Intellektuelle für AfD

Verstärkung für die Heimatschutz-Armee

Autor: U. Gellermann
Datum: 23. März 2018

Kaum ist der neue Heimatschutz-Minister Seehofer im Amt, sammeln sich auch Opportunisten aus den intellektuellen Rängen zur angeblichen Verteidigung eines Deutschland, das ihnen sonst eher fremd ist. Zu dessen Verteidigung gegen Fremde: Ausgerechnet der Rassist Thilo Sarrazin führt die Unterschriften unter einem Aufruf an, der eine Beschädigung Deutschlands durch "Masseneinwanderung" befürchtet.

Neben Sarrazin finden sich Israels Stellvertreter auf Erden, Henryk M. Broder und der Gebrauchszyniker Matthias Mattussek unter dem Aufruf. Auch Vera Lengsfeld, die einst gemeinsam mit Angela Merkel ihre ziemlich blanken Brüste auf einem Wahlplakat feil bot, durfte nicht fehlen. Da wächst zusammen, was zusammen gehört, könnte man sagen, wäre da nicht auch Uwe Tellkamp, der mit seinem Roman "Der Turm" immerhin ein gewisses Maß an Sprachmächtigkeit bewiesen hat, unter den Unterzeichnern.

Sprachmächtigkeit hat leider nicht immer mit Denkfähigkeit zu tun. Denn wer, wie die Aufrufenden, die Forderung nach der Wiederherstellung der "rechtsstaatlichen Ordnung an den Grenzen unseres Landes" in die Welt setzt, ohne die ständige Verletzung des Grundgesetzes durch Auslandseinsätze der Bundeswehr anzumerken, der will von den Ursachen der „Masseneinwanderung" nicht sprechen und macht sich so zum Komplizen eines Unrecht-Staates, der permanent die Rechtsordnung des eigenen Landes wie auch die Grenzen anderer Länder verletzt. Dass eine CDU-Tante und PEGIDA-Anhängerin wie Angelika Barbe eine ausländerfeindliche Erklärung unterzeichnet, versteht sich, aber wie der durchaus intelligente Blogger Friedemann Wehr unter die Schlau-Füchse geraten ist, mag verstehen wer will.

Denn für schlau halten sich wahrscheinlich viele, die pünktlich zur Inthronisierung des Heimatschutz-Ministers Seehofer eine Gemeinschaft mit denen entdecken, die in Deutschland nichts Schlimmeres sehen als Flüchtlinge: Nicht Hartz Vier, nicht die Bespitzelung von Linken, nicht die Entwicklung zum Überwachungsstaat und auch nicht das Wegsehen, wenn der NSU-Terror marschiert. So markiert der Aufruf schamlos eine Trendwende, die eine Vorahnung der kleinen Koalition von AfD und CDU-CSU erkennen lässt. Der Fuchs ist ein Aasfresser. Und wer sich jetzt, rechtzeitig vor der neuen Koalition seinen Anteil an fauligem Fleisch der neuen Macht sichern will, der hält sich für raffiniert und unterschreibt gern auch in schlechter Gesellschaft.


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 26. März 2018 schrieb altes Fachbuch:

soll ich mich nun mit dem inhalt der "gemeinsamen erklärung 2018" an sich auseinandersetzen, oder bin ich dann schon ein idiot, weil andere missliebige das bereits unterschrieben haben??

wenn ich "merkel-muss-weg" unterstütze, bin ich dann afd-lakai??
wenn jetzt einer der unterzeichner auch noch zum ostermarsch geht, ist der dann schizophren??
broder und matussek haben für "die welt" angeschafft - was soll ich nun nach der logik des artikels über yücel denken??
und ich sehe dieselbe konstellation zum "schweinejournalismus"-vorwurf beim ND: das unpassende eyecatcher-foto macht es aus!! mache ich hier einen affen draus, obwohl das wort "schweinejournalismus" fehlt, obwohl reichlich publizisten, verleger, autoren.... erstunterzeichner sind??
"Wir bitten alle Unterzeichnungswilligen außerhalb der genannten Berufsstände um Verständnis dafür, dass wir den Personenkreis einschränken müssen."
bahnhofstreter und messerstecher im richtigen leben und in den medien,
dem gegenüber statistisches runterrechnen, um eine "phobie" gegen "andersdenkende" auszuleben, hilft da nicht mehr! wieso die attentate und messerangiffe im "reichen westen" und der "aufstand" in neufünfland?? wie viele unterzeichner gäbe es ohne diese selbstbeschränkung??
die denkfähigkeit den unterzeichnern an genau der stelle abzusprechen, wo man den appell"inhalt" mit den auslandseinsätzen der BuWe verknüpft, aber die wahren ursachen der kriege ausblendet, ist irrational und inkonsequent!!

laut impressum zeichnet sich die/der "Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. / Gemeinschaft von Verfolgten und Gegnern des Kommunismus" inhaltlich verantwortlich!!!???
ich sehe hier den versuch, per gleichsetzung "wir-sind-das/ein-volk" von 1989 mit der pegida-bewegung einen "nationalen aufbruch" zu rechtfertigen, um die "spaltung der gesellschaft" abzuwenden, so wie aus "nationaler verantwortung" die groko zusammen gezimmert wurde - und sie werden erfolgreich sein!!! "belegt ist", dass nationalismus und krieg bislang DE nicht geschadet hat, und es sind nicht die dümmsten, die die erklärung unterzeichnet haben:)
ich liebe das (rheinische) grundgesetz:
https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Rheinische_Grundgesetz

Antwort von U. Gellermann:

Viele der Erstunterzeichner der „Gemeinsamen Erklärung“ (s. Artikel) sind Freunde des Rassismus und der Agenda-Politik. Wer mit denen unterschreibt, muss sich leider auch dort einordnen lassen. Und gehört ganz sicher nicht zu den Klügsten.

Falls ich diesen Satz von Ihnen: „"belegt ist, dass nationalismus und krieg bislang DE nicht geschadet hat“ richtig verstanden habe, sollen Faschismus Krieg den Deutschen nicht geschadet haben. Wer eine solche These vertritt ist allerdings ein Idiot oder ein Verbrecher.


Am 25. März 2018 schrieb Karola Schramm:

Antwort zu Michael Rieke.

Ich denke, dass die AfD in der Hauptsache wegen ihres Widerstandes gegen die unzulässige Massenzuwanderung gewählt wird mit der viele Menschen in DE nicht einverstanden sind. Ich auch nicht. Eine andere Partei hat sich auch nicht so entschieden dagegen positioniert, wie die AfD, was ich schade finde. Denn dann wäre eine Wahl möglich gewesen.

Alle anderen Themen die die AfD noch so im Köcher hat, kennen die meisten nicht.

Die Frage ist, ob sie dennoch gewählt werden würde, wenn die anderen Themen, wie z.B. noch stärkere Belastung bei Arbeitslosigkeit, bekannter wären ? Was bringt das Wählen, wenn nur zwischen Pest oder Cholera gewählt kann ?

Antwort von U. Gellermann:

Die AfD ist für die NATO. Das ist Lepra.


Am 25. März 2018 schrieb Heinz Winter:

@Gellermann

Ihre heftige Gegnerschaft zu Herrn Sarrazin begründen Sie mit der Behauptung, dass er Rassist wäre. Zudem sagen Sie auch, dass Sie ihn als „Agenda-20-10-Verfechter" kennen würden. Können Sie das belegen?

Antwort von U. Gellermann:

Der Rassist Sarrazin:

"Die Blutvermischung und das dadurch bedingte Senken des Rassenniveaus ist die alleinige Ursache des Absterbens alter Kulturen; denn die Menschen gehen nicht an verlorenen Kriegen zugrunde, sondern am Verlust jener Widerstandskraft, die nur dem reinen Blute zu eigen ist."

Adolf Hitler, "Mein Kampf"
"Demografisch stellt die enorme Fruchtbarkeit der muslimischen Migranten eine Bedrohung für das kulturelle und zivlisatorische Gleichgewicht im alternden Europa dar.

Thilo Sarrazin, "Deutschland schafft sich ab“.

Der Agenda -Sarrazin:

Als Sarrazin in Berlin Finanzsenator war, habe ich in der Bau-Verwaltung gearbeitet. Von Ihm stammt die Überlegung alle öffnentlichen Angestellten nach Hause zu schicken: „Dann kann ich (!) Strom sparen“.
Bis heute leidet der öffentliche Dienst in Berlin am radikalen Personalabbau zugunsten Privater (Flughafenbau).

Auch dies ist von ihm: "Hartz-IV-Empfänger sind erstens mehr zu Hause, zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster." Während Sarrazin prima Staatspensionen ohne Ende bezog (bis heute) machte er zugleich den großen Kämpfer für den Staatsabbau: Asozial und frech zugleich.


Am 24. März 2018 schrieb Ulrike Spurgat:

Hallo Herr Kreutzer.
In erster Linie wird zu Recht im Artikel darauf hingewiesen, dass man sehr gut hinschauen sollte wo man seine Unterschrift hinsetzt, was man genau unterschreibt, und wer noch so dabei ist.
Nun ja, dass es verschiedene "Erzählungen" gibt, über Ursachen, etc. ist nun wirklich nichts Neues.
Ich würde es beliebig nennen, und sicherlich würde ich eine andere politische Bewertung vornehmen, als sie es tun.
Was sie dem Galeristen unterstellen ist unredlich, unsachlich und schlichtweg falsch.
"Stattdessen Ausgrenzung und ein Krieg der Worte."
Das geht eher in die Richtung jemanden verteidigen zu wollen, und das ist grundsätzlich richtig.
Tatsächlich gehe ich davon aus, was sie eher als lästig erkennen, dass ich ganz sicher überprüfe, welche Außenwirkung mit dem erzielt wird, was ich unterschreibe, aber vor allem stelle ich die Frage: "Wem nützt das.?"
Sie spiegeln den Inhalt des Artikels mit ihrer eigenen Farbe und Bewertung wider, doch ein wirkliches Argument kann ich nicht erkennen.
Im übrigen würde ich niemals meine Unterschrift hergeben, wo ein Herr Broder sich breit gemacht hat.-

Nirgends habe ich eine vergleichbare Seite finden können, wie die der Galerie, die inhaltlich, analytisch, substantiell, Themen bezogen, intellektuell, sachlich mit eindeutiger politischer Positionierung, und einem zutiefst menschlichen Herausgeber, und sicherlich werden sie mir nachsehen, dass ich es anders einschätze, denn einen Angriff auf Friedemann Wehr kann ich nicht erkennen, eher eine gewisse Beunruhigung über politische Entwicklungen im Land, und die Sorge, dass man darauf reinfällt. Und das Artikel so geschrieben werden müssen, um die Neugierde und das Interesse zu wecken versteht sich doch von selbst.
Der Artikel ist wichtig, weil er über den Tellerrand schaut, und jeder bei sich prüfen kann aufmerksam zu bleiben, und zu erkennen, wann denn die "Wölfe im Schafspelz" unterwegs sind.


Am 24. März 2018 schrieb Dieter Kusske:

Ja Sie haben recht. MichaelJ nehme ich zurück, dieser taucht in diesen Kommentaren tatsächlich nicht auf. Trotzdem bleibe ich dabei, hier tummeln sich Pegida- und AfD-Anhänger.


Am 24. März 2018 schrieb Michael Janssen:

Ich finde, Broder, Lengsfeld und Tellkamp gehören sehr wohl in ein Boot. Es eint sie manches. Und Sprachmächtigkeit, das wissen wir doch schon seit Joseph G.´s Zeiten, geht nicht unbedingt mit Vernunft oder Redlichkeit zusammen.


Am 24. März 2018 schrieb Egon W. Kreutzer:

Es gibt sehr unterschiedliche Erzählungen zu den Ursachen der weiterhin anhaltenden und durch die Regierung begünstigten Zuwanderung nach Deutschland. Dass (einzig?) die Auslandseinsätze der Bundeswehr dafür herangezogen werden, ist schon weit hergeholt.
Es ist ebenso weit hergeholt, von jedem, der sich mit anderen solidarisch erklärt, zu fordern, er möge vorher seine Haltung zu Hartz-IV, zum NSU-Skandal, zu Angela Merkels Brüsten und wer weiß was noch alles darlegen, um sich damit das Recht zu erwerben, sein Votum abzugeben.
Doch fürchte ich, dass auch wer gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr ist, wer Hartz-IV abschaffen und die vorschröderischen Sozialgesetze reaktivieren will, wer die NSU-Morde verurteilt und auch sonst noch allen bis hierher unausgesprochenen Forderungen der Gewissenserforschung nachkommt, von diesem Gericht dennoch verurteilt werden wird, sollte er die gemeinsame Erklärung unterschreiben. Allenfalls mit einem Wort des Nicht-begreifen-Könnens verbrämt, wie es Friedemann Wehr hier widerfahren ist.

Und worum geht es?
Doch nur darum, möglichst weit vom glatten Rechtsbruch der Regierung, vom Versagen des Parlaments und der Parteien abzulenken, indem zum Rassisten erklärt wird, wer es wagt, auf geltendes Recht und seine Verletzung hinzuweisen.

Alleine das zuzugestehen, hätte diesen Aufsatz und die darin enthaltenen persönlichen, der Sache nicht dienlichen Angriffe überflüssig gemacht und eine Möglichkeit zum Dialog eröffnet.

Stattdessen Ausgrenzung und ein Krieg der Worte.

Irgendwie erinnert mich das an den Teufel und das Weihwasser.

Antwort von U. Gellermann:

Dass Frau Merkel die Grenzen ohne Plan und Verstand geöffnet hat, ist unstrittig. Und dass Friedemann Wehr ein prima Kumpel war (ich kannte ihn persönlich) auch. Aber dass man sich mit einem Rassisten und Agenda-20/10-Scharfmacher wie Sarrazin (auch den kannte ich persönlich, von unten) in ein Boot setzt, gehört sich nicht: Wer Dreck anfasst, besudelt sich.


Am 24. März 2018 schrieb Gideon Rugai:

Ich habe mir kürzlich eine britische Doku über Hitlers inneren Zirkel (Göring, Goebbels, Himmler, Heydrich und Heß) angesehen. Die ließ zwar tunlichst alles weg was zu zu verschwörungstheoretischen Überlegungen u. entsprechender Hintergrundrecherche führen könnte (Hintergründe des Reichstagsbrand, die Verflechtung internationaler Großindustrie betreffs Unterstützung der Nazis, wie auch Quellen a la Edward Bernais aus deren "Anregungen" heraus die Nazis u.a. ihre seinerzeit hochmoderne Propagandamaschine in Gang gestezt haben). Seltsam war auch der fast bewundernde Unterton über die kalte Intelligenz und Perfidie mit der die Machtübernahme/Gleichschaltung geschildert wurde.
Aber davon abgesehen, las sich das fast wie eine Blaupause mit dem auch heute die ignorant-völkelnde rechte Mischpoke eines verbitterten Kleinbürgertums mit quasi großbürgerlicher Wortführung wieder in die Köpfe der Deutschen schleichen will und entsprechende Ratten aus ihren Löchern kriechen - fast als hätten sie 70 Jahre lang nur auf diesen Augenblick gewartet...

Ansonsten kann ich Ulis Ausführungen nur uneingeschränkt zustimmen - das ist alles einfach nur krank und führt nur zu mehr divide et impera und zu feixender Freude bei den entsprechenden Drahtziehern, aber sowas sprechen ja nur Aluhutträger aus, nicht ?

"Denn wer, wie die Aufrufenden, die Forderung nach der Wiederherstellung der "rechtsstaatlichen Ordnung an den Grenzen unseres Landes" in die Welt setzt, ohne die ständige Verletzung des Grundgesetzes durch Auslandseinsätze der Bundeswehr anzumerken, der will von den Ursachen der „Masseneinwanderung" nicht sprechen und macht sich so zum Komplizen eines Unrecht-Staates, der permanent die Rechtsordnung des eigenen Landes wie auch die Grenzen anderer Länder verletzt."


Am 24. März 2018 schrieb Michael Kohle:

@ Dieter Kusske

Mit der Bitte um Aufklärung und der Aufforderung auf Gegendarstellung und Widerruf

Möge er doch bitte belegen, mit bzw. in welchen Kommentaren der von ihm benannte "MichaelJ" sich als Tummler und Affenfütterer "pro AfD und Pegida" betätigt hat.

In den beiden von ihm erwähnten Artikeln wurden von MichaelJ keine Kommentare eingestellt. Seine getätigten Kommentare zu anderen Themen auf der benannten Plattform in den letzten Wochen und Monaten beinhalten - auch nicht im Ansatz - Inhalte bzw. Äußerungen wie unterstellt.

Antwort von U. Gellermann:

Bin gespannt, denn früher mochte ich den Friedemann Wehr, aber mit Sarrazin unterschreibt man nichts und gar nichts.


Am 23. März 2018 schrieb Michael Kohle:

Und ich dachte immer, AfD steht für Auffangbecken für allerlei Dummdeutsches! Weit gefehlt, das war viel zu eng gedacht, sorry! Erschreckend, wer sich da alles unterschriftsmäßig glaubt(e), outen zu müssen! Wohl wegen des „wachsenden Befremdens“, das sich von tief unten aus den Eingeweiden meldet und nach oben drängt, ein Vorgang der ansonsten nur von brauner Masse bekannt ist?

Was ein läppischer Vierzeiler so anzurichten vermag, einfach oberaffengeil. Da muß „man“ und „frau“ doch glatt mitmarschieren, die Reihen dicht geschlossen auch noch. Die sich selbst als die einzig wahre intellektülle Elite (lt. diversen dieser zuarbeitenden websites) wähnende Schutztruppe für das vor unsäglicher Unbill zu rettende Deutschland.

Alein die crème de la crème, die Liste der erlauchten Erstunterzeichner - momentan vierunddreißig an der Zahl - lässt so manchen Unbedarften wie mich mit durchfurchter Stirn zurück. Die daraus vom Galeristen namentlich mit Erwähnung Belohnten - vier, fünf Hansel - hätten ausreichen müssen, den späteren Lemmingen - soeben gerade noch 604, zügige Verdopplung ist angesagt - den Edelfüllfederhalter aus der Hand zu schlagen. Was mich am Meisten überraschte bei der neulandmässigen Analyse des der unterschriftleistenden Jünger*innen: da tauchten sogar Juristen auf, Rechtsanwälte gar. Jene, die doch immer den Ratschlag erteilen, vor einer Unterschrift erst einmal das Hirn einzuschalten und - falls erforderlich - sich ein Bisschen (mehr) schlau zu machen.

Aber nix da! Stattdessen solidarisiert man und frau sich mit wildfremden Menschen, die angeblich - „friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird.“ Das und die mit wachsendem Befremden festgestellte illegale Masseneinwanderung, war es dann aber auch. Mehr gab es nicht mit dem eigenem Kopfnicken zu bestätigen. Die vorsorglich eingeholte Rechtsberatung - man ist ja unter sich - hat wohl für den worstcase was von „allzu gutgläubigem Mitläufertum“ geschwurbelt. Hat sich ja schon mal bestens bewährt, selbst wenn das Eintrittsdatum auf dem Parteiausweis im Februar 1933 lag.

Aha! Alles nur Mitläufer, völlig unbedarfte noch dazu? Seltsam! Wie heißt es doch so schön auf der Extra-website für die ehrenwerte „Gemeinsame Erklärung“? O-Ton: „Autoren, Publizisten, Künstler, Wissenschaftler und andere Akademiker, die sich dieser Erklärung anschließen wollen, teilen dies bitte mit unter … „! ! „Das haben wir alle nicht gewußt, schon gar nicht ahnen können!“ wird es in dem bereits erwähnten worstcase dann mal lauten. Könnte es, wenn man sich dumm stellen kann.

Aber nur dann! Sich ein Bisschen schlau machen das steht dem Hirn-Adel nicht im Sinn. Und das gibt zu denken. Die sind vielleicht alle bestens informiert darüber, in welcher noblen Gesellschaft man sich so bewegt? Ist doch heute auch ganz einfach, das „Schlau machen“. Nur so zum Spaß so ein paar Info-Fetzen aus dem neutralen, gemeinnützigen Wiki zu dem ein oder anderen der restlichen, noch nicht erwähnten Erstunterzeichner. Da hätten wir doch als Erstes mal den persönlichen Referenten des AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander G. Zufall? Eher nein, vorher zeichnete er als Berater von Frauke P. Dann wäre da noch ein Träger des Gerhard-Löwenthal-Preises, der auch als Moderator für AfD-Veranstaltungen fungieren darf. Oder jener, der sich „als meinungsstärkster Konservativer in Deutschland“ über den grünen Klee loben läßt und dessen Göttergattin - ein Stammgast deutscher TV-Stuhlrunden - sogar noch vor ihm in der Liste auftaucht. Ganze Fähnleins aus einschlägigen Medien wie bspw. der Jungen Freiheit (inkl. Chefredakteur) blähen die Zahl der Altvorderen auf. Wer da nicht alles auftaucht, zum Erbleichen teilweise. Auch der per website nixgut.wordpress.com die Erklärung promotende Unternehmer (vor dem Blogger-Dasein in 14 Jobs erfolgreich unterwegs), auch die Achse-des-Guten ist vertreten, sowie eine den Deutschen Arbeitgeber Verband beratende und auf deren website eigene Artikel einstellende Juristin. Etc. pp.

Ach ja, Gellermann wunderte sich ja noch über diesen Blogger, den er doch bisher für ganz helle eingestuft hatte (der ist allerdings einer der 600!). Er ist - nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung, zugegeben - ein treffliches Beispiel dafür, wie ein blogger via eigenem blog erfolgreich konditioniert werden kann. Im unendlichen Frust über die Götter von früher - in diesem Falle die Sozen - als Konvertit aktiv, egal wohin, Hauptsache nichts linkes Linkes. Mit dieser Entwicklung ist er ja nicht allein, bei den Erstunterzeichnern zeichnete auch eine Dame mit, die einst einmal im „Sog. linksradikalen Blasorchester“ aktiv gewesen sein soll, im „Pflasterstrand“ ihre Spuren hinterließ und zu allem Überfluss auch noch - potzblitz - bei der Friedrich-A.-Hayek-Stiftung lustwandelt.

Wer ist jetzt bei wem auf den Zug gesprungen? Der Heimatschutzminister - sowieso schon blauweiß - jetzt bei der Solidargemeinschaft für den teutonischen Limes, oder anders herum? Selbst Gellermann schwadroniert schon über die kleine Koalition, schwarz-blau. Dummerweise gibt es zu dieser Farbenkonstellation keine Flagge. Und im Bundestag noch keine Mehrheit. Und mit der Koalition „Saurer Apfel“, wie Jamaika auch aus vier widerborstigen nichtsnutzigen Parteien abbildbar, wird es wohl auch nichts werden.

Antwort von U. Gellermann:

Gellermann „schwadroniert“ (daherreden) nie, er vermutet begründet.


Am 23. März 2018 schrieb Dieter Kusske:

Friedemann Wehr (Altermannblog.de)
Für mich ist es keine Überraschung, Friedemann Wehr bei den Unterzeichnern der ?Erklärung 2018? zu finden. Lesen Sie u.a. seine Beiträge: "Wenn das Messer blitzt und die Moschee brennt" oder "Kandel mal nicht durch die ARD-Brille". Schauen Sie sich die Kommentare von „palina", „MichaelJ", „Heli", "Hen Dabazi", "Heidi Press" usw. und die von Ihnen eingestellten Links an. Das Blog, meiner Ansicht nach seit Monaten ein Tummelplatz von Pegida- und AfD-Anhängern. Dem Affen wird hier richtig Zucker gegeben!


Am 23. März 2018 schrieb Lutz Jahoda:

ERLÄUTERUNG

Vieles stört manche erstaunenswert wenig.
Deren Ursachenauslotung ist defekt.
Einäugige unter Blinden sind König;
doch erkennen sie nicht, wo das Grundübel steckt.


Am 23. März 2018 schrieb Christel Buchinger:


was da so ganz nebenbei festgeklopft wird von diesen Herrschaften: es gibt nur ein Deutschland, nur eine Heimat. Und diese Leute wollen bestimmen wie sie aussieht. Meine Heimat jedoch liegt an der französischen Grenze, wir gehören hier geologisch zum Rand des Pariser Beckens, die Leute haben Verwandtschaft in den nahen französischen Dörfern. Ich liebe die Mischung, das Radebrechen in der fremden Sprache, die unbekannte arabische Küche, die französische und italienische sowieso und übrigens auch die jüdische oder israelische. Und die deftige deutsche im Winter besonders. Wir dürfen hier christlich sein und muslimisch und sogar atheistisch.
Zu meiner Heimat gehören dunkle Menschen und helle, arme und besser betuchte. In meiner Heimat kann man streiten, ohne sich zu hassen und einer Meinung sein, ohne sich lieben zu müssen. Die Heimat dieser Superdeutschen, dieser VertreterInnen des christlichen Abendlandes, dieser Mumien ist das miefige, altfaschistische, intolerante, antikommunistische Deutschland der fünfziger und sechziger Jahre, das mir noch heute den Magen umdreht, wenn ich daran zurückdenke. Es ist gottseidank überwunden und ich möchte es nie wieder zurück haben.


Am 23. März 2018 schrieb Kurt Wolfgang Ringel:

Leider gibt es nur eine Heils-Armee auf der Welt. Aber unzählige Un-Heils-Armeen. Für die Menschen/Menschheit wäre der umgekehrte Fall bedeutend wichtiger.


Am 23. März 2018 schrieb Bert Kleinert:

Wie kommen Sie denn auf diesen Satz: "Verteidigung eines Deutschland, das ihnen sonst eher fremd ist" Wieso soll den Unterzeichnern denn das von ihnen angesprochene Deutschland fremd sein?

Antwort von U. Gellermann:

Keiner von denen hat sich je gegen Hartz Vier ausgesprochen, nie den ungleichen Frauenlohn beklagt, ist über Kinderarmut in Verzweiflung ausgebrochen. Das Deutschland der kleinen Leute ist denen fremder als ihre türkische Putzfrau.


Am 23. März 2018 schrieb Gert Wildner:

Es riecht brenzlich: Erst brennen die Flüchtlingsheim, wann die linken Parteibüros?

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