Leitfaden zur Leidkultur

Harte Hilfestellung aus Hardheim

Autor: Wolfgang Blaschka
Datum: 15. Oktober 2015

Während die AfD die Kanzlerin als "Schlepperin" verklagt, die bayerische CSU-Staatsregierung dem Bund mit Verfassungsklage droht und SPD-Gabriel eine "Ankommenskultur" von den in Deutschland angekommenen Flüchtlingen einfordert, möchte die 4600-Seelen-Gemeinde Hardheim in Baden-Württemberg gleich von Anfang an Pflöcke einrammen, um klarzmachen, wie es in der "Perle des Odenwalds" zuzugehen hat: Per "Hilfestellung und Leitfaden für Flüchtlinge" sollen den 1000 Ankömmlingen in der verwaisten US-Kaserne echt deutsche Manieren beigebogen werden. In Hardheim geht Willkommenskultur immer noch einen Zacken härter.

"Liebe fremde Frau, lieber fremder Mann!", beginnt der holprig gestopselte Flüchtlings-Knigge bemüht einfühlsam: "Willkommen in Deutschland, willkommen in Hardheim. Viele von Ihnen haben Schreckliches durchgemacht. Krieg, Lebensgefahr, eine gefährliche Flucht durch die halbe Welt. Nun ist es vorbei. Sie sind jetzt in Deutschland". Dann geht es deutsch zur Sache: "Nun liegt es an Ihnen, dass sie [klein geschrieben] nicht fremd bleiben in unserem Land, sondern ein Zusammenleben zwischen Flüchtlingen und Einwohnern erleichtert wird. Eine Bitte zu Beginn: Lernen sie [tatsächlich konsequent klein geschrieben] so schnell wie möglich die deutsche Sprache, damit wir uns verständigen können und auch sie [wiederum klein geschrieben] ihre [dito] Bedürfnisse zum Ausdruck bringen können." Vor allem aber, damit die Adressaten diesen von Rechtschreibfehlern durchwobenen Schrieb überhaupt auch nur ansatzweise entziffern können. Die dazu nötigen Sprachkurse in Deutsch sollten am besten direkt im Rathaus stattfinden.

Weiter im Text: "In Deutschland leben die Menschen mit vielen Freiheiten nebeneinander und miteinander: Es gibt Religionsfreiheit für alle. Frauen dürfen ein selbstbestimmtes Leben führen und haben dieselben Rechte wie die Männer. Man behandelt die Frauen mit Respekt." Aber natürlich nicht nur Frauen. Mindestens ebenso wichtig ist: "In Deutschland respektiert man das Eigentum der anderen. Man betritt kein Privatgrundstück, keine Gärten, Scheunen und andere Gebäude und erntet auch kein Obst und Gemüse, das einem nicht gehört." Denn: "Deutschland ist ein sauberes Land[,] und das soll es auch bleiben! Den Müll oder Abfall entsorgt man in dafür vorgesehenen Mülltonnen oder Abfalleimer[n]. Wenn man unterwegs ist, nimmt man seinen Müll mit zum nächsten Mülleimer und wirft ihn nicht einfach weg." Immerhin zurückhaltend: Mülltrennung und Kehrwoche werden (noch) nicht abverlangt.

"In Deutschland bezahlt man erst die Ware im Supermarkt, bevor man sie öffnet." Offene Ware vom Markt oder im Tante-Emma-Laden ließen sich demnach einfach so mitnehmen? Na-na, hier tut sich anscheinend eine "Gesetzeslücke" auf! Doch dann folgt der Tip fürs Leben schlechthin: "In Deutschland wird Wasser zum Kochen, Waschen, Putzen verwendet." Wer hätte das gedacht?!

Vermutlich kommt in Hardheim nicht mal genießbares Trinkwasser aus dem Wasserhahn vor lauter Reinlichkeitsfimmel und Chlor-Desinfektion. Anscheinend wird Leitungswasser hier nicht getrunken. "Auch wird es hier für die Toilettenspülungen benutzt. Es gibt bei uns öffentliche Toiletten, die für jeden zugänglich sind." Klar, das haben die Römer erfunden, die ja auch in Syrien waren, und überhaupt: "Pecunia non olet", Geld stinkt nicht. "Wenn man solche Toiletten benutzt, ist es hierzulande üblich, diese sauber zu hinterlassen." Hört, hört: Welch analfixierte Reinlichkeits-Ratschläge aus dem blitzblanken BaWü! Händewaschen nicht vergessen!

"In Deutschland gilt ab 22.00 Uhr die Nachtruhe. Nach 22.00 Uhr verhält man sich dementsprechend ruhig, um seine Mitmenschen nicht zu stören." Damit sind vermutlich nicht die deutschen 490 Brandanschläge und Angriffe auf Schutzsuchende bereits in diesem Jahr gemeint, denn die gehen meist still und heimlich vonstatten, verübt von bisher "unbescholtenen Bürgern", wie de Maizière zu berichten weiß. Hauptsache, Rassisten und Nazis machen keinen Lärm beim Anzünden. Hilfeschreie haben nachts zu unterbleiben.

"Auch für Fahrräder gibt es bei uns Regeln, um selbst sicher zu fahren, aber auch keine anderen zu gefährden. (Nicht auf Gehwegen fahren, nicht zu dritt ein Rad benutzen, kaputte Bremsen reparieren und nicht mit den Füßen bremsen)." So halten die gespendeten Turnschuhe nämlich auch deutlich länger. "Fußgänger benutzen bei uns die Fußwege oder gehen, wenn keiner vorhanden, hintereinander am Straßenrand, nicht auf der Straße und schon gar nicht nebeneinander." Das dürfen nur Neonazis im Verein mit "besorgten Bürgern" bei ihren polizeilich geschützten Aufmärschen.

"Unsere Notdurft verrichten wir ausschließlich auf Toiletten, nicht in Gärten und Parks, auch nicht an Hecken und hinter Büschen." Vergessen wurden hierbei allerdings einzelstehende Bäume oder lockere Baumgruppen, Laternenmasten und Verkehrsschilder. Entsprechende Verbotsschilder könnten bei jedem Volksfest angebracht werden, eigentlich an jeder Hausmauer, jedem Gartenzaun.

Dann wird es ganz ernst: "Junge Mädchen fühlen sich durch Ansprache und Erbitte von Handy-Nr. und facebook-Kontakt belästigt und wollen auch niemanden heiraten." Hier scheint der Hase eben im Pfeffer zu liegen. Weil die Mädels nicht mehr heiraten wollen, sterben die Deutschen aus. Am besten, man straft sie durch Nichtbeachtung. Freundliche Ansprache könnte sie nur verwirren. Die "Erbitte" oder das "Erbitten" von Kontaktdaten sind in jedem Fall generell zu unterlassen, da Betteln ohnehin nicht statthaft ist.

"Auch wenn die Situation für sie [schon wieder!] und auch für uns sehr beengt und nicht einfach ist, möchte ich sie [grrr!] daran erinnern, dass wir sie [verdammte Hacke!] hier bedingungslos aufgenommen haben." Selbstverständlich zu unseren Bedingungen, die Sie hier lesen konnten oder auch nicht. "Wir bitten sie [pffh!] deshalb diese Aufnahme wert zu schätzen und diese Regeln zu beachten, dann wird ein gemeinsames Miteinander für alle möglich sein." Aber nur dann! Gegen diese harsche Lokalverfassung liest sich das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wie eine Verheißung, nicht zuletzt auch stilistisch und orthographisch.

Seine herablassenden Benimm-Regeln verteidigt der Bürgermeister Volker Rohm von den Freien Wählern nach wie vor, obwohl er aufgrund massiver Kritik bereits marginale Detail-Änderungen an seiner örtlichen Kasernen-"Verfassung" vornehmen musste. Das hier wortgetreu kursiv zitierte Original (Internet am 6. Oktober 2015) würde garantiert gut ankommen bei den Menschen, die dieses Geschwurbel zum Glück nicht lesen können. Zumal es mit dem Arabischen im Bürgermeisteramt von Hardheim vermutlich noch ärger hapert als mit Deutsch. Ein fröhliches "Salem aleikum, habibi", hätte zumindest ein schlichter Anfang gewesen sein können, um Kontakt herzustellen. Doch genau der ist offenbar nicht erwünscht. Am besten, die Not-Einquartierten lassen sich im Ort gar nicht erst blicken. Im Übrigen spricht man ja bekanntlich sehr gut deutsch in der Gegend. Ob die Integration dieser Gemeinde in die Zivilgesellschaft gelingen wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht war Merkels ermunterndes "Wir schaffen das" doch etwas zu voreilig.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 21. Oktober 2015 schrieb Stefan Westermann:

@Marc Berger

Sehe ich ebenso.

Im übrigen bin ich dafür das Deutschland / Europa etc. völlig Flüchtlingsfrei bleibt.

Jedem Einzelnen sollte es möglich sein in seiner Heimat sein Leben in Frieden, Freiheit und seiner "selbst gewählten" Kultur zu leben. Und wenn "Flüchtlinge" zu uns kommen dann als Touristen welche Deutschland oder Europa kennen lernen wollen.

Was steht diesem Wunsch im Weg? Vor allem die großkriminellen Clique in der USA, Israel und ihren europäischen Vasallenstaaten.


Am 19. Oktober 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

Diese mail wird manchem provokant vorkommen, aber ich kann nur das vertreten, was mir nach gründlicher Überlegung und bestem Wissen richtig erscheint und ich will das nicht zensieren müssen !
Man kann ja Gegendarstellungen schreiben.

Die Anpassungsrichtlinien für Zuwanderer und Flüchtlinge in Deutschland müssten modernisiert werden, sicher, vielleicht ist da auch das ein oder andere machbar.
Aber keine bisher vernachlässigte "Kulturrevolution" von heute auf morgen.
Nun hat man die Bürger, die man hat. .
Jetzt kann man unsere ideologisch unbedarften Provinzler angreifen und sich abfällig über sie erheben.
Das wird ihre Hilfsbereitschaft und Kooperation sicher enorm beflügeln!

Vielleicht sehen manche von ihnen unsere Regierung und die Kriege der USA sogar als die eigentlich Schuldigen an,ich habe das schon von "Spießern" gehört!
Sie suchen eine Alternative.
Können sie sich nach links wenden??
Nein, denn die Linken verspotten sie, weisen sie zurück. solange sie nicht in jeder Hinsicht den Status der porentief reinen weißen Weste von political correctness tragen und in jedem Moment die richtige Sprache sprechen!
Auch das ist eine Form von deutscher Pingeligkeit, die kommt eben überall durch, auch bei den Linken.
Aber wer sich ständig so am Riemen reißt, um ja nichts Unkorrektes herauszulassen, nimmt das schließlich demjenigen übel, dem die Vorsicht gilt - Psychologie!!
Dann kann es kippen!. Verstopft alle Ventile, und die Explosion wird vernichtend.

Unsere Bevölkerung - alias "besorgte Bürger", "Wutbürger", darf nun nicht meckern. Pfui. Gegen die "faulen Griechen" sollte sie das sogar - aber jetzt nicht mehr!
Sitz und Still. Die herrschenden Politiker und Medien bestimmen, wann ihr bellen sollt und was. Nicht wenige empört einfach diese Art der Bevormundung.
Die linken Alternativen wollen euch aber auch nicht hören, sie geben euch einen Text. Dies oder nichts.
Die Rechten ebenfalls, aber sie sind so geschickt, euch erst eine eigene Stimme zu geben. Wenigstens scheinbar.
Für die Regierungseliten seid ihr der dumme Pöbel, für die Linken die Spießbürger, die man verspottet und anklagt.
Das ist Demokratie in Deutschland.

Und jetzt sollt ihr selbstlos und voller Verständnis, selbstverständlich unbeschränkt und ohne besorgtes Nachfragen (verpönt) zu allem Ja.sagen, was Regierung und andere Mächte wie USA und England (für euch) heraufbeschworen haben!:
Nicht gegen letztere richtet sich der Zorn der Demos gegen Fremdenfeindlichkeit!
Keiner erklärt, dass Kriege und Embargo sofort zu stoppen seien , dass eigentlich USA und England Flüchtlinge aufnehmen müssten.
Die Demos richten sich gegen die eigenen Kleinbürger, kaum gegen das Establishment und wo denn gegen die Drahtzieher? Deshalb nehme ich nicht teil.
Wieviel Wut will man in den Bürgern noch erwecken???! Wer wird sich diese Wut gern zu eigen machen? So wächst Pegida und Schlimmeres.
Deutschland "kann" sich angesichts des 3.Reichs nicht weigern, das wissen die anderen Länder auch, damit wird bestimmt kalkuliert. Bitte Realität beachten.

Das Ganze ist zu einer innerdeutschen Auseinandersetzung geworden, obwohl die Ursachen nicht innerdeutsch sind.
Jetzt ist Deutschland mit sich selbst beschäftigt. Die Fronten verlaufen im Land, bis hinein ins Privatleben.
Überhaupt ist die Meinungsfreiheit so eingeschränkt, wie ich es noch nie erlebt habe, ständig muss man aufpassen, was man sagt, sogar was man denkt!
Diese Einschränkung der Freizügigkeit kommt von allen politischen Seiten, auch von links!! Leider!
Wieviel Ehrlichkeit kann so erhalten bleiben?

Aber das ist doch vielleicht genau, was die Eliten wollen!
Teile und herrsche, bravo, es klappt ganz hervorragend, Deutsche gegen Deutsche, so sind sie international ungefährlich jubelt Stratfor. Der internatioale Faschismus ist aus dem Visier verschwunden. Das Volk hält den Mund, damit nichts Falsches rauskommt. Wenn jemand noch Schuld außerhalb Deutschlands sucht, sind das bald die Rechten, worauf die Linken das in ihrer unnachahmlichen Logik sofort unterlassen werden, damit sie nicht als "rechts" gelten, Es lebe Eitelkeit und Dummheit.
LOL, wenns nicht so tragisch wäre.
Selbst im Freundeskreis laufen zunehmend die Fronten. Wie nach oder vor einem Bürgerkrieg.
Man braucht nur bestimmte Knöpfe zu drücken, um die Deutschen zu manipulieren, ich glaube, ich könnte das Spielchen inzwischen auch, vielleicht spielen sie es schon ganz automatisch.
Ich hab von solchen Strategien gelesen - aber das sind natürlich "Verschwörungstheorien".


Am 18. Oktober 2015 schrieb Katja Brockhaus:

Nicht die Hinweise und Verhaltensregeln sind das Problem, sondern die offensichtliche Unterstellung, alle Flüchtlinge wären Barbaren und hätten keine Manieren.

So wenig wie nicht jeder Deutsche Müll an den Autobahnauffahren "entsorgt", seine Frau schlägt, sein Kind missbraucht, an einen Baum u.ä. pinkelt, zu schnell fährt, in Kaufhäusern stiehlt, Steuern hinterzieht, das öffentliche WC verschmutzt hinterlässt, alte Menschen überfällt, Gemüse vom Feld klaut, .... genau so wenig findet man diese Eigenschaften unter Ausländern. Allerdings haben Lebensbedingungen einen hohen Einfluss auf das Verhalten von Menschen. Massenunterkünfte, Perspektivlosigkeit und Langeweile sind Ursachen für asoziales und kriminelles Verhalten.
Ein Knigge für die richtige Aufnahme von Flüchtlingen wäre hier wohl angebrachter: Warme Unterkunft und Kleidung, zügige Hilfe zur Selbständigkeit.
Ganz zu schweigen von einer grundlegenden Änderung der Außen(wirtschafts)politik!


Am 18. Oktober 2015 schrieb marc berger:

Herrn Blaschkas Text mit Herrn Polts Texten zu vergleichen ist schon eine üble Herabsetzung von Gerhard Polt. Der verfügt nämlich über deutlich souveränere und ausgefeiltere satirische Mittel als sich über ein paar zweifelhafte Rechtschreibfehler zu mokieren und einen Text durch hinzugefügte, maßlos übertriebene und dumme Zuspitzungen zu diffamieren. Das geht mit der ziemlich kleinkarierten "Gesetzeslücke" bezüglich der Tante-Emma-Läden los, wird beim Verweis auf die nicht genannte Trinkbarkeit von Leitungswasser genauso albern-oberlehrerhaft wie Herr Blaschka den Hardheimer Bürgermeister darzustellen versucht und gerät dann natürlich völlig ins Propagandistische, wenn - im Grunde nur der bösartigen Unterstellung verpflichtet - behauptet wird, als dürfe man nach 22 Uhr keine Hilfe rufen oder es ginge beim Fahrradbremsen um die Schonung der Turnschuhe. Offenbar reicht Herrn Blaschkas Vorstellungskraft oder auch nur sein Wille nicht dazu, den Sinn in diesen Bemerkungen zu erkennen. Also, kleine Hilfestellung: Es ist nicht gut - weder für fahrradfahrenden Flüchtling noch für angefahrenen Bürger - wenn es zu Unfällen kommt. Weil: Flüchtling ist in der Regel nicht versichert, Personen- und Sachschäden wären also für beide Seiten fatal. Es ist auch nicht gut, auf der Straße zu laufen und vom gemeinen rabiaten deutschen Autofahrer an- oder gar überfahren zu werden. Und dass der Deutsche häufig ein rabiater Autofahrer ist, der gerne so schnell fährt, dass etliche Bremswege länger sind als der Flüchtling denkt - das könnte sogar Herr Blaschka wissen. Weil es langweilig wäre, jetzt jede einzelne dieser Bemerkung zu kommentieren nur noch zu einer: wer schon erlebt hat, wie weit die "freundliche" "Ansprache und Erbitte von Handynummer ..." von meist in der Gruppe agierenden jungen Männern gehen kann, wird sicher verstehen, dass die "Mädels" zumindest diese Herren "nicht heiraten wollen". Da könnte Herr Blaschka sogar ungewollt einmal Recht haben. Obwohl er hier bezüglich der politischen Korrektnis natürlich Ärger von ganz anderer Seite bekommen müsste.

Und zu dem anderen Kommentar: Warum die kleingeschriebene aufnahme von großgeschriebenen Flüchtlingen der kleingeschriebene sieg über kleingeschriebene fundamentalisten sein soll - könnte das bitte mal näher erklärt werden? Ich würde mich ja sehr darüber freuen, verstehe es aber leider nicht.


Am 18. Oktober 2015 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh:

Ich stelle mir lebhaft vor, daß dem rechtschaffenen schwäbischen Verfasser
aus Hardheim /BaWü wohl kaum die Peinlichkeit seines Textes `Hilfestellung und Leitfaden für Flüchtlinge´ bewußt ist.
Obwohl er doch sicher Nächte darüber gebrütet hat! Vermutlich hat er erst von seiner Frau - dann von den Kollegen ( die es ebenfalls nicht besser können), dafür viel Lob und Beifall eingeheimst. Gegen sprachliche Unbeholfenheit aber helfen keine Sprachkurse, auch nicht im Rathaus.

Im Bundesland BaWü existiert der fragwürdige Satz:
"mir kennet älles - außer Hochdeitsch"! Sprachliches Ausdrucksvermögen und Grammatik - ebenso Fehlanzeige. Dieses peinliche Manco wird oft mit rechthaberischem Selbstbewußtsein kompensiert.
Man kann den Adressaten, denen der schulmeisterische Schrieb zugedacht ist,
nur wünschen, daß ihnen einfühlsame Mitmenschen - statt holpriger Knigge - die Eingewöhnung leicht machen.


Am 18. Oktober 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

Ich habe in Berichten von Flüchtlingsheimen Ähnliches gehört, wie Marc Berger berichtet. In einem Ort baute eine Gruppe von hauptsächlich ehrenamtlichen Rentnern in aller Eile eine Unterbringung für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge um.
Dabei mussten schwere Teile transportiert werden. Die Helfer baten die männlichen Flüchtlinge, mal mit anzufassen, aber die dachten nicht daran, laut Bericht liefen sie rauchend auf und ab und beschäftigten sich mit ihren smart-phones.
Direkte Ansprache ignorierten sie. Ich kann nur vermuten, dass in ihrer Kultur derlei Arbeit als "unmännlich" betrachtet wird und sie sich, zumal schon als hilfsabhängiger Flüchtling in ihrem Stolz verletzt, nicht dazu "erniedrigen" wollten - meine persönliche Interpretation., es mag noch andere Gründe geben.
Hier wären in diesen Dingen bewanderte pädagogisch-psychologische Fachkräfte gefragt, die man natürlich erst mal bezahlen muss.
Solch psychologisch interkulturelles Einfühlungsvermögen aber Tag für Tag von nicht ausgebildeten gutwilligen ehrenamtlichen Helfern zu erwarten - ganz zu schweigen vom Rest der Bevölkerung.- , ist völlig unrealistisch und ungerecht.

Wenn man will, dass die Bevölkerung die Flüchtlinge günstig aufnimmt, muss man sie schon auch berücksichtigen und bereit sein, mit ihr zu reden!
Man muss beide Seiten anhören!

Die veraltete deutsche Spießerkultur hat mich auch schon oft geärgert und tut es immer wieder.
Nachtruhe ab 22h, öffentliche Plätze auf denen die Leute abends nicht fröhlich plaudernd beieinander stehen dürfen, weil das die Anwohner noch Blocks weiter beim Schlafen störe - auch wenn sie noch vor der Glotze sitzen.
Balkons auf denen an Sommerabenden tote Ruhe herrscht, weil sonst jemand schreit: "Andere Leute müssen morgen früh arbeiten!" Immer diese puritanische Vorrangigkeit von Ruhe und Arbeit vor dem Vergnügen, das angeblich nicht so wichtig sei....etc.
Hier hätte man schon längst gesetzlich manches geändert, wenn es nach mir ginge. Wie oft war ich da schon verärgert, habe auf Deutschland geschimpft und mich nach Südeuropa gesehnt,das ich sehr liebe mit seiner öffentlichen Lebendigkeit und Lebensfreude!

Komischerweise haben meine sämtlichen Mitbürger, auch linke und moderne, diese Dinge aber bisher nahezu widerspruchslos hingenommen, wenn ich dergleichen kritisierte, bekam ich zur Antwort, man müsse die Dinge nun mal nehmen wie sie seien, es hätte doch keinen Zweck und ich solle keinen Ärger machen und nicht so egoistisch sein....
Nach den 68ern schien sich kaum noch jemand an der deutschen Spießigkeit zu stören, Zeit hätten wir ja gehabt, eine neue aufgeschlossenere, lebensfreundlichere .Kultur zu entwickeln, hinter der wir auch stehen und die wir nach außen vertreten können!
Da hätten wir freiheitlichen Deutschen unsere kulturellen Vorstellung vielleicht durchsetzen können - aber das versandete offenbar.
Und jetzt soll diese deutsch-deutsche Auseinandersetzung in aller Eile auf dem Rücken der Flüchtlingskrise nachgeholt werden??
Das scheint mir keine gute Idee.
Wieso kann noch immer die absolute Sonntagsruhe verlangt werden?
Warum müssen wir überhaupt so früh aufstehen?
Warum fangen die Schulen mit übermüdeten Kindern um 8.00 an, obwohl beweisen ist, dass das zu früh und ungesund für sie ist?

Warum kann Frau Merkel den Tugendkatalog der schwäbischen Hausfrau so gut verkaufen?
Die deutsche Spießigkeit feierte s c h e i n b a r gerade Erfolgsgeschichte in EU und gegenüber Griechenland und mit unserem tollen Export.
Und jetzt sollen die Bürger sich von diesem "Erfolgsrezept"sozusagen verabschieden der Flüchtlinge wegen.
Umso mehr werden sie wahrscheinlich den Flüchtlingen die Schuld daran geben oder sich von Angela Merkel verraten fühlen,die sie erst für ihre "deutschen Tugenden" lobt und diese dann infrage stellt.
Oder sie werden den widersprüchlichen Politikern , die anscheinend nicht wissen was sie wollen,generell nicht mehr vertrauen

.Nach links wenden, werden sich wohl die Wenigsten - von den Linken werden sie ja auch meistens beschimpft.

Wo wir nun die deutschen Bürger haben, wie sie nun einmal sind, und weil wir sie brauchen, sollten wir mit ihnen zusammenarbeiten, mit ihnen reden und ihre Fragen beantworten!
Exzessen von deutscher Spießigkeit sollte man Einhalt gebieten, aber Verständnis für die Probleme der Helfer haben und die Bürger der Kleinstädte, die mit bisher Unbekanntem konfrontiert sind, ansonsten nicht intellektuell überheblich aburteilen!

Das treibt sie sonst garantiert nach rechts!

Und über ein in innere Kulturkämpfe verstricktes Deutschland freuen sich die Interessen, die wir dadurch aus dem Blick verlieren.


Am 17. Oktober 2015 schrieb Detlev Matthias Daniel:

Sein Fett hat Herr Blaschka ja jetzt abbekommen, wohl nicht ganz zu unrecht. Dennoch drängt sich bei dem zitierten Text eine Satire geradezu auf. Er könnte beinahe original der Feder eines Gerhard Polt enstammen. Es sind ja nicht nur die - aus unserer Sicht - überzogenen Klarstellungen, die die Peinlichkeit hervorrufen und die vielleicht für Menschen aus anderen Kulturkreisen nicht so selbstverständlich sind. Es ist der gesamte Duktus, der eine fies freundliche, selbstgerecht herablassende Arroganz zum Ausdruck bringt und das auch noch in einer vollkommen unschuldigen Naivität.

Es ist aber der gleiche Tonfall, der uns aus unzähligen Hausordungen bekannt ist. Besonders aufstoßen tut er uns hier, weil dort für gewöhnlich auf Hinweise, wofür man Wasser zu verwenden hat, verzichtet wird. Das erst macht uns die unterstellte Unmündigkeit sichtbar und diese ruft natürlich nach einem Vormund, einer Führung. Und schwupp - haben wir unseren Herrschaftsanspruch auf diese Menschen ausgedehnt. Uns gehört das Land, ihr seid hier nur Gäste! Vielleicht sollten wir die Grenzüberwachung ausweiten und jedem einreisenden Vogel ein Visum ausstellen, sofern er nicht hier geschlüpft ist.

Wohin das führt, zeigen solche Ansichten wie von Frau Bracke. Nach der Logik unserer Gesellschaft hat sie ja recht, dennoch schaudert es mich. Vielleicht aber - zurück zur "Hausordnung" der Gemeinde Hardheim - ist genau so ein Text der einzig richtige, weil ehrliche. Er zeigt den Menschen, mit was für einer Gesellschaft sie es zu tun haben, - sofern sie ihn verstehen.


Am 17. Oktober 2015 schrieb birgit bracke:

Ja macht euch nur lustig über die Deutschen (Leidkultur?). Diese sichere Burg, mit manchmal grotesken Auswüchsen, werdet ihr noch vermissen, wenn hier eine andersartige Leitkultur herrscht. Liberal kann ich mir leisten, wenn alles paletti ist. Ja, da bin ich großzügig. Für mich herrscht Krieg in unserem Land. Falls ich noch wählen kann, ich wähle immer den Nationalstaat. Über die Bedingungen sollten wir uns absprechen, wählen, ist mir alles recht. Für mich geht garnicht, daß wir überrannt werden. Da hört mein liberales Denken auf. Punkt!!! Auch mein Mitleid hält sich in engen Grenzen. Liberal ist doch diese Willkommenskultur nicht. Sie stülpt mir etwas über ohne wenn und aber! Für mich ist dieser liberale Denkaufsatz der Verrat an unserer Kultur, die auch aus Grenzen besteht. Was ich nicht will, das man mir antut, das füge ich auch keinem anderen zu. Falls es sich um einen nicht gereinigten Hausflur handelt? Nun, ich putze auch nicht gerne den Dreck weg, den andere nicht wegmachen möchten. Kleinigkeiten, ja auch das ist unsere Kultur. Wie gehe ich damit um. Na ich spreche mit meinen Nachbarn, ohne Messer in der Hand. Das nenne ich deutsche Gesprächskultur. Abends trinken wir ein Bier zusammen. Alles klar?

Antwort von U. Gellermann:

Wer vom „Krieg in unserem Land“ spricht ohne zu erwähnen, dass es Kriege sind, die Flüchtlinge erzeugen und das Deutschland an diesen Kriegen beteiligt ist, der ist fast so zynisch wir Angela Merkel.


Am 16. Oktober 2015 schrieb caroline bischoff:

Die aufnahme von Flüchtlingen ist der sieg über die fundamentalisten.


Am 15. Oktober 2015 schrieb Lutz Jahoda:

Ausländer deutsch bellen lehren,
wird nichts Gutes uns bescheren.


Am 15. Oktober 2015 schrieb Marc Berger:

Gratulation! Der Artikel zeigt deutlich, dass der Autor ein noch besserer Deutscher als der Hardheimer Bürgermeister ist, weil er die Rechtschreibung besser beherrscht und außerdem "ironisch" Lücken in der einen oder anderen Aufzählung findet. Und natürlich flotter schreiben kann ... wobei das anredende großgeschriebene "Sie", auf dem er so gern herumreitet, nach der letzten Rechtschreibreform von vielen Schreibern nicht mehr verwendet wird.
Ganz offenbar lebt der Autor aber in einer Gegend, in der es noch keine oder wenige Flüchtlinge gibt. Denn sonst würde er wissen, dass eben diese in unseren Augen normalen Grundregeln vielen Flüchtlingen nicht bekannt sind und es auch deshalb jede Menge Probleme im Zusammenleben gibt. Gerade im supersauberen Schwabenländle, in dem ja auch viele zugezogene Deutsche ihre Anpassungsschwierigkeiten haben, kann ich mir vorstellen, dass dort der Unmut darüber besonders groß ist.
Selbst hier, in der diesbezüglich nicht ganz so spießigen brandenburgischen Provinz, gibt es jede Menge Schwierigkeiten. Wenn etwa der Sportunterricht auf dem Sportplatz von vielen Mädchen verweigert wird, weil sie nicht von gruppenweise dort herumlungernden jungen Männern "begutachtet" und "kommentiert" werden wollen, die ihnen dann nach dem Unterricht in bisher ungewohnt aufdringlicher Weise näher kommen wollen. Wenn eingeweihte Autofahrer nur noch im Schritttempo fahren, weil aus jeder Querstraße plötzlich ein das Fahrrad und die Straßenverkehrsordnung nicht beherrschender Flüchtling auf der Windschutzscheibe landen kann. Wenn im Flüchtlingsheim die Party täglich erst nach 23 Uhr beginnt und der Polizeieinsatz regelmäßig mitten in der Nacht den Nachbarn den Schlaf raubt. Wenn die Stadt dauernd zusätzliche Kosten zu den ja schon nicht unerheblichen Kosten für die Unterbringung hat, weil die sanitären und anderen Einrichtungen im Flüchtlingsheim, im Jugendklub und in von Flüchtlingen bewohnten Wohnungen andauernd repariert oder ersetzt werden müssen. Wenn schulpflichtige Kinder nur - wenn überhaupt - zur Schule kommen, wenn es in die Reisepläne der Flüchtlingsfamilie passt. Wenn im Einzelhandel Gruppen von Flüchtlingen kurz vor Ladenschluss die Einkaufswagen füllen und mit der Bemerkung "Das bezahlt Mama Merkel" das Weite suchen. Wenn Paketboten dafür bestraft werden, daß ausgelieferte Pakete von Versandhändlern an Flüchtlinge nicht bezahlt werden. Wenn der Jugendklub von einheimischen Jugendlichen gemieden wird, weil dort gleichermaßen rabiate wie robuste fremdsprachige junge Männer das Regime übernommen haben.
Und das sind - leider - nur die "harmlosen" Vorfälle.
Herr Blaschka mag ja meinen, daß solche Verhaltensregeln diskriminierend sind. Dann sollte er aber auch erklären, wie man Menschen aus Kulturkreisen, in denen der Umgang miteinander und mit Dingen wie Fahrrädern, Einrichtungsgegenständen etc. offenbar ganz anders gehandhabt wird, "nichtdiskriminierend" beibringen kann, daß das hier anders ist bzw. aus Sicht der meisten hier Einheimischen anders sein sollte? Oder sollten wir deutsche Spießer uns jetzt endlich neuen ungezwungenen Verhaltens- und Umgangsformen anpassen?
Da finde ich dann diesen Versuch der Hardheimer, den Flüchtlingen zu erklären, wie es hier bisher zugegangen ist und hoffentlich auch weiterhin zugehen sollte, ganz vernünftig. Selbst wenn es in Ausdruck und Rechtschreibung noch Steigerungsmöglichkeiten gäbe. Denn häufig wissen die Flüchtlinge wirklich nicht, daß es hier Trinkwasser aus der Leitung gibt, wie man hier einkauft oder sich im Straßenverkehr verhält, daß ein Lagerfeuer in einer Wohnung nichts zu suchen hat etc. Und wenn man ihnen das nicht verrät, dann muß man sich nicht wundern, daß sie sich nicht daran halten. Und da der Bund ja schon mit der Registrierung der Flüchtlinge überfordert ist, bleibt diese Aufgabe auch wieder bei den ebenfalls überforderten Kommunen und Willkommensinitiativen hängen.
Wenn Deutsche in fremde Länder reisen, lesen viele vorher im Reiseführer, welche Fettnäpfchen man bei den Einheimischen vermeiden sollte. Das kann man von auf dem Mittelmeer treibenden Flüchtlingen sicher nicht verlangen. Aber irgendwann und irgendwo muß gerade Menschen, die möglicherweise länger hierbleiben wollen, auch die Chance gegeben werden, zu erfahren, wie hier das tägliche praktische Zusammenleben eigentlich funktioniert. Eine arabische Ausgabe des Grundgesetzes hilft da nicht wirklich weiter. Denn bei aller Begeisterung vieler Flüchtlinge für Deutschland ist der Kenntnisstand über eben dieses angebliche Traumland doch in den allermeisten Fällen durch keinerlei Kenntnis darüber getrübt.
Statt also solche besserwisserische Artikel zu veröffentlichen, könnte Herr Blaschka ja mit seiner gewandten Schreibe und der politischen Korrektnis mal versuchen, den Hardheimern (und anderen Kommunen!) eine "nichtdiskriminierende" diesbezügliche Textvorlage zu liefern ... das wäre doch mal ein sinnvoller Beitrag!


Am 15. Oktober 2015 schrieb Benny Thomas Olieni:

Typische unfreiwillige Behörden-Komik, dieser Leid-Faden. ; - )

Und das alles "auf Deutsch"!

Dazu fällt mir nur der letzte der Paulus-Briefe an die Indianer ein:

"Paulus schrieb den Irokesen:
Euch schreib ich nicht,
Lernt erstmal lesen!"


Am 15. Oktober 2015 schrieb Hans Rebell-Ion:

"Denk ich an DEUTSCHLAND in der NACHT, dann bin ich um den Schlaf gebracht!" (H. HEINE).
Denk ich an DEUTSCHLAND in s e i n e r NACHT, dann bin ich um den Schlaf gebracht!


Am 15. Oktober 2015 schrieb Manfred Ebel:

Manfred Ebel:
"Das alles ist Deutschland!"

Hi, Fremde/r, du, fremd, ich, Deutsch.

"Das Absingen von Liedern zur Unzeit ist strikt untersagt. Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt."

"Betteln und Hausieren verboten"

"Miete ist im Voraus zu bezahlen." Ähm - schon bezahlte Miete wird nicht erstattet oder angerechnet.

Das Blaue Wunder ist das, was ihr Fremden erleben werdet. Der Mann mit dem Helm steht bereit. Wir sind die Meister, die anderen die Zauberlehrlinge und Besen. "Die Bürgschaft" ist eine Satire.
nicht auffallen!, nicht aufdrängen!, Mund, Augen, Ohren zu!

"(Das) alles ist Deutschland!"


Am 15. Oktober 2015 schrieb Hella-Maria Schier:

Tja, etwas übertrieben, dieser Knigge.
Der ist auch mir . als Deutsche, hin und wieder von Chefs oder Vermietern vorgebetet worden, jedenfalls einige Punkte davon, die Nachtruhe ab 22 Uhr z.B. oder von meinen Vorgesetzten: mein Mangel an Pünktlichkeit und mein Hang zur Unordnung.

Ich bin, obwohl Deutsche, alles andere als ein Glanzlicht in puncto deutsche Tugenden und diesbezüglich bis heute chronisch unbedarft. Aber wenige deutsche Freunde in meiner Clique können mit der fast schon militanten Gewissenhaftigkeit unseres japanischen Gruppenmitglieds mithalten...auch unser Pole hat mich schon zurechtgewiesen und erst unsere Östereicherin!

.Zu meinem Frust, als ich mal nach Spanien ziehen wollte, habe ich gehört, dass die Spanier untereinander zwar diesbezüglich angenehm lässig seien, von deutschen Zuwanderern aber deutsche Pünktlichkeit, Ordnung und andere deutsche Tugenden erwarteten!
Eigentlich also schätzt man international diese Eigenschaften! -
Sofern man nicht bizarr übertreibt, finde ich es nicht schlimm, von Ausländern in Deutschland eine gewisse Anpassung an deutsche Gegebenheiten zu erwarten, natürlich mit Nachsicht, weil alles erst gelernt sein muss.
Ich denke, das ist überall so,oder nicht? Dann klären Sie mich auf.
Wenn ich als Deutsche auswandern will, legt man mir schon in Deutschland nahe, die Kultur meines Gastlandes zu achten und mich anzupassen, (DAAD etc.)
Das ist richtig, oder? Mache ich einen Denkfehler? Muss ich das nicht beachten?
Das wäre natürlich weniger Stress....
Oder im Gegenteil noch mehr, weil ich, wenn ich nicht weiß, woran ich bin und wo meine neuen Mitbürger empfindlich sind, unweigerlich schmerzhafte Erfahrungen machen werde?
Dann wäre ich sauer, weil es mir niemand gesagt hat!
Dieser Artikel beschreibt etwas überzogene Umstände - aber ich habe den Eindruck, dass der Tenor so ist, man dürfe den Flüchtlingen überhaupt gar nichts sagen, weil das rassistisch sei. Und dann taucht immer sofort das 3. Reich im Hintergrund auf. Ist es denn so schwer, zu differenzieren?
Ich kann da nicht ganz folgen.Die Flüchtlinge sind sicher keine Sensibelchen, die zusammenbrechen, wenn sie ihr Klo saubermachen sollen!
Ich habe früher längere Zeit in einem Studentenwohnheim mit Studenten aus der ganzen Welt gelebt.
Da musste man auch schon mal entschieden auf den Heimregeln bestehen im Sinne der Gemeinschaft - na und?
Da wir , eine eher linke Studentengemeinde das nicht als problematisch sahen, taten es die Ausländer auch nicht!
Es bedeutete keine Ablehnung.
Der Student aus Afghanistan sollte sich nicht auf die Klobrille stellen beim Pinkeln, und den Fußboden verschmutzen .
Das mochten wir nicht . Wir sagten ihm das, und wir fanden uns nicht fremdenfeindlich, weil wir ihm das sagten. Er auch nicht.
bei anderen kam das schon mal vor, deshalb muss es nicht stimmen.
Andere Länder nennen uns doch auch ihre Regeln, ziehen wir dauerhaft dort hin.. Ich denke, es erscheint den meisten Ausländern normal,dass eine Anpassung erwartet wird .Es sei denn ,man hat ihnen etwas anderes erzählt.
Freiräume, die einem angeboten werden, nützt jeder.
Wir haben jetzt in kurzer Zeit viele Flüchtlinge zu integrieren und zu wenige Helfer. Es erleichtert die Arbeit und erspart allen Ärger, wenn die Neuen erst einmal wissen was den meisten Deutschen halt wichtig ist, wie sie mit ihnen am besten auskommen können. Da sollte man ehrlich sein.
Was ist denn soo schlimm daran?
Wenn jemand in meine Wohnung zieht, sage ich ihm ja auch, was ich brauche für möglichst reibungsloses Zusammenleben.
Später kann man dann manches relativieren und das geschieht auch von allein.
Es heißt bei Auswanderer-Institutionen, Deutsche, die ins Ausland ziehen, hätten dem Gastland gegenüber eine Bringschuld. Nun sind Flüchtlinge keine freiwilligen Auswanderer, aber von unseren freiwilligen Zuwanderern Anpassung zu erwarten, geht ja auch vielen schon zu weit in Richtung Deutschtümelei.
Warum gestehen wir dem Ausland sofort zu,dass es etwas von uns erwarten darf, aber meinen selbst, wie es scheint, nichts erwarten zu dürfen?
Ich bin alles andere als eine Musterdeutsche, aber ich habe grundsätzlich ein Problem, wenn mir etwas unlogisch erscheint.

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