Don’t worry, be happy

Die TAGESSCHAU macht glücklich

Autor: U. Gellermann
Datum: 08. November 2018

Die Tage werden kürzer, die TAGESSCHAU will uns die dunkle Zeit versüßen. Darüber redet Uli Gellermann diesmal in der MACHT UM ACHT, der Gebrauchsanweisung für die TAGESSCHAU. Mit Meldungen wie „So viele Milliardäre wie nie zuvor“ lässt die Hamburger Nachrichtensendung den Sonnenschein der Reichen in die Wohnzimmer der TV-Konsumenten, ohne ein Wort darüber zu verlieren, wie zum Beispiel der Milliardär Karl Albrecht (ALDI) an seine 25,5 Milliarden Dollar gekommen sein könnte. Kein Wort von der brutalen Ausbeutung der Verkäuferinnen. Be happy!

Auch wenn das Flaggschiff der ARD diese Schlagzeile verzapft: “Goldener Oktober auf dem Arbeitsmarkt“ –wird die Wirklichkeit ausgeblendet. Kein Wort über die Fälschung der Arbeitslosenzahlen. Kein Wort darüber, dass es noch im August 2018 ungefähr 6,73 Millionen "Leistungsempfänger" gab. Das heißt, dass die Agentur eifach rund 6,73 Millionen Menschen unterschlägt, die von Arbeitslosengeld und/oder Hartz-IV-Leistungen leben. So wird dem TV-Zuschauer ein Glückskeks zugeworfen: Don’t worry, mach Dir keinen Sorgen, be happy, sei einfach glücklich!

Anscheinend soll man auch über die Kandidatur von Friedrich Merz für den CDU-Vorsitz glücklich sein. Denn, so die Tagesschau: „Merz will Aufbruch - keinen Umsturz“. So macht eine Nachrichtensendung Reklame für einen Kandidaten im innerparteilichen Wahlkampf. Und lässt ihn auch noch schnell was zu seiner Tätigkeit bei „Blackrock“ sagen: „Merz wies die Kritik an seiner Tätigkeit für Blackrock zurück. Blackrock sei keine Heuschrecke, sondern verwalte treuhänderisch Einlagen von Hunderttausenden privaten Kunden, sagte er. Er sehe keinerlei Konfliktlage“. Na, wenn Merz, der größte Lobbyist aller Zeiten, keine Konfliktlage sieht, dann muss eine NACHRICHTEN-Sendung diese MEINUNG natürlich als Reklame weitergeben. Zahlt man Gebühren für Promotion?

Auch die halbe Wahrheit ist ne ganze Lüge! Statt Nachrichten verbreitet die TAGESSCHAU lieber gute Laune. Oder, wie Bobby McFerrin in den 80ern gesungen hat: „Don't Worry Be Happy“

Hier geht es zum Video:

https://kenfm.de/die-macht-um-acht-13/


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 11. November 2018 schrieb Otto Bismark:

Ich will ja wirklich nicht unken, aber real gesehen dürfte Merz nicht zu verhindern sein! Die Weichen sind längst gestellt, jetzt schleimt er sich ja bereits bei den Grünen ein.


Am 11. November 2018 schrieb Michael Riecke:

Sehr geehrter Herr Gellermann,

machen Sie doch nicht diese Erfolgsmeldungen madig. Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 1991? Seit Kriegsende? Oder seit beginn der Aufzeichnung der Arbeitslosenzahlen? So genau wollen wir das ja nicht wissen. Wenn man die Erhebung der Arbeitslosenzahlen so angesetzt hätte, wie 1991 dann hätten wir ca. 5,5 Millionen Arbeitslose plus die Hartz 4 Empfänger. Man kann auch die Kandidatur von Herrn Merz begrüßen. Denn seit dem ist Blackrock keine Heuschrecke mehr. Blackrock ist ein Finanzdienstleister wie jeder andere auch.
Und Herr Merz wird auch nicht mehr auf die Cum ex oder Cum Geschäfte mehr angesprochen. Das waren ja auch seine Vor- Vor und Vorgänger. Er hat ja auch eine brutalst mögliche Aufklärung zugesagt. Brutalst mögliche Aufklärung?
Da gab es doch noch einen? Roland Koch, den erfolgreichsten Manager der Hoch-Tief AG. Die Älteren kennen ihn noch als hessischen Ministerpräsident, der die hessische CDU- Spendenaffäre so lückenlos aufgeklärt hat. Geht der nach seinen unglaublichen Erfolgen als Manager, wieder in die Politik? Er hat ja mit Merz gemeinsam, dass er auch ein Opfer der Merkel'schen Säuberungsaktionen war.
Gehört nicht ganz zum Thema.
Aber schlechte Nachrichten kamen leider erst am Donnerstag vom Bund der Steuerzahler und von den Wirtschaftsweisen Der Bund der Steuerzahler hatte sein Schwarzbuch veröffentlicht und die ÖR- u. MS-Medien
berichteten wieder aus diesem Werk, als sei es eine Regierungsorganisation. Wunderbar, was da wieder alles angeprangert wurde. Aber die Rüstungsausgaben, die größte Steuerverschwendung überhaupt, kommen dort nur zur Sprache, wenn wieder mal die falschen Wintersocken für die Truppe angeschafft wurden. So gewinnt man keinen Russlandfeldzug. Und die Wirtschaftsweisen haben wieder ihr Gutachten heraus gegeben. Das Wirtschaftswachstum und der Export brechen ein. Da hilft nur die alte gute Medizin: Runter mit den Sozialausgaben, runter mit Unternehmenssteuern. Und da schließt sich wieder der Kreis zu Herrn Merz und Blackrock. Sorry, die haben ja durch Cum ex und Co, Steuern zurückerhalten, die nie bezahlt haben. Eine wunderbare Geschäftsidee.


Am 10. November 2018 schrieb Brigitte Klara Mensah-Attoh::

Don't worry, be happy
Ihre Nachricht: Hoffentlich trifft ihn noch rechtzeitig der Schlag,
diesen eiskalten Lobbyisten Friedrich Merz,
(bevor es dazu kommt, Mutti zu ersetzen).


Am 09. November 2018 schrieb Lea Bittner:

An der "Macht um Acht" sollten sich mal Kabarettisten - von der "Anstalt" z. B. - ein Beispiel nehmen. Gellermann liefert jene bittere Satire, die ernsthaft angreift.

Antwort von U. Gellermann:

Wer für öffentlich-rechtliche Anstalten arbeitet, den kann ein solcher Angriff den Sendeplatz kosten.


Am 08. November 2018 schrieb Ulrike:

In barer Münze wirst Du für Deine wichtige Arbeit nicht entlohnt werden, wie die, die ihre seichten, aufpolierten gedrechselten Worte vorher so bearbeitet haben, dass Inhalt, Wortbedeutung usw. das Gehirn vernebeln und man zu der Erkenntnis kommen kann, dass Kapitalismus das Denken lähmt. Dafür danken es Dir deine treuen Leser, dass sie sauber recheriert, gründlich und human, in der Themenwahl am "Puls der Zeit" und mit spitzer Feder herausgefordert werden zu hinterfragen und selbständig zu denken.
Nun flimmert seit Tagen durch alle Medien, dass Merz doch so schlimm nicht ist und immerhin könnten sich 36 % der Befragten, (ntv) vorstellen, den Kerl zu wählen.
Gerne würde ich ergänzen, was uns die ÖR noch bewusst vorenthalten. Ich schließe daraus, dass die oft hohen Gehälter, als "Schweigegeld" zu werten sein können, dass zum Einen nicht jeder Spiegel entfernt werden muss und zum Anderen sie nachts besser schlafen lässt.
Merz begründet seine Rückkehr in die Politik mit dem Zustand der Demokratie. Allerdings finde ich besorgniserregender, den Einfluss von Konzernen, Vermögenden mit ihren finanzkräftigen Lobbyisten. Im Deutschen Bundestag haben ca. 1000 Lobbyisten einen Ausweis, der ihnen den Zugang zu Abgeordneten erleichtert. Nicht ungewöhnlich ist, dass sie an Gesetzen mitarbeiten.
"Die deutsche Wirtschaft bekäme den Kanzler, die sie jetzt braucht." (Ex-Handelsblatt-Herausgeber Steingart)
Börsen"experten" munkeln, dass man sich auf dem Parkett einen Namen wünscht: Herr Merz."
Was dieser von Demokratie hält zeigt folgendes:
2009 wechselte Merz in die Wirtschaft, hatte fast 20 Ämter gleichzeitig inne, vor allem in der Finanzbranche. Als er seine Nebeneinkünfte offen legen sollte aus seinen Jobs in der Wirtschaft klagte er dagegen, bis vor das Bundesverfassungsgericht und- verlor.
Er ist einer von denen, die mit Sicherheit die weitere Privatisierung vorantreiben werden, um die jämmerlichen Reste des "Sozialstaates" vollständig zu vernichten. Bei den widerlichsten Neoliberalen, wie Hayek einer war, ist seine politische Heimat und das passt wiederum zum Giftzwerg Schäuble, der sicherlich sehr gewissenhaft und genau, so wie er Griechenland ein ganzes, leidendes Volk hat sehenden Auges in den Abgrund stürzen lassen, im Hintergrund Merz mit befördert hat und nun haben wir den Kerl und Kapital und Politik hauen sich auf die Schulter.


Am 08. November 2018 schrieb Pat Hall:

Recht hast Du Uli mit speziell den letzten Sätzen.
Als Aushilffachraft habe ich die Möglichkeit unter den teilweise Unwissenden Kraftfahren die Flyer von Aufstehen zu verbreiten.
Anbei stoße ich in Hamburg auf immer mehr ausländische im gewrblichen Bereich die sich nur per Handy oder gar nicht zur Absicht ihres Vorhabens äußern können.


Am 08. November 2018 schrieb Lutz Jahoda:

SCHICKSALSMELODIE DEUTSCH
WIRD SIE UNS EIN DRITTES MAL
ERSPART BLEIBEN?
ES SIEHT NICHT GUT AUS:
SCHON IMMER WAREN GLÜCKSELIGKEITSFLITTER
DER HEITERE AUFTAKT
FÜR STAHLGEWITTER:

Ich fürchte, zweitausendneunzehn im Märzen
Wird es vorbei sein mit kuscheln und herzen,
Falls es derlei überhaupt jemals gab.
Blackrock, die finstere Bank, wird´s noch geben.
Auch einst Versunkene, lachend am Leben,
Wie beispielsweise der putzmuntre Knab,
Der einst Frau Angela Merkel nicht passte,
Weshalb sie schwungvoll ihn kurzerhand schasste,
Auf ärztlichen Rat, erleichternd ihr Herz.
Nun gibt es ihn wieder - welch bitterer Scherz:
Den Happiness-Bierdeckel-Albtraum Merz!


Am 08. November 2018 schrieb Edgar Schneider:

Guter Ansatz. Adäquat zu den Lügen und der Propaganda der üblen Gnifke-Show, der sich um 20.00 Uhr niemande entziehen kann, da sie auf (fast) allen Staatsendern läuft, müsste "Die Macht um Acht" entsprechend härter und noch demaskierender wären. Ich empfehle zur Nachahmung die legendäre von Schnitzler-Show. "Der schwarze Kanal".

Antwort von U. Gellermann:

Die Die Wahrheit ist eine bittere Medizin, sie wird mit der MACHT UM ACHT in homöopathischen Dosen verabreicht.


Am 08. November 2018 schrieb Pit Wegener:

Die TV-Sendung "Die Macht um Acht" ist besser als die "Tagesschau", erstkklassig!


Am 08. November 2018 schrieb Ine Bauer:

Die MACHT ist tatsächlich die "Gebrauchsanweisung für die TAGESSCHAU", einen super Arbeit, danke.

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