doch nun alles 'rechts' sein soll ?
Ausgenommen von dieser Rechtsverschiebung verbleiben den Linken somit nur noch die Klimapolitik und das Migrationsthema. Hier dürfen sie sich weiterhin austoben, da aber das Klima eigentlich vor allem Domäne der Grünen ist, stürzen sie sich auf die Zuwanderung. Hier scheint es ihre Aufgabe zu sein, die Nazikeule ziemlich undifferenziert gegen alle Andersdenkenden zu schwingen, vor allem den Widerstand gegen die vom Kapital gewünschte künftige Migrationspolitik unten zu halten, indem sie ihn pauschal als 'rassistisch' diffamieren, und dann diese Rassismuskeule auch auf andere dem Establishment unerwünschte Opposition ideologisch auszudehnen.
Natürlich sind sich nicht alle Parteimitglieder dieser versteckten Agenda bewusst und wollen es vermutlich auch lieber nicht wahrhaben, aber die leitenden Personen müssen es wissen, das ist anders kaum vorstellbar. Sie betreiben die Abschaffung der Demokratie von links, 'extra für Linke', die mit Parolen von AfD und Konservativen für mehr Überwachung und Kontrolle nicht zu gewinnen sind.
Ihr reichlich verteiltes Stigma ist nicht 'Radikal-Muslim' und 'Migrantenschmarotzer', sondern 'Nazi', was den Vorteil hat, das man praktisch alle Abweichler vom 'alternativlosen einzig richtigen Weg' damit aus der Gesellschaft stoßen kann, da ein Hinterfragen einen bereits der Zugehörigkeit verdächtig macht. Gute alte Inquisition...
Dies hat zur logischen Folge, dass die Bedrohung und Abschaffung der Meinungsfreiheit derzeit von 'links' - hier vom Mainstream nicht zu trennen - ausgeht und nicht von rechts. Linke, die gegen die Berufsverbote der 7oer und alle Zensur in Scharen auf die Straße geeilt wären, schauen dieser wirklich sehr alarmierenden fortschreitenden Beseitigung demokratischer Grundrechte mit auffälligem Desinteresse zu. Eine Gefahr wird in der Bedrohung der Meinungsfreiheit von den meisten Linken nicht gesehen - es geht ja vermeintlich 'nur gegen Rechte' und die protestieren dann natürlich.
Einen Heiko Maas ließ man gelassen gewähren, Auftrittsverbote gegen 'Ketzer' wie Daniele Ganser unterstützt man sogar. Wie ist solche Dummheit und Blindheit möglich?
Linke haben, vielleicht als DDR-Erbe, ganz unübersehbar ein demokratisches Defizit mit dem sie sich dringlichst auseinandersetzen sollten.

Antwort von U. Gellermann:

Die DDR wurde von Menschen gegründet, die aus den Konzentrationslägern der Nazis oder aus dem Exil kamen. Hier lag ihr demokratisches Erbe. - Spätestens nach der Vereinigung der WASG mit der PDS zur Partei Die Linke ist sie nicht mehr auf eine Ost-Partei zu reduzieren.


Am 30. September 2018 schrieb Lutz Jahoda:

EIGENTOR
Wenn beim Einwurf der Ball ins Tor rollt,
wird dies vom Schiedsrichter nicht gewertet.
Doch sobald der Torhüter den Ball berührt, muss dies als Eigentor gewertet werden.

Statt sich der Sammlungsbewegung unter Anerkennung der rhetorisch starken und überzeugend argumentierenden Sahra Wagenknecht anzuschließen, wird nun, von drei führenden Persönlichkeiten der Partei DIE LINKE, dem Vernunftsschub eine "Unteilbar-Initiative" in den Weg gekarrt, die leider nichts anderes bewirken wird, als der bislang nur als Schreckgespenst-Schimäre "Spaltung" existierenden "Katastrophe" Leben einzuhauchen.
Als würde es nicht reichen, am Weg der Sozialdemokraten zu erkennen, was in deren Reihen vor hundert Jahren herbeigefehlert wurde, üben sich nun LINKE in ähnlich suizidalen Manövern.
Findet in demokratischer Freiheit zueinander! In Ketten zusammengeführt, seid ihr schon einmal gewesen!


Am 30. September 2018 schrieb Karola Schramm:

Mir scheint, der Spaltungsprozess der Linkspartei hat in 2015 begonnen, als Sahra Wagennecht mit ihrer Kritik an Merkels Grenzöffnung oder Nichtschließung, wie man heute weiß, geübt hat. Da wurde sie zurückgepfiffen und sie hat gehorcht.

Sahra Wagenknecht wäre nicht Sahra Wagenknecht, wenn sie dieses Geschehen einfach so vergessen würde. Sie und Millionen anderer Menschen sehen ja, was so eine unkontrollierte Zuwanderung alles bewirken kann.

Katja Kipping wäre aber auch nicht Katja Kipping, wenn sie ihren verkitschten, platten weltweiten Solidaritätsanspruch nicht verteidigen würde. Dass sie damit auch Angela Merkel schützt und unterstützt, kommt ihr wahrscheinlich nicht in den Sinn. Und wenn doch? Hat sie vielleicht heimlich andere Ambitionen, nämlich die Linkspartei so glatt zu schleifen, dass sie mit der CDU koalitionsfähig wird.

Wagenknecht denkt akademisch analytisch. Ursache und Wirkung.

Kipping hingegen prosaisch rund. Einzelne Schicksale oder Gruppen oder Völker zählen bei ihr nicht. Sie meint die ganze Welt.

Dass jedes Land ganz besondere, für sich eigene Entwicklungsverläufe hat und Zeit und westliche Unterstützung braucht um selber zu wachsen, kann Kipping nicht sehen und akzeptieren. Das Einfachste: Alle können von überall hierher kommen und an unserem westlichen Leben teilhaben. Von Wohlstand kann hier nicht die Rede sein, weil die wenigsten Deutschen in Wohlstand leben.

Wagenknecht sieht sehr wohl die Verpflichtung des Westens anderen Ländern gegenüber und pocht auf Frieden und Entwicklung damit die Fluchtursachen verschwinden. Langfristig die bessere Lösung.

"Solidarität statt Ausgrenzung." Tolle Schlagwörter, die einem um die Ohren geschalgen werden.
Dass es in der Welt immer verschiedene Milieus gibt und von daher nicht von Ausgrenzung gesprochen werden kann, wenn jemand z.B. nicht zu den Superreichen oder Akademikern gehört - so ist er dennoch ein Teil der Gesellschaft, genau wie Arbeitslose, Angestellte, viele andere Gruppen und speziell jetzt zum Thema- Obdachlose. Auch diese gehören zur Gesellschaft. Die Frage ist nur: WIE mit dieser Gruppe, die keine Geldmacht und keine Lobby hat, umgegangen wird. Wird sie zu Sündenböcken gemacht, auf die man ruhig einschlagen darf, weil sie die Verlierer des Turbokapitalismus sind?
"Wer arm ist, hat selber schuld?" und darf ruhig in der Gosse landen? oder baut man diese Gruppen grundsätzlich mit viel Respekt für sie auf in Form von dieversen Unterstützungsangeboten, wie etwa Wohnungs-und Arbeitsbeschaffung, wie es der Sozialstaat gebietet?

DASS sind die Punkte, die die Linkspartei umtreiben sollte: Wächterfunktion über den Sozialstaat, damit er nicht noch mehr abgebaut wird. Wächterfunktion, damit sich keine Demagogen in ihre Partei einschleichen, die die Gesellschaft umbauen wollen. Auch "alles ist eins" der unbegrenzten Zuwanderung bedeutet auch eine grundsätzliche Veränderung der Gesellschaft die die Demokratie in Gefahr bringen könnte.

Wagenknecht und Co. sehen diese Schwierigkeiten des Verlustes des Sozialstaates und der Demokratie und mahnen zur Vorsicht und Regelungen.

Kipping und Co. hingegen wollen ihn voll ausnutzen und nehmen in Kauf, dass er durch Überforderung zusammenbricht, womit gleichzeitig auch die Demokratie gefährlich ins rutschen kommen könnte.

In dem im Mai 2018 erschienen Buch" Wie Demokratien sterben" und was man dagegen tun kann, haben zwei amerikanische Wissenschaftler herausgearbeitet und nachgewiesen, dass Demokratien durch innere Aushöhlung eliminiert wurden. Die Parteien und die Medien, so die Autoren Steven Levitsky und Daniel Ziblatt, seien ihrer Wächterfunktion nicht mehr nachgekommen und hätten mitgewirkt am Untergang der Demokratien.

Antwort von U. Gellermann:

Die Länge der Zuschrift zeigt wie lang Zuschriften nicht sein sollten.


Am 30. September 2018 schrieb Susanne Kreuzer:

Schon über "Aufstehen" konnte ich nur den Kopf schütteln. Da müht sich die Parteibasis, strömungsübergreifend um eine gemeinsame politische linke Handlungsbasis auf langen Parteitagen, macht respektable Kommunalpolitik währenddessen sich die Bundesspitze in kleine Teile zerlegen lässt. Und nun kommt auch noch "Unteilbar". So hält man doch keine Partei zusammen, und schon gar nicht baut man so eine breite linke Basis auf. Es zeigt nur, wie weit Berlin in Fraktion und Parteivorstand sich von der Basis entfernt hat. Himmelsguckerei und Nabelschau. Von beidem ist nicht viel zu erwarten. Die AfD freut sich. Wie kann man so blöd sein und dem braunen Gesocks einen solche Steilvorlage liefern? Mit wem ich auch rede, immer wieder bekomme ich als Gegenargument, warum die LINKE nicht wählbar ist, ihre Zerstrittenheit vorgehalten. Was soll ich da dagegensetzen? Berliner Politiker sind ja wohl völlig verkaffert, sie bekommen ja nicht mehr mit, was die Menschen bewegt. Das letzte und einzige, was wir nicht brauchen sind das unteilbare Aufstehen üben. Unheilbar dämlich. Alle beide.


Am 30. September 2018 schrieb Claudia Schernus:

2003 haben mehr als eine Millionen Menschen an der größte Anti-Kriegsdemonstration in der Geschichte der Bundesrepublik teilgenommen. Da gab es noch Einigkeit - zumindest im Hinblick auf drohende Kriege. Inzwischen ist die Spaltung der Kriegsgegner immer weiter fortgeschritten. Das passt der Rüstungsindustrie doch prima ins Konzept und wird durch die eine oder andere Spende in alle politischen Richtungen forciert. Wer kann noch mit wem? Frau Kipping und Teile der Linken inzwischen eher mit Soros und den Grünen. Wer Kritik an Religion übt, gehört zum abgehobenen Kreis dieser Linken nicht mehr dazu. Das lässt nichts Gutes ahne


Am 30. September 2018 schrieb Heinz Schneider:

#Doris und George Pumphrey
Der Aufruf "Solidarität statt Heimat", dessen Überschrift vollkommen missglückt ist, richtet sich explizit gegen Rassismus. Den Aufstieg des Rassismus leitet er ausdrücklich aus den sozialen Ursachen, aus Sparpolitik und Exportorientierung her. Dass die Initiatoren ihren Aufruf am 19.6. explizit gegen die im September gegründete Sammlungsbewegung gerichtet haben sollen, lässt sich dem Text nicht entnehmen.

Gegen Rassismus richtet sich auch "aufstehen", tritt explizit für die Beseitigung der Ursachen auf der Ebene des Nationalstaats an und zeigt hierfür Strategien auf. Das haben die Initiatoren von "Solidarität statt Heimat" gar nicht beabsichtigt. Also ist es ihnen nicht vorzuwerfen.

Wir müssen schon völkischen Rassismus und Volksherrschaft (demos kratein) auseinander halten, um nicht diesem unsäglichen "Querfront-Geraune" auf den Leim zu gehen (und um richtige hegemonietaugliche Äquvivalenzketten zu bilden). Demokratie ist nämlich weder mit Rassismus noch mit einer Herrschaft der Märkte vereinbar.


Am 30. September 2018 schrieb Albrecht Storz:

So lange die Einheitsfront aus Politik, "freier Presse", Mainstream-Medien und ÖR in der Hand von Kriegstreibern und Rüstungs- und NATO-Agenten ist, ist in diesem Land (und weltweit) mit dem Allerschlimmsten zu rechnen.

Was können wir nur tun? Immerhin hält Gellermann dagegen. Und das müssen wir alle und noch viel mehr tun. (Und keine Angst vor Demos haben, weil uns nachher die Presse erzählen könnte, wir hätten neben einem Nazi gestanden!)

Andernfalls wird der Sack immer mehr und mehr zugemacht.


Am 30. September 2018 schrieb Peter Asmussen:

Lieber Uli, der Aufruf hat doch absolut nichts mit der Partei Die Linke zu tun. Unter den erstunterzeichnenden Organisationen ist diese Partei nicht zu finden. Statt dessen findet man die Namen vieler Organisationen, die Du doch nicht mit Deinem Artikel gemeint haben kannst. Keiner der erstunterzeichnenden Personen heißen Rixinger, Kipping oder Lederer. Wie kommst Du darauf, dass es sich im einen Aufruf der Partei Die Linke handelt?
Siehe: https://www.unteilbar.org/wir/erstunterzeichnende/#bundesweit
Habe ich da etwas übersehen?

Antwort von U. Gellermann:

Lieber Peter Peter Asmussen,

nach einer flüchtigen Durchsicht habe ich in der Rubrik „Weitere Unterzeichner“ folgenden Funktionsträger der LINKEN gefunden (aber vielleicht haben sie sich nur zufällig dahin verirrt):

Katja Kipping ( Parteivorsitzende DIE LINKE)
Elke Breitenbach ( Senatorin für Integration + Arbeit und Soziales – DIE LINKE)
Raul Zelik ( Schriftsteller und Bundesvorstand DIE LINKE)
Anke Domscheit-Berg ( MdB – DIE LINKE – Publizistin
Klaus Lederer – Kultursenator Berlin
Katrin Lompscher ( Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen in Berlin – DIE LINKE
Ulla Jelpke ( MdB – DIE LINKE)
Christine Buchholz ( MdB – DIE LINKE)
Sabine Leidig ( MdB – DIE LINKE – Beauftragte Soziale Bewegungen)
Katina Schubert ( Vorsitzende DIE LINKE – Berlin)
Sylvia Gabelmann (MdB DIE LINKE)
Bernd Riexinger ( Parteivorsitzender DIE LINKE)
Udo Wolf (Fraktionsvorsitzender Linksfraktion im Abgeordnetenhaus v. Berlin )
Wolfgang Ziller (Gerwerschaftssekretär i.R. IG Metall / DIE LINKE, Mitglied Bundesausschuss
Jörg Schinder (Bundesgeschäftsführer DIE LINKE )
Niklas Schrader (Mitglied des Abgeordnetenhauses, Die Linke Berlin
Caren Lay (MdB DIE LINKE
Susanne Ferschl (MdB DIE LINKE.
Bruno Rössel (Jugendpolitischer Sprecher DIE LINKE
DIE LINKE Ortsverband Kreuzberg (DIE LINKE Ortsverband Kreuzberg
Lutz Pfundner (Sprecher Ratsfraktion DIE LINKE, Düsseldorf)
Helmut Kersting (Kommunalpolitiker / Beirat / Die LINKE) – Bremen
Heike Jehnichen (Mitglied DIE LINKE) – Halberstadt, Sachsen-Anhalt


Am 30. September 2018 schrieb Pit Schneider:

@Karin Cybulla
Und WeltnetzTV macht gerade Sendepause.


Am 30. September 2018 schrieb Karin Cybulla:

Sie sind die einzige von den linken Sites, die zu #Unteilbar eine klare analytische Stellungnahmen veröffentlich. "Rubikon" macht wohl Sommerschlaf und Albrecht Müller von den Nachdenkseiten ist wohl vor Schreck in Ohnmacht gefallen. Bitte ehmen Sie mich umgehend in Ihren Verteiler!

Antwort von U. Gellermann:

Und schon sind Sie drin.


Am 30. September 2018 schrieb Joachim Granitza:

Es ist fast nicht zu fassen, wie Kipping, Riexinger, Lederer fleißig und aktiv einen unverwandt volksfeindlichen sich an den Mainstream anbiedernden Kurs fahren, der das linke Potential in Deutschland schwächt. Mit ihrem "Unteilbar" zielen sie auf jenen Teil der Linken, die sich für eine realistische, aber wirklich veränderungswillige Politik in Deutschland engagieren, also und vornehmlich auf Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine und immerhin noch viele andere. Kipping u.a. wollen offensichtlich eine dogmatische linke Einheitspartei alten Stils, die brav den vorgegebenen ideologischen Richtlinien einiger Oberschlauer folgt und über die Köpfe des normalen deutschen Bürgers einfach hinweg reden, die von mir an die Fraktion unterbreitete Vorschläge für eine auch von links machbare Flüchtlingspolitik im Interesse aller Völker, natürlich auch des deutschen Volkes, einfach ignorieren. Diese Kipping-Riexinger-Linke ist nicht mehr wählbar, es sei denn, die Linie von "Aufstehen" setzt sich durch.


Am 30. September 2018 schrieb Doris und George Pumphrey:

Danke für diese notwendige Klarstellung, Uli, die wir voll teilen! Denn zu wenige scheinen zu merken, um was es bei diesem Aufruf wirklich geht.
Übrigens hat die Bewegung #aufstehen schon Auswirkungen: Ursprünglich gab es diesen politisch peinlichen Aufruf „Solidarität statt Heimat“, der sich – selbst nach Bekunden der Initiatoren – explizit gegen die linke Sammlungsbewegung richtete.
Die Initiatoren des Aufrufs #unteilbar haben bereits Konsequenzen aus dem gewaltigen Zuspruch für #aufstehen gezogen und nun – pro forma, oder um noch mehr Verwirrung zu stiften – das Thema Soziales mitaufgenommen. Viele, die aus ehrlichen, humanistischen Gründen am 13. Oktober demonstrieren, wissen nicht, dass das Thema Flüchtlinge und Rassismus nur für einen innerdeutschen/innerparteilichen politischen Kampf missbraucht wird.


Am 30. September 2018 schrieb Petra Reder:

Ihr Artikel trägt nur zur Spaltung bei. Den hätten sie lieber nicht veröffentlicht.

Antwort von U. Gellermann:

Die Galerie ist ein journalistisches Produkt, kein Parteiblatt.


Am 30. September 2018 schrieb Olaf Teßmann:

Diese Spaltung der Linken ist ein Trauerspiel. Die Gaulands und Seehofers
lachen sich scheckig. Es ist zum Heulen.


Am 30. September 2018 schrieb Der vom Helmholtzplatz:

Sie sind beim Namen zu nennen und werden auch vom Galeristen bennannt. Wer? die SektiererInnen und S.(Be)Liebig (MdB) ist auch zu nennen. Es sind diejenigen, die auf was auch immer komm' hinaus (auf alles) eine Beteiligung an einer Bundesegierung anstreben. Sie sind zu benennen, diejenigen, die der Auffassung sind in einer Demokratie sei Machthaber zu sein alles und Opposition wäre nichts; wie im Fussball, the winner takes it all. Schön doof! Diejenigen sind zu benennen denen der Mut fehlt nein zu sagen, und die sich mit ihrer Politik nicht gegen den neoliberalen Wahnsinn stellen. Laurent Louis (ehem. Mitglied im belgischen Parlament) hatte den Mut, Zitat: "... Fuck you...". Diejenigen in der PdL und andere die leider, naiv sind und in dem Quatsch der 'unteilbar-Propaganda' einen Aufbruch, ein anders aufstehen sehen, sehen wollen oder auch nur erhoffen sei gesagt: Auch wenn ich einiges an der brit. Labourparty zu kritisieren habe geht doch Mr. Corbyn den mMn richtigen Weg, z.b. den Weg der Rekommunalisierung der Wasserwirtschaft in GB. Die Partei die LINKE in Berlin, und auch in anderen Bundesländern werden die Polizeigesetze geändert, wählt einen anderen Weg nämlich, z.B. den Weg der Privatisierung der Berliner Schulen, schön doof, aber mit Polizei. Diejenigen, die bei unteilbar unterzeichnet haben sind viele, sehr viele, mit Namen, ein dickes Brett lieber Uli Gellermann. Andrej H. ist auch unter den "Prominenten"(ich lach' mich tot, manche sind gleicher als gleich!) Unterschriften . Lieber Andrej H., falsche Richtung. Es ist besser seine Energie in die Bewahrung des Friedens zu investieren als in den Umgang mit einem Kriegsminister J. Trittin oder dem Malikriegzustimmer aus Berlin Prenzlauer Berg Stefan Gelbhaar B'90 gr.(MdB)

http://www.voltairenet.org/article177439.html.

P.S. Die Spaltung wird kommen


Am 30. September 2018 schrieb Thomas Fricke:

Umgekippt und abgeledert

Umgekippt und abgeledert
Ist die arme Linkspartei,
Und es wird gemoppt, gezetert
Gegen die, die noch dabei,

Die Gerechtigkeit und Frieden
Nicht als leeres Wort verstehn,
Ihnen ist bald nur beschieden:
Maul halt'n oder rauszugehn.


Am 30. September 2018 schrieb Heidi Brühns:

Ich möchte für diesen Artikel herzlichen Dank sagen. Mir hatte es die Sprache verschlagen, mit wieviel Hinterhältigkeit und Niedertracht Kipping, Riexinger und Co gegen Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine intrigieren.


Am 30. September 2018 schrieb Brigitte Mensah-Attoh:

Eine Spaltung
- wäre doch das ALLERLETZTE was DIE LINKE(N)
jetzt brauchen kann/können!! Es gibt zu viel zu verlieren.
Das wichtigste Motiv gegen eine Spaltung aber sollte
doch jedem einzelnen Mitglied bewußt sein:

Wie wirkt sich so eine "Pleite" auf die politische Landschaft aus?
Den Rechten wird damit weiterer Zulauf verschafft!
Ach wie werden sich die BRAUNEN da ins Fäustchen lachen!

Es braucht daher unbedingt SAMMLUNG - KEINE SPALTUNG!
hoffentlich kommt man vor einem solchen Eklat noch rechtzeitig zur Besinnung!


Am 29. September 2018 schrieb Heinz Schneider:

Was ist falsch daran, wenn #unteilbar formuliert: "Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt. Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig. Was gestern noch undenkbar war..., ist kurz darauf Realität"?

Auf den ersten Blick: Nichts. Auf den zweiten Blick: Alles.

"Es findet statt ..was gestern noch undenkbar war?" Wirklich??

"Wenn die demokratische Linke in Europa aufhört, um Hegemonie zu kämpfen, wird Europa im Rechtspopulismus versinken", hat Peter Glotz 1991 geschrieben.

So ist es gekommen, die von Glotz angesprochenen sind darüber hell empört, wollen aber eins nicht sehen: Ihre Verantwortung!

Weil aber der Kampf um Hegemonie voraussetzt, Verantwortliche benennen und ein klare Unterscheidung zwischen politischen Gegnern zu kommunizieren, zeigt der Aufruf vor allem, dass seine Initiatoren nicht im Traum daran denken, diesen Kampf aufzunehmen.

Weil die Linke aber genau wegen dieser Weigerung in der Krise ist, erfüllt das Albert Einsteins Definition von Wahnsinn: Immer dasselbe tun, aber andere Ergebnisse erwarten.

Zuletzt: "Gemeinsam die solidarische Gesellschaft sichtbar machen!" ist Quatsch, diese Gesellschaft ist nicht solidarisch. Also muss es darum gehen, ihren unsolidarischen Teil sichtbar zu machen, damit ihr solidarischen Teil aufsteht!

(das wäre dann eine Äquivalenzkette)


Am 29. September 2018 schrieb Rudolph Bauer:

Sie nennen sich Linke und sind es ebenso wenig wie die AfD alternativ ist - harrend der Ankunft im Anus des Leviathan, wo die Rixingers, Kippings und Lederers unteilbar unheilbar ausgeschieden werden in die Latrinen der Raffgierigen von Kapitalismus, Militarismus und Pseudoliberalismus, ... falls sie nicht doch noch zur Besinnung kommen. Was zu wünschen wäre.
Dank an U. G. für den angemessen zornigen Kommentar.


Am 29. September 2018 schrieb Gabriel Müller-Huelss:

Dieser Artikel bestätigt mir wieder einmal, alles richtig gemacht zu haben, als ich im letzten Jahr erstmals mit meinen damals 56 Jahren eine Bundestagswahl boykottierte. Das Zaudern dauerte lange und die Entscheidung fiel mir sehr schwer, doch es war an der Zeit. Wenn ich heute zurück denke war es wohl der zweitwichtigste Entschluss meines Lebens - nach der Kriegsdienstverweigerung Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, mit der ich, wie man heute sieht, goldrichtig lag.
Der Niedergang des deutschen Parlamentarismus schreitet unaufhaltsam voran und es ist äusserst traurig mit anzusehen, wie selbst die Partei "Die Linke" in diesem neoliberalen Strudel absäuft!


Am 29. September 2018 schrieb dario vo:

Hallo Uli,
für mich geht es bei unteilbar um die Unteilbarkeit der Klasse. Da nimmt der Aufruf Stellung zur Spaltung nach Nationalitäten, zur sozialen Spaltung die durch den Neoliberalismus verschärft wurde und zu den militärischen Lösungen im Äusseren wie im Inneren.
Da ich mich gerade in Niedersachsen in einem Bündnis gegen die Polizeigesetze abmühe und die Einflussnahmen von Sozialdemokraten und Grünen dort hautnah erlebe, finde ich den Aufruf zu unteilbar relativ gelungen. Gut, wenn mache Neoliberale bei SPD und Grünen nicht merken, dass sie selbst gemeint sind, ist dies deren Problem.

Antwort von U. Gellermann:

Wer über Flüchtlinge schreibt aber über Fluchtursachen schweigt, betreibt das Spiel der Herrschenden.


Am 29. September 2018 schrieb Heinz Schneider:

Möge "Aufstehen" vor den Einzelnen und ihren Sozialismen bewahrt bleiben. Dann, und nur dann, wäre die Bewegung in der Lage, mit einiger Aussicht auf Erfolg um ihr zentrales Ziel zu streiten. Das hat Harry Grünberg in seinem Beitrag in 5 Worten beschrieben: Überwindung der Hegemonie des Neoliberalismus!

Seit 30 Jahren haben es jedenfalls weder die sich anbiedernde Sozialdemokratie noch die Einzigen, jeweils wahren Linken, vermocht, diese Hegemonie zu erschüttern. Auch nach dem offenkundigen ökonomischen Scheitern der ganzen Rezeptur in der Finanzkrise nicht.


Am 29. September 2018 schrieb Albrecht Storz:

"Für eine offene und freie Gesellschaft"

Wie heißt es so schön: wer nach allen Seiten hin offen ist kann wohl nicht ganz dicht sein. Und Onkel Soros lässt lieb grüßen.

Und bei "freier Gesellschaft" fragt sich immer: frei für wen? Wir haben Freiheit des Kapitals, des weltweiten, weltzerstörenden Handels, Freiheit für Konzerne Staaten zu verklagen, ihre "Investitionen zu schützen", ..., Freiheit das Wohnen als Profitmaschinerie zu nutzen, Freiheit aus Abgehängten mittels Hartz4, Leiharbeit, Werksverträge, Scheinselbstständigkeit das Maximum herauszuquetschen, ...

Also nochmehr Freiheit geht doch wohl fast gar nicht. Was wollen also wohl diese Unteilbaren? (Kommt mir eher vor wie "Unheilbaren")
Am erschreckendsten ist eigentlich die offene Durchschaubarkeit dieser Aktion. Nämlich als Antagonist zu AUFSTEHEN. Sind die Menschen heutzutage wirklich so dumm? (Da sind etwa 800 Unterzeichner auf der Liste. Sowie ca. 150 bundesweite Organisationen, nochmal soviele "lokale Organisationen" sowie einige "Prominente, Einzelpersonen und Bands". Sollte mal genau analysiert werden. Der Aufruf enthält wohlfeile Worte und durchaus sinnvolle Forderungen wenn auch beliebig in ihrer "Schwerelosigkeit" eines solchen Pamphlets. Kern ist aber ohne Zweifel die fast unverschlüsselte Forderung nach offenen Grenzen, als "offene Gesellschaft" verbrämt. Ohne Zweifel liegt exakt dort die Front zwischen Lattemacchiato und Kohlsuppe.)


Am 29. September 2018 schrieb H. Schachisch:

Ich habe mir auf Ihren Hinweis hin die Unterzeichner von "Unteilbar" angesehen.
Ein illustrer "Haufen". Überraschend für mich: auch "LINKE" wie Lösing und Jellpke sind Unterzeichner. Und wenn ich dann noch all die anderen "Linken" hinzuzähle dann scheint die (vollzogene) Spaltung der Partei "die Linke" nicht mehr all zu fern. Frau Wagenknecht wird wohl von vielen Mitgliedern dieser Partei als die eigentliche Spalterin angesehen. Anders kann ich mir das Verhalten dieser Unterzeichner der "Linken" nicht erklären.

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