Im Griff der Stiftungen

Die Tagesschau erfüllt Ideologie-Aufträge

Autor: U. Gellermann
Datum: 21. August 2019

Folgte man der gesetzlichen Basis des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, den Staatsverträgen, dann sind die Sender und auch die ARD-Tagesschau zu journalistischer Objektivität verpflichtet. Nachrichten sollten sie senden. Aber immer wieder produzieren Autoren der Tagesschau Meinungen, Tendenz-Meldungen oder pure Ideologie. Ein typisches Beispiel dafür ist eine Meldung, die mit "Die `Wahrheit´aus russischer Sicht" überschrieben ist. Wenn die wenig eleganten Journalisten der Tagesschau das Wort "Wahrheit" in Anführungszeichen setzen, dann soll das ironisch sein, soll die "Wahrheit" in Zweifel ziehen. Wer nach der Überschrift eine Nachricht erwartet, der stösst auf pure Meiunung: "Das Kreml-treue russische Fernsehen verfolgt ein klares Ziel: Dem Zuschauer soll suggeriert werden, dass die Demonstrationen inhaltslos sind und oppositionelle Protestierer nichts weiter sind als Chaoten." Von Nachricht keine Spur, statt dessen Behauptung.

Kein Wunder. Der Autor dieser angeblichen Nachricht, Oliver Soos, aus dem ARD-Studio Moskau, ist nicht nur Mitarbeiter der Tagesschau. Er gehört auch einem dubiosen "Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung" an. Im Netzwerk finden sich die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD), die Heinrich-Böll-Stiftung (GRÜNE), die Robert Bosch Stiftung, das Open Society Institute des Spekulanten George Soros und das Institut für Auslandsbeziehungen der BMW-Stiftung Herbert Quandt. Alles pure Ideologie-Institute. Alles Läden, die ihre eigenen Interessen vertreten, aber nicht die der Tagesschau-Zuschauer.

Oliver Soos versucht, in seinem Beitrag nachzuweisen, dass im russischen Fernsehen über Protest-Aktionen falsch, ungenau oder eingefärbt berichtet wird. Das hat eine gewisse Komik. Denn wer in Deutschland schon mal an Protest-Aktionen beteiligt war und sich anschließend die Tagesschau angeschaut hat, der wird seine Aktion entweder gar nicht finden oder nicht wiedererkennen. Wenn die ARD Protestaktionen überhaupt wahrnimmt, dann berichtet sie am liebsten über "Ausschreitungen" am Rande der Aktionen und übernimmt gern Teilnehmerzahlen der Polizei. Dass Aktivisten von Friedensdemonstrationen zum Beispiel mal selbst zu Wort kommen, ist eher selten.

Der Freund der Stiftungen, Oliver Soos, garniert seine Meldung mit "ausländische Medien", die "kritisieren, dass Menschen festgenommen werden". Wer jetzt endlich klassische Nachrichten erwartet, wer jetzt hofft zu erfahren, welche Medien denn was genau gemeldet haben, wird enttäuscht. Denn Soos tut nur so, als fertige er Nachrichten. In Wahrheit produziert er Meinung. Vielleicht die der Quandt-Stiftung, deren Namensgeber mit und bei den Nazis reich geworden ist.

In einer anderen Meldung versucht die Tagesschau der sterbenden SPD Kränze hinterherzuwerfen: Und man erfährt "Heil will Arbeitnehmer besser schützen". Gemeint ist Hubertus Heil, SPD-Bundesminister für Arbeit und Soziales. Der scheinbare Anlass dieser Nachricht lautet so: "BASF muss dieses Jahr 6000 Jobs abbauen". Verräterisch ist das Wort "muss" in der Meldung. Als ob irgend eine fremde, böse Macht den armen Chemie-Konzern gezwungen hätte, Menschen zu entlassen. Die werden ja auch laut Tageschau nur "abgebaut". Die ARD spricht hier ganz unverhohlen die Sprache der Konzerne. Die bezahlen aber gar nicht die Gehälter der Tagesschau-Redakteure.

Schließlich leidet Thomas Kreutzmann vom ARD-Hauptstadtstudio noch heftig mit dem SPD-Funktionär Heil, denn "Aus Heils Umfeld hört man immer wieder, wie sehr das Zeit raubende Schaulaufen von weniger bekannten Kandidatinnen und Kandidaten für den SPD-Vorsitz an Heils Nerven zehrt." Nachricht? Null. Meinung: 100 Prozent. Und weil es der armen SPD zur Zeit so schlecht geht, stellt Herr Kreutzmann Hoffnungen her: "Der SPD-Politiker (Heil) will, dass Betriebe und Arbeitnehmer gestärkt aus einer wirtschaftlichen Krise hervorgehen." Auch in dieser Nachricht primär Ideologie. Aber für die Verbreitung von Mitleid mit der SPD zahlen die Gebührenzahler ihre Gebühren keineswegs.

Diese und andere Produkte der Tagesschau-Redaktion kennzeichnet die MACHT-UM-ACHT-Redaktion, die Alternative zur Tagesschau mit einem Warnkreuz aus. "Denn kaputte Nachrichten", so Uli Gellermann, "machen Köpfe kaputt. Davor warnen wir." Bei dieser Aktion helfen die Zuschauer der MACHT-UM-ACHT mit ihren Mails. Unter der folgenden Mailadresse DIE-MACHT-UM-ACHT@KENFM.DE können die Zuschauer weitere Vorschläge für Warndreiecke einsenden. Dafür bedanken wir uns herzlich.

Hier geht es zum Video:
https://kenfm.de/die-macht-um-acht-33/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 25. August 2019 schrieb Hanna Fleiss:

Es ist keine neue Feststellung, dass die
herrschende Klasse der BRD, das großbürgerliche Kapital, im Besitz der veröffentlichten Meinung, also der Medien, ist. Und es ist noch klarer, dass die herrschende Klasse ihre eigenen Meinungen veröffentlicht. Es hat keinen Sinn, mittels Petitionen oder gerichtlichen Klagen gegen Falschinformationen beim Staat, der der herrschenden Klasse gehört, dagegen vorzugehen. Von solchen Illusionen sollte man sich völlig freimachen. Für den deutschen Durchschnittsbürger ist es folglich sehr schwer, hinter die Kulissen der Meinungsmache zu sehen. Was wir tun können, die Fälscher von ARD und Co. (es ist ja nicht nur die Tagesschau, sondern die gesamte bundesdeutsche Medienlandschaft) zu entlarven, sind solche Bemühungen, wie sie Ulli Gellermann mit der "Macht um Acht" vornimmt. Sie haben allerdings einen beschränkten Wirkungskreis, da läuft David gegen Goliath an. Die Wahrheit hat es in der menschlichen Geschichte schon immer schwergehabt.

Ich wünschte mir die "Macht um Acht" nicht so statisch, sondern aufgelockert durch O-Töne oder sogar originales Bildmaterial - ungefähr so, wie Schnitzler das gemacht hatte, indem er die veröffentlichte Meinung im Original zeigte und dann den Zuschauer über die wirklichen Verhältnisse aufklärte.
Das ist überzeugender und nimmt der Argumentation den Anschein der Behauptung. Ich könnte mir vorstellen, dass dann sich der Zuschauerkreis erweitern würde, was ich Ulli Gellermann sehr wünsche.

Antwort von U. Gellermann:

Die Verwendung von Original-TS-Material unterliegt der Lizensierung.


Am 24. August 2019 schrieb Karola Schramm:

Wieder ein klasse Artikel von Uli Gellermann.
Ich habe den Verdacht, dass die Journalisten einfach nicht den Unterschied kennen zwischen objektivem Bericht und Meinung. Wenn sie nämlich sagen würden: "Meiner Meinung nach handelt es sich in Russland um... etc. pp." dann wüssten alle, dass es die Meinung des Korrespondenten ist.
Einfach den Hinweis auf die eigene Meinung weglassen, macht ja noch keine Nachricht, die neutral ist.

Ich finde es schade, dass die Meinung, auch wenn es die eigene wäre, so entsetzlich einseitig ist und gleiches auch für die Nachrichten gilt.

Warum kann nicht mitgeteilt werden wie im Fall der Demonstrationen, dass die meisten davon nicht angemeldete oder verbotene waren und auch in Deutschland diese im gleichen Fall polizeilich aufgelöst werden würden?

Das sind alles so halbe Sachen, die da von sich gegeben werden und es ist unendlich schwer in Gesprächen, wenn wiedermal so auf Russland geschimpft wird, dieses richtig zu stellen. Zudem ist Russland nur ein anderes Wort für Kummunisten. Es geht in Wahrheit gegen die Kommunisten! Den Kommunismus! Ähnliches findet ja auch gegen China statt.

Die Idee mit den Warn-Dreiecken bei schlechten Nachrichten ist gut. Doch wer erinnert sich an die Nachricht von gestern oder vorgestern?

Antwort von U. Gellermann:

Es geht nicht primär um die Aktualität. Es geht um die Analyse der Manipulationsmethode.


Am 24. August 2019 schrieb JOB Brauerhoch:

"Kontrolliert die Macht um acht!
Spendet Warnungsbojen!"
Ich finde,das genügt nicht. Könnte man die Tagesschau-Redaktionsleitung nicht wegen Falschaussage zw. Nachrichten-Manipulationvor ein Gericht ziehen, damit endlich die stumme, breitere
Öffentlichkeit davon erfährt, lieber Ulli?

Antwort von U. Gellermann:

Klagen kostet mehr Zeit und Geld als ich habe, der Erfolg ist fraglich.


Am 23. August 2019 schrieb Michael Kohle:

„Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie den Beipackzettel oder fragen ihren Arzt oder Apotheker.“ Seit wievielen Jahren dürfen wir diesen werbezeitverlängernden Anhang an Werbung füer allerlei Überflüssiges vernehmen, auch und gerade im ÖR?

Das in der rundfunkvertraglich auferlegten pflichten Berichterstattung immer öfters auftauchende Wort „Stiftung“ - meist in der Kombination mit den Bertelsmännern - hingegen darf gänzlich ohne Warnhinweis Eingang finden. Dabei wäre es doch wahrlich angebracht, wenigstens folgenden ergänzenden Hinweis endlich zur Pflicht zu erheben. Steht schließlich genauso in §11, Absatz 2 des Rundfunkvertrages:

„Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.“


Am 23. August 2019 schrieb Michael Riecke:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

ich möchte mich herzlich für die letzte "Macht um acht" Sendung bedanken. Ich glaube Herr Trump kann noch viel von unseren Politikern lernen. Er sollte seine Gesetze und Handlungen auch mit so wohlklingenden Namen behaften wie wir es tun. Die Übernahme Grönlands in die USA könnte doch " Greenland freedom Act" heißen. Am besten wenn noch ein Amtsgericht in den USA die Übernahme beschließt. Das ist dann internationales Recht. Und unsere Regierung, besonders Herr Maas, wird das bejubeln. von der Tagesschau ganz abgesehen.


Am 22. August 2019 schrieb Lutz Jahoda:

DANK FÜR ZUSTANDSBERICHT

Enttarnt, gewarnt, erläutert.
Jedoch kein Einzger meutert.
Das Meinungsflaggschiff "Tagesschau",
Gemästet von uns Bürgern,
Hält weiter Kurs, nicht immer schlau,
Gelenkt von Russlandwürgern.

Meinungsschlucker, aufgewacht!
Träumer in den Kojen!
Kontrolliert die Macht um acht!
Spendet Warnungsbojen!


Am 22. August 2019 schrieb Linda Mayer:

Ich habe Ihre MSCHT-UM-ACHT-Sendung jetzt mehrfach gesehen und muss sagen, dass ich begeistert bin. Das ist Volksaufklärung vom feinsten. Sie treten das Erbe der frühen sozialdemokratischen Arbeiterbildungsvereine an. Zur Zeit wüsste ich kein Medium in Deutschland, dass einen ähnliche Arbeit leistetet. Dafür bedenke ich mich herzlich.


Am 22. August 2019 schrieb rudolph bauer:

Ulrike Spurgat spricht in ihrem Kommentar von der "herrschenden Kasse". Köstlich vertippt und trotzdem nicht falsch!


Am 22. August 2019 schrieb Matthias Junghänsel:

Naja, so ganz faktenbasiert schreiben Sie ja auch nicht. Beispiel gefällig? "Die ARD spricht .... die Sprache der Konzerne." Ok, Zustimmung. Dann: "Die bezahlen aber gar nicht die Gehälter der Tagesschau-Redakteure." Das nenne ich eine unbewiesene Behauptung, Meinung geradezu, Herr Gellermann! Wie wollen Sie das denn beweisen?


Am 22. August 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

Klasse geschriebener Text, der neugierig auf die alternative Tagesschau machte.

Das ist die Rache an der Sowjetunion/ Rußland für die Zerschlagung des Faschismus und den verlorenen Krieg. Das Göbbelsche Gift aus der Nazi Küche hat seine Wirkung nicht verloren. Sie haben den Hass auf Rußland einfach so übernommen, wie auch die Rechtsnachfolge des Faschismus. Der Krieg bleibt verloren, da gibt es kein vertun. Das werden sie dem Iwan nicht verzeihen, die Kleingeister, die niederträchtigen Neidhammel. Leningrad soll euch in euren schlimmsten Träumen begegnen.
Beim Zuschauer soll der Eindruck entstehen, dass die zahlreichen Stiftungen, wo ganz typisch die Reichen ihre Knete verstecken, dass die Massenmedien und die Bildungseinrichtungen, deren Vertreter und diese schwätzerischen "Experten" ihre Aussagen und ihre Erklärungen zu politischen Ereignissen aus Vergangenheit und Gegenwart so suggerieren, dass es sich unmittelbar auf die politische Wirklichkeit bezieht, also es sich um tatsächlich erforschte Tatsachen handele.
Weit gefehlt, weil jeder vom anderen abschreibt und somit die Anknüpfungspunkte gesucht werden um eimal gefasste Meinungen der herrschenden Kasse zu zementieren. Eine sichere Methode.
Ständige Wiederholungen der immer gleichen Lügen allabendlich im Kleid oder Anzug vorgetragen prägen sich beim Zuschauer besser ein, weil sie Nachrichten völlig mitleidslos und eiskalt holzschnittartig in die Gehirne tröpfelt. Das lähmt das Denken und warum denn noch hinterfragen.
Die Gesellschaft soll in die Hängematte. Pädagogen, Psychologen,Psyhiater, Esoteriker, Scharlatane haben Hochkonjunktur. Der Zuschauer kann nur glauben, aber dafür ist ja bekanntlich die Kirche gedacht. Nicht jeder hat die Möglichkeit und die Zeit sich im Netz zu informieren. Prima ist, dass die gute alte Mundpropaganda nicht ausgedient hat und auf diesem Weg neue Zuschauer für die alternative Tagesschau gewonnen werden können.
Dein klares Bekenntnis und Deine Solidaritat mit Julian Assange ehrt dich und unterscheidet dich wohltuend von all den Karussel drehern die weder eine Haltung noch eine Überzeugung haben und sich in die sogeannte Neutralität flüchten, denn da sind sie nicht angreifbar.
Und bitte keine Selbstzensur: Es macht Laune, wenn du einen raushaust.


Am 22. August 2019 schrieb Paulo H. Bruder:

1. Der Meinungsjournalismus ist überall anzutreffen: in den Printmedien, bei den Onlinern, im TV (öffentlich-rechtlich und privat).
2. Stofflieferanten und Meinungslenker sind nicht zuletzt die Stiftungen: Parteistiftungen (aus Steuergeldern finanziert) und Unternehmensstiftungen (die als gemeinnützige Gewinne am Fiskus vorbeimanövrieren).
3. Es ist alles noch viel schlimmer, als von Herrn Gellermann am Beispiel ARD demonstriert.

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